Brücken verbrannt? So bauen Sie sie wieder auf

Nicht jeder Kontakt – beruflich und privat gleichermaßen – bleibt für die Ewigkeit bestehen. Manche verlaufen einfach im Sand oder man verliert sich mit der Zeit aus den Augen. Manchmal jedoch wird der Kontakt abgebrochen und die Brücke bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Das tut im ersten Moment meist gut und man fühlt sich erleichtert, doch nicht selten kommt irgendwann der Moment, an dem einen diese Brücke noch einmal hätte helfen können. Wo ein Weg war, findet sich aber nur noch Asche. Und jetzt? Selbst verbrannte Brücken lassen sich wieder aufbauen, allerdings ist dies nicht ganz einfach…

Brücken verbrannt? So bauen Sie sie wieder auf

Warum werden Brücken überhaupt verbrannt?

In den meisten Fällen steht vor jeder verbrannten Brücke eine starke negative Emotion. Das kann beispielsweise Trauer oder Angst sein, doch der häufigste Grund ist Frust. Man ist wütend auf eine Person, auf die Kollegen, den Chef oder auch frustriert mit der gesamten Situation und möchte einfach nur noch etwas ändern – und das so schnell wie möglich.

Es fallen Worte, die zum Teil nicht so gemeint werden und am Ende ist klar, dass es sich mit dem Kontakt wohl erledigt hat. Leider ist nicht alles, was im Frust passiert, auch langfristig die beste Lösung. Wenn die Reue dann irgendwann einsetzt, steht man aber bereits nur noch vor den Überresten, die eine Brücke hätten sein können, wenn man sich damals nur anders verhalten hätte.

Darüber kann man nun wenig effektiv in Selbstmitleid versinken – oder man versucht, die verbrannte Brücke wieder neu aufzubauen.

5 Tipps, um verbrannte Brücken wieder aufzubauen

Jeder kann in die Situation kommen, dass er verbrannte Erde hinterlässt, anstatt sich den Weg zurück offen zu halten. Glücklicherweise sind die meisten Menschen aber auch bereit, einen Fehltritt zu verzeihen – wenn Sie sich darum bemühen. Dabei gibt es natürlich keine Garantie und manch einer wird sicherlich stur bleiben und dem Kontakt mit Ihnen gänzlich vermeiden. Doch in vielen Fällen kann es funktionieren, deshalb haben wir fünf Tipps gesammelt, um verbrannte Brücken wieder aufzubauen.

  1. Machen Sie wenigstens den Versuch

    Verbrannte Brücken wirken immer sehr endgültig und man hat schnell das Gefühl, dass sich die Mühe gar nicht lohnt. Mit dieser Einstellung ist jedoch auch klar, dass es nicht funktionieren kann und nicht selten steckt dahinter auch nur die Scham, sich wieder mit dem anderen in Kontakt zu setzen. Einen Versuch ist es jedoch auf jeden Fall wert und vielleicht kommt am Ende viel mehr dabei herum, als Sie sich erhofft haben.

  2. Erkennen Sie die Ursachen für Ihr Verhalten

    Bevor eine Brücke neu aufgebaut werden kann, sollte man zunächst verstehen, warum man diese überhaupt verbrannt hat. Auch wenn Frust die häufigste Ursache ist, sollte man klären, wodurch dieser ausgelöst wurde. Fühlte man sich schlecht behandelt oder ist einem das Verhalten oder eine bestimmte Bemerkung sauer aufgestoßen? Kennt man die Ursachen für sein eigenes Verhalten, kann man sich darauf konzentrieren, von vorne anzufangen.

  3. Übernehmen Sie die Verantwortung

    Wer eine Brücke wieder aufbauen will, sollte nicht damit anfangen, die Schuld bei den anderen zu suchen. Ein einmal abgebrochener Kontakt lässt sich nicht rekonstruieren, wenn Sie dem anderen Vorwürfe machen und ihn beschuldigen, für den damaligen Bruch verantwortlich zu sein. Stehen Sie zu Ihrem Verhalten und gestehen Sie auch ein, dass Sie falsch reagiert und gehandelt haben. Indem Sie die Verantwortung übernehmen, zeigen Sie auch, dass Sie sich weiterentwickelt haben und Ihnen wirklich daran gelegen ist, etwas zu ändern.

  4. Versuchen Sie es wieder gutzumachen

    Worte sind ein guter Anfang, doch natürlich sollten ihnen auch Taten folgen, die zeigen, dass Sie sich wirklich darum bemühen, es wieder gutzumachen. Das ist nicht immer ganz leicht, aber gerade wenn Ihr Gegenüber kein nachtragender Mensch ist, wird er bereits Ihren guten Willen erkennen und sich versöhnlich zeigen.

  5. Kommen Sie darüber hinweg

    Neue Brücken entstehen nicht auf der Asche der Vorgänger. Es ist daher zwingend erforderlich, dass Sie die alten Vorkommnisse überwunden haben und keinen inneren Groll mehr gegen die Person hegen. Ist dies der Fall, machen Sie die Situation nur schlimmer und früher oder später kommt es zur erneuten Auseinandersetzung. Lassen Sie die alten Probleme da, wo sie hingehören: In der Vergangenheit.

  6. Geben Sie nicht vorschnell wieder auf

    Nein, eine verbrannte Brücke neu zu errichten ist leider nicht einfach. Es erfordert Überwindung und Durchhaltevermögen. Sollte es nicht auf Anhieb klappen, müssen Sie nicht gleich frustriert den Kopf hängen lassen und die Sache abhaken. Bleiben Sie am Ball und versuchen Sie es erneut. Manchmal dauert es ein wenig, bis das Eis ein zweites Mal gebrochen ist und man sich wieder auf Augenhöhe begegnen kann.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
10. Mai 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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