Die Digitalisierung in der Arbeitswelt ist keine Neuigkeit mehr. In fast jedem Prozess sind mittlerweile diverse technische Lösungen inbegriffen, ohne Computer, digitalen Austausch und die Nutzung moderner Medien würde die Welt schnell zum Erliegen kommen. Abgeschlossen ist diese Veränderung jedoch noch lange nicht und so beschäftigen sich Unternehmen und vor allen deren Personalabteilungen fortwährend nicht nur mit Klassikern wie Bindung und Führung von Mitarbeitern, sondern eben auch mit den Herausforderungen der Digitalisierung. Dabei rücken zunehmend gefragte Kompetenzen der Digitalisierung in den Vordergrund, die bei aktuellen Arbeitnehmern und auch Bewerbern gesucht werden. Welche Kompetenzen in Zeiten der Digitalisierung erwartet werden und warum auch Unternehmen in der Verantwortung sind, mit der Zeit zu gehen...

Gefragte Kompetenzen der Digitalisierung Faehigkeiten digital

Wichtige Kompetenzen in Zeiten der Digitalisierung

Zu den Kompetenzen der Digitalisierung fällt jedem spontan etwas ein. Die meisten Ideen drehen sich dabei um ausgeprägte technische Fähigkeiten, die vor allem auf die Nutzung und Bedienung der entsprechenden digitalen Geräte und Medien ausgerichtet ist. Professionell mit einem Computer und den zugehörigen und im Job nötigen Programmen umgehen können, das Smartphone mit all seinen Funktionen bedienen und natürlich alle weiteren Geräte des Arbeitslebens im Griff haben - all das gilt in vielen Berufen als selbstverständlich und ist somit eine wichtige Kompetenz der Digitalisierung.

Allerdings sollte man sich bei der Frage, welche Fähigkeiten bei der Digitalisierung eine große Rolle spielen, nicht ausschließlich auf diese instrumentellen Kompetenzen zu konzentrieren. Natürlich wird Ihr aktueller oder auch ein zukünftiger Arbeitgeber erwarten, dass Sie mit der zur Verfügung gestellten Technik arbeiten können, doch ist dies für viele Unternehmen nicht die höchste Priorität, da dieser Umgang auch schnell vermittelt werden kann.

Stattdessen legen viele Arbeitgeber Wert auf andere gefragte Kompetenzen der Digitalisierung:

  • Neugier

    Niemand kann alles wissen, sich mit jedem Thema bereits umfangreich auseinandergesetzt haben und somit fundierte Fähigkeiten in jedem Bereich besitzen. Das ist als Kompetenz der Digitalisierung aber auch gar nicht notwendig. Viel wichtiger ist es den meisten Unternehmen, dass Mitarbeiter eine ausgeprägte Neugier besitzen und für alles, was mit dem Job zu tun hat, mitbringen.

    Neugierige Mitarbeiter bringen den inneren Wunsch und die eigene Motivation mit, sich mit Innovationen, Entwicklungen und Veränderungen auseinanderzusetzen. Sie wollen sich nicht vor dem Wandel, der mit der Digitalisierung einhergeht, verstecken, sondern gehen diesen gezielt und bewusst an - und haben auch noch Spaß daran.


  • Lebenslanges Lernen

    In Verbindung mit der Neugier rückt lebenslanges Lernen weiter in den Vordergrund. Natürlich suchen Unternehmen immer qualifizierte Mitarbeiter, doch bringen diese keinen langfristigen Nutzen, wenn der Wissensstand über Jahre und im schlimmsten Fall sogar Jahrzehnte auf einem Niveau bleibt. Fehlende Entwicklung bedeutet Stillstand, was ein natürlicher Feind für den Erfolg jedes Unternehmens sein kann.

    Zeigen lässt sich die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen beispielsweise durch regelmäßige Fort- und Weiterbildung oder dadurch, dass Sie sich bereits im Vorfeld mit Entwicklungen beschäftigt haben. Damit machen Sie sicherlich einen guten Eindruck auf Personaler - ob nun bei der Bewerbung oder im eigenen Unternehmen.


  • Selbstorganisation

    Die Digitalisierung verändert die Art und Weise, wie Aufgaben erledigt werden. Mitarbeiter können eigenverantwortlicher arbeiten, die Flexibilität steigt und durch dezentrales und digitales Zusammenarbeiten können die Beteiligten hunderte Kilometer voneinander entfernt sein, während sie ein Projekt vorantreiben.

    Dies funktioniert jedoch nur, wenn Arbeitnehmer ein hohes Maß an Selbstorganisation besitzen. Vorgesetzte sind zwar weiterhin Führungspersonen und Ansprechpartner, doch digitale Arbeit wird weitestgehend in Eigenregie gestaltet und durchgeführt.


  • Veränderungsbereitschaft

    Die Digitalisierung steht vor allem für eine Veränderung der Arbeitswelt und damit auch der Arbeitsweise jedes einzelnen Mitarbeiters. Es reicht nicht, die Dinge so zu tun, wie sie schon immer getan wurden. Wer daran festhält, gerät ins Hintertreffen und verliert gegen die Konkurrenz, die sich schneller anpasst und mit der Zeit geht.

    Veränderungsbereitschaft wird daher von jedem Mitarbeiter als entscheidende Kompetenz der Digitalisierung erwartet. Tauchen neue Technologien oder Prozesse auf, sollen Mitarbeiter diese nicht blockieren, sondern annehmen und durch die Veränderungen möglichst schnell profitieren.


  • Digitale Kommunikation

    Auch die Digitalisierung ändert nichts daran, dass weiterhin auf klassischem Wege kommuniziert wird und die zwischenmenschliche Interaktion ein wichtiger Faktor ist. Doch als gefragte Kompetenz gewinnt die digitale Kommunikation weiter an Bedeutung. Die Verständigung findet immer häufiger auf digitalem Wege statt und Unternehmen sind darauf angewiesen, dass Mitarbeiter das nötige Know How dazu mitbringen.

    Dabei geht es nicht nur um Mails, sondern auch Videochats, Telefonkonferenzen und die Kommunikation in sozialen Netzwerken. Über diese Kanäle zu kommunizieren sollte in der Digitalisierung keine Herausforderungen mehr darstellen.


  • Selektion relevanter Informationen

    Die Menge an Daten und Informationen, mit denen Mitarbeiter konfrontiert werden, ist durch die Digitalisierung höher denn je. Alles ist jederzeit und von überall erreichbar, Datenbanken wachsen ins unermessliche und aus diesem Kosmos an Informationen soll alles wichtige herausgefischt werden, um die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen.

    Diese selektive Auswahl relevanter Informationen setzt kritisches und analytisches Denken voraus. Nur so kann die Spreu vom Weizen getrennt werden, um effizient durch den Datendschungel zu kommen und die richtigen Informationen als Basis für Entscheidungen und Handlungen zu nutzen.

Unternehmen dürfen nicht nur erwarten, sondern müssen selbst handeln

All diese gefragten Kompetenzen der Digitalisierung sind nachvollziehbar und in den technischen Entwicklungen begründet. Selbst von außen betrachtet macht es Sinn, dass Unternehmen danach suchen und entsprechende Fähigkeiten zunehmend bei der Auswahl von Bewerbern voraussetzen, um die eigene Position im Markt zu stärken und für die Zukunft erfolgreich aufgestellt zu sein. Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass Arbeitgeber nicht nur Erwartungen haben sollten, sondern auch selbst Verantwortung tragen und in der Schuld stehen, aktiv zu werden.

Die Veränderungen der Digitalisierung sind eben nicht einseitig, sondern beeinflussen alle Beteiligten. Oder anders formuliert: Wenn Arbeitgeber wichtige Kompetenzen der Digitalisierung erwarten, dürfen Bewerber und Mitarbeiter auf der anderen Seite auch voraussetzen, dass das Unternehmen ebenfalls die von Arbeitnehmern gestellten Erwartungen erfüllt.

Soll heißen: Arbeitgeber müssen Ihren Teil der Zusammenarbeit erfüllen und können nicht nur wachsende Ansprüche haben, ohne selbst aktiv zu werden. Wer beispielsweise eine hohe Selbstorganisation in Mitarbeitern sucht, sollte gleichzeitig auch dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen dem entsprechen und den Stärken der Arbeitnehmer gerecht werden. Gleiches gilt für lebenslanges Lernen. Dies kann nicht erwartet werden, wenn gleichzeitig nichts unternommen wird, um den Mitarbeitern Fort- und Weiterbildungen zu ermöglichen.

Bleibt diese Gegenseitigkeit aus, ist nicht nur die Glaubwürdigkeit verloren und damit das Arbeitgeberimage geschädigt, auch die Zufriedenheit des Mitarbeiters leidet, was zu schlechteren Ergebnissen, einem miesen Betriebsklima und auch geringerer Loyalität führt.

[Bildnachweis: GaudiLab by Shutterstock.com]

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, erzählen Sie es weiter...