Depression bei Mann und Frau: Die Unterschiede

Grundsätzlich sind die Symptome einer Depression Männern und Frauen nicht völlig unterschiedlich. Allerdings verhalten Männer sich anders als Frauen: Während Frauen deutlich offener mit psychischen Problemen umgehen, ziehen Männer sich zurück, verhalten sich aggressiv und riskant.

Ein vermehrter Alkoholkonsum kann ein Indiz für eine Depression beim Mann sein. Als Grund für das abweichende Verhalten werden rollentypische Muster vermutet – Weinen gilt oftmals als schwach und unmännlich. Betrachtet man die reinen Zahlen derer, die in psychotherapeutischer Behandlung sind, sind Frauen doppelt so häufig von Depressionen betroffen wie Männer.

Mögliche Gründe dafür:

  • Hormone

    Frauen unterliegen stärker hormonellen Schwankungen, etwa durch Menstruation, Schwangerschaften/Geburt oder auch Menopause. Einer Hypothese zufolge können diese hormonellen Abläufe anfälliger für depressive Störungen machen.

  • Lebensumstände

    Wirtschaftliche Sicherheit wirkt sich ebenfalls positiv auf das Gemüt aus. Deutlich mehr Frauen als Männer leben in Armut, auch ist das Armutsrisiko für Frauen höher, so dass sich diese Lebensumstände negativ auf die Psyche auswirken.

  • Aufklärung

    Frauen gehen nachweislich häufiger zum Arzt, Anzeichen für eine Depression können so schneller erkannt werden. Möglicherweise ist unter Frauen die Akzeptanz einer psychischen Erkrankung höher, da sie sich Schwäche eher eingestehen und somit Hilfe suchen.

Also als Mann alles in Butter? Leider nein. In einigen Ländern – etwa Russland – ist die Selbstmordrate von Männern fünfmal höher als die von Frauen. In Deutschland ist sie dreimal höher, ab einem Alter von 65 Jahren steigt sie jedoch derart, dass auf eine Frau, die sich das Leben nimmt, fünf Männer kommen, die Suizid begehen.

Grund dafür: Offenbar verkraften gerade Männer den Verlust ihrer Partnerin und anderer geliebter Menschen nur schlecht. Häufig ist die Partnerin die einzige Person, der gegenüber sie sich öffnen. Fällt die weg, haben viele Männer Schwierigkeiten, ihre Gefühle zu benennen – das wiederum erschwert eine Therapie.





20. März 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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