Deutschlands beste Arbeitgeber 2018

Welche sind Deutschlands beste Arbeitgeber? Das kommt ganz darauf an, wen man fragt: So haben Kununu und Linkedin ihre eigenen Top-Rankings, genauso wie die Beratungsunternehmen Trendence, Universum und Great Place to Work. Am schnellsten war in diesem Jahr Glassdoor. Laut US-Bewertungsportal sind das die besten Arbeitgeber 2018

Deutschlands beste Arbeitgeber 2018

Die besten Arbeitgeber Deutschlands 2018

Ob ein Arbeitgeber gut, semi-gut oder hundsmiserabel ist – das ist sehr subjektiv. Jeder Mitarbeiter hat andere Präferenzen, lässt sich von persönlichen Befindlichkeiten leiten, kommt zu anderen Schlüssen. Und hat andere Gradmesser: Gehalt, Arbeitszeiten, Atmosphäre zum Beispiel.

All diese Befindlichkeiten werden seit einigen Jahren in diversen Arbeitgeberbewertungsportalen aggregiert. Vor allem zwei Anbieter sind relevant: Kununu, das 2013 von Xing übernommen wurde und US-Rivale Glassdoor, der seit 2015 auf dem deutschen Markt aktiv ist. Beide stellen alljährlich ihre Rankings der besten Arbeitgeber Deutschlands auf.

Dazu kommt mit Great Places to Work ein Beratungsunternehmen, das Firmen schon seit 2002 auf Anfrage zertifiziert – und seitdem ebenfalls Bestenlisten aufstellt. Einen datengetriebenen Ansatz verfolgt die Business-Plattform Linkedin, Trendence und Universum wiederum stützen sich auf ihre jährlichen Studenten-Befragungen. Wir haben uns alle Rankings für Sie näher angeschaut…

Arbeitgeber-Rankings: Kritik

Im Gegensatz zu Glassdoor und Kununu basieren die Bewertungen bei Great Place to Work auf einer aktiven Befragung. Die Mitarbeiter füllen Fragebögen aus und schicken sie an den Organisator zurück, der daraufhin auszählt.

Erstes Problem: Es werden nur die Unternehmen bewertet und gegebenenfalls zertifiziert, die aktiv von sich aus am Wettbewerb teilnehmen. Von einem umfassenden Vergleich aller Unternehmen in Deutschland kann man also noch nicht einmal ansatzweise sprechen. Zweites Problem: Die Teilnahme kostet Geld. Ob das der Neutralität zuträglich ist?

Der Fairness halber sei gesagt: Auch die Bewertungsplattformen Glassdoor und Kununu arbeiten grundsätzlich mit Bezahlmodellen. Beispielsweise können Unternehmen bei Kununu gegen ein Entgelt ein werbewirksames Employer Branding-Profil einrichten.

Wer zahlt, darf sich also aufhübschen – auch das fördert nicht zwingend die Objektivität.

Auch sind die Plattformen nicht resistent gegen Manipulationen und interne Absprachen – das ist der Prozess bei Great Place to Work natürlich auch nicht. Wahr ist wiederum auch, dass Arbeitgeberattraktivität objektiv schwer messbar und eine Manipulation (zum Beispiel eine Goodwill-Bewertung) nicht immer leicht zu verhindern ist.

Trendence wiederum legt Studenten eine Liste mit 120 Arbeitgebern vor. Daraus können diese bis zu drei Firmen auswählen, die sie für besonders attraktiv halten. Wer die meisten Nennungen auf sich vereint, liegt im Ranking vorne. Auch fragt Trendence die Teilnehmer nach Unternehmen, die sie auf der Liste vermissen. Die Top-Nennungen werden dann im kommenden Jahr berücksichtigt. So läuft der Prozess seit nunmehr 19 Jahren. Bei Konkurrent Universum ist er ähnlich.

Problem auch hier: Es handelt sich um eine sehr exklusive Auswahl an Unternehmen. Size matters! Das Gros der Arbeitgeber in Deutschland – darunter viele KMU – ist von vornherein außen vor.

Heißt unterm Strich: Arbeitgeber-Bestenlisten sind mit Vorsicht zu genießen, aber auch nicht gänzlich überflüssig. Sie bieten eine grobe Orientierungshilfe, zeigen Trends auf. Und sie beruhen teilweise auf wertvollen Datensammlungen, die in Zukunft zu noch größeren Datenschätzen anwachsen dürften – und damit (hoffentlich) noch aussagekräftiger werden.

Apropos: Auf den eigenen Datenschatz verlässt sich auch Businessplattform Linkedin, die ihre eigene Bestenliste veröffentlicht. Dazu später mehr.

Hier sind die besten Arbeitgeber Deutschlands 2018

Deutschlands beste Arbeitgeber 2018: Glassdoor

2016 veröffentlichte Glassdoor seine Deutschland-Rangliste zum ersten Mal, mittlerweile ist die dritte Version erschienen.

Und die Fluktuation ist hoch. Aus den Top Ten 2017 haben es nur vier Unternehmen wieder unter die besten zehn Arbeitgeber 2018 geschafft – wenn auch auf unterschiedlichen Plätzen. Vorjahressieger SAP rutschte von Platz eins auf drei, auch Daimler, BMW und Adidas mischen erneut vorne mit.

Nicht mehr in den Top Ten sind dagegen Robert Bosch, Deloitte, Accenture, dm, Kaufland und Allianz. Ein anderes Beratungsunternehmen trumpft dagegen groß auf…

  1. Bain & Company

    Das Beratungsunternehmen darf sich das Feld erstmals von oben anschauen. Mit einer Durchschnittsbewertung von 4,7 (von 5 möglichen) Punkten liegt Bain & Company auf Position eins – und das, nachdem man 2017 noch nicht einmal die Top 25 geknackt hatte.

    Am zufriedensten sind die Mitarbeiter mit Kultur und Werten ihres Arbeitgebers. In dieser Kategorie gibt es im Schnitt 4,8 Punkte. Auch Vergütung und Karrieremöglichkeiten kommen gut an. Erwartungsgemäß müssen die Berater aber Abstriche bei der Work-Life-Balance machen. In dieser Rubrik stehen nur 3,7 Punkte zu Buche.

    Dennoch würden 96 Prozent der Mitarbeiter Bain & Company einem Freund empfehlen. 94 Prozent glauben an eine positive Geschäftsprognose. Alles in allem: Platz eins.


  2. MHP – A Porsche Company

    Auch Silber geht an einen Newcomer. Die Management- und IT-Beratung MHP holt sich den zweiten Platz mit 4,6 Punkten im Schnitt. Kultur und Karrieremöglichkeiten gefallen den Mitarbeitern bei der Porsche-Tochter am besten. In den Rubriken Work-Life-Balance und Vergütung stehen dagegen nur mittelmäßige Bewertungen im Profil.


  3. SAP

    Die Business-Software-Schmiede konnte ihre Punktzahl im Vergleich zum Vorjahr steigern – von 4,4 auf 4,6. Trotzdem fielen die Walldorfer im Ranking auf den Bronzerang zurück, 2017 ging SAP noch als Sieger aus der Glassdoor-Erhebung hervor.

    Positiv: Die Mitarbeiter geben SAP in sämtlichen Bereichen gute Noten – auch mit ihrer Work-Life-Balance sind sie zufrieden. Und: SAP schaffte es in allen fünf untersuchten Ländern – neben Deutschland noch USA, Kanada, Großbritannien und Frankreich – auf die Liste der besten Arbeitgeber.


  4. Infineon

    Auch die Chips-Hersteller waren schon mal Sieger. 2016 landete Infineon auf Platz eins, im Folgejahr auf Rang 11, 2018 geht man als guter Vierter durchs Ziel. Diese Kontinuität spricht für die Münchener.

    Unternehmenskultur und Work-Life-Balance überzeugen die Mitarbeiter, die Karrieremöglichkeiten jedoch könnten besser sein. 84 Prozent der Mitarbeiter würden das Unternehmen einem Freund empfehlen. Und nur vergleichsweise schlappe 80 Prozent sehen für das Unternehmen eine positive Geschäftsprognose – ein Wert, der angesichts der ungebremsten Chip-Nachfrage speziell im Automobilbereich verwundert.


  5. Puma Group

    Das dürfte dem großen Bruder Adidas gar nicht schmecken. Während Adi Dasslers Erben von Platz zwei auf neun zurückgefallen sind, springt Puma aus dem Stand auf Position fünf. Mit 4,5 Punkten im Schnitt joggen die Sneaker-Macher sogar nur knapp am Podest vorbei.

    An Puma schätzen die Mitarbeiter Kultur, Werte und Lebensbalance. Der Glaube an eine gute Zukunft ist aber nur mäßig ausgeprägt: 76 Prozent der Mitarbeiter sehen für Puma eine positive Geschäftsprognose – der Sportartikelmarkt ist hart umkämpft.


  6. Porsche

    Die nächste Überraschung: Beliebtester Autobauer 2018 ist laut Glassdoor-Erhebung Porsche. Damit fahren die Süddeutschen in hohem Tempo an Daimler, BMW und Volkswagen vorbei.

    Für Porsche sprechen insbesondere die Vergütung und Zusatzleistungen: 4,3 Punkte sind in dieser Kategorie ein Top-Wert. Mit den Führungskräften hadern dagegen viele Mitarbeiter. Dafür vergeben sie schwache 3,2 Punkte.


  7. Daimler

    Ein Dauerbrenner auf Platz sieben: Daimler war bisher stets in den Top Ten von Glassdoor vertreten – das ist durchaus als Gütesiegel zu verstehen. Mehr als Platz sechs (2017) sprang bislang allerdings nicht heraus.

    Dass die Automobilbranche ordentlich zahlt, schlägt sich auch in der Bewertung für Daimler nieder. 4,3 Punkte gab in der Rubrik Vergütung und Zusatzleistungen im Schnitt. Mit den Karrieremöglichkeiten und Führungskräften sind dagegen nicht alle restlos glücklich: jeweils 3,5 Punkte.

    Auch die Verwerfungen in der Branche hinterlassen Fragezeichen. Eine positive Geschäftsprognose sehen nur 77 Prozent – ein vergleichsweise schwacher Wert.


  8. BMW

    Auch die Münchener haben es bisher stets in die Top Ten der Glassdoor-Charts geschafft. Diesmal reichte es mit 4,4 Punkten für Platz acht. Auffällig: Für die Vergütung gibt es mit 3,9 Punkten deutlich schwächere Teilnoten als für Porsche und Daimler. Entweder ist die Bezahlung bei BMW schlechter oder die Mitarbeiter sind anspruchsvoller (oder es handelt sich um eine statistische Zufälligkeit).

    In den Kategorien Karrieremöglichkeiten und Führungskräfte vergeben sie mittelmäßige Bewertungen. Eine positive Geschäftsprognose für BMW sehen lediglich 73 Prozent.


  9. Adidas

    Der nächste Stammgast in den Top Ten: Adidas rutscht allerdings von Platz zwei im Vorjahr auf Rang neun ab. Kultur und Werte der Dreistreifigen gefallen den meisten Mitarbeitern. Die Führungskräfte dagegen bekommen in Gestalt von 3,3 Punkten ihr Fett weg.

    Auffällig: Für Adidas gibt es mehr Vier- als Fünf-Sterne-Bewertungen. 66 Prozent glauben an eine positive Geschäftsprognose – fast schon bedenklich wenig.


  10. Mömax

    Mö-wer? Der Möbeldiscounter aus Österreich feierte 2017 sein 15-jähriges Jubiläum. Mittlerweie zählt das Unternehmen 61 Filialen, die letzte wurde im September in der Martin-Schulz-Stadt Würselen eröffnet.

    Bei Glassdoor regnet es für Mömax Fünf-Sterne-Bewertungen und Bestnoten in allen Kategorien. Ein bisschen verdächtig ist das schon…


  11. Robert Bosch
  12. Max-Planck-Gesellschaft
  13. Siemens
  14. ZF Group
  15. Microsoft
  16. Deloitte
  17. Volkswagen
  18. Fraunhofer Gesellschaft
  19. Trivago
  20. Here Technologies
  21. Audi
  22. Accenture
  23. Airbus
  24. Ferchau Engineering
  25. Continental


Deutschlands beste Arbeitgeber: Kununu

Auch Konkurrent Kununu hat sein eigenes Ranking. Und es gibt Überschneidungen. Vier Unternehmen, die es im Glassdoor-Ranking 2018 in die Top Ten geschafft haben, sind auch bei Kununu (Ranking 2017) ganz vorne dabei: Adidas, BMW, Daimler und SAP. Sind das die wahren Top-Arbeitgeber Deutschlands?

Hier das Kununu-Ranking:

  1. Bayer

    Der Pharmahersteller – bei Glassdoor auf Rang 13 – ist Sieger des Kununu-Rankings 2017. 2016 belegte er noch Platz neun. 556 Mitarbeiter haben Bayer zum Top-Score verholfen. Besonders zufrieden scheinen die Bayer-Azubis zu sein, sie vergeben im Schnitt 4,31 von möglichen fünf Punkten. 91 Prozent würden Bayer weiterempfehlen. Gute Wertungen bekommt der Konzern unter anderem – und das ist nicht selbstverständlich – in der Kategorie Umgang mit Kollegen 45+.


  2. Google Germany

    Google ist ein Dauergast in den diversen Popularitätsranglisten – und jetzt auch im Kununu-Ranking auf Platz zwei. Damit hat sich die Suchmaschine in der Trefferliste um sechs Plätze im Vergleich zu 2016 nach oben geschoben. Im Schnitt geben die Google-Mitarbeiter 4,21 Punkte, 88 Prozent würden Google weiterempfehlen. Vor allem die Arbeitsatmosphäre und Arbeitsbedingungen gefallen den Mitarbeitern.


  3. Audi

    Audi fällt vom Silber- auf den Bronzerang, bleibt bei Kununu aber beliebtester Autobauer. 3,82 Punkte sind es momentan im Schnitt. 83 Prozent empfehlen Audi weiter. Gut finden sie an Audi etwa die flexiblen Arbeitszeiten, betriebliche Altersvorsorge und den Betriebsarzt. Am meisten Luft nach oben gibt es laut Kununu-Usern bei den Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten.


  4. BMW
  5. Airbus Group
  6. DM Drogeriemarkt
  7. Daimler
  8. Adidas
  9. Techniker Krankenkasse
  10. SAP


Die besten Arbeitgeber Deutschlands nach Branchen

Auch die Branchensieger hatte Kununu 2017 gekürt. Das sind sie:

  • Versicherungen und Krankenkassen: Techniker Krankenkasse
  • Automobil und Zulieferer: Audi
  • Telekommunikation und IT: SAP
  • Schienenfahrzeug-, Schiffs-, Flugzeug- und sonstiger Fahrzeugbau: Airbus Group
  • Bau: Goldbeck
  • Chemie und Pharma: Bayer
  • Maschinen- und Anlagenbau: Bosch
  • Elektronik und Elektrotechnik, Medizinische Geräte: Vector Informatik
  • Rohstoffe, Energie, Ver- und Entsorgung: Stadtwerke Osnabrück
  • Herstellung und Verarbeitung von Werk- und Baustoffen, Metallen und Papier: Uzin Utz
  • Fertig- und Gebrauchsgüter: Robert Bosch
  • Lebens- und Genussmittel, Tierfutter und Drogerieartikel, medizinische Verbrauchsprodukte: Beiersdorf
  • Banken und Finanzdienstleistungen: Sparda-Bank Baden-Württemberg
  • Verkehr und Logistik: Flughafen München
  • Beratung, Agenturen, Kanzleien, Forschung und Technik: Fraunhofer-Gesellschaft
  • Dienstleistungen (Personal, Immobilien, Call-Center): Von Poll Immobilien
  • Gesundheit und Soziales: Domino World
  • Großhandel: Stahlgruber
  • Einzelhandel (ohne Bekleidung) und Handwerk/einzelhandelsnahe Dienstleistungen: dm Drogeriemarkt
  • Bekleidung, Schuhe, Sportausstattung (Herstellung und Handel): Adidas
  • Gastronomie, Beherbergung, Entertainment, Fitness und Tourismus: Radisson
  • Internet (Infrastruktur, Portale, E-Commerce): Google Germany


Deutschlands beste Arbeitgeber: Great Place to Work

Insgesamt 100 Unternehmen hat das Beratungsunternehmen Great Place to Work im Jahr 2017 für ihre Attraktivität ausgezeichnet. Teilgenommen hatten insgesamt 700 Firmen.

Von einem umfassenden Arbeitgeber-Vergleich ist man damit natürlich weit entfernt. Für die Unternehmen ist das Siegel vor allem ein Marketinginstrument. Stichwort: Employer Branding.

Freuen darf sich vor allem Infineon, das als Sieger aus dem Vergleich der Großunternehmen hervorging. Sogar für einzelne Bundesländer wurden Bestenlisten erstellt. So wurde etwa der Waldkircher Sensorhersteller Sick AG zum Sieger in Baden-Württemberg gekürt.

Aber auch hier noch mal der Hinweis auf die begrenzte Aussagekraft: Lediglich 115 Unternehmen aus dem Land der Hidden Champions haben sich dem Prüfverfahren unterzogen – gut möglich also, dass es in Baden-Württemberg noch den einen oder anderen Arbeitgeber gibt, der besser ist.

Großunternehmen mit über 5.000 Beschäftigten

  1. Infineon Technologies
  2. Lidl


Unternehmen mit 2.001 bis 5.000 Mitarbeitern

  1. Sick
  2. Maschinenfabrik Reinhausen
  3. Ing-Diba
  4. Robert Bosch, Werk Blaichach


Unternehmen mit 501 bis 2.000 Mitarbeitern

  1. Adobe Deutschland
  2. DIS (Personaldienstleistungen)
  3. Vector Informatik (Software)
  4. SBK Siemens-Betriebskrankenkasse
  5. Heiligenfeld Kliniken


Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern

  1. Pascoe Naturmedizin
  2. St. Gereon Seniorendienste
  3. MaibornWolff (IT)
  4. QAware (Software)
  5. Perbit Software


Deutschlands beste Arbeitgeber für Wirtschaftswissenschaftler

Die üblichen Verdächtigen liegen in der BWL-Popularitätsrangliste von Trendence vorne: BMW vor Audi, Daimler und Porsche.

Genauso fuhr man auch schon 2016 über die Ziellinie. Am Standing der Automobilindustrie bei den Absolventen hat sich also nichts geändert. Nur Volkswagen scheint die Dieselgate-Affäre (minimal) geschadet zu haben. Die Wolfsburger fallen von Platz 11 auf Rang 14 zurück.

Einen Imageschaden trug auch die Deutsche Bank davon: 2015 lag sie noch auf Platz 21, ein Jahr später auf 27, 2017 nur noch auf Position 43. Neu in den Top Ten ist lediglich McKinsey. Die Unternehmensberater konnten immerhin Apple verdrängen.

Ein weiterer Aufsteiger ist Amazon – von 27 auf 18. Und auch der Kreuzfahrt-Boom spiegelt sich im Ranking wider. Aida Cruises liegt in der Gunst der Wirtschaftswissenschaftler schon auf Platz 29 – nach Platz 42 im 2016er-Ranking.

Neu in den Top 100 sind lediglich Morgan Stanley auf Platz 80 und Autoverleiher Sixt auf 90. Ob’s an der flotten Werbung liegt?

Das sind die Top Ten-Arbeitgeber für Wirtschaftswissenschaftler laut Beratungsunternehmen Trendence:

deutschlands beste arbeitgeber 2017 wirtschaftswissenschaftler

Das Beratungsunternehmen Universum hat ebenfalls junge Berufstätige – neudeutsch: Young Professionals – nach ihren Präferenzen gefragt. Und die Ähnlichkeiten sind frappierend. In den Top Ten des Universum-Rankings der Wirtschaftswissenschaftler finden sich acht Unternehmen wieder, die auch im Trendence-Ranking die ersten zehn Plätze bevölkern – in leicht veränderter Reihenfolge.

BMW ist auch hier die Nummer eins. 17,2 Prozent der befragten Wirtschaftswissenschaftler nannten BMW als Wunscharbeitgeber. Das Siegertreppchen komplettieren zwei weitere Autobauer: Porsche und Audi.

Mit Google folgt das erste nicht-deutsche Unternehmen auf Platz vier. Auf Rang fünf dann wieder ein Automobilkonzern in Daimler, auch Lufthansa, Bosch und Adidas landen in beiden BWLer-Rankings unter den besten Zehn.

Exoten im Universum-Ranking sind gewissermaßen Siemens und Volkswagen auf Rang acht und zehn. Bei Trendence sind sie nicht unter den Top Ten, dafür PWC und McKinsey.

Den größten Satz aber hat die Münchener MAN-Gruppe gemacht. Die Fahrzeugbauer verbesserten sich bei Universum um 23 Plätze auf Rang 46.

Hier das Universum-Ranking für die Wirtschaftswissenschaftler:

  1. BMW
  2. Porsche
  3. Audi
  4. Google
  5. Daimler/Mercedes-Benz
  6. Lufthansa
  7. Bosch
  8. Siemens
  9. Adidas
  10. Volkswagen


Deutschlands beste Arbeitgeber für Ingenieure

Ingenieure fahren auf Autos ab. Nur geht die Pole Position im Trendence-Barometer 2017 nicht wie im Vorjahr an Audi, sondern an BMW. Daimler verdrängt simultan Porsche von Startplatz drei.

In den Top Ten findet man acht heimische Unternehmen, nur Airbus und Google dringen in die deutsche Dominanz ein. Google ist auch der einzige Neuling unter den ersten Zehn, der Fraunhofer-Gesellschaft bleibt „nur“ Rang elf.

Die European Space Agency (ESA) stürzte währenddessen von Platz 13 auf 29 ab. Vermutung: Die Popularität der ESA steht und fällt mit ihrer Medienpräsenz und die wiederum ist abhängig von ihren Weltraum-Expeditionen. Sobald Alexander Gerst wieder abhebt, dürfte auch der ESA-Kurs steigen.

Noch auf Platz 66 im Ranking erscheint Solarworld, mittlerweile längst insolvent. Im Sinkflug befinden sich auch Größen wie Philips (von 30 auf 51), IBM (56 auf 80) und Beiersdorf (49 auf 80). Allerdings bedürfen die Platzierungen einer Relativierung: Beiersdorf nannten 2017 beispielsweise 1,1 Prozent der befragten Studenten als Wunsch-Arbeitgeber, exakt so viele wie 2016. Manchmal verschiebt sich also eher die Konkurrenz, weniger das eigene Standing.

Der Aufsteiger des Jahres heißt Drees & Sommer. Die Berater aus Stuttgart sind neu in den Top 100 – und landen gleich auf Platz 45 der attraktivsten Arbeitgeber für Ingenieure. Auch neu: Das Göppinger Bauunternehmen Leonhard Weiss auf Rang 91.

Das sind die Top Ten-Arbeitgeber für Ingenieure bei Trendence:

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Auch hier ein Blick auf die Universum-Umfrage: Dort stehen ebenfalls vier Automobilkonzerne oben. An den Luxuskarossen von Porsche würden gerne 21 Prozent der Ingenieure arbeiten, bei Audi 20,6 Prozent, bei BMW 20,1 Prozent. Der Viertplatzierte Daimler fällt mit 15,4 Prozent schon leicht ab.

Dahinter sind die gleichen Namen zu finden wie bei Trendence. Einzig Lufthansa Technik plumpst hinten herüber. Stattdessen taucht bei Universum Baukonzern Hochtief auf Platz neun auf.

Größter Gewinner ist die TÜV Nord-Gruppe. Sie machte 23 Positionen gut und befindet sich jetzt auf Platz 44 der beliebtesten Arbeitgeber von Ingenieuren.

Das sind die Top Ten-Arbeitgeber für Ingenieure bei Universum:

  1. Porsche
  2. Audi
  3. BMW
  4. Daimler/Mercedes-Benz
  5. Bosch
  6. Siemens
  7. Volkswagen
  8. Airbus
  9. Hochtief
  10. Google


Deutschlands beste Arbeitgeber für Informatiker

Google wird immer beliebter. Mehr als jeder vierte befragte Informatik-Student in Deutschland (25,5 Prozent) nennt Google im Rahmen der Trendence-Umfrage 2017 als Traum-Arbeitgeber. Das ist sogar noch mehr als 2016, als Google mit 23,7 Prozent ebenfalls schon auf die Konkurrenz hinabblickte.

Zwar stieg auch die Popularität von BMW (von 9,1 Prozent auf 10 Prozent), aber Microsoft konnte die Münchener dennoch von Platz zwei verdrängen. 10,7 Prozent der IT’ler wollen am liebsten bei Microsoft anheuern. Mit Blizzard Entertainment befindet sich zudem eine Spieleschmiede in den Top Ten. Dort taucht mittlerweile auch Amazon auf, Desktop-Dinosaurier IBM musste weichen.

Die neue Cyberarmee soll Deutschland vor digitalen Bedrohungen schützen. Das Trendence-Ranking dürfte das Verteidigungsministerium zuversichtlich stimmen: Auf Platz 14 der beliebtesten IT-Arbeitgeber steht der Bundesnachrichtendienst (BND), die Bundeswehr liegt auf Rang 31 – sehr solide Platzierungen. Auch Volkswagen steht im IT-Ranking erstaunlich gut da, stieg sogar von Platz 18 auf 17.

Amazon heizt den Markt um Online-Lebensmittellieferungen an, die deutschen Supermarkt-Platzhirschen geraten in die Defensive. Hoffnung gibt es speziell für die Rewe Group: Sie ist neu im Ranking und taucht schon auf Platz 73 der beliebtesten Arbeitgeber für Informatiker auf. Ein gutes Fundament für die bevorstehende Tortenschlacht mit Amazon und Co. ums Online-Segment, wenngleich die Amerikaner in diesem Ranking weit enteilt sind.

Das sind die Top Ten-Arbeitgeber für Informatiker bei Trendence:

  1. Google
  2. Microsoft
  3. BMW
  4. SAP
  5. Apple
  6. Blizzard Entertainment
  7. Audi
  8. Daimler/Mercedes-Benz
  9. Porsche
  10. Amazon


Noch beeindruckender wird die Google-Dominanz, wenn man auf das Universum-Ranking für Informatiker schaut. 35,5 Prozent der befragten IT-Experten nannten Google als Wunscharbeitgeber – mehr als jeder Dritte. Auf dem zweiten Platz landete auch hier – wenngleich mit weitem Abstand – Microsoft. 18,4 Prozent der Informatiker würden am liebsten bei Microsoft arbeiten.

Dahinter folgen die deutschen Automobilkonzerne Audi, Porsche und BMW. Auf Platz sechs dann wieder ein Gigant von der US-Westküste. Online-Gemischtwarenladen Amazon erhielt 13,6 Prozent der Stimmen. Hinweis: Mehrfachnennungen waren möglich.

Der Bundesnachrichtendienst landet bei Universum auf einem beachtlichen 16. Platz. Damit liegen die Staatsdiener noch vor dem heimischen Telekommunikations-Giganten Deutsche Telekom auf Rang 17.

Weniger beliebt sind bei Informatikern die Beratungsunternehmen. Einen Job bei der Boston Consulting Group könnten sich immerhin 3,7 Prozent der Befragten vorstellen. Das ergibt Platz 22 im Ranking. Größter Aufsteiger ist KPMG, das um 29 Plätze auf Rang 30 kletterte.

Das sind die Top Ten-Arbeitgeber für Informatiker bei Universum:

  1. Google
  2. Microsoft
  3. Audi
  4. Porsche
  5. BMW
  6. Amazon
  7. Bosch
  8. SAP
  9. Daimler/Mercedes-Benz
  10. Siemens


Deutschlands beste Arbeitgeber für Naturwissenschaftler

Spannend ist der Blick auf die beliebtesten Arbeitgeber für Naturwissenschaftler wie Physiker, Chemiker und Biologen. Das gibt es exklusiv bei Universum.

Die Automobilkonzerne sind hier ausnahmsweise nur Mitläufer, rangieren im vorderen Mittelfeld. Ganz oben liegt die Max-Planck-Gesellschaft. Fast jeder fünfte befragte Naturwissenschaftler würde sich für eine Stelle in einem der über 80 Max-Planck-Institute entscheiden.

Der Fraunhofer-Gesellschaft bleibt damit „nur“ Rang zwei. Die Nummer eins aus der Privatwirtschaft kommt aus Leverkusen und heißt Bayer. 16,5 Prozent nannten Bayer als Wunscharbeitgeber.

Insgesamt stark schneidet die Pharmabranche ab, die für ihre Top-Gehälter bekannt ist. In den Top Ten liegen mit Roche und Novartis zwei Pharmafirmen aus der Schweiz, außerdem Merck, Boehringer Ingelheim und Sanofi.

Größter Aufsteiger ist Dräger, Anbieter von Medizin- und Sicherheitstechnik. Die Lübecker machten einen Satz um 54 Plätze und liegen jetzt auf Rang 40.

Das sind die Top Ten-Arbeitgeber für Naturwissenschaftler bei Universum:

  1. Max-Planck-Gesellschaft
  2. Fraunhofer-Gesellschaft
  3. Bayer
  4. Roche
  5. Novartis Pharma
  6. BASF
  7. Merck
  8. Boehringer Ingelheim Pharma
  9. Sanofi
  10. Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)


Linkedin: Deutschlands Top-Companies

Linkedin verfolgt einen datengetriebenen Ansatz. Ins Ranking der Top-Companies 2017 sind eingeflossen:

  • Bewerbung: Wie oft die Linkedin-Mitglieder sich die Stellenangebote der Unternehmen angeschaut und sich daraufhin beworben haben.
  • Engagement: Wie oft sich die Mitglieder die jeweilige Unternehmens-Seite angeschaut haben, wie häufig sie zu Mitarbeitern Kontakt aufgenommen haben, wie oft sie den Content des Unternehmens aufgerufen haben etc.
  • Mitarbeiterzufriedenheit: Die Treue zum Unternehmen, also wie viele Mitarbeiter für ein Jahr oder länger im Unternehmen bleiben.

Allerdings berücksichtigte Linkedin nur Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Also auch hier wieder: Je größer, desto aussichtsreicher. Immerhin kamen Eigentümer Microsoft und Linkedin selbst nicht in die Wertung.

Nach der Linkedin-Methodik sind das Deutschlands Top-Companies 2017:

  1. Zalando

    Die Modehändler landen etwas überraschend auf Platz eins. Gesucht werden vor allem IT- und E-Commerce-Fachkräfte.

  2. McKinsey

    Die Unternehmensberater sprechen hauptsächlich Wirtschaftswissenschaftler an. Bei Trendence landen sie ebenfalls weit vorne – auf Rang zehn.

  3. Hello Rocket

    Die Copycats sind 2017 mit Delivery Hero an die Börse gegangen. Im Linkedin-Ranking liegen sie auf Platz drei.

  4. Alphabet

    Die Google-Mutter hat in Deutschland Standorte in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt – und braut dort sogar ihr eigenes Bier: gBräu.

  5. Amazon

    Das Arbeitgeber-Image von Amazon wird hierzulande maßgeblich geprägt durch Streiks in den Verteilungszentren. Trotzdem Platz fünf.

  6. KPMG Deutschland
  7. Adidas
  8. Merck
  9. SAP
  10. Boston Consulting Group


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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
13. Januar 2018 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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