Bewerbung FSJ: Tipps für Freiwilligen-Jobs

Eine Zeit der (beruflichen) Orientierung, des persönlichen Wachstums und des Nachdenkens – das und noch viel mehr kann das Freiwillige Soziale Jahr für junge Menschen sein. Die Arbeit in sozialen oder kulturellen Einrichtungen und Projekten erfreut sich bei Schulabgängern großer Beliebtheit und stellt für viele einen wichtigen Abschnitt im Lebenslauf dar. Doch die dazugehörigen Stellen werden nicht einfach so vergeben. Auch für ein FSJ ist eine passende Bewerbung nötig…

Bewerbung FSJ: Tipps für Freiwilligen-Jobs

FSJ als Orientierungsphase

Die meisten FSJler nutzen die Zeit des freiwilligen Engagements, um sich beruflich zu orientieren und sich zwischen Schulabschluss und Studien- oder Ausbildungswahl etwas Luft zu verschaffen. So mancher Schulabgänger will schlicht nicht vom Schulbetrieb direkt in eine weitere Lernform wechseln und sich zunächst anderweitig engagieren.

Soziales Engagement kann dabei nicht nur dem Erfahrungsgewinn dienen, sondern auch neue Perspektiven bieten und zur persönlichen Entwicklung der Jugendlichen und jungen Menschen – das FSJ ist für 16- bis 27-Jährige möglich – beitragen. Die folgende Statistik zeigt, dass junge Menschen diese Chance gerne nutzen. Auch wenn die Zahlen 2009 enden ist das freiwillige Engagement, glaubt man den Trägern, die entsprechende Stellen anbieten, nach wie vor beliebt.

Statista

Zwar gibt es durchaus Träger und Bereiche, in denen nicht alle FSJ-Stellen besetzt werden können, doch auch hier kommen Auswahl- und Bewerbungsverfahren zum Einsatz. Der Grund: Im FSJ arbeiten Jugendliche in der Regel mit und für Menschen.

Träger wollen daher sicherstellen, dass die Bewerber auch für die Aufgaben geeignet sind. Diese Prüfung dient sowohl der Qualität der Angebote und Dienste als auch dem Schutz der Bewerber. Jugendliche, die sich für einen FSJ Platz interessieren, sollten die Bewerbung daher ernst nehmen – und können sie als Vorbereitung für eine spätere Studien- oder Ausbildungsbewerbung nutzen.

FSJ, FÖJ oder BFD?

Das FSJ ist zwar eine der bekanntesten, jedoch nicht einzige Möglichkeit, sich freiwillig zu engagieren. Auch das Freiwillige ökologische Jahr (FÖJ) und der verhältnismäßig neue Bundesfreiwilligendienst (BFD) stellen realistische Optionen dar. In unserem Artikel zum Thema stellen wir die verschiedenen Dienste im Detail vor.

Wollen Sie sich jedoch einen Eindruck vom FSJ verschaffen, haben Sie mehrere Möglichkeiten. Neben der Suche nach Erfahrungsberichten über den FSJ empfehlen wir Ihnen auch einen Blick in die offizielle Evaluation des FSJ. Das PDF Dokument bietet einen Einblick in die Erfahrungen der ersten FSJ Jahrgänge und kann bei der Einschätzung des Dienstes helfen.

Bewerbung FSJ: Motivationsschreiben und Lebenslauf

wavebreakmedia / shutterstock.comDie meisten Träger fordern – wenn Sie eine formale Bewerbung wünschen – von FSJ-Bewerbern ganz klassisch Lebenslauf und Anschreiben ein. Der Lebenslauf folgt dabei den üblichen Vorgaben und formalen Regeln – Hobbys sind in diesem Fall durchaus relevant – doch das Anschreiben ist ein wenig speziell.

Genau genommen handelt es sich nicht um ein Anschreiben im klassischen Sinne, sondern eher um ein Motivationsschreiben. Es geht daher nicht darum, das Anschreiben perfekt zu formulieren und sprachliche Kunststücke zu vollführen. Viel wichtiger ist, dass Bewerber ihre Motivation und Beweggründe für das FSJ deutlich machen. Die folgenden Fragen können bei der Gestaltung des Anschreibens helfen:

  • Warum wollen Sie ein FSJ angehen?
  • Warum ist es für Sie – im Vergleich zum direkten Studien- oder Ausbildungseinstieg – die bessere Wahl?
  • Was erwarten Sie konkret vom FSJ?
  • Wie sind Sie gerade auf diese Einrichtung oder dieses Projekt gekommen?
  • Was reizt Sie an der konkreten Aufgabe?
  • Welche Eigenschaften bringen Sie für die Aufgabe mit?

Auch wenn die Verlockung groß sein mag, sollten angehende FSJler ihr Anschreiben nicht von anderen schreiben oder vorformulieren lassen. Zu geschliffene Formulierungen – oder Sätze, die sich sonst nur in Bewerbungen für Jobs und Ausbildungsplätze wiederfinden – passen in den meisten Fällen nicht zur Person.

Formulieren Sie lieber offen und ehrlich, was Sie am FSJ reizt, welche Erwartungen Sie mitbringen und wie Sie sich einbringen wollen. Es geht in erster Linie darum, Ihren künftigen FSJ-Träger von der Ernsthaftigkeit Ihrer Bewerbung und Ihres Engagements zu überzeugen. Gelingt Ihnen das und sind Sie für die Stelle geeignet, steht dem FSJ nichts im Wege.

Recherche nach FSJ-Stellen

Die Suche nach einer passenden FSJ-Stelle kann sich – je nach Bereich – durchaus in die Länge ziehen. Gute Anlaufstellen für die Recherche sind das Portal Deinjahr.org, die Seite fsj-stellen.de und das Portal pro-fsj.de.

Wollen Sie sich über die formalen Rahmenbedingungen des FSJ informieren, empfehlen wir Ihnen das Angebot des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Bewerbung FSJ: Vorbereitung für spätere Bewerbungen

joingate/shutterstock.comDas Motivationsschreiben für die FSJ-Stelle ist für viele Schulabgänger die erste umfangreiche Bewerbung. Zwar lässt sich diese nicht direkt mit der Bewerbung um einen Studien- oder Ausbildungsplatz vergleichen, dennoch kann sie als Übung und zur Vorbereitung dieser Bewerbungen dienen.

Das funktioniert jedoch nur, wenn angehende FSJler ihre Bewerbung wirklich selbst erstellen und sich nicht zu stark von Eltern oder anderen Menschen unterstützen lassen. Feedback und Korrekturen sind wichtig, doch diese sollten nicht zu viel vorwegnehmen und vor allem nicht in den Stil der Bewerber eingreifen.

Die ersten FSJ-Bewerbungen werden in der Regel nicht annähernd das Niveau einer Ausbildungsbewerbung erreichen, doch das müssen sie auch gar nicht. Eltern und andere Unterstützer sollten sich hier ganz bewusst zurücknehmen und Jugendlichen die Chance geben, die FSJ-Bewerbung als Übungsgelegenheit zu nutzen.

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[Bildnachweis: William Perugini, wavebreakmedia, joingate by Shutterstock.com, de.statista.com]
21. März 2015 Autor: Christian Mueller

Christian Müller ist Coach und freier Autor. Bei der Karrierebibel schreibt er vor allem über Themen zu Social Media, Studium und Ausbildung.

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