Ausbildungsberufe: 8 Alternativen zum Bürokaufmann

Lehrstellen seien knapp, wird vielerorts gejammert. Das trifft aber nur auf die besonders unbeliebten zu, in der Gastronomie etwa wollen die wenigsten noch malochen. Andere Zweige können sich vor Bewerbern dagegen weiterhin kaum retten – wer etwa Bürokaufmann werden will, muss sich noch immer gegen eine Heerschar von Konkurrenten durchboxen. Wir haben uns daher auf die Suche nach Alternativen gemacht. Nach Ausbildungsberufen, die eventuell auch für Sie eine Überlegung wert sind.

Ausbildungsberufe: 8 Alternativen zum Bürokaufmann

Ausbildung: Kleines ABC

Jahr für Jahr: Die Liste der beliebtesten Ausbildungsberufe wird von den immer gleichen Namen angeführt. Bei den Männern standen 2014 der Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker und Einzelhandelskaufmann ganz vorne im Ranking. Bei den Frauen belegten die Bürokauffrau, Verkäuferin und Einzelhandelskauffrau das Siegertreppchen. Auch Friseure, Bank- und Industriekaufleute landen in schöner Regelmäßigkeit weit vorne.

Daran ist im Grunde auch nichts verkehrt, handelt es sich doch um zumeist attraktive Berufsbilder, für die auf der Angebotsseite großer Bedarf besteht. Die Nachfrageseite aber ist oftmals noch deutlich größer. Das kann für Bewerber zur Falle werden. Sinnvoll also, sich Alternativen abseits des Mainstreams zu überlegen.

Denn ein Grund für den Ansturm auf die Top-Ausbildungsberufe ist oft auch mangelnde Kenntnis über anderweitige Optionen. Aus diesem Grund haben wir acht brauchbare Alternativen für Schulabgänger eruiert, die Sie vielleicht noch nicht auf dem Zettel hatten. Die für Lehrstellenanwärter eine erste, zweite oder auch dritte Option sein könnten. Hier sind unsere Anregungen …

Aktuelle Jobangebote für Bürokaufleute in unserer Jobbörse:

8 Alternativen zum Bürokaufmann

  1. Diätassistent

    Gesundheitsberufen gehört die Zukunft, hört man immer wieder. Zunehmend gehört ihnen aber schon die Gegenwart. Immerhin sind nach Schätzungen mehr als die Hälfte der Deutschen übergewichtig. Diätassistenten arbeiten in Kliniken und Praxen, erarbeiten Diätpläne, beraten ihre Patienten. Auch in Apotheken, Senioren- und Wellnesseinrichtungen sowie bei Lebensmittelherstellern gibt es Einsatzmöglichkeiten. Die Ausbildung dauert heute drei Jahre, früher waren es nur zwei. Interesse für Ernährung, Medizin und ein bisschen Biologie sollte vorhanden sein.

  2. Milchtechnologe

    Milch prüfen, lagern, zentrifugieren, reinigen, homogenisieren, bis der Joghurt im Becher ist – das übernehmen Milchtechnologen. Ihr Einsatzort in der Lebensmittelindustrie gleicht auch eher einem Labor als dem idyllischen Bauernhof auf der Milchtüte. Ein Job, der die Bereiche Technik und Ernährung verbindet. Dokumentation ist wichtig, auf Papierkram sollten Bewerber nicht allergisch sein. Ausbildungsdauer auch hier: 36 Monate.

  3. Informatikkaufmann/frau

    Informatikkaufleute sind Bindeglieder zwischen den Fachabteilungen im Betrieb und der IT-Abteilung. Sie organisieren, beschaffen, begleiten die IT-Ausstattung – und müssen dafür keine Programmiergenies vom Schlage eines Bill Gates sein. Einsatzgebiete gibt es in Industrie und Handel, in Banken und Versicherungen. Die Ausbildungsdauer beträgt 36 Monate. Von den Azubi-Anfängern im Jahr 2013 hatten 59 Prozent die Hochschulreife. Bewerber sollten mindestens die mittlere Reife aufweisen, um realistische Chancen zu haben.

  4. Patentanwaltsfachangestellter

    Markenrechte sind ein komplexes, aber spannendes Feld. Die dreijährige Ausbildung wird in Patentanwaltskanzleien oder den Patentabteilungen von Verbänden und größeren Unternehmen absolviert. Auch hier konnten 2013 von allen Anfängern 57 Prozent die Hochschulreife vorweisen. Ein verwandter Beruf ist der Rechtsanwaltsfachangestellte. Dessen Vorteil: deutlich mehr potenzielle Arbeitgeber.

  5. Veranstaltungskaufmann/frau

    Ein relativ neuer Ausbildungsberuf, der oft auch international ausgerichtet ist. Als Arbeitgeber kommen Event- oder Künstleragenturen infrage, aber auch Messe- und Konzertveranstalter. Veranstaltungen müssen konzipiert, organisiert und durchgeführt werden. Dafür sollten Bewerber neben Organisationstalent auch Beratungskompetenz, Zahlenverständnis und einen Schuss Kreativität mitbringen. Drei Jahre dauert die Ausbildung.

  6. Mikrotechnologe

    Als Mikrotechnologe arbeitet man in Forschungsinstituten oder direkt in der Industrie, stellt Computerchips oder elektrische Produkte für die Automobilindustrie her, zum Beispiel Airbagsensoren. Im zweiten Ausbildungsjahr wählt man zwischen den Schwerpunkten Halbleitertechnik und Mikrosystemtechnik. Über 50 Prozent der Bewerber haben KEIN Abitur, der Zugang ist also keineswegs exklusiv. Begeisterung für Physik sollte vorhanden sein, um statistisches Grundwissen kommt man ebenfalls nicht herum.

  7. Fischwirt

    Eine Alternative zum Tier- oder Pferdewirt. Der Fischwirt züchtet, verdelt, verarbeitet und vermarktet Fische, arbeitet in Fischzuchten oder auch im Großhandel. Ein Beruf, der – Achtung, reine Spekulation – angesichts des sprunghaften Anstiegs von Aquakulturen und der gnadenlosen Überfischung der Meere durchaus an Bedeutung gewinnen könnte. Dauer: Drei Jahre.

  8. Hörgeräteakustiker

    Noch ein Gesundheitsberuf, dem eine gute Zukunft bevorstehen könnte. Eine alternde Gesellschaft und technische Neuerungen sind dafür gute Grundlagen. Hörgeräteakustiker passen die Hörgeräte an, beraten, reparieren, führen Hörtests durch. Einfühlungsvermögen und Vertriebstalent schaden nicht. Immerhin zehn Prozent der Neu-Azubis hatten 2013 „nur“ einen Hauptschulabschluss. Eine Alternative wäre der Augenoptiker. Ausbildungsdauer wie gehabt drei Jahre.

[Bildnachweis: Robert Kneschke by shutterstock.com]
28. August 2015 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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