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Die zündende Idee zum richtigen Zeitpunkt - schon kann aus einem kleinen Vorhaben ein veritables Geschäft werden. Fehlt bloß noch die Idee... Tatsächlich sagen viele Menschen, die sich gerne selbstständig machen würden, dass ihnen eben diese Geschäftsidee fehlt. Dabei warten sie ab und hoffen, dass ihnen das nächste Facebook oder Tesla einfällt. So kann das nichts werden - die Latte hängt viel zu hoch. Schon aus kleinen Dingen lässt sich eine ebenso zündende wie lukrative Geschäftsidee entwickeln, von der man gut leben kann. Wir zeigen Ihnen, wie das geht...

Geschäftsidee entwickeln: Was eignet sich zum Geschäft?

Falls Sie bereits in den Startlöchern für Ihr Startup sitzen, haben wir eine gute Nachricht: Grundsätzlich lässt sich aus fast allem eine Geschäftsidee entwickeln. Meist nach diesem Muster und in diesen drei Schritten:

  • Erkennen und Entwickeln der Geschäftsidee
  • Bewerten der Geschäftsidee
  • Weiterentwickeln der Geschäftsidee

Die schlechte Nachricht lautet: Nicht alles davon passt zu Ihnen persönlich und manche Marktnischen sind auch einfach zu klein oder zu überlaufen, sodass es sich nicht lohnt, hier mit der zwoundtrölfzighundertsten modifizierten Idee an den Start zu gehen.

Deshalb sollten Sie - bevor Sie Ihre eigene Geschäftsidee entwickeln - folgende Grundregeln beachten:

  • Die Idee muss Sie begeistern.

    Eine Geschäftsidee zu entwickeln und diese erfolgreich voran zu treiben, erfordert Zeit, harte Arbeit und enorm viel Durchhaltevermögen. Man sagt, bis so ein neues Unternehmen rund läuft, dauert es mindestens drei Jahre. Und bis dahin haben Sie Ihr ursprüngliches Geschäftsmodell meist schon fünf Mal auf Links und wieder auf Rechts gedreht. Oder anders formuliert: Womit Sie starten, wird nicht das sein, womit Sie am Ende landen. Umso wichtiger ist, dass Sie sich von Anfang an mit dem Kern Ihrer Idee identifizieren und davon begeistert sind - denn der wird bleiben. Wer dafür nicht brennt und keine Leidenschaft besitzt, wird seine Motivation früher oder später verlieren und aufgeben.

  • Es muss ein Bedarf bestehen.

    Damit die Geschäftsidee zu einem Erfolg werden kann und Sie damit auch Geld verdienen können, benötigen Sie Kunden für Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung. Nicht wenige Gründer machen den Fehler, dass Sie von Ihrer Idee so begeistert sind, dass Sie glauben, die Welt habe darauf gewartet. Ihr Fehler: Sie denken angebotsorientiert - und müssen dann mit viel Marketing und Werbung den potenziellen Kunden erst einmal einreden, dass Sie ein Bedürfnis haben (sollten). Andersrum wird eher ein Geschäft daraus: Entwickeln Sie - nachfrageorientiert - ein Geschäftsmodell, für das es schon eine große Nachfrage gibt, weil Sie damit ein vorhandenes echtes (!) Problem günstig und einfach lösen. Das muss übrigens kein Highttech-Unternehmen, sondern kann auch eine gute Lounge-Bar in Ihrem Ort sein, weil es dort viele junge Leute, aber keine gute Cocktail-Bar gibt.

  • Sie müssen die Idee umsetzen können.

    Die beste und fortschrittlichste Idee nützt leider nichts, wenn Sie nicht in der Lage sind, diese zu verwirklichen. Visionen sind ein wichtiger Baustein für den Fortschritt, doch muss Ihr Vorhaben immer so realistisch bleiben, dass es sich auch - zu bezahlbaren Kosten - umsetzen lässt. Sonst bleiben das nur Gedankenspiele. Immerhin: Sie müssen nicht alles alleine können. Tatsächlich sind die erfolgreichsten Startups Team-Gründungen. Hier ergänzen sich die Mitgründer gegenseitig mit den erforderlichen Qualifikationen, Erfahrungen und Stärken. Bewährt hat sich schon oftein Team mit drei Gründungspartnern.

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Erstellen Sie einen detaillierten Businessplan

Bevor Sie mit Ihrer Geschäftsidee durchstarten, sollten Sie unbedingt einen Businessplan schreiben. Das klingt erst einmal nach Arbeit, die er auch macht. Aber das lohnt sich.

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In dem Businessplan sollten Sie darlegen, welches Produkt oder welche Dienstleistung Sie anbieten wollen, welche Marktsituation Sie erwarten, welche Strategien Sie verfolgen, wie sich Ihr Gründerteam zusammensetzt und wie die Finanzplanung Ihrer Idee aussieht. Das Aufstellen eines solchen Geschäftsplans kostet Zeit und braucht viel Recherche - aber er hilft Ihnen dabei, Ihre Gedanken konkret zu formulieren und die fixe Idee zu validieren. Oft erkennen Sie schon beim Verfassen, wo das Konzept Lücken hat, wo Risiken und größere Hindernisse lauern - und das frühzeitig, bevor Sie zu viel Geld und Eigenkapital investiert haben.

Geschäftsidee entwickeln: Mit diesen Tipps klappt's

Die obigen Grundregeln im Hinterkopf fehlt natürlich immer noch die eigentliche Geschäftsidee. Oft liest man im Netz dann Ratschläge wie: "Einfach die Augen offen halten - das Geld liegt auf der Straße". Das ist zwar nicht falsch, aber auch so nützlich wie ein Doppelbett für den Papst.

Wahr ist allerdings auch, dass man dem Suchen und Finden einer Geschäftsidee mit ein paar Tipps und Techniken auf die Sprünge helfen kann. Das ist allerdings ein sogenannter iterativer Prozess. Das heißt: Durch mehrfaches Wiederholen und Verfeinern (oder Verwerfen) nähern Sie sich der Lösung allmählich an.

Die folgenden Schritte und Techniken helfen dabei:

  1. Nutzen Sie die Digitalisierung.

    Die Digitalisierung der Wirtschaft ist nicht nur ein Buzzword der Moderne - es ist tatsächlich eine revolutionäre Kraft, die die Wirtschaft massiv verändern wird. Nicht alles, aber sehr vieles. Kaum einer kauft heute noch CDs, leiht sich Videos in der Videothek aus oder liest Zeitung auf Papier. Viele dieser alten Geschäftsmodelle sind durch digitale abgelöst worden. Und der Prozess hält noch lange an - das muss ja nicht bei selbstlenkenden Autos enden. Denken Sie also ruhig ein bisschen verrückt, spinnen Sie rum, was sich noch "digitalisieren" lassen könnte - aber nicht als Selbstzweck, sondern weil es dadurch besser, billiger, bequemer wird.

  2. Erkennen Sie Probleme ohne Lösung.

    Ein Ursprung vieler guter Geschäftsideen sind Fragen, wie: Warum gibt es das eigentlich noch nicht? oder: Warum hat das noch niemand erfunden? Erkennen Sie Probleme im Alltag oder achten Sie auf Beschwerden, die Sie aus Ihrem Umfeld immer wieder hören. Lässt sich an dieser Situation vielleicht etwas ändern? Wenn Sie sich über etwas immer wieder ärgern, könnte es sein, dass das anderen genauso geht. Aus der Marktlücke, die Sie so entlarven, lässt sich eine Geschäftsidee und gleich noch ein möglicher Absatzmarkt entwickeln.

    Es gibt übrigens vier Geschäftsfelder, die praktisch immer Konjunktur haben und damit meist auch gute Wachstumsperspektiven bieten:

    • Gesundheit & Ernährung
    • Freizeit & Reise
    • Liebe & Sex
    • Job & Geld
  3. Lassen Sie sich von anderen inspirieren.

    Um selbst aus den Startlöchern zu kommen, kann es hilfreich sein, die Erfolgsgeschichten anderer Geschäftsideen zu analysieren. Auf der einen Seite erhalten Sie Einblicke in die Schritte, die nötig waren, um aus einer fixen Idee ein Millionen-Unternehmen zu machen. Auf der anderen Seite sehen Sie aber auch, dass selbst die Größten einmal klein angefangen haben. Microsoft, Amazon, Google, Nike, Ford, Harley Davidson, Disney, Delta Airlines, Hewlett-Packard, Cisco - alle diese Unternehmen begannen in einer Garage.

  4. Verbessern Sie bestehende Produkte.

    Mit einer Geschäftsidee verbinden die meisten etwas Neues und Innovatives, das es bisher noch nicht gab. Der Gedanke ist jedoch schlichtweg falsch. Man muss das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Eine Geschäftsidee kann auch erfolgreich sein, wenn sie keine Weltneuheit darstellt. Oft reicht es schon, wenn Sie vielversprechendes Modell oder ein Produkt günstiger oder besser machen als andere Anbieter. Hauptsache, Sie schaffen für Ihre potenziellen Kunden einen Mehrwert, den es so noch nicht gibt und für den sie bereit sind, Geld auszugeben.

  5. Nutzen Sie Kreativitätstechniken.

    Fehlt Ihnen die zündende Idee und die nötige Inspiration? Dann können Sie Ihre Phantasie auch durch sogenannte Kreativitätstechniken beflügeln. Sehr wahrscheinlich kennen Sie schon das sogenannte Brainstorming (alternativ auch das Brainswarming). Es gibt aber noch weitaus mehr Methoden und Techniken, um neue Ideen zu generieren und eine Geschäftsidee zu entwickeln. Die alle hier aufzuführen, wäre zu lange - deswegen haben wir die besten Kreativitätstechniken schon in DIESEM Dossier zusammengefasst.

  6. Importieren und adaptieren Sie Geschäftsideen.

    Das klingt erst einmal nach Copycat - also nach Ideenraub. Und in der Tat gibt es im Internet zahlreiche Beispiele dafür, dass dieses Modell funktioniert (auch als Karrierebibel werden wir inzwischen von einigen Webseiten konzeptionell kopiert und haben schon so manchen Artikel anderswo "inspiriert"). Gemeint ist hier aber die legitimere Form der Adaption - insbesondere im analogen Geschäft: Denken Sie beispielsweise an ein florierendes Restaurant oder Bar-Konzept in Berlin. Es spricht nichts dagegen, das Konzept an die Nachfrage in Ihrer Stadt (nicht Berlin!) anzupassen und zu importieren. Sprich: ein ähnliches Restaurant zu eröffnen. Sie treten so mit Ihrer Adaption nicht in direkte Konkurrenz zum Original, müssen das Rad aber eben auch nicht selbst erfinden. Charmanter ist natürlich, Sie sprechen mit dem Urheber vorher darüber - vielleicht ist der so nett und gibt Ihnen gleich noch ein paar Tipps mit auf den Weg.

  7. Unterscheiden Sie zwischen Kritik und Nörgelei.

    Eine Geschäftsidee zu entwickeln und umzusetzen gelingt nicht innerhalb weniger Tage. Es ist ein langfristiger Prozess, der Sie auch nicht vor dem einen oder anderen Rückschlag verschont. Erfinden, bewerten, verwerfen, verbessern, bewerten, ... das gehört einfach dazu. Auch wird es immer jemanden geben, der etwas an Ihrer Idee oder an der Umsetzung auszusetzen hat. Achten Sie aber auf den Unterschied zwischen Kritikern, deren Feedback Ihnen weiterhelfen kann einerseits - und Nörglern andererseits, die nur destruktiv alles schlecht reden. Letztere dürfen Sie getrost ignorieren. Erstere hingegen sollten Sie gezielt suchen, um von deren Sicht, Erfahrung und Know-how zu profitieren.

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Extra-Tipp-IconJede Geschäftsidee dreht sich am Anfang um einen Punkt: ein Element aus dem Alltag, aus dem privatem Leben oder aus dem aktuellem Job. Bevor Sie sich auf die Suche nach Ihrer Geschäftsidee machen, sollten Sie sich überlegen, um welches Element Sie diese aufbauen wollen: um Ihre Passion, um das Publikum, um ein Problem oder um ein Produkt. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Passion

    Möchten Sie das Geschäft um Ihr Hobby, Ihre Leidenschaft oder um ein bestimmtes Thema aufbauen, sollten Sie diese einer genauer Analyse unterziehen: Haben Sie eine Idee, die Sie der Welt präsentieren möchten, besondere Kenntnisse oder ein bestimmtes Thema, das Sie mit dem Publikum teilen möchten? Was noch wichtiger ist: Gibt es bereits Produkte oder Unternehmen, die diese Bereiche bedienen?

  • Publikum

    Analysieren Sie Ihr Jobumfeld, Ihre Familie oder Ihren Freundeskreis – auf diese Weise finden Sie Menschen, die zu potenziellen Kunden werden können. Wird Ihr Geschäft darauf ausgerichtet sein, diesen Menschen eine Dienstleistung, ein Produkt oder Informationen anzubieten? Heute können praktisch alle Interessen ein gewisses Publikum bedienen, sie müssen nur geteilt werden.

  • Problem

    Achten Sie auf Bedürfnisse, Mängel und Nachteile, mit denen Sie im Alltag konfrontiert werden. Gibt es ein Problem, braucht es auch eine Lösung - darauf kann Ihr Geschäft aufbauen. Die Frage ist: Können Sie das Leben der Menschen oder ihre Arbeit mit dieser Problemlösung erleichtern?

  • Produkt

    Schauen Sie sich im Job oder im Privatleben um: Fehlt Ihnen ein Produkt oder Informationen, die eine breite Masse der Kunden ansprechen könnten? Oder haben Sie bereits ein Produkt entwickelt, das Sie verkaufen könnten? Mit einem solchen Produkt können Sie möglicherweise eine Nische füllen, achten Sie aber darauf, realistisch zu bleiben und sich nicht zu sehr in die eigene Idee zu verlieben und dadurch Schwächen zu ignorieren.

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]

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