Was man von Charlie Chaplin über Erfolg lernen kann
Er zählt zu den einflussreichsten Komikern des 20. Jahrhunderts. Seine Figur mit Zweifingerschnurrbart, übergroßer Hose und Schuhen, enger Jacke, Bambusstock und Melone auf dem Kopf wurde zu einer Stummfilmikone. Überdies gilt Sir Charles Spencer Chaplin, alias Charlie Chaplin, als wahres Multitalent: Er war Schauspieler, Schnittmeister, Regisseur, Komponist, Drehbuchautor und Filmproduzent in einer Person. Seine Kindheit verbrachte er allerdings in großer Armut, erst später wurde er enorm erfolgreich, nicht zuletzt als Mitgründer der Filmgesellschaft United Artists. In seinen Rollen stecken daher zahlreiche Lehrstücke für Erfolg...

Lehrstunde mit Charlie Chaplin in 6 Erfolgsrollen

Gerade die humorvollen Alltags-Parodien und ironischen Rollen des Komikers lassen sich auch umdeuten und sich darin manche Erfolgsregel entdecken. Sechs davon stellen wir Ihnen jetzt vor:

  1. Kenne dein(e) Ziel(e)!

    Man kann sich viel vornehmen - und es doch nicht schaffen. Die Gründe dafür können vielschichtig sein. Am wichtigsten aber ist, dass man überhaupt Ziele hat und diese verfolgt. Das klingt zwar latent binsig, ist aber auf den zweiten Blick enorm schwer: Zielstrebigkeit, eiserne Disziplin und Durchhaltewillen über Niederlagen hinweg sind dafür erforderlich. Und genau daran scheitert so mancher...

  2. Erkenne Chancen und ergreife sie!

    Ziel, mehr noch die damit verbundenen Pläne und Strategien haben allerdings einen Nachteil: Sie machen blind für Gelegenheiten, auch jene abseits des Wegesrands. Selbst Pleiten, Pech und Pannen können sich im Nachhinein als geniale Chancen herausstellen. Tatsächlich sind dumme Zufälle ein Happening der Möglichkeiten: Wer die Biografien der Erfolgreichen und der angeblich vom Glück Verfolgten studiert, stellt fest, dass viele von ihnen ehrlicherweise Störfälle überwanden. Sie wählten nur jedes Mal einen anderen Zugang als die meisten: Sie waren aufmerksamer, neugieriger, analysierten die Umstände des Schadens gewissenhafter und nutzten ihn so zum Vorteil.

  3. Denke positiv!

    Optimismus hat ein Imageproblem: Er wirkt latent naiv. Doch werden Humor und Frohsinn dabei regelmäßig unterschätzt. Längst konnten Wissenschaftler nachweisen: Optimismus macht intelligenter. Denn das Gehirn belohnt Lebensfreude mit gesteigerter Denkleistung. Ebenso macht er kreativer: In seinem Bestseller Emotionale Intelligenz wies der Harvard-Psychologe Daniel Goleman darauf hin, dass erhöhte Heiterkeit kreativer macht, weil sie bisherige Denkblockaden auflöst und hilft, anschließend komplexere Gedanken zu knüpfen. Und als sei das noch nicht genug, sorgt Optimismus auch noch für ein höheres Einkommen. Den Schluss legen zumindest Studien von Alice Isen, Psychologieprofessorin an der Cornell-Universität in New York nahe. Sie zeigte: Gutgelaunte sind beliebter und populärer und werden von ihren Vorgesetzten besser bewertet und öfter befördert. Das Gros erzielte am Ende höhere Einkommen.

  4. Belohne dich für Erfolge!

    Loben und belohnen Sie sich regelmäßig - selbst für Teilerfolge, sogenannte Meilensteine. Für den erfolgreichen Abschluss natürlich erst recht. Und seien Sie auch dankbar dafür. Das erhält und erhöht nachweislich Ihre Motivation und bringt Sie dazu, das aktuelle Projekt zwischendurch zu bilanzieren und sich so wieder neu an der eigentlichen Aufgabe (oder Ihren Zielen) auszurichten. Denn was alle Erfolgreichen ebenfalls eint: Sie halten die Lücke zwischen Absicht und Ausführung sehr klein - und den Spaßfaktor groß.

  5. Stärke deine Stärken!

    Chaplin wusste um sein humoristisches Slapstick-Talent - und förderte es. Wie oft aber vergleichen wir uns mit anderen, achten darauf, was wir schlechter oder gar nicht können, was uns misslingt und sind darüber frustriert. Schon in der Schule lernen wir, wer seine Defizite nicht ausmerzt, bleibt mindestens sitzen, wenn er später nicht gar scheitert. Das Ergebnis ist, dass diese Leute enorme Energien aufwenden, um etwas nachzuholen, was sie eh nicht können, was sie kraftlos macht. Sie doktern an ihren Defiziten herum und betreiben am Ende doch nur Schadensbegrenzung. Fatal! Denn aus der Forschung wissen wir eigentlich: Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Erfolg hat, weil er eine seiner Stärken bewusst fördert, ist um 50 Prozent höher, als wenn er nur seine Schwächen repariert. Und das macht sogar glücklich.

  6. Hab Geduld!

    Timing ist alles. Zur rechten Zeit am rechten Ort sein, die Zeichen der Zeit erkennen, die Gunst der Stunde nutzen, den rechten Augenblick abpassen – die Tugenden muss beherrschen, wer im Leben, in der Liebe und im Beruf bestehen will. Was viele erfolgreiche Menschen eint: Sie entwickeln schon frühzeitig sensible Antennen dafür, wann es besser ist, die Klappe zu halten und abzuwarten beziehungsweise etwas zu sagen oder zu handeln. Deshalb gehört Geduld zur Strategie des richtigen Timings ebenso dazu, wie etwa auch die Gunst der nächsten Stunde nutzen. Gelegenheiten kommen immer wieder: 1962 stellte sich zum Beispiel eine kleine Band mehreren Plattenfirmen vor. Sie erhielt lauter Absagen. Das Unternehmen Decca Records bescheinigte ihnen gar, Gitarrengruppen seien aus der Mode. Schlechtes Timing! Für den Moment... Die Truppe gab dennoch nicht auf und fand schließlich doch noch eine Plattenfirma. Der Name der Band: The Beatles.

[Bildnachweis: halimqd by Shutterstock.com, Giphy.com]

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