Beförderung vorbereiten
Ganz klar: Beförderungen stehen bei Arbeitnehmern ganz weit oben auf der Liste der Karriereziele. Es ist ja auch der Inbegriff für Karriere machen oder sogar noch wörtlicher die Karriereleiter empor klettern. Ein Job mit mehr Einfluss, spannenderen Aufgaben, mehr Verantwortung und besserer Bezahlung - die Aussicht klingt verlockend. Natürlich können damit auch Probleme und - potenziell - Überforderung verbunden sein. Wird aber die Beförderung entsprechend vorbereitet, überwiegen die beruflichen Chancen und Vorteile. Aber wie lässt sich auf eine Beförderung hinarbeiten, worauf kommt es bei der Vorbereitung an und wieso ist es überhaupt sinnvoll, die Beförderung vorzubereiten? Wir haben die Antworten und zeigen, worauf Sie achten sollten...

Beförderung vorbereiten: Überzeugen Sie Ihren Chef

Hervorragende Leistungen, hohe Kompetenz, umfassendes Fachwissen, der Wille zur Weiterbildung und das Streben nach mehr Verantwortung sind die Grundlagen jeder Beförderung. All diese Fähigkeiten und Kompetenzen bringen Sie der Beförderung aber kein Stück näher, wenn Ihr Chef sie nicht wahrnimmt.

Um die eigene Beförderung vorzubereiten, brauchen Sie daher eine Strategie, um Sie und Ihre Leistungen beim Chef bekannter zu machen. Manche Arbeitnehmer tun das, indem sie sich in jedem Meeting nach vorne drängen, sich in Gegenwart des Chefs selbst loben und ihn fast schon mit Leistungsnachweisen bombardieren. Der Grat zwischen klugem Selbstmarketing und eitler Selbstdarstellung ist allerdings schmal. Wer sich in Szene setzt und dabei allzu aufdringlich rüberkommt, verspielt schnell alle Chancen und setzt auch den Ruf als guter Mitarbeiter aufs Spiel, wenn man als Egoist oder Schleimer abgestempelt wird.

Die wahrscheinlich bessere Vorgehensweise folgt dem Prinzip Steter Tropfen höhlt den Stein - also: Präsentieren Sie sich Ihrem Chef immer wieder im passenden Kontext und mit dem richtigen Timing. Das dauert zwar etwas länger und stellt die eigene Geduld ein wenig auf die Probe, Sie gehen so aber auch kein Risiko ein, den Chef zu nerven und sich selbst aus dem Kreis der Beförderungskandidaten zu schießen. Von der möglicherweise aufkommenden Missgunst der Kollegen mal ganz zu schweigen.

Warum ist es notwendig, eine Beförderung vorzubereiten?

Extra-Tipp-IconEine Beförderung kommt, wenn sie eben kommt. So oder so ähnlich sieht manche Einstellung aus, wenn es um den beruflichen Aufstieg geht. Zwar wünscht man sich, den nächsten Karriereschritt zu schaffen, aber gleichzeitig fehlt der Glaube daran, diesen schneller herbeiführen zu können. Nicht selten steht dahinter auch die Angst vor einer möglichen Veränderung. Doch es lohnt sich, diese zu überwinden und mit der richtigen Vorbereitung müssen Sie die Beförderung nicht mehr nur dem Zufall überlassen, sondern können einen wichtigen Teil dazu beitragen und für die Zukunft profitieren. Drei Gründe, warum Sie Ihre Beförderung vorbereiten sollten:

  • Um die Beförderung zu bekommen. Wie bereits angesprochen, sollten Sie eine Beförderung vor allem darum vorbereiten, um diese überhaupt zu bekommen. Sie werden sichtbar, zeigen, dass Sie diesen Schritt wollen und dafür geeignet sind.
  • Sie zeigen Interesse und Eigeninitiative. Selbst wenn Sie bereits für eine Beförderung im Gespräch sind, heben Sie sich durch die Vorbereitung noch weiter von anderen Kandidaten ab. Gerade diese Eigeninitiative ist das, was viele Vorgesetzte sehen wollen.
  • Sie können die Erwartungen klären. Unsicherheiten auf beiden Seiten lassen sich gut überwinden, wenn im Vorfeld die Erwartungen geklärt sind. Was verspricht sich der Arbeitgeber von diesem Schritt? Was erwartet er von Ihnen und was erwarten Sie auf der anderen Seite?

Beförderung vorbereiten: 9 Fragen an den Chef

Der Schlüssel zur Beförderung ist der langsame Beziehungsaufbau zum Chef - ohne jedoch in rektoskopische Nähe zu geraten. Es geht darum, ihm positiv im Gedächtnis zu bleiben, sodass er Ihren Namen mit hoher Kompetenz assoziiert. Das Ziel dieses Vorhabens ist recht simpel erklärt: Wenn eine Beförderung ansteht, sollte Ihr Chef als erstes sofort an Sie denken. Damit das auch wirklich klappt, gibt es neben anhaltend guten Leistungen auch noch weitere Möglichkeiten, die Beförderung vorzubereiten. Mit den folgenden Fragen können Sie - konsequent, aber auch mit Bedacht eingesetzt - die Beziehung zum Chef zu vertiefen und dafür sorgen, dass er sie häufiger und gezielter wahrnimmt:

  1. Was wollen wir damit erreichen?

    Diese Frage zeigt, dass Sie über die konkrete Aufgabe hinaus denken und sich Gedanken über den Sinn Ihrer Arbeit machen. Stellen Sie sie zum richtigen Zeitpunkt in einem Projekt oder einem Planungsprozess, können Sie dadurch Ihre strategische Denkweise unter Beweis stellen. Gerade für Führungskräfte ist nicht nur der Überblick über die aktuelle Lage, sondern auch die Zukunftsorientierung ein wichtiger Aspekt, den Ihr Chef in Ihnen sehen sollte.

  2. Worauf achtet der Kunde besonders?

    Kundenorientierung, Sorgfalt und Pflichtbewusstsein. Qualitäten, die Arbeitgeber schätzen und fördern wollen. Sinnvoll und positiv ist diese Frage aber vor allem dann, wenn Sie den Kunden aufgrund der aktuellen Position und Aufgabe nicht kennen können. Verfügen Sie über alle notwendigen Informationen, weil Sie diesen beispielsweise schon lange betreuen - oder könnten Sie sich diese beschaffen - wirkt sich die Frage eher negativ auf Ihre Reputation aus und wirkt aufgesetzt.

  3. Ist Kollege XY dafür nicht besser geeignet?

    Auf den ersten Blick mag diese Frage faul wirken - so, als wollten Sie Arbeit möglichst abgeben und von sich selbst fernhalten. Oder die eigenen Qualitäten werden nicht zur Schau gestellt. Mit dem richtigen Timing und der passenden Argumentation verwandelt sie sich jedoch in einen Pluspunkt: Sie stellen damit Ihre Teamorientierung unter Beweis, wissen nicht nur um eigene Schwächen, sondern auch um die jeweiligen Stärken im Team und können diese gezielt einsetzen... echte Managementqualitäten also.

  4. Sollen wir die hervorragende Idee von Kollege XY nicht aufgreifen?

    Auch hier stellen Sie die Kompetenz Ihres Kollegen in den Vordergrund, zeigen dadurch aber zugleich, dass es Ihnen primär um die Aufgabe und das bestmögliche Ergebnis geht. Der Clou: Können Sie die Idee - zusammen mit Ihrem Kollegen - weiterentwickeln und die Umsetzung optimal gestalten, war es zugleich Ihr Initial, den Kollegen ins Spiel zu bringen. Ein klares Plus gegenüber Mitbewerbern.

  5. Wie wollen wir das kommunizieren?

    Sinnvoll ist diese Frage, wenn Sie an einem Projekt arbeiten, dass eine hohe Außenwirkung hat oder haben könnte. Ist das der Fall, können Sie durch die Frage zeigen, dass Sie sich auch Gedanken über die Reputation des Unternehmens und die Wirkung Ihrer Arbeit nach außen machen. Die Botschaft: Das Unternehmen ist Ihnen wichtig und Sie wollen Ihren Teil zum Reputationsaufbau beitragen. Wenn Ihr Chef ein Gespür für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit hat, können Sie damit besonders punkten.

  6. Kann ich zusätzliche Aufgaben im Projekt übernehmen?

    Die Wirkung dieser Frage ist klar: Sie zeigen nicht nur Pflichtbewusstsein, sondern auch Leistungsbereitschaft und empfehlen sich als motivierter und ehrgeiziger Mitarbeiter. Der Beförderung bringt Sie diese Frage allerdings nur dann näher, wenn Sie erstens Ihre sonstigen Aufgaben hervorragend erfüllen und sich zweitens um weitere Aufgaben bewerben, die von Bedeutung sind. Wenn Sie sich immer mehr aufladen, dabei aber völlig untergehen, zeigen Sie eher, dass Sie sich selbst nicht einschätzen können.

  7. Können wir das unter vier Augen besprechen?

    Falls Sie berechtigte Kritik oder Zweifel an einer Entscheidung haben, beweisen Sie damit Taktgefühl und Loyalität. Sie möchten niemanden bloß stelle, insbesondere nicht den Chef, und suchen daher das vertrauliche Gespräch. Natürlich kommt es hierbei auf den Anlass und Tonfall an. Sollen Sie kritisiert werden, geht die Frage natürlich nicht - das wirkt feige. Zudem darf sie niemals vorwurfsvoll rüberkommen. Deswegen sollten Sie die Frage auch nicht auf großer Bühne - etwa in einem Meeting - stellen.

  8. Ist das wirklich unsere Kernkompetenz?

    Auch diese Frage sollte nie vorwurfsvoll klingen und so den Eindruck erwecken, es würden zu viele falsche Entscheidungen getroffen. Vielmehr soll Sie beweisen, dass Sie das große Ganze im Blick haben, aber auch die Entwicklung des Unternehmens sowie den Markenkern kennen und nutzen wollen. Zum passenden Zeitpunkt gestellt, kann sie das Unternehmen vor einer falschen Entwicklung bewahren oder neu fokussieren - und damit hätten Sie zugleich ein dickes Brett gebohrt.

  9. Wie hätten Sie das gemacht?

    Sie sollen hierbei natürlich nicht schleimen. Stellen Sie diese Frage außerdem naiv und ist die Antwort offensichtlich, schaden Sie sich damit enorm und wirken eher hilflos als kompetent. Ist die Frage jedoch ernst gemeint und interessieren Sie sich wirklich für den Rat und die Methoden Ihres Chefs, kann das die Reputation steigern. Kaum ein Chef kann der Versuchung widerstehen, sein Wissen, seine Erfahrungen, seinen Rat einem wohlmeinenden Schüler weiterzugeben. Der subtile Trick daran: Sie lernen so nicht nur etwas, sondern weben zugleich ein festes Band zwischen Ihnen und Ihrem Chef - das einer Mentor-Mentee-Beziehung.

Letztlich entscheiden Ihre Menschenkenntnis und Ihre Intuition darüber, welche Fragen wann angebracht sind. Wenden Sie die Fragen konsequent - und mit wechselnden Formulierungen - an, können Sie der Beförderung deutlich näher kommen.

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[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]

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