Fallen beim Diensthandy: Darauf bitte achten!

Die Freude ist bei den meisten Arbeitnehmern erst einmal groß, wenn sie vom Chef ein Diensthandy zur Verfügung gestellt bekommen. Schließlich zeigt eine solche Zuwendung doch, dass die eigene Arbeit und die täglich erbrachten Leistungen geschätzt und auch entsprechend honoriert werden. Auf der anderen Seite gibt es bei den beruflichen Telefonen aber einige Fallen, die in der anfänglichen Euphorie meist unbeachtet bleiben. Tappt man in genau eine solche hinein, ist es leider meist bereits zu spät und man muss sich mit den unerfreulichen Konsequenzen abfinden. Besser ist es da, wenn Sie gleich von Anfang an auf der Hut sind und die wichtigsten Fallen beim Diensthandy kennen, um kein böses Erwachen zu erleben…

Fallen beim Diensthandy: Darauf bitte achten!

Worauf Sie beim Diensthandy besonders achten müssen

Zunächst einmal: Es geht nicht darum, dass Sie sich über ein Diensthandy nicht freuen dürfen. Wenn der Arbeitgeber Ihnen ein Smartphone überlässt, hat dies in der Regel gute Gründe und Sie haben es sich entsprechend verdient. Immerhin erhält längst nicht jeder Arbeitnehmer solch eine Art der Wertschätzung überlassen, auch wenn sich Diensthandys in den letzten Jahren einer zunehmenden Verbreitung erfreuen, sind sie immer noch eher eine Ausnahme.

Allerdings hat das berufliche Telefon nicht nur Vorteile, sondern birgt auch einige mögliche Fallen für Arbeitnehmer. Allen voran: Die richtige Nutzung. Das Diensthandy darf man zwar mit nach Hause nehmen und nutzen – aber eben nur in dem vom Arbeitgeber vorgegebenen Rahmen. Konkret heißt das: Wird das Telefon zur rein beruflichen Nutzung überlassen, darf der Arbeitnehmer es auch nur für genau diese Zwecke verwenden. Privates Telefonieren oder surfen im mobilen Internet sollten dann ausschließlich auf dem privaten Smartphone stattfinden. Wer sich darüber hinwegsetzt, riskiert arbeitsrechtliche Konsequenzen und kann vom Chef für sein Fehlverhalten abgemahnt werden.

Eine weitere Falle: Sie sollten sich nicht in Sicherheit wiegen und das berufliche Handy trotz Verbot privat nutzen. Es ist ein Irrglaube, dass der Chef davon nichts mitbekommt. Wurde die private Nutzung ausdrücklich untersagt, steht es dem Arbeitgeber frei, zu überprüfen, ob der Mitarbeiter sich auch daran hält. Tauchen dann private Telefonate oder Nachrichten auf, droht die Abmahnung und auch das Vertrauen vom Chef steht auf dem Spiel.

3 weitere Fallen beim Diensthandy, auf die Sie achten sollten

Mit der richtigen Nutzung ist es aber noch nicht getan, es lauern einige weitere Fallen beim Diensthandy, auf die Sie achten sollten:

  • Schlechtere Arbeitsatmosphäre. Wie bei jeder Art von Zuwendungen gilt auch beim Diensthandy: Es kann zu Streit führen. Vielleicht will der Kollege auch ein berufliches Handy oder ist der Meinung, Sie hätten keins verdient. Solche Streitigkeiten verschlechtern die Arbeitsatmosphäre und können den Arbeitstag endlos lang werden lassen.
  • Vertrauliche Informationen. Auf vielen Diensthandys befinden sich wichtige und vor allem auch vertrauliche Informationen, die nicht in fremde Hände gehören. Geht ein Arbeitnehmer unvorsichtig mit seinem Diensthandy um, lässt es beispielsweise irgendwo liegen, kann dafür vom Chef verantwortlich gemacht werden.
  • Auferlegte Nutzung. Es gibt auch den Fall, dass Mitarbeiter eigentlich gar kein Diensthandy haben wollen. Das Problem: Wenn der Arbeitgeber der Meinung ist, dass der Mitarbeiter ein berufliches Telefon braucht, muss dieser das Gerät auch benutzen und – zumindest während seiner normalen Arbeitszeiten – auch auf diesem erreichbar sein.

Mit dem Diensthandy sind oft Erwartungen verbunden

Dean Drobot/shutterstock.comDas Diensthandy als Zeichen der Wertschätzung vom Arbeitgeber kann auch einen Haken haben – und zwar einen relativ großen: Denn mit dem Handy sind oft auch Erwartungen verbunden. In erster Linie geht es dabei um eine größere Erreichbarkeit. Das klingt zwar nicht wirklich dramatisch, wird jedoch oft zu einem großen Stressfaktor, denn es wird nicht nur erwartet, während der Arbeitszeit erreichbar zu sein, sondern auch noch in der Freizeit. Anders ausgedrückt: Wenn das Diensthandy klingelt, wird fast schon vorausgesetzt, dass Arbeitnehmer dran gehen – auch wenn es vielleicht schon 20:30 Uhr ist.

Wirklich verlangen kann der Chef eine solche Erreichbarkeit zwar nur in Ausnahmefällen, wenn es etwa einen wirklich wichtigen Grund gibt oder wenn ein Mitarbeiter im Bereitschaftsdienst arbeitet, auf der anderen Seite stellen sich Mitarbeiter aber regelmäßig die Frage: Was für einen Eindruck hinterlasse ich, wenn ich das Diensthandy einfach klingeln lasse? Und wie erkläre ich es am nächsten Tag im Büro? Plötzlich wird der Feierabend stressig und an Erholung ist kaum noch zu denken.

Am besten sind daher klare Regelungen und auch Konsequenz von Ihrer Seite, wenn es darum geht, im Feierabend, im Urlaub und an Wochenenden das Diensthandy auszuschalten und nicht erreichbar zu sein, wenn es dafür keinen Grund gibt.

[Bildnachweis: goodluz, Dean Drobot by Shutterstock.com]
5. Oktober 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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