Flussdiagramm für schwierige Bewerbungsgespräche

Bewerbungsgespräche sind immer stressig. Die Kandidaten sind nervös, Personaler aber manchmal auch. Hinzu kommen die vielen Fragen, auf die man sich vorbereiten kann, ebenso wie die Rückfragen. Es gibt aber auch Jobinterviews, die starten bereits falsch – mit provozierenden, sogenannten Stressfragen oder gar unzulässigen Fragen. Kurzum: Es sind mehr als schwierige Bewerbungsgespräche, bei denen man sich irgendwann fragen sollte: Will ich für so einen Laden überhaupt noch arbeiten? Wie aber reagiert man am besten in einer solchen Situation? Das folgende Flussdiagramm zeigt es Ihnen…

Flussdiagramm für schwierige Bewerbungsgespräche

Wie reagieren auf unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch?

Bewerber dürfen und sollten Grenzen setzen. Ihr Privatleben zum Beispiel geht den Arbeitgeber nichts an, ebenso wenig die Familienplanung, den Freundeskreis, oder andere private Themen. Natürlich ist es schwierig, im Bewerbungsgespräch einfach zu sagen: „Dazu sage ich nichts!“ Oder: „Das dürfen Sie gar nicht fragen.“ Erstens, weil man sich damit verdächtig macht, etwas verheimlichen zu wollen; zweitens, weil das Sympathiepunkte kostet.

Trotzdem gibt es Grenzen – und Alternativen: Zum Beispiel, indem Sie die indiskrete Frage mit einer Rückfrage kontern. Freundlich im Ton, nicht aggressiv, aber doch so bestimmt, dass klar wird: Sie möchten mit Respekt behandelt werden und kennen Ihre Rechte.

Wann und wie das geht, zeigt das folgende Flussdiagramm (zum Vergrößern, bitte anklicken):

Flussdiagramm Bewerbungsgespräch schwierig

Bei allen denkbaren Reaktionen gelten allerdings stets diese Grundsätze:

  • Bleiben Sie ruhig.

    Lassen Sie sich von einer unzulässigen Frage nicht aus der Ruhe bringen. Bleiben Sie weiterhin freundlich und professionell. Wenn Sie wollen, können Sie die Frage auch beantworten – ob wahrheitsgemäß oder mit einer Lüge bleibt Ihnen überlassen.

  • Sprechen Sie den Fehler an.

    Eine weitere Möglichkeit ist es, die unzulässige Frage direkt anzusprechen. Fragen Sie zum Beispiel nach, was Ihre Familienplanung mit der Ausübung Ihrer Tätigkeit zu tun hat. Das kostet sicherlich etwas Überwindung, doch die Grenzüberschreitung erfolgte vom Personaler, nicht von Ihnen.

  • Bleiben Sie sachlich.

    Auch wenn Sie sich im ersten Moment angegriffen fühlen, sollten Sie sich fragen: Ist die Frage vielleicht relevant für die Stelle? Möglicherweise ist die Frage gar nicht in böser Absicht gestellt worden. Stellen Sie nicht jeden Personaler unter Generalverdacht.

  • Ziehen Sie die Konsequenzen.

    Schleppt sich ein Personaler Ihnen gegenüber von einer unzulässigen Frage zur nächsten, sollten Sie die Zeichen der Zeit erkennen. Dieser Arbeitgeber ist sicherlich nicht der richtige für Sie. Bedanken Sie sich das Gespräch und beenden Sie die Unterhaltung. Fühlen Sie sich diskriminiert, können Sie im Anschluss auch eine Klage in Betracht ziehen.

Auch wenn das Unternehmen wahrscheinlich die Wahl zwischen mehreren Bewerbern hat, sind Sie dennoch kein Bittsteller. Sie haben etwas zu bieten: Ihre Arbeitskraft, Kompetenz, Erfahrung und Zeit. Das macht Sie zu einem Verhandlungspartner auf Augenhöhe und als solcher dürfen Sie selbstbewusst auftreten. Dazu gehört auch, Grenzen zu setzen.

Wo die liegen, muss dann jeder für sich entscheiden.

[Bildnachweis: tsyhun by Shutterstock.com]

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6. April 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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