Worauf Bertelsmann bei der Bewerbung achtet

Die formalen Kriterien bei Bewerbungen variieren von Unternehmen zu Unternehmen, von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Bei dem einen kommt es auf die Soft-Skills und die sozialen Fähigkeiten des Bewerbers an. Andere legen primär wert auf die fachlichen Kompetenzen oder das Layout der Bewerbungsunterlagen. Um Bewerbern einen besseren Einblick in die Auswahlprozesse der einzelnen Arbeitgeber zu geben, haben wir den Arbeitgeber-Check geschaffen: einen einheitlichen Fragebogen, den Personaler beantworten müssen. Heute stammen die Antworten von Judith Gördes, Vice President Employer Branding & Talent Acquisition bei Bertelsmann

Worauf Bertelsmann bei der Bewerbung achtet

Arbeitgeber-Check: Bertelsmann

Bewerbungsmappen – lieber Hochglanz oder Pappe?

Wir bevorzugen ganz klar Online-Bewerbungen und Bewerbungen über unsere Karriereseite createyourowncareer.de. Also am besten auf Papierbewerbungen verzichten.

Anschreiben – lieber klassisch oder kreativ?

Uns ist vor allem der Inhalt wichtig. Bewerber sollten den Bezug zu unserem Unternehmen und zur Position herstellen. Das gelingt, wenn sie deutlich machen, wie sie ihre Kompetenzen und Erfahrungen in der Position, für die sie sich bewerben, bei uns einbringen können. Als Kreativhaus sind wir für unkonventionelle Bewerbungen aber durchaus offen.

Youtube-Videos und Blogs als Ergänzung?

Wenn es um eine Position im Social Media-Bereich oder einen Kreativ-Job geht – gerne. Andernfalls ist dies nicht relevant für uns.

Eine oder zwei Seiten für das Anschreiben?

Eine Seite, aussagefähig und prägnant, reicht völlig aus.

Wie viele Tippfehler sind das Aus?

Bei Jobs im redaktionellen Bereich sind Tippfehler nicht akzeptabel. Ansonsten entscheidet der Gesamteindruck der Bewerbung.

Gehaltsvorstellungen angeben?

Auf jeden Fall.

Dritte Seite – ja oder nein?

Maximal zwei Seiten sollten idealerweise ausreichen. Für Bewerbungen im kreativen Bereich wird allerdings oft eine Dritte Seite oder auch eine zusätzliche Mappe mit Arbeitsproben eingefügt. Wir erwarten dies nicht, schauen uns aber mit Interesse an, was die Bewerber zusätzlich zum Lebenslauf über sich preisgeben möchten.

Das größte Tabu in der Bewerbung?

Den falschen Unternehmensnamen anzugeben aufgrund eines Copy Paste-Fehlers – ein absolutes No-Go. Das wirkt achtlos und lässt vermuten, dass es sich um ein Massen-Anschreiben und nicht um eine auf unser Unternehmen und die ausgeschriebene Position ausgerichtete Bewerbung handelt.

Lebenslauf – chronologisch, amerikanisch oder thematisch?

Hauptsache klar strukturiert. Die wichtigsten Stationen des Werdegangs sollten in gut lesbarer Schriftart und Schriftgröße dargestellt werden, idealerweise angepasst an die ausgeschriebene Stelle. Der Inhalt ist wichtiger als die Auswahl des Formats.

Interessieren Hobbys?

Wir suchen Menschen, die eine große Leidenschaft für unsere Geschäfte mitbringen. Wenn wir also zwei recht ähnliche Profile sehen – Absolventen mit guten Noten, Auslandserfahrung und mehreren relevanten Praktika – dann kann der Bereich der extra-curricularen Aktivitäten oder Hobbys entscheidend sein.

Mit oder ohne Bewerbungsfoto?

Bewerber, die ein Foto einfügen möchten, sollten darauf achten, dass es ein professionelles und authentisches Bild ist. Im internationalen Kontext ist es nicht üblich, Fotos zu zeigen. Daher akzeptieren wir auch Bewerbungen ohne Foto.

Farbe oder Schwarz/Weiß?

Beides ist okay, Hauptsache professionell.

Wie viele Zeugnisse dazu?

Das hängt davon ab, über wie viel Berufserfahrung Bewerber verfügen. Grundsätzlich kann man sagen: Die Zeugnisse und Zertifikate, die relevant für die angestrebte Position sind, also Auskunft über Kompetenzen und Qualifikationen geben, sollten der Bewerbung beigefügt werden.

Lieber Post-, E-Mail- oder Online-Bewerbungen?

Wir bevorzugen Online-Bewerbungen.

Ist Nachfragen nach zwei Wochen okay?

Nachfragen ist jederzeit möglich. Wir haben aber den Anspruch, dass wir unsere Bewerber zeitnah über die weiteren Schritte im Auswahlprozess informieren.

Wie viele Initiativbewerber bekamen zuletzt einen Job?

Initiativbewerbungen sind bei uns herzlich willkommen. Es gibt immer wieder Fälle, in denen eine gute Passung zu einer offenen Position besteht.

Hier spielt auch das Timing eine Rolle, zum Beispiel wenn kurz nach einer Initiativbewerbung eine passende Stelle ausgeschrieben wird. Daher empfehlen wir, in einer Initiativbewerbung unbedingt eine klare Beschreibung der gewünschten Tätigkeit aufzuführen.

Googeln Sie Kandidaten?

Grundsätzlich nein. Wir respektieren die Privatsphäre unserer Bewerber. Manchmal schauen wir uns allerdings Profile auf Xing und Linkedin an, um zusätzliche Informationen über einen Bewerber zu erhalten.

Wie lange dauert der Bewerbungsprozess im Schnitt?

Das hängt von der zu besetzenden Position und dem Zeitpunkt der Bewerbung ab. In Urlaubszeiten kann es manchmal zu Verzögerungen kommen, falls die am Auswahlprozess beteiligten Personen nicht zur Verfügung stehen.

Unser Ziel ist es aber immer, eine Position so schnell wie möglich zu besetzen.

Der gruseligste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?

Glücklicherweise treffen wir fast immer sehr gut vorbereitete Bewerber in unseren Gesprächen. Bewerber, die versehentlich einen Firmennamen falsch aussprechen, sorgen vielleicht mal für ein Schmunzeln auf unserer Seite, wir verbuchen dies jedoch als Folge von Nervosität.

Der genialste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?

Wir sind seit einigen Jahren Hauptsponsor der „WHU Euromasters“, einer dreitägigen Sportveranstaltung, zu der sich einmal im Jahr rund 1500 internationale Studenten in der Nähe von Koblenz treffen, um sich in verschiedenen Sportarten zu messen.

In den sportlichen Wettkampf eingebettet sind eine Art Karrieremesse und auch Speed-Datings mit Studenten, die uns kennenlernen möchten. Diese finden in den Katakomben der Sporthalle statt.

Dabei ist es aufgrund von Zeitverschiebungen regelmäßig so, dass Studenten völlig verschwitzt und außer Atem im Raum auftauchen, weil sie sich eine Minute zuvor noch auf dem Sportplatz verausgabt haben. Aufgrund des Settings baut sich eine angespannte Stimmung, die Vorstellungsgespräche gerade am Anfang manchmal prägt, gar nicht erst auf.

Arbeitgebercheck: Wollen Sie auch mitmachen?

Arbeitgebercheck: Ist Ihr Bewerbungsprozess transparentIst Ihr Bewerbungsprozess trasnparent? Dann sollte Ihr Unternehmen in dieser Liste nicht fehlen! Füllen Sie vorab den folgenden Arbeitgebercheck-Fragebogen aus und mailen Sie uns diesen ausgefüllt als Word-Datei (!) wieder zurück.

Mitmachen lohnt sich doppelt: Sie bekommen künftig bessere Bewerbungen und sammeln obendrein Pluspunkte für Ihr Arbeitgeberimage.

Arbeitgebercheck-Fragebogen: runterladen, ausfüllen, zurückschicken:
WORD Download IconPDF Download Icon
[Bildnachweis: Bertelsmann]
1. Februar 2019 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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