Büroarbeitsplatz: Konzentrationstipps fürs Großraumbüro

Die gemeinsame Beschäftigung am Büroarbeitsplatz könnte so schön sein. Freundlicher Austausch mit den Kollegen, jeder hilft sich bei Problemen und Schwierigkeiten gegenseitig, gemeinsam wird mehr erreicht und so stimmen am Ende nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Atmosphäre und die Laune im Team. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht gerade im Großraumbüro oft ganz anders aus. Ein Kollege hackt so laut auf der Tastatur, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis diese auseinander bricht, eine Kollegin telefoniert mindestens sieben Stunden am Tag lautstark, ein anderer klackert mit dem Kugelschreiber und wieder ein anderer isst genüsslich höchst aromatische Speisen. An Konzentration oder gar produktives Arbeiten ist in so einem Umfeld nicht zu denken. Stattdessen droht Streit am Büroarbeitsplatz, wenn das Großraumbüro zum Austragungsort diverser Konflikte wird. Es geht aber auch anders…

Büroarbeitsplatz: Konzentrationstipps fürs Großraumbüro

Büroarbeitsplatz: Großraumbüro? Nein, danke

Die lieben Kollegen machen den Job erst zu dem, was er ist. Und missen möchte die Büronachbarn eigentlich auch niemand, zumindest wenn das Betriebsklima einigermaßen stimmt und der Umgang unter den Kollegen freundlich ist.

Geht es um die Bürogestaltung, wünschen sich die meisten Arbeitnehmer jedoch, dass die Kollegen auch wirklich genau das sind: Büronachbarn. In einem anderen Raum. Nebenan, wo nach Bedarf oder Lust und Laune vorbeigeschaut werden kann. Die vorherrschende Meinung: Ein Großraumbüro mit allen Kollegen? Nein danke, lieber nicht…

Das Großraumbüro genießt nicht den besten Ruf. Ein Grund dafür: Bei so vielen Menschen auf einem Haufen ist die Arbeitsatmosphäre nicht immer optimal. Besonders dann nicht, wenn Fokus und Konzentration benötigt werden.

Dabei kann die Konzentration im Großraumbüro gleich auf mehrere Arten ruiniert werden:

  • Lärm, Krach und laute Geräusche

    Das wohl mit Abstand größte Problem im Großraumbüro ist für viele Arbeitnehmer der Lärm. Je mehr Kollegen in einem Raum sitzen, desto schlimmer wird das Geräuschniveau. Irgendjemand unterhält sich immer, irgendein Telefon klingelt ständig, ein Kollege klimpert mit den Fingernägeln auf dem Schreibtisch und ein anderer packt geräuschvoll seinen Snack der erstaunlich lauten Plastikverpackung. Bei so viel Lärm ist für viele keine Konzentration mehr möglich.


  • Ablenkungen durch die Kollegen

    Es muss nicht einmal böswillig geschehen, doch im Großraumbüro ist die Ablenkung durch Kollegen deutlich höher als hinter verschlossenen Türen im alleinigen Büro. Die Kollegen kommen mit Fragen und Problemen oder machen vielleicht gerade Pause und kommen kurz rüber, um ein wenig zu quatschen. Das ist zwar nett gemeint, macht es aber schwer bis unmöglich, die Konzentration aufrecht zu erhalten.


  • Unruhiges Umfeld

    Selbst ohne direkte Ablenkung kann das ständige Durcheinander und nervöse Umfeld im Großraumbüro die Konzentration erschweren. Es wird aufgestanden, sich wieder hingesetzt, zum Drucker gegangen, ein Kaffee geholt, etwas fallen gelassen… All das ist am Büroarbeitsplatz ganz normal – allerdings auch sehr anstrengend, wenn es 10, 15 oder 20 Mitarbeiter gleichzeitig tun.


  • Gefühl der Kontrolle und Beobachtung

    Nicht jeder fühlt sich im Großraumbüro wirklich wohl. Anstatt sich zu konzentrieren, leiden einige Arbeitnehmer unter dem Gefühl, ständig beobachtet und kontrolliert zu werden. Sie würden sich lieber zurückziehen und Ihre Aufgaben in aller Ruhe erledigen, ohne sich dabei ständig auf die Finger gucken zu lassen.


  • Stress durch Abstimmungsschwierigkeiten

    Der Büroarbeitsplatz sollte im besten Fall so gestaltet sein, dass er sich perfekt an die Bedürfnisse des Mitarbeiters anpasst und auf diesen zugeschnitten ist. Im Großraumbüro ist das allerdings nur schwer möglich, da jeder seine eigenen Vorlieben hat. Das führt zu einem ständigen Hin und Her, da nie alle zufrieden sind.

Größere Büros können auch Vorteile haben

Büroarbeitsplatz Großraumbüro Konzentration Tipps VorteileEs wäre allerdings nicht nur ungerecht, sondern auch falsch, größere Büros mit mehreren Mitarbeitern gleich gänzlich zu verteufeln und in Einzelbüros die einzig wahre Lösung aller Probleme des Büroarbeitsplatzes zu suchen. Sicherlich kann es schön sein, ein Büro ganz für sich allein zu haben – schon aufgrund der Privatssphäre und der Möglichkeit, sich am Arbeitsplatz zurückzuziehen – doch kann es eben auch von Vorteil sein, sich ein Büro mit anderen zu teilen.

So entsteht beispielsweise nicht das Gefühl, ausgeschlossen zu werden oder Dinge nicht mitzubekommen, weil Sie gerade im eigenen Büro waren, während scheinbar alle anderen informiert sind. Auch kann es angenehm sein, Gesellschaft im Büro zu haben, um den Arbeitstag freundlicher zu gestalten. Der soziale Faktor ist auch im Job wichtig und sollte nicht vernachlässigt werden.

Zu guter Letzt kann es sogar der Arbeit zuträglich sein. Einzelbüros eignen sich vor allem für Aufgaben, die wirklich volle Konzentration und Ruhe erfordern. Diese kommen zwar immer wieder vor, sind aber nur selten die einzigen Verpflichtungen von Arbeitnehmern. Häufig werden Projekte gemeinsam bearbeitet, es gibt Überschneidungen zu anderen Kollegen und deren Zuständigkeit.

Immer wenn Kommunikation eine Rolle spielt, sind größere Büros im Vorteil. Der betreffende Kollege sitzt nur zwei Plätze weiter und so kann schnell und ganz unbürokratisch eine Lösung gefunden werden.

So klappt es mit der Konzentration im Großraumbüro

Gerade am Anfang kann ein Großraumbüro eine Herausforderung sein, an die Sie sich erst gewöhnen müssen. Wer noch nie in diesem Umfeld gearbeitet hat, wird sich in der ersten Zeit daran gewöhnen müssen, da es schon etwas anderes ist, alleine oder vielleicht nur mit zwei Kollegen im Büro zu sitzen – und nicht mit 15 anderen.

Konzentratiertes Arbeiten im Großraumbüro ist aber keinesfalls unmöglich. Wir zeigen, wie es mit der Konzentration klappt:

  • Suchen Sie gemeinsam nach einer Lösung

    Ja, die Kollegen können Sie ganz schön auf die Palme bringen und erwecken manchmal den Eindruck, als würde es sie kein bisschen kümmern, was um sie herum passiert. Dennoch ist der erste Weg zu mehr Konzentration im Großraumbüro immer eine gemeinsame Lösung. Suchen Sie das Gespräch, nennen Sie Ihre Schwierigkeiten und versuchen Sie gemeinsam nach Optionen zu suchen, wie die Situation verbessert werden kann.

    Dabei sollten Sie aber bitte nicht einfach nur mit Beschuldigungen um sich werfen. Bleiben Sie freundlich und offen. In der Regel sind andere Mitarbeiter nicht darauf aus, Ihnen das Berufsleben zu erschweren. Eine Aussprache kann ein großer Schritt in die richtige Richtung sein, um konzentrierter Arbeiten zu können.


  • Passen Sie Ihre Arbeitsweise an

    Je größer die Flexibilität im Großraumbüro und der gesamten Arbeitsgestaltung, desto besser ist es für Ihre Konzentration. Legen Sie die Aufgaben, für die Sie besonders konzentriert sein müssen, möglichst zu Zeiten, in denen insgesamt weniger los ist und es entsprechend ruhiger um Sie herum ist.

    Wenden Sie sich dabei auch an Ihren Chef und fragen Sie, ob es möglich ist, für solche Aufgaben einen abgetrennten Bereich im Großraumbüro einzurichten, an dem Sie oder andere Kollegen sich zurückziehen können, wenn die volle Aufmerksamkeit benötigt wird.


  • Nutzen Sie Kopfhörer

    Eine simple aber sehr effektive Methode, um den Lärm auszublenden und sich voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren zu können. Kopfhörer gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen und Preiskategorien – und sogar speziell darauf ausgelegt, Geräusche von außen zu unterdrücken.

    So haben Sie Ihre Ruhe und gleichzeitig wissen die anderen sofort, dass Sie im Moment nicht gestört werden wollen. Statt Krach aus dem Großraumbüro können Sie nun entspannende Klänge hören.


  • Machen Sie genügend Pausen

    Schon in einem ruhigen Arbeitsumfeld ist es schwer, über einen längeren Zeitraum sehr konzentriert zu arbeiten. Irgendwann schweift die Aufmerksamkeit ab, Sie sind mit den Gedanken plötzlich ganz woanders und kommen mit der Aufgabe, in die Sie gerade noch vertieft waren, plötzlich nicht mehr weiter.

    Deshalb gilt im Großraumbüro umso mehr: Machen Sie regelmäßige Pausen, um den Kopf wieder frei zu bekommen und neue Energie zu tanken. Sobald Sie merken, dass es Ihnen schwer fällt, sich auf eine Sache zu konzentrieren, sollten Sie ein paar Minuten Pause machen und sich etwas anderem widmen. Auch frische Luft und Bewegung bei einem Spaziergang helfen der Konzentration.


  • Kauen Sie Kaugummi

    Schon in der Schule oder an der Universität sieht man in Prüfungen erstaunlich viele Kaugummis. Das hat einen guten Grund: Tatsächlich konnten Forscher zeigen, dass Kaugummi kauen die Konzentration fördert und am Ende zu besseren Ergebnissen führt.

    Übertreiben sollten Sie es damit allerdings nicht. Zum einen wird Ihre Kiefermuskulatur es Ihnen danken, wenn sie eine Pause bekommt – doch auch der Effekt hält nur für eine relativ kurze Zeit an. Nach 15 bis 20 Minuten lässt er bereits wieder nach.


  • Arbeiten Sie an Ihrer Einstellung

    Die Arbeit im Großraumbüro ist sicherlich nicht immer einfach, allerdings ist es manchmal auch die Einstellung, die eine der größten Hürden darstellt. Wenn Sie von Anfang an davon ausgehen, dass Sie sich nicht konzentrieren können, weil so viele Kollegen um Sie herum sind, wird es vermutlich auch ganz genau so kommen.

    Eine klassische selbsterfüllende Prophezeiung. Versuchen Sie Ihre Einstellung zu ändern und positiver an die Arbeit zu gehen. Dann klappt es auch mit der Konzentration besser.

[Bildnachweis: ImageFlow by Shutterstock.com]
24. August 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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