Ursachen für Depressionen: Mix aus Anlage und Umwelt

Die Ursachen für eine Depression sind noch nicht völlig erforscht. Klar ist nur, dass es unterschiedliche Ursachen gibt und sie völlig unabhängig von äußeren Umständen auftreten kann.

Auf der körperlichen Ebene ist festzustellen, dass bei einer Depression der Hirnstoffwechsel durcheinander geraten ist. So wird vor allem ein Ungleichgewicht bei den Botenstoffen Serotonin, Dopamin und Noradrenalin ausgemacht. Diese sind verantwortlich für die richtige Übertragung von Impulsen zwischen den Hirnzellen.

Wodurch kann nun diese Störung hervorgerufen werden? Denkbar sind:

  • Krankheiten

    Erkrankungen wie Parkinson, Tumore, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Hormonstörungen können Depressionen auslösen. Aber nicht nur die Erkrankung selbst, auch der Leidensdruck durch eine chronische Krankheit wirkt sich nachteilig auf die Psyche aus. Menschen, die an Krebs, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes leiden, erkranken häufiger an Depressionen.

  • Medikamente

    Tragischerweise kann auch die Einnahme bestimmter Medikamente die Psyche negativ beeinflussen. Dazu gehören ausgerechnet Medikamente gegen die genannten Krankheiten, beispielsweise Herz-Kreislauf-Medikamente (Beta-Blocker), Kortison und einige neurologische Medikamente (Antiepileptika und Parkinsonmittel). Ebenfalls nachteilig wirkt sich die Antibabypille aus.

  • Stress

    Chronischer Stress, ein akutes psychisches Trauma oder Langzeitarbeitslosigkeit können eine Depression auslösen. Tatsächlich führen auch persönliche Eigenschaften wie eine starke Leistungsorientierung, starke Selbstkritik und Perfektionismus zu einem höheren Risiko, an einer Depression zu erkranken.

  • Psychosoziale Faktoren

    Hier spielen erworbene negative Denkmuster eine Rolle. Denkbar sind Missbrauchs- und Gewalterfahrungen in der Kindheit, aber auch spätere Erfahrungen von Kontrollverlust, die zu einem negativen Selbstbild führen. Hier wird die Ursache ausschließlich bei sich selbst gesucht – und beispielsweise bei einem Jobverlust – nicht auf äußere Bedingungen geachtet. Der amerikanische Psychologe Martin Seligman konnte den Nachweis zwischen erlernter Hilflosigkeit aufgrund des Gefühls, Umstände nicht mehr beeinflussen zu können, und Depressionen erbringen.

  • Lebensumstände

    Studien konnten nachweisen, dass die Lebensumstände einen Einfluss auf die psychosoziale Gesundheit des Menschen haben. Bei einem Drittel aller Betroffenen ist der Erkrankung ein akutes oder anhaltend belastendes Lebensereignis vorausgegangen. Ebenso sind einschneidende Momente ein Auslöser. Dazu kann der Tod eines geliebten Menschen ebenso gehören wie die Geburt eines Kindes. Aber auch Lebensphasen wie die Pubertät oder berufliche Veränderungen wie der Eintritt ins Rentenalter können zur Depression führen.





20. März 2019 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.



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