Kaffeekueche-Buerokuehlschrank-Saustall
Büro ist Krieg, sinnierte schon Stromberg. An keinem anderen Ort bewahrheitet sich dies so sehr, wie in der Büroküche: Geschirrstapel und Essensreste, die die Wochenspeisekarte der Belegschaft dokumentieren; Pilzkulturen im Kühlschrank; Teebeutel, die wandern können und Spülschwämme mit mehr Einwohnern pro Quadratzentimeter als Nordrhein-Westfalen verwandeln die Büroküche in vielen Firmen in einen veritablen Saustall und offenbaren die wahre Unternehmenskultur: Hier denkt jeder nur an sich und das Wort Ordnung wird aus dem Wortschatz gestrichen. Wir zeigen die schlimmsten Unarten in der Büroküche und haben einige Tipps, die zumindest eine gewisse Besserung bringen können, auch wenn manche Kollegen wahrlich unbelehrbar sind...

Diebstahl in der Büroküche: Wer hat mein Essen geklaut?

Das Alle-Gegen-Alle-Prinzip geht schon bei dem regelmäßigen Mundraub los: Da stellt man sein Frühstück, Joghurt oder Mittagessen in den Büro-Kühlschrank und wenn dann der Hunger kommt, ist das Essen weg - dreist okkupiert von einem unbekannten Kollegen, einem Büro-Banditen. Frechheit! Aber gar nicht mal so selten, wie Umfragen zeigen.

Buerokueche-Saustall-Kuehlschrank-Diebstahl-Ordnung

Wir wollen genauer wissen, wie häufig Essen in der Büroküche den Besitzer wechselt und haben deshalb eine Umfrage gestartet. Die bisherigen Ergebnisse:

  • Fast acht Prozent gaben zu, regelmäßig und immer wieder von Kollegen Lebensmittel auszuleihen und den Kühlschrank als persönliches Jagdrevier zu betrachten.
  • Drei Prozent machen das gelegentlich.
  • Etwas mehr als 3 Prozent greifen bei Speisen zu, die auf Sie herrenlos wirken.
  • Aber knapp 86 Prozent sagen, sie würden nie aus der Büroküche stibitzen.

Hier die Umfrage, bei der auch Sie immer noch mitmachen können:

Jetzt könnte man sagen: Ist doch gut, die Mehrheit klaut nicht. Diebstahl in der Büroküche ist gar kein großes Problem. Ja, scheint so.

Aber wenn wir mal die Gegenfrage stellen: "Wurden Sie schon mal beklaut und wenn ja wie oft?" Dann dürfte das Ergebnis anders aussehen: Mundraub ist in zahlreichen Büros gang und gäbe...

Denn siehe da:

  • Jeder Vierte wurde schon mehr als fünf Mal im Jahr beklaut.
  • Knapp jeder Fünfte fand zwischen zwei und fünf Mal sein Essen nicht mehr wieder.
  • Rund 12 Prozent wurden nur einmal beklaut.
  • Oder anders formuliert: Nur 45 Prozent wurden noch nie um Ihr Essen im Büro-Kühlschrank gebracht...

Entweder fressen sich dort die wenigen Diebe kugelrund - oder aber es geben weniger zu, ein Langfinger zu sein als es tatsächlich der Fall ist...

Essensdiebstahl in der Büroküche gilt oft als Kavaliersdelikt. Wer soll schon etwas dagegen haben, wenn man sich Milch ausborgt oder ein paar Schokolinsen vom Kollegen schnappt? Es soll aber vorkommen, dass ganze Sandwiches spurlos verschwinden, Joghurts, Drinks, Schokoriegel, Brötchen, Kuchen, Pizza, Chop Suey - einfach alles, was nicht niet- und beißfest ist.

Ein verschwundenes Essen lässt sich verkraften, dem Betriebsklima zuträglich ist es jedenfalls nicht. Und wenn aus der Büroküche ständig Dinge verschwinden und der Dieb dabei immer dreister wird, ist es an der Zeit, etwas zu unternehmen und den Essensdieb zu fangen. Wir haben einige Möglichkeiten gesammelt, die dem Langfinger die (fremde) Suppe ordentlich versalzen:

  1. Scharfmacher

    Das ist Ihre Chance, um dem Übeltäter Feuer unterm Allerwertesten zu machen: Schmieren Sie sich ein leckeres Tuna- oder Puten-Sandwich, garnieren es liebevoll mit Tomaten, Gurke, Salat und legen es in den Kühlschrank. Nur die Mayonnaise lassen Sie weg und verstecken stattdessen eine kräftige Portion Wasabi unter dem (grünen) Salatblatt.

    Den Essensdieb erkennen Sie dann an einem lauten Schrei. Ein User auf Quora empfiehlt (auch wenn wir ausdrücklich davon abraten): "Belegen Sie ein Sandwich mit einer ganzen Scotch Bonnet-Chili und einem öligen Dressing für eine nukleare Kernschmelze der Sinne. Für eine völlig kompromisslose Attacke nutzen Sie eine Bhut Jolokia- oder Naga-Chili."

    Oder Sie mischen Ihrem Essen ein paar großzügige Spritzer Ultra Death-Chilisauce unter. Scharfer Pfeffer wäre ein weitere Ingredienz, die den Essensdieb zum Feuerspucken nötigt. Nächste Variante: Sie versalzen Ihre Suppe wortwörtlich, um dem Dieb den Appetit zu verderben. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eine Suppe klaut, wohl weitaus geringer als bei Sandwiches, Schokoriegeln oder Keksen.


  2. Farbstoff

    Es ist ein Kinderspiel, einen Dieb in der Büroküche zu identifizieren, wenn dieser kunterbunt ist. Mischen Sie beispielsweise Ihrem Sandwich-Dressing eine große Menge Lebensmittelfarbe unter. Auch schön: Backen Sie einen Kuchen und überziehen ihn mit einer Glasur, die viel zu viel Farbe enthält. Er wird nicht anders aussehen, deutliche Verfärbungen hinterlassen.

    Lebensmittelfarbe eignet sich in der Büroküche auch gut, um Getränke vor Diebstahl zu schützen. Ihre scheinbar grün angelaufene Milch wird so schnell sicherlich keiner trinken wollen. Das löst das Problem allerdings nicht endgültig.


  3. Gummibärchen

    Surfen Sie doch bitte bei Gelegenheit mal rüber zu Amazon und geben „Zuckerfreie Gummibärchen“ in die Suchmaske ein. Klicken Sie sich dort ein wenig durch die Rezensionen.

    "Schmecken sehr lecker, aber ..." steht da zum Beispiel. Oder: "Körperliche Reaktion!", "Höllenbärchen", "Finger weg", "Geht gar nicht". In der Tat beinhalten Süßstoffe wie Aspartam, Saccharin oder Cyclamat gewisse Nebenwirkungen. Daher rührt auch die Aufschrift bei vielen: "Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken". Das gilt vor allem für Lebensmittel, die mehr als zehn Prozent Zuckeraustauschstoffe enthalten. Zuckerfreie Gummibärchen haben - geht man nach den Bewertungen im Netz - eine äußerst blähende, abführende Wirkung. Und sie eignen sich daher als Spionageinstrument - und Montezumas Rache.

    Wenn Sie einen Essensdieb im Büro haben, dann könnten Sie ja mal eine Schüssel mit Zuckerfrei-Bärchen füllen und sie auf Ihrem Schreibtisch platzieren - oder legen Sie sie direkt neben die anderen Mibringsel, die Ihnen regelmäßig abhanden kommen (z.B. Schokoriegel, Kekse, Teebeutel etc.).

    Was Sie aber NICHT tun sollten, um einen Essensdieb zu überführen: Abführmittel ins Essen mischen (grenzt an Körperverletzung) oder eine Spy Cam an Ihrem Schreibtisch befestigen (Datenschutz, Persönlichkeitsrechte).


  4. Abschreckung

    Mediziner wissen: Vorbeugen ist besser als heilen. Ein guter Tipp, um Diebe zu verschrecken, wäre also auch das hier:

    Buerodiebstahl Abschreckung Langfinger Kollegenklau

Büroküche: Typologie der Mitarbeiter

Ein Blick in den Bürokühlschrank kann eine ganze Menge über die Kollegen verraten und spannende Einblicke in die verschiedenen Persönlichkeiten liefern. Der Umgang mit den eigenen Lebensmitteln, aber auch mit den Speisen anderer, ermöglicht oft einen Rückschluss auf den Charakter und die Arbeitsweise. Frei nach dem Motto: Zeig mit deinen Kühlschrank und ich sag dir, wie du arbeitest haben wir eine Typologie verschiedener Kollegen erstellt, die Sie in der Büroküche - genauer gesagt im Kühlschrank - erkennen können:

  1. Der kreative Kopf

    Ihm fehlt es nie an einer zündenden Idee. Ob ein neues Konzept für den Kunden oder die anstehende Marketing-Kampagne - wenn es kreativ wird, sind Sie bei diesem Kollegen an der richtigen Adresse. Im Büro Kühlschrank verhält er sich allerdings ähnlich wie auf seinem Schreibtisch: Chaotisch und für außenstehende ohne erkennbare Ordnung. Er verteilt sein Essen gerne mal überall im Kühlschrank und auch mit dem wegräumen nimmt er es leider nicht so genau, wie Kollegen es sich wünschen würden.


  2. Der freundliche Kumpel

    Teilen ist für ihn absolut kein Problem. Wenn er sich etwas zu essen mitgebracht hat, bietet er den Kollegen immer etwas an und fragt, ob man nicht gemeinsam essen wolle. Gelegentlich kann seine kumpelhafte Art aber auch dazu führen, dass er ebenso großzügig mit dem Essen der Kollegen umgeht und dies selbst isst oder mit anderen teilt. Während der Arbeit ist er ein absoluter Teamplayer. Er unterstützt seine Büronachbarn gerne bei deren Aufgaben und ist auch bereit, bei eigenen Problemen nach Rat zu fragen.


  3. Die ordentliche Analytikerin

    Sie mag Fakten, Zahlen und ganz besonders: Ordnung. Ihr Arbeitsplatz ist aufgeräumt, ihr Posteingang immer abgearbeitet und bevor sie ein Projekt beginnt, macht sie sich eine akribische To-Do Liste, die Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Diese Liebe zur Ordnung zeigt sich auch im Büro Kühlschrank, wo sie ihre Lebensmittel sorgfältig einsortiert und nach dem Verfallsdatum von vorne nach hinten anordnet, damit auch nichts schlecht werden kann.


  4. Der unkonventionelle Querdenker

    Die Arbeit mit ihm ist anders und allein deshalb schon aufregend und entspannend gleichermaßen. Er geht Probleme auf seine eigene Art an, kommt lieber in Jeans und T-Shirt zur Arbeit und sieht das meiste etwas lockerer. Unglücklicherweise zeigt er diese Einstellung auch im Büro Kühlschrank, wo das angefangene Essen vom Chinesen offen stehen bleibt und das Thema Ordnung nur am äußersten Rand beachtet wird.

Da in der Büroküche die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander treffen, ist Streit nur eine Frage der Zeit und des Geduldfadens. Allerdings reißt dieser bei einigen Unarten besonders schnell...

Die Todsünden der Büroküche

Buerokueche-Saustall-Unordnung_Kaffeekueche

  1. Verschimmeltes Essen

    Die Reste vom Mittagessen schnell in den Kühlschrank gestellt - wird ja bestimmt später nochmal gegessen... Pustekuchen. In fast jeder Büroküche findet sich das ein oder andere ehemals Essbare, dass die besten Zeiten längst hinter sich hat und bald ein Eigenleben entwickelt. Besonders toll für den Kollegen, der die Packung aufmacht um nachzusehen, was da eigentlich drin ist.

  2. Stinkende Lebensmittel

    Die Leberwurststulle offen im Kühlschrank der Büroküche lagern? Den Döner schmatzend neben der Kaffeemaschine vertilgen? In Knoblauch getränkte Oliven auf die Anrichte stellen? Die Beispiele sind hier fast endlos - genau wie der Gestank, dem die Kollegen sich dadurch ausgesetzt fühlen. Wer in der Büroküche solche Aromen verbreitet, zeigt vor allem eins: Rücksichtsloses und egoistisches Verhalten.

  3. Unübersichtliches Chaos

    Eine weit verbreitete Annahme in der Büroküche: So lange es noch irgendwo einen Platz gibt, braucht man es nicht wegräumen. Teller, Tassen, Gläser, leere und aufgerissene Verpackungen werden nach dem Snack einfach beiseite gestellt - kümmert sich schon der nächste drum. Lange genug durchgehalten, ergeben sich daraus wahre Meisterwerke der Teller-Tassen-Architektur.

Büroküche: Grundregeln für mehr Harmonie

Regeln gibt es eigentlich in jeder Büroküche - einige davon tatsächlich schriftlich festgehalten, andere sollten dem klaren Menschenverstand auch ohne genaue Aufforderung und Vorschrift als sinnvoll für das gemeinschaftliche Projekt Büroküche erscheinen.

Leider scheint ein solches Gentlemen's Agreement in vielen Fällen nicht ausreichend und jeder macht eifrig weiter nur das, was ihm gefällt. Und nach mir die Sintflut... Damit die Büroküche nicht zum Krisenherd wird, braucht es also doch handfeste Regeln - inklusive entsprechender Strafen, wenn diese nicht eingehalten werden. Wer nicht hören will, muss eben fühlen.

Der einfachste Weg solcher Regelungen, sind allgemeine Regeln, die gerne auch offen an der Kühlschranktür angebracht werden sollten. Dabei braucht es meist keine unglaublich detaillierten Versionen. Die wichtigsten Dinge prägnant zusammengefasst, um die Schmutzfinken und diebischen Elstern der Büroküche daran zu erinnern, dass ihnen auf die Finger geschaut wird:

  • Jeder isst nur das, was ihm gehört.

    Diebstahl aus dem Büro Kühlschrank ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann zu Abmahnungen oder sogar Kündigungen führen. Lassen Sie sich nur die Dinge schmecken, die Sie auch selbst mitgebracht haben - oder fragen Sie vorher beim Kollegen nach, ob Sie einen seiner Joghurts essen dürfen.


  • Jeder ist für Sauberkeit verantwortlich.

    Durch das häufige Öffnen, Schließen, Herausnehmen und wieder zurück legen kann es auch passieren, dass etwas umkippt oder daneben tropft. Kein Problem, solange jeder sich dafür verantwortlich fühlt und die Sauerei sofort beseitigt. Niemand ist allein für die Sauberkeit zuständig!


  • Jeder entsorgt seine Produkte.

    Kaum etwas sorgt für größeren Ekel, als faulige und schimmlige Lebensmittel im Büro Kühlschrank. Jeder Mitarbeiter sollte deshalb immer dafür sorgen, dass seine Produkte in den Müll wandern, sobald sie das Haltbarkeitsdatum überschreiten.


  • Der Kühlschrank ist für alle da.

    Natürlich können Sie Ihre Lebensmittel im Kühlschrank unterbringen, aber dabei sollten Sie es nicht übertreiben. Nehmen Sie Rücksicht darauf, dass Ihre Kollegen den Kühlschrank auch nutzen wollen und lassen Sie genügend freien Platz übrig.

Willkommen im Saustall Kaffeeküche...

Das es mit den Regeln vielerorts nicht so klappt, wie ordnungsliebende Mitarbeiter es sich wünschen, zeigen auch zahlreiche Beispiele von Büroküchen, die kaum noch als solche zu erkennen sind.

Hinzu kommen die teils aggressiven Hinterlassenschaften und erzieherischen Botschaften in der Büroküchen, die am Ende doch nur den angestauten Frust, die Ohnmacht und Kapitulation vor den rücksichtslosen Kollegen dokumentieren.

Na, kommen Ihnen die folgenden Twitter-Beispiele vielleicht bekannt vor...?

[Bildnachweis: Stokkete by Shutterstock.com]

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