Denksport: 7 Wege, Ihren Horizont zu erweitern
Gehirnjogging ist in aller Munde. Es gibt kaum jemanden, der nicht Kreuzworträtsel oder Sudokus löst oder das ein oder andere Quiz spielt. Für einige steht dahinter der Wunsch, bis ins hohe Alter geistig fit zu bleiben. Andere wünschen sich Ihre Gedächtnisleistung sogar zu steigern, sich Namen besser merken oder Telefonnummer behalten zu können. Doch bringt Gehirnjogging wirklich etwas? Können wir damit unsere Gedächtnisleistung verbessern? Was Experten sagen und Wege, Ihr Gedächtnis zu trainieren und Ihren Horizont zu erweitern...

Bringt Gehirnjogging etwas?

Befürworter des Gehirnjoggings stellen gerne den Vergleich zwischen Gehirn und Muskeln her: Genau wie ein Muskel lasse sich auch das Gehirn trainieren und die Leistung damit steigern. Doch Wissenschaftler wissen nun, dass diese Annahme nur zum Teil richtig ist.

In einem Interview in der Süddeutschen Zeitung erklärte Lutz Jäncke, Leiter des Lehrstuhls für Neuropsychologie an der Universität Zürich, warum:

Alles, was wir intensiv üben, hinterlässt Spuren im Gehirn: Nervenzellen, die Verbindungen zwischen den Zellen oder ganze Hirnareale verändern sich dabei. [...] Die Frage ist nur, ob das auch zu Transfereffekten führt. Das bedeutet, dass auch andere als die trainierten Funktionen verbessert werden.

Das zeigte beispielsweise die Online-Studie des Medical Research Councils der Universität Cambridge und des Senders BBC. Knapp 11.500 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 60 Jahren nahmen daran teil.

Sechs Wochen lang mussten sie Übungen am Computer auf der Wissenschaftsseite der BBC machen. Dabei trainierten sie unter anderem logisches Denken, ihr Gedächtnis, räumliches Sehvermögen und ihre Konzentrationsfähigkeit. Ihre Gedächtnisleistung wurde vor und nach dem Training getestet. Das Ergebnis: Die Teilnehmer konnten zwar ihre Leistung in bestimmten Aufgaben verbessern, aber dadurch änderte sich Ihre Leistung in anderen Bereichen nicht.

Das heißt also, nur weil Sie durch Gehirnjogging Ihre Merkfähigkeit verbessert haben, sind Sie nicht automatisch besser im logischen Denken.

Was notwendig ist, um das Gedächtnis auf Trab zu halten

Neue Wege gehen SpruchQuizsendungen und ab und an ein Kreuzworträtsel lösen - das reicht leider nicht aus. Aufgaben, die Ihr geistiges Leistungsvermögen trainieren, sollten Sie weder überfordern, noch unterfordern.

Zudem sollten die Übungen vielseitig sein und sowohl Ihre Sinne, Ihr Durchhaltevermögen, Ihre Kreativität und Intelligenz anregen. Klingt aufwendig, muss es aber nicht sein, denn viele Möglichkeiten befinden sich direkt vor Ihrer Tür. Um Ihnen und Ihrer Inspiration ein wenig auf die Sprünge zu helfen, haben wir 7 Wege gesammelt, wie Sie Ihren Horizont tatsächlich erweitern können.

7 Wege, Ihren Horizont zu erweitern

  1. Machen Sie einen Tanzkurs

    Zwei - Drei - Cha-Cha-Cha... Wissenschaftler des Albert Einstein College in New York haben festgestellt, dass Tanzen die Entwicklung neuer Synapsen im Gehirn fördert. Die Koordination von Musik mit Schritten verknüpft die Gehirnzellen immer wieder untereinander.

  2. Lernen Sie eine Sprache

    Schwedische Forscher fanden heraus, dass das Erlernen einer Fremdsprache das Gehirn verändert. Die Forscher untersuchten Soldaten, die innerhalb von dreizehn Monaten lernten, sich auf einer völlig neuen Sprache zu verständigen. Die Studie zeigte, dass sich das Erlernen einer Sprache positiv auf den Bereich für Planung und Merkfähigkeit auswirkt. Wissenschaftler vermuten auch, dass sich Mehrsprachigkeit positiv auf das Risiko an Demenz zu erkranken auswirkt. Dabei muss es nicht gleich der Sprachkurs sein. Auch das Lernen im Tandem mit einem Muttersprachler ist ein schöner Weg, eine neue Sprache zu lernen. Denn auf diese Weise erfahren Sie auch etwas über die fremde Kultur.

  3. Besuchen Sie Veranstaltungen an der Universität

    Viele Universitäten bieten Vorlesungen und Veranstaltungen an, die der Öffentlichkeit frei stehen. Häufig handelt es sich um Themen, die auf allgemeines Interesse stoßen. In Abendveranstaltungen wird dann beispielsweise über Bildungschancen diskutiert oder Professoren geben einen Einblick in ihr Forschungsfeld. Informieren Sie sich an Ihrer Universität über die Angebote.

  4. Nehmen Sie an Kursen der Volkshochschule teil

    Die Volkshochschulen bieten ein breites Kursangebot von Schreibwerkstätten für kreatives Schreiben bis hin zu Nähkursen. Alles, was Sie neu erlernen, verändert Ihr Gehirn und sorgt dafür, dass neue Nervenverbindungen entstehen. Sie fordern sich immer wieder neu heraus und verlassen Ihre Komfortzone. Damit entwickeln Sie sich stetig weiter.

  5. Treiben Sie Sport

    Sport tut nicht nur dem Körper gut, sondern wirkt sich auch positiv auf das Gehirn aus. Die Experten vermuten, dass eine verbesserte Denkfähigkeit mit der Durchblutung zusammenhängt: Auch das Gehirn bekommt mehr Nährstoffe, wenn sich die Leistung von Herz und Gefäßen durch Sport erhöht. Wer bis zu einer Stunde Sport treibt, kann Informationen besser verarbeiten und schneller reagieren. Doch damit der Effekt in Kraft tritt, reicht eine gemütliche Runde um den Block nicht aus. Sie müssen schon richtig ins Schwitzen kommen. Hier gilt im wahrsten Sinne des Wortes: Wer rastet, der rostet.

  6. Suchen Sie den Austausch mit intelligenten Menschen

    Der Kontakt mit Menschen, die auf ihrem Gebiet Koryphäen sind, wird auch Ihren Horizont erweitern. Sie lernen aus den Fehler des anderen und profitieren von der Erfahrung. Im direkten Austausch kommen Themen und Aspekte zur Sprache, die Sie selbst möglicherweise übersehen hätten. Sie lernen stetig dazu. Im Lauf der Zeit werden aus diesen Menschen möglicherweise auch Mentoren, die Sie dauerhaft auf Ihrem Weg unterstützen und in zahlreichen Lebens- und Themenbereichen beraten.

  7. Achten Sie auf Ihre Ernährung

    Unser Gehirn verbraucht mehr als 20 Prozent des täglichen Energiebedarfs. Der wichtigste Energielieferant dabei ist Zucker. Manche greifen deshalb auf Traubenzucker-Happen oder Schokolade zurück, wenn sie in ein Leistungsloch fallen. Tatsächlich wirkt der Zucker auch, aber eben nur kurz. Besser wirken komplexe Kohlenhydrate, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und pflanzliche Eiweiße, wie sie etwa in Vollkornbrot, Gemüse, Nüssen und Obst, sogenanntem Brainfood, vorkommen. Sie sorgen für eine gleichmäßige Energieversorgung der Oberstube.

Bonus: Lösen Sie ein paar Brainteaser

Wenn für all das gerade keine Zeit ist, können Sie auch die folgenden Brainteaser und Knobelaufgaben lösen. Die bringen die grauen Zellen ebenfalls auf Trab und trainieren das logische und Querdenken. Viel Spaß! Zur Lösung gelangen Sie, indem Sie auf die Bilder klicken...

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[Bildnachweis: Nikitina Olga by Shutterstock.com]

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