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Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse - allesamt gehören sie zu jeder Bewerbung dazu und formal ist oft kaum ein Unterschied bei den Anforderungen an Bewerber festzustellen. Für Kandidaten stellt sich da die Frage: Wie lassen sich die Bewerbungschancen verbessern? Je ähnlicher die Erwartungen, desto schwieriger ist es schließlich, sich abzuheben. Aber wie so oft stecken die Tücken im Detail. Am Ende setzt eben doch jedes Unternehmen andere Schwerpunkte, worauf es bei Bewerbungen geachtet wird. Und genau hier können Sie punkten und Ihre Bewerbungschancen verbessern...

Bewerbungschancen verbessern: Welche Fähigkeiten sind gefragt?

Bei den zum Teil horrenden Anforderungsprofilen für Mitarbeiter gerät so mancher Bewerber ins Schwitzen und fragt sich, ob es überhaupt sinnvoll ist, eine Bewerbung zu verschicken.

Fast aussichtslos scheint der Versuch, mit den eigenen - im Vergleich plötzlich verschwindend geringen - Qualifikationen zu überzeugen.

Andere Bewerber gehen in die Offensive und bestücken ihre Anschreiben und Lebensläufe nach der Devise Viel hilft viel. Möglichst jede Fähigkeit und positive Eigenschaft wird an irgendeiner Stelle untergebracht. Was auch als Kritik an den Anforderungen vieler Arbeitgeber verstanden werden könnte, bringt in der Praxis leider oft keinen Erfolg.

Wer einfach nur möglichst jede Fähigkeit erwähnt, punktet damit nur selten bei Arbeitgebern, selbst wenn diese eine Vielzahl davon in der eigenen Stellenausschreibung gefordert haben.

Stattdessen erwarten Arbeitgeber eine fundierte Selbstreflexion auf Seiten des Bewerbers. Es geht darum die Schnittstellen zwischen Anforderung und eigener Persönlichkeit zu finden und in der Bewerbung die Stärken hervorzuheben, von denen beide Seiten in der Zusammenarbeit profitieren können.

Als Bewerber stehen Sie dann irgendwann zwangsläufig vor der Frage: In welchen Bereichen sollte ich meine Fähigkeiten stärken und entwickeln, um meine Chancen auf den Traumjob zu erhöhen? Dabei können Sie sich natürlich zuerst auf die ohnehin vorhandenen eigenen Stärken konzentrieren, doch gibt es auch einige Fähigkeiten, die sehr gefragt sind.

Nach diesen Fähigkeiten sucht jeder Arbeitgeber:

  1. Teamfähigkeit

    Es ist der absolute Klassiker unter den geforderten Fähigkeiten eines Bewerbers. Nahezu keine Stellenanzeige kommt ohne die obligatorische Aufzählung der Teamfähigkeit aus. Der Hintergrund ist klar: Immer und überall wird mit Kollegen zusammengearbeitet, eine gute Atmosphäre im Team soll geschaffen werden und gemeinsam sollen langfristige Ziele erreicht werden. Wer sich nicht in ein Team integrieren kann, steht diesen Punkten im Weg - weshalb Arbeitgeber immer wieder auf der Suche nach teamfähigen Mitarbeitern sind.

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  2. Flexibilität

    Arbeitgeber sind gerne auf alles vorbereitet, auch auf kurzfristige Änderungen, die von Mitarbeitern mitgetragen werden müssen. Auch bei der täglichen Arbeit kann Flexibilität ein wichtiger Faktor sein, wenn sich Anforderungen ändern oder der Kunde kurz vor knapp noch mit einem neuen Wunsch ankommt, der unbedingt erfüllt werden muss. Wer auch in anstrengenden und stressigen Situationen flexibel bleibt, ist für Unternehmen vielseitig einsetzbar.

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  3. Emotionale Intelligenz

    Für Arbeitgeber wird auch die emotionale Intelligenz zunehmend wichtiger. Es geht darum, sowohl die eigenen Gefühle als auch die Emotionen anderen Menschen zu erkennen, zu verstehen und richtig darauf zu reagieren. Das kann etwa bedeuten, dass man gut mit negativen Gefühlen und Krisen umgehen kann, aber sich auch gut in seine Mitmenschen hineinversetzen kann, um deren Situation zu verstehen.

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  4. Belastbarkeit

    Ja, in jedem Job geht es manchmal stressig zu. Überstunden kommen in der Berufswelt immer wieder vor, Deadlines müssen eingehalten werden und auch die nervigsten Kunden wollen betreut werden. Aus gutem Grund suchen Arbeitgeber also nach Mitarbeitern, die über eine große Belastbarkeit verfügen. Der Chef will sich darauf verlassen können, dass sein Team mit Stress umzugehen weiß und auch in den Hochphasen die besten Leistungen erbringen kann.

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  5. Neugierde

    Wer neugierig ist, zeigt sich offen gegenüber neuen Ansätzen, möchte dazu lernen, seinen Horizont erweitern und Ideen umsetzen. Arbeitgeber suchen genau nach diesen Impulsgebern im Team, die alte Strukturen hinterfragen, neue Lösungen anbieten und so der Motor für eine positive Entwicklung sein können. Neugierige Mitarbeiter können entscheiden, ob ein Unternehmen mit der Konkurrenz mithalten kann oder ob man sich immer darauf verlässt, die Dinge weiterhin so zu handhaben, wie man es bereits seit Jahren tut.

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  6. Zielstrebigkeit

    Arbeitgeber achten bereits im Bewerbungsprozess genau darauf, wie sehr ein potenzieller Mitarbeiter daran arbeitet, seine Ziele zu erreichen. Im Job bekommt man es regelmäßig mit neuen Hürden und Schwierigkeiten zu tun. Personaler sind auf der Suche nach Mitarbeitern mit dem nötigen Biss, um eben nicht aufzugeben, sondern sich bis zum Ziel durchzukämpfen, allen Problemen zum Trotz.

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  7. Verantwortungsbewusstsein

    Natürlich ist es leicht, die Schuld für einen Fehler bei jemand anderem zu suchen und sich selbst möglichst unbemerkt aus der Affäre zu ziehen. Damit ist jedoch keinem wirklich geholfen und Arbeitgeber interessieren sich für Mitarbeiter, die die Verantwortung für ihre Entscheidungen übernehmen können. Das bedeutet auch, dass sie voll und ganz hinter ihrem Handeln stehen, immer ihr Bestes geben und auch daraus lernen können, wenn es sich nicht so entwickelt, wie man es erwartet hat.

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Nutzen Sie die Informationen der Arbeitgeber-Webseite

Extra-Tipp-IconJobbörsen, Social Media Kanäle, Stellenausschreibungen, Fachforen, Tage der offenen Tür, Karrieremessen und Events - die Liste der potenziellen Recherche-Quellen für Bewerber ist lang und umfangreich.

Doch eine Quelle wird dabei häufig vernachlässigt: Die Webseite des Unternehmens. Dabei sollten Sie sich nicht nur auf die eigens angelegten Karriereseiten eines Arbeitgebers beschränken, sondern die gesamte Webseite des Unternehmens studieren.

Damit sich die Analyse von Webseiten für Sie wirklich lohnt und die Jobsuche bereichert, sollten Sie die passenden Kriterien an die Webauftritte anlegen. Diese Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Welche Werte und Besonderheiten machen das Unternehmen nach eigener Darstellung aus?
  • Worauf achtet das Unternehmen bei seinen Produkten und Dienstleistungen besonders?
  • Welche Rolle spielen die Mitarbeiter in der Kommunikation und Darstellung des Unternehmens?
  • Wie werden Mitarbeiter im Unternehmen eingebunden?
  • Wie stellt das Unternehmen selbst die Arbeitsbedingungen dar?
  • Welche Eigenschaften und Fähigkeiten stehen beim Unternehmen hoch im Kurs?

Neben diesen Fragen können und sollten Sie natürlich auch einige formale und inhaltliche Kriterien an die Webseite eines potenziellen Arbeitgebers anlegen. Mit der folgenden Checkliste können Sie Ihren Eindruck vertiefen und erhalten eine bessere Idee vom Stand des Unternehmens - nicht zuletzt kann die User Experience für Bewerber ein erstes Indiz für den Umgang mit Mitarbeitern sein.

[] Ist die Website responsive?
[] Ist die Navigation klar und nachvollziehbar aufgebaut?
[] Ist das Design klar und ansprechend?
[] Passt die optische Darstellung auch zu anderen Kanälen?
[] Gibt es Kontaktmöglichkeiten?
[] Finden Sie sich schnell auf der Webseite zurecht?
[] Gibt es eine spezielle Karriereseite?
[] Sind die Texte verständlich und ansprechend formuliert?
[] Werden Dienstleistungen und Produkte klar präsentiert?
[] Kommt die Unternehmensbotschaft eindeutig rüber?
[] Präsentiert sich das Unternehmen selbstbewusst?
[] Passen die verwendeten Bilder zu den Texten?
[] Ist das Impressum einwandfrei und schnell auffindbar?

Bewerbungschancen verbessern: Einfache Tipps

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Eine Absage nach der anderen flattert in den Briefkasten, die Motivation und auch der Glaube, dass in naher Zukunft ein passender Job gefunden wird, lassen immer weiter nach und an deren Stelle setzen sich quälende Selbstzweifel und Sorgen über die Zukunft.

Aufgeben ist zwar keine Option, aber so weiter machen wie bisher? Das scheint auch nicht der richtige Weg gewesen zu sein. Vielleicht ist es an der Zeit, das eigene Vorgehen in der Bewerbungsphase noch einmal zu überdenken und so die Chancen zu erhöhen.

Diese fünf einfachen aber wirkungsvollen Tipps helfen Ihnen dabei, Ihre Bewerbungschancen zu verbessern.

  1. Sie können Ihre Bewerbung verbessern

    Die Erkenntnis mag unangenehm sein, doch Personaler berichten immer wieder von vielen Fehlern, die im Anschreiben gemacht werden. Mit einem oder gleich mehrerer solcher Patzer können Kandidaten sich leider selbst sehr schnell ins Aus schießen und jegliche Chance auf den Job zunichte machen.

    Oft sind es schließlich Details und Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben können und so darüber entscheiden, ob Sie eine Zusage erhalten oder ob Ihre Bewerbung doch auf dem Aussortiert-Stapel landet. Führen Ihre Bewerbungen nicht zum gewünschten Ergebnis, sollten Sie dies als Anlass nehmen, um Ihr Anschreiben noch einmal zu überarbeiten.

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  2. Sie können Ihren Lebenslauf optimieren

    Was für das Anschreiben gilt, gilt dann natürlich auch für Ihren Lebenslauf. Vielleicht verschenken Sie hier - ohne es zu wissen - eine Menge Potenzial oder haben gar einen Fehler eingebaut, der Ihnen bei den bisherigen Bewerbungen im Weg stand.

    Denken Sie auch daran, Ihren Lebenslauf für jede Bewerbung entsprechend anzupassen, da nicht für jeden Arbeitgeber automatisch ein und derselbe Lebenslauf passend ist. Vielleicht verspricht ein anderes Design mehr Erfolg oder Sie sollten den Schwerpunkt auf eine andere Qualifikation und persönliche Stärke legen.

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  3. Sie können Vorstellungsgespräche trainieren

    Ist Ihre Bewerbung erfolgreich, folgen Vorstellungsgespräche. Ein Grund zur Freude, für viele gleichzeitig aber ein Auslöser für Angst und Unsicherheit. Was kommt auf mich zu? Worauf kommt es an? Wie hinterlasse ich den besten Eindruck?

    Ein wenig Nervosität ist vollkommen normal und verständlich, allerdings darf diese nicht alles andere überschatten. Je besser Sie sich vorbereitet haben, desto ruhiger und professioneller können Sie auftreten - und desto größer werden Ihre Chancen.

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  4. Sie können Ihre Kompetenz erweitern

    Bisher wollte es einfach nicht mit der Zusage für den erhofften Job klappen? Dann fehlt es vielleicht an einer entscheidenden Qualifikation, bei der Ihnen die Konkurrenten einen Schritt voraus sind. Dies können Sie beispielsweise erfahren, indem Sie beim Personaler nach dem Grund für die Absage nachfragen.

    Aber natürlich erhöhen Sie Ihre Bewerbungschancen auch ganz allgemein, wenn Sie Ihre Fähigkeiten erweitern und sich so zu einer gefragten Fachkraft machen oder sich in einem bestimmten Bereich spezialisieren.

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  5. Sie können Ihre Recherche verstärken

    Eine weitere Möglichkeit, warum Sie bisher noch keinen Job an Land ziehen konnten: Sie haben einen falschen Fokus gesetzt. Fähigkeit ist eben nicht gleich Fähigkeit und zu wissen, wonach ein Arbeitgeber sucht, kann ein wichtiger Faktor für die Bewerbung sein.

    Finden Sie heraus, welche Punkte besonders wichtig sind (dazu weiter unten im Artikel mehr) und stellen Sie diese in Bewerbung und Lebenslauf gezielt in den Vordergrund. So machen Sie Personaler auf sich aufmerksam und stechen andere Bewerber aus.

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Freistellung für die Jobsuche: Zahlt der Arbeitgeber?

Die gute Nachricht: Es besteht die Möglichkeit, dass Sie von Ihrem Arbeitgeber für ein Vorstellungsgespräch frei bekommen. Die etwas schlechtere Nachricht ist hingegen, dass für diesen Fall einige Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Soll heißen: Nicht jeder aktuelle Arbeitnehmer hat automatisch Anspruch auf eine bezahlte Freistellung vom Chef, wenn er sich bei einem anderen Arbeitgeber vorstellen möchte.

Sollten Sie vor der Entscheidung stehen, ob Sie Ihren Chef um die Freistellung für ein anstehendes Bewerbungsgespräch bitten, sollten Sie zunächst überprüfen, ob die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Sie befinden sich in einem dauernden Dienstverhältnis. Das bedeutet, Sie sind weder in der Probezeit noch als Aushilfe tätig.
  • Sie können das Ende Ihres aktuellen Arbeitsverhältnisses absehen, da beispielsweise...
    • ... eine ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber vorliegt.
    • ... eine eigene fristgerechte Kündigung vorliegt.
    • ... ein befristeter Arbeitsvertrag ausläuft.
    • ... ein Aufhebungsvertrag unterschrieben wurde.

Es kommt natürlich auch vor, dass Arbeitnehmer sich beruflich neu orientieren wollen, noch bevor die endgültige Auflösung des aktuellen Arbeitsverhältnisses feststeht. In diesem Fall gilt: Nehmen Sie sich für Vorstellungsgespräche lieber einen Tag Urlaub. Viele Vorgesetzte sehen es aus nachvollziehbaren Gründen nur ungern, wenn ein Mitarbeiter seine Bemühungen um einen neuen Job öffentlich macht.

Wenn Sie grundsätzlich Anspruch auf Freistellung haben, bleiben jedoch noch einige offene Fragen. Deshalb haben wir die wichtigsten und meist gestellten Fragen zu diesem Thema zusammengefasst. Kurz gesagt: Alles, was Sie zum Thema Freistellung für die Jobsuche wissen sollten.

  1. Was müssen Sie dem Arbeitgeber sagen?

    Wenn Sie einen Antrag auf Freistellung bei Ihrem Arbeitgeber stellen, müssen Sie sowohl den Grund, als auch die voraussichtliche Dauer der Freistellung angeben. Nur so hat auch der Arbeitgeber die Chance, einen möglichen Ersatz für Ihren Ausfall zu planen. Informationen über den Arbeitgeber, bei dem Sie sich bewerben, beispielsweise dessen Namen oder die Branche, müssen Sie hingegen nicht mitteilen. Dieses Wissen obliegt Ihnen allein.

  2. Wie lange werden Sie freigestellt?

    Über die genaue Länge der Freistellung gibt es keine einheitliche Regelung. In § 629 Bürgerliches Gesetzbuch ist für diesen Fall nur von einer "angemessenen Zeit" die Rede. Im Einzelfall richtet sich die Zeit der Freistellung also danach, wie lange Sie beispielsweise für Anfahrt und Durchführung Ihres Vorstellungsgesprächs benötigen. Sprechen Sie dies am besten mit Ihrem Vorgesetzten ab, da auch er ein Interesse daran hat zu erfahren, wann er Sie wieder einplanen kann.

  3. Wie oft können Sie freigestellt werden?

    Kommen Ihre Bewerbungen bei Arbeitgebern gut an, haben Sie auch Chancen auf eine Vielzahl Vorstellungsgespräche. Das Gute: Grundsätzlich muss Ihr Arbeitgeber Sie auch für mehrere Vorstellungsgespräche freistellen, wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Um einen Missbrauch dieser Regelung vorzubeugen, hat Ihr Arbeitgeber aber das Recht, sich die Einladungen zu Vorstellungsgesprächen zeigen zu lassen.

  4. Wie wird die Freistellung verrechnet?

    Haben Sie ordnungsgemäß Anspruch auf eine Freistellung, müssen Sie die verpasste Zeit weder nacharbeiten, noch darf Ihr Arbeitgeber diese auf Ihren Urlaub anrechnen. Nach § 616 Bürgerliches Gesetzbuch zahlt Ihr Arbeitgeber bei vorübergehender Verhinderung weiter. Durch Arbeits- oder Tarifverträge können jedoch andere Regelungen getroffen werden, weshalb Sie sich genau informieren sollten.

  5. Wofür können Sie freigestellt werden?

    Neben der klassischen Freistellung für ein Vorstellungsgespräch gibt es auch noch andere Anlässe, zu denen Ihr Arbeitgeber Sie bei rechtzeitigem Antrag gehen lassen muss. Dazu zählen beispielsweise der Besuch beim Arbeitsamt oder auch ein Eignungstest, der für die Bewerbung benötigt wird. Anders sieht es aus, wenn SIe beim neuen Arbeitgeber Probearbeiten wollen. Dies zählt nicht zu den Tätigkeiten innerhalb der Jobsuche.

Bewerbungschancen verbessern: Worauf achten Personaler?

Soft Skills und sozialen Kompetenzen des Bewerbers oder doch andere Stärken wie die fachlichen Qualifikationen und Berufserfahrung bei namhaften anderen Unternehmen oder doch etwas ganz anderes, wie beispielsweise das Layout der Bewerbungsunterlagen?

Einige Unternehmen legen Wert auf das eine, andere wiederum auf das andere. Für Bewerber ist die Verwirrung dann irgendwann so groß, bis nur noch die Frage bleibt, wie die Bewerbung überhaupt gestaltet und aufgebaut werden sollte, um einen guten Eindruck zu hinterlassen und die eigenen Chancen zu verbessern.

Um die Verwirrung erst einmal komplett zu machen, lautet die Antwort darauf: Es kommt darauf an... Tatsächlich ist es schwierig bis unmöglich, eine vollkommen einheitliche Antwort zu geben, worauf Personaler bei einer Bewerbung achten. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen an Kandidaten, die vom Arbeitgeber ausgegebenen Erwartungen und am Ende auch die Personaler selbst, die andere Prioritäten setzen.

Die gute Nachricht: Ihre Bewerbungschancen können Sie dennoch verbessern, indem Sie auf die Punkte setzen, die bei der Mehrheit der Personaler und Unternehmen gut ankommen.

Wir haben uns an eine statistische Auswertung unseres Arbeitgeberchecks gewagt (Die Einzelinterviews mit vielen Unternehmen finden Sie HIER). gewagt. Herausgekommen sind neben den individuellen Vorlieben auch einige klare Präferenzen und Tendenzen.

Hier die Ergebnisse...

Arbeitgebercheck-Auswertung: Präferenzen bei der Bewerberauslese

Wenn Sie sich also das nächste Mal bei einem Unternehmen bewerben (das hier noch nicht mitgemacht hat), könnten Sie Ihre Jobchancen statistisch steigern, wenn Sie folgende Punkte berücksichtigen:

  • Bewerbungsmappen – lieber Hochglanz oder Pappe?

    Hier antworten 100 Prozent: Lieber online! Jedes der befragten Unternehmen hat inzwischen auf E-Recruiting umgestellt und bevorzugt auch diesen Weg.


  • Anschreiben – lieber klassisch oder kreativ?

    • 81 Prozent bevorzugen eine klassische Bewerbung.
    • 19 Prozent können sich auch eine kreative Form vorstellen.

  • Eine oder zwei Seiten für das Anschreiben?

    • 88 Prozent möchten nur eine Seite lesen.
    • 12 Prozent lesen auch noch maximal zwei Seiten.

  • Youtube-Videos und Blogs als Ergänzung?

    • 65 Prozent der Personaler finden ein Bewerbungsvideo überflüssig.
    • 35 Prozent würden sich auch ein ergänzendes (!) Video ansehen.

  • Wie viele Tippfehler sind das Aus?

    Generell sagen alle Befragten: Die Bewerbungsunterlagen sind bereits die erste Arbeitsprobe. Tippfehler interpretieren sie daher als Indiz für die Sorgfalt bei der späteren Arbeit. Dennoch kann ein überzeugendes Profil manchen Verschreiber "heilen". Und doch...

    • 55 Prozent schreiben den Kandidaten ab dem zweiten Tippfehler ab.
    • 45 Prozent steigen schon nach einem Schreibfehler aus.

  • Gehaltsvorstellungen angeben?

    • 72 Prozent sagen ganz klar: ja. Denn das beschleunige den Bewerbungsprozess.
    • 28 Prozent sind die Angaben zu dem Zeitpunkt egal - es sei denn, sie wurden ausdrücklich in der Stellenanzeige gefordert. Dann sind sie ein Muss.

  • Das größte Tabu in der Bewerbung?

    Das eine Tabu lässt sich hier leider nicht ausmachen. Aber es gibt offenbar eine Bewerbersünde, die häufiger vorkommt und dann auch schnell ins Aus führt: die Copy & Paste-Falle.

    Wenn Ansprechpartner falsch sind oder gar in der Bewerbung noch der Name einer anderen Firma vorkommt, dann zeigt das den Personalern, dass es sich hier ganz offenbar um eine Massenbewerbung ohne Bezug zum Unternehmen handelt. Und die werden gleich aussortiert.


  • Lebenslauf – chronologisch oder amerikanisch?

    Auch hier gibt es keine klare Präferenz. Die meisten Personaler sagen: Hauptsache logisch, tabellarisch und übersichtlich aufgebaut. Oder es sei davon abhängig, wie viel Berufserfahrung der Bewerber hat. Absolventen, die diesbezüglich noch nicht so viel vorweisen können, sind mit dem chronologischen Aufbau besser beraten. Danach allerdings wird der amerikanische Lebenslauf - also mit dem letzten Job zuerst - bevorzugt. Konkret:

    • 74 Prozent bevorzugen den sogenannten amerikanischen Aufbau.
    • 26 Prozent der Personaler lesen am liebsten einen chronologischen Lebenslauf

  • Interessieren Hobbys?

    Und wie! Eine ganz deutliche Mehrheit möchte so noch etwas mehr über die Persönlichkeit und die Interessen des Bewerbers erfahren:

    • 87 Prozent finden Angaben zu Hobby wertvoll.
    • 13 Prozent finden sie nicht schlimm, interessieren sich aber auch nicht weiter dafür.

  • Mit oder ohne Bewerbungsfoto?

    Seit dem AGG sind die Unternehmen bei dieser Aussage natürlich vorsichtig. Ein Foto dürfen sie gar nicht verlangen. Zwischen den Zeilen lässt sich meist aber schon eine Präferenz herauslesen:

    • 53 Prozent sehen Bewerbungsfotos auch weiterhin gern.
    • 47 Prozent legen darauf keinen Wert.

    Interessant aber auch: Wenn Bewerbungsfotos erwünscht sind, bevorzugen zwei Drittel Schwarz/Weiß-Fotos.


  • Dritte Seite – ja oder nein?

    Zwar wird in den Interviews immer wieder gesagt: Wenn die Bewerbung sonst sehr umfangreich und die dritte Seite gut gemacht ist, würden die auch beachtet. Aber im Großen und Ganzen scheint sie doch eher überflüssig. So sagen...

    • 75 Prozent "Nein" zur dritten Seite.
    • 25 Prozent finden sie ganz okay.

  • Wie viele Zeugnisse dazu?

    Hier lautet die häufigste und leider recht unkonkrete Aussage: "alle relevanten" - aber auch nicht mehr. Das lässt sich statistisch leider nicht wirklich auswerten. Aufgrund weniger Nennungen scheint damit aber gemeint zu sein: nicht mehr als drei bis fünf Zeugnisse.


  • Ist Nachfragen nach zwei Wochen okay?

    Spannend, wie sich hier bei den Antworten gewunden wird. Im Kern lautet die Aussage:

    Wir haben doch ein elektronisches System. Da bekommt der Bewerber erst einmal eine Bestätigungsmail, dass die Bewerbung angekommen ist. Der Rest dauert dann halt. Also habt bitte Geduld und nervt uns nicht.

    So sagt das natürlich keiner. Aber es entspricht der Übersetzung ins Tacheles.


  • Googlen Sie Kandidaten?

    Gibt keiner zu. Aus anonymen Umfragen wissen wir aber, dass es natürlich trotzdem geschieht. Nicht bei allen Bewerbern, aber vereinzelt bei den wenigen letzten Kandidaten im Rennen. Immerhin: Ein paar Geständnisse gibt es...

    • 83 Prozent sagen, dass Sie keinerlei Online-Recherche machen.
    • 17 Prozent geben zu, ab und an doch mal Kandidaten zu googeln.

  • Wie lange dauert der Bewerbungsprozess im Schnitt?

    Bei manchen geht es schneller, bei anderen dauert es länger. Die Spanne reicht zwischen ein, zwei Wochen bis hin zu zwei Monaten - und zwar bei überraschender Gleichverteilung:

    • Bei 25 Prozent dauert es maximal zwei Wochen.
    • Bei 25 Prozent dauert es maximal vier Wochen.
    • Bei 25 Prozent dauert es maximal sechs Wochen.
    • Bei 25 Prozent dauert es maximal acht Wochen.

Bewerbungschancen steigern: Pflegen Sie eine lernende Attitüde!

Extra-Tipp-IconNoch ein Tipp zum Vorstellungsgespräch: Neben guter Vorbereitung zählt vor allem die Attitüde eines Lernenden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Forschern der Universität von Missouri und der Lehigh Universität.

Letztlich sei der gesamte Bewerbungsprozess eine Einstellungssache, findet Professor Daniel Turban, einer der Autoren. Die einen fokussieren auf das Gewinnen-Müssen, andere rechnen von vorne herein schlechte Chancen aus. Beides schlecht. Besser sei, den gesamten Prozess als eine Chance zum Lernen zu betrachten:

  • Sie lernen aus dem Verfassen der Bewerbung, mehr über sich, ihre Stärken und Schwächen.
  • Sie lernen etwas über ihre Leidenschaften und wahren Ziele und Werte.
  • Sie versuchen selbst aus Absagen zu lernen, was sie besser machen können.
  • Sie vermitteln auch den Personalentscheidern im Gespräch, dass sie hungrig sind, im Job zu lernen.

Und genau jene mit dieser neugierigen und wissbegierigen Einstellung hätten durchweg die besseren Aussichten auf einen Job.

Die Wissenschaftler beobachteten dazu rund 120 Absolventen, die gerade im Bewerbungsprozess standen. Dabei zeigte sich: Wer eben diese Attitüde eines Lernenden mitbrachte, zeigte insgesamt weniger Stress, reagierte selbst auf Niederlagen motivierter und verbesserte so fortwährend seine Suchstrategie und Bewerbungschancen.

Quelle: Serge P. da Motta Veiga, Daniel B. Turban: "Are affect and perceived stress detrimental or beneficial to job seekers? The role of learning goal orientation in job search self-regulation"; Organizational Behavior and Human Decision Processes, 2014

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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