karrierebibel.de - Feed https://karrierebibel.de Alle Tipps zu Bewerbung, Ausbildung, Studium, Job und Arbeitsrecht Sat, 16 Jan 2021 16:41:43 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4.4 Inhouse Consulting: Aufgaben, Ausbildung, Gehalt + Bewerbung https://karrierebibel.de/inhouse-consulting/ Sat, 16 Jan 2021 11:00:45 +0000 Anja Rassek http://karrierebibel.de/?p=45343

Das Inhouse Consulting ist die interne Konkurrenz zu den externen Anbietern von Unternehmensberatung. Lange Zeit ließen sich Unternehmen von fremden Beratern unterstützen. Mit Inhouse Consulting hat sich das geändert: Immer häufiger bilden sich interne Beratungseinheiten aus – mit dem Effekt, dass die Nachfrage nach qualifizierten Kräften steigt. Was braucht es, um als Inhouse Consultant zu arbeiten? Welche Aufgaben zum Berufsbild gehören, welches Gehalt möglich ist und was Sie sonst zu Ausbildung und Bewerbung wissen müssen…

Inhouse Consulting Aufgaben

Während Sie als externer Berater für die Zusammenarbeit über einen gewissen Zeitraum engagiert werden, um mit dem Unternehmen oder einzelnen Abteilungen zu kooperieren, sind Sie als Inhouse Consultant direkt in ein Unternehmen eingegliedert. Das Inhouse Consulting kommt dann zum Einsatz, wenn es zusätzliche Unterstützung braucht, weil ein Unternehmensbereich bei einem Projekt alleine nicht mehr weiter weiß. Größeres Know-how in bestimmten Feldern oder ein neuer Blickwinkel sind gefragt, um die Lage neu zu bewerten und daraus Lösungen abzuleiten. Dieses vermitteln Sie Mitarbeitern, damit diese ihren Arbeitsalltag besser bewältigen können. Im Unterschied zu externen Beratern bringt Inhouse Consulting folgende Vorteile mit:

  • Schnellere Handlungsbereitschaft
    Da beim Inhouse Consulting die Berater direkt im Unternehmen sind, können diese meist schneller tätig werden und bei Problemen eingreifen und helfen.
  • Höhere Akzeptanz
    Im besten Fall trifft das Inhouse Consulting bei den Mitarbeitern auf höhere Akzeptanz, weil die Berater aus den eigenen Reihen stammen und nicht als Außenstehende über eine Abteilung urteilen und Anweisungen geben.
  • Geringere Kosten
    Auch bei Inhouse Consulting fallen Kosten an. Allerdings können diese geringer ausfallen als der wiederholte und ständige Einsatz externer Beratungsunternehmen, die zum Teil enorme Preise verursachen.
  • Wachsende Erfahrung
    Das Inhouse Consulting kann von den Erfahrungen profitieren, sich weiterentwickeln und somit mit der Zeit immer besser reagieren und schneller passende Lösungen finden. Je länger die internen Berater tätig sind, desto größer der Nutzen.

Wer als Berater im Inhouse Consulting angestellt ist, arbeitet aber oft nicht nur direkt im eigenen Unternehmen. Zunehmend häufiger ist auch ein Einsatz in assoziierten Unternehmen oder sogar bei Lieferanten und Kunden vorgesehen.

Inhouse Consulting Jobs

Inhouse Consulting Ausbildung

Weder Inhouse Consulting noch Inhouse Consultant sind geschützte Begriffe, Gleiches gilt für die Begriffe Unternehmensberatung beziehungsweise Unternehmensberater. Daher gibt es nicht direkt die eine Ausbildung, die zum Beruf führt. Klar ist allerdings auch, dass Sie als Inhouse Consultant Zugang zu sensiblen Informationen haben und somit über Wohl und Wehe eines Unternehmens entscheiden. Mindestqualifikation ist daher ein abgeschlossenes Studium im technischen oder kaufmännischen Bereich.

Aussichten auf Erfolg haben Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure, Informatiker, Juristen und Naturwissenschaftler. Als akademische Abschlüsse kommen Master, Diplom oder ein MBA infrage. Gute Aussichten auf eine Übernahmen haben zudem Bewerber, die nicht nur ein überdurchschnittlich gutes Studium absolviert, sondern zuvor ein Praktikum im Unternehmen gemacht haben. Der nächste Karriereschritt nach dem Studium ist zunächst der Einstieg als Trainee.

Inhouse Consulting ist ein anstrengender Job: Bewerber müssen mit Stress und Herausforderungen umgehen können – gerade wenn ein Projekt ansteht und dringende Bearbeitung verlangt. Wer also nach einem vollkommen entspannten Beruf sucht, bei dem Überstunden ein Fremdwort sind, ist im Inhouse Consulting falsch.

Inhouse Consulting Gehalt

Da Unternehmen von ihren Consultants einiges erwarten, ist die Bezahlung sowohl in der externen als auch in der internen Unternehmensberatung sehr gut.

Inhouse Consulting Gehalt Entwicklung

Trainee Gehälter können bei 33.000 bis 37.000 Euro brutto Jahresgehalt liegen. Allerdings schwanken die Gehälter enorm. Folgende Faktoren wirken sich aus:

  • Studienabschluss
  • Berufserfahrung
  • Führungsverantwortung
  • Position
  • Standort
  • Unternehmen
  • Branche

Wer beispielsweise einen Bachelorabschluss hat, kann als Analyst (berufserfahren) etwa 46.000 Euro brutto pro Jahr verdienen. Mit einem Master-Abschluss sind bereits 20.000 Euro mehr im Jahr möglich und bei einem MBA sogar bis zu 30.000 Euro. Ganz andere Gehälter zeigen sich je nach Berufserfahrung und Personalverantwortung (PV):

Gehaltsvergleich Aehnliche Branchen Berufe

Üblicherweise setzt sich das Gehalt aus drei Bestandteilen zusammen: Fixgehalt, variabler Anteil und Zusatzleistungen. Inhouse Consultants können mit netten Goodies wie erfolgsgebundenen Provisionen, einem Firmenwagen, betrieblicher Altersvorsorge und ähnlichem rechnen. Wer sich für einen Job im Inhouse Consulting entscheidet, sollte daher das Gesamtpaket beachten: Das umfasst zum Beispiel auch die Zahl der Schulungstage und den Wert der angebotenen Schulungen – nicht zu vergessen den Umfang der verfügbaren Freizeit. Besonders hohe Gehälter sind immer auch als Kompensation zu sehen.

Wichtig zu wissen: Die internen Unternehmensberatungen können sich nicht immer frei auf dem Gehaltsmarkt bewegen, da sie oft an Unternehmensvorgaben gebunden sind. Dafür kann das Gesamtpaket je nach den persönlichen Präferenzen durchaus attraktiver ausfallen.

Arbeitgeber: Wer sucht Inhouse Consultants?

Wer ins Inhouse Consulting will, will hoch hinaus. Es sind vor allem mittlere bis große Unternehmen, die ihre eigenen Berater beschäftigen. Allen voran sind es börsennotierte Unternehmen, die interne Beratungsabteilungen haben. Laut Consulting-Life.de existieren in 23 von 30 Dax-Unternehmen Inhouse-Consulting-Abteilungen. Darunter so namhafte wie:

  • Allianz Inhouse Consulting
  • Boehringer Ingelheim Internal Consulting
  • Bundesministerium der Verteidigung BwConsulting
  • DHL Consulting
  • E.ON Inhouse Consulting
  • Lufthansa Consulting
  • Mercedes-Benz Management Consulting
  • Siemens Management Consulting

Inhouse Consulting Jobs: Karrierechancen + Aussichten

Die Beratungsbranche lockt mit hohen Gehältern, schreckt gleichzeitig aber auch viele ab, da die Geschichten von endlosen Arbeitstagen, dem dauerhaften Reisen zwischen verschiedenen Unternehmen in unterschiedlichen Ländern und dem Fehlen einer Work-Life-Balance weithin bekannt sind. Inhouse Consulting bietet zwar eine mögliche Alternative, doch sollten Bewerber das nicht unterschätzen.

Große Strategieberatungen stellen Absolventen aller Fachrichtungen ein. Im Inhouse Consulting hingegen achtet man stärker auf einen branchenspezifischen Hintergrund. Der Bedarf ist hoch, aber es ist nicht ganz leicht, einen einen Job im Inhouse Consulting zu bekommen, da die Anforderungen an Mitarbeiter hoch gesteckt sind. Uniabsolventen steigen mit einem Traineeship ein. Ihnen steht währenddessen ein Mentor zur Seite. Die nächste Karrierestufe ist mit steigender Berufserfahrung der Junior Consultant, gefolgt vom Senior Consultant. ein Aufstieg in die Führungsebene gelingt meist innerhalb weniger Jahre. Wer sich mehrere Optionen offen halten möchte – hinsichtlich Position und Branche – kann sich immer noch für eine Karriere bei bekannten externen Beratungsunternehmen wie McKinsey, KPMG, Deloitte oder Accenture entscheiden.

Bewerbung als Inhouse Consultant: Tipps + Vorlagen

Die Besten durchlaufen ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren, das sich beispielsweise bei Eon in Form eines Auswahltages gestaltet. Dahinter verbirgt sich ein Assessment Center, in dem Bewerber unter anderem anhand von Fallstudien ihre Eignung unter Beweis stellen müssen. Das Besondere am Inhouse Consulting: Die Klienten sind gleichzeitig Ihre Kollegen. Wichtig sind daher natürlich soziale Kompetenzen, denn auch in schwierigen Situationen wird man sich regelmäßig über den Weg laufen.

Neben einem überdurchschnittlichen Studienabschluss benötigen Bewerber daher hohe Problemlösungskompetenz, Kommunikationsstärke, ein ausgeprägtes analytisches Denkvermögen, sowie Begeisterungs– und Teamfähigkeit. Ein sicherer Auftritt gegenüber von Kunden im Top-Management ist ebenso unerlässlich wie sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse und Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen. Diese Kenntnisse und Fähigkeiten sollten Sie in Ihrem Anschreiben überzeugend transportieren, beispielsweise so:

  • „Meine fundierte Analyse brachte dem Unternehmen eine Steigerung des Jahresumsatzes um 17 Prozent.“
  • „Maßgeschneiderte Lösungen fallen mir auch auf internationalem Parkett nicht schwer, da ich neben meiner Muttersprache Deutsch noch verhandlungssicher Japanisch und Koreanisch beherrsche.“

Kostenlose Vorlagen mit Mustertext

Profitieren Sie von unseren kostenlosen Vorlagen zum Bewerbungsschreiben. Diese können Sie sich einzeln als Word-Datei herunterladen, indem Sie auf „Anschreiben“, „Deckblatt“ oder „Lebenslauf“ klicken – oder als komplettes Bewerbungsset, indem Sie auf das Vorschaubild klicken. Dann erhalten Sie alle drei Word-Vorlagen zusammengefasst in einer Zip-Datei.

Bewerbung Inhouse Consulting Vorlagen Muster➠ Vorlage / Muster: Anschreiben, Deckblatt, Lebenslauf

Bewerbungsvorlagen: 120+ kostenlose Muster
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Das Inhouse Consulting ist die interne Konkurrenz zu den externen Anbietern von Unternehmensberatung. Lange Zeit ließen sich Unternehmen von fremden Beratern unterstützen. Mit Inhouse Consulting hat sich das geändert: Immer häufiger bilden sich interne Beratungseinheiten aus – mit dem Effekt, dass die Nachfrage nach qualifizierten Kräften steigt. Was braucht es, um als Inhouse Consultant zu arbeiten? Welche Aufgaben zum Berufsbild gehören, welches Gehalt möglich ist und was Sie sonst zu Ausbildung und Bewerbung wissen müssen…

Inhouse Consulting Aufgaben

Während Sie als externer Berater für die Zusammenarbeit über einen gewissen Zeitraum engagiert werden, um mit dem Unternehmen oder einzelnen Abteilungen zu kooperieren, sind Sie als Inhouse Consultant direkt in ein Unternehmen eingegliedert. Das Inhouse Consulting kommt dann zum Einsatz, wenn es zusätzliche Unterstützung braucht, weil ein Unternehmensbereich bei einem Projekt alleine nicht mehr weiter weiß. Größeres Know-how in bestimmten Feldern oder ein neuer Blickwinkel sind gefragt, um die Lage neu zu bewerten und daraus Lösungen abzuleiten. Dieses vermitteln Sie Mitarbeitern, damit diese ihren Arbeitsalltag besser bewältigen können. Im Unterschied zu externen Beratern bringt Inhouse Consulting folgende Vorteile mit:

  • Schnellere Handlungsbereitschaft
    Da beim Inhouse Consulting die Berater direkt im Unternehmen sind, können diese meist schneller tätig werden und bei Problemen eingreifen und helfen.
  • Höhere Akzeptanz
    Im besten Fall trifft das Inhouse Consulting bei den Mitarbeitern auf höhere Akzeptanz, weil die Berater aus den eigenen Reihen stammen und nicht als Außenstehende über eine Abteilung urteilen und Anweisungen geben.
  • Geringere Kosten
    Auch bei Inhouse Consulting fallen Kosten an. Allerdings können diese geringer ausfallen als der wiederholte und ständige Einsatz externer Beratungsunternehmen, die zum Teil enorme Preise verursachen.
  • Wachsende Erfahrung
    Das Inhouse Consulting kann von den Erfahrungen profitieren, sich weiterentwickeln und somit mit der Zeit immer besser reagieren und schneller passende Lösungen finden. Je länger die internen Berater tätig sind, desto größer der Nutzen.

Wer als Berater im Inhouse Consulting angestellt ist, arbeitet aber oft nicht nur direkt im eigenen Unternehmen. Zunehmend häufiger ist auch ein Einsatz in assoziierten Unternehmen oder sogar bei Lieferanten und Kunden vorgesehen.

Inhouse Consulting Jobs

Inhouse Consulting Ausbildung

Weder Inhouse Consulting noch Inhouse Consultant sind geschützte Begriffe, Gleiches gilt für die Begriffe Unternehmensberatung beziehungsweise Unternehmensberater. Daher gibt es nicht direkt die eine Ausbildung, die zum Beruf führt. Klar ist allerdings auch, dass Sie als Inhouse Consultant Zugang zu sensiblen Informationen haben und somit über Wohl und Wehe eines Unternehmens entscheiden. Mindestqualifikation ist daher ein abgeschlossenes Studium im technischen oder kaufmännischen Bereich.

Aussichten auf Erfolg haben Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure, Informatiker, Juristen und Naturwissenschaftler. Als akademische Abschlüsse kommen Master, Diplom oder ein MBA infrage. Gute Aussichten auf eine Übernahmen haben zudem Bewerber, die nicht nur ein überdurchschnittlich gutes Studium absolviert, sondern zuvor ein Praktikum im Unternehmen gemacht haben. Der nächste Karriereschritt nach dem Studium ist zunächst der Einstieg als Trainee.

Inhouse Consulting ist ein anstrengender Job: Bewerber müssen mit Stress und Herausforderungen umgehen können – gerade wenn ein Projekt ansteht und dringende Bearbeitung verlangt. Wer also nach einem vollkommen entspannten Beruf sucht, bei dem Überstunden ein Fremdwort sind, ist im Inhouse Consulting falsch.

Inhouse Consulting Gehalt

Da Unternehmen von ihren Consultants einiges erwarten, ist die Bezahlung sowohl in der externen als auch in der internen Unternehmensberatung sehr gut.

Inhouse Consulting Gehalt Entwicklung

Trainee Gehälter können bei 33.000 bis 37.000 Euro brutto Jahresgehalt liegen. Allerdings schwanken die Gehälter enorm. Folgende Faktoren wirken sich aus:

  • Studienabschluss
  • Berufserfahrung
  • Führungsverantwortung
  • Position
  • Standort
  • Unternehmen
  • Branche

Wer beispielsweise einen Bachelorabschluss hat, kann als Analyst (berufserfahren) etwa 46.000 Euro brutto pro Jahr verdienen. Mit einem Master-Abschluss sind bereits 20.000 Euro mehr im Jahr möglich und bei einem MBA sogar bis zu 30.000 Euro. Ganz andere Gehälter zeigen sich je nach Berufserfahrung und Personalverantwortung (PV):

Gehaltsvergleich Aehnliche Branchen Berufe

Üblicherweise setzt sich das Gehalt aus drei Bestandteilen zusammen: Fixgehalt, variabler Anteil und Zusatzleistungen. Inhouse Consultants können mit netten Goodies wie erfolgsgebundenen Provisionen, einem Firmenwagen, betrieblicher Altersvorsorge und ähnlichem rechnen. Wer sich für einen Job im Inhouse Consulting entscheidet, sollte daher das Gesamtpaket beachten: Das umfasst zum Beispiel auch die Zahl der Schulungstage und den Wert der angebotenen Schulungen – nicht zu vergessen den Umfang der verfügbaren Freizeit. Besonders hohe Gehälter sind immer auch als Kompensation zu sehen.

Wichtig zu wissen: Die internen Unternehmensberatungen können sich nicht immer frei auf dem Gehaltsmarkt bewegen, da sie oft an Unternehmensvorgaben gebunden sind. Dafür kann das Gesamtpaket je nach den persönlichen Präferenzen durchaus attraktiver ausfallen.

Arbeitgeber: Wer sucht Inhouse Consultants?

Wer ins Inhouse Consulting will, will hoch hinaus. Es sind vor allem mittlere bis große Unternehmen, die ihre eigenen Berater beschäftigen. Allen voran sind es börsennotierte Unternehmen, die interne Beratungsabteilungen haben. Laut Consulting-Life.de existieren in 23 von 30 Dax-Unternehmen Inhouse-Consulting-Abteilungen. Darunter so namhafte wie:

  • Allianz Inhouse Consulting
  • Boehringer Ingelheim Internal Consulting
  • Bundesministerium der Verteidigung BwConsulting
  • DHL Consulting
  • E.ON Inhouse Consulting
  • Lufthansa Consulting
  • Mercedes-Benz Management Consulting
  • Siemens Management Consulting

Inhouse Consulting Jobs: Karrierechancen + Aussichten

Die Beratungsbranche lockt mit hohen Gehältern, schreckt gleichzeitig aber auch viele ab, da die Geschichten von endlosen Arbeitstagen, dem dauerhaften Reisen zwischen verschiedenen Unternehmen in unterschiedlichen Ländern und dem Fehlen einer Work-Life-Balance weithin bekannt sind. Inhouse Consulting bietet zwar eine mögliche Alternative, doch sollten Bewerber das nicht unterschätzen.

Große Strategieberatungen stellen Absolventen aller Fachrichtungen ein. Im Inhouse Consulting hingegen achtet man stärker auf einen branchenspezifischen Hintergrund. Der Bedarf ist hoch, aber es ist nicht ganz leicht, einen einen Job im Inhouse Consulting zu bekommen, da die Anforderungen an Mitarbeiter hoch gesteckt sind. Uniabsolventen steigen mit einem Traineeship ein. Ihnen steht währenddessen ein Mentor zur Seite. Die nächste Karrierestufe ist mit steigender Berufserfahrung der Junior Consultant, gefolgt vom Senior Consultant. ein Aufstieg in die Führungsebene gelingt meist innerhalb weniger Jahre. Wer sich mehrere Optionen offen halten möchte – hinsichtlich Position und Branche – kann sich immer noch für eine Karriere bei bekannten externen Beratungsunternehmen wie McKinsey, KPMG, Deloitte oder Accenture entscheiden.

Bewerbung als Inhouse Consultant: Tipps + Vorlagen

Die Besten durchlaufen ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren, das sich beispielsweise bei Eon in Form eines Auswahltages gestaltet. Dahinter verbirgt sich ein Assessment Center, in dem Bewerber unter anderem anhand von Fallstudien ihre Eignung unter Beweis stellen müssen. Das Besondere am Inhouse Consulting: Die Klienten sind gleichzeitig Ihre Kollegen. Wichtig sind daher natürlich soziale Kompetenzen, denn auch in schwierigen Situationen wird man sich regelmäßig über den Weg laufen.

Neben einem überdurchschnittlichen Studienabschluss benötigen Bewerber daher hohe Problemlösungskompetenz, Kommunikationsstärke, ein ausgeprägtes analytisches Denkvermögen, sowie Begeisterungs– und Teamfähigkeit. Ein sicherer Auftritt gegenüber von Kunden im Top-Management ist ebenso unerlässlich wie sehr gute Deutsch- und Englischkenntnisse und Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen. Diese Kenntnisse und Fähigkeiten sollten Sie in Ihrem Anschreiben überzeugend transportieren, beispielsweise so:

  • „Meine fundierte Analyse brachte dem Unternehmen eine Steigerung des Jahresumsatzes um 17 Prozent.“
  • „Maßgeschneiderte Lösungen fallen mir auch auf internationalem Parkett nicht schwer, da ich neben meiner Muttersprache Deutsch noch verhandlungssicher Japanisch und Koreanisch beherrsche.“

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Job in Gefahr? 15 Warnzeichen + 4 Rettungs-Tipps https://karrierebibel.de/job-in-gefahr/ Sat, 16 Jan 2021 11:00:17 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=62009

Eine Kündigung trifft jeden Arbeitnehmer hart. Besonders hart, wenn der Jobverlust scheinbar unvorhergesehen kommt. Würde man frühzeitig wissen, dass der Job in Gefahr ist, könnte man vielleicht noch etwas retten… Aber kann man wirklich gefeuert werden, ohne vorher was zu merken? Theoretisch ja. In der Praxis aber gibt oft zahlreiche Warnzeichen. Woran Sie erkennen können, ob Ihr Job in Gefahr ist und was Sie dagegen tun können…

Job in Gefahr: Jetzt bloß keine Panik

Wenn Sie spüren, dass Ihr Job in Gefahr sein könnte oder eine Kündigung droht: Bitte keine Panik! Noch ist nichts verloren – und noch handelt es sich nur um Warnzeichen. Es geht darum, ein Gespür für Veränderungen zu entwickeln, um rechtzeitig reagieren zu können. Selbst im schlimmsten Fall ist ein Jobverlust kein Weltuntergang. Nicht selten ist es ein (unfreiwillige) Chance zu einer beruflichen Neuorientierung. Ein Tritt in den Hintern, ohne den man sich vorher nicht aus der Komfortzone bewegt hätte.

Hinzu kommt: Professionell und taktisch klug reagieren, können Sie nur mit einem klaren Kopf. Mit einer Panikattacke gelingt das nicht. Die führt eher zu Aktionismus und Kurzschlusshandlungen. Und wie gesagt: Noch handelt es sich um Warnzeichen – kein berufliches Nahtoderlebnis und keine Tatsache!

Drohende Kündigung nie persönlich nehmen!

Wenn Arbeitnehmer um Ihren Job fürchten, nehmen das viele persönlich und suchen die Gründe bei sich. Ganz verkehrt ist das nicht. Selbstreflexion ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Wenn der Job in Gefahr ist, gibt es aber noch zahlreiche andere Ursachen und äußere Gründe. Manche davon liegt nicht mal in Ihrem Einflussbereich.

Deshalb: In einer akuten Jobkrise sollte Sie zunächst ganz sachlich und nüchtern die Warnzeichen analysieren: Welchen Anteil haben Sie daran? Was liegt am Arbeitgeber oder ist Folge einer allgemeinen Wirtschaftskrise (wie etwa in Corona-Zeiten)? Anschließend konzentrieren Sie sich auf jene Faktoren, die Sie selbst beeinflussen können. Dazu unten mehr.

15 Warnzeichen, dass Ihr Job in Gefahr ist

Wenn Sie eines der folgenden Warnzeichen wahrnehmen, sollten Sie zumindest hellhörig werden. Selbst wenn Ihr Arbeitsplatz nicht bedroht ist, dürfte es sich um Vorzeichen einer nachhaltigen Veränderung im Unternehmen oder in Ihrer Abteilung handeln. Es schadet also nicht, wenn Sie sich rechtzeitig auf mögliche Umstrukturierungen einstellen und vorbereiten.

4 Anzeichen vom Chef

  • Der Chef sagt es
    Eindeutiger geht es nicht. Wenn der Chef Ihnen mitteilt, dass Ihr Job gefährdet ist, brennt die Luft. Hier sollten Sie keine Zeit verstreichen lassen und durch mehr Engagement und Leistungsbereitschaft gegensteuern. Oder Sie beginnen mit den Bewerbungen für eine neue Stelle.
  • Der Chef interessiert sich für Details
    Gemeint ist nicht das übliche Maß, sondern wenn er anfängt in Ihrer Arbeit zu graben. Insbesondere wenn er Rechtfertigungen und Projektberichte einfordert, könnte er Beweise gegen Sie sammeln.
  • Der Chef fragt nicht mehr
    Und zwar nach Ihrer Meinung. Sie nach Ihrer Einschätzung zu fragen, ist ein sicheres Zeichen für Wertschätzung und Vertrauen. Werden Sie nicht mehr gefragt, sind womöglich schon die Weichen für das Abstellgleis gestellt.
  • Der Chef bittet Sie zum Gespräch
    Regelmäßige Mitarbeitergespräche sind wichtig, um Feedback zu erhalten und Entwicklungen zu besprechen. Werden Sie in jüngster Zeit aber häufiger zum Personalgespräch gebeten und erhalten dabei überwiegend Kritik, ist das ein Warnzeichen.

5 Anzeichen bei den Aufgaben

Auch an Ihren Aufgaben können Sie erkennen, ob der Job in Gefahr ist und der Chef darüber nachdenkt, Ihre Position neu zu besetzen.

  • Ihre Aufgaben werden delegiert
    Das Warnzeichen ist fies, weil es sich zunächst gut anfühlt. Werden nach und nach Teile Ihrer Aufgaben an Kollegen delegiert, sinkt der Stress und Sie gewinnen mehr Spielraum. Es kann aber auch ein Anzeichen sein, dass das Team darauf vorbereitet wird, Ihren Job ganz zu übernehmen. Eindeutig wird es beim sogenannten Straining – dem Mobbing durch Langeweile. Der Mitarbeiter soll sich überflüssig und nutzlos fühlen. Der perfide Plan: Der Arbeitnehmer greift zur Eigenkündigung. Das spart Kosten und eine Abfindung.
  • Die Aufgaben werden trivial
    Sie haben zwar weiterhin Arbeit – auch im gesunden Maß. Aber die Arbeitsinhalte und Aufgaben werden immer anspruchsloser. Im Grunde könnte den Job auch ein Praktikant oder Azubi im ersten Lehrjahr problemlos erledigen. Dann ist im Unternehmen entweder gerade nichts los. Oder Sie werden abserviert. Hier sollten Sie das Gespräch mit dem Chef suchen und deutlich machen, dass Sie mehr leisten können und wollen. Die Reaktion des Chefs liefert weitere Hinweise.
  • Die Aufgaben nehmen überhand
    Auch das Gegenteil kann ein Warnzeichen sein: Ihr Chef will Sie an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit bringen? Gefährlich! Die drohende Überlastung hat zwei Effekte: Sie machen mehr Fehler – dafür kann man Sie abmahnen. Oder Sie werden krank und kündigen selbst. Sollte das Vorgehen gezielt und dauerhaft bestehen, kann es sich um Bossing handeln. Also einen mobbenden Chef.
  • Informationen erreichen Sie nicht mehr
    Es scheint so, als würden wichtige Informationen regelmäßig an Ihnen vorbeifließen? Das kann ein simples Kommunikationsproblem sein. Möglicherweise ist es aber auch ein Anzeichen für eine gezielte Isolation. Kurz: Abstellgleis. Für wichtige Aufgaben und relevante Projekte plant man Sie gar nicht mehr ein. Deutlicher wird es, wenn auch die Kollegen auf Distanz gehen.
  • Sie arbeiten Ihren Nachfolger ein
    Hier wird es subtil: Es wird eine Person eingestellt, die ziemlich genau Ihrem Stellenprofil entspricht. Und diesen Kollegen sollen Sie auch noch einarbeiten. Womöglich Ihren Nachfolger. Fies. Aber: Das Anzeichen ist nicht so eindeutig, wie es scheint. Es kommt auf die Rahmenbedingungen an: Ist Ihr Arbeitspensum in jüngster Zeit deutlich gestiegen? Geht es dem Betrieb wirtschaftlich gut? Dann arbeiten Sie womöglich nicht Ihren Nachfolger ein, sondern einen entlastenden MITarbeiter im Wortsinn.

3 Anzeichen aus dem Umfeld

Vielleicht ist es nur ein Bauchgefühl, dass der Job nicht mehr sicher ist. Dann halten Sie Augen und Ohren offen und beobachten Sie Ihr Umfeld. Auch andere Kollegen haben sensible Antennen und spüren eine Bedrohung.

  • Im Unternehmen grassieren Gerüchte
    Üblicherweise versuchen Manager, Entlassungen und Personalabbau so lange wie möglich zu verschleiern. Presseberichte werden dementiert. Mitarbeiterfragen als Spekulation oder Hysterie niedergebügelt. Die Erfahrung aber lehrt: Der Flurfunk ist ein veritables Indiz. Mehren sich solche Gerüchte, sind Kündigungen nicht fern. Und je vehementer das Dementi, desto schlimmer kommt es.
  • Sie sollen wichtige Daten teilen
    Sie werden gebeten, Ihre Kontakte, Kunden, Projektdaten mit Kollegen zu teilen? Alarmstufe Rot! Hier geht es um Ihr Herrschaftswissen. In Gedanken sind Sie womöglich schon gefeuert. Nur bemüht sich der Chef vorher um Schadenbegrenzung. Natürlich müssen Sie mitspielen – der Chef hat ein Direktionsrecht. Aber passiv bleiben, sollten Sie auch nicht: Spätestens jetzt sollten Sie mit der Jobsuche beginnen. Oder einen Headhunter kontaktieren.
  • Ihre Ideen stoßen auf Ablehnung
    Egal, was Sie vorschlagen: Der Boss lehnt es ab. Ganz mieses Zeichen. Das muss zwar nichts mit einer drohenden Kündigung zu tun haben. Es offenbart aber auch keine gute Reputation. Vielleicht sind Sie in Ungnade gefallen, vielleicht sind die Vorschläge auch wirklich nur schlecht. So oder so: Es wird Zeit für besseres Selbstmarketing.

3 Anzeichen im Unternehmen

Nicht zuletzt existieren auch innerhalb des Unternehmens einige Warnzeichen, dass eine (größere) Krise vor der Tür steht. Auch diese werden entweder über den Flurfunk oder über die Medien kolportiert.

  • Die Umsätze gehen zurück
    Jeder Markt befindet sich im ständigen Wandel. Unternehmen müssen sich entsprechend anpassen. Sollten Sie aber mitbekommen, dass der Umsatz stark einbricht, kann dies ein Indiz dafür sein, dass Ihr Arbeitgeber auf eine Marktveränderung nicht oder zu spät reagiert hat.
  • Das Eigenkapital sinkt
    Unternehmen werden zwar auch durch Fremdkapital finanziert. Doch ohne das nötige Eigenkapital drehen Banken schnell den Geldhahn zu. Wenn Verluste das Eigenkapital stark reduzieren, droht Gefahr für das Unternehmen und die Arbeitsplätze.
  • Zahlungen verspäten sich
    Nicht immer liegt der Fehler im Unternehmen selbst. Auch Kunden können für Probleme sorgen. Zum Beispiel dann, wenn Rechnungen verspätet bezahlt werden. Das Unternehmen muss in Vorkasse gehen, um eigene Rechnungen und Gehälter zahlen zu können. Das gefährdet auf Dauer die Liquidität.

Job in Gefahr? Selber schuld!

An dieser Stelle wird es unbequem. Ehrlicherweise liegt es manchmal auch an einem selbst, dass der Job in Gefahr ist. Das hört niemand gerne. Schuldzuweisungen sind aber keine Lösung. Nur wer ehrlich eigene Fehler und ungünstige Verhaltensweisen erkennt, kann diese ändern. Das alles kann Job und Karriere gefährden:

  • Fehlende Anpassung
    Jedes Unternehmen hat eine eigene Unternehmenskultur. Alle duzen sich, es gibt einen Dresscode oder generelle Umgangsformen. Gerade für Neulinge kann es schwer sein, die unsichtbaren Spielregeln zu erkennen. Da hilft nur: zuhören, zuschauen und lernen. Wer aber dauerhaft (und bewusst) gegen solche ungeschriebenen Teamregeln verstößt, provoziert die Immunabwehr der Organisation.
  • Mäßiger Einsatz
    Kein Job macht immer nur Spaß. Aber: Sie werden für Ihre Arbeit bezahlt. Das ist der Deal, den haben Sie mal unterschrieben. Wer irgendwann nachlässt, nur noch Dienst nach Vorschrift schiebt und Punkt 17 Uhr den Stift fallen lässt, darf sich nicht wundern, wenn er oder sie nicht mehr zu den Leistungsträgern und Peak Performern zählt. Mehr noch: Solche Mitarbeiter machen sich selbst entbehrlich und setzen sich an die Spitze einer potenziellen Streichliste.
  • Leere Versprechungen
    Was immer Sie zusagen, sollten Sie auch einhalten. Nichts ramponiert Ihren Ruf so sehr wie leere Versprechungen. Sie erzeugen so erst hohe Erwartungen und anschließende Enttäuschung. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Das vernichtet nicht nur Ihre Glaubwürdigkeit. Derart unzuverlässige Mitarbeiter manövrieren sich auf direktem Weg in die Karrieresackgasse.
  • Negative Sichtweise
    So mancher gefällt sich in der Rolle des mahnenden Kritikers. In Maßen ist das gesund. Dauerhaft aber pures Jobgift. Notorische Besserwisser und Pessimisten kann keiner leiden. Durch ihre konstant negative Sichtweise vermiesen sie allen die Laune. Irgendwann kippt die Stimmung – und Sie gelten nur noch als Jammerlappen und Schwarzseher, mit dem niemand mehr arbeiten will.
  • Unkollegiales Verhalten
    In den wenigsten Berufen reüssiert man als Einzelkämpfer. Umso mehr wird von allen Teamgeist und kollegiale Unterstützung erwartet. Oft schon in den Stellenanzeigen. Wer Kollegen im Stich lässt und nur auftaucht, wenn es Lorbeer abzustauben gibt, isoliert sich selbst. Nicht selten reagieren die Kollegen darauf mit Ausgrenzung oder gar Intrigen.
  • Anmaßende Arroganz
    Arroganz kann sich auf viele Arten zeigen. Ein unhöflicher Ton, regelmäßige Unpünktlichkeit bei Meetings oder maßlose Prahlerei. Wer so auftritt, darf sich nun wirklich nicht wundern, wenn er oder sie den Job in Gefahr bringt. Mit einem solchen Menschen ist ein Miteinander nur schwer zu ertragen. Erfahrene Führungskräfte feuern diesem Typus sofort, weil er Gift für jedes Betriebsklima ist. Egal, wie herausragend die Leistungen sind.

Tipps: Was tun, wenn Ihr Job in Gefahr ist

Das waren viele Warnzeichen. Nun geht es darum, wie Sie professionell darauf reagieren, wenn der Job in Gefahr ist. Je nach Situation gibt es hierbei verschiedene Optionen, wie Sie jetzt vorgehen sollten:

  • Suchen Sie das Gespräch
    Aussitzen ist keine Strategie. Suchen Sie vielmehr das 4-Augen-Gespräch mit dem Chef. Schildern Sie Ihre Eindrücke und zeigen Sie, dass man Sie noch nicht abschreiben kann. Ihre Körpersprache sollte offen, der Ton stets sachlich und freundlich bleiben. Hören Sie aufmerksam zu, was im Subtext mitschwingt und signalisieren Sie Lernwillen und Veränderungsbereitschaft.
  • Erarbeiten Sie Lösungen
    Steckt das Unternehmen in Schwierigkeiten oder liegt es an Ihren Leistungen? In beiden Fällen sollten Sie zusammen mit dem Chef nach Lösungen suchen. Idealerweise haben Sie schon ein paar Vorschläge ausgearbeitet. Natürlich haben Mitarbeiter bei einer ernsthaften Wirtschaftskrise nur eingeschränkte Möglichkeiten. Das Mitdenken ist aber ein wichtiges Signal: „Ich bin noch immer Teil des Teams und übernehme Verantwortung!“ Allemal besser, als den Kopf in den Sand zu stecken.
  • Ändern Sie Ihr Verhalten
    Haben Sie den Job durch eigenes Verschulden in Gefahr gebracht? Dann ist es höchste Zeit, um etwas daran zu ändern. Ausgangspunkt ist der Dialog mit dem Chef: Was will der von Ihnen? Wie können Sie ihn davon überzeugen, Ihnen eine zweite Chance zu geben? Vereinbaren Sie konkrete und messbare Ziele, die später ihren guten Willen belegen.
  • Beginnen Sie mit der Jobsuche
    Manchmal lässt sich nichts mehr retten. Die Kündigung ist beschlossene Sache. In dem Fall sollten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen aktualisieren und Kontakte reaktivieren. Wenn Sie merken, dass Sie gegangen werden sollen, sollten Sie sich in Jobbörsen umsehen. Noch bewerben Sie sich aus einer Position der Stärke: aus ungekündigter Stellung. Sie sind eine Fachkraft, die sich beruflich verändern will und einen geplanten wie bewussten Karriereschritt geht. Diese Attitüde steigert immer Bewerbungschancen.

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Eine Kündigung trifft jeden Arbeitnehmer hart. Besonders hart, wenn der Jobverlust scheinbar unvorhergesehen kommt. Würde man frühzeitig wissen, dass der Job in Gefahr ist, könnte man vielleicht noch etwas retten… Aber kann man wirklich gefeuert werden, ohne vorher was zu merken? Theoretisch ja. In der Praxis aber gibt oft zahlreiche Warnzeichen. Woran Sie erkennen können, ob Ihr Job in Gefahr ist und was Sie dagegen tun können…

Job in Gefahr: Jetzt bloß keine Panik

Wenn Sie spüren, dass Ihr Job in Gefahr sein könnte oder eine Kündigung droht: Bitte keine Panik! Noch ist nichts verloren – und noch handelt es sich nur um Warnzeichen. Es geht darum, ein Gespür für Veränderungen zu entwickeln, um rechtzeitig reagieren zu können. Selbst im schlimmsten Fall ist ein Jobverlust kein Weltuntergang. Nicht selten ist es ein (unfreiwillige) Chance zu einer beruflichen Neuorientierung. Ein Tritt in den Hintern, ohne den man sich vorher nicht aus der Komfortzone bewegt hätte.

Hinzu kommt: Professionell und taktisch klug reagieren, können Sie nur mit einem klaren Kopf. Mit einer Panikattacke gelingt das nicht. Die führt eher zu Aktionismus und Kurzschlusshandlungen. Und wie gesagt: Noch handelt es sich um Warnzeichen – kein berufliches Nahtoderlebnis und keine Tatsache!

Drohende Kündigung nie persönlich nehmen!

Wenn Arbeitnehmer um Ihren Job fürchten, nehmen das viele persönlich und suchen die Gründe bei sich. Ganz verkehrt ist das nicht. Selbstreflexion ist ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. Wenn der Job in Gefahr ist, gibt es aber noch zahlreiche andere Ursachen und äußere Gründe. Manche davon liegt nicht mal in Ihrem Einflussbereich.

Deshalb: In einer akuten Jobkrise sollte Sie zunächst ganz sachlich und nüchtern die Warnzeichen analysieren: Welchen Anteil haben Sie daran? Was liegt am Arbeitgeber oder ist Folge einer allgemeinen Wirtschaftskrise (wie etwa in Corona-Zeiten)? Anschließend konzentrieren Sie sich auf jene Faktoren, die Sie selbst beeinflussen können. Dazu unten mehr.

15 Warnzeichen, dass Ihr Job in Gefahr ist

Wenn Sie eines der folgenden Warnzeichen wahrnehmen, sollten Sie zumindest hellhörig werden. Selbst wenn Ihr Arbeitsplatz nicht bedroht ist, dürfte es sich um Vorzeichen einer nachhaltigen Veränderung im Unternehmen oder in Ihrer Abteilung handeln. Es schadet also nicht, wenn Sie sich rechtzeitig auf mögliche Umstrukturierungen einstellen und vorbereiten.

4 Anzeichen vom Chef

  • Der Chef sagt es
    Eindeutiger geht es nicht. Wenn der Chef Ihnen mitteilt, dass Ihr Job gefährdet ist, brennt die Luft. Hier sollten Sie keine Zeit verstreichen lassen und durch mehr Engagement und Leistungsbereitschaft gegensteuern. Oder Sie beginnen mit den Bewerbungen für eine neue Stelle.
  • Der Chef interessiert sich für Details
    Gemeint ist nicht das übliche Maß, sondern wenn er anfängt in Ihrer Arbeit zu graben. Insbesondere wenn er Rechtfertigungen und Projektberichte einfordert, könnte er Beweise gegen Sie sammeln.
  • Der Chef fragt nicht mehr
    Und zwar nach Ihrer Meinung. Sie nach Ihrer Einschätzung zu fragen, ist ein sicheres Zeichen für Wertschätzung und Vertrauen. Werden Sie nicht mehr gefragt, sind womöglich schon die Weichen für das Abstellgleis gestellt.
  • Der Chef bittet Sie zum Gespräch
    Regelmäßige Mitarbeitergespräche sind wichtig, um Feedback zu erhalten und Entwicklungen zu besprechen. Werden Sie in jüngster Zeit aber häufiger zum Personalgespräch gebeten und erhalten dabei überwiegend Kritik, ist das ein Warnzeichen.

5 Anzeichen bei den Aufgaben

Auch an Ihren Aufgaben können Sie erkennen, ob der Job in Gefahr ist und der Chef darüber nachdenkt, Ihre Position neu zu besetzen.

  • Ihre Aufgaben werden delegiert
    Das Warnzeichen ist fies, weil es sich zunächst gut anfühlt. Werden nach und nach Teile Ihrer Aufgaben an Kollegen delegiert, sinkt der Stress und Sie gewinnen mehr Spielraum. Es kann aber auch ein Anzeichen sein, dass das Team darauf vorbereitet wird, Ihren Job ganz zu übernehmen. Eindeutig wird es beim sogenannten Straining – dem Mobbing durch Langeweile. Der Mitarbeiter soll sich überflüssig und nutzlos fühlen. Der perfide Plan: Der Arbeitnehmer greift zur Eigenkündigung. Das spart Kosten und eine Abfindung.
  • Die Aufgaben werden trivial
    Sie haben zwar weiterhin Arbeit – auch im gesunden Maß. Aber die Arbeitsinhalte und Aufgaben werden immer anspruchsloser. Im Grunde könnte den Job auch ein Praktikant oder Azubi im ersten Lehrjahr problemlos erledigen. Dann ist im Unternehmen entweder gerade nichts los. Oder Sie werden abserviert. Hier sollten Sie das Gespräch mit dem Chef suchen und deutlich machen, dass Sie mehr leisten können und wollen. Die Reaktion des Chefs liefert weitere Hinweise.
  • Die Aufgaben nehmen überhand
    Auch das Gegenteil kann ein Warnzeichen sein: Ihr Chef will Sie an die Grenzen Ihrer Belastbarkeit bringen? Gefährlich! Die drohende Überlastung hat zwei Effekte: Sie machen mehr Fehler – dafür kann man Sie abmahnen. Oder Sie werden krank und kündigen selbst. Sollte das Vorgehen gezielt und dauerhaft bestehen, kann es sich um Bossing handeln. Also einen mobbenden Chef.
  • Informationen erreichen Sie nicht mehr
    Es scheint so, als würden wichtige Informationen regelmäßig an Ihnen vorbeifließen? Das kann ein simples Kommunikationsproblem sein. Möglicherweise ist es aber auch ein Anzeichen für eine gezielte Isolation. Kurz: Abstellgleis. Für wichtige Aufgaben und relevante Projekte plant man Sie gar nicht mehr ein. Deutlicher wird es, wenn auch die Kollegen auf Distanz gehen.
  • Sie arbeiten Ihren Nachfolger ein
    Hier wird es subtil: Es wird eine Person eingestellt, die ziemlich genau Ihrem Stellenprofil entspricht. Und diesen Kollegen sollen Sie auch noch einarbeiten. Womöglich Ihren Nachfolger. Fies. Aber: Das Anzeichen ist nicht so eindeutig, wie es scheint. Es kommt auf die Rahmenbedingungen an: Ist Ihr Arbeitspensum in jüngster Zeit deutlich gestiegen? Geht es dem Betrieb wirtschaftlich gut? Dann arbeiten Sie womöglich nicht Ihren Nachfolger ein, sondern einen entlastenden MITarbeiter im Wortsinn.

3 Anzeichen aus dem Umfeld

Vielleicht ist es nur ein Bauchgefühl, dass der Job nicht mehr sicher ist. Dann halten Sie Augen und Ohren offen und beobachten Sie Ihr Umfeld. Auch andere Kollegen haben sensible Antennen und spüren eine Bedrohung.

  • Im Unternehmen grassieren Gerüchte
    Üblicherweise versuchen Manager, Entlassungen und Personalabbau so lange wie möglich zu verschleiern. Presseberichte werden dementiert. Mitarbeiterfragen als Spekulation oder Hysterie niedergebügelt. Die Erfahrung aber lehrt: Der Flurfunk ist ein veritables Indiz. Mehren sich solche Gerüchte, sind Kündigungen nicht fern. Und je vehementer das Dementi, desto schlimmer kommt es.
  • Sie sollen wichtige Daten teilen
    Sie werden gebeten, Ihre Kontakte, Kunden, Projektdaten mit Kollegen zu teilen? Alarmstufe Rot! Hier geht es um Ihr Herrschaftswissen. In Gedanken sind Sie womöglich schon gefeuert. Nur bemüht sich der Chef vorher um Schadenbegrenzung. Natürlich müssen Sie mitspielen – der Chef hat ein Direktionsrecht. Aber passiv bleiben, sollten Sie auch nicht: Spätestens jetzt sollten Sie mit der Jobsuche beginnen. Oder einen Headhunter kontaktieren.
  • Ihre Ideen stoßen auf Ablehnung
    Egal, was Sie vorschlagen: Der Boss lehnt es ab. Ganz mieses Zeichen. Das muss zwar nichts mit einer drohenden Kündigung zu tun haben. Es offenbart aber auch keine gute Reputation. Vielleicht sind Sie in Ungnade gefallen, vielleicht sind die Vorschläge auch wirklich nur schlecht. So oder so: Es wird Zeit für besseres Selbstmarketing.

3 Anzeichen im Unternehmen

Nicht zuletzt existieren auch innerhalb des Unternehmens einige Warnzeichen, dass eine (größere) Krise vor der Tür steht. Auch diese werden entweder über den Flurfunk oder über die Medien kolportiert.

  • Die Umsätze gehen zurück
    Jeder Markt befindet sich im ständigen Wandel. Unternehmen müssen sich entsprechend anpassen. Sollten Sie aber mitbekommen, dass der Umsatz stark einbricht, kann dies ein Indiz dafür sein, dass Ihr Arbeitgeber auf eine Marktveränderung nicht oder zu spät reagiert hat.
  • Das Eigenkapital sinkt
    Unternehmen werden zwar auch durch Fremdkapital finanziert. Doch ohne das nötige Eigenkapital drehen Banken schnell den Geldhahn zu. Wenn Verluste das Eigenkapital stark reduzieren, droht Gefahr für das Unternehmen und die Arbeitsplätze.
  • Zahlungen verspäten sich
    Nicht immer liegt der Fehler im Unternehmen selbst. Auch Kunden können für Probleme sorgen. Zum Beispiel dann, wenn Rechnungen verspätet bezahlt werden. Das Unternehmen muss in Vorkasse gehen, um eigene Rechnungen und Gehälter zahlen zu können. Das gefährdet auf Dauer die Liquidität.

Job in Gefahr? Selber schuld!

An dieser Stelle wird es unbequem. Ehrlicherweise liegt es manchmal auch an einem selbst, dass der Job in Gefahr ist. Das hört niemand gerne. Schuldzuweisungen sind aber keine Lösung. Nur wer ehrlich eigene Fehler und ungünstige Verhaltensweisen erkennt, kann diese ändern. Das alles kann Job und Karriere gefährden:

  • Fehlende Anpassung
    Jedes Unternehmen hat eine eigene Unternehmenskultur. Alle duzen sich, es gibt einen Dresscode oder generelle Umgangsformen. Gerade für Neulinge kann es schwer sein, die unsichtbaren Spielregeln zu erkennen. Da hilft nur: zuhören, zuschauen und lernen. Wer aber dauerhaft (und bewusst) gegen solche ungeschriebenen Teamregeln verstößt, provoziert die Immunabwehr der Organisation.
  • Mäßiger Einsatz
    Kein Job macht immer nur Spaß. Aber: Sie werden für Ihre Arbeit bezahlt. Das ist der Deal, den haben Sie mal unterschrieben. Wer irgendwann nachlässt, nur noch Dienst nach Vorschrift schiebt und Punkt 17 Uhr den Stift fallen lässt, darf sich nicht wundern, wenn er oder sie nicht mehr zu den Leistungsträgern und Peak Performern zählt. Mehr noch: Solche Mitarbeiter machen sich selbst entbehrlich und setzen sich an die Spitze einer potenziellen Streichliste.
  • Leere Versprechungen
    Was immer Sie zusagen, sollten Sie auch einhalten. Nichts ramponiert Ihren Ruf so sehr wie leere Versprechungen. Sie erzeugen so erst hohe Erwartungen und anschließende Enttäuschung. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Das vernichtet nicht nur Ihre Glaubwürdigkeit. Derart unzuverlässige Mitarbeiter manövrieren sich auf direktem Weg in die Karrieresackgasse.
  • Negative Sichtweise
    So mancher gefällt sich in der Rolle des mahnenden Kritikers. In Maßen ist das gesund. Dauerhaft aber pures Jobgift. Notorische Besserwisser und Pessimisten kann keiner leiden. Durch ihre konstant negative Sichtweise vermiesen sie allen die Laune. Irgendwann kippt die Stimmung – und Sie gelten nur noch als Jammerlappen und Schwarzseher, mit dem niemand mehr arbeiten will.
  • Unkollegiales Verhalten
    In den wenigsten Berufen reüssiert man als Einzelkämpfer. Umso mehr wird von allen Teamgeist und kollegiale Unterstützung erwartet. Oft schon in den Stellenanzeigen. Wer Kollegen im Stich lässt und nur auftaucht, wenn es Lorbeer abzustauben gibt, isoliert sich selbst. Nicht selten reagieren die Kollegen darauf mit Ausgrenzung oder gar Intrigen.
  • Anmaßende Arroganz
    Arroganz kann sich auf viele Arten zeigen. Ein unhöflicher Ton, regelmäßige Unpünktlichkeit bei Meetings oder maßlose Prahlerei. Wer so auftritt, darf sich nun wirklich nicht wundern, wenn er oder sie den Job in Gefahr bringt. Mit einem solchen Menschen ist ein Miteinander nur schwer zu ertragen. Erfahrene Führungskräfte feuern diesem Typus sofort, weil er Gift für jedes Betriebsklima ist. Egal, wie herausragend die Leistungen sind.

Tipps: Was tun, wenn Ihr Job in Gefahr ist

Das waren viele Warnzeichen. Nun geht es darum, wie Sie professionell darauf reagieren, wenn der Job in Gefahr ist. Je nach Situation gibt es hierbei verschiedene Optionen, wie Sie jetzt vorgehen sollten:

  • Suchen Sie das Gespräch
    Aussitzen ist keine Strategie. Suchen Sie vielmehr das 4-Augen-Gespräch mit dem Chef. Schildern Sie Ihre Eindrücke und zeigen Sie, dass man Sie noch nicht abschreiben kann. Ihre Körpersprache sollte offen, der Ton stets sachlich und freundlich bleiben. Hören Sie aufmerksam zu, was im Subtext mitschwingt und signalisieren Sie Lernwillen und Veränderungsbereitschaft.
  • Erarbeiten Sie Lösungen
    Steckt das Unternehmen in Schwierigkeiten oder liegt es an Ihren Leistungen? In beiden Fällen sollten Sie zusammen mit dem Chef nach Lösungen suchen. Idealerweise haben Sie schon ein paar Vorschläge ausgearbeitet. Natürlich haben Mitarbeiter bei einer ernsthaften Wirtschaftskrise nur eingeschränkte Möglichkeiten. Das Mitdenken ist aber ein wichtiges Signal: „Ich bin noch immer Teil des Teams und übernehme Verantwortung!“ Allemal besser, als den Kopf in den Sand zu stecken.
  • Ändern Sie Ihr Verhalten
    Haben Sie den Job durch eigenes Verschulden in Gefahr gebracht? Dann ist es höchste Zeit, um etwas daran zu ändern. Ausgangspunkt ist der Dialog mit dem Chef: Was will der von Ihnen? Wie können Sie ihn davon überzeugen, Ihnen eine zweite Chance zu geben? Vereinbaren Sie konkrete und messbare Ziele, die später ihren guten Willen belegen.
  • Beginnen Sie mit der Jobsuche
    Manchmal lässt sich nichts mehr retten. Die Kündigung ist beschlossene Sache. In dem Fall sollten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen aktualisieren und Kontakte reaktivieren. Wenn Sie merken, dass Sie gegangen werden sollen, sollten Sie sich in Jobbörsen umsehen. Noch bewerben Sie sich aus einer Position der Stärke: aus ungekündigter Stellung. Sie sind eine Fachkraft, die sich beruflich verändern will und einen geplanten wie bewussten Karriereschritt geht. Diese Attitüde steigert immer Bewerbungschancen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Gegangen werden: Was tun, wenn der Chef mit Kündigung droht? https://karrierebibel.de/gegangen-werden/ Fri, 15 Jan 2021 12:00:33 +0000 Jochen Mai https://karrierebibel.de/?p=84937

Manchmal spürt man es kommen. Manchmal kommt es überraschend. Wie ein Schlag ins Gesicht: „Es wäre wohl besser, wenn Sie sich nach einem anderen Job umsehen…“ – Wenn der Chef so das Gespräch beginnt, droht eine Kündigung. Oder wie es umgangssprachlich heißt: Sie sollen gegangen werden. Was jetzt? Was können Sie da noch tun, wie reagieren, vielleicht den Job noch retten? Wir zeigen Ihnen professionelle Auswege, wenn eine Kündigung ansteht…

Gegangen werden: Was sind die Gründe?

Wenn Sie spüren, dass Sie gegangen werden sollen, analysieren Sie zuerst die Ursachen. Die drohende Kündigung ist ja nur das Symptom. Meist gehen ihr veritable Warnzeichen voraus, dass der Job in Gefahr ist.

  • Haben Ihre Leistungen nachgelassen?
  • Zeigen Sie in jüngster Zeit weniger Engagement?
  • Machen Sie mehr und schwere Fehler?
  • Haben Sie sich ungebührlich verhalten?
  • Oder gar das Vertrauensverhältnis beschädigt?

In all den genannten Fällen, haben Sie die Chance, gegenzusteuern. Zum Beispiel durch eine offene Aussprache im 4-Augen-Gespräch, durch eine Entschuldigung. Oder durch Leistungssteigerungen.

Warum gegangen werden und nicht kündigen?

Machen Sie sich klar: Wenn der Chef anregt, dass Sie sich selbst beruflich neuorientieren sollen, ist das zwar ein Warnschuss, der eine Eigenkündigung provozieren soll. Im Subtext verrät der Chef damit aber zugleich: „Einen triftigen und wirksamen Kündigungsgrund habe ich (noch) nicht.“ Andernfalls müssten Sie nicht „gegangen werden“ (passiv!), sondern könnten gleich gefeuert werden (aktiv!). Womöglich sogar fristlos.

Tatsächlich macht es einen großen Unterschied, ob Sie gegangen werden oder eine Kündigung ausgesprochen wird. Sind Sie länger als sechs Monate beschäftigt, fällt Ihr Arbeitsverhältnis unter den Kündigungsschutz. Bedeutet: Der Arbeitgeber braucht für eine Entlassung einen „wichtigen Grund“ und muss Kündigungsfristen einhalten. Arbeitnehmer wiederum können sich dagegen wehren und eine Kündigungsschutzklage einreichen. Alles sehr aufwendig, zeit- und kostenintensiv. Dem weichen Arbeitgeber deshalb gerne aus.

Kündigungsarten und -gründe im Überblick

Im Arbeitsrecht werden zwei Formen der Kündigung unterschieden:

1. Ordentliche Kündigung
Fristgemäße Kündigung, die die gesetzlichen Kündigungsfristen einhält. Hierunter fallen:

2. Außerordentliche Kündigung
Übergeht und verkürzt geltende Kündigungsfristen aus triftigem Grund. Hierunter fallen:

All diese Kündigungsarten sind an unterschiedliche formale und arbeitsrechtliche Voraussetzungen gebunden. Werden diese nicht erfüllt, ist die Kündigung unwirksam.
Kuendigungsgruende Liste Arbeitsrecht Grafik



Gegangen werden, ist kein offizieller Weg. Wählen Arbeitgeber diese Strategie, verraten Sie damit de facto eine Schwäche. Für eine offizielle Kündigung fehlen zulässige Voraussetzung oder belastbare Beweise. Das stärkt umgekehrt Ihre Verhandlungsposition. Zum Beispiel für eine höhere Abfindung.

Gehen oder gegangen werden: Was ist besser?

Wer merkt, dass er oder sie gegangen werden soll, steht vor einer Grundsatzentscheidung: Lieber gehen oder gegangen werden? Sie können warten, bis man Ihnen kündigt – oder die eigene Kündigung vorbereiten und mit einem Kündigungsschreiben besiegeln. Aber was ist besser?

Selber gehen und kündigen: Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Wenn Sie selber kündigen, behalten Sie die Zügel in der Hand. Sie selbst bestimmen den optimalen Zeitpunkt für den Abgang.
  • Die Eigenkündigung ist ein Jobwechsel aus einer Position der Stärke: Jobsuche und Bewerbung betreiben Sie aus ungekündigter Stellung. Sie haben also Zeit und können wählerisch sein.
  • Auch wenn Sie einen Headhunter oder eine Outplacement Beratung einschalten, müssen die nicht wissen, dass Sie gegangen werden sollen. Sie sind eine Fachkraft, die sich beruflich verändern will. Punkt. Das macht Sie attraktiv.

Nachteile:

Gegangen werden: Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Wenn Sie warten, bis man Sie rausschmeißt, haben Sie vollen Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG 1).
  • Eventuell gibt es auch keine Kündigung, weil Sie praktisch unkündbar sind, solange Sie sich nichts zuschulden kommen lassen.
  • Stand hinter der Drohgebärde des Chefs nur kurzfristiger Ärger, lassen sich die Wogen wieder glätten. Sie behalten Ihren Job oder können sich intern verändern.

Nachteile:

  • Wenn Sie das Problem aussitzen und abwarten, gibt es zum Zeitpunkt der Kündigung womöglich gerade keine passenden Jobangebote. So wird aus der Kündigung schlimmstenfalls eine erklärungsbedürftige Lücke im Lebenslauf.
  • Der Jobverlust macht sich nicht gut im Lebenslauf. Zudem müssen Sie damit rechnen, den Rausschmiss im Vorstellungsgespräch begründen zu müssen.
  • Wer gekündigt wird, kann das nicht als geplanten und bewussten beruflichen Schritt verkaufen. Stattdessen verfallen viele Bewerber in Rechtfertigungen, was ihre Chancen nicht verbessert.

Ob es besser ist, zu gehen oder gegangen zu werden, lässt sich nie grundsätzlich oder allgemein beantworten. Analysieren Sie Ihre persönliche Situation, prüfen Sie Ihre Optionen und entscheiden Sie sich für jene Option mit den für Sie größten Vorteilen.

Gegangen werden: So reagieren Sie professionell

Wenn man Ihnen – mehr oder weniger subtil – zu verstehen gibt, dass Ihre Tage im Unternehmen gezählt sind, haben Sie mehrere Optionen, darauf professionell und taktisch klug zu reagieren:

  • Behalten Sie Ruhe und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Der Arbeitgeber kann Sie erst rausschmeißen, wenn er wirklich wasserdichte Gründe hat. Und selbst dann haben Sie immer noch gute Chancen, dagegen vorzugehen und zu klagen.
  • Haben Sie das Gefühl beim Chef in Ungnade gefallen zu sein, bitten Sie um ein Mitarbeitergespräch und schaffen Sie die Sache aus der Welt. Vielleicht ist es nur ein Missverständnis.
  • Arbeiten Sie mit dem Vorgesetzten gemeinsam an einer Lösung. Zeigen Sie mehr Engagement oder bitten Sie um eine Versetzung.
  • Prüfen Sie Ihre private Finanzen. Eventuell müssen Sie eine Phase der Arbeitslosigkeit überbrücken. Gut, wenn Sie zuvor ein paar Fixkosten reduzieren, zum Beispiel unnötige Abos kündigen, und Geld sparen.
  • Falls alle Rettungsversuche scheitern und Sie tatsächlich gegangen werden, aktualisieren Sie Ihre Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsmappe. Alle Energie sollte jetzt in die Jobsuche fließen. Aktivieren Sie auch Ihre Kontakte.
  • Versuchen Sie sich trotzdem im Guten zu trennen. Ab jetzt arbeiten Sie nicht mehr für den Arbeitgeber, sondern für Ihren guten Ruf. Der hilft Ihnen auch, ein mindestens „gutes“ qualifiziertes Arbeitszeugnis zu bekommen (was wiederum Bewerbungschancen steigert).

Sollte Ihr Chef ernst machen und Ihnen kündigen, haben Sie alle wichtigen Vorbereitungen schon getroffen. Im besten Fall ist schon ein Anschlussjob in Aussicht. Zur Not bleibt dafür noch die Kündigungsfrist. Gegangen werden, kann ebenso ein Weckruf und wichtiger Impuls für eine berufliche Neuorientierung sein. Auch diese Chance können Sie nutzen.

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Manchmal spürt man es kommen. Manchmal kommt es überraschend. Wie ein Schlag ins Gesicht: „Es wäre wohl besser, wenn Sie sich nach einem anderen Job umsehen…“ – Wenn der Chef so das Gespräch beginnt, droht eine Kündigung. Oder wie es umgangssprachlich heißt: Sie sollen gegangen werden. Was jetzt? Was können Sie da noch tun, wie reagieren, vielleicht den Job noch retten? Wir zeigen Ihnen professionelle Auswege, wenn eine Kündigung ansteht…

Gegangen werden: Was sind die Gründe?

Wenn Sie spüren, dass Sie gegangen werden sollen, analysieren Sie zuerst die Ursachen. Die drohende Kündigung ist ja nur das Symptom. Meist gehen ihr veritable Warnzeichen voraus, dass der Job in Gefahr ist.

  • Haben Ihre Leistungen nachgelassen?
  • Zeigen Sie in jüngster Zeit weniger Engagement?
  • Machen Sie mehr und schwere Fehler?
  • Haben Sie sich ungebührlich verhalten?
  • Oder gar das Vertrauensverhältnis beschädigt?

In all den genannten Fällen, haben Sie die Chance, gegenzusteuern. Zum Beispiel durch eine offene Aussprache im 4-Augen-Gespräch, durch eine Entschuldigung. Oder durch Leistungssteigerungen.

Warum gegangen werden und nicht kündigen?

Machen Sie sich klar: Wenn der Chef anregt, dass Sie sich selbst beruflich neuorientieren sollen, ist das zwar ein Warnschuss, der eine Eigenkündigung provozieren soll. Im Subtext verrät der Chef damit aber zugleich: „Einen triftigen und wirksamen Kündigungsgrund habe ich (noch) nicht.“ Andernfalls müssten Sie nicht „gegangen werden“ (passiv!), sondern könnten gleich gefeuert werden (aktiv!). Womöglich sogar fristlos.

Tatsächlich macht es einen großen Unterschied, ob Sie gegangen werden oder eine Kündigung ausgesprochen wird. Sind Sie länger als sechs Monate beschäftigt, fällt Ihr Arbeitsverhältnis unter den Kündigungsschutz. Bedeutet: Der Arbeitgeber braucht für eine Entlassung einen „wichtigen Grund“ und muss Kündigungsfristen einhalten. Arbeitnehmer wiederum können sich dagegen wehren und eine Kündigungsschutzklage einreichen. Alles sehr aufwendig, zeit- und kostenintensiv. Dem weichen Arbeitgeber deshalb gerne aus.

Kündigungsarten und -gründe im Überblick

Im Arbeitsrecht werden zwei Formen der Kündigung unterschieden:

1. Ordentliche Kündigung
Fristgemäße Kündigung, die die gesetzlichen Kündigungsfristen einhält. Hierunter fallen:

2. Außerordentliche Kündigung
Übergeht und verkürzt geltende Kündigungsfristen aus triftigem Grund. Hierunter fallen:

All diese Kündigungsarten sind an unterschiedliche formale und arbeitsrechtliche Voraussetzungen gebunden. Werden diese nicht erfüllt, ist die Kündigung unwirksam.
Kuendigungsgruende Liste Arbeitsrecht Grafik



Gegangen werden, ist kein offizieller Weg. Wählen Arbeitgeber diese Strategie, verraten Sie damit de facto eine Schwäche. Für eine offizielle Kündigung fehlen zulässige Voraussetzung oder belastbare Beweise. Das stärkt umgekehrt Ihre Verhandlungsposition. Zum Beispiel für eine höhere Abfindung.

Gehen oder gegangen werden: Was ist besser?

Wer merkt, dass er oder sie gegangen werden soll, steht vor einer Grundsatzentscheidung: Lieber gehen oder gegangen werden? Sie können warten, bis man Ihnen kündigt – oder die eigene Kündigung vorbereiten und mit einem Kündigungsschreiben besiegeln. Aber was ist besser?

Selber gehen und kündigen: Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Wenn Sie selber kündigen, behalten Sie die Zügel in der Hand. Sie selbst bestimmen den optimalen Zeitpunkt für den Abgang.
  • Die Eigenkündigung ist ein Jobwechsel aus einer Position der Stärke: Jobsuche und Bewerbung betreiben Sie aus ungekündigter Stellung. Sie haben also Zeit und können wählerisch sein.
  • Auch wenn Sie einen Headhunter oder eine Outplacement Beratung einschalten, müssen die nicht wissen, dass Sie gegangen werden sollen. Sie sind eine Fachkraft, die sich beruflich verändern will. Punkt. Das macht Sie attraktiv.

Nachteile:

Gegangen werden: Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Wenn Sie warten, bis man Sie rausschmeißt, haben Sie vollen Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG 1).
  • Eventuell gibt es auch keine Kündigung, weil Sie praktisch unkündbar sind, solange Sie sich nichts zuschulden kommen lassen.
  • Stand hinter der Drohgebärde des Chefs nur kurzfristiger Ärger, lassen sich die Wogen wieder glätten. Sie behalten Ihren Job oder können sich intern verändern.

Nachteile:

  • Wenn Sie das Problem aussitzen und abwarten, gibt es zum Zeitpunkt der Kündigung womöglich gerade keine passenden Jobangebote. So wird aus der Kündigung schlimmstenfalls eine erklärungsbedürftige Lücke im Lebenslauf.
  • Der Jobverlust macht sich nicht gut im Lebenslauf. Zudem müssen Sie damit rechnen, den Rausschmiss im Vorstellungsgespräch begründen zu müssen.
  • Wer gekündigt wird, kann das nicht als geplanten und bewussten beruflichen Schritt verkaufen. Stattdessen verfallen viele Bewerber in Rechtfertigungen, was ihre Chancen nicht verbessert.

Ob es besser ist, zu gehen oder gegangen zu werden, lässt sich nie grundsätzlich oder allgemein beantworten. Analysieren Sie Ihre persönliche Situation, prüfen Sie Ihre Optionen und entscheiden Sie sich für jene Option mit den für Sie größten Vorteilen.

Gegangen werden: So reagieren Sie professionell

Wenn man Ihnen – mehr oder weniger subtil – zu verstehen gibt, dass Ihre Tage im Unternehmen gezählt sind, haben Sie mehrere Optionen, darauf professionell und taktisch klug zu reagieren:

  • Behalten Sie Ruhe und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Der Arbeitgeber kann Sie erst rausschmeißen, wenn er wirklich wasserdichte Gründe hat. Und selbst dann haben Sie immer noch gute Chancen, dagegen vorzugehen und zu klagen.
  • Haben Sie das Gefühl beim Chef in Ungnade gefallen zu sein, bitten Sie um ein Mitarbeitergespräch und schaffen Sie die Sache aus der Welt. Vielleicht ist es nur ein Missverständnis.
  • Arbeiten Sie mit dem Vorgesetzten gemeinsam an einer Lösung. Zeigen Sie mehr Engagement oder bitten Sie um eine Versetzung.
  • Prüfen Sie Ihre private Finanzen. Eventuell müssen Sie eine Phase der Arbeitslosigkeit überbrücken. Gut, wenn Sie zuvor ein paar Fixkosten reduzieren, zum Beispiel unnötige Abos kündigen, und Geld sparen.
  • Falls alle Rettungsversuche scheitern und Sie tatsächlich gegangen werden, aktualisieren Sie Ihre Bewerbungsunterlagen und Bewerbungsmappe. Alle Energie sollte jetzt in die Jobsuche fließen. Aktivieren Sie auch Ihre Kontakte.
  • Versuchen Sie sich trotzdem im Guten zu trennen. Ab jetzt arbeiten Sie nicht mehr für den Arbeitgeber, sondern für Ihren guten Ruf. Der hilft Ihnen auch, ein mindestens „gutes“ qualifiziertes Arbeitszeugnis zu bekommen (was wiederum Bewerbungschancen steigert).

Sollte Ihr Chef ernst machen und Ihnen kündigen, haben Sie alle wichtigen Vorbereitungen schon getroffen. Im besten Fall ist schon ein Anschlussjob in Aussicht. Zur Not bleibt dafür noch die Kündigungsfrist. Gegangen werden, kann ebenso ein Weckruf und wichtiger Impuls für eine berufliche Neuorientierung sein. Auch diese Chance können Sie nutzen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: FGC by Shutterstock.com]
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Gute Laune Sprüche: 75 Zitate, Bilder und Sprüche https://karrierebibel.de/gute-laune-sprueche/ Fri, 15 Jan 2021 07:00:28 +0000 Nils Warkentin https://karrierebibel.de/?p=154018

Oft bereiten die kleinen Dinge im Leben die größte Freude. Dazu gehören Gute Laune Sprüche. Ein positiver Spruch kann sofort die Stimmung heben, negative Gedanken in Optimismus verwandeln oder einen schlechten Tag retten. Noch besser, wenn Gute Laune Sprüche von Freunden oder Familie als Aufheiterung per Whatsapp oder Mail kommen. Dann sorgen sie nicht nur für gute Laune, sondern zeigen: Wir denken an dich. In unserer umfangreichen Liste haben wir 75 Gute Laune Sprüche zusammengestellt, die Sie aus einem Stimmungstief holen können…

So helfen Gute Laune Sprüche

Gute Laune Sprüche sind ein schöner Zeitvertreib. In der Mittagspause oder einfach zwischendurch heben sie die Stimmung, lenken von Stress oder Problemen ab.

Sie können aber noch viel mehr. In schwierigen oder unangenehmen Phasen sind sie eine Stütze und Erinnerung: Es wird besser und geht bergauf. Schon einige positive Gute Laune Sprüche verhelfen zu einem positiveren Mindset und Sie sehen die Dinge in einem anderen Licht. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht fällt es schwer, ein Schwarzseher für die eigene Lage zu sein.

Gute Laune Sprüche: Kurze Aufheiterungen durch Humor

  • „Habe den Gute-Laune-Tee doppelt so lange ziehen lassen. Heute eskaliere ich so richtig!“
  • „Jedes Problem lässt sich mit Mut und Ideen lösen. Und Wein, vor allem mit Wein.“
  • „Das sind keine Stirnfalten. Das ist ein Sixpack vom Denken.“
  • „Man fühlt sich jung, dynamisch, gutaussehend und frisch – und dann steht da ein Spiegel.“
  • „Wenn eine Frau sauer ist, nimm sie in den Arm. Hilft das nicht, halte Abstand und wirf ihr eine Tafel Schokolade zu.“
  • „Mein Schokoriegel hängt im Süßigkeitenautomaten fest.“
    – „Warum haben Sie den Notruf gewählt?“
    „Hören Sie mir überhaupt zu?“
  • „Warum hängt mein Computer sich immer von selbst auf und meine Wäsche nicht?“
  • „Es ist Montag und ich habe gute Laune. So fängt also verwirrt sein im Alter an.“
  • „Meine Kollegen sind nicht komplett nutzlos. Zwei von denen haben Organspendeausweise.“
  • „Einen Mund-und-Nasenschutz über Nacht in Alkohol einlegen macht das nächste Einkaufen viel lustiger.“
  • „Letztens einen Gedanken unter der Dusche gehabt: Lassen sich wohl Chinesen deutsche Wörter in den Nacken tätowieren?“
  • „Ich stehe mit beiden Beinen fest auf dem Schlauch.“
  • „Wer für alles offen ist, kann irgendwo nicht ganz dicht sein.“
  • „Wenn das Leben uns in die Knie zwingt, tanzen wir Limbo.“
  • „Ich kann dir jetzt recht geben, aber dann liegen wir beide falsch.“
  • „Geschwister sind wie Pfannkuchen. Das erste ist immer ein bisschen seltsam“
  • „Ich habe keine Speckrollen. Das ist Speicherplatz für mein Bauchgefühl.“
  • „Hat das Blümchen einen Knick, war der Schmetterling zu dick.“
  • „Glück ist wie Pupsen. Wenn man es erzwingt, geht es in die Hose.“

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Gute Laune Sprüche zur Dankbarkeit

Die obigen Gute Laune Sprüche sollen mit Humor und einem Schmunzeln die Stimmung verbessern. Positivere Gedanken lassen sich auch durch mehr Dankbarkeit erreichen. Diese Gute-Laune-Sprüche helfen dabei:

  • „Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich. Im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter.“ (John Ruskin)
  • „Im Leben kommt es nicht darauf an, ein gutes Blatt in der Hand zu haben, sondern mit schlechten Karten gut zu spielen.“ (Robert Louis Stevenson)
  • „Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.“
  • „Lass dir dein Leuchten nicht nehmen, nur weil es andere blendet.“
  • „Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“ (Oscar Wilde)
  • „Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“ (Peter Ustinov)
  • „Nichts in der Welt wirkt so ansteckend wie Lachen und gute Laune.“ (Charles Dickens)

Gute Laune Sprüche für den Tag

Der Tag beginnt schon mit schlechter Laune, Sie kommen nicht richtig in Schwung und wollen am liebsten gar nichts tun? Dann haben wir die passenden Gute Laune Sprüche für den Tag!

  • „Wer am Morgen verknittert aufsteht, hat am Tag die besten Entfaltungsmöglichkeiten.“
  • „Natürlich kann mich jeder vor dem ersten Kaffee ansprechen und nerven – auf eigene Gefahr.“
  • „Wenn der Partner am Morgen fragt: Sieht man meine Augenringe? einfach antworten: „Wie krass, der Panda kann sprechen.“
  • „Früh aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.“
  • „Sei vergnügt bis um 10 Uhr morgens. Der Rest des Tages wir dann wie von selber laufen.“ (Elbert Hubbard)
  • „Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen eine Freude machen könnte.“ (Friedrich Nietzsche)
  • „Natürlich führe ich Selbstgespräche. Manchmal braucht man halt eine Expertenmeinung.“
  • „Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“ (Mark Twain)
  • „Von guter Laune kann man sagen, dass sie eines der besten Kleidungsstücke ist, die man in Gesellschaft tragen kann.“ (William Makepeace Thackeray)
  • „Ich liebe den Duft von Möglichkeiten am frühen Morgen.“
  • „Die erste Morgenstunde ist das Steuerruder des Tages.“ (Augustinus Aurelius)

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Gute Laune Sprüche für Motivation

  • „Manche Leute wollen, dass es passiert, manche wünschen, dass es passiert, andere sorgen dafür, dass es passiert.“ (Michael Jordan)
  • „Niemand weiß, was er kann, bis er es probiert hat.“ (Publilius Syrus)
  • „Niemand, der sein Bestes gegeben hat, hat es später bereut.“
  • „Mit Fleiß, mit Mut, mit festem Willen lässt jeder Wunsch sich endlich stillen.“ (Novalis)
  • „Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt.“ (Laotse)
  • „Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“ (Winston Churchill)
  • „In einem Jahr wirst du dir wünschen, du hättest heute angefangen.“ (Karen Lamb)
  • „Was immer du kannst oder träumst es zu können, fang damit an.“ (Johann Wolfang von Goethe)
  • „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“
  • „Wenn du nichts veränderst, wird sich auch nichts verändern.“ (Sparky Anderson)
  • „Du musst nicht spitze sein, um anzufangen. Aber du musst anfangen, um spitze zu werden.“ (Zig Zagler)
  • Motivation bringt dich in Gang, Gewohnheit hält dich in Schwung.“ (Jim Rohn)
  • „Es ist immer zu früh, um aufzugeben.“
  • „Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge.“ (Henry Ford)
  • „Schmerz ist vergänglich, Erfolg bleibt für immer.“

Gute Laune Sprüche zum Glück

  • „Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zuhause.“ (Demokrit)
  • Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben.“ (Abraham Lincoln)
  • „Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.“ (Carmen Sylvia)
  • „Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht innerer Einstellung.“ (Erich Fromm)
  • „Glücklich allein ist die Seele, die liebt.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Glück ist kein Ziel. Glück ist eine Art zu leben. Sei glücklich – ohne jeden Grund.“
  • „Es gibt keinen Weg zum Glücklichsein. Glücklichsein ist der Weg.“ (Buddha)
  • „Tun, was du magst, ist Freiheit. Mögen, was du tust, ist Glück.“
  • „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ (Francis Bacon)
  • „Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.“ (Konfuzius)
  • „Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.“ (Theodor Fontane)
  • „Glück ist meist nur ein Sammelname für Tüchtigkeit, Klugheit und Fleiß.“ (Charles Kettering)
  • „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“ (Demokrit)

Gute Laune Sprüche zur Freundschaft

  • „Freunde sind die Familie, die wir uns selber aussuchen.“
  • „Gute Freunde beruhigen dich nicht. Sie regen sich mit dir auf.“
  • „Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.“ (Ralph Waldo Emerson)
  • „Kein Mensch war ohne Grund in deinem Leben. Der eine war ein Geschenk, der andere eine Lektion.“
  • „Freundschaft ist eine Türe zwischen zwei Menschen. Sie kann manchmal knarren, klemmt hin und wieder, aber sie ist nie verschlossen.“ (Buddha)
  • „Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzen kennt und sie Dir vorspielt, wenn Du sie vergessen hast.“ (Albert Einstein)
  • „Echte Freunde kann man nicht kaufen, sie sind ein Geschenk.“
  • „Ein bisschen Freundschaft ist mir mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.“ (Otto von Bismarck)
  • „Freundschaft muss nicht perfekt sein. Nur echt.“
  • „Ein Freund ist jemand, der dich mag, obwohl er dich kennt.“ (Elbert Hubbard)
  • „Freunde sind die wichtigste Zutat im Rezept des Lebens.“
  • „Freunde muss man nicht suchen, sie finden sich.“
  • „Es ist schön, jemanden zu kennen, mit dem man vor lauter Spaß den Ernst des Lebens vergessen kann.“
  • „Freundschaft – das ist eine Seele in zwei Körpern.“ (Aristoteles)

Gute Laune Sprueche 3 Freunde

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Oft bereiten die kleinen Dinge im Leben die größte Freude. Dazu gehören Gute Laune Sprüche. Ein positiver Spruch kann sofort die Stimmung heben, negative Gedanken in Optimismus verwandeln oder einen schlechten Tag retten. Noch besser, wenn Gute Laune Sprüche von Freunden oder Familie als Aufheiterung per Whatsapp oder Mail kommen. Dann sorgen sie nicht nur für gute Laune, sondern zeigen: Wir denken an dich. In unserer umfangreichen Liste haben wir 75 Gute Laune Sprüche zusammengestellt, die Sie aus einem Stimmungstief holen können…

So helfen Gute Laune Sprüche

Gute Laune Sprüche sind ein schöner Zeitvertreib. In der Mittagspause oder einfach zwischendurch heben sie die Stimmung, lenken von Stress oder Problemen ab.

Sie können aber noch viel mehr. In schwierigen oder unangenehmen Phasen sind sie eine Stütze und Erinnerung: Es wird besser und geht bergauf. Schon einige positive Gute Laune Sprüche verhelfen zu einem positiveren Mindset und Sie sehen die Dinge in einem anderen Licht. Mit einem Lächeln auf dem Gesicht fällt es schwer, ein Schwarzseher für die eigene Lage zu sein.

Gute Laune Sprüche: Kurze Aufheiterungen durch Humor

  • „Habe den Gute-Laune-Tee doppelt so lange ziehen lassen. Heute eskaliere ich so richtig!“
  • „Jedes Problem lässt sich mit Mut und Ideen lösen. Und Wein, vor allem mit Wein.“
  • „Das sind keine Stirnfalten. Das ist ein Sixpack vom Denken.“
  • „Man fühlt sich jung, dynamisch, gutaussehend und frisch – und dann steht da ein Spiegel.“
  • „Wenn eine Frau sauer ist, nimm sie in den Arm. Hilft das nicht, halte Abstand und wirf ihr eine Tafel Schokolade zu.“
  • „Mein Schokoriegel hängt im Süßigkeitenautomaten fest.“
    – „Warum haben Sie den Notruf gewählt?“
    „Hören Sie mir überhaupt zu?“
  • „Warum hängt mein Computer sich immer von selbst auf und meine Wäsche nicht?“
  • „Es ist Montag und ich habe gute Laune. So fängt also verwirrt sein im Alter an.“
  • „Meine Kollegen sind nicht komplett nutzlos. Zwei von denen haben Organspendeausweise.“
  • „Einen Mund-und-Nasenschutz über Nacht in Alkohol einlegen macht das nächste Einkaufen viel lustiger.“
  • „Letztens einen Gedanken unter der Dusche gehabt: Lassen sich wohl Chinesen deutsche Wörter in den Nacken tätowieren?“
  • „Ich stehe mit beiden Beinen fest auf dem Schlauch.“
  • „Wer für alles offen ist, kann irgendwo nicht ganz dicht sein.“
  • „Wenn das Leben uns in die Knie zwingt, tanzen wir Limbo.“
  • „Ich kann dir jetzt recht geben, aber dann liegen wir beide falsch.“
  • „Geschwister sind wie Pfannkuchen. Das erste ist immer ein bisschen seltsam“
  • „Ich habe keine Speckrollen. Das ist Speicherplatz für mein Bauchgefühl.“
  • „Hat das Blümchen einen Knick, war der Schmetterling zu dick.“
  • „Glück ist wie Pupsen. Wenn man es erzwingt, geht es in die Hose.“

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Gute Laune Sprüche zur Dankbarkeit

Die obigen Gute Laune Sprüche sollen mit Humor und einem Schmunzeln die Stimmung verbessern. Positivere Gedanken lassen sich auch durch mehr Dankbarkeit erreichen. Diese Gute-Laune-Sprüche helfen dabei:

  • „Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischend, Wind fordert heraus, Schnee macht fröhlich. Im Grunde gibt es kein schlechtes Wetter, nur verschiedene Arten von gutem Wetter.“ (John Ruskin)
  • „Im Leben kommt es nicht darauf an, ein gutes Blatt in der Hand zu haben, sondern mit schlechten Karten gut zu spielen.“ (Robert Louis Stevenson)
  • „Genieße den Augenblick, denn der Augenblick ist dein Leben.“
  • „Lass dir dein Leuchten nicht nehmen, nur weil es andere blendet.“
  • „Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“ (Oscar Wilde)
  • „Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“ (Peter Ustinov)
  • „Nichts in der Welt wirkt so ansteckend wie Lachen und gute Laune.“ (Charles Dickens)

Gute Laune Sprüche für den Tag

Der Tag beginnt schon mit schlechter Laune, Sie kommen nicht richtig in Schwung und wollen am liebsten gar nichts tun? Dann haben wir die passenden Gute Laune Sprüche für den Tag!

  • „Wer am Morgen verknittert aufsteht, hat am Tag die besten Entfaltungsmöglichkeiten.“
  • „Natürlich kann mich jeder vor dem ersten Kaffee ansprechen und nerven – auf eigene Gefahr.“
  • „Wenn der Partner am Morgen fragt: Sieht man meine Augenringe? einfach antworten: „Wie krass, der Panda kann sprechen.“
  • „Früh aufstehen ist der erste Schritt in die falsche Richtung.“
  • „Sei vergnügt bis um 10 Uhr morgens. Der Rest des Tages wir dann wie von selber laufen.“ (Elbert Hubbard)
  • „Das beste Mittel, jeden Tag gut zu beginnen, ist: beim Erwachen daran zu denken, ob man nicht wenigstens einem Menschen eine Freude machen könnte.“ (Friedrich Nietzsche)
  • „Natürlich führe ich Selbstgespräche. Manchmal braucht man halt eine Expertenmeinung.“
  • „Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“ (Mark Twain)
  • „Von guter Laune kann man sagen, dass sie eines der besten Kleidungsstücke ist, die man in Gesellschaft tragen kann.“ (William Makepeace Thackeray)
  • „Ich liebe den Duft von Möglichkeiten am frühen Morgen.“
  • „Die erste Morgenstunde ist das Steuerruder des Tages.“ (Augustinus Aurelius)

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Gute Laune Sprüche für Motivation

  • „Manche Leute wollen, dass es passiert, manche wünschen, dass es passiert, andere sorgen dafür, dass es passiert.“ (Michael Jordan)
  • „Niemand weiß, was er kann, bis er es probiert hat.“ (Publilius Syrus)
  • „Niemand, der sein Bestes gegeben hat, hat es später bereut.“
  • „Mit Fleiß, mit Mut, mit festem Willen lässt jeder Wunsch sich endlich stillen.“ (Novalis)
  • „Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt.“ (Laotse)
  • „Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird.“ (Winston Churchill)
  • „In einem Jahr wirst du dir wünschen, du hättest heute angefangen.“ (Karen Lamb)
  • „Was immer du kannst oder träumst es zu können, fang damit an.“ (Johann Wolfang von Goethe)
  • „Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“
  • „Wenn du nichts veränderst, wird sich auch nichts verändern.“ (Sparky Anderson)
  • „Du musst nicht spitze sein, um anzufangen. Aber du musst anfangen, um spitze zu werden.“ (Zig Zagler)
  • Motivation bringt dich in Gang, Gewohnheit hält dich in Schwung.“ (Jim Rohn)
  • „Es ist immer zu früh, um aufzugeben.“
  • „Unsere Fehlschläge sind oft erfolgreicher als unsere Erfolge.“ (Henry Ford)
  • „Schmerz ist vergänglich, Erfolg bleibt für immer.“

Gute Laune Sprüche zum Glück

  • „Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zuhause.“ (Demokrit)
  • Die meisten Menschen sind so glücklich, wie sie es sich selbst vorgenommen haben.“ (Abraham Lincoln)
  • „Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.“ (Carmen Sylvia)
  • „Glück ist kein Geschenk der Götter, sondern die Frucht innerer Einstellung.“ (Erich Fromm)
  • „Glücklich allein ist die Seele, die liebt.“ (Johann Wolfgang von Goethe)
  • Glück ist kein Ziel. Glück ist eine Art zu leben. Sei glücklich – ohne jeden Grund.“
  • „Es gibt keinen Weg zum Glücklichsein. Glücklichsein ist der Weg.“ (Buddha)
  • „Tun, was du magst, ist Freiheit. Mögen, was du tust, ist Glück.“
  • „Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ (Francis Bacon)
  • „Wer ständig glücklich sein möchte, muss sich oft verändern.“ (Konfuzius)
  • „Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.“ (Theodor Fontane)
  • „Glück ist meist nur ein Sammelname für Tüchtigkeit, Klugheit und Fleiß.“ (Charles Kettering)
  • „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“ (Demokrit)

Gute Laune Sprüche zur Freundschaft

  • „Freunde sind die Familie, die wir uns selber aussuchen.“
  • „Gute Freunde beruhigen dich nicht. Sie regen sich mit dir auf.“
  • „Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.“ (Ralph Waldo Emerson)
  • „Kein Mensch war ohne Grund in deinem Leben. Der eine war ein Geschenk, der andere eine Lektion.“
  • „Freundschaft ist eine Türe zwischen zwei Menschen. Sie kann manchmal knarren, klemmt hin und wieder, aber sie ist nie verschlossen.“ (Buddha)
  • „Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzen kennt und sie Dir vorspielt, wenn Du sie vergessen hast.“ (Albert Einstein)
  • „Echte Freunde kann man nicht kaufen, sie sind ein Geschenk.“
  • „Ein bisschen Freundschaft ist mir mehr wert als die Bewunderung der ganzen Welt.“ (Otto von Bismarck)
  • „Freundschaft muss nicht perfekt sein. Nur echt.“
  • „Ein Freund ist jemand, der dich mag, obwohl er dich kennt.“ (Elbert Hubbard)
  • „Freunde sind die wichtigste Zutat im Rezept des Lebens.“
  • „Freunde muss man nicht suchen, sie finden sich.“
  • „Es ist schön, jemanden zu kennen, mit dem man vor lauter Spaß den Ernst des Lebens vergessen kann.“
  • „Freundschaft – das ist eine Seele in zwei Körpern.“ (Aristoteles)

Gute Laune Sprueche 3 Freunde

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Druckkündigung: Voraussetzungen, Schema, wie wehren? https://karrierebibel.de/druckkuendigung/ Thu, 14 Jan 2021 11:00:30 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=70826

Bei der Druckkündigung beugt sich der Arbeitgeber dem Druck von außen. Eigentlich will er dem Arbeitnehmer nicht kündigen. Aber Kollegen oder Kunden verlangen es. Man könnte auch sagen: Der Chef wird zur Kündigung genötigt, teils erpresst. Motto: „Der oder wir!“ Wir erklären, unter welchen Voraussetzungen die Druckkündigung überhaupt erlaubt ist (inklusive Urteile), nach welchem Schema sie abläuft und wie Sie sich dagegen wehren können – wenn Sie das überhaupt wollen…

Was ist eine Druckkündigung?

Die Druckkündigung erfolgt auf Verlangen eines Dritten. Im Gegensatz zur klassischen Kündigung liegt der Kündigungsgrund weder im Fehlverhalten des Arbeitnehmers, noch in betrieblichen Gründen. Vielmehr beugt sich der Arbeitgeber dem massiven Druck anderer. Das können Mitarbeiter, der Betriebsrat, Kunden oder eine Aufsichtsbehörde sein. Diese drohen beispielsweise mit Strafen oder Arbeitsniederlegung, falls der betreffende Mitarbeiter nicht entlassen wird. Oder mit Stornierung von Aufträgen beziehungsweise Abbruch der Geschäftsbeziehungen.

Die Druckkündigung kann, wie die Verdachtskündigung, als ordentliche Kündigung (unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist) oder als außerordentliche Kündigung (fristlos) ausgesprochen werden. Auch eine (sofortige) Freistellung des Arbeitnehmers ist denkbar. Das hängt vom Einzelfall ab. Sie erfolgt allerdings immer durch den Arbeitgeber. Damit unterscheidet sich Druckkündigung etwa von der Eigenkündigung des Arbeitnehmers wegen Mobbings.

Druckkündigung Voraussetzungen

Druckkündigungen sind selten, aber grundsätzlich zulässig (BAG, 6 AZR 420/12). Dabei werden im Arbeitsrecht zwei Formen unterschieden:

Unechte Druckkündigung

In diesem Fall gibt es einen objektiv gerechtfertigten Grund, warum ein Mitarbeiter die Kündigung eines Kollegen fordert und der Arbeitgeber daraufhin kündigt. Meist handelt es sich hierbei um eine verhaltensbedingte Kündigung. Zum Beispiel wegen sexueller Belästigung, Tätlichkeiten, Beleidigung oder Diebstahls.

Echte Druckkündigung

Bei der echten Druckkündigung existiert weder ein nachweisbares Fehlverhalten, noch gibt es betriebsbedingte Gründe, die die Kündigung rechtfertigen. Der Arbeitgeber ist allerdings der massiven Androhung von Nachteilen ausgesetzt. Um Missbrauch zu verhindern (etwa den Rausschmiss wegen persönlichen Antipathien), ist die echte Druckkündigung an strenge Auflagen und hohe Hürden geknüpft:

  • Keine Selbstverschuldung
    Hat der Arbeitgeber die Drucksituation selbst herbeigeführt, darf er diese nicht als Grund für eine Kündigung nutzen.
  • Fürsorgepflicht erfüllt
    Der Arbeitgeber muss sich zuvor schützend vor den Arbeitnehmer stellen und versuchen, die Drohung Dritter abzuwenden beziehungsweise die Kündigung abzuwehren (BAG,2 AZR 637/15). Dabei muss er alles Zumutbare versuchen und ermitteln, ob es tatsächlich objektive Gründe für eine ordentliche Kündigung gibt. Entlastende Ermittlungen gehören ebenso dazu.
  • Massiver Schaden
    Die glaubwürdige Verwirklichung der Drohung muss für den Arbeitgeber tatsächlich zu schweren und nachhaltigen wirtschaftlichen Schäden führen (z.B. Umsatzausfall wegen Streik, Stornierung, Kundenverlust). Erst dann kann die Entlassung sozial gerechtfertigt sein.

Druckkündigung Betriebsrat: Anhörung erforderlich

Falls vorhanden, muss auch bei der Druckkündigung der Betriebsrat laut § 102 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) zuvor angehört werden. Der Arbeitgeber muss diesen über die Druckkündigung und deren Begründung ausführlich und rechtzeitig informieren. Der Betriebsrat kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Entlassung unwirksam.

Druckkündigung Schema: Schutz des Arbeitnehmers

Eine echte Druckkündigung ist nur dann wirksam, wenn sämtliche Versuche gescheitert sind, den Mitarbeiter zu schützen und den Konflikt beizulegen. Die Kündigung darf nur das „letzte“ Mittel sein – die „ultima ratio“. Das gilt vor allem dann, wenn der Arbeitgeber mit der Entlassung sympathisiert.

Hintergrund ist die sogenannte Fürsorgepflicht gegenüber Angestellten. Um diese wahrzunehmen, müssen Arbeitgeber folgende Optionen nutzen:

  • Prüfung
    Zunächst muss der Arbeitgeber versuchen, den Sachverhalt aufzuklären und die aufgebrachten Kollegen oder Kunden zu beruhigen. Zum Beispiel in Form von Mitarbeitergesprächen. Dabei muss der Arbeitgeber deutlich machen, dass es aus seiner Sicht keinen objektiven Anlass für eine Kündigung gibt. Und dass eine Arbeitsverweigerung der Belegschaft nicht hinnehmbar ist. Der Vorgesetzte muss sogar mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen drohen (Abmahnungen, Entgeltkürzungen), falls die Mitarbeiter eine Arbeitsniederlegung ankündigen.
  • Anhörung
    Zugleich muss der betroffene Mitarbeiter angehört werden, damit er seine Version schildern und sich entlasten kann. Ohne vorherige Anhörung des Arbeitnehmers ist die Druckkündigung immer unwirksam (BAG, 2 AZR 201/90).
  • Mediation
    Scheitern auch diese Versuche, kann der Arbeitgeber durch eine Mediation versuchen, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.
  • Mildere Mittel
    Lassen sich die Wogen trotz der Gespräche nicht glätten, muss der Arbeitgeber abwägen, ob es nicht auch mildere Mittel der Sanktionierung gibt. Zum Beispiel eine Ermahnung, Abmahnung, Versetzung oder Umstrukturierung des Teams. Der betroffene Arbeitnehmer hat allerdings die entstehenden Nachteile hinzunehmen.

Druckkündigung erhalten: Wie wehren?

Jede Kündigung ist zunächst ein Schock. Die Druckkündigung besonders, weil Sie eigentlich nichts falsch gemacht haben. Damit stellt sich die Frage, ob Sie bei diesem Arbeitgeber und Arbeitsklima überhaupt bleiben wollen. Falls ja: So können Sie sich dagegen wehren…

  • Unterschrift verweigern

    Manche Arbeitgeber verlangen, sich den Erhalt der Kündigung per Unterschrift bestätigen zu lassen. Achtung: Lassen Sie sich davon weder unter Druck setzen, noch zu einer Unterschrift drängen. Erstens müssen Sie nichts unterschreiben! Zweitens könnten Sie damit eine formal fehlerhafte und damit unwirksame Kündigung wirksam machen. Nehmen Sie das Kündigungsschreiben lediglich zur Kenntnis und bitten Sie um eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen. Prüfen Sie anschließend das Kündigungsschreiben und holen Sie sich juristischen Rat.

  • Kündigungsschutzklage erheben

    Sollten Sie Zweifel an der Zulässigkeit der Druckkündigung haben, können Sie beim Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Die Klage muss aber innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Idealerweise wenden Sie sich dazu an einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung als wirksam, sogar wenn sie das vorher formal nicht war.

  • Arbeitsuchend melden

    Sobald Sie Kenntnis von der Kündigung erhalten, sollten Sie das Arbeitsamt darüber informieren und sich arbeitssuchend melden. Bis zum Ablauf der Kündigungsfrist sichern Sie sich so rechtzeitig Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld, und es entsteht keine finanzielle Lücke.

Gibt es eine Abfindung bei Druckkündigung?

Die Abfindung ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht – mit Ausnahme der betriebsbedingten Kündigung. Die Höhe der Abfindung ist in der Regel Verhandlungssache. Im Arbeitsrecht existierten dazu keine Vorschriften. Berechnet wird diese meist nach der Formel: ein halbes bis ganzes Brutto-Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Persönlichen Umstände wie Alter, Familienstand, Urlaubsgeld und Verhandlungsgeschick beeinflussen die endgültige Summe.

Abfindung Berechnung bei Druckkündigung

Beachten Sie: Der Erhalt einer Abfindung kann sich auf das Arbeitslosengeld auswirken. Diese wird bis zu 60 Prozent auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Wer einen Aufhebungsvertrag unterschreibt, hat seine Arbeitslosigkeit damit de facto selbst verursacht. Folge: eine bis zu 3-monatige Sperre beim ALG 1.

Druckkündigung: Urteile und Beispiele

  • Die Commerzbank hatte Mitarbeitern auf Druck der New Yorker Finanzaufsichtsbehörde NYDFS gekündigt. Die hatte mit hohen Strafzahlungen gedroht, weil die Mitarbeiter der Hamburger Filiale angeblich Zahlungen verschleierten. Das LAG Hessen gab aber der Kündigungsschutzklage der Mitarbeiter Recht. Druckkündigung unzulässig, weil die Strafzahlungen nur unter Vorbehalt standen. Die bloße Drohgebärde reiche nicht aus (LAG Hessen, Az. 18 Sa 1498/15).
  • Das Kollegium eines Berufskollegs war mit der kommissarischen Leiterin der Schule nicht einverstanden und machte Druck. Begründung: Die Zusammenarbeit sei unmöglich, die Leiterin störe massiv den Betriebsfrieden. Der Träger kündigte der Lehrerin daraufhin fristlos. Das Arbeitsgericht kassierte die Druckkündigung allerdings wieder ein – wegen Verletzung der Fürsorgepflicht. Die Geschäftsführerin hatte versäumt, sich schützend vor ihre Angestellte zu stellen und ihrerseits Druck auf die Lehrkräfte auszuüben.
  • Der Mitarbeiter war als Sexualstraftäter bereits verurteilt und hatte seine Strafe abgesessen. Nun arbeitete er als Hafenarbeiter. Die Kollegen lehnten aber jede Zusammenarbeit mit dem „Kinderschänder“ ab. Der Arbeitgeber sprach daraufhin eine Druckkündigung aus. Die anschließende Kündigungsschutzklage des Hafenmitarbeiters hatte jedoch Erfolg: Der Arbeitgeber hatte nicht genug getan, um die Situation zu deeskalieren (BAG, 2 AZR 431/15).

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Bei der Druckkündigung beugt sich der Arbeitgeber dem Druck von außen. Eigentlich will er dem Arbeitnehmer nicht kündigen. Aber Kollegen oder Kunden verlangen es. Man könnte auch sagen: Der Chef wird zur Kündigung genötigt, teils erpresst. Motto: „Der oder wir!“ Wir erklären, unter welchen Voraussetzungen die Druckkündigung überhaupt erlaubt ist (inklusive Urteile), nach welchem Schema sie abläuft und wie Sie sich dagegen wehren können – wenn Sie das überhaupt wollen…

Was ist eine Druckkündigung?

Die Druckkündigung erfolgt auf Verlangen eines Dritten. Im Gegensatz zur klassischen Kündigung liegt der Kündigungsgrund weder im Fehlverhalten des Arbeitnehmers, noch in betrieblichen Gründen. Vielmehr beugt sich der Arbeitgeber dem massiven Druck anderer. Das können Mitarbeiter, der Betriebsrat, Kunden oder eine Aufsichtsbehörde sein. Diese drohen beispielsweise mit Strafen oder Arbeitsniederlegung, falls der betreffende Mitarbeiter nicht entlassen wird. Oder mit Stornierung von Aufträgen beziehungsweise Abbruch der Geschäftsbeziehungen.

Die Druckkündigung kann, wie die Verdachtskündigung, als ordentliche Kündigung (unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist) oder als außerordentliche Kündigung (fristlos) ausgesprochen werden. Auch eine (sofortige) Freistellung des Arbeitnehmers ist denkbar. Das hängt vom Einzelfall ab. Sie erfolgt allerdings immer durch den Arbeitgeber. Damit unterscheidet sich Druckkündigung etwa von der Eigenkündigung des Arbeitnehmers wegen Mobbings.

Druckkündigung Voraussetzungen

Druckkündigungen sind selten, aber grundsätzlich zulässig (BAG, 6 AZR 420/12). Dabei werden im Arbeitsrecht zwei Formen unterschieden:

Unechte Druckkündigung

In diesem Fall gibt es einen objektiv gerechtfertigten Grund, warum ein Mitarbeiter die Kündigung eines Kollegen fordert und der Arbeitgeber daraufhin kündigt. Meist handelt es sich hierbei um eine verhaltensbedingte Kündigung. Zum Beispiel wegen sexueller Belästigung, Tätlichkeiten, Beleidigung oder Diebstahls.

Echte Druckkündigung

Bei der echten Druckkündigung existiert weder ein nachweisbares Fehlverhalten, noch gibt es betriebsbedingte Gründe, die die Kündigung rechtfertigen. Der Arbeitgeber ist allerdings der massiven Androhung von Nachteilen ausgesetzt. Um Missbrauch zu verhindern (etwa den Rausschmiss wegen persönlichen Antipathien), ist die echte Druckkündigung an strenge Auflagen und hohe Hürden geknüpft:

  • Keine Selbstverschuldung
    Hat der Arbeitgeber die Drucksituation selbst herbeigeführt, darf er diese nicht als Grund für eine Kündigung nutzen.
  • Fürsorgepflicht erfüllt
    Der Arbeitgeber muss sich zuvor schützend vor den Arbeitnehmer stellen und versuchen, die Drohung Dritter abzuwenden beziehungsweise die Kündigung abzuwehren (BAG,2 AZR 637/15). Dabei muss er alles Zumutbare versuchen und ermitteln, ob es tatsächlich objektive Gründe für eine ordentliche Kündigung gibt. Entlastende Ermittlungen gehören ebenso dazu.
  • Massiver Schaden
    Die glaubwürdige Verwirklichung der Drohung muss für den Arbeitgeber tatsächlich zu schweren und nachhaltigen wirtschaftlichen Schäden führen (z.B. Umsatzausfall wegen Streik, Stornierung, Kundenverlust). Erst dann kann die Entlassung sozial gerechtfertigt sein.

Druckkündigung Betriebsrat: Anhörung erforderlich

Falls vorhanden, muss auch bei der Druckkündigung der Betriebsrat laut § 102 Abs. 1 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) zuvor angehört werden. Der Arbeitgeber muss diesen über die Druckkündigung und deren Begründung ausführlich und rechtzeitig informieren. Der Betriebsrat kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Entlassung unwirksam.

Druckkündigung Schema: Schutz des Arbeitnehmers

Eine echte Druckkündigung ist nur dann wirksam, wenn sämtliche Versuche gescheitert sind, den Mitarbeiter zu schützen und den Konflikt beizulegen. Die Kündigung darf nur das „letzte“ Mittel sein – die „ultima ratio“. Das gilt vor allem dann, wenn der Arbeitgeber mit der Entlassung sympathisiert.

Hintergrund ist die sogenannte Fürsorgepflicht gegenüber Angestellten. Um diese wahrzunehmen, müssen Arbeitgeber folgende Optionen nutzen:

  • Prüfung
    Zunächst muss der Arbeitgeber versuchen, den Sachverhalt aufzuklären und die aufgebrachten Kollegen oder Kunden zu beruhigen. Zum Beispiel in Form von Mitarbeitergesprächen. Dabei muss der Arbeitgeber deutlich machen, dass es aus seiner Sicht keinen objektiven Anlass für eine Kündigung gibt. Und dass eine Arbeitsverweigerung der Belegschaft nicht hinnehmbar ist. Der Vorgesetzte muss sogar mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen drohen (Abmahnungen, Entgeltkürzungen), falls die Mitarbeiter eine Arbeitsniederlegung ankündigen.
  • Anhörung
    Zugleich muss der betroffene Mitarbeiter angehört werden, damit er seine Version schildern und sich entlasten kann. Ohne vorherige Anhörung des Arbeitnehmers ist die Druckkündigung immer unwirksam (BAG, 2 AZR 201/90).
  • Mediation
    Scheitern auch diese Versuche, kann der Arbeitgeber durch eine Mediation versuchen, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln.
  • Mildere Mittel
    Lassen sich die Wogen trotz der Gespräche nicht glätten, muss der Arbeitgeber abwägen, ob es nicht auch mildere Mittel der Sanktionierung gibt. Zum Beispiel eine Ermahnung, Abmahnung, Versetzung oder Umstrukturierung des Teams. Der betroffene Arbeitnehmer hat allerdings die entstehenden Nachteile hinzunehmen.

Druckkündigung erhalten: Wie wehren?

Jede Kündigung ist zunächst ein Schock. Die Druckkündigung besonders, weil Sie eigentlich nichts falsch gemacht haben. Damit stellt sich die Frage, ob Sie bei diesem Arbeitgeber und Arbeitsklima überhaupt bleiben wollen. Falls ja: So können Sie sich dagegen wehren…

  • Unterschrift verweigern

    Manche Arbeitgeber verlangen, sich den Erhalt der Kündigung per Unterschrift bestätigen zu lassen. Achtung: Lassen Sie sich davon weder unter Druck setzen, noch zu einer Unterschrift drängen. Erstens müssen Sie nichts unterschreiben! Zweitens könnten Sie damit eine formal fehlerhafte und damit unwirksame Kündigung wirksam machen. Nehmen Sie das Kündigungsschreiben lediglich zur Kenntnis und bitten Sie um eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen. Prüfen Sie anschließend das Kündigungsschreiben und holen Sie sich juristischen Rat.

  • Kündigungsschutzklage erheben

    Sollten Sie Zweifel an der Zulässigkeit der Druckkündigung haben, können Sie beim Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Die Klage muss aber innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Idealerweise wenden Sie sich dazu an einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung als wirksam, sogar wenn sie das vorher formal nicht war.

  • Arbeitsuchend melden

    Sobald Sie Kenntnis von der Kündigung erhalten, sollten Sie das Arbeitsamt darüber informieren und sich arbeitssuchend melden. Bis zum Ablauf der Kündigungsfrist sichern Sie sich so rechtzeitig Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld, und es entsteht keine finanzielle Lücke.

Gibt es eine Abfindung bei Druckkündigung?

Die Abfindung ist eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es nicht – mit Ausnahme der betriebsbedingten Kündigung. Die Höhe der Abfindung ist in der Regel Verhandlungssache. Im Arbeitsrecht existierten dazu keine Vorschriften. Berechnet wird diese meist nach der Formel: ein halbes bis ganzes Brutto-Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Persönlichen Umstände wie Alter, Familienstand, Urlaubsgeld und Verhandlungsgeschick beeinflussen die endgültige Summe.

Abfindung Berechnung bei Druckkündigung

Beachten Sie: Der Erhalt einer Abfindung kann sich auf das Arbeitslosengeld auswirken. Diese wird bis zu 60 Prozent auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Wer einen Aufhebungsvertrag unterschreibt, hat seine Arbeitslosigkeit damit de facto selbst verursacht. Folge: eine bis zu 3-monatige Sperre beim ALG 1.

Druckkündigung: Urteile und Beispiele

  • Die Commerzbank hatte Mitarbeitern auf Druck der New Yorker Finanzaufsichtsbehörde NYDFS gekündigt. Die hatte mit hohen Strafzahlungen gedroht, weil die Mitarbeiter der Hamburger Filiale angeblich Zahlungen verschleierten. Das LAG Hessen gab aber der Kündigungsschutzklage der Mitarbeiter Recht. Druckkündigung unzulässig, weil die Strafzahlungen nur unter Vorbehalt standen. Die bloße Drohgebärde reiche nicht aus (LAG Hessen, Az. 18 Sa 1498/15).
  • Das Kollegium eines Berufskollegs war mit der kommissarischen Leiterin der Schule nicht einverstanden und machte Druck. Begründung: Die Zusammenarbeit sei unmöglich, die Leiterin störe massiv den Betriebsfrieden. Der Träger kündigte der Lehrerin daraufhin fristlos. Das Arbeitsgericht kassierte die Druckkündigung allerdings wieder ein – wegen Verletzung der Fürsorgepflicht. Die Geschäftsführerin hatte versäumt, sich schützend vor ihre Angestellte zu stellen und ihrerseits Druck auf die Lehrkräfte auszuüben.
  • Der Mitarbeiter war als Sexualstraftäter bereits verurteilt und hatte seine Strafe abgesessen. Nun arbeitete er als Hafenarbeiter. Die Kollegen lehnten aber jede Zusammenarbeit mit dem „Kinderschänder“ ab. Der Arbeitgeber sprach daraufhin eine Druckkündigung aus. Die anschließende Kündigungsschutzklage des Hafenmitarbeiters hatte jedoch Erfolg: Der Arbeitgeber hatte nicht genug getan, um die Situation zu deeskalieren (BAG, 2 AZR 431/15).

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Lebenslauf Seitenzahl: Wie viele Seiten sind erlaubt? https://karrierebibel.de/lebenslauf-seitenzahl/ Thu, 14 Jan 2021 10:00:55 +0000 Nils Warkentin https://karrierebibel.de/?p=153910

Wie lang darf der Lebenslauf in der Bewerbung sein? Zwei Seiten, drei oder vier? Die Lebenslauf Seitenzahl ist regelmäßig eine Herausforderung für Jobsuchende. Alle relevanten Inhalte müssen rein, aussagekräftig sollen sie aber auch bleiben. Wird der Lebenslauf zu umfangreich, fällt er bei Personalern oft negativ auf. Hier erfahren Sie, wie viele Seiten die Vita in den Bewerbungsunterlagen haben sollte – und was Sie dabei beachten müssen…

Lebenslauf Seitenzahl: Qualifikationen auf den Punkt bringen

Grundregel für die Seitenzahl im Lebenslauf: Fassen Sie sich kurz! Personaler wollen auf einen Blick die wichtigsten Informationen finden. Diese sind:

Im Lebenslauf geht es um harte Fakten (die Hard Skills) und einen schnellen Überblick. Insbesondere die Muss-Qualifikationen müssen sofort ins Auge springen. Bei vielen Seiten verwässert sich der Effekt mit jedem weiteren Blatt.

Personalverantwortliche wollen nicht lange suchen. Im Arbeitsalltag mit teils hunderten Kandidaten bleiben zur ersten Auswahl oft nur zwei Minuten pro Bewerbung. Wer da einen vollgestopften, unübersichtlichen Lebenslauf einreicht, landet schnell bei den Absagen.

Bewerbung ist die erste Arbeitsprobe

Für Arbeitgeber sind Bewerbungsunterlagen eine erste Arbeitsprobe. Damit zeigt der Lebenslauf ebenso, ob Sie Prioritäten setzen, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und auf den Punkt kommen können. In vielen Jobs eine wichtige Kompetenz für den Erfolg. Aus demselben Grund gibt es die Postkorbübung. Sie begegnet Bewerbern etwa im Assessment Center. Dabei geht es ebenfalls darum, nur Relevantes herauszufiltern.

Die Lebenslauf Seitenzahl spiegelt damit – indirekt -, dass Sie den tabellarischen Lebenslauf individuell für diese Stelle angefertigt haben und sich nur jene berufliche Stationen, Qualifikationen und Stärken fokussiert haben, die den Erwartungen und Herausforderungen der Stelle entsprechen.

Wie viele Seiten soll ein Lebenslauf haben?

Als Faustformel können Sie sich merken: Der Lebenslauf sollte zwischen eine und maximal drei DIN A4 Seiten umfasssen. Die Länge ist dabei abhängig von der bisherigen Laufbahn, der Berufserfahrung und Höhe der Position. Berufseinsteiger kommen in der Regel mit einer Seite aus. Fach- und FÜhrungskräfte benötigen mehr Platz. Aber bitte nie mehr als drei Seiten!

Lebenslauf Laenge 2 Seiten Grafik

Welche Seitenzahl für Sie die richtige Länge ist, hängt von Ihrer Karriere ab. Die folgenden Angaben sind grobe Richtwerte:

  • Lebenslauf Seitenzahl für Berufseinsteiger

    Wer ins Berufsleben einsteigt, hat meist nur wenig Berufserfahrung. So mancher Anfänger hat schon Probleme nur eine Seite zu füllen. Keine Panik: Bei Schülern und Azubis in spe reicht auch eine halbe Seite. Ein kurzer, knackiger Lebenslauf ist immer besser, als ein aufgeblähter.

  • Lebenslauf Seitenzahl für Fachkräfte

    Mit der Berufserfahrung steigt auch Lebenslauf Seitenzahl. Nach fünf Jahren schreiben viele Fachkräfte schon bis zu zwei DIN A4 Seiten. Kein Problem, wenn das sinnvoll und notwendig ist. Für langjährige Spezialisten sind auch drei Seiten in Ordnung, solange die Informationen für die Stelle relevant sind. Sonst müssen Sie auswählen!

  • Lebenslauf Seitenzahl für Führungskräfte

    Von Führungskräften und Managern wird im Lebenslauf erwartet, dass Sie auf messbare Erfolge und zentrale Führungsaufgaben eingehen. Das braucht Platz. Das Maximum von bis zu drei DIN A4 Seiten im Lebenslauf dürfen aber auch sie nicht überschreiten. Im Zweifel: Kürzen Sie oder formulieren Sie in Stichworten. Relevanz und Aktualität haben hierbei Vorrang.

TIPP: Seitenzahl im Lebenslauf angeben!

Bei einem Lebenslauf von mindestens zwei Seiten können Sie die Seitenzahl rechts unten in der Fußzeile angeben. Das macht einen professionellen Eindruck und sorgt für mehr Übersicht. Kommen Unterlagen durcheinander, lassen diese sich leichter wieder sortieren.


Lebenslauf Länge: Bitte keine falschen Tricks

Um die geforderte Lebenslauf Seitenzahl einzuhalten, versuchen es einige Bewerber mit verschiedenen Tricks:

  • Schriftgröße um einige Punkte reduzieren, um den Inhalt auf eine Seite zu bekommen.
  • Absätze und Abstände verkleinern oder entfernen.

Wir raten von solchen Tricks ab. Diese gehen zu Lasten der Lesbarkeit, Struktur und Übersichtlichkeit. Vielleicht pressen Sie den Lebenslauf dadurch auf eine Seite – lesbarer wird er so aber nicht.

Kürzen Sie stattdessen rigoros unwichtige Angaben. Berufliche Stationen und Datumsangaben müssen zwar vollständig und lückenlos sein. Wie ausführlich Sie die einzelne Station formulieren, bleibt aber Ihnen überlassen. Der wahre Trick ist also: Dort ausführlicher werden, was für die angestrebte Position qualifiziert und überzeugt – und kürzen, was allenfalls erwähnenswert ist.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: VectorKnight by Shutterstock.com]

Weiterführende Quellen und Ratgeber
Tipps zur Bewerbung
Bewerbungsvorlagen
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto
Deckblatt
Kurzprofil

Tipps zum Lebenslauf
Tabellarischer Lebenslauf
Lebenslauf Vorlagen
Praktika im Lebenslauf
Hobbys im Lebenslauf
Arbeitslosigkeit im Lebenslauf
Lücken im Lebenslauf

Tipps zum Anschreiben
Bewerbungsschreiben
Einleitungssatz im Anschreiben
Schlusssatz im Anschreiben
Interessen im Anschreiben
Stärken im Anschreiben
Anlagenverzeichnis

Tipps zum Arbeitszeugnis
Arbeitszeugnis bewerten
Geheimcodes im Zeugnis
Zwischenzeugnis
Tätigkeitsbeschreibung
Referenzen & Muster

Besondere Bewerbungen
Initiativbewerbung
Interne Bewerbung
Diskrete Bewerbung
E-Mail-Bewerbung
Online-Bewerbung
Bewerbung als Aushilfe
Bewerbung für Minijobs
Bewerbung nach Kündigung

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Wie lang darf der Lebenslauf in der Bewerbung sein? Zwei Seiten, drei oder vier? Die Lebenslauf Seitenzahl ist regelmäßig eine Herausforderung für Jobsuchende. Alle relevanten Inhalte müssen rein, aussagekräftig sollen sie aber auch bleiben. Wird der Lebenslauf zu umfangreich, fällt er bei Personalern oft negativ auf. Hier erfahren Sie, wie viele Seiten die Vita in den Bewerbungsunterlagen haben sollte – und was Sie dabei beachten müssen…

Lebenslauf Seitenzahl: Qualifikationen auf den Punkt bringen

Grundregel für die Seitenzahl im Lebenslauf: Fassen Sie sich kurz! Personaler wollen auf einen Blick die wichtigsten Informationen finden. Diese sind:

Im Lebenslauf geht es um harte Fakten (die Hard Skills) und einen schnellen Überblick. Insbesondere die Muss-Qualifikationen müssen sofort ins Auge springen. Bei vielen Seiten verwässert sich der Effekt mit jedem weiteren Blatt.

Personalverantwortliche wollen nicht lange suchen. Im Arbeitsalltag mit teils hunderten Kandidaten bleiben zur ersten Auswahl oft nur zwei Minuten pro Bewerbung. Wer da einen vollgestopften, unübersichtlichen Lebenslauf einreicht, landet schnell bei den Absagen.

Bewerbung ist die erste Arbeitsprobe

Für Arbeitgeber sind Bewerbungsunterlagen eine erste Arbeitsprobe. Damit zeigt der Lebenslauf ebenso, ob Sie Prioritäten setzen, Wichtiges von Unwichtigem unterscheiden und auf den Punkt kommen können. In vielen Jobs eine wichtige Kompetenz für den Erfolg. Aus demselben Grund gibt es die Postkorbübung. Sie begegnet Bewerbern etwa im Assessment Center. Dabei geht es ebenfalls darum, nur Relevantes herauszufiltern.

Die Lebenslauf Seitenzahl spiegelt damit – indirekt -, dass Sie den tabellarischen Lebenslauf individuell für diese Stelle angefertigt haben und sich nur jene berufliche Stationen, Qualifikationen und Stärken fokussiert haben, die den Erwartungen und Herausforderungen der Stelle entsprechen.

Wie viele Seiten soll ein Lebenslauf haben?

Als Faustformel können Sie sich merken: Der Lebenslauf sollte zwischen eine und maximal drei DIN A4 Seiten umfasssen. Die Länge ist dabei abhängig von der bisherigen Laufbahn, der Berufserfahrung und Höhe der Position. Berufseinsteiger kommen in der Regel mit einer Seite aus. Fach- und FÜhrungskräfte benötigen mehr Platz. Aber bitte nie mehr als drei Seiten!

Lebenslauf Laenge 2 Seiten Grafik

Welche Seitenzahl für Sie die richtige Länge ist, hängt von Ihrer Karriere ab. Die folgenden Angaben sind grobe Richtwerte:

  • Lebenslauf Seitenzahl für Berufseinsteiger

    Wer ins Berufsleben einsteigt, hat meist nur wenig Berufserfahrung. So mancher Anfänger hat schon Probleme nur eine Seite zu füllen. Keine Panik: Bei Schülern und Azubis in spe reicht auch eine halbe Seite. Ein kurzer, knackiger Lebenslauf ist immer besser, als ein aufgeblähter.

  • Lebenslauf Seitenzahl für Fachkräfte

    Mit der Berufserfahrung steigt auch Lebenslauf Seitenzahl. Nach fünf Jahren schreiben viele Fachkräfte schon bis zu zwei DIN A4 Seiten. Kein Problem, wenn das sinnvoll und notwendig ist. Für langjährige Spezialisten sind auch drei Seiten in Ordnung, solange die Informationen für die Stelle relevant sind. Sonst müssen Sie auswählen!

  • Lebenslauf Seitenzahl für Führungskräfte

    Von Führungskräften und Managern wird im Lebenslauf erwartet, dass Sie auf messbare Erfolge und zentrale Führungsaufgaben eingehen. Das braucht Platz. Das Maximum von bis zu drei DIN A4 Seiten im Lebenslauf dürfen aber auch sie nicht überschreiten. Im Zweifel: Kürzen Sie oder formulieren Sie in Stichworten. Relevanz und Aktualität haben hierbei Vorrang.

TIPP: Seitenzahl im Lebenslauf angeben!

Bei einem Lebenslauf von mindestens zwei Seiten können Sie die Seitenzahl rechts unten in der Fußzeile angeben. Das macht einen professionellen Eindruck und sorgt für mehr Übersicht. Kommen Unterlagen durcheinander, lassen diese sich leichter wieder sortieren.


Lebenslauf Länge: Bitte keine falschen Tricks

Um die geforderte Lebenslauf Seitenzahl einzuhalten, versuchen es einige Bewerber mit verschiedenen Tricks:

  • Schriftgröße um einige Punkte reduzieren, um den Inhalt auf eine Seite zu bekommen.
  • Absätze und Abstände verkleinern oder entfernen.

Wir raten von solchen Tricks ab. Diese gehen zu Lasten der Lesbarkeit, Struktur und Übersichtlichkeit. Vielleicht pressen Sie den Lebenslauf dadurch auf eine Seite – lesbarer wird er so aber nicht.

Kürzen Sie stattdessen rigoros unwichtige Angaben. Berufliche Stationen und Datumsangaben müssen zwar vollständig und lückenlos sein. Wie ausführlich Sie die einzelne Station formulieren, bleibt aber Ihnen überlassen. Der wahre Trick ist also: Dort ausführlicher werden, was für die angestrebte Position qualifiziert und überzeugt – und kürzen, was allenfalls erwähnenswert ist.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Weiterführende Quellen und Ratgeber
Tipps zur Bewerbung
Bewerbungsvorlagen
11 Bewerbungsformen
ABC der Bewerbungstipps
Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto
Deckblatt
Kurzprofil

Tipps zum Lebenslauf
Tabellarischer Lebenslauf
Lebenslauf Vorlagen
Praktika im Lebenslauf
Hobbys im Lebenslauf
Arbeitslosigkeit im Lebenslauf
Lücken im Lebenslauf

Tipps zum Anschreiben
Bewerbungsschreiben
Einleitungssatz im Anschreiben
Schlusssatz im Anschreiben
Interessen im Anschreiben
Stärken im Anschreiben
Anlagenverzeichnis

Tipps zum Arbeitszeugnis
Arbeitszeugnis bewerten
Geheimcodes im Zeugnis
Zwischenzeugnis
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Arbeitszimmer absetzen: So sparen Sie im Homeoffice https://karrierebibel.de/arbeitszimmer-absetzen/ Thu, 14 Jan 2021 07:00:57 +0000 Anja Rassek https://karrierebibel.de/?p=153909

Arbeit von zuhause können Sie unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer als Arbeitszimmer absetzen. Möglich ist das als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Bisher betraf das vor allem Berufsgruppen wie Lehrer und Freelancer. Aufgrund der Corona-Krise hat der Gesetzgeber mit der Homeofficepauschale eine weitere Möglichkeit eröffnet. Jetzt können auch andere Arbeitnehmer von den neuen Regelungen profitieren. Hier erfahren Sie, wie Sie sparen können…

Vorraussetzungen: Arbeitszimmer ist beruflicher Natur

Ihr Zimmer können Sie dann als Arbeitszimmer absetzen, wenn Sie es zu 90 Prozent für den Beruf nutzen. Außerdem muss es sich um ein separates Zimmer handeln, das Bestandteil Ihrer Wohnung und durch eine Tür von den Privaträumen getrennt ist. Den Laptop in der Küche aufzustellen und die als Arbeitszimmer zu deklarieren, funktioniert also nicht: Arbeitsecken sowie Durchgangszimmer gelten nicht als Arbeitszimmer und sind steuerlich nicht absetzbar. Auch zweifelt das Finanzamt ein Arbeitszimmer an, wenn der restliche Wohnraum für Sie und Familie nicht ausreicht.

Damit das Finanzamt die Kosten für Ihr häusliches Arbeitszimmer anerkennt, muss es durch Ausstattung und Funktion klar als Arbeitszimmer erkennbar sein. Heißt: Das Kuschelsofa und der XXL-Fernseher im selben Raum bedeuten eher ein K.O.-Kriterium. Auch ein Zimmer mit Gästebett, in dem Sie hin und wieder Personen übernachten lassen, erfüllt die strengen Vorgaben des Bundesfinanzhofs nicht. Genau genommen ist eine steuerliche Absetzung von Arbeitskosten, die zuhause entstehen, laut Einkommenssteuergesetz gar nicht vorgesehen. Hauptkriterien dafür, dass Sie dennoch Ihr häusliches Arbeitszimmer absetzen können:

  • Sie haben keine andere Möglichkeit zur Verrichtung Ihrer Arbeit.
  • Ihr häuslicher Arbeitsplatz ist Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit.

Die vollen Raumkosten können Sie immer bei einem außerhäuslichen Arbeitszimmer absetzen. In dem Fall prüft auch keiner, ob dort ein Tätigkeitsmittelpunkt vorliegt oder Sie noch einen Arbeitsplatz im Büro haben. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass sich das außerhäusliche Arbeitszimmer in der Nähe Ihrer Wohnung findet. Bei längeren Fahrtwegen oder größeren Entfernungen zweifelt das Finanzamt die Nutzung aus rein beruflichen Gründen an.

In welcher Höhe ist ein Kostenabzug möglich?

In welcher Höhe die Kosten für Ihre Arbeit anerkannt werden, richtet sich exakt nach den beiden vorgenannten Kriterien. Das Finanzamt unterscheidet zwischen einem begrenzten und einem unbegrenzten Kostenabzug:

  • Begrenzter Kostenabzug
    Das bedeutet, dass Sie bis zu 1.250 Euro im Jahr als Werbungskosten geltend machen können, wenn Sie keinen anderen Arbeitsplatz für Ihre Tätigkeiten haben. Dafür muss das Arbeitszimmer nicht zwingend Mittelpunkt der Tätigkeit sein. Das gilt beispielsweise für Berufsgruppen wie Lehrer, Berufsmusiker oder Außendienstmitarbeiter, bei denen der Beruf die Arbeit am Schreibtisch erfordert, die Ihren beruflichen Mittelpunkt allerdings nicht zwangsläufig dort haben: Lehrer ist hauptsächlich an der Schule, ein Berufsmusiker auf der Bühne und ein Außendienstmitarbeiter beim Kunden.
  • Unbegrenzter Kostenabzug
    Für Berufsgruppen, bei denen das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet, ist ein unbegrenzter Kostenabzug in voller Höhe möglich. Es lassen sich also die tatsächlichen Kosten für das Arbeitszimmer absetzen. Dies gilt, wenn der Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt und Sie auch nicht außerhalb Ihrer Wohnung arbeiten. Das gilt typischerweise für Schriftsteller, Grafikdesigner oder auch Arbeitnehmer, die in Heimarbeit tätig sind.

Um die Kosten in voller Höhe absetzen zu können, müssen Sie allerdings an wenigstens drei Arbeitstagen in der Woche im Homeoffice arbeiten. Sollten Sie nur nur einen oder zwei Tage von zuhause aus arbeiten, können Sie maximal 1.250 Euro im Jahr, also den begrenzten Kostenabzug, geltend machen.

Ausnahme: Arbeit umständehalber von zuhause aus

Aber es gibt Ausnahmen. Seit der Corona-Krise arbeiten immer mehr Arbeitnehmer im Homeoffice, die sehr wohl einen Büroarbeitsplatz zur Verfügung haben. Und nicht jeder davon hat einen separaten Raum, den er nach den vorgenannten Kriterien als häusliches Arbeitszimmer absetzen könnte.

Der Gesetzgeber erkennt nun an, dass Arbeitnehmern durch die Arbeit zuhause Kosten entstehen, die zuvor der Arbeitgeber übernahm. Daher können nun auch Arbeitnehmer, die tatsächlich lediglich eine Arbeitsecke in ihrer Privatwohnung einrichten können, steuerlich profitieren. Wer von zuhause arbeitet, kann sich grundsätzlich zwischen diesen zwei Möglichkeiten entscheiden:

Arbeitszimmer

Was bisher nur für bestimmte Berufsgruppen galt, gilt nun für alle Arbeitnehmer: Sie haben einen separaten Raum, den Sie nur zu beruflichen Zwecken (maximal 10 Prozent private Nutzung ist erlaubt) nutzen? In diesem Fall können Sie ihn bei der Steuererklärung als häusliches Arbeitszimmer absetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass Ihr Arbeitgeber beispielsweise aufgrund des Infektionsgeschehens die Arbeit im Homeoffice angeordnet hat.

Arbeitsecke

Erfüllt Ihr heimischer Arbeitsplatz nicht die Kriterien eines häuslichen Arbeitszimmers – beispielsweise weil ein Gästebett drin steht oder Sie doch nur eine Arbeitsecke in der Wohnung haben? Dann können Sie die Homeofficepauschale anwenden. Damit kann jeder Arbeitnehmer 5 Euro pro Arbeitstag im Homeoffice geltend machen – maximal 600 Euro im Jahr.

Welche Kosten sind absetzbar?

Absetzen können Sie alle Kosten, die direkt oder anteilig dem Arbeitszimmer zuordenbar sind. Die gute Nachricht: Paare können das Arbeitszimmer doppelt anrechnen lassen. Teilen Sie sich mit Ihrem Partner das Arbeitszimmer, können Sie beide jeweils 1.250 Euro steuerlich geltend machen. Was fällt nun darunter?

Direkte Kosten

  • Fenstervorhänge, Gardinen, Jalousien
  • Lampen
  • Teppiche
  • Renovierungskosten
  • Versicherungen

Anteilige Kosten

  • Miete
  • Wasser-, Heizungs- und Stromkosten
  • Müllabfuhr
  • Reinigungskosten

Bei alledem sollten Sie darauf achten, das Maß des Normalen nicht zu überschreiten: Kristallleuchter von der Decke oder wertvolle Gemälde werden Sie schwerlich für Ihr Arbeitszimmer absetzen können. Und ein Trost für alle: Arbeitsmittel können Sie immer steuerlich absetzen. Utensilien wie Monitor, Bürostuhl oder Druckerpapier zählen dazu. Bei Anschaffungsgegenständen, die über 952 Euro liegen, läuft die Abschreibung über die Nutzungsdauer mehrere Jahre.

Arbeitszimmer absetzen Berechnung

Wie können Sie den absetzbaren Anteil berechnen? Dazu nehmen teilen Sie die Fläche des Arbeitszimmers durch die Gesamtfläche der Wohnung und multiplizieren mit 100.

Beispiel: Ihre Wohnung ist 75 Quadratmeter groß, das Arbeitszimmer hat 20 Quadratmeter. 20 geteilt durch 75 mal 100 ergibt 26,6. Das ist der absetzbare Anteil Ihres Arbeitszimmers. 26,6 Prozent der Miet- und Nebenkosten können Sie von der Steuer absetzen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Arbeit von zuhause können Sie unter bestimmten Voraussetzungen von der Steuer als Arbeitszimmer absetzen. Möglich ist das als Werbungskosten oder Betriebsausgaben. Bisher betraf das vor allem Berufsgruppen wie Lehrer und Freelancer. Aufgrund der Corona-Krise hat der Gesetzgeber mit der Homeofficepauschale eine weitere Möglichkeit eröffnet. Jetzt können auch andere Arbeitnehmer von den neuen Regelungen profitieren. Hier erfahren Sie, wie Sie sparen können…

Vorraussetzungen: Arbeitszimmer ist beruflicher Natur

Ihr Zimmer können Sie dann als Arbeitszimmer absetzen, wenn Sie es zu 90 Prozent für den Beruf nutzen. Außerdem muss es sich um ein separates Zimmer handeln, das Bestandteil Ihrer Wohnung und durch eine Tür von den Privaträumen getrennt ist. Den Laptop in der Küche aufzustellen und die als Arbeitszimmer zu deklarieren, funktioniert also nicht: Arbeitsecken sowie Durchgangszimmer gelten nicht als Arbeitszimmer und sind steuerlich nicht absetzbar. Auch zweifelt das Finanzamt ein Arbeitszimmer an, wenn der restliche Wohnraum für Sie und Familie nicht ausreicht.

Damit das Finanzamt die Kosten für Ihr häusliches Arbeitszimmer anerkennt, muss es durch Ausstattung und Funktion klar als Arbeitszimmer erkennbar sein. Heißt: Das Kuschelsofa und der XXL-Fernseher im selben Raum bedeuten eher ein K.O.-Kriterium. Auch ein Zimmer mit Gästebett, in dem Sie hin und wieder Personen übernachten lassen, erfüllt die strengen Vorgaben des Bundesfinanzhofs nicht. Genau genommen ist eine steuerliche Absetzung von Arbeitskosten, die zuhause entstehen, laut Einkommenssteuergesetz gar nicht vorgesehen. Hauptkriterien dafür, dass Sie dennoch Ihr häusliches Arbeitszimmer absetzen können:

  • Sie haben keine andere Möglichkeit zur Verrichtung Ihrer Arbeit.
  • Ihr häuslicher Arbeitsplatz ist Mittelpunkt Ihrer beruflichen Tätigkeit.

Die vollen Raumkosten können Sie immer bei einem außerhäuslichen Arbeitszimmer absetzen. In dem Fall prüft auch keiner, ob dort ein Tätigkeitsmittelpunkt vorliegt oder Sie noch einen Arbeitsplatz im Büro haben. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass sich das außerhäusliche Arbeitszimmer in der Nähe Ihrer Wohnung findet. Bei längeren Fahrtwegen oder größeren Entfernungen zweifelt das Finanzamt die Nutzung aus rein beruflichen Gründen an.

In welcher Höhe ist ein Kostenabzug möglich?

In welcher Höhe die Kosten für Ihre Arbeit anerkannt werden, richtet sich exakt nach den beiden vorgenannten Kriterien. Das Finanzamt unterscheidet zwischen einem begrenzten und einem unbegrenzten Kostenabzug:

  • Begrenzter Kostenabzug
    Das bedeutet, dass Sie bis zu 1.250 Euro im Jahr als Werbungskosten geltend machen können, wenn Sie keinen anderen Arbeitsplatz für Ihre Tätigkeiten haben. Dafür muss das Arbeitszimmer nicht zwingend Mittelpunkt der Tätigkeit sein. Das gilt beispielsweise für Berufsgruppen wie Lehrer, Berufsmusiker oder Außendienstmitarbeiter, bei denen der Beruf die Arbeit am Schreibtisch erfordert, die Ihren beruflichen Mittelpunkt allerdings nicht zwangsläufig dort haben: Lehrer ist hauptsächlich an der Schule, ein Berufsmusiker auf der Bühne und ein Außendienstmitarbeiter beim Kunden.
  • Unbegrenzter Kostenabzug
    Für Berufsgruppen, bei denen das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit bildet, ist ein unbegrenzter Kostenabzug in voller Höhe möglich. Es lassen sich also die tatsächlichen Kosten für das Arbeitszimmer absetzen. Dies gilt, wenn der Arbeitgeber keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt und Sie auch nicht außerhalb Ihrer Wohnung arbeiten. Das gilt typischerweise für Schriftsteller, Grafikdesigner oder auch Arbeitnehmer, die in Heimarbeit tätig sind.

Um die Kosten in voller Höhe absetzen zu können, müssen Sie allerdings an wenigstens drei Arbeitstagen in der Woche im Homeoffice arbeiten. Sollten Sie nur nur einen oder zwei Tage von zuhause aus arbeiten, können Sie maximal 1.250 Euro im Jahr, also den begrenzten Kostenabzug, geltend machen.

Ausnahme: Arbeit umständehalber von zuhause aus

Aber es gibt Ausnahmen. Seit der Corona-Krise arbeiten immer mehr Arbeitnehmer im Homeoffice, die sehr wohl einen Büroarbeitsplatz zur Verfügung haben. Und nicht jeder davon hat einen separaten Raum, den er nach den vorgenannten Kriterien als häusliches Arbeitszimmer absetzen könnte.

Der Gesetzgeber erkennt nun an, dass Arbeitnehmern durch die Arbeit zuhause Kosten entstehen, die zuvor der Arbeitgeber übernahm. Daher können nun auch Arbeitnehmer, die tatsächlich lediglich eine Arbeitsecke in ihrer Privatwohnung einrichten können, steuerlich profitieren. Wer von zuhause arbeitet, kann sich grundsätzlich zwischen diesen zwei Möglichkeiten entscheiden:

Arbeitszimmer

Was bisher nur für bestimmte Berufsgruppen galt, gilt nun für alle Arbeitnehmer: Sie haben einen separaten Raum, den Sie nur zu beruflichen Zwecken (maximal 10 Prozent private Nutzung ist erlaubt) nutzen? In diesem Fall können Sie ihn bei der Steuererklärung als häusliches Arbeitszimmer absetzen. Voraussetzung ist allerdings, dass Ihr Arbeitgeber beispielsweise aufgrund des Infektionsgeschehens die Arbeit im Homeoffice angeordnet hat.

Arbeitsecke

Erfüllt Ihr heimischer Arbeitsplatz nicht die Kriterien eines häuslichen Arbeitszimmers – beispielsweise weil ein Gästebett drin steht oder Sie doch nur eine Arbeitsecke in der Wohnung haben? Dann können Sie die Homeofficepauschale anwenden. Damit kann jeder Arbeitnehmer 5 Euro pro Arbeitstag im Homeoffice geltend machen – maximal 600 Euro im Jahr.

Welche Kosten sind absetzbar?

Absetzen können Sie alle Kosten, die direkt oder anteilig dem Arbeitszimmer zuordenbar sind. Die gute Nachricht: Paare können das Arbeitszimmer doppelt anrechnen lassen. Teilen Sie sich mit Ihrem Partner das Arbeitszimmer, können Sie beide jeweils 1.250 Euro steuerlich geltend machen. Was fällt nun darunter?

Direkte Kosten

  • Fenstervorhänge, Gardinen, Jalousien
  • Lampen
  • Teppiche
  • Renovierungskosten
  • Versicherungen

Anteilige Kosten

  • Miete
  • Wasser-, Heizungs- und Stromkosten
  • Müllabfuhr
  • Reinigungskosten

Bei alledem sollten Sie darauf achten, das Maß des Normalen nicht zu überschreiten: Kristallleuchter von der Decke oder wertvolle Gemälde werden Sie schwerlich für Ihr Arbeitszimmer absetzen können. Und ein Trost für alle: Arbeitsmittel können Sie immer steuerlich absetzen. Utensilien wie Monitor, Bürostuhl oder Druckerpapier zählen dazu. Bei Anschaffungsgegenständen, die über 952 Euro liegen, läuft die Abschreibung über die Nutzungsdauer mehrere Jahre.

Arbeitszimmer absetzen Berechnung

Wie können Sie den absetzbaren Anteil berechnen? Dazu nehmen teilen Sie die Fläche des Arbeitszimmers durch die Gesamtfläche der Wohnung und multiplizieren mit 100.

Beispiel: Ihre Wohnung ist 75 Quadratmeter groß, das Arbeitszimmer hat 20 Quadratmeter. 20 geteilt durch 75 mal 100 ergibt 26,6. Das ist der absetzbare Anteil Ihres Arbeitszimmers. 26,6 Prozent der Miet- und Nebenkosten können Sie von der Steuer absetzen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Chaot: 10 wirksame Tipps gegen die Unordnung https://karrierebibel.de/chaot/ Wed, 13 Jan 2021 07:00:32 +0000 Anja Rassek https://karrierebibel.de/?p=153795

Wenn Ordnung das halbe Leben ist, lebt der Chaot klar in der anderen Hälfte. Das Chaos, dass diese Person verbreitet, kann negative Auswirkungen auf die Zusammenarbeit haben. Das gilt für die Kollegen, aber auch für den Chaoten selbst. Warum die Unordnung Sie behindert und wie Sie ihrer Herr werden…

Definition: Was ist ein Chaot?

Laut Duden ist ein Chaot (beziehungsweise eine Chaotin) eine Person, die nicht willens oder nicht fähig ist, Ordnung zu halten. Es existiert noch eine weitere Bedeutung, in welcher der Chaot eine politische Dimension hat und seine Ziele auf radikale Weise durchsetzen will. Hier soll es nachfolgend um die Bedeutung des Chaoten als unorganisierte Person gehen.

Gleichzeitig ist nicht ganz klar, was Unordnung beziehungsweise Ordnung bedeutet: Das Empfinden dafür, was schon Chaos ist und was noch als „ordentlich durchgeht“, kann abweichen. Spätestens wenn mangelnde Hygiene ins Spiel kommt, wird jemand nicht mehr als Chaot, sondern bereits als Messie gelten.

Welche Eigenschaften bringt ein Chaot mit?

Abhängig vom eigenen Ordnungssinn fällt die Bewertung aus: Ist jemand ein liebenswerter Chaot, weil er schon wieder nicht weiß, wo er den Haustürschlüssel hingelegt hat? Oder ein heilloser Chaot, weil er zum wiederholten Male den Termin fürs Meeting vergessen hat? Chaoten werden verschiedene Eigenschaften zugeschrieben: Demnach sind sie wirr, durcheinander, desorganisiert und unstrukturiert. Das treibt vor allem jene auf die Palme, die das Gegenteil eines Chaoten sind und klar und strukturiert vorgehen.

Gleichzeitig gilt der Chaot als kreativ prägte nicht Einstein den Spruch vom Genie, das das Chaos beherrsche? Chaoten haben Geistesblitze und überraschen immer wieder mit wertvollem Input. Sie gelten als abenteuerlustig und anpassungsfähig. Ihre Prioritäten liegen halt nicht im Aufräumen – viel lieber verbringen sie ihre Zeit mit anderen Dingen.

Konsequenzen aus der Unordnung

Ob im Privatleben oder auf der Arbeit: Ein Chaot fällt im Umgang mit anderen Menschen auf. Die sind oftmals die Leidtragenden, wenn der chaotische Freund, Partner oder Kollege mal wieder einen Termin verpeilt hat. Oder beim besten Willen nicht die wichtige Liste finden kann. Aber teilweise leidet der Chaot auch selbst darunter – nicht umsonst boomen seit Jahren Ratgeber zum Minimalismus und Aufräum-Services. Und Unordnung hat spürbare Auswirkungen:

  • Zeitvergeudung
    Die wohl offensichtlichste Konsequenz ist ein erhöhter Zeitaufwand: Eine Studie des Fraunhofer-Instituts fand heraus, dass rund 27 Prozent der täglichen Arbeitszeit mit Suchen vergeudet wird! Zeit, die Sie als Freizeit für andere Aktivitäten nutzen könnten oder die Ihren Arbeitsfluss deutlich beschleunigen würde.
  • Vergesslichkeit
    Wer keinen Überblick über Deadlines hat, vergisst wichtige Termine. Oder kommt unpünktlich. Beides sehr unangenehm und weder der Freundschaft, noch der Karriere zuträglich.
  • Außenwirkung
    Je nachdem wird ein Chaot als freundlicher, aber trotteliger Büronachbar eingestuft. Das kann dazu führen, dass Ihr Chef Sie nicht ernst nimmt oder sogar unterschätzt. Traut er Ihnen nicht zu, bestimmte Aufgaben zu erledigen, bekommt die womöglich ein anderer – der sich damit profilieren kann. Auch das bremst die eigene Karriere.

Wege aus dem Chaos

Es gibt verschiedene Tipps für Chaoten, der Unordnung Herr zu werden beziehungsweise perspektivisch Ordnung zu halten. Wir stellen nachfolgend die wichtigsten vor:

1. Unordnung beseitigen

Planung

Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Ist das gesamte Büro oder die komplette Wohnung chaotisch, sollten Sie sich nacheinander verschiedene Dinge vornehmen. Beispielsweise erst ein Zimmer oder erst das Schreibtisch-Chaos.

Aufbewahrung

Manche können sich leichter zum Aufräumen motivieren, wenn die Behälter ansprechend oder besonders praktisch gestaltet sind. Schöne Aufbewahrungsboxen oder -möbel erleichtern das Sortieren. Wichtig ist, dass Sie den Dingen einen festen Platz zuweisen – das ist im Prinzip schon die Hauptarbeit. Danach müssen Sie diese Gegenstände nie wieder suchen.

Methode

Aufräumen, sortieren und wegschmeißen kann der Chaot mit der Drei-Boxen-Methode: Nehmen Sie einen Karton für Müll, einen für das, woran Ihr Herz hängt und einen für Dinge, die Sie verschenken.

Platz

Eine volle Schublade ist ein sicheres Indiz dafür, dass etwas immer noch zu unordentlich ist. Nach dem Aufräumen sollten Sie etwa 20 Prozent des Volumens freilassen. So haben Sie Platz für neue Dinge, die Sie entsprechend kategorisieren.

Müll

Ein Chaot hat mitunter Schwierigkeiten, etwas als Müll einzustufen. Gemeint ist nicht Unrat, sondern Teile, die keine nennenswerte Funktion besitzen. Faustformel hier: Wenn Sie etwas nicht erneut kaufen würden – beispielsweise im Falle eines Diebstahls – können Sie es getrost entsorgen.

2. Ordnung halten

Monotasking

Vermeiden Sie Multitasking. Das befördert Chaotentum geradezu. So bearbeiten Sie zwar alles irgendwie gleichzeitig, aber eben nie zu 100 Prozent. Heraus kommen krude Mails, falsch notierte Namen und ratlose Gesichter. Monotasking hingegen bedeutet, sich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Ist diese abgeschlossen, geht es nur nächsten Aufgabe. So bleibt nichts unbearbeitet liegen oder muss erneut überarbeitet werden, weil der Erstversuch fehlerhaft war.

Eat the frog

Hinter „Eat the frog“ verbirgt sich der Tipp, mit der schlimmsten Aufgabe zuerst zu beginnen. So vermeiden Sie Prokrastination. Die erledigte Aufgabe beschert Ihnen nicht nur ein Erfolgsgefühl, sondern buchstäblich Erleichterung und Energie. Den Schwung können Sie für andere Aufgaben nutzen.

Routine

Führen Sie bestimmte Routinen ein, beispielsweise jeden Sonntag sich eine Stunde Zeit zu nehmen, um eine Schublade aufzuräumen oder Schreiben abzuheften. Letztlich gehören auch Aktionen wie Frühjahrsputz dazu, da sie sich an einen Anlass orientieren. Rückt dieser Zeitpunkt näher, gibt er das Signal zur Aktion. Je regelmäßiger (und je kürzer die Abstände), desto eher gehen bestimmte Abläufe in Fleisch und Blut über.

2-Minuten-Regel

Ein wertvoller Tipp aus dem Bereich des Selbstmanagements ist die 2-Minuten-Regel: Alles, was Sie in zwei Minuten schaffen können, erledigen Sie sofort. Die Bürotasse kann in die Spülmaschine, Sie können kurze Mails beantworten oder Briefe frankieren.

Terminplaner

Wer einen Google-Account hat, kann sich online Termine in den Google-Kalender packen und erinnern lassen. Eine Synchronisierung mit dem Handy ist ebenfalls möglich. So vergessen Sie keine wichtigen Termine und setzen Ihrem Ruf als Chaot etwas entgegen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: FGC by Shutterstock.com]
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Wenn Ordnung das halbe Leben ist, lebt der Chaot klar in der anderen Hälfte. Das Chaos, dass diese Person verbreitet, kann negative Auswirkungen auf die Zusammenarbeit haben. Das gilt für die Kollegen, aber auch für den Chaoten selbst. Warum die Unordnung Sie behindert und wie Sie ihrer Herr werden…

Definition: Was ist ein Chaot?

Laut Duden ist ein Chaot (beziehungsweise eine Chaotin) eine Person, die nicht willens oder nicht fähig ist, Ordnung zu halten. Es existiert noch eine weitere Bedeutung, in welcher der Chaot eine politische Dimension hat und seine Ziele auf radikale Weise durchsetzen will. Hier soll es nachfolgend um die Bedeutung des Chaoten als unorganisierte Person gehen.

Gleichzeitig ist nicht ganz klar, was Unordnung beziehungsweise Ordnung bedeutet: Das Empfinden dafür, was schon Chaos ist und was noch als „ordentlich durchgeht“, kann abweichen. Spätestens wenn mangelnde Hygiene ins Spiel kommt, wird jemand nicht mehr als Chaot, sondern bereits als Messie gelten.

Welche Eigenschaften bringt ein Chaot mit?

Abhängig vom eigenen Ordnungssinn fällt die Bewertung aus: Ist jemand ein liebenswerter Chaot, weil er schon wieder nicht weiß, wo er den Haustürschlüssel hingelegt hat? Oder ein heilloser Chaot, weil er zum wiederholten Male den Termin fürs Meeting vergessen hat? Chaoten werden verschiedene Eigenschaften zugeschrieben: Demnach sind sie wirr, durcheinander, desorganisiert und unstrukturiert. Das treibt vor allem jene auf die Palme, die das Gegenteil eines Chaoten sind und klar und strukturiert vorgehen.

Gleichzeitig gilt der Chaot als kreativ prägte nicht Einstein den Spruch vom Genie, das das Chaos beherrsche? Chaoten haben Geistesblitze und überraschen immer wieder mit wertvollem Input. Sie gelten als abenteuerlustig und anpassungsfähig. Ihre Prioritäten liegen halt nicht im Aufräumen – viel lieber verbringen sie ihre Zeit mit anderen Dingen.

Konsequenzen aus der Unordnung

Ob im Privatleben oder auf der Arbeit: Ein Chaot fällt im Umgang mit anderen Menschen auf. Die sind oftmals die Leidtragenden, wenn der chaotische Freund, Partner oder Kollege mal wieder einen Termin verpeilt hat. Oder beim besten Willen nicht die wichtige Liste finden kann. Aber teilweise leidet der Chaot auch selbst darunter – nicht umsonst boomen seit Jahren Ratgeber zum Minimalismus und Aufräum-Services. Und Unordnung hat spürbare Auswirkungen:

  • Zeitvergeudung
    Die wohl offensichtlichste Konsequenz ist ein erhöhter Zeitaufwand: Eine Studie des Fraunhofer-Instituts fand heraus, dass rund 27 Prozent der täglichen Arbeitszeit mit Suchen vergeudet wird! Zeit, die Sie als Freizeit für andere Aktivitäten nutzen könnten oder die Ihren Arbeitsfluss deutlich beschleunigen würde.
  • Vergesslichkeit
    Wer keinen Überblick über Deadlines hat, vergisst wichtige Termine. Oder kommt unpünktlich. Beides sehr unangenehm und weder der Freundschaft, noch der Karriere zuträglich.
  • Außenwirkung
    Je nachdem wird ein Chaot als freundlicher, aber trotteliger Büronachbar eingestuft. Das kann dazu führen, dass Ihr Chef Sie nicht ernst nimmt oder sogar unterschätzt. Traut er Ihnen nicht zu, bestimmte Aufgaben zu erledigen, bekommt die womöglich ein anderer – der sich damit profilieren kann. Auch das bremst die eigene Karriere.

Wege aus dem Chaos

Es gibt verschiedene Tipps für Chaoten, der Unordnung Herr zu werden beziehungsweise perspektivisch Ordnung zu halten. Wir stellen nachfolgend die wichtigsten vor:

1. Unordnung beseitigen

Planung

Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Ist das gesamte Büro oder die komplette Wohnung chaotisch, sollten Sie sich nacheinander verschiedene Dinge vornehmen. Beispielsweise erst ein Zimmer oder erst das Schreibtisch-Chaos.

Aufbewahrung

Manche können sich leichter zum Aufräumen motivieren, wenn die Behälter ansprechend oder besonders praktisch gestaltet sind. Schöne Aufbewahrungsboxen oder -möbel erleichtern das Sortieren. Wichtig ist, dass Sie den Dingen einen festen Platz zuweisen – das ist im Prinzip schon die Hauptarbeit. Danach müssen Sie diese Gegenstände nie wieder suchen.

Methode

Aufräumen, sortieren und wegschmeißen kann der Chaot mit der Drei-Boxen-Methode: Nehmen Sie einen Karton für Müll, einen für das, woran Ihr Herz hängt und einen für Dinge, die Sie verschenken.

Platz

Eine volle Schublade ist ein sicheres Indiz dafür, dass etwas immer noch zu unordentlich ist. Nach dem Aufräumen sollten Sie etwa 20 Prozent des Volumens freilassen. So haben Sie Platz für neue Dinge, die Sie entsprechend kategorisieren.

Müll

Ein Chaot hat mitunter Schwierigkeiten, etwas als Müll einzustufen. Gemeint ist nicht Unrat, sondern Teile, die keine nennenswerte Funktion besitzen. Faustformel hier: Wenn Sie etwas nicht erneut kaufen würden – beispielsweise im Falle eines Diebstahls – können Sie es getrost entsorgen.

2. Ordnung halten

Monotasking

Vermeiden Sie Multitasking. Das befördert Chaotentum geradezu. So bearbeiten Sie zwar alles irgendwie gleichzeitig, aber eben nie zu 100 Prozent. Heraus kommen krude Mails, falsch notierte Namen und ratlose Gesichter. Monotasking hingegen bedeutet, sich voll und ganz auf eine Sache zu konzentrieren. Ist diese abgeschlossen, geht es nur nächsten Aufgabe. So bleibt nichts unbearbeitet liegen oder muss erneut überarbeitet werden, weil der Erstversuch fehlerhaft war.

Eat the frog

Hinter „Eat the frog“ verbirgt sich der Tipp, mit der schlimmsten Aufgabe zuerst zu beginnen. So vermeiden Sie Prokrastination. Die erledigte Aufgabe beschert Ihnen nicht nur ein Erfolgsgefühl, sondern buchstäblich Erleichterung und Energie. Den Schwung können Sie für andere Aufgaben nutzen.

Routine

Führen Sie bestimmte Routinen ein, beispielsweise jeden Sonntag sich eine Stunde Zeit zu nehmen, um eine Schublade aufzuräumen oder Schreiben abzuheften. Letztlich gehören auch Aktionen wie Frühjahrsputz dazu, da sie sich an einen Anlass orientieren. Rückt dieser Zeitpunkt näher, gibt er das Signal zur Aktion. Je regelmäßiger (und je kürzer die Abstände), desto eher gehen bestimmte Abläufe in Fleisch und Blut über.

2-Minuten-Regel

Ein wertvoller Tipp aus dem Bereich des Selbstmanagements ist die 2-Minuten-Regel: Alles, was Sie in zwei Minuten schaffen können, erledigen Sie sofort. Die Bürotasse kann in die Spülmaschine, Sie können kurze Mails beantworten oder Briefe frankieren.

Terminplaner

Wer einen Google-Account hat, kann sich online Termine in den Google-Kalender packen und erinnern lassen. Eine Synchronisierung mit dem Handy ist ebenfalls möglich. So vergessen Sie keine wichtigen Termine und setzen Ihrem Ruf als Chaot etwas entgegen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Burnout: Symptome, Test + 7 Tipps zum Vorbeugen https://karrierebibel.de/burnout/ Tue, 12 Jan 2021 16:00:06 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=68190

Ständiger Zeitdruck verbunden mit häufigen Konflikten mit den Kollegen oder gar dem Chef können zu einem Burnout führen. Die Folgen sind tiefe Erschöpfung und Leistungseinbruch. Hier erfahren Sie, was einen Burnout (auch Burnout-Syndrom) von normaler Erschöpfung unterscheidet, welche Symptome auf das „Ausbrennen“ hindeuten und was Sie im Ernstfall tun sollten…

Was ist ein Burnout?

Ein Burnout (andere Schreibweise: Burn-out) definiert sich als die totale Erschöpfung körperlicher und emotionaler Art. Oft wird der Begriff im Zusammenhang mit der Arbeit verwendet. Ein Burnout kann aber auch das Resultat privater Überlastung sein. Diese völlige Überlastung führt dazu, dass Betroffene kaum noch ihren Alltag bewältigen können.

Der Begriff fasst zahlreiche psychische Störungen zusammen. Deren auffälligstes Merkmal ist, dass den Betroffenen jegliche Energie und Kraft fehlt, so dass sie irgendwann nicht mehr weiter wissen. Manche sprechen dabei von einem „Infarkt der Seele“. Mit der genauen Definition des Begriffs Burnout-Syndrom tun sich Ärzte und Experten allerdings bis heute schwer. Mehr zur Kritik können Sie in unserem kostenlosen PDF nachlesen.

Welche Symptome hat ein Burnout?

Beim Burnout handelt es sich um einen schleichenden Prozess. Der Körper sucht sich zunächst andere Ventile, weshalb erste Symptome eines Burnouts leicht übersehen werden. Hinzu kommt, dass manche Menschen sie (unbewusst) verdrängen (zu den Gründen mehr hier im PDF). Die vielen Symptome zeigen sich sowohl in körperlicher als auch psychischer Hinsicht. Die häufigsten sind:

  • Erschöpfung
    Müdigkeit und Erschöpfung sind ständige Begleiter. Kaum haben die Betroffenen den Tag begonnen, fühlen sie sich überwältigt und benötigen eine Pause. Diese bringen allerdings nicht mehr die erwünschte Erholung. Oft gesellen sich Schlafstörungen hinzu, welche die Müdigkeit verstärken.
  • Leistungsabfall
    Die eigene Leistungsfähigkeit lässt deutlich nach. Die Konzentration fällt schwer, es passieren gehäuft Fehler. Das mündet irgendwann in einen Teufelskreis: Die Betroffenen intensivieren ihre Anstrengungen, sind noch erschöpfter und treten trotzdem auf der Stelle. Das schürt Ängste bis hin zu Panikattacken.
  • Rückzug
    Wer am Burnout leidet, zieht sich irgendwann von seinen Freunden zurück. Ehemals geliebte Tätigkeiten und Hobbys sind nun uninteressant. Die Betroffenen fühlen nur noch eine innere Leere. War jemand zuvor „Feuer und Flamme“, also voller Begeisterung für seinen Job oder diejenige Sache, so fehlt beim Burnout plötzlich der Sinn im Job.
  • Persönlichkeit
    Es lassen sich beim Betroffenen extreme Stimmungsschwankungen beobachten. Diffuse Ängste weichen dem Gefühl, nichts im Leben geschafft zu haben. Aus einer anfänglichen Unzufriedenheit entsteht irgendwann Zynismus bis hin zur Hoffnungslosigkeit und totalen Verzweiflung.

12-Stufen-Modell und großer Burnout-Test

Die beiden Psychologen Herbert Freudenberger und Gail North entwickelten vor Jahren das sogenannte 12-Stufen-Modell. Danach durchlaufen Betroffene im Verlauf eines Burnout-Syndroms zwölf typische Phasen:

Wie äußert sich Burnout erste Anzeichen Symptome Was tun Ursachen

Das Modell soll Betroffenen helfen, die eigene Situation besser einzuschätzen: Erkennen Sie sich womöglich auf einer der Stufen wieder? Einen ausführlicheren Burnout Test können Sie hier kostenlos herunterladen (PDF):

Burnout Test (mit Auflösung)

Kreuzen Sie in Ruhe die zutreffenden Aussagen an, am Ende finden Sie eine Auswertung. Natürlich kann der Burnout Test eine eingehende medizinische Diagnose nicht ersetzen. Er kann Ihnen aber erste Hinweise liefern, ob Sie bereits auf einen Burnout zusteuern.


Welche Ursachen gibt es für einen Burnout?

Burnout hat verschiedene Ursachen, die sowohl in den Arbeitsbedingungen, im privaten Umfeld, als auch der Persönlichkeit des Betroffenen liegen können. Vielen scheint die moderne Arbeitswelt mit ihren neuen Kommunikationsformen dafür verantwortlich: Die führen beispielsweise dazu, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit stärker verschwimmen (Stichwort: Work-Life-Blending). Die zunehmende Arbeitsverdichtung mündet häufiger in Überstunden. Hinzu kommt der psychische Druck durch befristete Arbeitsverträge.

Häufig sind Menschen aus sozialen Bereichen betroffen, bei denen das idealistische Engagement stark ausgeprägt ist: Rettungssanitäter, Erzieher oder Lehrer. Aber auch vor Alleinerziehenden, Workaholics und Menschen mit Helfersyndrom macht er keinen Halt.

Auslöser für einen Burnout können somit sein:

Wie wird der Burn-out diagnostiziert?

Die Fachwelt kennt keine Diagnose „Burnout“. Da die Definition bereits schwammig ist, existiert auch kein einheitliches Verfahren, um Burnout festzustellen. Allerdings entwickelte die Psychologin Corinna Maslach gemeinsam mit ihrer Kollegin Susan E. Jackson einen Burnout-Fragebogen (Maslach Burnout Inventory, MBI). Dieser wissenschaftlich akzeptierte Fragebogen eignet sich, um mögliche Warnzeichen zu identifizieren.

Ob ein Arzt oder Therapeut darauf zurückgreift, lässt sich natürlich nicht sagen. Betroffene, die sich beispielsweise beim Hausarzt Hilfe suchen, werden zunächst körperlich untersucht. So kann er mögliche körperliche Ursachen wie etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Vitaminmangel vorab ausschließen. Wenn die Diagnose feststeht, beginnt die eigentliche Behandlung und Therapie. Entscheidend hierfür ist die eigene Einstellung: Schuldzuweisungen sind der falsche Weg. Sie müssen sich bei einem Burnout immer auch an die eigene Nase fassen, da die Ursachen – wie erwähnt – zum Teil bei Ihnen selbst liegen. Wichtige Fragen, die zu klären sind, lauten:

  • Wie kann ich den Dauerstress eindämmen?
  • Kann ich die Probleme im Team lösen oder liegt es an mir selbst?
  • Wie gewinne ich mehr Gelassenheit?
  • Woran erkenne ich meine Limits und Ressourcen?
  • Kann ich die Probleme selbst lösen, oder brauche ich professionelle Hilfe?

Unterschied zwischen Burnout und Depression

Die unklare Definition erschwert eine klare Unterscheidung zwischen Burnout und Depression. Gesamtgesellschaftlich weist der Burnout eine höhere Akzeptanz als die Depression auf: Gerne bringt man den Burnout mit Leistung und Tatendrang in Verbindung, weshalb er auch als „Managerkrankheit“ gilt. Depressionen hingegen deuten viele immer noch als ein Zeichen der Schwäche.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich einige Symptome ähneln, etwa die ausgeprägte Niedergeschlagenheit und geringe Leistungsfähigkeit. So stufen einige Fachleute den Burnout als Vorstufe zur Depression ein. Bei dieser ist die Hoffnungslosigkeit deutlich stärker ausgeprägt und kann bis hin zu Suizidgedanken führen. Letzteres gilt für Burnout als untypisch.


7 Tipps: So können Sie Burnout vorbeugen

Idealerweise kommt es gar nicht erst zum Burnout. Das können Sie tun:

  1. Kämpfen Sie gegen Ursachen, nicht gegen Symptome.
    Gegen Müdigkeit hilft nicht mehr Kaffee, sondern regelmäßige Pausen, regelmäßiger Schlaf, gesundes Essen und Ausgleichssport. Treffen Sie sich lieber wieder mal mit guten Freunden auf einen Plausch – aber reden Sie nicht über die Arbeit.
  2. Setzen Sie Prioritäten.
    Jeder Mensch hat gleich viel Zeit – man muss sie nur richtig einteilen. Was müssen Sie erledigen? Was sind die Zeitfresser? Wie können Sie die Zeit besser einteilen? Manche Aufgabe lässt sich delegieren.
  3. Gehen Sie Konflikte offensiv an.
    Ungeklärtes in sich hineinzufressen, zermürbt und zehrt an der Leistungskraft. Entweder Sie bleiben Teil des Problems oder werden Teil der Lösung.
  4. Klären Sie Ihre Aufgaben.
    Überforderung entsteht, wenn berufliche Kompetenzen und Erfolgskriterien nicht klar definiert sind. Schaffen Sie sich emotionalen Halt durch Gewissheit.
  5. Üben Sie das Nein-Sagen.
    Wer anderen seine Hilfe stets allzu bereitwillig zukommen lässt, zahlt dafür einen hohen Preis: Hilfsbereite stehen immer in der Gefahr, ausgenutzt zu werden. Lernen Sie also Nein zu sagen – auch gegenüber Chefs.
  6. Reduzieren Sie Ihre Erreichbarkeit.
    Auch Smartphones haben einen Ausschalter. Benutzen Sie ihn! Setzen Sie sich eine Uhrzeit, nach der Sie nicht mehr geschäftlich erreichbar sind oder schalten Sie zumindest die Datendienste aus.
  7. Nehmen Sie sich Zeit zur Muße.
    Planen Sie mehr Auszeiten ein und zelebrieren Sie einen festen Ruhetag. Sie brauchen die Entspannung, um neue Energie für die Woche zu sammeln. Müßiggang ist oft Ursprung guter Gedanken und großartiger Ideen.

Wie wird ein Burnout behandelt?

Da die Lebensumstände, die zu einem Burnout führen können, höchst unterschiedlich sind, gibt es keine Standardtherapie für alle Betroffenen. Zeigen sich erste Symptome, mag die konsequente Anwendung der oben genannten Tipps zum Vorbeugen noch helfen. Sollte ein Gespräch mit dem Arzt ergeben, dass Sie professionelle Hilfe benötigen, kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Diese wird oft in Form der kognitiven Verhaltenstherapie durchgeführt und hilft Betroffenen, ihr eigenes Verhalten zu ändern.

Sie lernen wieder, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und Ihre Einstellung zu reflektieren: Welche Erwartungen habe ich selbst? Welche Erwartungen haben andere an mich? Da ein Burnout ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren ist, können auch folgende Methoden zum Einsatz kommen:

  • Achtsamkeit
    Achtsamkeit holt den Praktizierenden ins Hier und Jetzt zurück und lenkt den Fokus auf die eigene Befindlichkeit. Eine ähnliche Funktion haben auch Meditation und andere Entspannungsübungen.
  • Zeitmanagement
    Kurse zum Zeitmanagement (besser: Selbstmanagement) sind dabei behilflich, den Tagesablauf zu strukturieren und Zeitdiebe auszuschalten.
  • Konfliktmanagement
    Ein übergroßes Harmoniebedürfnis basiert oft auf Konfliktscheu. Wo Menschen zusammenarbeiten, sind Konflikte aber unvermeidbar. Schädlich sind nicht die Auseinandersetzungen an sich, sondern ungelöste, schwelende Konflikte. In Seminaren lässt sich auch der richtige Umgang mit Problemen und erfolgreiche Konfliktlösung lernen.

Noch mehr über die Möglichkeiten, einen Burnout zu überwinden und wieder in den Alltag und Job zurückzufinden, können Sie in einem Experten-Interview mit Carola Kleinschmidt nachlesen, das wir hier als kostenloses PDF zum Download bereit stellen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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Ständiger Zeitdruck verbunden mit häufigen Konflikten mit den Kollegen oder gar dem Chef können zu einem Burnout führen. Die Folgen sind tiefe Erschöpfung und Leistungseinbruch. Hier erfahren Sie, was einen Burnout (auch Burnout-Syndrom) von normaler Erschöpfung unterscheidet, welche Symptome auf das „Ausbrennen“ hindeuten und was Sie im Ernstfall tun sollten…

Was ist ein Burnout?

Ein Burnout (andere Schreibweise: Burn-out) definiert sich als die totale Erschöpfung körperlicher und emotionaler Art. Oft wird der Begriff im Zusammenhang mit der Arbeit verwendet. Ein Burnout kann aber auch das Resultat privater Überlastung sein. Diese völlige Überlastung führt dazu, dass Betroffene kaum noch ihren Alltag bewältigen können.

Der Begriff fasst zahlreiche psychische Störungen zusammen. Deren auffälligstes Merkmal ist, dass den Betroffenen jegliche Energie und Kraft fehlt, so dass sie irgendwann nicht mehr weiter wissen. Manche sprechen dabei von einem „Infarkt der Seele“. Mit der genauen Definition des Begriffs Burnout-Syndrom tun sich Ärzte und Experten allerdings bis heute schwer. Mehr zur Kritik können Sie in unserem kostenlosen PDF nachlesen.

Welche Symptome hat ein Burnout?

Beim Burnout handelt es sich um einen schleichenden Prozess. Der Körper sucht sich zunächst andere Ventile, weshalb erste Symptome eines Burnouts leicht übersehen werden. Hinzu kommt, dass manche Menschen sie (unbewusst) verdrängen (zu den Gründen mehr hier im PDF). Die vielen Symptome zeigen sich sowohl in körperlicher als auch psychischer Hinsicht. Die häufigsten sind:

  • Erschöpfung
    Müdigkeit und Erschöpfung sind ständige Begleiter. Kaum haben die Betroffenen den Tag begonnen, fühlen sie sich überwältigt und benötigen eine Pause. Diese bringen allerdings nicht mehr die erwünschte Erholung. Oft gesellen sich Schlafstörungen hinzu, welche die Müdigkeit verstärken.
  • Leistungsabfall
    Die eigene Leistungsfähigkeit lässt deutlich nach. Die Konzentration fällt schwer, es passieren gehäuft Fehler. Das mündet irgendwann in einen Teufelskreis: Die Betroffenen intensivieren ihre Anstrengungen, sind noch erschöpfter und treten trotzdem auf der Stelle. Das schürt Ängste bis hin zu Panikattacken.
  • Rückzug
    Wer am Burnout leidet, zieht sich irgendwann von seinen Freunden zurück. Ehemals geliebte Tätigkeiten und Hobbys sind nun uninteressant. Die Betroffenen fühlen nur noch eine innere Leere. War jemand zuvor „Feuer und Flamme“, also voller Begeisterung für seinen Job oder diejenige Sache, so fehlt beim Burnout plötzlich der Sinn im Job.
  • Persönlichkeit
    Es lassen sich beim Betroffenen extreme Stimmungsschwankungen beobachten. Diffuse Ängste weichen dem Gefühl, nichts im Leben geschafft zu haben. Aus einer anfänglichen Unzufriedenheit entsteht irgendwann Zynismus bis hin zur Hoffnungslosigkeit und totalen Verzweiflung.

12-Stufen-Modell und großer Burnout-Test

Die beiden Psychologen Herbert Freudenberger und Gail North entwickelten vor Jahren das sogenannte 12-Stufen-Modell. Danach durchlaufen Betroffene im Verlauf eines Burnout-Syndroms zwölf typische Phasen:

Wie äußert sich Burnout erste Anzeichen Symptome Was tun Ursachen

Das Modell soll Betroffenen helfen, die eigene Situation besser einzuschätzen: Erkennen Sie sich womöglich auf einer der Stufen wieder? Einen ausführlicheren Burnout Test können Sie hier kostenlos herunterladen (PDF):

Burnout Test (mit Auflösung)

Kreuzen Sie in Ruhe die zutreffenden Aussagen an, am Ende finden Sie eine Auswertung. Natürlich kann der Burnout Test eine eingehende medizinische Diagnose nicht ersetzen. Er kann Ihnen aber erste Hinweise liefern, ob Sie bereits auf einen Burnout zusteuern.


Welche Ursachen gibt es für einen Burnout?

Burnout hat verschiedene Ursachen, die sowohl in den Arbeitsbedingungen, im privaten Umfeld, als auch der Persönlichkeit des Betroffenen liegen können. Vielen scheint die moderne Arbeitswelt mit ihren neuen Kommunikationsformen dafür verantwortlich: Die führen beispielsweise dazu, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit stärker verschwimmen (Stichwort: Work-Life-Blending). Die zunehmende Arbeitsverdichtung mündet häufiger in Überstunden. Hinzu kommt der psychische Druck durch befristete Arbeitsverträge.

Häufig sind Menschen aus sozialen Bereichen betroffen, bei denen das idealistische Engagement stark ausgeprägt ist: Rettungssanitäter, Erzieher oder Lehrer. Aber auch vor Alleinerziehenden, Workaholics und Menschen mit Helfersyndrom macht er keinen Halt.

Auslöser für einen Burnout können somit sein:

Wie wird der Burn-out diagnostiziert?

Die Fachwelt kennt keine Diagnose „Burnout“. Da die Definition bereits schwammig ist, existiert auch kein einheitliches Verfahren, um Burnout festzustellen. Allerdings entwickelte die Psychologin Corinna Maslach gemeinsam mit ihrer Kollegin Susan E. Jackson einen Burnout-Fragebogen (Maslach Burnout Inventory, MBI). Dieser wissenschaftlich akzeptierte Fragebogen eignet sich, um mögliche Warnzeichen zu identifizieren.

Ob ein Arzt oder Therapeut darauf zurückgreift, lässt sich natürlich nicht sagen. Betroffene, die sich beispielsweise beim Hausarzt Hilfe suchen, werden zunächst körperlich untersucht. So kann er mögliche körperliche Ursachen wie etwa eine Schilddrüsenunterfunktion oder Vitaminmangel vorab ausschließen. Wenn die Diagnose feststeht, beginnt die eigentliche Behandlung und Therapie. Entscheidend hierfür ist die eigene Einstellung: Schuldzuweisungen sind der falsche Weg. Sie müssen sich bei einem Burnout immer auch an die eigene Nase fassen, da die Ursachen – wie erwähnt – zum Teil bei Ihnen selbst liegen. Wichtige Fragen, die zu klären sind, lauten:

  • Wie kann ich den Dauerstress eindämmen?
  • Kann ich die Probleme im Team lösen oder liegt es an mir selbst?
  • Wie gewinne ich mehr Gelassenheit?
  • Woran erkenne ich meine Limits und Ressourcen?
  • Kann ich die Probleme selbst lösen, oder brauche ich professionelle Hilfe?

Unterschied zwischen Burnout und Depression

Die unklare Definition erschwert eine klare Unterscheidung zwischen Burnout und Depression. Gesamtgesellschaftlich weist der Burnout eine höhere Akzeptanz als die Depression auf: Gerne bringt man den Burnout mit Leistung und Tatendrang in Verbindung, weshalb er auch als „Managerkrankheit“ gilt. Depressionen hingegen deuten viele immer noch als ein Zeichen der Schwäche.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich einige Symptome ähneln, etwa die ausgeprägte Niedergeschlagenheit und geringe Leistungsfähigkeit. So stufen einige Fachleute den Burnout als Vorstufe zur Depression ein. Bei dieser ist die Hoffnungslosigkeit deutlich stärker ausgeprägt und kann bis hin zu Suizidgedanken führen. Letzteres gilt für Burnout als untypisch.


7 Tipps: So können Sie Burnout vorbeugen

Idealerweise kommt es gar nicht erst zum Burnout. Das können Sie tun:

  1. Kämpfen Sie gegen Ursachen, nicht gegen Symptome.
    Gegen Müdigkeit hilft nicht mehr Kaffee, sondern regelmäßige Pausen, regelmäßiger Schlaf, gesundes Essen und Ausgleichssport. Treffen Sie sich lieber wieder mal mit guten Freunden auf einen Plausch – aber reden Sie nicht über die Arbeit.
  2. Setzen Sie Prioritäten.
    Jeder Mensch hat gleich viel Zeit – man muss sie nur richtig einteilen. Was müssen Sie erledigen? Was sind die Zeitfresser? Wie können Sie die Zeit besser einteilen? Manche Aufgabe lässt sich delegieren.
  3. Gehen Sie Konflikte offensiv an.
    Ungeklärtes in sich hineinzufressen, zermürbt und zehrt an der Leistungskraft. Entweder Sie bleiben Teil des Problems oder werden Teil der Lösung.
  4. Klären Sie Ihre Aufgaben.
    Überforderung entsteht, wenn berufliche Kompetenzen und Erfolgskriterien nicht klar definiert sind. Schaffen Sie sich emotionalen Halt durch Gewissheit.
  5. Üben Sie das Nein-Sagen.
    Wer anderen seine Hilfe stets allzu bereitwillig zukommen lässt, zahlt dafür einen hohen Preis: Hilfsbereite stehen immer in der Gefahr, ausgenutzt zu werden. Lernen Sie also Nein zu sagen – auch gegenüber Chefs.
  6. Reduzieren Sie Ihre Erreichbarkeit.
    Auch Smartphones haben einen Ausschalter. Benutzen Sie ihn! Setzen Sie sich eine Uhrzeit, nach der Sie nicht mehr geschäftlich erreichbar sind oder schalten Sie zumindest die Datendienste aus.
  7. Nehmen Sie sich Zeit zur Muße.
    Planen Sie mehr Auszeiten ein und zelebrieren Sie einen festen Ruhetag. Sie brauchen die Entspannung, um neue Energie für die Woche zu sammeln. Müßiggang ist oft Ursprung guter Gedanken und großartiger Ideen.

Wie wird ein Burnout behandelt?

Da die Lebensumstände, die zu einem Burnout führen können, höchst unterschiedlich sind, gibt es keine Standardtherapie für alle Betroffenen. Zeigen sich erste Symptome, mag die konsequente Anwendung der oben genannten Tipps zum Vorbeugen noch helfen. Sollte ein Gespräch mit dem Arzt ergeben, dass Sie professionelle Hilfe benötigen, kann eine Psychotherapie hilfreich sein. Diese wird oft in Form der kognitiven Verhaltenstherapie durchgeführt und hilft Betroffenen, ihr eigenes Verhalten zu ändern.

Sie lernen wieder, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und Ihre Einstellung zu reflektieren: Welche Erwartungen habe ich selbst? Welche Erwartungen haben andere an mich? Da ein Burnout ein Zusammenspiel aus mehreren Faktoren ist, können auch folgende Methoden zum Einsatz kommen:

  • Achtsamkeit
    Achtsamkeit holt den Praktizierenden ins Hier und Jetzt zurück und lenkt den Fokus auf die eigene Befindlichkeit. Eine ähnliche Funktion haben auch Meditation und andere Entspannungsübungen.
  • Zeitmanagement
    Kurse zum Zeitmanagement (besser: Selbstmanagement) sind dabei behilflich, den Tagesablauf zu strukturieren und Zeitdiebe auszuschalten.
  • Konfliktmanagement
    Ein übergroßes Harmoniebedürfnis basiert oft auf Konfliktscheu. Wo Menschen zusammenarbeiten, sind Konflikte aber unvermeidbar. Schädlich sind nicht die Auseinandersetzungen an sich, sondern ungelöste, schwelende Konflikte. In Seminaren lässt sich auch der richtige Umgang mit Problemen und erfolgreiche Konfliktlösung lernen.

Noch mehr über die Möglichkeiten, einen Burnout zu überwinden und wieder in den Alltag und Job zurückzufinden, können Sie in einem Experten-Interview mit Carola Kleinschmidt nachlesen, das wir hier als kostenloses PDF zum Download bereit stellen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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Verhandlungssicher: So punkten Sie mit Ihren Sprachkenntnissen https://karrierebibel.de/verhandlungssicher/ Tue, 12 Jan 2021 12:00:57 +0000 Nils Warkentin http://karrierebibel.de/?p=36485

In einer globalen Arbeitswelt sind Sprachkenntnisse für eine erfolgreiche Bewerbung fast zwingend erforderlich. Kaum ein Arbeitgeber, der nicht mindestens eine Fremdsprache erwartet. Häufig ist dabei von „Verhandlungssicher in Wort und Schrift“ die Rede – aber was heißt das eigentlich? Bewerber haben Schwierigkeiten bei der Einstufung und Zuordnung der eigenen Fremdsprachenkenntnisse. Wir helfen weiter: Hier erfahren Sie, was verhandlungssicher bedeutet, welche Niveaus es für Fremdsprachen in der Bewerbung gibt und wie Sie diese richtig angeben…

Verhandlungssicher Definition: Was bedeutet das?

Unternehmen auf Mitarbeitersuche schreiben in die Stellenanzeige gerne „Verhandlungssichere Englischkenntnisse“ oder „Spanischkenntnisse – verhandlungssicher in Wort und Schrift“ als Erwartungen an Kandidaten. Aber was genau bedeutet das?

Verhandlungssicher ist ein Niveau zur Angabe sprachlicher Fähigkeiten. Wer eine Sprache verhandlungssicher beherrscht, ist nicht weit vom Level eines Muttersprachlers entfernt. Solche Abstufungen sind für Unternehmen wichtig, um die tatsächlichen Fähigkeiten einschätzen zu können. Wird im Job international gearbeitet, braucht es mehr als ein paar Sätze und Vokabeln, um die Anforderungen zu erfüllen.

Abstufungen für Sprachkenntnisse

Neben „verhandlungssicher“ gibt es typischerweise vier weitere Abstufungen, nach denen Fremdsprachenkenntnisse unterschieden werden. Diese bedeuten jeweils unterschiedliche Kompetenzen im Umgang mit einer Sprache:

  • Grundkenntnisse
    Können Sie einige Vokabeln verstehen, einfache Sätze bilden oder verstehen? Dann verfügen Sie über Grundkenntnisse in einer Fremdsprache. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie in der Schule Französisch gelernt haben, die Fähigkeit aber jahrelang nicht weiter ausgebaut haben und sich nur noch an ein paar Grundlagen erinnern. Sie können sich vorstellen oder ein Getränk im Restaurant bestellen – für mehr reicht es aber kaum.
  • Gute Kenntnisse
    Gute Sprachkenntnisse werden auch als „konversationssicher“ bezeichnet. Das trifft es aus den Punkt: Bei dieser Abstufung sind Sie in der Lage, Gespräche und Unterhaltungen zu verstehen und daran teilzunehmen. Bei komplexen Themen und in der schriftlichen Sprache haben Sie hingegen große Schwierigkeiten, den Inhalt zu verstehen.
  • Sehr gute Kenntnisse
    Begreifen Sie auch schwierige Texte, wird von sehr guten Kenntnissen in einer Sprache gesprochen. Ab diesem Grad sind selbst fachspezifische Unterhaltungen zu einem vertrauten Thema möglich. Dabei müssen Muttersprachler nicht besonders einfach oder langsam sprechen, Sie verstehen trotzdem, worum es geht.
  • Verhandlungssicher
    Verhandlungssicher in einer Sprache sind Sie dann, wenn Sie alle Zusammenhänge und Themen ohne jegliche Probleme verstehen können. Sie unterhalten sich vollkommen fließend mit Muttersprachler über einen beliebigen Bereich und haben nicht nur ein sehr großes allgemeines, sondern auch ein umfangreiches Fachvokabular.
  • Muttersprachliches Niveau
    Die Beschreibung „Muttersprachler“ können Sie tatsächlich nur verwenden, wenn es nicht um eine Fremdsprache, sondern Ihre eigene Muttersprache geht. Sind Sie bilingual aufgewachsen, weil Ihre Mutter aus Spanien kommt, können Sie „Spanisch – Muttersprache“ angeben. Haben Sie hingegen durch einen Auslandsaufenthalt nahezu die Kenntnisse eines Muttersprachlers, wird dies als „Muttersprachliches Niveau“ bezeichnet.

Verhandlungssicher in Wort und Schrift

Statt nur „verhandlungssicher“ findet sich in manchen Jobangeboten explizit die Anforderung „verhandlungssicher in Wort und Schrift“. Gemeint sind damit dieselben sprachlichen Kompetenzen, es wird aber noch einmal gezielt auf die Bedeutung der schriftlichen Fähigkeiten hingewiesen.

Dies ist etwa möglich, wenn im Job häufig Schriftverkehr mit ausländischen Kollegen, Geschäftspartnern, Lieferanten oder Kunden besteht.

Welchem Sprachniveau entspricht verhandlungssicher?

Neben der oben genannten Abstufungen gibt es für die Angabe der Sprachkenntnisse den sogenannten Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprache. In diesem wird die Sprachfähigkeit in insgesamt sechs Niveaus unterteilt. Die Kategorie „verhandlungssicher“ entspricht dabei dem Niveau C1 oder C2. Wir stellen die verschiedenen Niveaustufen kurz vor:

Kompetenzniveau A: Elementarer Sprachgebrauch:

  • Niveaustufe A1: Anfänger mit rudimentären Kenntnissen. Einzelne Sätze und Vokabeln.
  • Niveaustufe A2: Grundlegende Kenntnisse für einfache Situationen. Häufige Sätze werden verstanden und benutzt.

Kompetenzniveau B: Selbstständiger Sprachgebrauch

  • Niveaustufe B1: Fortgeschrittene Kenntnisse in bekannten Themen. Gespräche (etwa im Urlaub) sind möglich.
  • Niveaustufe B2: Wichtige Inhalte auch komplexer Texte werden verstanden. Fachdiskussionen zu einem bekannten Gebiet können verfolgt werden.

Kompetenzniveau C: Kompetenter Sprachgebrauch

  • Niveaustufe C1: Fachkundige Kenntnisse und umfangreiches Verständnis. Problemlose und spontane Verständigung, Verständnis impliziter Bedeutungen.
  • Niveaustufe C2: Nahezu muttersprachliche Kenntnisse. Fehlerfreie Ausdrucksweise auch zu komplexen Sachverhalten. Flexible Anpassung der eigenen Sprache.

Einstufung: Spreche ich verhandlungssicher?

Unsicher sind Bewerber nicht nur bei der Bedeutung des Begriffes verhandlungssicher, sondern auch bei der Einordnung eigener Fähigkeiten. Wollen Sie sich auf eine Stelle bewerben, die entsprechende Fremdsprachenkenntnisse voraussetzt, stellt sich die Frage: Sprechen Sie die Sprache wirklich verhandlungssicher?

Idealerweise haben Sie das Ergebnis eines Sprachtests, der Ihnen eine Orientierung bietet – das haben jedoch längst nicht alle Bewerber. In diesem Fall müssen Sie sich auf Ihre persönliche Selbsteinschätzung verlassen. Die folgenden vier Fragen können Ihnen helfen und zeigen, ob Sie eine Fremdsprache verhandlungssicher beherrschen:

  • Verstehen Sie Gespräche und komplexe Texte ohne Schwierigkeiten?
  • Können Sie sich problemlos mit einem Muttersprachler unterhalten?
  • Sind Sie in der Lage Texte in der Fremdsprache fehlerfrei zu verfassen?
  • Fühlen Sie sich wohl, wenn spontan in die Sprache gewechselt wird?

Gerade die letzte Frage sollten Sie unbedingt mit einem Ja beantworten können. Denn Personaler prüfen verhandlungssichere Fremdsprachenkenntnisse häufig im Vorstellungsgespräch. Hier kann es durchaus passieren, dass der Gesprächspartner ohne vorherige Ankündigung die Sprache wechselt und Sie direkt unter Beweis stellen müssen, dass Sie verhandlungssicher sind.

Verhandlungssicher Lebenslauf: Überzeugen in der Bewerbung

Zuletzt gilt: Verhandlungssichere Sprachkenntnisse bringen Sie nicht weiter, wenn diese in der Bewerbung nicht richtig eingesetzt werden. Werden diese vom Unternehmen in der Stellenanzeige erwähnt, sollten Sie diese Muss-Qualifikation unbedingt im Lebenslauf nennen. Selbst ohne explizite Erwähnung werden Sprachkenntnisse trotzdem in den meisten Bewerbungen genannt, wenn die Fremdsprache im Job benötigt wird.

Dabei haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können klassisch im tabellarischen Lebenslauf Ihre Fähigkeiten einbauen – beliebt bei moderneren Varianten ist eine grafische Darstellung.

Kenntnisse Lebenslauf Sprachkenntnisse Beispiel

Gerade verhandlungssichere Kenntnisse sollten im Lebenslauf präsentiert werden, da es sich um ein hohes Sprachniveau handelt. Um in der Bewerbung damit zu punkten, haben wir abschließend noch einige Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Erstellen Sie einen eigenen Abschnitt
    Sprachliche Fähigkeiten werden nicht mit anderen Kompetenzen gemischt, sondern in einem eigenen Abschnitt unter „Besondere Kenntnisse“ angegeben. Das erleichtert dem Personaler einen schnellen Überblick und sorgt für eine gute Struktur.
  • Bleiben Sie ehrlich
    Sie wollen den Job und den besten Eindruck machen. Trotzdem gilt: Lügen bringen nichts. Dichten Sie sich keinen verhandlungssicheren Sprachgebrauch an, wenn Sie diesen nicht mitbringen. Das kommt ohnehin schnell raus.
  • Fügen Sie wenn möglich Nachweise bei
    Sollten Fremdsprachen für Ihren angestrebten Beruf wichtig sein, sollten Sie sich um einen Nachweis bemühen. Machen Sie einen Sprachtest wie den TOEFL. Das Ergebnis können Sie als Anlage in der Bewerbung mitschicken. Ein solches Dokument erhöht die Glaubwürdigkeit und ist ein Pluspunkt.
  • Zählen Sie nur nennenswerte Sprachen auf
    Fragen Sie sich: Ist die Fähigkeit ein Vorteil für den Arbeitgeber? Werden Englisch und Französisch verhandlungssicher erwartet, ist es ein Pluspunkt, diese Angaben zu machen. Weitere Aufzählungen zu kaum vorhandenen Grundkenntnissen in Portugiesisch oder Russisch bringen hingegen keinen Nutzen, wenn das Unternehmen nicht auch dort aktiv ist. Konzentrieren Sie sich auf das, was zählt.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
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In einer globalen Arbeitswelt sind Sprachkenntnisse für eine erfolgreiche Bewerbung fast zwingend erforderlich. Kaum ein Arbeitgeber, der nicht mindestens eine Fremdsprache erwartet. Häufig ist dabei von „Verhandlungssicher in Wort und Schrift“ die Rede – aber was heißt das eigentlich? Bewerber haben Schwierigkeiten bei der Einstufung und Zuordnung der eigenen Fremdsprachenkenntnisse. Wir helfen weiter: Hier erfahren Sie, was verhandlungssicher bedeutet, welche Niveaus es für Fremdsprachen in der Bewerbung gibt und wie Sie diese richtig angeben…

Verhandlungssicher Definition: Was bedeutet das?

Unternehmen auf Mitarbeitersuche schreiben in die Stellenanzeige gerne „Verhandlungssichere Englischkenntnisse“ oder „Spanischkenntnisse – verhandlungssicher in Wort und Schrift“ als Erwartungen an Kandidaten. Aber was genau bedeutet das?

Verhandlungssicher ist ein Niveau zur Angabe sprachlicher Fähigkeiten. Wer eine Sprache verhandlungssicher beherrscht, ist nicht weit vom Level eines Muttersprachlers entfernt. Solche Abstufungen sind für Unternehmen wichtig, um die tatsächlichen Fähigkeiten einschätzen zu können. Wird im Job international gearbeitet, braucht es mehr als ein paar Sätze und Vokabeln, um die Anforderungen zu erfüllen.

Abstufungen für Sprachkenntnisse

Neben „verhandlungssicher“ gibt es typischerweise vier weitere Abstufungen, nach denen Fremdsprachenkenntnisse unterschieden werden. Diese bedeuten jeweils unterschiedliche Kompetenzen im Umgang mit einer Sprache:

  • Grundkenntnisse
    Können Sie einige Vokabeln verstehen, einfache Sätze bilden oder verstehen? Dann verfügen Sie über Grundkenntnisse in einer Fremdsprache. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Sie in der Schule Französisch gelernt haben, die Fähigkeit aber jahrelang nicht weiter ausgebaut haben und sich nur noch an ein paar Grundlagen erinnern. Sie können sich vorstellen oder ein Getränk im Restaurant bestellen – für mehr reicht es aber kaum.
  • Gute Kenntnisse
    Gute Sprachkenntnisse werden auch als „konversationssicher“ bezeichnet. Das trifft es aus den Punkt: Bei dieser Abstufung sind Sie in der Lage, Gespräche und Unterhaltungen zu verstehen und daran teilzunehmen. Bei komplexen Themen und in der schriftlichen Sprache haben Sie hingegen große Schwierigkeiten, den Inhalt zu verstehen.
  • Sehr gute Kenntnisse
    Begreifen Sie auch schwierige Texte, wird von sehr guten Kenntnissen in einer Sprache gesprochen. Ab diesem Grad sind selbst fachspezifische Unterhaltungen zu einem vertrauten Thema möglich. Dabei müssen Muttersprachler nicht besonders einfach oder langsam sprechen, Sie verstehen trotzdem, worum es geht.
  • Verhandlungssicher
    Verhandlungssicher in einer Sprache sind Sie dann, wenn Sie alle Zusammenhänge und Themen ohne jegliche Probleme verstehen können. Sie unterhalten sich vollkommen fließend mit Muttersprachler über einen beliebigen Bereich und haben nicht nur ein sehr großes allgemeines, sondern auch ein umfangreiches Fachvokabular.
  • Muttersprachliches Niveau
    Die Beschreibung „Muttersprachler“ können Sie tatsächlich nur verwenden, wenn es nicht um eine Fremdsprache, sondern Ihre eigene Muttersprache geht. Sind Sie bilingual aufgewachsen, weil Ihre Mutter aus Spanien kommt, können Sie „Spanisch – Muttersprache“ angeben. Haben Sie hingegen durch einen Auslandsaufenthalt nahezu die Kenntnisse eines Muttersprachlers, wird dies als „Muttersprachliches Niveau“ bezeichnet.

Verhandlungssicher in Wort und Schrift

Statt nur „verhandlungssicher“ findet sich in manchen Jobangeboten explizit die Anforderung „verhandlungssicher in Wort und Schrift“. Gemeint sind damit dieselben sprachlichen Kompetenzen, es wird aber noch einmal gezielt auf die Bedeutung der schriftlichen Fähigkeiten hingewiesen.

Dies ist etwa möglich, wenn im Job häufig Schriftverkehr mit ausländischen Kollegen, Geschäftspartnern, Lieferanten oder Kunden besteht.

Welchem Sprachniveau entspricht verhandlungssicher?

Neben der oben genannten Abstufungen gibt es für die Angabe der Sprachkenntnisse den sogenannten Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprache. In diesem wird die Sprachfähigkeit in insgesamt sechs Niveaus unterteilt. Die Kategorie „verhandlungssicher“ entspricht dabei dem Niveau C1 oder C2. Wir stellen die verschiedenen Niveaustufen kurz vor:

Kompetenzniveau A: Elementarer Sprachgebrauch:

  • Niveaustufe A1: Anfänger mit rudimentären Kenntnissen. Einzelne Sätze und Vokabeln.
  • Niveaustufe A2: Grundlegende Kenntnisse für einfache Situationen. Häufige Sätze werden verstanden und benutzt.

Kompetenzniveau B: Selbstständiger Sprachgebrauch

  • Niveaustufe B1: Fortgeschrittene Kenntnisse in bekannten Themen. Gespräche (etwa im Urlaub) sind möglich.
  • Niveaustufe B2: Wichtige Inhalte auch komplexer Texte werden verstanden. Fachdiskussionen zu einem bekannten Gebiet können verfolgt werden.

Kompetenzniveau C: Kompetenter Sprachgebrauch

  • Niveaustufe C1: Fachkundige Kenntnisse und umfangreiches Verständnis. Problemlose und spontane Verständigung, Verständnis impliziter Bedeutungen.
  • Niveaustufe C2: Nahezu muttersprachliche Kenntnisse. Fehlerfreie Ausdrucksweise auch zu komplexen Sachverhalten. Flexible Anpassung der eigenen Sprache.

Einstufung: Spreche ich verhandlungssicher?

Unsicher sind Bewerber nicht nur bei der Bedeutung des Begriffes verhandlungssicher, sondern auch bei der Einordnung eigener Fähigkeiten. Wollen Sie sich auf eine Stelle bewerben, die entsprechende Fremdsprachenkenntnisse voraussetzt, stellt sich die Frage: Sprechen Sie die Sprache wirklich verhandlungssicher?

Idealerweise haben Sie das Ergebnis eines Sprachtests, der Ihnen eine Orientierung bietet – das haben jedoch längst nicht alle Bewerber. In diesem Fall müssen Sie sich auf Ihre persönliche Selbsteinschätzung verlassen. Die folgenden vier Fragen können Ihnen helfen und zeigen, ob Sie eine Fremdsprache verhandlungssicher beherrschen:

  • Verstehen Sie Gespräche und komplexe Texte ohne Schwierigkeiten?
  • Können Sie sich problemlos mit einem Muttersprachler unterhalten?
  • Sind Sie in der Lage Texte in der Fremdsprache fehlerfrei zu verfassen?
  • Fühlen Sie sich wohl, wenn spontan in die Sprache gewechselt wird?

Gerade die letzte Frage sollten Sie unbedingt mit einem Ja beantworten können. Denn Personaler prüfen verhandlungssichere Fremdsprachenkenntnisse häufig im Vorstellungsgespräch. Hier kann es durchaus passieren, dass der Gesprächspartner ohne vorherige Ankündigung die Sprache wechselt und Sie direkt unter Beweis stellen müssen, dass Sie verhandlungssicher sind.

Verhandlungssicher Lebenslauf: Überzeugen in der Bewerbung

Zuletzt gilt: Verhandlungssichere Sprachkenntnisse bringen Sie nicht weiter, wenn diese in der Bewerbung nicht richtig eingesetzt werden. Werden diese vom Unternehmen in der Stellenanzeige erwähnt, sollten Sie diese Muss-Qualifikation unbedingt im Lebenslauf nennen. Selbst ohne explizite Erwähnung werden Sprachkenntnisse trotzdem in den meisten Bewerbungen genannt, wenn die Fremdsprache im Job benötigt wird.

Dabei haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Sie können klassisch im tabellarischen Lebenslauf Ihre Fähigkeiten einbauen – beliebt bei moderneren Varianten ist eine grafische Darstellung.

Kenntnisse Lebenslauf Sprachkenntnisse Beispiel

Gerade verhandlungssichere Kenntnisse sollten im Lebenslauf präsentiert werden, da es sich um ein hohes Sprachniveau handelt. Um in der Bewerbung damit zu punkten, haben wir abschließend noch einige Tipps für Sie zusammengestellt:

  • Erstellen Sie einen eigenen Abschnitt
    Sprachliche Fähigkeiten werden nicht mit anderen Kompetenzen gemischt, sondern in einem eigenen Abschnitt unter „Besondere Kenntnisse“ angegeben. Das erleichtert dem Personaler einen schnellen Überblick und sorgt für eine gute Struktur.
  • Bleiben Sie ehrlich
    Sie wollen den Job und den besten Eindruck machen. Trotzdem gilt: Lügen bringen nichts. Dichten Sie sich keinen verhandlungssicheren Sprachgebrauch an, wenn Sie diesen nicht mitbringen. Das kommt ohnehin schnell raus.
  • Fügen Sie wenn möglich Nachweise bei
    Sollten Fremdsprachen für Ihren angestrebten Beruf wichtig sein, sollten Sie sich um einen Nachweis bemühen. Machen Sie einen Sprachtest wie den TOEFL. Das Ergebnis können Sie als Anlage in der Bewerbung mitschicken. Ein solches Dokument erhöht die Glaubwürdigkeit und ist ein Pluspunkt.
  • Zählen Sie nur nennenswerte Sprachen auf
    Fragen Sie sich: Ist die Fähigkeit ein Vorteil für den Arbeitgeber? Werden Englisch und Französisch verhandlungssicher erwartet, ist es ein Pluspunkt, diese Angaben zu machen. Weitere Aufzählungen zu kaum vorhandenen Grundkenntnissen in Portugiesisch oder Russisch bringen hingegen keinen Nutzen, wenn das Unternehmen nicht auch dort aktiv ist. Konzentrieren Sie sich auf das, was zählt.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Kündigung wegen Krankheit: 4 Voraussetzungen + was tun? https://karrierebibel.de/krankheitsbedingte-kuendigung/ Tue, 12 Jan 2021 12:00:26 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=66223

Wer krank ist, kann nicht gekündigt werden? Falsch! Die Kündigung wegen Krankheit ist zwar selten, die Hürden dafür liegen hoch. Aber rechtlich ist die krankheitsbedingte Kündigung durchaus zulässig. Riskant wird es für Arbeitnehmer, die dauerhaft und chronisch erkranken sowie Mitarbeiter, die häufig oder länger als sechs Wochen krank sind. Wir erklären, unter welchen Voraussetzungen die krankheitsbedingte Kündigung wirksam ist – und wie Sie sich dagegen wehren können…

Was ist eine krankheitsbedingte Kündigung?

Die krankheitsbedingte Kündigung ist eine Form der personenbedingten Kündigung. Bedeutet: Der Arbeitnehmer hat sich nicht falsch verhalten. Vielmehr liegt der Kündigungsgrund in seiner Person selbst. Bei der Kündigung wegen Krankheit ist das der Fall, wenn der Arbeitnehmer beispielsweise wegen eines schweren Unfalls (z.B. Amputation), einem chronischen Leiden (Bandscheibenvorfall) oder häufigen Erkrankungen dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, seine arbeitsvertraglich geschuldeten Leistungen zu erbringen.

Wegen einer Erkältung oder Grippe kann niemand gefeuert werden. Auch wer sich ein Bein bricht, hat nichts zu befürchten. Selbst wenn er oder sie deswegen länger ausfällt. Damit die Kündigungen wegen Krankheit zulässig ist, muss es sich um eine andauernde Arbeitsunfähigkeit handeln. Allerdings sind laut Bundesarbeitsgericht auch Entlassungen aufgrund häufiger Kurzerkrankungen in den vergangenen drei Jahren möglich.

Wann darf Arbeitgeber wegen Krankheit kündigen?

Die krankheitsbedingte Kündigung zählt zu den ordentlichen Kündigungen. Heißt: Fällt das Arbeitsverhältnis unter den Kündigungsschutz, muss der Arbeitgeber gesetzliche (und vertragliche) Kündigungsfristen einhalten und einen zulässigen Kündigungsgrund nennen und nachweisen. Andernfalls ist die Kündigung unwirksam.

Kuendiungsarten Ordentliche Ausserordentliche Kuendigung

Damit das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) anwendbar ist, muss der Betrieb regelmäßig mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigen und der Mitarbeiter länger als sechs Monate beschäftigt sein (sogenannte „Wartezeit“).

Der Kündigung wegen Krankheit muss übrigens keine Abmahnung vorausgehen. Die ist als Warnsignal gedacht, damit der Mitarbeiter sein Verhalten ändern kann. Das ist bei einer schweren Erkrankung nicht möglich, weshalb der Arbeitgeber zuvor auch nicht abmahnen muss.

Voraussetzungen für Kündigung wegen Krankheit

Die gesetzlichen Hürden für eine Kündigung wegen Krankheit liegen in Deutschland hoch. Der Arbeitgeber darf krankheitsbedingt nur kündigen, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind. Liegt nur eine davon nicht vor, ist unzulässig oder kann diese vor dem Arbeitsgericht nicht glaubwürdig belegt werden, ist die Kündigung insgesamt unwirksam. Die Prüfung einer krankheitsbedingten Kündigung verläuft daher immer nach folgendem Schema:

1. Negative Prognose

Entscheidendes Kriterium für eine krankheitsbedingte Kündigung ist die sogenannte Negativprognose. Bedeutet: Die Beeinträchtigung der Arbeitsleistung ist nicht nur vorübergehend. Vielmehr ist auch in Zukunft keine (gesundheitliche) Besserung zu erwarten. Der Mitarbeiter ist also aufgrund der Krankheit nicht in der Lage, seinen Arbeitsvertrag zu erfüllen. Arbeitnehmer können aber versuchen, die negative Prognose zu widerlegen, indem sie zum Beispiel den Arzt von der Schweigepflicht entbinden.

2. Interessenbeeinträchtigung

Die betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers müssen durch den Ausfall des Mitarbeiters „erheblich“ beeinträchtigt sein. Eine solche Interessenbeeinträchtigung kann zum Beispiel gegeben sein, wenn der Betriebsablauf massiv gestört wird, weil die fehlende Leistung nicht ausgeglichen werden kann. Etwa bei Fachspezialisten. Auch wenn dem Unternehmen deutliche finanzielle Belastungen entstehen, kann das die wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigen.

3. Verhältnismäßigkeit

Grundsätzlich ist die Kündigung das letzte Mittel – die „ultima ratio“. Der Arbeitgeber muss deshalb zuvor prüfen, ob es nicht auch „mildere Mittel“ und die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung gibt. Zum Beispiel eine Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz, der den körperlichen Möglichkeiten entspricht oder eine Weiterbildung und Umschulung. Erst wenn alle milderen Mittel ausgeschlossen werden können, kann die personenbedingte Kündigung gerechtfertigt sein.

4. Interessenabwägung

Bei der krankheitsbedingten Kündigung muss das Interesse des Arbeitgebers an der Entlassung das Interesse des Arbeitnehmers an der Weiterbeschäftigung überwiegen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Kosten für eine (behindertengerechte) Umrüstung des Arbeitsplatzes unwirtschaftlich sind oder der Ausfall zu lange dauert. Kurz: Es darf dem Arbeitgeber nicht zuzumuten sein, den Mitarbeiter weiterzubeschäftigen. Allerdings sind dabei auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Alter des Arbeitnehmers sowie soziale Härten (Kinder, Unterhaltspflichten) zu beachten. Die Beweislast liegt hier beim Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer kann umgekehrt eigene Vorschläge einbringen, muss im Zweifelsfall aber eine schlechtere Position akzeptieren (siehe: Änderungskündigung).

Beispiele für zulässige krankheitsbedingte Kündigungen

Jede Erkrankung ist anders, verläuft anders, endet anders. Das muss auch bei der Kündigung wegen Krankheit berücksichtigt werden. Vor dem Arbeitsgericht landen meist vier Fallgruppen:

  • Häufige Kurzerkrankungen
    Wer ständig (wenn auch nur kurz) fehlt, ist durch die Lohnfortzahlung für Unternehmen teuer. Das bringt Chaos in den Betriebsablauf. Es gibt zwar keinen Richtwert für die maximale Anzahl an Fehltagen. Oft wird nach Einzelfall entschieden. Als Faustformel hat sich aber durchgesetzt: Fehlt der Arbeitnehmer voraussichtlich 15 bis 20 Prozent der jährlichen Arbeitstage, ist von einer negativen Prognose auszugehen (BAG, Az. 2 AZR 755/13).
  • Erkrankung länger als 6 Wochen
    Hierunter fallen langfristige Erkrankungen, die aber eine Chance auf vollständige Genesung haben. Auch wenn der Zeitpunkt der Genesung noch nicht absehbar ist. Hier wird der Arbeitgeber nach sechs Wochen finanziell durch die Krankenkasse entlastet. Krankheitsbedingte Kündigungen sind in diesem Szenario daher eher die Ausnahme.
  • Dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
    Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit ist der Hauptgrund für eine krankheitsbedingte Kündigung. Wer seinen Job – etwa wegen eines Arbeitsunfalls – nicht mehr ausüben kann, dem bleibt maximal ein anderer Arbeitsplatz im Unternehmen. Gibt es den nicht, droht die Kündigung. Die Genesung ist schließlich ausgeschlossen.
  • Krankheitsbedingte Minderleistung
    Verringert sich die Arbeitsleistung des Mitarbeiters aufgrund der Krankheit dauerhaft um mindestens ein Drittel, ist eine krankheitsbedingte Kündigung möglich. Allerdings muss dazu bei der Interessenabwägung eine Weiterbeschäftigung in einem anderen Job unmöglich sein.

Sonderfälle

  • Alkoholabhängigkeit
    Alkoholabhängigkeit ist zwar eine Krankheit. Oft aber heilbar. Für die krankheitsbedingte Kündigung ist daher entscheidend, ob die Prognose einer Therapie positiv und der Arbeitnehmer dazu bereit ist. Lehnt der die Therapie ab, kann er krankheitsbedingt entlassen werden.
  • Fettleibigkeit
    Ein Garten- und Kanalbaubetrieb kündigte seinem Mitarbeiter wegen Übergewichts. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschied: Der Mann darf vorerst weiterarbeiten. Allerdings muss er sich ernsthaft bemühen abzunehmen und die Firma darüber informieren. Ein wichtiger Faktor war, dass der Mann zuvor (vergeblich) versucht hatte, in einem Adipositaszentrum Gewicht zu verlieren.
  • HIV
    Das Bundesarbeitsgericht entschied, dass HIV als Behinderung anzusehen sei. Zuvor hatte ihm sein Arbeitgeber, ein Arzneimittelhersteller, während der Probezeit gekündigt. Begründung: Es gebe Infektionsgefahren von unbemerkten Schnitt- und Stichverletzungen. Das BAG aber stufte die Kündigung als diskriminierend ein – Kündigung unwirksam.

Wann ist die Kündigung wegen Krankheit unwirksam?

Die krankheitsbedingte Kündigung hebelt den Kündigungsschutz nicht vollständig aus. Bestimmte Personengruppen und Bedingungen müssen auch weiterhin berücksichtigt werden:

  • Betriebsrat
    Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser laut § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ebenfalls vor der Kündigung unterrichtet und angehört werden. Er kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Kündigung wegen Krankheit unwirksam. Mitglieder des Betriebsrates können ohnehin nur mit dessen Zustimmung gekündigt werden (§ 103 BetrVG).
  • Eingliederung
    Der Arbeitgeber ist verpflichtet, nach längerer Fehlzeit eine Wiedereingliederung für den vormals Erkrankten vorzunehmen (siehe: Hamburger Modell). Tut er das nicht, kann das eine Kündigung wegen Krankheit laut LAG Düsseldorf unwirksam machen.
  • Mutterschutz
    Gemäß § 17 Mutterschutzgesetz (MuSchG) darf einer Schwangeren nicht gekündigt werden.
  • Elternzeit
    Arbeitnehmer in Elternzeit genießen besonderen Kündigungsschutz (§ 18 BEEG). Er beginnt mit dem Antrag auf Erziehungsurlaub, spätestens aber acht Wochen vor Beginn der Elternzeit.
  • Schwerbehinderung
    Schwerbehinderte Mitarbeiter dürfen nur mit Zustimmung des Integrationsamts gekündigt werden (§ 174 SGB IX). Zudem muss die Schwerbehindertenvertretung beteiligt werden. Das Landesarbeitsgericht Berlin entschied, dass selbst längere Fehlzeiten die krankheitsbedingte Kündigung eines Schwerbehinderten nur unter strengen Bedingungen zulassen.

Kündigungsfristen bei krankheitsbedingter Kündigung

Bei der Kündigung wegen Krankheit gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Zudem können längere Fristen im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbart sein. Nach § 622 BGB Abs. 2 verlängern sich die gesetzlichen Fristen mit der Dauer der Beschäftigung des Mitarbeiters. Die maximale Kündigungsfrist für Arbeitgeber beträgt sieben Monate (nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit):

Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

Krankheitsbedingte Kündigung während der Probezeit?

Während der Probezeit besteht kein Kündigungsschutz. Der greift erst nach sechs Monaten (Wartezeit) – selbst wenn die Probezeit kürzer dauern sollte. In diesen sechs Monaten können beide Seiten – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – ohne Angabe von Gründen und binnen zwei Wochen kündigen. Ob die Kündigung krankheitsbedingt war, muss der Arbeitgeber also gar nicht angeben. Der Anlass – etwa häufiges Krankmelden – ist auch unerheblich.

Kündigung wegen Krankheit erhalten: Wie reagieren?

Jede Kündigung ist zunächst ein Schock. Erst recht, wenn Sie zuvor angenommen haben, die Krankheit würde Sie vor einer Kündigung schützen. Trotzdem müssen Sie den Rausschmiss nicht akzeptieren und können sich sogar dagegen wehren. So reagieren Sie richtig:

  • Prüfung
    Prüfen Sie zunächst, ob das Kündigungsschreiben formal korrekt ist. Eine Kündigung muss IMMER schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift durch einen Berechtigten erfolgen. Andernfalls ist sie unwirksam.
  • Dokumentation
    Sammeln Sie alle Dokumente, die mit Ihrer Erkrankung zutun haben. Diese können wichtige Beweise enthalten. Unterlagen, die Sie vom Arzt oder im Krankenhaus erhalten, sollten Sie aufheben und abheften.
  • Kündigungsschutzklage
    Haben Sie Zweifel an der Zulässigkeit, können Sie beim Arbeitgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Da die Voraussetzungen und Anforderungen an eine krankheitsbedingte Kündigung hoch sind, stehen Ihre Chancen nicht schlecht, dass das Gericht die Kündigung kippt. Idealerweise lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten und unterstützen.
  • Fristen
    Nach § 4 Satz 1 KSchG muss die Klage innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung als wirksam – sogar wenn sie das zuvor formal nicht war (§ 7 KSchG). Damit verspielen Sie womöglich Chancen auf eine Abfindung.
  • Rechtsschutzversicherung
    Gerichtliche Verfahren können teuer sein. Eine Rechtsschutzversicherung kann Sie finanziell – im Falle einer Kündigungsschutzklage – abfedern. Diese können Sie aber nicht mehr kurzfristig abschließen. Daher: Schon jetzt daran denken!
  • Zielsetzung
    Nicht immer ist die beste Lösung, den Job zu behalten. Die Beziehung zum Arbeitgeber wird durch eine Klage nicht besser. Manchmal kann es zielführender sein, einen Vergleich oder Aufhebungsvertrag mit einer Abfindungszahlung anzustreben.

Habe ich Anspruch auf eine Abfindung?

Bei einer Kündigung hoffen viele Arbeitnehmer auf eine Abfindung, um die finanziellen Folgen des Jobverlusts zu verringern. Dabei handelt es sich aber um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht nicht. Allenfalls bei einer betriebsbedingten Kündigung oder einer entsprechenden Betriebsvereinbarung bestehen Chancen. Ansonsten bleibt die Abfindung reine Verhandlungssache.

Was passiert mit dem Arbeitslosengeld?

Wer personenbedingt oder krankheitsbedingt gekündigt wird, muss in der Regel keine Sperrfrist beim Arbeitslosengeld befürchten. Die bis zu 3-monatige ALG-Sperre ist nach § 159 SGB III nur erlaubt, wenn sich sich der Arbeitnehmer „versicherungswidrig“ verhält. Bei der Kündigung wegen Krankheit ist dem Mitarbeiter aber in der Regel kein Verschulden vorzuwerfen.

Umso wichtiger ist, dass Sie sich sofort nach Erhalt der Kündigung bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden. Nur so sichern Sie rechtzeitig den vollen Anspruch auf das Arbeitslosengeld und riskieren keine Leistungskürzungen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Wer krank ist, kann nicht gekündigt werden? Falsch! Die Kündigung wegen Krankheit ist zwar selten, die Hürden dafür liegen hoch. Aber rechtlich ist die krankheitsbedingte Kündigung durchaus zulässig. Riskant wird es für Arbeitnehmer, die dauerhaft und chronisch erkranken sowie Mitarbeiter, die häufig oder länger als sechs Wochen krank sind. Wir erklären, unter welchen Voraussetzungen die krankheitsbedingte Kündigung wirksam ist – und wie Sie sich dagegen wehren können…

Was ist eine krankheitsbedingte Kündigung?

Die krankheitsbedingte Kündigung ist eine Form der personenbedingten Kündigung. Bedeutet: Der Arbeitnehmer hat sich nicht falsch verhalten. Vielmehr liegt der Kündigungsgrund in seiner Person selbst. Bei der Kündigung wegen Krankheit ist das der Fall, wenn der Arbeitnehmer beispielsweise wegen eines schweren Unfalls (z.B. Amputation), einem chronischen Leiden (Bandscheibenvorfall) oder häufigen Erkrankungen dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, seine arbeitsvertraglich geschuldeten Leistungen zu erbringen.

Wegen einer Erkältung oder Grippe kann niemand gefeuert werden. Auch wer sich ein Bein bricht, hat nichts zu befürchten. Selbst wenn er oder sie deswegen länger ausfällt. Damit die Kündigungen wegen Krankheit zulässig ist, muss es sich um eine andauernde Arbeitsunfähigkeit handeln. Allerdings sind laut Bundesarbeitsgericht auch Entlassungen aufgrund häufiger Kurzerkrankungen in den vergangenen drei Jahren möglich.

Wann darf Arbeitgeber wegen Krankheit kündigen?

Die krankheitsbedingte Kündigung zählt zu den ordentlichen Kündigungen. Heißt: Fällt das Arbeitsverhältnis unter den Kündigungsschutz, muss der Arbeitgeber gesetzliche (und vertragliche) Kündigungsfristen einhalten und einen zulässigen Kündigungsgrund nennen und nachweisen. Andernfalls ist die Kündigung unwirksam.

Kuendiungsarten Ordentliche Ausserordentliche Kuendigung

Damit das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) anwendbar ist, muss der Betrieb regelmäßig mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigen und der Mitarbeiter länger als sechs Monate beschäftigt sein (sogenannte „Wartezeit“).

Der Kündigung wegen Krankheit muss übrigens keine Abmahnung vorausgehen. Die ist als Warnsignal gedacht, damit der Mitarbeiter sein Verhalten ändern kann. Das ist bei einer schweren Erkrankung nicht möglich, weshalb der Arbeitgeber zuvor auch nicht abmahnen muss.

Voraussetzungen für Kündigung wegen Krankheit

Die gesetzlichen Hürden für eine Kündigung wegen Krankheit liegen in Deutschland hoch. Der Arbeitgeber darf krankheitsbedingt nur kündigen, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind. Liegt nur eine davon nicht vor, ist unzulässig oder kann diese vor dem Arbeitsgericht nicht glaubwürdig belegt werden, ist die Kündigung insgesamt unwirksam. Die Prüfung einer krankheitsbedingten Kündigung verläuft daher immer nach folgendem Schema:

1. Negative Prognose

Entscheidendes Kriterium für eine krankheitsbedingte Kündigung ist die sogenannte Negativprognose. Bedeutet: Die Beeinträchtigung der Arbeitsleistung ist nicht nur vorübergehend. Vielmehr ist auch in Zukunft keine (gesundheitliche) Besserung zu erwarten. Der Mitarbeiter ist also aufgrund der Krankheit nicht in der Lage, seinen Arbeitsvertrag zu erfüllen. Arbeitnehmer können aber versuchen, die negative Prognose zu widerlegen, indem sie zum Beispiel den Arzt von der Schweigepflicht entbinden.

2. Interessenbeeinträchtigung

Die betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers müssen durch den Ausfall des Mitarbeiters „erheblich“ beeinträchtigt sein. Eine solche Interessenbeeinträchtigung kann zum Beispiel gegeben sein, wenn der Betriebsablauf massiv gestört wird, weil die fehlende Leistung nicht ausgeglichen werden kann. Etwa bei Fachspezialisten. Auch wenn dem Unternehmen deutliche finanzielle Belastungen entstehen, kann das die wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigen.

3. Verhältnismäßigkeit

Grundsätzlich ist die Kündigung das letzte Mittel – die „ultima ratio“. Der Arbeitgeber muss deshalb zuvor prüfen, ob es nicht auch „mildere Mittel“ und die Möglichkeit einer Weiterbeschäftigung gibt. Zum Beispiel eine Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz, der den körperlichen Möglichkeiten entspricht oder eine Weiterbildung und Umschulung. Erst wenn alle milderen Mittel ausgeschlossen werden können, kann die personenbedingte Kündigung gerechtfertigt sein.

4. Interessenabwägung

Bei der krankheitsbedingten Kündigung muss das Interesse des Arbeitgebers an der Entlassung das Interesse des Arbeitnehmers an der Weiterbeschäftigung überwiegen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Kosten für eine (behindertengerechte) Umrüstung des Arbeitsplatzes unwirtschaftlich sind oder der Ausfall zu lange dauert. Kurz: Es darf dem Arbeitgeber nicht zuzumuten sein, den Mitarbeiter weiterzubeschäftigen. Allerdings sind dabei auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Alter des Arbeitnehmers sowie soziale Härten (Kinder, Unterhaltspflichten) zu beachten. Die Beweislast liegt hier beim Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer kann umgekehrt eigene Vorschläge einbringen, muss im Zweifelsfall aber eine schlechtere Position akzeptieren (siehe: Änderungskündigung).

Beispiele für zulässige krankheitsbedingte Kündigungen

Jede Erkrankung ist anders, verläuft anders, endet anders. Das muss auch bei der Kündigung wegen Krankheit berücksichtigt werden. Vor dem Arbeitsgericht landen meist vier Fallgruppen:

  • Häufige Kurzerkrankungen
    Wer ständig (wenn auch nur kurz) fehlt, ist durch die Lohnfortzahlung für Unternehmen teuer. Das bringt Chaos in den Betriebsablauf. Es gibt zwar keinen Richtwert für die maximale Anzahl an Fehltagen. Oft wird nach Einzelfall entschieden. Als Faustformel hat sich aber durchgesetzt: Fehlt der Arbeitnehmer voraussichtlich 15 bis 20 Prozent der jährlichen Arbeitstage, ist von einer negativen Prognose auszugehen (BAG, Az. 2 AZR 755/13).
  • Erkrankung länger als 6 Wochen
    Hierunter fallen langfristige Erkrankungen, die aber eine Chance auf vollständige Genesung haben. Auch wenn der Zeitpunkt der Genesung noch nicht absehbar ist. Hier wird der Arbeitgeber nach sechs Wochen finanziell durch die Krankenkasse entlastet. Krankheitsbedingte Kündigungen sind in diesem Szenario daher eher die Ausnahme.
  • Dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
    Eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit ist der Hauptgrund für eine krankheitsbedingte Kündigung. Wer seinen Job – etwa wegen eines Arbeitsunfalls – nicht mehr ausüben kann, dem bleibt maximal ein anderer Arbeitsplatz im Unternehmen. Gibt es den nicht, droht die Kündigung. Die Genesung ist schließlich ausgeschlossen.
  • Krankheitsbedingte Minderleistung
    Verringert sich die Arbeitsleistung des Mitarbeiters aufgrund der Krankheit dauerhaft um mindestens ein Drittel, ist eine krankheitsbedingte Kündigung möglich. Allerdings muss dazu bei der Interessenabwägung eine Weiterbeschäftigung in einem anderen Job unmöglich sein.

Sonderfälle

  • Alkoholabhängigkeit
    Alkoholabhängigkeit ist zwar eine Krankheit. Oft aber heilbar. Für die krankheitsbedingte Kündigung ist daher entscheidend, ob die Prognose einer Therapie positiv und der Arbeitnehmer dazu bereit ist. Lehnt der die Therapie ab, kann er krankheitsbedingt entlassen werden.
  • Fettleibigkeit
    Ein Garten- und Kanalbaubetrieb kündigte seinem Mitarbeiter wegen Übergewichts. Das Landesarbeitsgericht Düsseldorf entschied: Der Mann darf vorerst weiterarbeiten. Allerdings muss er sich ernsthaft bemühen abzunehmen und die Firma darüber informieren. Ein wichtiger Faktor war, dass der Mann zuvor (vergeblich) versucht hatte, in einem Adipositaszentrum Gewicht zu verlieren.
  • HIV
    Das Bundesarbeitsgericht entschied, dass HIV als Behinderung anzusehen sei. Zuvor hatte ihm sein Arbeitgeber, ein Arzneimittelhersteller, während der Probezeit gekündigt. Begründung: Es gebe Infektionsgefahren von unbemerkten Schnitt- und Stichverletzungen. Das BAG aber stufte die Kündigung als diskriminierend ein – Kündigung unwirksam.

Wann ist die Kündigung wegen Krankheit unwirksam?

Die krankheitsbedingte Kündigung hebelt den Kündigungsschutz nicht vollständig aus. Bestimmte Personengruppen und Bedingungen müssen auch weiterhin berücksichtigt werden:

  • Betriebsrat
    Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser laut § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ebenfalls vor der Kündigung unterrichtet und angehört werden. Er kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Kündigung wegen Krankheit unwirksam. Mitglieder des Betriebsrates können ohnehin nur mit dessen Zustimmung gekündigt werden (§ 103 BetrVG).
  • Eingliederung
    Der Arbeitgeber ist verpflichtet, nach längerer Fehlzeit eine Wiedereingliederung für den vormals Erkrankten vorzunehmen (siehe: Hamburger Modell). Tut er das nicht, kann das eine Kündigung wegen Krankheit laut LAG Düsseldorf unwirksam machen.
  • Mutterschutz
    Gemäß § 17 Mutterschutzgesetz (MuSchG) darf einer Schwangeren nicht gekündigt werden.
  • Elternzeit
    Arbeitnehmer in Elternzeit genießen besonderen Kündigungsschutz (§ 18 BEEG). Er beginnt mit dem Antrag auf Erziehungsurlaub, spätestens aber acht Wochen vor Beginn der Elternzeit.
  • Schwerbehinderung
    Schwerbehinderte Mitarbeiter dürfen nur mit Zustimmung des Integrationsamts gekündigt werden (§ 174 SGB IX). Zudem muss die Schwerbehindertenvertretung beteiligt werden. Das Landesarbeitsgericht Berlin entschied, dass selbst längere Fehlzeiten die krankheitsbedingte Kündigung eines Schwerbehinderten nur unter strengen Bedingungen zulassen.

Kündigungsfristen bei krankheitsbedingter Kündigung

Bei der Kündigung wegen Krankheit gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Zudem können längere Fristen im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbart sein. Nach § 622 BGB Abs. 2 verlängern sich die gesetzlichen Fristen mit der Dauer der Beschäftigung des Mitarbeiters. Die maximale Kündigungsfrist für Arbeitgeber beträgt sieben Monate (nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit):

Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

Krankheitsbedingte Kündigung während der Probezeit?

Während der Probezeit besteht kein Kündigungsschutz. Der greift erst nach sechs Monaten (Wartezeit) – selbst wenn die Probezeit kürzer dauern sollte. In diesen sechs Monaten können beide Seiten – Arbeitnehmer und Arbeitgeber – ohne Angabe von Gründen und binnen zwei Wochen kündigen. Ob die Kündigung krankheitsbedingt war, muss der Arbeitgeber also gar nicht angeben. Der Anlass – etwa häufiges Krankmelden – ist auch unerheblich.

Kündigung wegen Krankheit erhalten: Wie reagieren?

Jede Kündigung ist zunächst ein Schock. Erst recht, wenn Sie zuvor angenommen haben, die Krankheit würde Sie vor einer Kündigung schützen. Trotzdem müssen Sie den Rausschmiss nicht akzeptieren und können sich sogar dagegen wehren. So reagieren Sie richtig:

  • Prüfung
    Prüfen Sie zunächst, ob das Kündigungsschreiben formal korrekt ist. Eine Kündigung muss IMMER schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift durch einen Berechtigten erfolgen. Andernfalls ist sie unwirksam.
  • Dokumentation
    Sammeln Sie alle Dokumente, die mit Ihrer Erkrankung zutun haben. Diese können wichtige Beweise enthalten. Unterlagen, die Sie vom Arzt oder im Krankenhaus erhalten, sollten Sie aufheben und abheften.
  • Kündigungsschutzklage
    Haben Sie Zweifel an der Zulässigkeit, können Sie beim Arbeitgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Da die Voraussetzungen und Anforderungen an eine krankheitsbedingte Kündigung hoch sind, stehen Ihre Chancen nicht schlecht, dass das Gericht die Kündigung kippt. Idealerweise lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht beraten und unterstützen.
  • Fristen
    Nach § 4 Satz 1 KSchG muss die Klage innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung als wirksam – sogar wenn sie das zuvor formal nicht war (§ 7 KSchG). Damit verspielen Sie womöglich Chancen auf eine Abfindung.
  • Rechtsschutzversicherung
    Gerichtliche Verfahren können teuer sein. Eine Rechtsschutzversicherung kann Sie finanziell – im Falle einer Kündigungsschutzklage – abfedern. Diese können Sie aber nicht mehr kurzfristig abschließen. Daher: Schon jetzt daran denken!
  • Zielsetzung
    Nicht immer ist die beste Lösung, den Job zu behalten. Die Beziehung zum Arbeitgeber wird durch eine Klage nicht besser. Manchmal kann es zielführender sein, einen Vergleich oder Aufhebungsvertrag mit einer Abfindungszahlung anzustreben.

Habe ich Anspruch auf eine Abfindung?

Bei einer Kündigung hoffen viele Arbeitnehmer auf eine Abfindung, um die finanziellen Folgen des Jobverlusts zu verringern. Dabei handelt es sich aber um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht nicht. Allenfalls bei einer betriebsbedingten Kündigung oder einer entsprechenden Betriebsvereinbarung bestehen Chancen. Ansonsten bleibt die Abfindung reine Verhandlungssache.

Was passiert mit dem Arbeitslosengeld?

Wer personenbedingt oder krankheitsbedingt gekündigt wird, muss in der Regel keine Sperrfrist beim Arbeitslosengeld befürchten. Die bis zu 3-monatige ALG-Sperre ist nach § 159 SGB III nur erlaubt, wenn sich sich der Arbeitnehmer „versicherungswidrig“ verhält. Bei der Kündigung wegen Krankheit ist dem Mitarbeiter aber in der Regel kein Verschulden vorzuwerfen.

Umso wichtiger ist, dass Sie sich sofort nach Erhalt der Kündigung bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden. Nur so sichern Sie rechtzeitig den vollen Anspruch auf das Arbeitslosengeld und riskieren keine Leistungskürzungen.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Business Model Canvas: Bedeutung, Inhalt & Vorlage https://karrierebibel.de/business-model-canvas/ Tue, 12 Jan 2021 10:00:30 +0000 Nils Warkentin https://karrierebibel.de/?p=153569

Vor der Unternehmensgründung stehen viele Fragen: Was ist die Zielgruppe? Welche Kosten entstehen? Wie sollen Produkt oder Dienstleistung vertrieben werden? Mit dem Business Model Canvas können Sie die zentralen Faktoren Ihrer Geschäftsidee übersichtlich aufbereiten. So kann selbst ein komplexes und umfangreiches Konzept verständlich und auf das Wesentliche reduziert zusammengefasst werden. Hier erfahren Sie, wie ein Business Model Canvas funktioniert und welche Elemente es enthält – inklusive kostenloser Vorlage zum Download…

Was ist ein Business Model Canvas?

Das Business Model Canvas (deutsch: Geschäftsmodell Leinwand) ist eine Methode zur Visualisierung, Strukturierung und Weiterentwicklung von Geschäftsideen. Es wurde vom Schweizer Unternehmer Alexander Osterwalder entwickelt, wird aber auch in unterschiedlichen Varianten und Abwandlungen genutzt.

Ziele des BMC

Mit dem Business Model Canvas (kurz BMC) können angehende Selbstständige ihre Idee strukturiert und möglichst auf den Punkt darstellen. Startups können sich so einen Überblick über die wichtigsten Punkte und erste Aufgaben machen. Komplexe Geschäftsmodelle werden vereinfacht und verständlicher gemacht. Zudem kann ein Business Model Canvas eingesetzt werden, um Geschäftspartnern oder Investoren die eigene Idee zu vermitteln.

Vorteile eines Business Model Canvas

Wer sich selbstständig machen möchte, beschäftigt sich ohnehin mit den Fragen und Inhalten, die auch im Business Model Canvas abgedeckt werden. Viele entscheiden sich für einen Businessplan, was sinnvoll und wichtig ist. Das BMC hat jedoch einige Vorteile, weshalb Sie nicht darauf verzichten sollten:

  • Kurz und übersichtlich auf einer Seite.
  • Fördert Fokussierung auf die wichtigsten Aspekte.
  • Zeigt die Erfolgsfaktoren für das neue Unternehmen.
  • Fällt oft leichter als ein Businessplan.
  • Visualisiert Beziehungen und Abhängigkeiten in verschiedenen Bereichen.
  • Gute Grundlage für Teams und Gründer.

Idealerweise entscheiden Sie sich nicht zwischen Business Model Canvas und Businessplan, sondern erstellen beide Dokumente. Das BMC ist dabei in der Regel der Vorläufer zum späteren Businessplan und entsteht in einer früheren Phase der Gründung.

Die Methode bietet sich an, um die Idee weiterzuentwickeln, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Optimierungen vorzunehmen – etwa durch Gespräche mit Freunden, Geschäftspartnern, Fachleuten oder potenziellen Kunden.

9 Elemente im Business Model Canvas

Ein Business Model Canvas identifiziert klassischerweise neun Elemente, deren Inhalte und Informationen in verschiedenen Feldern präsentiert werden. Wir stellen Ihnen diese Elemente genauer vor und zeigen, wie Sie diese im BMC füllen:

1. Value Proposition (Wertversprechen)

Das Zentrum im Business Model Canvas stellt die sogenannte Value Proposition – das Wertversprechen des Unternehmens, das Sie gründen wollen. Es ist das Problem, das Sie für Ihre Kunden lösen wollen oder der Nutzen, den Sie Ihren Kunden bringen können. Möglicherweise ist es eine komplette Innovation und die Einzigartigkeit ist Ihr Wertversprechen. Aber auch eine bessere, schnellere, günstigere oder modernere Lösung für ein Problem kann das Wertversprechen ausmachen.

2. Customer Segments (Kundensegmente)

Sie können nur Erfolg haben, wenn Sie eine Zielgruppe ansprechen. Im Business Model Canvas müssen Sie sich deshalb fragen: Wer genau ist meine Kundensegment, also die Zielgruppe, die ich erreichen möchte? Diese Überlegung ist bereits sehr früh wichtig. So können Sie Ihre angebotene Leistung an die Erwartungen und Bedürfnisse der identifizierten Zielgruppe anpassen.

3. Cost Structure (Kostenstruktur)

Unternehmen wollen Geld verdienen, doch entstehen auch viele Kosten. Investitionen in Maschinen, Rohstoffe, Produktion, Mitarbeiter oder andere Ausgaben können gerade zu Beginn wichtig, aber eben auch sehr teuer sein. Im Business Model Canvas stellt die Kostenstruktur deshalb einen wichtigen Aspekt dar, der möglichst vollständig erarbeitet werden sollte. Sonst drohen durch unerwartete Ausgaben böse Überraschungen.

4. Revenue Streams (Einnahmequellen)

Den Ausgaben gegenüber stehen die geplanten Einnahmequellen. Kurz gesagt: Womit wollen Sie Umsatz machen und Geld verdienen? Der Haupteinnahmefluss entsteht typischerweise durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen. Möglicherweise gibt es aber weitere Möglichkeiten, um zusätzliches Einkommen zu generieren. Abonnements, Lizenzen, Beratungen, Bereitstellung von Wissen, Produktionsstätten oder Immobilien…

5. Key Activities (Schlüsselaktivitäten)

Für dieses Element müssen Sie sich fragen: Was muss getan werden, um die definierte Value Proposition umzusetzen? Gemeint sind alle Tätigkeiten, die notwendig sind, um das Produkt oder den Service in der Form anzubieten, wie Sie es sich vorstellen.

6. Key Resources (Schlüsselressourcen)

Welche Ressourcen benötigen Sie für Ihr Geschäftsmodell, wie können Sie diese beschaffen und was ist dabei zu beachten? Das können Rohstoffe sein, aber auch ein Lager, ein Ladengeschäft, Kapital oder Personal mit Know How können Schlüsselressourcen sein.

7. Key Partners (Schlüsselpartner)

Ein junges Unternehmen kann viele wichtige Partner haben: Lieferanten mit besonders guten Konditionen, Dienstleister, um einige Aufgaben oder Bereiche auszulagern oder andere (Nicht-Konkurrenz-)Unternehmen, mit denen Sie eng zusammenarbeiten.

8. Customer Relationships (Kundenbeziehungen)

Die Customer Relationships, also die Kundenbeziehungen eines Unternehmens, sind ein wichtiger Erfolgsfaktor und gehören unbedingt in ein Business Model Canvas. Ein guter Service, ein freundlicher Umgang, schnelle und professionelle Lösungen von Problemen gehören dazu. Zufriedene Kunden kommen wieder und empfehlen weiter, schon im BMC sollte darauf eingegangen werden.

9. Channels (Vertriebs- und Kommunikationskanäle)

Wie wollen Sie Kunden auf sich aufmerksam machen? Wo und wie vertreiben Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung? Und wie wollen Sie mit Ihren Kunden kommunizieren? Es gibt verschiedene Kanäle, um die Sie sich bereits im Business Model Canvas kümmern sollten. Möglich sind etwa eine eigene Homepage sowie Social Media Kanäle oder eine App.

Business Model Canvas Vorlage

Sie wollen gleich loslegen und Ihre Geschäftsidee in einem BMC visualisieren? Dann nutzen Sie dafür unsere kostenlose Vorlage, die Sie sich als PDF-Datei herunterladen können:

Business Model Canvas Vorlage Pdf Download Template Beispiel

Tipps für das Business Model Canvas

  • Nutzen Sie Post Its
    Anhand von Vorlagen und Online-Tools lässt sich ein BMC schnell, einfach und digital erstellen. Wir empfehlen trotzdem: Nutzen Sie auch eine klassische Variante auf Papier oder einem Flipchart. Dort bringen Sie zu den jeweiligen Elementen Post Its an, um sie mit Inhalt zu füllen. Diese lassen sich leicht erweitern, verschieben oder auch wieder entfernen, wenn sich etwas ändert.
  • Entwickeln Sie das Business Model Canvas weiter
    Passend zum ersten Tipp gilt: Die erste Version Ihrer Leinwand zur Geschäftsidee sollte nicht abschließend sein. Sie befinden sich in einer frühen Phase der Gründung, mit einer Idee, die noch am Anfang steht. Entwickeln Sie diese durch die Methode weiter.
  • Verdeutlichen Sie Zusammenhänge
    Betrachten Sie die Elemente nicht einzeln und individuell. Es gibt viele wichtige Verbindungen, die Sie erkennen und verdeutlichen sollten: Etwa zwischen Kosten und Schlüsselressourcen, zwischen Wertversprechen und Schlüsselaktivitäten oder auch zwischen Kunden und Kanälen.
  • Entwickeln Sie daraus einen detaillierten Businessplan
    Das BMC ersetzt den Businessplan nicht, sondern kann seine Grundlage sein. Nutzen Sie alle gesammelten Informationen und Erkenntnisse, um daraus einen detaillierten Businessplan zu entwerfen. So haben Sie bereits ein besseres Verständnis der Idee und wichtiger Zusammenhänge. Das überzeugt am Ende auch Geschäftspartner oder Banken als Investoren.

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[Bildnachweis: FGC by Shutterstock.com]
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Vor der Unternehmensgründung stehen viele Fragen: Was ist die Zielgruppe? Welche Kosten entstehen? Wie sollen Produkt oder Dienstleistung vertrieben werden? Mit dem Business Model Canvas können Sie die zentralen Faktoren Ihrer Geschäftsidee übersichtlich aufbereiten. So kann selbst ein komplexes und umfangreiches Konzept verständlich und auf das Wesentliche reduziert zusammengefasst werden. Hier erfahren Sie, wie ein Business Model Canvas funktioniert und welche Elemente es enthält – inklusive kostenloser Vorlage zum Download…

Was ist ein Business Model Canvas?

Das Business Model Canvas (deutsch: Geschäftsmodell Leinwand) ist eine Methode zur Visualisierung, Strukturierung und Weiterentwicklung von Geschäftsideen. Es wurde vom Schweizer Unternehmer Alexander Osterwalder entwickelt, wird aber auch in unterschiedlichen Varianten und Abwandlungen genutzt.

Ziele des BMC

Mit dem Business Model Canvas (kurz BMC) können angehende Selbstständige ihre Idee strukturiert und möglichst auf den Punkt darstellen. Startups können sich so einen Überblick über die wichtigsten Punkte und erste Aufgaben machen. Komplexe Geschäftsmodelle werden vereinfacht und verständlicher gemacht. Zudem kann ein Business Model Canvas eingesetzt werden, um Geschäftspartnern oder Investoren die eigene Idee zu vermitteln.

Vorteile eines Business Model Canvas

Wer sich selbstständig machen möchte, beschäftigt sich ohnehin mit den Fragen und Inhalten, die auch im Business Model Canvas abgedeckt werden. Viele entscheiden sich für einen Businessplan, was sinnvoll und wichtig ist. Das BMC hat jedoch einige Vorteile, weshalb Sie nicht darauf verzichten sollten:

  • Kurz und übersichtlich auf einer Seite.
  • Fördert Fokussierung auf die wichtigsten Aspekte.
  • Zeigt die Erfolgsfaktoren für das neue Unternehmen.
  • Fällt oft leichter als ein Businessplan.
  • Visualisiert Beziehungen und Abhängigkeiten in verschiedenen Bereichen.
  • Gute Grundlage für Teams und Gründer.

Idealerweise entscheiden Sie sich nicht zwischen Business Model Canvas und Businessplan, sondern erstellen beide Dokumente. Das BMC ist dabei in der Regel der Vorläufer zum späteren Businessplan und entsteht in einer früheren Phase der Gründung.

Die Methode bietet sich an, um die Idee weiterzuentwickeln, neue Erkenntnisse zu gewinnen und Optimierungen vorzunehmen – etwa durch Gespräche mit Freunden, Geschäftspartnern, Fachleuten oder potenziellen Kunden.

9 Elemente im Business Model Canvas

Ein Business Model Canvas identifiziert klassischerweise neun Elemente, deren Inhalte und Informationen in verschiedenen Feldern präsentiert werden. Wir stellen Ihnen diese Elemente genauer vor und zeigen, wie Sie diese im BMC füllen:

1. Value Proposition (Wertversprechen)

Das Zentrum im Business Model Canvas stellt die sogenannte Value Proposition – das Wertversprechen des Unternehmens, das Sie gründen wollen. Es ist das Problem, das Sie für Ihre Kunden lösen wollen oder der Nutzen, den Sie Ihren Kunden bringen können. Möglicherweise ist es eine komplette Innovation und die Einzigartigkeit ist Ihr Wertversprechen. Aber auch eine bessere, schnellere, günstigere oder modernere Lösung für ein Problem kann das Wertversprechen ausmachen.

2. Customer Segments (Kundensegmente)

Sie können nur Erfolg haben, wenn Sie eine Zielgruppe ansprechen. Im Business Model Canvas müssen Sie sich deshalb fragen: Wer genau ist meine Kundensegment, also die Zielgruppe, die ich erreichen möchte? Diese Überlegung ist bereits sehr früh wichtig. So können Sie Ihre angebotene Leistung an die Erwartungen und Bedürfnisse der identifizierten Zielgruppe anpassen.

3. Cost Structure (Kostenstruktur)

Unternehmen wollen Geld verdienen, doch entstehen auch viele Kosten. Investitionen in Maschinen, Rohstoffe, Produktion, Mitarbeiter oder andere Ausgaben können gerade zu Beginn wichtig, aber eben auch sehr teuer sein. Im Business Model Canvas stellt die Kostenstruktur deshalb einen wichtigen Aspekt dar, der möglichst vollständig erarbeitet werden sollte. Sonst drohen durch unerwartete Ausgaben böse Überraschungen.

4. Revenue Streams (Einnahmequellen)

Den Ausgaben gegenüber stehen die geplanten Einnahmequellen. Kurz gesagt: Womit wollen Sie Umsatz machen und Geld verdienen? Der Haupteinnahmefluss entsteht typischerweise durch den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen. Möglicherweise gibt es aber weitere Möglichkeiten, um zusätzliches Einkommen zu generieren. Abonnements, Lizenzen, Beratungen, Bereitstellung von Wissen, Produktionsstätten oder Immobilien…

5. Key Activities (Schlüsselaktivitäten)

Für dieses Element müssen Sie sich fragen: Was muss getan werden, um die definierte Value Proposition umzusetzen? Gemeint sind alle Tätigkeiten, die notwendig sind, um das Produkt oder den Service in der Form anzubieten, wie Sie es sich vorstellen.

6. Key Resources (Schlüsselressourcen)

Welche Ressourcen benötigen Sie für Ihr Geschäftsmodell, wie können Sie diese beschaffen und was ist dabei zu beachten? Das können Rohstoffe sein, aber auch ein Lager, ein Ladengeschäft, Kapital oder Personal mit Know How können Schlüsselressourcen sein.

7. Key Partners (Schlüsselpartner)

Ein junges Unternehmen kann viele wichtige Partner haben: Lieferanten mit besonders guten Konditionen, Dienstleister, um einige Aufgaben oder Bereiche auszulagern oder andere (Nicht-Konkurrenz-)Unternehmen, mit denen Sie eng zusammenarbeiten.

8. Customer Relationships (Kundenbeziehungen)

Die Customer Relationships, also die Kundenbeziehungen eines Unternehmens, sind ein wichtiger Erfolgsfaktor und gehören unbedingt in ein Business Model Canvas. Ein guter Service, ein freundlicher Umgang, schnelle und professionelle Lösungen von Problemen gehören dazu. Zufriedene Kunden kommen wieder und empfehlen weiter, schon im BMC sollte darauf eingegangen werden.

9. Channels (Vertriebs- und Kommunikationskanäle)

Wie wollen Sie Kunden auf sich aufmerksam machen? Wo und wie vertreiben Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung? Und wie wollen Sie mit Ihren Kunden kommunizieren? Es gibt verschiedene Kanäle, um die Sie sich bereits im Business Model Canvas kümmern sollten. Möglich sind etwa eine eigene Homepage sowie Social Media Kanäle oder eine App.

Business Model Canvas Vorlage

Sie wollen gleich loslegen und Ihre Geschäftsidee in einem BMC visualisieren? Dann nutzen Sie dafür unsere kostenlose Vorlage, die Sie sich als PDF-Datei herunterladen können:

Business Model Canvas Vorlage Pdf Download Template Beispiel

Tipps für das Business Model Canvas

  • Nutzen Sie Post Its
    Anhand von Vorlagen und Online-Tools lässt sich ein BMC schnell, einfach und digital erstellen. Wir empfehlen trotzdem: Nutzen Sie auch eine klassische Variante auf Papier oder einem Flipchart. Dort bringen Sie zu den jeweiligen Elementen Post Its an, um sie mit Inhalt zu füllen. Diese lassen sich leicht erweitern, verschieben oder auch wieder entfernen, wenn sich etwas ändert.
  • Entwickeln Sie das Business Model Canvas weiter
    Passend zum ersten Tipp gilt: Die erste Version Ihrer Leinwand zur Geschäftsidee sollte nicht abschließend sein. Sie befinden sich in einer frühen Phase der Gründung, mit einer Idee, die noch am Anfang steht. Entwickeln Sie diese durch die Methode weiter.
  • Verdeutlichen Sie Zusammenhänge
    Betrachten Sie die Elemente nicht einzeln und individuell. Es gibt viele wichtige Verbindungen, die Sie erkennen und verdeutlichen sollten: Etwa zwischen Kosten und Schlüsselressourcen, zwischen Wertversprechen und Schlüsselaktivitäten oder auch zwischen Kunden und Kanälen.
  • Entwickeln Sie daraus einen detaillierten Businessplan
    Das BMC ersetzt den Businessplan nicht, sondern kann seine Grundlage sein. Nutzen Sie alle gesammelten Informationen und Erkenntnisse, um daraus einen detaillierten Businessplan zu entwerfen. So haben Sie bereits ein besseres Verständnis der Idee und wichtiger Zusammenhänge. Das überzeugt am Ende auch Geschäftspartner oder Banken als Investoren.

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Peak Performer: 10 Merkmale + 4 Tipps, wie Sie einer werden https://karrierebibel.de/peak-performer/ Tue, 12 Jan 2021 07:00:11 +0000 Anja Rassek https://karrierebibel.de/?p=153567

Attraktiv, gut gelaunt, freundlich und erfolgreich: Peak Performer punkten scheinbar mühelos im Job ebenso wie im Privatleben. Der Anglizismus stammt ursprünglich aus dem Sport und beschreibt einen äußerlich sichtbaren Erfolg. Hinter diesem steckt eine bestimmte innere Haltung. Welche Merkmale diesen Super Achiever ausmachen und wie Sie einer werden…

Peak Performer Definition: Was verbirgt sich dahinter?

Ein Peak Performer ist ein Leistungsträger. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Spitzensport und beschreibt eine Person, die über den längsten Zeitraum die größtmögliche Wirkung erzielt. Entscheidend für die Peak Performance, also die Leistung, die diese Personen erbringen, ist die innere Einstellung. Niederlagen halten die solche Leute nicht dauerhaft davon ab, ein gestecktes Ziel zu erreichen. Und es kommen immer weitere dazu. Auch aus dem Spitzensport ist bekannt, wie Leute sich immer wieder anfeuern und gegenseitig unterstützen, um die Leistung zu steigern.

Was zeichnet Peak Performer aus?

Peak Performer leisten Außergewöhnliches und bieten dem Unternehmen einen echten Mehrwert. Sie wollen immer unter den Besten sein, egal ob beim Sport oder bei der Arbeit? Dann gehören Sie vermutlich bereits zu den Peak Performern. Das zeichnet Sie aus:

  1. Sie bearbeiten Hindernisse früh
    Komplexe Herausforderungen gehen Sie morgens früh an. Sie wissen, dass sich mit Aufschieben das Problem nicht löst und nutzen Ihre Konzentrationsfähigkeit, wenn sie am stärksten ist.
  2. Sie reflektieren Ihre Werte
    Maßgeblich sind bestimmte Werte und Visionen, die Sie vorab reflektiert und identifiziert haben. Sie wissen, was Ihnen wichtig ist und an welchem Punkt Sie sich befinden. Diese Werte und Prinzipien bestimmen Entscheidungen und Handeln eines Peak Performers.
  3. Sie besitzen einen Purpose
    Purpose ist ein weiterer Anglizismus, der für eine Mischung aus Sinnhaftigkeit und Aufgabe steht. Anders formuliert: Was treibt Sie persönlich an? Geht es für Sie um den Beruf, die Familie, bestimmte Hobbys oder die persönliche Entwicklung? Nur wem klar ist, für welchen Bereich diese Überzeugungen gelten, kann darin Peak Performer werden.
  4. Sie achten auf Ihr Tun
    Sie sind überzeugt von Ihrer Selbstwirksamkeit. Wie ein Spitzensportler, der eine neue Trainingsmethode ausprobiert, beobachten Peak Performer ihr eigenes Tun und hinterfragen es kritisch: An welcher Stelle hat mich dieses oder jenes Verhalten weitergebracht, an welcher war es hinderlich? Daraus ziehen Sie entsprechende Schlüsse und korrigieren mögliche Fehler.
  5. Sie bilden sich weiter
    Peak Performer bleiben in vielerlei Hinsicht flexibel. Was im Sport heißt, weiterhin zu trainieren, bedeutet auf die Karriere bezogen, sich weiterzubilden. Lebenslanges Lernen schließt alle Bereiche ein und stellt sicher, dass Sie sich neues Wissen erschließen und geistig flexibel bleiben. Dazu zählt auch Inspiration durch Vorbilder, von denen Sie noch lernen können.
  6. Sie lassen sich nicht unter Druck setzen
    Ob in sportlicher, privater oder beruflicher Hinsicht: Manche neigen dazu, solche Vorbilder auf ein Podest zu stellen. Sie wirken dadurch nahezu übermenschlich, ihre Peak Performance unerreichbar. Wer selbst Peak Performer sein will, lässt sich durch solche Vorbilder nicht übermäßig beeindrucken. Inspiration ist gut. Dennoch bleiben Leistungsträger bei sich und ihren individuellen Bedingungen.
  7. Sie arbeiten fokussiert
    Als Peak Performer verfügen Sie über Selbstkontrolle. Impulsen zu unangemessener Zeit können Sie widerstehen. Deshalb lassen Sie sich nicht durch Nachrichten am Handy oder Telefonklingeln aus der Konzentration bringen. Ihre Tagesstruktur ist organisiert, Ablenkungen durch Zeitfresser haben da keinen Platz.
  8. Sie können schnell umschalten
    Während Sie Ihre To-do-Liste abarbeiten, gehen Sie Punkt für Punkt vor. Vielleicht haben Sie zuvor gleichartige Aufgaben gebündelt. Oder Sie haben eine Prioritäten-Liste gemacht. Egal, wie verschieden Ihre Aufgaben sind: Peak Performer sind in der Lage, sich voll und ganz einer Aufgabe zu widmen. Ist diese erledigt, können sie innerhalb kurzer Zeit umschalten und sich gedanklich auf völlig andere Inhalte einlassen.
  9. Sie lieben Herausforderungen
    Andere mögen es lieber leicht und verzweifeln schnell bei Problemen – Peak Performer scheuen auch Mühen nicht. Die geistigen Schranken anderer machen Sie sich nicht zu eigen. Für Sie ist es eher noch Ansporn, wenn jemand etwas für unmöglich hält. Sie tüfteln gerne, holen noch das Letzte aus sich heraus um dann stolz präsentieren zu können: ging doch.
  10. Sie behalten die nötige Ruhe
    Peak Performer behalten auch ein stressigen Phasen die notwendige Ruhe. Sie wissen, dass alles andere die Lage verkomplizieren würde. Ohne die innere Ruhe entwickelt sich ein Tunnelblick und die Problemlösung dauert noch länger.

So werden Sie ein Peak Performer

Niemand wird als Peak Performer geboren. Wer aber wachsen möchte, indem er oder sie neue Fähigkeiten erwirbt, kann es werden. Dabei kommt es nicht auf einen bestimmten Bereich an. Entscheidend ist, dass Sie für sich das Beste in dem Bereich geben, der Ihnen wichtig ist. Die obigen Eigenschaften können Sie mit diesen vier Tipps fördern:

Entwickeln Sie einen Plan

Setzen Sie sich Ziele. Ohne Ziele plätschert jeder Tag dahin und Sie vergeuden Ihre Zeit. Am besten, Sie entwickeln diese Ziele mit der SMART-Methode, das heißt: Sie sollten spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminierbar sein. In dem Moment, wo Sie diese Ziele aufschreiben und konkretisieren, arbeiten Sie bereits an deren Umsetzung: Um 76 Prozent steigern Sie Ihre Erfolgschancen. Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihre Stärken, nicht auf die Schwächen. Das Erstgenannte bauen Sie aus – damit kompensieren Sie später die Schwächen.

Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit

Widmen Sie eine bestimmte Zeit am Tag – mindestens 15 Minuten – der Reflexion. In dieser Zeit schalten Sie alle Störungen von außen ab und überprüfen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind. Irrtümer und Rückschläge sind nicht tragisch. Ungünstig wäre, einen einmal eingeschlagenen Weg beizubehalten, obwohl er wenig erfolgversprechend ist. Wer stattdessen aus den Fehlern lernt, verbessert sich und seine Leistungen, erreicht also eher die Peak Performance.

Pflegen Sie ein lehrreiches Netzwerk

Viele erfolgreiche Menschen haben Mentoren. Als zukünftiger Peak Performer sollten Sie sich mit Menschen umgeben, die Sie weiterbringen. Was auf den ersten Blick opportunistisch klingt, bedeutet im Kern, sich von toxischen Menschen zu lösen. Denn „weiterbringen“ bedeutet auch, dass Sie von Freunden beispielsweise moralische Unterstützung, von Kollegen oder Vorbildern wertvollen Input erhalten.

Planen Sie Auszeiten ein

Egal, welches Projekt Sie angehen, sollten Sie immer auf einen Ausgleich zwischen Anstrengungen und Erholung achten. Auch Sportler haben Ruhephasen. Als Peak Performer können Sie nicht die volle Leistung erbringen, wenn selbst die Freizeit noch vollgepackt ist mit Lernen. Spaß und ausreichend Schlaf müssen immer gewährt sein, damit Sie in den Leistungsphasen wieder voll und ganz bei der Sache sind. Umgekehrt sollten Sie auch die Arbeit beiseite legen, wenn Wochenende angesagt ist.

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[Bildnachweis: FGC by Shutterstock.com]
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Attraktiv, gut gelaunt, freundlich und erfolgreich: Peak Performer punkten scheinbar mühelos im Job ebenso wie im Privatleben. Der Anglizismus stammt ursprünglich aus dem Sport und beschreibt einen äußerlich sichtbaren Erfolg. Hinter diesem steckt eine bestimmte innere Haltung. Welche Merkmale diesen Super Achiever ausmachen und wie Sie einer werden…

Peak Performer Definition: Was verbirgt sich dahinter?

Ein Peak Performer ist ein Leistungsträger. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem Spitzensport und beschreibt eine Person, die über den längsten Zeitraum die größtmögliche Wirkung erzielt. Entscheidend für die Peak Performance, also die Leistung, die diese Personen erbringen, ist die innere Einstellung. Niederlagen halten die solche Leute nicht dauerhaft davon ab, ein gestecktes Ziel zu erreichen. Und es kommen immer weitere dazu. Auch aus dem Spitzensport ist bekannt, wie Leute sich immer wieder anfeuern und gegenseitig unterstützen, um die Leistung zu steigern.

Was zeichnet Peak Performer aus?

Peak Performer leisten Außergewöhnliches und bieten dem Unternehmen einen echten Mehrwert. Sie wollen immer unter den Besten sein, egal ob beim Sport oder bei der Arbeit? Dann gehören Sie vermutlich bereits zu den Peak Performern. Das zeichnet Sie aus:

  1. Sie bearbeiten Hindernisse früh
    Komplexe Herausforderungen gehen Sie morgens früh an. Sie wissen, dass sich mit Aufschieben das Problem nicht löst und nutzen Ihre Konzentrationsfähigkeit, wenn sie am stärksten ist.
  2. Sie reflektieren Ihre Werte
    Maßgeblich sind bestimmte Werte und Visionen, die Sie vorab reflektiert und identifiziert haben. Sie wissen, was Ihnen wichtig ist und an welchem Punkt Sie sich befinden. Diese Werte und Prinzipien bestimmen Entscheidungen und Handeln eines Peak Performers.
  3. Sie besitzen einen Purpose
    Purpose ist ein weiterer Anglizismus, der für eine Mischung aus Sinnhaftigkeit und Aufgabe steht. Anders formuliert: Was treibt Sie persönlich an? Geht es für Sie um den Beruf, die Familie, bestimmte Hobbys oder die persönliche Entwicklung? Nur wem klar ist, für welchen Bereich diese Überzeugungen gelten, kann darin Peak Performer werden.
  4. Sie achten auf Ihr Tun
    Sie sind überzeugt von Ihrer Selbstwirksamkeit. Wie ein Spitzensportler, der eine neue Trainingsmethode ausprobiert, beobachten Peak Performer ihr eigenes Tun und hinterfragen es kritisch: An welcher Stelle hat mich dieses oder jenes Verhalten weitergebracht, an welcher war es hinderlich? Daraus ziehen Sie entsprechende Schlüsse und korrigieren mögliche Fehler.
  5. Sie bilden sich weiter
    Peak Performer bleiben in vielerlei Hinsicht flexibel. Was im Sport heißt, weiterhin zu trainieren, bedeutet auf die Karriere bezogen, sich weiterzubilden. Lebenslanges Lernen schließt alle Bereiche ein und stellt sicher, dass Sie sich neues Wissen erschließen und geistig flexibel bleiben. Dazu zählt auch Inspiration durch Vorbilder, von denen Sie noch lernen können.
  6. Sie lassen sich nicht unter Druck setzen
    Ob in sportlicher, privater oder beruflicher Hinsicht: Manche neigen dazu, solche Vorbilder auf ein Podest zu stellen. Sie wirken dadurch nahezu übermenschlich, ihre Peak Performance unerreichbar. Wer selbst Peak Performer sein will, lässt sich durch solche Vorbilder nicht übermäßig beeindrucken. Inspiration ist gut. Dennoch bleiben Leistungsträger bei sich und ihren individuellen Bedingungen.
  7. Sie arbeiten fokussiert
    Als Peak Performer verfügen Sie über Selbstkontrolle. Impulsen zu unangemessener Zeit können Sie widerstehen. Deshalb lassen Sie sich nicht durch Nachrichten am Handy oder Telefonklingeln aus der Konzentration bringen. Ihre Tagesstruktur ist organisiert, Ablenkungen durch Zeitfresser haben da keinen Platz.
  8. Sie können schnell umschalten
    Während Sie Ihre To-do-Liste abarbeiten, gehen Sie Punkt für Punkt vor. Vielleicht haben Sie zuvor gleichartige Aufgaben gebündelt. Oder Sie haben eine Prioritäten-Liste gemacht. Egal, wie verschieden Ihre Aufgaben sind: Peak Performer sind in der Lage, sich voll und ganz einer Aufgabe zu widmen. Ist diese erledigt, können sie innerhalb kurzer Zeit umschalten und sich gedanklich auf völlig andere Inhalte einlassen.
  9. Sie lieben Herausforderungen
    Andere mögen es lieber leicht und verzweifeln schnell bei Problemen – Peak Performer scheuen auch Mühen nicht. Die geistigen Schranken anderer machen Sie sich nicht zu eigen. Für Sie ist es eher noch Ansporn, wenn jemand etwas für unmöglich hält. Sie tüfteln gerne, holen noch das Letzte aus sich heraus um dann stolz präsentieren zu können: ging doch.
  10. Sie behalten die nötige Ruhe
    Peak Performer behalten auch ein stressigen Phasen die notwendige Ruhe. Sie wissen, dass alles andere die Lage verkomplizieren würde. Ohne die innere Ruhe entwickelt sich ein Tunnelblick und die Problemlösung dauert noch länger.

So werden Sie ein Peak Performer

Niemand wird als Peak Performer geboren. Wer aber wachsen möchte, indem er oder sie neue Fähigkeiten erwirbt, kann es werden. Dabei kommt es nicht auf einen bestimmten Bereich an. Entscheidend ist, dass Sie für sich das Beste in dem Bereich geben, der Ihnen wichtig ist. Die obigen Eigenschaften können Sie mit diesen vier Tipps fördern:

Entwickeln Sie einen Plan

Setzen Sie sich Ziele. Ohne Ziele plätschert jeder Tag dahin und Sie vergeuden Ihre Zeit. Am besten, Sie entwickeln diese Ziele mit der SMART-Methode, das heißt: Sie sollten spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminierbar sein. In dem Moment, wo Sie diese Ziele aufschreiben und konkretisieren, arbeiten Sie bereits an deren Umsetzung: Um 76 Prozent steigern Sie Ihre Erfolgschancen. Konzentrieren Sie sich dabei auf Ihre Stärken, nicht auf die Schwächen. Das Erstgenannte bauen Sie aus – damit kompensieren Sie später die Schwächen.

Nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit

Widmen Sie eine bestimmte Zeit am Tag – mindestens 15 Minuten – der Reflexion. In dieser Zeit schalten Sie alle Störungen von außen ab und überprüfen, ob Sie auf dem richtigen Weg sind. Irrtümer und Rückschläge sind nicht tragisch. Ungünstig wäre, einen einmal eingeschlagenen Weg beizubehalten, obwohl er wenig erfolgversprechend ist. Wer stattdessen aus den Fehlern lernt, verbessert sich und seine Leistungen, erreicht also eher die Peak Performance.

Pflegen Sie ein lehrreiches Netzwerk

Viele erfolgreiche Menschen haben Mentoren. Als zukünftiger Peak Performer sollten Sie sich mit Menschen umgeben, die Sie weiterbringen. Was auf den ersten Blick opportunistisch klingt, bedeutet im Kern, sich von toxischen Menschen zu lösen. Denn „weiterbringen“ bedeutet auch, dass Sie von Freunden beispielsweise moralische Unterstützung, von Kollegen oder Vorbildern wertvollen Input erhalten.

Planen Sie Auszeiten ein

Egal, welches Projekt Sie angehen, sollten Sie immer auf einen Ausgleich zwischen Anstrengungen und Erholung achten. Auch Sportler haben Ruhephasen. Als Peak Performer können Sie nicht die volle Leistung erbringen, wenn selbst die Freizeit noch vollgepackt ist mit Lernen. Spaß und ausreichend Schlaf müssen immer gewährt sein, damit Sie in den Leistungsphasen wieder voll und ganz bei der Sache sind. Umgekehrt sollten Sie auch die Arbeit beiseite legen, wenn Wochenende angesagt ist.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Personenbedingte Kündigung: Voraussetzungen, Gründe + Vorlage https://karrierebibel.de/personenbedingte-kuendigung/ Mon, 11 Jan 2021 16:00:53 +0000 Jochen Mai https://karrierebibel.de/?p=75578

Die personenbedingte Kündigung ist nur wirksam, wenn ein „wichtiger“ Kündigungsgrund vorliegt, der in der Person des Mitarbeiters liegt. Generell handelt es sich dabei um den Verlust erforderlicher Eignungen sowie körperlicher oder fachlicher Fähigkeiten. Meist aufgrund einer dauerhaften, chronischen Krankheit. Kurz: Der Arbeitnehmer will zwar arbeiten, kann es aber nicht (mehr). Für eine solche Kündigung gibt es hohe Auflagen und strenge Voraussetzungen. Wir zeigen, wann eine personenbedingte Kündigung zulässig ist, was personenbedingte Gründe sind und wie Sie sich wehren können…

Personenbedingten Kündigung Definition

Bei der personenbedingten Kündigung liegt der Kündigungsgrund in der Person des Arbeitnehmers. Er hat sich also nicht falsch verhalten oder will nicht arbeiten (siehe: verhaltensbedingte Kündigung). Vielmehr KANN er seine arbeitsvertraglich geschuldete Leistung langfristig oder dauerhaft nicht mehr erbringen (§ 1 Abs. 2 Kündigungsschutzgesetz). Im Arbeitsrecht wird dabei zwischen objektiven und subjektiven Leistungsmängeln unterschieden.

Typische personenbedingte Kündigungsgründe

Personenbedingte Kündigungen haben fast immer eine Vorgeschichte und kommen nicht überraschend. Typische personenbedingte Kündigungsgründe sind:

  • Objektive Leistungsmängel
    Unfall, Amputation, längere oder wiederholte Krankheit, Entzug der Fahrerlaubnis, keine Arbeitserlaubnis, mangelnde Sprachkenntnisse, Verlust der beruflichen Zulassung (z.B. Approbation bei Ärzten), keine persönliche oder fachliche Eignung, Untersuchungshaft beziehungsweise Haftstrafe im Gefängnis.
  • Subjektive Leistungsmängel

  • Unüberwindbare Glaubensbarrieren, erhebliche Lohnpfändungen.

Personenbedingte Kündigungen sind selten. Nur knapp drei Prozent der Arbeitnehmer verlieren so ihren Job. Der häufigste Kündigungsgrund darunter ist die krankheitsbedingte Kündigung. Eine wesentliche Voraussetzung ist aber, dass der Kündigungsschutz überhaupt anwendbar ist. Das ist der Fall, wenn ein Betrieb regelmäßig mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt und der Mitarbeiter länger als sechs Monate beschäftigt war.

Die Kündigungsart selbst zählt zur Gruppe der ordentlichen Kündigungen – wie die betriebsbedingte Kündigung. Heißt: Der Arbeitgeber muss dabei gesetzliche (und vertragliche) Kündigungsfristen einhalten und einen zulässigen Kündigungsgrund nennen und nachweisen. Andernfalls ist die Kündigung unwirksam.

Ordentliche Kuendigung Formen Statistik Grafik

Voraussetzungen und Schema einer personenbedingten Kündigung

Ein Arbeitgeber darf personenbedingt kündigen, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind. Liegt nur eine davon nicht vor, ist unzulässig oder kann diese vor dem Arbeitsgericht nicht glaubwürdig belegt werden, ist die Kündigung insgesamt unwirksam. Die Prüfung einer personenbedingten Kündigung verläuft daher nach folgendem Schema:

1. Negative Prognose

Wichtigstes Kriterium für eine personenbedingte Kündigung ist die sogenannte Negativprognose. Bedeutet: Die Beeinträchtigung der Arbeitsleistung ist nicht nur vorübergehend. Stattdessen ist auch in Zukunft keine (gesundheitliche) Besserung zu erwarten, sodass der Mitarbeiter (voraussichtlich) nicht in der Lage ist, seinen Pflichten nachzukommen. Von einer negativen Prognose gehen Juristen aus, wenn der Arbeitnehmer voraussichtlich bis zu 20 Prozent der jährlichen Arbeitstage fehlen wird.

2. Interessenbeeinträchtigung

Die betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers müssen durch den Ausfall des Mitarbeiters „erheblich“ beeinträchtigt sein. Eine solche Interessenbeeinträchtigung kann zum Beispiel gegeben sein, wenn der Betriebsablauf massiv gestört wird, weil die fehlende Leistung nicht ausgeglichen werden kann. Etwa bei Fachspezialisten. Auch wenn dem Unternehmen deutliche finanzielle Belastungen entstehen, kann das die wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigen.

3. Verhältnismäßigkeit

Grundsätzlich ist die Kündigung das letzte Mittel – die „ultima ratio“. Der Arbeitgeber muss daher zuvor prüfen, ob es nicht auch mildere Mittel oder eine Möglichkeit zur Weiterbeschäftigung gibt. Zum Beispiel eine Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz, der den Eignungen entspricht oder eine Weiterbildung und Umschulung. Erst wenn alle milderen Mittel und Alternativen ausgeschlossen werden können und die Kündigung unvermeidbar ist, kann eine personenbedingte Kündigung gerechtfertigt sein.

4. Interessenabwägung

Bei der personenbedingten Kündigung muss das Interesse des Arbeitgebers an der Entlassung das Interesse des Arbeitnehmers an der Weiterbeschäftigung überwiegen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Kosten für eine Umrüstung des Arbeitsplatzes unwirtschaftlich oder der Ausfall zu lange dauert. Allerdings sind dabei auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Alter sowie soziale Härten (Kinder, Unterhaltspflichten) zu beachten.

Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser laut § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ebenfalls vor der Kündigung unterrichtet und angehört werden. Er kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Kündigung unwirksam.

Ist eine Abmahnung vor der Kündi­gung erforderlich?

Im Fall einer personenbedingten Kündigung ist keine vorherige Abmahnung erforderlich. Der Arbeitnehmer verletzt seine Leistungspflicht schließlich nicht vorsätzlich oder schuldhaft, wenn er einen Unfall hat oder seinen Glauben wechselt. Es liegt also keine direkte Verfehlung vor, die ihm vorzuwerfen oder abzumahnen wäre. Etwas anderes kann aber gelten, wenn der Arbeitnehmer beispielsweise therapieunwillig ist oder seine Fahrerlaubnis aufgrund von Alkoholismus verliert und die Krankheit dem Arbeitgeber bekannt war.

Fristen bei personenbedingter Kündigung

Auch bei der personenbedingten Kündigung gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Zudem können längere Fristen im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbart sein. Nach § 622 BGB Abs. 2 verlängern sich die gesetzlichen Fristen mit der Dauer der Beschäftigung des Mitarbeiters. Die maximale Kündigungsfrist für Arbeitgeber beträgt sieben Monate (nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit):

Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

Personenbedingte Kündigung wegen Krankheit?

Wegen einer Erkältung oder Grippe kann niemand gefeuert werden. Damit die Kündigungen wegen Krankheit zulässig ist, muss es sich um eine andauernde Arbeitsunfähigkeit handeln. Häufig handelt es sich dabei um chronische Leiden, Langzeiterkrankungen, Unfallschäden und schwere Behinderungen. Allerdings sind laut Bundesarbeitsgericht auch Entlassungen aufgrund häufiger Kurzerkrankungen in den vergangenen drei Jahren möglich. Auch hierbei müssen die genannten vier Voraussetzungen erfüllt sein.

Personenbedingte Kündigung wegen Schlechtleistung?

Es ist ein Irrtum, anhaltende Schlechtleistung sei ein Grund für eine personenbedingte Kündigung. Mit Minderleistung oder Low Performern hat die Kündigungsform wenig zu tun. Selbst langfristigen Low Performern kann der Arbeitgeber nicht ohne Weiteres kündigen. Grundsätzlich ist bei der personenbedingten Kündigung zwischen Können und Wollen zu unterscheiden. Der Mitarbeiter muss hierzu seine Leistung nicht mehr erbringen KÖNNEN – und zwar aufgrund fehlender Eignung oder dem Verlust entsprechender (körperlicher) Fähigkeiten. Erst wenn die Arbeitsleistung ein unzumutbarer Maß unterschreitet, kann es zu einer personenbezogenen Kündigung kommen (BAG, Az. 2 AZR 386/03).

Personenbedingte Kündigung Muster

Für die Wirksamkeit der personenbedingten Kündigung müssen nicht nur die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sein. Jedes Kündigungsschreiben bedarf zudem der Schriftlichkeit und eigenhändigen Unterschrift. Heißt: Mündliche Kündigungen oder solche per Mail, Messenger oder Fax sind unwirksam.

Das folgende Muster einer personenbedingten Kündigung können Sie gleich hier online und im Browser editieren, individuell anpassen und kopieren. Dazu einfach auf den Kasten klicken.


Fantasie GmbH
Hauptstraße 1
12345 Neustadt

Max Mustermann
Bahnhofstraße 5
12345 Neustadt
Neustadt, TT.MM.JJJJ

Kündigung des Arbeitsverhältnisses
Sehr geehrter Herr Mustermann,

hiermit kündigen wir den mit Ihnen am TT.MM.JJJJ geschlossenen Arbeitsvertrag fristgerecht zum TT.MM.JJJJ aus personenbedingten Gründen. Leider ist auch für die Zukunft keine Verbesserung Ihrer gesundheitlichen Situation zu erwarten, durch die die aktuelle Störung im Betriebsablauf reduziert werden könnte.

Den Betriebsrat haben wir über diese Entscheidung informiert und die Zustimmung erhalten. Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute, bedanken uns für die bisherige gute Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen
(Eigenhändige Unterschrift)



Die Vorlage können Sie sich zusätzlich kostenlos als PDF oder Word-Datei herunterladen.

Personenbedingte Kündigung erhalten: Wie reagieren?

Jede Kündigung ist zunächst ein Schock. Trotzdem müssen Sie diese nicht akzeptieren. Prüfen Sie zuerst, ob das Kündigungsschreiben formal korrekt ist und die genannten Gründe eine personenbedingte Kündigung rechtfertigen. Falls nicht, können Sie beim Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Die Klage muss nach § 4 Satz 1 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Am besten über einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung als wirksam – sogar wenn sie das zuvor formal nicht war (§ 7 KSchG).

Achtung: Der gesetzliche Kündigungsschutz beginnt erst, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate bestanden hat (sogenannte „Wartezeit“). Davor – meist in der Probezeit – können beide Seiten ohne Angabe von Gründen und binnen zwei Wochen kündigen.

Was passiert mit dem Arbeitslosengeld?

Wer personenbedingt gekündigt wurde, muss in der Regel keine Sperrfrist beim Arbeitslosengeld befürchten. Die bis zu 3-monatige ALG-Sperre ist nach § 159 SGB III nur erlaubt, wenn sich der Arbeitnehmer „versicherungswidrig“ verhält. Bei der personenbedingten Kündigung ist den Mitarbeitern aber meist kein Verschulden vorzuwerfen.

Umso wichtiger ist, dass Sie sich sofort nach Erhalt der Kündigung bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden. Nur so sichern Sie rechtzeitig den vollen Anspruch auf das Arbeitslosengeld und riskieren keine Leistungskürzungen.

Erhalte ich eine Abfindung?

Bei einer Kündigung hoffen viele Arbeitnehmer auf eine Abfindung, um die finanziellen Folgen des Jobverlusts zu verringern. Dabei handelt es sich aber um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht nicht. Allenfalls bei einer betriebsbedingten Kündigung oder einer entsprechenden Betriebsvereinbarung bestehen Chancen. Ansonsten bleibt die Abfindung reine Verhandlungssache.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Die personenbedingte Kündigung ist nur wirksam, wenn ein „wichtiger“ Kündigungsgrund vorliegt, der in der Person des Mitarbeiters liegt. Generell handelt es sich dabei um den Verlust erforderlicher Eignungen sowie körperlicher oder fachlicher Fähigkeiten. Meist aufgrund einer dauerhaften, chronischen Krankheit. Kurz: Der Arbeitnehmer will zwar arbeiten, kann es aber nicht (mehr). Für eine solche Kündigung gibt es hohe Auflagen und strenge Voraussetzungen. Wir zeigen, wann eine personenbedingte Kündigung zulässig ist, was personenbedingte Gründe sind und wie Sie sich wehren können…

Personenbedingten Kündigung Definition

Bei der personenbedingten Kündigung liegt der Kündigungsgrund in der Person des Arbeitnehmers. Er hat sich also nicht falsch verhalten oder will nicht arbeiten (siehe: verhaltensbedingte Kündigung). Vielmehr KANN er seine arbeitsvertraglich geschuldete Leistung langfristig oder dauerhaft nicht mehr erbringen (§ 1 Abs. 2 Kündigungsschutzgesetz). Im Arbeitsrecht wird dabei zwischen objektiven und subjektiven Leistungsmängeln unterschieden.

Typische personenbedingte Kündigungsgründe

Personenbedingte Kündigungen haben fast immer eine Vorgeschichte und kommen nicht überraschend. Typische personenbedingte Kündigungsgründe sind:

  • Objektive Leistungsmängel
    Unfall, Amputation, längere oder wiederholte Krankheit, Entzug der Fahrerlaubnis, keine Arbeitserlaubnis, mangelnde Sprachkenntnisse, Verlust der beruflichen Zulassung (z.B. Approbation bei Ärzten), keine persönliche oder fachliche Eignung, Untersuchungshaft beziehungsweise Haftstrafe im Gefängnis.
  • Subjektive Leistungsmängel

  • Unüberwindbare Glaubensbarrieren, erhebliche Lohnpfändungen.

Personenbedingte Kündigungen sind selten. Nur knapp drei Prozent der Arbeitnehmer verlieren so ihren Job. Der häufigste Kündigungsgrund darunter ist die krankheitsbedingte Kündigung. Eine wesentliche Voraussetzung ist aber, dass der Kündigungsschutz überhaupt anwendbar ist. Das ist der Fall, wenn ein Betrieb regelmäßig mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt und der Mitarbeiter länger als sechs Monate beschäftigt war.

Die Kündigungsart selbst zählt zur Gruppe der ordentlichen Kündigungen – wie die betriebsbedingte Kündigung. Heißt: Der Arbeitgeber muss dabei gesetzliche (und vertragliche) Kündigungsfristen einhalten und einen zulässigen Kündigungsgrund nennen und nachweisen. Andernfalls ist die Kündigung unwirksam.

Ordentliche Kuendigung Formen Statistik Grafik

Voraussetzungen und Schema einer personenbedingten Kündigung

Ein Arbeitgeber darf personenbedingt kündigen, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind. Liegt nur eine davon nicht vor, ist unzulässig oder kann diese vor dem Arbeitsgericht nicht glaubwürdig belegt werden, ist die Kündigung insgesamt unwirksam. Die Prüfung einer personenbedingten Kündigung verläuft daher nach folgendem Schema:

1. Negative Prognose

Wichtigstes Kriterium für eine personenbedingte Kündigung ist die sogenannte Negativprognose. Bedeutet: Die Beeinträchtigung der Arbeitsleistung ist nicht nur vorübergehend. Stattdessen ist auch in Zukunft keine (gesundheitliche) Besserung zu erwarten, sodass der Mitarbeiter (voraussichtlich) nicht in der Lage ist, seinen Pflichten nachzukommen. Von einer negativen Prognose gehen Juristen aus, wenn der Arbeitnehmer voraussichtlich bis zu 20 Prozent der jährlichen Arbeitstage fehlen wird.

2. Interessenbeeinträchtigung

Die betrieblichen oder wirtschaftlichen Interessen des Arbeitgebers müssen durch den Ausfall des Mitarbeiters „erheblich“ beeinträchtigt sein. Eine solche Interessenbeeinträchtigung kann zum Beispiel gegeben sein, wenn der Betriebsablauf massiv gestört wird, weil die fehlende Leistung nicht ausgeglichen werden kann. Etwa bei Fachspezialisten. Auch wenn dem Unternehmen deutliche finanzielle Belastungen entstehen, kann das die wirtschaftlichen Interessen beeinträchtigen.

3. Verhältnismäßigkeit

Grundsätzlich ist die Kündigung das letzte Mittel – die „ultima ratio“. Der Arbeitgeber muss daher zuvor prüfen, ob es nicht auch mildere Mittel oder eine Möglichkeit zur Weiterbeschäftigung gibt. Zum Beispiel eine Versetzung auf einen anderen Arbeitsplatz, der den Eignungen entspricht oder eine Weiterbildung und Umschulung. Erst wenn alle milderen Mittel und Alternativen ausgeschlossen werden können und die Kündigung unvermeidbar ist, kann eine personenbedingte Kündigung gerechtfertigt sein.

4. Interessenabwägung

Bei der personenbedingten Kündigung muss das Interesse des Arbeitgebers an der Entlassung das Interesse des Arbeitnehmers an der Weiterbeschäftigung überwiegen. Das ist beispielsweise der Fall, wenn die Kosten für eine Umrüstung des Arbeitsplatzes unwirtschaftlich oder der Ausfall zu lange dauert. Allerdings sind dabei auch die Dauer der Betriebszugehörigkeit, das Alter sowie soziale Härten (Kinder, Unterhaltspflichten) zu beachten.

Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser laut § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) ebenfalls vor der Kündigung unterrichtet und angehört werden. Er kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Kündigung unwirksam.

Ist eine Abmahnung vor der Kündi­gung erforderlich?

Im Fall einer personenbedingten Kündigung ist keine vorherige Abmahnung erforderlich. Der Arbeitnehmer verletzt seine Leistungspflicht schließlich nicht vorsätzlich oder schuldhaft, wenn er einen Unfall hat oder seinen Glauben wechselt. Es liegt also keine direkte Verfehlung vor, die ihm vorzuwerfen oder abzumahnen wäre. Etwas anderes kann aber gelten, wenn der Arbeitnehmer beispielsweise therapieunwillig ist oder seine Fahrerlaubnis aufgrund von Alkoholismus verliert und die Krankheit dem Arbeitgeber bekannt war.

Fristen bei personenbedingter Kündigung

Auch bei der personenbedingten Kündigung gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen. Zudem können längere Fristen im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbart sein. Nach § 622 BGB Abs. 2 verlängern sich die gesetzlichen Fristen mit der Dauer der Beschäftigung des Mitarbeiters. Die maximale Kündigungsfrist für Arbeitgeber beträgt sieben Monate (nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit):

Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

Personenbedingte Kündigung wegen Krankheit?

Wegen einer Erkältung oder Grippe kann niemand gefeuert werden. Damit die Kündigungen wegen Krankheit zulässig ist, muss es sich um eine andauernde Arbeitsunfähigkeit handeln. Häufig handelt es sich dabei um chronische Leiden, Langzeiterkrankungen, Unfallschäden und schwere Behinderungen. Allerdings sind laut Bundesarbeitsgericht auch Entlassungen aufgrund häufiger Kurzerkrankungen in den vergangenen drei Jahren möglich. Auch hierbei müssen die genannten vier Voraussetzungen erfüllt sein.

Personenbedingte Kündigung wegen Schlechtleistung?

Es ist ein Irrtum, anhaltende Schlechtleistung sei ein Grund für eine personenbedingte Kündigung. Mit Minderleistung oder Low Performern hat die Kündigungsform wenig zu tun. Selbst langfristigen Low Performern kann der Arbeitgeber nicht ohne Weiteres kündigen. Grundsätzlich ist bei der personenbedingten Kündigung zwischen Können und Wollen zu unterscheiden. Der Mitarbeiter muss hierzu seine Leistung nicht mehr erbringen KÖNNEN – und zwar aufgrund fehlender Eignung oder dem Verlust entsprechender (körperlicher) Fähigkeiten. Erst wenn die Arbeitsleistung ein unzumutbarer Maß unterschreitet, kann es zu einer personenbezogenen Kündigung kommen (BAG, Az. 2 AZR 386/03).

Personenbedingte Kündigung Muster

Für die Wirksamkeit der personenbedingten Kündigung müssen nicht nur die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sein. Jedes Kündigungsschreiben bedarf zudem der Schriftlichkeit und eigenhändigen Unterschrift. Heißt: Mündliche Kündigungen oder solche per Mail, Messenger oder Fax sind unwirksam.

Das folgende Muster einer personenbedingten Kündigung können Sie gleich hier online und im Browser editieren, individuell anpassen und kopieren. Dazu einfach auf den Kasten klicken.


Fantasie GmbH
Hauptstraße 1
12345 Neustadt

Max Mustermann
Bahnhofstraße 5
12345 Neustadt
Neustadt, TT.MM.JJJJ

Kündigung des Arbeitsverhältnisses
Sehr geehrter Herr Mustermann,

hiermit kündigen wir den mit Ihnen am TT.MM.JJJJ geschlossenen Arbeitsvertrag fristgerecht zum TT.MM.JJJJ aus personenbedingten Gründen. Leider ist auch für die Zukunft keine Verbesserung Ihrer gesundheitlichen Situation zu erwarten, durch die die aktuelle Störung im Betriebsablauf reduziert werden könnte.

Den Betriebsrat haben wir über diese Entscheidung informiert und die Zustimmung erhalten. Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute, bedanken uns für die bisherige gute Zusammenarbeit.

Mit freundlichen Grüßen
(Eigenhändige Unterschrift)



Die Vorlage können Sie sich zusätzlich kostenlos als PDF oder Word-Datei herunterladen.

Personenbedingte Kündigung erhalten: Wie reagieren?

Jede Kündigung ist zunächst ein Schock. Trotzdem müssen Sie diese nicht akzeptieren. Prüfen Sie zuerst, ob das Kündigungsschreiben formal korrekt ist und die genannten Gründe eine personenbedingte Kündigung rechtfertigen. Falls nicht, können Sie beim Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Die Klage muss nach § 4 Satz 1 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Am besten über einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung als wirksam – sogar wenn sie das zuvor formal nicht war (§ 7 KSchG).

Achtung: Der gesetzliche Kündigungsschutz beginnt erst, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate bestanden hat (sogenannte „Wartezeit“). Davor – meist in der Probezeit – können beide Seiten ohne Angabe von Gründen und binnen zwei Wochen kündigen.

Was passiert mit dem Arbeitslosengeld?

Wer personenbedingt gekündigt wurde, muss in der Regel keine Sperrfrist beim Arbeitslosengeld befürchten. Die bis zu 3-monatige ALG-Sperre ist nach § 159 SGB III nur erlaubt, wenn sich der Arbeitnehmer „versicherungswidrig“ verhält. Bei der personenbedingten Kündigung ist den Mitarbeitern aber meist kein Verschulden vorzuwerfen.

Umso wichtiger ist, dass Sie sich sofort nach Erhalt der Kündigung bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden. Nur so sichern Sie rechtzeitig den vollen Anspruch auf das Arbeitslosengeld und riskieren keine Leistungskürzungen.

Erhalte ich eine Abfindung?

Bei einer Kündigung hoffen viele Arbeitnehmer auf eine Abfindung, um die finanziellen Folgen des Jobverlusts zu verringern. Dabei handelt es sich aber um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht nicht. Allenfalls bei einer betriebsbedingten Kündigung oder einer entsprechenden Betriebsvereinbarung bestehen Chancen. Ansonsten bleibt die Abfindung reine Verhandlungssache.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Verhaltensbedingte Kündigung: Voraussetzungen, Fristen, Folgen https://karrierebibel.de/verhaltensbedingte-kuendigung/ Mon, 11 Jan 2021 12:00:36 +0000 Jochen Mai https://karrierebibel.de/?p=75315

Verstößt der Arbeitnehmer gegen seine Pflichten im Arbeitsverhältnis oder begeht er einen schweren Vertrauensbruch, kann der Arbeitgeber ihm verhaltensbedingt kündigen. Typische Gründe sind regelmäßige Verspätung, Arbeitsverweigerung, Beleidigung oder Diebstahl. Die verhaltensbedingte Kündigung muss allerdings zahlreiche Voraussetzungen erfüllen, um rechtswirksam zu sein. Wir zeigen, welche Kündigungsgründe zulässig sind, welche Fristen eingehalten werden müssen und wie Sie sich gegen eine verhaltensbedingte Kündigung wehren können…

Was ist eine verhaltensbedingte Kündigung?

Eine verhaltensbedingte Kündigung ist nur bei schwerem Fehlverhalten des Arbeitnehmers zulässig. Dazu zählen im Wesentlichen drei Bereiche:

  • Störungen im Leistungsbereich (schwerer Pflichtverstoß, vertragswidriges Verhalten)
  • Störungen im Vertrauensbereich (Vertrauensbruch, z.B. Diebstahl, Arbeitszeitbetrug, Spesenbetrug)
  • Störungen des Betriebsfriedens

Es muss sich dabei um ein steuerbares Verhalten handeln. Bedeutet: Der Mitarbeiter hat sich willentlich gegen die Erfüllung seiner Vertragspflichten entschieden. Das Fehlverhalten kann ihm deshalb vorgeworfen werden. Auf die Kündigung wegen Krankheit trifft das übrigens nicht zu, weil es dabei kein schuldhaftes Verhalten gibt.

Kündigungsarten

Rund jeder vierte Arbeitnehmer (24,4 Prozent) verliert seinen Job aufgrund eines Fehlverhaltens. Die verhaltensbedingte Kündigung ist damit der zweithäufigste Kündigungsgrund. Die Kündigungsform selbst zählt zur Gruppe der ordentlichen Kündigungen – wie die betriebsbedingte oder personenbedingte Kündigung. Heißt: Der Arbeitgeber muss dabei gesetzliche (und vertragliche) Kündigungsfristen einhalten und einen zulässigen Kündigungsgrund nachweisen. Andernfalls ist der Rauswurf unwirksam.

Kuendiungsarten Ordentliche Ausserordentliche Kuendigung

Verhaltensbedingte Kündigung ohne Abmahnung möglich?

Damit die verhaltensbedingte Kündigung wirksam ist, muss das Verhalten zuvor vom Arbeitgeber abgemahnt werden (LAG Hamm, Az. 7 Sa 2/12). Dem Mitarbeiter soll damit eine Chance gegeben werden, sein Fehlverhalten und die Missbilligung des Chef zu erkennen und sein Handeln zu korrigieren. Im Gegensatz zur Kündigung kann der Arbeitgeber die Abmahnung übrigens „nur“ mündlich aussprechen. Und: Keine Regel ohne Ausnahmen.

Eine Verhaltensbedingte Kündigung ist auch ohne Abmahnung möglich. Laut Bundesarbeitsgericht kann auf die Abmahnung verzichtet werden, wenn…

  • es sich um eine besonders schwere Pflichtverletzung (Sorgfalts- und Loyalitätspflichten) und Störungen im Vertrauensbereich handelt.
  • davon auszugehen ist, dass der Mitarbeiter auch nach der Abmahnung sein Verhalten nicht ändert.

In beiden Fällen sei es dem Arbeitgeber nicht zuzumuten, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen. Die Konsequenz daraus ist, dass aus der verhaltensbedingten Kündigung zugleich eine fristlose Kündigung wird.

Zulässige Kündigungsgründe und KSchG

Beschäftigt das Unternehmen regelmäßig mehr als zehn Mitarbeiter, gilt der gesetzliche Kündigungsschutz. Nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) dürfen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern dann nicht mehr grundlos kündigen, sondern müssen den Kündigungsgrund nennen und im Zweifel vor Gericht belegen können. Wie oben erwähnt, werden bei den zulässigen Kündigungsgründen drei Bereiche unterschieden:

1. Kündigung wegen Arbeitspflichtverletzungen (Leistungsbereich)

In dem Fall hat der Arbeitnehmer mit seinem Verhalten seine Haupt- oder Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag verletzt oder nicht ordentlich gearbeitet, obwohl er könnte. Beispiele:

  • Arbeitsverweigerung (Nichtleistung oder Ignorieren von Anweisungen, LAG Hamm, Az. 7 Sa 2/12)
  • Zuspätkommen oder zu früh gehen (regelmäßig), unentschuldigtes Fehlen (BAG, Az. 2 AZR 604/90)
  • Minusstunden (Ansammeln zu vieler, LAG Mecklenburg-Vorpommern, Az. 5 Sa 219/14)
  • Minderleistung (schlampiges, fehlerhaftes oder zu langsames Arbeiten)
  • Privatnutzung von Internet, Diensthandy oder E-Mail (BAG, Az. 2 AZR 581/04)
  • Tätlichkeiten gegenüber Vorgesetzten oder Kollegen (LAG Mainz, Az. 5 Sa 433/13)
  • Üble Nachrede und Rufschädigung des Arbeitgebers
  • Selbstbeurlaubung (Urlaub machen oder verlängern ohne Genehmigung)

2. Kündigung wegen Vertrauensbruchs (Vertrauensbereich)

Hierbei zerstört der Arbeitnehmer mit seinem Verhalten die erforderliche Vertrauensbasis für die Zusammenarbeit und das Arbeitsverhältnis. Der Arbeitgeber kann grundsätzlich Loyalität und Ehrlichkeit erwarten. Ist das Vertrauen zerstört, ist sogar eine außerordentliche Kündigung (fristlos) möglich. Beispiele:

  • Arbeitszeitbetrug (z.B. Erledigung privater Angelegenheiten während der Arbeitszeit)
  • Beleidigung von Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden
  • Diebstahl (Egal, ob Brötchen oder Büroklammer, BAG, Az. 2 AZR 541/09)
  • Betrug (Buddy Punching, Spesenbetrug, Unterschlagung)
  • Krankfeiern (auch nur die Ankündigung! BAG, Az. 2 AZR 251/07)
  • Konkurrenztätigkeit (für einen Wettbewerber zum Nachteil des Arbeitgebers, LAG Hessen, Az. 21 Sa 850/12)
  • Betriebsspionage (Weitergabe von Betriebsgeheimnissen)

3. Kündigung wegen Störungen der betrieblichen Ordnung

In diesen Fällen beeinträchtigt das Fehlverhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden massiv und nachhaltig den Betriebsfrieden. Beispiele:

  • Sexuelle Belästigung (BAG, Az. 2 AZR 323/10)
  • Mobbing und Bossing (LAG Sachsen-Anhalt, Az. 9 Sa 473/99)
  • Alkoholkonsum am Arbeitsplatz trotz Alkoholverbots (BAG, Az. 2 AZR 649/94)
  • Rauchen trotz Rauchverbots
  • Drogenmissbrauch (oder Drogenhandel)
  • Verstoß gegen Sicherheitsbestimmungen (und Gefährdung anderer)
  • Verstoß gegen Compliance-Vorgaben

Voraussetzungen für eine verhaltensbedingte Kündigung

Für die Wirksamkeit einer verhaltensbedingten Kündigung müssen nicht nur anerkannte Gründe vorliegen, sondern zugleich mehrere Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt sein:

  • Vertragsverletzung

    Der Arbeitnehmer hat seine vertraglich vereinbarten Leistungen nicht erbracht oder ist dem Direktionsrecht des Arbeitgebers nicht nachgekommen, obwohl die Möglichkeit dazu bestanden hat.

  • Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes

    Der gesetzliche Kündigungsschutz beginnt erst, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate bestanden hat (sogenannte „Wartezeit“). Davor – meist in der Probezeit – können beide Seiten ohne Angabe von Gründen und binnen zwei Wochen kündigen.

  • Verhältnismäßigkeit

    Grundsätzlich ist die Kündigung das letzte Mittel – die „ultima ratio“. Der Arbeitgeber muss zuvor aber prüfen, ob es nicht auch mildere Mittel der Sanktionierung gibt: Ermahnung oder Abmahnung, Versetzung oder Änderungskündigung. Erst wenn alle Alternativen ausgeschlossen werden können, ist eine verhaltensbedingte Kündigung möglich.

  • Interessenabwägung

    Bei der verhaltensbedingten Kündigung muss das Interesse des Arbeitgebers an der Entlassung das Interesse des Arbeitnehmers an der Weiterbeschäftigung überwiegen. Das ist der Fall, wenn eine Wiederholungsgefahr besteht (sogenannte „Negativprognose“) oder das Fehlverhalten besonders schwerwiegend war. Es ist aber auch zu berücksichtigen, ob es entlastende Umstände gibt. Ebenso sind die Dauer der Betriebszugehörigkeit und bisherige Zusammenarbeit und Arbeitsqualität sowie soziale Härten (Kinder, Unterhaltspflichten) abzuwägen.

  • Betriebsrat

    Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser laut § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) vor jeder Kündigung unterrichtet und angehört werden. Er kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Kündigung unwirksam.

Fristen bei verhaltensbedingter Kündigung

Auch bei der verhaltensbedingten Kündigung gelten zunächst die gesetzlichen Kündigungsfristen – mit Ausnahme einer außerordentlichen, fristlosen Kündigung aus besonders schwerem Grund. Auch können längere Fristen im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbart sein. Nach § 622 BGB Abs. 2 verlängern sich die gesetzlichen Fristen mit der Dauer der Beschäftigung des Mitarbeiters. Die maximale Kündigungsfrist für Arbeitgeber beträgt sieben Monate (nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit):

Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

Ist eine verhaltensbedingte Kündigung fristlos?

In der Regel handelt es sich bei der verhaltensbedingten Kündigung um eine fristgemäße, ordentliche Kündigung. Allerdings dürfen Arbeitgeber aus „wichtigem Grund“ auch fristlos kündigen. Wichtige Gründe liegen vor, wenn das Arbeitsverhältnis so belastet ist, dass eine Weiterbeschäftigung für den Arbeitgeber unzumutbar wäre.

Verhaltensbedingte Kündigung Muster: Editierbare Vorlage

Das folgende Muster-Kündigungsschreiben einer verhaltensbedingten Kündigung können Sie gleich hier online und im Browser editieren, individuell anpassen und kopieren. Dazu einfach auf den Kasten klicken.


Arbeitgeber GmbH
Name des Berechtigten
Anschrift
PLZ und Ort

Vor- und Nachname Arbeitnehmer
Personalnummer
Anschrift
Datum (TT.MM.JJJJ)

Kündigung des Arbeitsverhältnisses
Sehr geehrter Herr Arbeitnehmer,

hiermit kündigen wir Ihren Arbeitsvertrag vom TT.MM.JJJJ fristgerecht zum TT.MM.JJJJ. Diese Kündigung wird aus verhaltensbedingten Gründen ausgesprochen. Dies betrifft insbesondere: (Angabe der Gründe mit Zeitangaben). Dafür wurden Sie bereits am TT.MM.JJJJ schriftlich abgemahnt.

Bis zum Ablauf des Arbeitsverhältnisses stehen Ihnen noch ____ Arbeitstage Erholungsurlaub zu. Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie dazu verpflichtet sind, die Arbeitsagentur umgehend über Ihre Kündigung zu informieren und sich als arbeitssuchend zu melden, wenn Sie den Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 rechtzeitig und vollumfänglich geltend machen wollen.

Mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses senden wir Ihnen Ihre Arbeitspapiere zu.

Mit freundlichen Grüßen
(Eigenhändige Unterschrift Arbeitgeber)


Verhaltensbedingte Kündigung erhalten: Wie reagieren?

Die Kündigung ist meist ein Schock. Trotzdem müssen Sie diese nicht akzeptieren. Prüfen Sie zuerst, ob die Kündigung formal korrekt ist und die genannten Gründe zutreffend sind. Falls nicht, können Sie beim Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Die Klage muss innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Am besten über einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung als wirksam – sogar wenn sie das zuvor formal nicht war. Über Kündigungsgründe oder eine Abfindung kann dann nicht mehr gestritten werden.

Verhaltensbedingte Kündigung Abfindung

Da der verhaltensbedingten Kündigung ein schuldhaftes Fehlverhalten voraus geht, ist mit einer Abfindung nicht zu rechnen. Auch wenn viele Arbeitnehmer nach einer Kündigung darauf hoffen, um die finanziellen Folgen des Jobverlusts zu verringern: Bei der Abfindung handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht nicht. Allenfalls bei einer betriebsbedingten Kündigung oder einer entsprechenden Betriebsvereinbarung bestehen Chancen. Ansonsten bleibt die Abfindung reine Verhandlungssache.

Sperrzeit beim Arbeitslosengeld

Sofern die verhaltensbedingte Kündigung zulässig war, hat der Arbeitnehmer einen schweren Pflichtverstoß oder Vertrauensbruch im Arbeitsverhältnis begangen. Das rechtfertigt nicht nur die Entlassung, sondern in den meisten Fällen auch eine bis zu 3-monatige Sperrfrist beim Arbeitslosengeld (ALG 1). Für Arbeitnehmer hat das schwerwiegende Folgen: Job und Einkommen sind weg, ALG 1 gibt es auch nicht, und bei künftigen Bewerbungen drohen oft viele Rechtfertigungsprobleme.

Die Sperrzeit lässt sich manchmal verringern, wenn Sie zuvor eine Kündigungsschutzklage angestrengt haben (und gewinnen). In dem Fall einigen sich beide Seiten oft auf einen Vergleich. Bedenken Sie aber: Sollten Sie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, kann sich dieser ebenfalls negativ auf das Arbeitslosengeld auswirken.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: ClassicVector by Shutterstock.com]
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Verstößt der Arbeitnehmer gegen seine Pflichten im Arbeitsverhältnis oder begeht er einen schweren Vertrauensbruch, kann der Arbeitgeber ihm verhaltensbedingt kündigen. Typische Gründe sind regelmäßige Verspätung, Arbeitsverweigerung, Beleidigung oder Diebstahl. Die verhaltensbedingte Kündigung muss allerdings zahlreiche Voraussetzungen erfüllen, um rechtswirksam zu sein. Wir zeigen, welche Kündigungsgründe zulässig sind, welche Fristen eingehalten werden müssen und wie Sie sich gegen eine verhaltensbedingte Kündigung wehren können…

Was ist eine verhaltensbedingte Kündigung?

Eine verhaltensbedingte Kündigung ist nur bei schwerem Fehlverhalten des Arbeitnehmers zulässig. Dazu zählen im Wesentlichen drei Bereiche:

  • Störungen im Leistungsbereich (schwerer Pflichtverstoß, vertragswidriges Verhalten)
  • Störungen im Vertrauensbereich (Vertrauensbruch, z.B. Diebstahl, Arbeitszeitbetrug, Spesenbetrug)
  • Störungen des Betriebsfriedens

Es muss sich dabei um ein steuerbares Verhalten handeln. Bedeutet: Der Mitarbeiter hat sich willentlich gegen die Erfüllung seiner Vertragspflichten entschieden. Das Fehlverhalten kann ihm deshalb vorgeworfen werden. Auf die Kündigung wegen Krankheit trifft das übrigens nicht zu, weil es dabei kein schuldhaftes Verhalten gibt.

Kündigungsarten

Rund jeder vierte Arbeitnehmer (24,4 Prozent) verliert seinen Job aufgrund eines Fehlverhaltens. Die verhaltensbedingte Kündigung ist damit der zweithäufigste Kündigungsgrund. Die Kündigungsform selbst zählt zur Gruppe der ordentlichen Kündigungen – wie die betriebsbedingte oder personenbedingte Kündigung. Heißt: Der Arbeitgeber muss dabei gesetzliche (und vertragliche) Kündigungsfristen einhalten und einen zulässigen Kündigungsgrund nachweisen. Andernfalls ist der Rauswurf unwirksam.

Kuendiungsarten Ordentliche Ausserordentliche Kuendigung

Verhaltensbedingte Kündigung ohne Abmahnung möglich?

Damit die verhaltensbedingte Kündigung wirksam ist, muss das Verhalten zuvor vom Arbeitgeber abgemahnt werden (LAG Hamm, Az. 7 Sa 2/12). Dem Mitarbeiter soll damit eine Chance gegeben werden, sein Fehlverhalten und die Missbilligung des Chef zu erkennen und sein Handeln zu korrigieren. Im Gegensatz zur Kündigung kann der Arbeitgeber die Abmahnung übrigens „nur“ mündlich aussprechen. Und: Keine Regel ohne Ausnahmen.

Eine Verhaltensbedingte Kündigung ist auch ohne Abmahnung möglich. Laut Bundesarbeitsgericht kann auf die Abmahnung verzichtet werden, wenn…

  • es sich um eine besonders schwere Pflichtverletzung (Sorgfalts- und Loyalitätspflichten) und Störungen im Vertrauensbereich handelt.
  • davon auszugehen ist, dass der Mitarbeiter auch nach der Abmahnung sein Verhalten nicht ändert.

In beiden Fällen sei es dem Arbeitgeber nicht zuzumuten, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen. Die Konsequenz daraus ist, dass aus der verhaltensbedingten Kündigung zugleich eine fristlose Kündigung wird.

Zulässige Kündigungsgründe und KSchG

Beschäftigt das Unternehmen regelmäßig mehr als zehn Mitarbeiter, gilt der gesetzliche Kündigungsschutz. Nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) dürfen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern dann nicht mehr grundlos kündigen, sondern müssen den Kündigungsgrund nennen und im Zweifel vor Gericht belegen können. Wie oben erwähnt, werden bei den zulässigen Kündigungsgründen drei Bereiche unterschieden:

1. Kündigung wegen Arbeitspflichtverletzungen (Leistungsbereich)

In dem Fall hat der Arbeitnehmer mit seinem Verhalten seine Haupt- oder Nebenpflichten aus dem Arbeitsvertrag verletzt oder nicht ordentlich gearbeitet, obwohl er könnte. Beispiele:

  • Arbeitsverweigerung (Nichtleistung oder Ignorieren von Anweisungen, LAG Hamm, Az. 7 Sa 2/12)
  • Zuspätkommen oder zu früh gehen (regelmäßig), unentschuldigtes Fehlen (BAG, Az. 2 AZR 604/90)
  • Minusstunden (Ansammeln zu vieler, LAG Mecklenburg-Vorpommern, Az. 5 Sa 219/14)
  • Minderleistung (schlampiges, fehlerhaftes oder zu langsames Arbeiten)
  • Privatnutzung von Internet, Diensthandy oder E-Mail (BAG, Az. 2 AZR 581/04)
  • Tätlichkeiten gegenüber Vorgesetzten oder Kollegen (LAG Mainz, Az. 5 Sa 433/13)
  • Üble Nachrede und Rufschädigung des Arbeitgebers
  • Selbstbeurlaubung (Urlaub machen oder verlängern ohne Genehmigung)

2. Kündigung wegen Vertrauensbruchs (Vertrauensbereich)

Hierbei zerstört der Arbeitnehmer mit seinem Verhalten die erforderliche Vertrauensbasis für die Zusammenarbeit und das Arbeitsverhältnis. Der Arbeitgeber kann grundsätzlich Loyalität und Ehrlichkeit erwarten. Ist das Vertrauen zerstört, ist sogar eine außerordentliche Kündigung (fristlos) möglich. Beispiele:

  • Arbeitszeitbetrug (z.B. Erledigung privater Angelegenheiten während der Arbeitszeit)
  • Beleidigung von Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden
  • Diebstahl (Egal, ob Brötchen oder Büroklammer, BAG, Az. 2 AZR 541/09)
  • Betrug (Buddy Punching, Spesenbetrug, Unterschlagung)
  • Krankfeiern (auch nur die Ankündigung! BAG, Az. 2 AZR 251/07)
  • Konkurrenztätigkeit (für einen Wettbewerber zum Nachteil des Arbeitgebers, LAG Hessen, Az. 21 Sa 850/12)
  • Betriebsspionage (Weitergabe von Betriebsgeheimnissen)

3. Kündigung wegen Störungen der betrieblichen Ordnung

In diesen Fällen beeinträchtigt das Fehlverhalten gegenüber Vorgesetzten, Kollegen oder Kunden massiv und nachhaltig den Betriebsfrieden. Beispiele:

  • Sexuelle Belästigung (BAG, Az. 2 AZR 323/10)
  • Mobbing und Bossing (LAG Sachsen-Anhalt, Az. 9 Sa 473/99)
  • Alkoholkonsum am Arbeitsplatz trotz Alkoholverbots (BAG, Az. 2 AZR 649/94)
  • Rauchen trotz Rauchverbots
  • Drogenmissbrauch (oder Drogenhandel)
  • Verstoß gegen Sicherheitsbestimmungen (und Gefährdung anderer)
  • Verstoß gegen Compliance-Vorgaben

Voraussetzungen für eine verhaltensbedingte Kündigung

Für die Wirksamkeit einer verhaltensbedingten Kündigung müssen nicht nur anerkannte Gründe vorliegen, sondern zugleich mehrere Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt sein:

  • Vertragsverletzung

    Der Arbeitnehmer hat seine vertraglich vereinbarten Leistungen nicht erbracht oder ist dem Direktionsrecht des Arbeitgebers nicht nachgekommen, obwohl die Möglichkeit dazu bestanden hat.

  • Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes

    Der gesetzliche Kündigungsschutz beginnt erst, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate bestanden hat (sogenannte „Wartezeit“). Davor – meist in der Probezeit – können beide Seiten ohne Angabe von Gründen und binnen zwei Wochen kündigen.

  • Verhältnismäßigkeit

    Grundsätzlich ist die Kündigung das letzte Mittel – die „ultima ratio“. Der Arbeitgeber muss zuvor aber prüfen, ob es nicht auch mildere Mittel der Sanktionierung gibt: Ermahnung oder Abmahnung, Versetzung oder Änderungskündigung. Erst wenn alle Alternativen ausgeschlossen werden können, ist eine verhaltensbedingte Kündigung möglich.

  • Interessenabwägung

    Bei der verhaltensbedingten Kündigung muss das Interesse des Arbeitgebers an der Entlassung das Interesse des Arbeitnehmers an der Weiterbeschäftigung überwiegen. Das ist der Fall, wenn eine Wiederholungsgefahr besteht (sogenannte „Negativprognose“) oder das Fehlverhalten besonders schwerwiegend war. Es ist aber auch zu berücksichtigen, ob es entlastende Umstände gibt. Ebenso sind die Dauer der Betriebszugehörigkeit und bisherige Zusammenarbeit und Arbeitsqualität sowie soziale Härten (Kinder, Unterhaltspflichten) abzuwägen.

  • Betriebsrat

    Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser laut § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) vor jeder Kündigung unterrichtet und angehört werden. Er kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Kündigung unwirksam.

Fristen bei verhaltensbedingter Kündigung

Auch bei der verhaltensbedingten Kündigung gelten zunächst die gesetzlichen Kündigungsfristen – mit Ausnahme einer außerordentlichen, fristlosen Kündigung aus besonders schwerem Grund. Auch können längere Fristen im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag vereinbart sein. Nach § 622 BGB Abs. 2 verlängern sich die gesetzlichen Fristen mit der Dauer der Beschäftigung des Mitarbeiters. Die maximale Kündigungsfrist für Arbeitgeber beträgt sieben Monate (nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit):

Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

Ist eine verhaltensbedingte Kündigung fristlos?

In der Regel handelt es sich bei der verhaltensbedingten Kündigung um eine fristgemäße, ordentliche Kündigung. Allerdings dürfen Arbeitgeber aus „wichtigem Grund“ auch fristlos kündigen. Wichtige Gründe liegen vor, wenn das Arbeitsverhältnis so belastet ist, dass eine Weiterbeschäftigung für den Arbeitgeber unzumutbar wäre.

Verhaltensbedingte Kündigung Muster: Editierbare Vorlage

Das folgende Muster-Kündigungsschreiben einer verhaltensbedingten Kündigung können Sie gleich hier online und im Browser editieren, individuell anpassen und kopieren. Dazu einfach auf den Kasten klicken.


Arbeitgeber GmbH
Name des Berechtigten
Anschrift
PLZ und Ort

Vor- und Nachname Arbeitnehmer
Personalnummer
Anschrift
Datum (TT.MM.JJJJ)

Kündigung des Arbeitsverhältnisses
Sehr geehrter Herr Arbeitnehmer,

hiermit kündigen wir Ihren Arbeitsvertrag vom TT.MM.JJJJ fristgerecht zum TT.MM.JJJJ. Diese Kündigung wird aus verhaltensbedingten Gründen ausgesprochen. Dies betrifft insbesondere: (Angabe der Gründe mit Zeitangaben). Dafür wurden Sie bereits am TT.MM.JJJJ schriftlich abgemahnt.

Bis zum Ablauf des Arbeitsverhältnisses stehen Ihnen noch ____ Arbeitstage Erholungsurlaub zu. Wir weisen Sie darauf hin, dass Sie dazu verpflichtet sind, die Arbeitsagentur umgehend über Ihre Kündigung zu informieren und sich als arbeitssuchend zu melden, wenn Sie den Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 rechtzeitig und vollumfänglich geltend machen wollen.

Mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses senden wir Ihnen Ihre Arbeitspapiere zu.

Mit freundlichen Grüßen
(Eigenhändige Unterschrift Arbeitgeber)


Verhaltensbedingte Kündigung erhalten: Wie reagieren?

Die Kündigung ist meist ein Schock. Trotzdem müssen Sie diese nicht akzeptieren. Prüfen Sie zuerst, ob die Kündigung formal korrekt ist und die genannten Gründe zutreffend sind. Falls nicht, können Sie beim Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Die Klage muss innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Am besten über einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wird diese Frist versäumt, gilt die Kündigung als wirksam – sogar wenn sie das zuvor formal nicht war. Über Kündigungsgründe oder eine Abfindung kann dann nicht mehr gestritten werden.

Verhaltensbedingte Kündigung Abfindung

Da der verhaltensbedingten Kündigung ein schuldhaftes Fehlverhalten voraus geht, ist mit einer Abfindung nicht zu rechnen. Auch wenn viele Arbeitnehmer nach einer Kündigung darauf hoffen, um die finanziellen Folgen des Jobverlusts zu verringern: Bei der Abfindung handelt es sich um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Ein gesetzlicher Anspruch darauf besteht nicht. Allenfalls bei einer betriebsbedingten Kündigung oder einer entsprechenden Betriebsvereinbarung bestehen Chancen. Ansonsten bleibt die Abfindung reine Verhandlungssache.

Sperrzeit beim Arbeitslosengeld

Sofern die verhaltensbedingte Kündigung zulässig war, hat der Arbeitnehmer einen schweren Pflichtverstoß oder Vertrauensbruch im Arbeitsverhältnis begangen. Das rechtfertigt nicht nur die Entlassung, sondern in den meisten Fällen auch eine bis zu 3-monatige Sperrfrist beim Arbeitslosengeld (ALG 1). Für Arbeitnehmer hat das schwerwiegende Folgen: Job und Einkommen sind weg, ALG 1 gibt es auch nicht, und bei künftigen Bewerbungen drohen oft viele Rechtfertigungsprobleme.

Die Sperrzeit lässt sich manchmal verringern, wenn Sie zuvor eine Kündigungsschutzklage angestrengt haben (und gewinnen). In dem Fall einigen sich beide Seiten oft auf einen Vergleich. Bedenken Sie aber: Sollten Sie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, kann sich dieser ebenfalls negativ auf das Arbeitslosengeld auswirken.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: ClassicVector by Shutterstock.com]
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Trendberufe: Diese Jobs sind bald richtig gefragt https://karrierebibel.de/trendberufe/ Mon, 11 Jan 2021 07:00:22 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=60158

Neues Jahr, neues Glück: Das gilt auch für Arbeitssuchende oder Wechselwillige, die sich vom Jahresbeginn eine attraktive neue Stelle erhoffen. Trendberufe versprechen besonders gute Aussichten. In diesen Branchen und Jobs wird großes Wachstum erwartet – entsprechend werden zahlreiche Stellen besetzt. Bereits seit einiger Zeit lassen sich Trendberufe mit positiven Entwicklungen identifizieren und beobachten. Wir zeigen Ihnen, welche Trendberufe es aktuell gibt und in welchen Trendberufen Sie sich auch in Zukunft über gute Aussichten freuen dürfen…

Trendberufe: Aussichten für Arbeitnehmer

Der Coronavirus und die damit verbundene Krise hat viele Branchen und Berufe beeinflusst. Viele Arbeitnehmer sind von Kurzarbeit oder sogar Entlassungen betroffen. Bleibt die Frage: Wie geht es in Zukunft weiter?

Trotz schwieriger Phase sind die Aussichten positiv – gerade für Trendberufe. Über Jahre war die Entwicklung stets aufsteigend, die Quote für Arbeitslosigkeit so gering wie nie. Nach überwundener Krise mit dem verbundene Aufstieg der Wirtschaft kann dieser Trend weitergehen.

Antrieb des Arbeitsmarktes durch Trendberufe

Wie wichtig Trendberufe dabei sind, zeigen bereits die letzten Jahre: Es wurden hunderttausende Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst, Erziehungs- und Gesundheitsbereich, bei Unternehmensdienstleistern, im Handeln, Verkehr oder auch im produzierenden und Baugewerbe geschaffen.

Vor allem sozialversicherungspflichtige Stellen kamen hinzu – nicht nur Minijobs oder kurzfristige Beschäftigungen. So sind Trendberufe eine wichtiger Antrieb für den Arbeitsmarkt und können diesen auch in Zukunft beflügeln.

Arbeitsmarkt: Wie entwickeln sich die Branchen?

Ganz genau lassen sich Trendberufe und zukünftige Entwicklungen natürlich nie voraus sagen. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle, zu schnell können sich Rahmenbedingungen ändern – wie das letzte Jahr gezeigt hat. Dennoch geben Experten regelmäßig Einschätzungen ab.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sieht (abgesehen von Corona) in den letzten Jahren eine gute Entwicklung und deutsche Wirtschaftsverbände blicken optimistisch in die Zukunft. Selbst kritische Verbände, etwa die Ernährungsindustrie, die aufgrund von steigender Konkurrenz und hohen Kosten zurückhaltende Prognosen ausgibt, erwarten Stellenzuwachs.

Auflistung der Entwicklung einzelner Branchen

Im folgenden haben wir für Sie übersichtlich aufgelistet, welche Stellenentwicklung in den verschiedenen Branchen erwartet wird:

Voraussichtlich weniger Stellen gibt es in diesen Wirtschaftszweigen:

  • Banken
  • Bergbau
  • Druckindustrie
  • Holzverarbeitung
  • Keramische Industrie
  • Papierfabriken
  • Sparkassen
  • Versicherungswirtschaft
  • Volksbanken

Gleich bleiben wird die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich in diesen Branchen:

  • Einzelhandel
  • Energie- und Wasserwirtschaft
  • Entsorgungswirtschaft
  • Forschende Pharmaunternehmen
  • Gastgewerbe
  • Gießereien
  • Immobilien
  • Investment
  • Leasing
  • Lederindustrie
  • Luft- und Raumfahrzeugbau
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Mineralölverarbeitung
  • NE-Metallindustrie
  • Papierverarbeitung
  • Stahl- und Metallverarbeitung
  • Steine-und-Erden-Industrie
  • Zeitschriftenverlage

Trendberufe: Hier gibt es mehr Jobs

Gleichbleibende Zahlen geben Arbeitnehmern bereits Sicherheit. Trotz Digitalisierung und modernen Entwicklungen werden keine Stellen gestrichen.

Noch besser ist es, wenn die starke Konjunktur und Nachfrage dafür sorgen, dass Branchen kräftig neue Jobs schaffen können. Darüber freut sich nicht nur die Wirtschaft, sondern vor allem Arbeitnehmer und Arbeitssuchende, die hier gute Chancen haben. Von diesen Trendberufen gibt es aktuell gleich eine ganze Reihe. Vor allem in diesen Branchen, die Aufstieg erwarten:

  • Automobilindustrie
  • Baugewerbe
  • Bauindustrie
  • Chemische Industrie
  • Elektroindustrie
  • Ernährungsindustrie
  • Feinmechanik und Optik
  • Glasindustrie
  • Groß- und Außenhandel
  • Gummiverarbeitung
  • Handwerk
  • Informationswirtschaft
  • Kunststoffverarbeitung
  • Messewirtschaft
  • Privater Rundfunk und Telemedien
  • Schiffbau und Meerestechnik
  • Speditionen
  • Textil- und Modeindustrie
  • Tourismus

Liste aktueller Trendberufe

Alte Jobs verschwinden, neue erscheinen auf der Bildfläche. Welche Trendberufe bieten eine glänzende Perspektive? Das Gehaltsportal gehalt.de hat einige Trendberufe gekürt. Das sind sie:

Category Manager

  • Job
    Category Manager sind strategische Einkäufer – und in Zeiten boomenden E-Commerces immer zahlreicher. Sie sind für Auswahl und Preisgestaltung der Produkte zuständig, zum Beispiel eines (Online-)Shops. Dazu analysieren und planen sie Sortimente, führen Marktbeobachtungen durch und sagen, welche Produkte den Absatz steigern können. Zudem helfen Sie bei Absatzkanalstrategie, Verhandlungen mit Lieferanten und Preisgestaltung.
  • Voraussetzungen
    Erwartet wird oft ein BWL-Studium oder ein Background in der Marktforschung. Ebenfalls gute Referenzen für die Bewerbung: eine kaufmännische Ausbildung oder Erfahrungen in einer Unternehmensberatung. Ohne profundes Zahlenverständnis und analytische Fähigkeiten geht ohnehin nichts.
  • Gehalt
    Category Manager gehören zu den Besserverdienern. Das Durchschnittsgehalt beträgt rund 60.000 Euro.

Umwelttechniker

  • Job
    Kontaminierte Böden, vermüllte Meere und verschmutzte Luft sind globale Probleme. Umwelttechniker helfen dabei, diese zu lösen. Sie führen Messungen und Analysen durch, entwickeln mögliche Antworten auf Umweltfragen und stehen beratend zur Seite. Angesichts der steigenden Bedeutung wird dieser Trendberufe in Zukunft noch größere Nachfrage erfahren.
  • Voraussetzungen
    Fachschulen bieten Weiterbildungen zum staatlich geprüften Techniker mit Spezialisierung auf Umweltschutz an. In Vollzeit dauert sie zwei Jahre, in Teilzeit drei bis vier Jahre.
  • Gehalt
    Umwelttechniker in Deutschland verdienen durchschnittlich über 50.000 Euro.

Hörakustiker

  • Job
    Der demographische Wandel klingt uns seit Jahren in den Ohren. Oder auch nicht, denn wer altert, hört oft schlecht. Hörakustiker helfen. Sie führen Hörtests durch, fertigen und passen Hörgeräte an und warten sie. Auch neue Technologien – moderne Apps zum Beispiel, mit denen man auch in lauter Umgebung Mobilgespräche führen kann – erweitern das Tätigkeitsfeld.
  • Voraussetzungen
    Zum Hörakustiker werden Sie durch eine klassische duale Ausbildung. Ausbildungsbetriebe setzen in der Regel die mittlere Reife voraus, die Ausbildung dauert drei Jahre.
  • Gehalt
    Das Gehalt liegt durchschnittlich bei einen Bruttojahresgehalt von 34.000 Euro.

BIM Manager

  • Job
    BIM steht für „Building Information Modelling“ und gewinnt in der Immobilienbranche zunehmend an Bedeutung. Architekten oder Fachplaner können so Änderungen an einem digitalen Modell vornehmen und allen Beteiligten zur Verfügung stellen. Neue Gebäude können dadurch besser geplant werden. Der BIM-Manager erarbeitet ein digitales 3D-Modell, optimiert Prozesse und steuert den Informationsfluss.
  • Voraussetzungen
    Eine direkte Ausbildung gibt es nicht. Erste Hochschulen beginnen damit, passende Kurse anzubieten – etwa als berufsbegleitendes Studium. Um als BIM Manager zu arbeiten braucht es aber vor allem Weiterbildungen zu den benötigten Fähigkeiten sowie Berufserfahrung in verwandten Bereichen.
  • Gehalt
    Rund 50.000 Euro verdient ein BIM Manager durchschnittlich. Abweichungen nach oben sind durchaus möglich.

Drohnen-Pilot

  • Job
    Drohnen sind keineswegs ein neues Gadget. Sie übernehmen jedoch immer mehr professionelle Aufgaben, in den verschiedensten Branchen: Werbefotografie, Wetterdaten, Wissenschaft, Logistik und Lieferdienste, natürlich auch im militärischen Bereich.
  • Voraussetzungen
    Oft werden als Drohnen-Piloten Maschinenbauingenieure eingesetzt, da diese technologisches Verständnis mitbringen. Die Bundeswehr bietet aber auch einen eigenen Ausbildungsweg zum Drohnen-Pilot an. Für diese müssen Sie allerdings einige Voraussetzungen erfüllen und müssen auch bereit sein, nicht nur bundesweit, sondern möglicherweise im Ausland eingesetzt zu werden.
  • Gehalt
    Der Verdienst hängt stark vom genauen Aufgabenfeld ab. Wer als Maschinenbauingenieur zum Drohnen-Pilot wird, kann sehr gut verdienen da die Ingenieure ein Durchschnittsgehalt von 65.000 Euro haben.

15 weitere Trendberufe für das Jahr 2021

Auch das Karriere-Netzwerk Linkedin hat sich der Frage gewidmet, welche Trendberufe besonders gefragt sind. Dazu analysierte die Plattform die Jobtitel öffentlicher Profile, um zu vergleichen, welche Berufe ein besonders starkes Wachstum erlebt haben. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, welche Jobs aktuell besonders gefragt sind und deshalb zu den wichtigsten Trendberufen zählen.

Eine deutliche Erkenntnis: Technische Berufe und die IT-Branche sind in den Trendberufen sehr weit vorne. Das bestätigt den fortschreitenden Trend der Digitalisierung in verschiedenen Branchen. Die 15 Trendberufe sollten Sie im Auge behalten:

  • KI-Spezialist
  • Site Reliability Engineer
  • Customer Success Specialist
  • Datenschutzbeauftragter
  • Human Ressources Partner
  • Data Consultant
  • Data Engineer
  • Data Scientist
  • IT-Security-Spezialist
  • DevOps Engineer
  • Chief Digital Officer
  • Utility Entwickler
  • Produktmanager Digital
  • Agile Coach
  • Salesforce Consultant

Trendberufe der Zukunft

Trendberufe sind schon jetzt gefragt, in Zukunft werden sie sogar noch wichtiger. Nicht alle Branchen werden auf lange Sicht den Aufwärtstrend beibehalten können. Technologie löst Arbeitnehmer ab, Nachfrage verschiebt sich. Umso besser, wenn Sie sich bereits heute für einen Trendberuf mit Zukunft entscheiden.

Die Klischees „Irgendwas mit Menschen, irgendwas mit Medien oder irgendwas mit IT“ sind mehr als das – es sind drei Bereiche, die in Zukunft besonders gute Perspektiven bereithalten und viele Trendberufe beinhalten, wenn man den Weissagungen der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpropheten glaubt. Doch auch eher klassische Branchen und Jobs finden sich in den Trendberufen.

Wir wagen einen Ausblick und stellen Trendberufe vor, die in Zukunft noch stärker gebraucht und nachgefragt werden. Hier sind unsere 11 Trendberufe mit Perspektive:

Content Manager

  • Job
    Ein Content Manager hilft dabei, Content-Konzepte zu erstellen, vor allem aber verwaltet er die Online-Inhalte. Themenplan, Recherche, Erstellung und Gestaltung von Content ebenso wie Optimierung von Seite oder Online-Shop sind die Hauptaufgaben. Will ein Unternehmen eine professionelle Homepage betreiben, braucht es Content Manager. Auch eine Unternehmensblog kann dazu zählen.
  • Voraussetzungen
    Ein IT-Studium – oder eines im Dunstkreis des Journalismus – ist optimal´, aber keine zwingende Voraussetzung. Auch eine Ausbildung (etwa zum Mediengestalter) kann qualifizieren. Ein souveräner Umgang mit Content-Management-Systemen ist Pflicht. SEO- und SEA-Kenntnisse sind die Kür, technisches Know-how ist wünschenswert. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop sollte sich ein Content Manager auskennen, HTML-Kenntnisse schaden ebenfalls nicht.
  • Gehalt
    Beim Gehalt ist die Spanne groß. Abhängig von Unternehmen, Ausbildung und Tätigkeit können zwischen 2.300 und 3.500 Euro verdient werden.

Pflegekräfte

  • Job
    Das Institut der Deutschen Wirtschaft sieht die Gefahr, dass in 15 Jahren mehr als 300.000 Pflegekräfte fehlen. Im Beruf sind Sie für die Pflege und Betreuung kranker, alter oder pflegebedürftiger Menschen zuständig. In der Altenpflege unterstützen Sie bei täglichen Aufgaben wie dem Essen, Anziehen oder Körperpflege. Im medizinischen Bereich werden Medikamente verabreicht, Verbände gewechselt oder kleine Behandlungen durchgeführt.
  • Voraussetzungen
    Typischerweise führt der Weg über eine dreijährige Ausbildung, es gibt aber auch Weiterbildungen und Umschulungen, um den großen Bedarf zu decken. Ein guter Umgang mit Menschen ist wichtig, ebenso körperliche Belastbarkeit.
  • Gehalt
    Ein häufiger Kritikpunkt ist das geringe Gehalt für Pflegekräfte, wodurch der Berufszweig unattraktiv wird. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei circa 2.400 Euro brutto monatlich. Mit Erfahrung steigt es noch etwas an. In Zukunft soll eine Verbesserung der Bezahlung und eine Ausweitung der Ausbildungs- und Weiterbildungsplätze den Trendberuf weiter stärken.

Lehrer

  • Job
    Unterricht vorbereiten, Wissen vermitteln und der Jugend etwas beibringen – die zentralen Themen für Lehrer. Abhängig vom jeweiligen Unterrichtsfach sind die Schwerpunkte unterschiedlich, Sie orientieren sich dabei am vorgegebenen Lehrplan.
  • Voraussetzungen
    Vor dem Trendberuf als Lehrer steht das Lehramtsstudium, aber auch Seiteneinsteiger werden gesucht. Im Anschluss an das Studium steht das Referendariat als Praxiszeit als Vorbereitung.
  • Gehalt
    Hier gibt es Unterschiede je nach Schulform. An Grundschulen verdienen Lehrer circa 45.000 Euro brutto jährlich, an Realschulen sind es 50.000 Euro und an Gymnasien 55.000 Euro.

Feelgood Manager

  • Job
    Feelgood Manager haben die Aufgabe, eine betriebliche Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle Mitarbeiter wohl fühlen. Aufgabenspektrum: Für das leibliche Wohl am Arbeitsplatz sorgen, Lauftreffs vereinbaren, Gesundheitswochen planen, Partys und Events auf die Beine stellen, Mitarbeiter in allen Belangen unterstützen und glücklich machen. Ziel: Weniger Stress und zufriedene Mitarbeiter.
  • Voraussetzungen
    Wünschenswert ist ein Studium in Psychologie, Soziologie oder BWL mit Schwerpunkt Personalwesen. Entscheidend fürs Feelgood Management: Organisationstalent, eine Prise Kreativität und Soft Skills.
  • Gehalt
    Der Trendberuf ist noch jung, es gibt wenig vergleichbare Zahlen. Im Schnitt können Sie aber rund 40.000 Euro brutto im Jahr erwarten.

Data Scientist

  • Job
    Ein Data Scientist übernimmt im Grunde Aufgaben einer internen Unternehmensberatung. Er soll die gewaltigen Datenmengen in konkrete Handlungsanweisungen für das Unternehmen überführen. Dazu führt er Daten aus verschiedenen Abteilungen zusammen, baut daraus übergreifende Analysen und Modelle. Daten aufbereiten, Lösungen entwickeln und Ergebnisse präsentieren sind wichtige Aufgaben.
  • Voraussetzungen
    Als Data Scientist haben Sie in der Regel ein Studium in Mathematik oder Informatik absolviert und am besten den Schwerpunkt Statistik gewählt. Auch Wirtschaftsmathematiker und Wirtschaftsingenieure sind Kandidaten. Mittlerweile gibt es an den Unis auch vermehrt Studiengänge in Data Science, in München und Darmstadt zum Beispiel. Statistiktools, Programmiersprachen und Datenbanksysteme sind wichtige Fähigkeiten.
  • Gehalt
    Mit guter Ausbildung und im entsprechenden Unternehmen können zum Teil 60.000 Euro und mehr verdient werden – andere Stellen werden allerdings deutlich geringer entlohnt.

Mobile Developer

  • Job
    Mobile Entwickler tüfteln und entwickeln Apps fürs Smartphone und Tablet. Eine Aufgabe, die angesichts steigender Smartphone-Absatzzahlen so schnell nicht aus der Mode kommen wird. Apps werden entwickelt und für verschiedene Endgeräte optimiert. Es werden Schnittstellen zum Datenaustausch konzipiert, Algorithmen entwickelt und die User Experience sichergestellt.
  • Voraussetzungen
    Ein Informatik-Studium ist der Königsweg, angesichts der großen Nachfrage reicht oft aber auch eine IT-Ausbildung. Wichtig: Als Bewerber kennt man sich mit Softwarearchitektur, Browsertechnologie und Internet-Standards aus, beherrscht Programmiersprachen. Must-Haves: Gute Schulnoten in Mathe, Informatik und auch in Physik.
  • Gehalt
    Die jährlichen Durchschnittseinkommen liegen zwischen 41.000 und 61.000 Euro. Wie überall gilt: Das Gehalt ist von unterschiedlichsten Faktoren wie Berufserfahrung, Arbeitgeber, Standort und Verhandlungsgeschick abhängig.

E-Sports-Manager

  • Job
    Elektronischer Sport ist keine Hinterzimmer-Veranstaltung, sondern eine lukrative Branche mit einem Millionenbudget. Als E-Sports-Manager werden junge Talente beraten und betreut. Auch das Management einer eigenen Organisation ist möglich, um mit eigenen Teams und Spielern erfolgreich zu sein.
  • Voraussetzungen
    Typische Studiengänge rund ums Management können zielführend sein, Hochschulen bieten aber auch gezielte Studiengänge zum E-Sports-Management an, um auf die Besonderheiten der Branche vorzubereiten.
  • Gehalt
    Circa 40.000 Euro im Jahr können als Durchschnittsgehalt angesehen werden. Bei den teils enormen Investitionen, die in E-Sport-Organisationen getätigt werden, sind aber auch deutlich höhere Summen vorstellbar.

Robotik-Ingenieur

  • Job
    Wo Roboter ganze Produktionabläufe übernehmen, fallen Arbeiter-Jobs weg. Doch im Dunstkreis der Maschinen entstehen auch neue. Schließlich müssen die Roboter ja erst entwickelt, programmiert, gewartet und repariert werden. Genau hier arbeiten Robotik-Ingenieure. Auch alle Anwendungen rund ums autonome Fahren gehören zum Trendberuf.
  • Voraussetzungen
    Gut ausgerüstet sind Sie mit einem Studium in Robotik oder Elektrotechnik. Hilfreich sind zudem Kenntnisse in Simatic, Java- oder Kuka-Programmierung.
  • Gehalt
    Als Robotik-Ingenieur können Sie in einem durchaus lukrativen Trendberuf arbeiten. Ein Jahreseinkommen von bis zu 65.000 Euro ist keine Seltenheit.

Lebensmitteltechniker/-kontrolleur

  • Job
    Produktneuheiten im Lebensmittelbereich müssen entwickelt, kontrolliert und weiterverarbeitet werden, bevor sie das Supermarktregal erreichen. In diesem Verantwortungsbereich sind Lebensmitteltechniker und Lebensmittelkontrolleure unterwegs und arbeiten an dem, was die Menschen in Zukunft essen werden.
  • Voraussetzungen
    Beste Chancen haben Sie mit einem Studium der Lebensmitteltechnologie. Gerade wer auf der Karriereleiter nach oben will, kommt damit weiter. Es gibt aber auch den Weg über eine Ausbildung zum Lebensmitteltechniker.
  • Gehalt
    Das Gehalt liegt bei durchschnittlich 36.000 Euro im Jahr. Mit einem entsprechenden Studium können Sie mehr verdienen.

Software-Entwickler

  • Job
    Gerade Virtual-Reality steht im Fokus der Software-Entwicklung. Ob Health Care, Reisen, Edutainment, Games – für VR-Anwendungen sind die abenteuerlichsten Anwendungen denkbar. Software-Entwickler sind für die Umsetzung verantwortlich und erarbeiten die benötigten Programme, um die VR-Erlebnisse umzusetzen.
  • Voraussetzungen
    Software-Entwickler sind in der Regel Informatiker, die eine Ausbildung oder ein Studium absolviert haben. Überzeugen können Sie aber vor allem mit bereits selbst erstellen Programmen oder Projekten, an denen Sie mitgearbeitet haben.
  • Gehalt
    In der IT-Branche verdienen Sie überdurchschnittlich, das gilt auch für Software-Entwickler. Das Durchschnittsgehalt liegt bei rund 56.000 Euro jährlich.

Luft- und Raumfahrtingenieure

  • Job
    An Triebwerken für Flugobjekte arbeiten, neue Systeme zur optimalen Energieversorgung entwickeln oder die Ausrüstung für Flugzeuge und Raketen weiterentwickeln – typische Aufgabenbereiche für Luft- und Raumfahrtingenieure. In Zukunft wird die Branche immer wichtiger und die Nachfrage steigt.
  • Voraussetzungen
    Ein guter Abschluss in einem Studium für Luft- und Raumfahrttechnik wird von den meisten Arbeitgebern erwartet.
  • Gehalt
    Ingenieure verdienen gut, der Luft- und Raumfahrtbereich ist keine Ausnahme. Das durchschnittliche Gehalt liegt bei 60.000 Euro im Jahr.

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[Bildnachweis: FGC by Shutterstock.com]

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Neues Jahr, neues Glück: Das gilt auch für Arbeitssuchende oder Wechselwillige, die sich vom Jahresbeginn eine attraktive neue Stelle erhoffen. Trendberufe versprechen besonders gute Aussichten. In diesen Branchen und Jobs wird großes Wachstum erwartet – entsprechend werden zahlreiche Stellen besetzt. Bereits seit einiger Zeit lassen sich Trendberufe mit positiven Entwicklungen identifizieren und beobachten. Wir zeigen Ihnen, welche Trendberufe es aktuell gibt und in welchen Trendberufen Sie sich auch in Zukunft über gute Aussichten freuen dürfen…

Trendberufe: Aussichten für Arbeitnehmer

Der Coronavirus und die damit verbundene Krise hat viele Branchen und Berufe beeinflusst. Viele Arbeitnehmer sind von Kurzarbeit oder sogar Entlassungen betroffen. Bleibt die Frage: Wie geht es in Zukunft weiter?

Trotz schwieriger Phase sind die Aussichten positiv – gerade für Trendberufe. Über Jahre war die Entwicklung stets aufsteigend, die Quote für Arbeitslosigkeit so gering wie nie. Nach überwundener Krise mit dem verbundene Aufstieg der Wirtschaft kann dieser Trend weitergehen.

Antrieb des Arbeitsmarktes durch Trendberufe

Wie wichtig Trendberufe dabei sind, zeigen bereits die letzten Jahre: Es wurden hunderttausende Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst, Erziehungs- und Gesundheitsbereich, bei Unternehmensdienstleistern, im Handeln, Verkehr oder auch im produzierenden und Baugewerbe geschaffen.

Vor allem sozialversicherungspflichtige Stellen kamen hinzu – nicht nur Minijobs oder kurzfristige Beschäftigungen. So sind Trendberufe eine wichtiger Antrieb für den Arbeitsmarkt und können diesen auch in Zukunft beflügeln.

Arbeitsmarkt: Wie entwickeln sich die Branchen?

Ganz genau lassen sich Trendberufe und zukünftige Entwicklungen natürlich nie voraus sagen. Zu viele Faktoren spielen eine Rolle, zu schnell können sich Rahmenbedingungen ändern – wie das letzte Jahr gezeigt hat. Dennoch geben Experten regelmäßig Einschätzungen ab.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sieht (abgesehen von Corona) in den letzten Jahren eine gute Entwicklung und deutsche Wirtschaftsverbände blicken optimistisch in die Zukunft. Selbst kritische Verbände, etwa die Ernährungsindustrie, die aufgrund von steigender Konkurrenz und hohen Kosten zurückhaltende Prognosen ausgibt, erwarten Stellenzuwachs.

Auflistung der Entwicklung einzelner Branchen

Im folgenden haben wir für Sie übersichtlich aufgelistet, welche Stellenentwicklung in den verschiedenen Branchen erwartet wird:

Voraussichtlich weniger Stellen gibt es in diesen Wirtschaftszweigen:

  • Banken
  • Bergbau
  • Druckindustrie
  • Holzverarbeitung
  • Keramische Industrie
  • Papierfabriken
  • Sparkassen
  • Versicherungswirtschaft
  • Volksbanken

Gleich bleiben wird die Zahl der Beschäftigten voraussichtlich in diesen Branchen:

  • Einzelhandel
  • Energie- und Wasserwirtschaft
  • Entsorgungswirtschaft
  • Forschende Pharmaunternehmen
  • Gastgewerbe
  • Gießereien
  • Immobilien
  • Investment
  • Leasing
  • Lederindustrie
  • Luft- und Raumfahrzeugbau
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Mineralölverarbeitung
  • NE-Metallindustrie
  • Papierverarbeitung
  • Stahl- und Metallverarbeitung
  • Steine-und-Erden-Industrie
  • Zeitschriftenverlage

Trendberufe: Hier gibt es mehr Jobs

Gleichbleibende Zahlen geben Arbeitnehmern bereits Sicherheit. Trotz Digitalisierung und modernen Entwicklungen werden keine Stellen gestrichen.

Noch besser ist es, wenn die starke Konjunktur und Nachfrage dafür sorgen, dass Branchen kräftig neue Jobs schaffen können. Darüber freut sich nicht nur die Wirtschaft, sondern vor allem Arbeitnehmer und Arbeitssuchende, die hier gute Chancen haben. Von diesen Trendberufen gibt es aktuell gleich eine ganze Reihe. Vor allem in diesen Branchen, die Aufstieg erwarten:

  • Automobilindustrie
  • Baugewerbe
  • Bauindustrie
  • Chemische Industrie
  • Elektroindustrie
  • Ernährungsindustrie
  • Feinmechanik und Optik
  • Glasindustrie
  • Groß- und Außenhandel
  • Gummiverarbeitung
  • Handwerk
  • Informationswirtschaft
  • Kunststoffverarbeitung
  • Messewirtschaft
  • Privater Rundfunk und Telemedien
  • Schiffbau und Meerestechnik
  • Speditionen
  • Textil- und Modeindustrie
  • Tourismus

Liste aktueller Trendberufe

Alte Jobs verschwinden, neue erscheinen auf der Bildfläche. Welche Trendberufe bieten eine glänzende Perspektive? Das Gehaltsportal gehalt.de hat einige Trendberufe gekürt. Das sind sie:

Category Manager

  • Job
    Category Manager sind strategische Einkäufer – und in Zeiten boomenden E-Commerces immer zahlreicher. Sie sind für Auswahl und Preisgestaltung der Produkte zuständig, zum Beispiel eines (Online-)Shops. Dazu analysieren und planen sie Sortimente, führen Marktbeobachtungen durch und sagen, welche Produkte den Absatz steigern können. Zudem helfen Sie bei Absatzkanalstrategie, Verhandlungen mit Lieferanten und Preisgestaltung.
  • Voraussetzungen
    Erwartet wird oft ein BWL-Studium oder ein Background in der Marktforschung. Ebenfalls gute Referenzen für die Bewerbung: eine kaufmännische Ausbildung oder Erfahrungen in einer Unternehmensberatung. Ohne profundes Zahlenverständnis und analytische Fähigkeiten geht ohnehin nichts.
  • Gehalt
    Category Manager gehören zu den Besserverdienern. Das Durchschnittsgehalt beträgt rund 60.000 Euro.

Umwelttechniker

  • Job
    Kontaminierte Böden, vermüllte Meere und verschmutzte Luft sind globale Probleme. Umwelttechniker helfen dabei, diese zu lösen. Sie führen Messungen und Analysen durch, entwickeln mögliche Antworten auf Umweltfragen und stehen beratend zur Seite. Angesichts der steigenden Bedeutung wird dieser Trendberufe in Zukunft noch größere Nachfrage erfahren.
  • Voraussetzungen
    Fachschulen bieten Weiterbildungen zum staatlich geprüften Techniker mit Spezialisierung auf Umweltschutz an. In Vollzeit dauert sie zwei Jahre, in Teilzeit drei bis vier Jahre.
  • Gehalt
    Umwelttechniker in Deutschland verdienen durchschnittlich über 50.000 Euro.

Hörakustiker

  • Job
    Der demographische Wandel klingt uns seit Jahren in den Ohren. Oder auch nicht, denn wer altert, hört oft schlecht. Hörakustiker helfen. Sie führen Hörtests durch, fertigen und passen Hörgeräte an und warten sie. Auch neue Technologien – moderne Apps zum Beispiel, mit denen man auch in lauter Umgebung Mobilgespräche führen kann – erweitern das Tätigkeitsfeld.
  • Voraussetzungen
    Zum Hörakustiker werden Sie durch eine klassische duale Ausbildung. Ausbildungsbetriebe setzen in der Regel die mittlere Reife voraus, die Ausbildung dauert drei Jahre.
  • Gehalt
    Das Gehalt liegt durchschnittlich bei einen Bruttojahresgehalt von 34.000 Euro.

BIM Manager

  • Job
    BIM steht für „Building Information Modelling“ und gewinnt in der Immobilienbranche zunehmend an Bedeutung. Architekten oder Fachplaner können so Änderungen an einem digitalen Modell vornehmen und allen Beteiligten zur Verfügung stellen. Neue Gebäude können dadurch besser geplant werden. Der BIM-Manager erarbeitet ein digitales 3D-Modell, optimiert Prozesse und steuert den Informationsfluss.
  • Voraussetzungen
    Eine direkte Ausbildung gibt es nicht. Erste Hochschulen beginnen damit, passende Kurse anzubieten – etwa als berufsbegleitendes Studium. Um als BIM Manager zu arbeiten braucht es aber vor allem Weiterbildungen zu den benötigten Fähigkeiten sowie Berufserfahrung in verwandten Bereichen.
  • Gehalt
    Rund 50.000 Euro verdient ein BIM Manager durchschnittlich. Abweichungen nach oben sind durchaus möglich.

Drohnen-Pilot

  • Job
    Drohnen sind keineswegs ein neues Gadget. Sie übernehmen jedoch immer mehr professionelle Aufgaben, in den verschiedensten Branchen: Werbefotografie, Wetterdaten, Wissenschaft, Logistik und Lieferdienste, natürlich auch im militärischen Bereich.
  • Voraussetzungen
    Oft werden als Drohnen-Piloten Maschinenbauingenieure eingesetzt, da diese technologisches Verständnis mitbringen. Die Bundeswehr bietet aber auch einen eigenen Ausbildungsweg zum Drohnen-Pilot an. Für diese müssen Sie allerdings einige Voraussetzungen erfüllen und müssen auch bereit sein, nicht nur bundesweit, sondern möglicherweise im Ausland eingesetzt zu werden.
  • Gehalt
    Der Verdienst hängt stark vom genauen Aufgabenfeld ab. Wer als Maschinenbauingenieur zum Drohnen-Pilot wird, kann sehr gut verdienen da die Ingenieure ein Durchschnittsgehalt von 65.000 Euro haben.

15 weitere Trendberufe für das Jahr 2021

Auch das Karriere-Netzwerk Linkedin hat sich der Frage gewidmet, welche Trendberufe besonders gefragt sind. Dazu analysierte die Plattform die Jobtitel öffentlicher Profile, um zu vergleichen, welche Berufe ein besonders starkes Wachstum erlebt haben. Daraus lassen sich Rückschlüsse ziehen, welche Jobs aktuell besonders gefragt sind und deshalb zu den wichtigsten Trendberufen zählen.

Eine deutliche Erkenntnis: Technische Berufe und die IT-Branche sind in den Trendberufen sehr weit vorne. Das bestätigt den fortschreitenden Trend der Digitalisierung in verschiedenen Branchen. Die 15 Trendberufe sollten Sie im Auge behalten:

  • KI-Spezialist
  • Site Reliability Engineer
  • Customer Success Specialist
  • Datenschutzbeauftragter
  • Human Ressources Partner
  • Data Consultant
  • Data Engineer
  • Data Scientist
  • IT-Security-Spezialist
  • DevOps Engineer
  • Chief Digital Officer
  • Utility Entwickler
  • Produktmanager Digital
  • Agile Coach
  • Salesforce Consultant

Trendberufe der Zukunft

Trendberufe sind schon jetzt gefragt, in Zukunft werden sie sogar noch wichtiger. Nicht alle Branchen werden auf lange Sicht den Aufwärtstrend beibehalten können. Technologie löst Arbeitnehmer ab, Nachfrage verschiebt sich. Umso besser, wenn Sie sich bereits heute für einen Trendberuf mit Zukunft entscheiden.

Die Klischees „Irgendwas mit Menschen, irgendwas mit Medien oder irgendwas mit IT“ sind mehr als das – es sind drei Bereiche, die in Zukunft besonders gute Perspektiven bereithalten und viele Trendberufe beinhalten, wenn man den Weissagungen der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpropheten glaubt. Doch auch eher klassische Branchen und Jobs finden sich in den Trendberufen.

Wir wagen einen Ausblick und stellen Trendberufe vor, die in Zukunft noch stärker gebraucht und nachgefragt werden. Hier sind unsere 11 Trendberufe mit Perspektive:

Content Manager

  • Job
    Ein Content Manager hilft dabei, Content-Konzepte zu erstellen, vor allem aber verwaltet er die Online-Inhalte. Themenplan, Recherche, Erstellung und Gestaltung von Content ebenso wie Optimierung von Seite oder Online-Shop sind die Hauptaufgaben. Will ein Unternehmen eine professionelle Homepage betreiben, braucht es Content Manager. Auch eine Unternehmensblog kann dazu zählen.
  • Voraussetzungen
    Ein IT-Studium – oder eines im Dunstkreis des Journalismus – ist optimal´, aber keine zwingende Voraussetzung. Auch eine Ausbildung (etwa zum Mediengestalter) kann qualifizieren. Ein souveräner Umgang mit Content-Management-Systemen ist Pflicht. SEO- und SEA-Kenntnisse sind die Kür, technisches Know-how ist wünschenswert. Mit Bildbearbeitungsprogrammen wie Photoshop sollte sich ein Content Manager auskennen, HTML-Kenntnisse schaden ebenfalls nicht.
  • Gehalt
    Beim Gehalt ist die Spanne groß. Abhängig von Unternehmen, Ausbildung und Tätigkeit können zwischen 2.300 und 3.500 Euro verdient werden.

Pflegekräfte

  • Job
    Das Institut der Deutschen Wirtschaft sieht die Gefahr, dass in 15 Jahren mehr als 300.000 Pflegekräfte fehlen. Im Beruf sind Sie für die Pflege und Betreuung kranker, alter oder pflegebedürftiger Menschen zuständig. In der Altenpflege unterstützen Sie bei täglichen Aufgaben wie dem Essen, Anziehen oder Körperpflege. Im medizinischen Bereich werden Medikamente verabreicht, Verbände gewechselt oder kleine Behandlungen durchgeführt.
  • Voraussetzungen
    Typischerweise führt der Weg über eine dreijährige Ausbildung, es gibt aber auch Weiterbildungen und Umschulungen, um den großen Bedarf zu decken. Ein guter Umgang mit Menschen ist wichtig, ebenso körperliche Belastbarkeit.
  • Gehalt
    Ein häufiger Kritikpunkt ist das geringe Gehalt für Pflegekräfte, wodurch der Berufszweig unattraktiv wird. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei circa 2.400 Euro brutto monatlich. Mit Erfahrung steigt es noch etwas an. In Zukunft soll eine Verbesserung der Bezahlung und eine Ausweitung der Ausbildungs- und Weiterbildungsplätze den Trendberuf weiter stärken.

Lehrer

  • Job
    Unterricht vorbereiten, Wissen vermitteln und der Jugend etwas beibringen – die zentralen Themen für Lehrer. Abhängig vom jeweiligen Unterrichtsfach sind die Schwerpunkte unterschiedlich, Sie orientieren sich dabei am vorgegebenen Lehrplan.
  • Voraussetzungen
    Vor dem Trendberuf als Lehrer steht das Lehramtsstudium, aber auch Seiteneinsteiger werden gesucht. Im Anschluss an das Studium steht das Referendariat als Praxiszeit als Vorbereitung.
  • Gehalt
    Hier gibt es Unterschiede je nach Schulform. An Grundschulen verdienen Lehrer circa 45.000 Euro brutto jährlich, an Realschulen sind es 50.000 Euro und an Gymnasien 55.000 Euro.

Feelgood Manager

  • Job
    Feelgood Manager haben die Aufgabe, eine betriebliche Atmosphäre zu schaffen, in der sich alle Mitarbeiter wohl fühlen. Aufgabenspektrum: Für das leibliche Wohl am Arbeitsplatz sorgen, Lauftreffs vereinbaren, Gesundheitswochen planen, Partys und Events auf die Beine stellen, Mitarbeiter in allen Belangen unterstützen und glücklich machen. Ziel: Weniger Stress und zufriedene Mitarbeiter.
  • Voraussetzungen
    Wünschenswert ist ein Studium in Psychologie, Soziologie oder BWL mit Schwerpunkt Personalwesen. Entscheidend fürs Feelgood Management: Organisationstalent, eine Prise Kreativität und Soft Skills.
  • Gehalt
    Der Trendberuf ist noch jung, es gibt wenig vergleichbare Zahlen. Im Schnitt können Sie aber rund 40.000 Euro brutto im Jahr erwarten.

Data Scientist

  • Job
    Ein Data Scientist übernimmt im Grunde Aufgaben einer internen Unternehmensberatung. Er soll die gewaltigen Datenmengen in konkrete Handlungsanweisungen für das Unternehmen überführen. Dazu führt er Daten aus verschiedenen Abteilungen zusammen, baut daraus übergreifende Analysen und Modelle. Daten aufbereiten, Lösungen entwickeln und Ergebnisse präsentieren sind wichtige Aufgaben.
  • Voraussetzungen
    Als Data Scientist haben Sie in der Regel ein Studium in Mathematik oder Informatik absolviert und am besten den Schwerpunkt Statistik gewählt. Auch Wirtschaftsmathematiker und Wirtschaftsingenieure sind Kandidaten. Mittlerweile gibt es an den Unis auch vermehrt Studiengänge in Data Science, in München und Darmstadt zum Beispiel. Statistiktools, Programmiersprachen und Datenbanksysteme sind wichtige Fähigkeiten.
  • Gehalt
    Mit guter Ausbildung und im entsprechenden Unternehmen können zum Teil 60.000 Euro und mehr verdient werden – andere Stellen werden allerdings deutlich geringer entlohnt.

Mobile Developer

  • Job
    Mobile Entwickler tüfteln und entwickeln Apps fürs Smartphone und Tablet. Eine Aufgabe, die angesichts steigender Smartphone-Absatzzahlen so schnell nicht aus der Mode kommen wird. Apps werden entwickelt und für verschiedene Endgeräte optimiert. Es werden Schnittstellen zum Datenaustausch konzipiert, Algorithmen entwickelt und die User Experience sichergestellt.
  • Voraussetzungen
    Ein Informatik-Studium ist der Königsweg, angesichts der großen Nachfrage reicht oft aber auch eine IT-Ausbildung. Wichtig: Als Bewerber kennt man sich mit Softwarearchitektur, Browsertechnologie und Internet-Standards aus, beherrscht Programmiersprachen. Must-Haves: Gute Schulnoten in Mathe, Informatik und auch in Physik.
  • Gehalt
    Die jährlichen Durchschnittseinkommen liegen zwischen 41.000 und 61.000 Euro. Wie überall gilt: Das Gehalt ist von unterschiedlichsten Faktoren wie Berufserfahrung, Arbeitgeber, Standort und Verhandlungsgeschick abhängig.

E-Sports-Manager

  • Job
    Elektronischer Sport ist keine Hinterzimmer-Veranstaltung, sondern eine lukrative Branche mit einem Millionenbudget. Als E-Sports-Manager werden junge Talente beraten und betreut. Auch das Management einer eigenen Organisation ist möglich, um mit eigenen Teams und Spielern erfolgreich zu sein.
  • Voraussetzungen
    Typische Studiengänge rund ums Management können zielführend sein, Hochschulen bieten aber auch gezielte Studiengänge zum E-Sports-Management an, um auf die Besonderheiten der Branche vorzubereiten.
  • Gehalt
    Circa 40.000 Euro im Jahr können als Durchschnittsgehalt angesehen werden. Bei den teils enormen Investitionen, die in E-Sport-Organisationen getätigt werden, sind aber auch deutlich höhere Summen vorstellbar.

Robotik-Ingenieur

  • Job
    Wo Roboter ganze Produktionabläufe übernehmen, fallen Arbeiter-Jobs weg. Doch im Dunstkreis der Maschinen entstehen auch neue. Schließlich müssen die Roboter ja erst entwickelt, programmiert, gewartet und repariert werden. Genau hier arbeiten Robotik-Ingenieure. Auch alle Anwendungen rund ums autonome Fahren gehören zum Trendberuf.
  • Voraussetzungen
    Gut ausgerüstet sind Sie mit einem Studium in Robotik oder Elektrotechnik. Hilfreich sind zudem Kenntnisse in Simatic, Java- oder Kuka-Programmierung.
  • Gehalt
    Als Robotik-Ingenieur können Sie in einem durchaus lukrativen Trendberuf arbeiten. Ein Jahreseinkommen von bis zu 65.000 Euro ist keine Seltenheit.

Lebensmitteltechniker/-kontrolleur

  • Job
    Produktneuheiten im Lebensmittelbereich müssen entwickelt, kontrolliert und weiterverarbeitet werden, bevor sie das Supermarktregal erreichen. In diesem Verantwortungsbereich sind Lebensmitteltechniker und Lebensmittelkontrolleure unterwegs und arbeiten an dem, was die Menschen in Zukunft essen werden.
  • Voraussetzungen
    Beste Chancen haben Sie mit einem Studium der Lebensmitteltechnologie. Gerade wer auf der Karriereleiter nach oben will, kommt damit weiter. Es gibt aber auch den Weg über eine Ausbildung zum Lebensmitteltechniker.
  • Gehalt
    Das Gehalt liegt bei durchschnittlich 36.000 Euro im Jahr. Mit einem entsprechenden Studium können Sie mehr verdienen.

Software-Entwickler

  • Job
    Gerade Virtual-Reality steht im Fokus der Software-Entwicklung. Ob Health Care, Reisen, Edutainment, Games – für VR-Anwendungen sind die abenteuerlichsten Anwendungen denkbar. Software-Entwickler sind für die Umsetzung verantwortlich und erarbeiten die benötigten Programme, um die VR-Erlebnisse umzusetzen.
  • Voraussetzungen
    Software-Entwickler sind in der Regel Informatiker, die eine Ausbildung oder ein Studium absolviert haben. Überzeugen können Sie aber vor allem mit bereits selbst erstellen Programmen oder Projekten, an denen Sie mitgearbeitet haben.
  • Gehalt
    In der IT-Branche verdienen Sie überdurchschnittlich, das gilt auch für Software-Entwickler. Das Durchschnittsgehalt liegt bei rund 56.000 Euro jährlich.

Luft- und Raumfahrtingenieure

  • Job
    An Triebwerken für Flugobjekte arbeiten, neue Systeme zur optimalen Energieversorgung entwickeln oder die Ausrüstung für Flugzeuge und Raketen weiterentwickeln – typische Aufgabenbereiche für Luft- und Raumfahrtingenieure. In Zukunft wird die Branche immer wichtiger und die Nachfrage steigt.
  • Voraussetzungen
    Ein guter Abschluss in einem Studium für Luft- und Raumfahrttechnik wird von den meisten Arbeitgebern erwartet.
  • Gehalt
    Ingenieure verdienen gut, der Luft- und Raumfahrtbereich ist keine Ausnahme. Das durchschnittliche Gehalt liegt bei 60.000 Euro im Jahr.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Betriebsbedingte Kündigung: 4 Voraussetzungen + wie wehren https://karrierebibel.de/betriebsbedingte-kundigung/ Sun, 10 Jan 2021 17:00:41 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=43786

Die betriebsbedingte Kündigung gehört zu den häufigsten Kündigungsarten. Rund 73 Prozent der Arbeitnehmer verlieren so ihren Job – trotz guter Leistungen und tadellosem Verhalten. Die gesetzlichen Hürden für betriebsbedingte Kündigungen liegen aber hoch: Es darf keine Möglichkeit zur Weiterbeschäftigung geben, und es muss eine Sozialauswahl getroffen werden. Andernfalls ist die Entlassung unwirksam und Arbeitnehmer können dagegen klagen – oft mit guten Aussichten auf eine höhere Abfindung. Wir zeigen, was Sie bei der betriebsbedingten Kündigung beachten müssen, wie Sie richtig reagieren und sich wehren können…

Was ist eine betriebsbedingte Kündigung?

Bei der betriebsbedingten Kündigung beendet der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis wegen „dringender betrieblicher Erfordernisse“. Heißt: Der Arbeitsplatz fällt komplett weg. Der Angestellte kann nicht weiterbeschäftigt werden. Die Ursachen dafür liegen in der Regel im Unternehmen und nicht im Verhalten des Arbeitnehmers. Oft geht es um Schließungen von Betrieben, Betriebsteilen oder Abteilungen. Aber auch eine Pandemie wie Corona kann zu betriebsbedingten Kündigungen führen. Brechen Umsätze massiv ein und sind Aufträge dauerhaft rückläufig, folgen oft Personalabbau und Massenentlassungen.

Betriebsbedingte Kündigungen gehören zur Gruppe der ordentlichen Kündigungen – wie die verhaltensbedingte oder personenbedingte Kündigung. Bedeutet: Der Arbeitgeber muss dabei gesetzliche (und vertragliche) Kündigungsfristen einhalten und einen zulässigen Kündigungsgrund nachweisen. Andernfalls ist der Rauswurf unwirksam. Laut einer Studie der Anwaltskanzlei Eversheds LLP sind betriebsbedingte Kündigungen der häufigste Grund für einen Jobverlust.

Ordentliche Kuendigung Formen Statistik Grafik

Betriebsbedingte Kündigung Voraussetzungen: 4 Bedingungen

In einem Kleinbetrieb kann der Arbeitgeber vergleichsweise einfach kündigen. Beschäftigt der Betrieb aber regelmäßig mehr als zehn Mitarbeiter, fällt er unter das Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Der Kündigungsschutz für Arbeitnehmer greift, sobald ein Beschäftigter mindestens sechs Monaten lang angestellt ist (sogenannte „Wartezeit“). Danach kann der Chef nicht mehr grundlos kündigen.

Damit eine betriebsbedingte Kündigung wirksam ist, muss sie grundsätzlich vier Voraussetzungen erfüllen. Trifft nur eine der Bedingungen nicht zu, ist die Kündigung insgesamt ungültig.

1. Betriebliche Erfordernisse

Der Arbeitgeber kann betriebsbedingt nur wegen „dringender betrieblicher Erfordernisse“ kündigen. Dazu gehören beispielsweise die Schließung ganzer Betriebszweige oder die Insolvenz des Unternehmens. Kurzfristige Schwankungen in der Auftrags- oder Umsatzentwicklung reichen aber nicht (BAG, Az. 2 AZR 548/10). Der Auftragsrückgang muss dauerhaft sein.

Die Firma kann aber ebenso liquide und erfolgreich sein – und trotzdem betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Dahinter stehen zulässige unternehmerische Entscheidungen, die zu einem Wegfall bestimmter Arbeitsplätze führen. Unterschieden wird hierbei zwischen innerbetrieblichen und außerbetrieblichen Gründen.

Innerbetriebliche Gründe:

  • Stilllegung oder Schließung eines Betriebs oder einer Filiale
  • Zusammenlegung von Abteilungen
  • Umstrukturierungen oder Outsourcing
  • Effizienzsteigerung durch neue Fertigungsmethoden
  • Reduktion der Produktion
  • Einschränkung der Arbeitsschichten

Außerbetriebliche Gründe:

  • Rückgang der Auftragslage
  • Gesunkene Umsätze und Gewinne
  • Absatzschwierigkeiten
  • Fehlende Rentabilität
  • Verlust von Fördermitteln

Damit die Gründe eine betriebsbedingte Kündigung rechtfertigen, müssen sie beschlossen oder umgesetzt sein. Eine vorsorgliche betriebliche Kündigung ist unzulässig. Steckt das Unternehmen noch in der Planungsphase oder in Verkaufsverhandlungen, kann es (noch) nicht betriebsbedingt kündigen.

2. Keine Weiterbeschäftigung möglich

Eine Standort-Verlagerung oder Werksschließung rechtfertigt noch keine betriebsbedingte Kündigung. Der Wegfall des Arbeitsplatzes muss dauerhaft sein. Bedeutet: Für den Mitarbeiter darf es keine Chance geben, anderswo im Unternehmen weiterbeschäftigt zu werden (sogenannte „Dringlichkeit“). Selbst wenn der aktuelle Arbeitsplatz wegfällt, muss der Arbeitgeber zunächst versuchen, intern eine andere Position zu finden – per Versetzung oder Änderungskündigung. Erst wenn sich keine Alternative findet, kommt eine betriebsbedingte Kündigung in Betracht. Wird nach der Kündigung jedoch ein anderer Mitarbeiter für die Stelle eingestellt, der den Gekündigten ersetzt, ist die Kündigung unwirksam.

3. Interessenabwägung

Vor der betriebsbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber die Interessen des Unternehmens und des Arbeitnehmers gegeneinander abwägen. Ergibt sich, dass eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers wirtschaftlich und unternehmerisch nicht sinnvoll ist, fällt die Interessenabwägung zugunsten des Arbeitgebers aus. Diese Voraussetzung ist praktisch immer gegeben, wenn die beiden ersten Punkte erfüllt sind.

4. Sozialauswahl

Die Sozialauswahl regelt, wer zuerst gehen muss. Dabei geht es nach § 1 Abs. 3 KSchG darum, welche Mitarbeiter sozial besonders schutzbedürftig sind. Dafür muss der Arbeitgeber vier Kriterien berücksichtigen:

Die Sozialauswahl wird häufig mithilfe eines Punktesystems durchgeführt. Den Kriterien wie Betriebszugehörigkeit, Alter, Kinder und Handicap werden dann Punkte zugeordnet. Wer die wenigsten Punkte erreicht, muss oft zuerst gehen. Überdies muss der Arbeitgeber beachten, dass es sich bei den Angestellten um vergleichbare Fähigkeiten, ähnliche Tätigkeitsbereiche und gleiche Hierarchiestufen handelt (sogenannte „Vergleichbarkeit“).

Allerdings dürfen unter bestimmten Voraussetzungen einzelne Mitarbeiter davon ausgenommen werden (§ 1 Abs. 2 Satz 2 KSchG). Zum Beispiel herausragende Leistungsträger deren Weiterbeschäftigung im betrieblichen Interesse liegt. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass das Unternehmen per Sozialauswahl vergreist oder die produktivsten Mitarbeiter verliert.

Sonderkündigungsschutz für bestimmte Arbeitnehmer

Für bestimmte Arbeitnehmergruppen besteht ein besonderer Kündigungsschutz:

  • Betriebsratsmitglied
    Mitglieder des Betriebsrates dürfen nach § 15 Absatz 1 KSchG nicht ordentlich gekündigt werden. Ausnahme: Im Falle einer Betriebsstilllegung oder einer fristlosen Kündigung gilt dieser Schutz nicht.
  • Schwangere
    Gemäß § 17 Mutterschutzgesetz (MuSchG) darf einer Schwangeren mit Beginn der Schwangerschaft und bis vier Monate danach nicht gekündigt werden. Egal, wie lange das Arbeitsverhältnis besteht. Das gilt für Angestellte und Praktikantinnen ebenso wie für Schülerinnen oder Teilzeitbeschäftigte.
  • Elternzeit
    Arbeitnehmer in Elternzeit genießen besonderen Kündigungsschutz (§ 18 BEEG). Er beginnt mit dem Antrag auf Erziehungsurlaub, spätestens aber acht Wochen vor Beginn der Elternzeit.
  • Schwerbehinderung
    Schwerbehinderte Mitarbeiter dürfen nur mit Zustimmung des Integrationsamts gekündigt werden (§ 174 SGB IX). Zudem muss die Schwerbehindertenvertretung beteiligt werden. Ausgenommen davon sind Arbeitsverhältnisse, die weniger als ein halbes Jahr bestehen oder mit Aufhebungsvertrag beendet werden.


Fristen bei einer betriebsbedingten Kündigung

Auch bei einer betriebsbedingten Kündigung gelten mindestens die gesetzlichen Kündigungsfristen. Oder jene aus dem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag. Nach § 622 BGB Abs. 2 verlängern sich diese mit der Dauer der Beschäftigung des Mitarbeiters. Die maximale Kündigungsfrist für Arbeitgeber beträgt sieben Monate (nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit):

Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

Betriebsbedingte Kündigung Muster: Kostenlose Vorlage

Betriebsbedingte Kuendigung Muster SchreibenWie so ein Kündigungsschreiben durch den Arbeitgeber im Falle einer betriebsbedingten Kündigung aussehen kann, sehen Sie hier anhand unserer Vorlage, die wir als kostenlosen Download zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um ein Muster, dass im Einzelfall natürlich anders aussehen und formuliert werden kann.

Das Musterschreiben für eine betriebsbedingte Kündigung gibt Ihnen aber eine erste Vorstellung für ein solches Kündigungsschreiben.


Download Kündigung (WORD)

Welche Abfindung gibt es bei betriebsbedingter Kündigung?

Die betriebsbedingte Kündigung ist die einzige Kündigungsform, bei der Arbeitnehmern nach § 1a KschG eine Abfindung gesetzlich zusteht. Die Höhe der Abfindung ist in der Regel Verhandlungssache. Im Arbeitsrecht existierten hierzu keine Vorschriften. Berechnet wird diese meist nach der Formel: ein halbes bis ganzes Brutto-Monatsgehalt multipliziert mit den Beschäftigungsjahren.

Abfindung Berechnung Formel

Das Angebot können Sie akzeptieren – oder ein besseres aushandeln. Allein die glaubwürdige Androhung einer Kündigungsschutzklage sorgt oft schon für eine höhere Abfindungszahlung.

Aber Achtung: Ist die Abfindung eine Entschädigung für den Jobverlust, ist sie sozialversicherungsfrei. Nur die Einkommenssteuer ist darauf zu entrichten. Liegt die Abfindung aber über dem gesetzlichen Minimum von 0,5 Bruttogehältern pro Beschäftigungsjahr, kann sich das steuerlich negativ auswirken. Unterm Strich kommt dann womöglich weniger heraus. Also genau nachrechnen!

Reaktion: Wie verhalten bei betriebsbedingter Kündigung?

Auch wenn die Kündigung zunächst ein Schock ist: Sie müssen die betriebsbedingte Kündigung nicht akzeptieren und können sich dagegen wehren. So reagieren Arbeitnehmer richtig:

  • Unterschrift verweigern

    Manche Arbeitgeber verlangen, sich den Erhalt der Kündigung per Unterschrift bestätigen zu lassen. Achtung: Lassen Sie sich davon weder unter Druck setzen, noch zu einer Unterschrift drängen. Erstens müssen Sie nichts unterschreiben! Zweitens könnten Sie damit eine formal fehlerhafte und damit unwirksame Kündigung wirksam machen. Nehmen Sie das Kündigungsschreiben lediglich zur Kenntnis und bitten Sie um eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen. Prüfen Sie anschließend das Kündigungsschreiben und holen Sie sich juristischen Rat.

  • Bereitschaft signalisieren

    Wem betriebsbedingt gekündigt wurde (oder wer damit rechnet), sollte seinem Arbeitgeber schriftlich mitteilen, dass er oder sie zu einer Fortbildung oder Umschulung bereit ist. Dies erhöht nicht nur die Chance auf eine Versetzung und damit Weiterbeschäftigung. Es stärkt auch die Verhandlungsposition vor Gericht. Schließlich dokumentieren Arbeitnehmer so ihre Lösungsorientierung und Motivation zur Mitarbeit. Selbst wenn der Job trotzdem weg ist, kann der Schachzug zu einer höheren Abfindung führen.

  • Betriebsrat einschalten

    Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser laut § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) vor jeder Kündigung unterrichtet und angehört werden. Er kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Entlassung unwirksam. Gerade bei der Sozialauswahl werden häufig Fehler gemacht. Das kann so manche betriebsbedingte Kündigung aushebeln. Der Betriebsrat hat dann gute Chancen, attraktivere Abfindungen auszuhandeln oder eine Weiterbeschäftigung durchzusetzen.

  • Kündigungsschutzklage erheben

    Sollten Sie in der betriebsbedingten Kündigung Formfehler finden oder Zweifel an der Dringlichkeit der Kündigungsgründe haben, können Sie beim Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Die Klage muss aber innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Idealerweise wenden Sie sich dazu an einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wird diese Frist versäumt, gilt die ordentliche Kündigung als wirksam, sogar wenn sie das vorher formal nicht war. Zweiter Vorteil der Klage: Konkrete Zahlen und Gründe für die Kündigung muss der Arbeitgeber erst vor Gericht nachweisen. Solange Sie nicht dagegen klagen, wissen Sie nie wirklich, ob die Aussagen des Unternehmens stimmen. Mitglieder einer Gewerkschaft sind übrigens automatisch rechtsschutzversichert.

  • Aufhebungsvertrag annehmen

    Eine Alternative zur betriebsbedingten Kündigung kann ein Aufhebungsvertrag sein. Den bieten Arbeitgeber gerne an, um sich freizukaufen und so einem langwierigen Arbeitsrechtsstreit zu entgehen. Aus dem Grund bieten sie ebenso eine bis zu 1,5-fach höhere Abfindung an. Auch hier sollten Sie präzise nachrechnen und knallhart verhandeln: Was bleibt netto vom Brutto übrig? Bedenken Sie auch, dass Sie mit der Unterschrift Ihre Arbeitslosigkeit wieder selbst verursacht haben. Folge: 3-monatige Sperre beim Arbeitslosengeld (§ 159 Abs. 1 Nr. 1 SGB III). Die höhere Abfindung sollte das mindestens ausgleichen.

  • Arbeitsuchend melden

    Sobald Sie Kenntnis von der Kündigung erhalten, sollten Sie das Arbeitsamt darüber informieren und sich arbeitssuchend melden. Bis zum Ablauf der Kündigungsfrist sichern Sie sich so rechtzeitig Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld, und es entsteht keine finanzielle Lücke. Bei der betriebsbedingten Kündigung müssen Sie übrigens keine Sperrfrist beim ALG 1 fürchten. Schließlich haben Sie nichts falsch gemacht.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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Die betriebsbedingte Kündigung gehört zu den häufigsten Kündigungsarten. Rund 73 Prozent der Arbeitnehmer verlieren so ihren Job – trotz guter Leistungen und tadellosem Verhalten. Die gesetzlichen Hürden für betriebsbedingte Kündigungen liegen aber hoch: Es darf keine Möglichkeit zur Weiterbeschäftigung geben, und es muss eine Sozialauswahl getroffen werden. Andernfalls ist die Entlassung unwirksam und Arbeitnehmer können dagegen klagen – oft mit guten Aussichten auf eine höhere Abfindung. Wir zeigen, was Sie bei der betriebsbedingten Kündigung beachten müssen, wie Sie richtig reagieren und sich wehren können…

Was ist eine betriebsbedingte Kündigung?

Bei der betriebsbedingten Kündigung beendet der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis wegen „dringender betrieblicher Erfordernisse“. Heißt: Der Arbeitsplatz fällt komplett weg. Der Angestellte kann nicht weiterbeschäftigt werden. Die Ursachen dafür liegen in der Regel im Unternehmen und nicht im Verhalten des Arbeitnehmers. Oft geht es um Schließungen von Betrieben, Betriebsteilen oder Abteilungen. Aber auch eine Pandemie wie Corona kann zu betriebsbedingten Kündigungen führen. Brechen Umsätze massiv ein und sind Aufträge dauerhaft rückläufig, folgen oft Personalabbau und Massenentlassungen.

Betriebsbedingte Kündigungen gehören zur Gruppe der ordentlichen Kündigungen – wie die verhaltensbedingte oder personenbedingte Kündigung. Bedeutet: Der Arbeitgeber muss dabei gesetzliche (und vertragliche) Kündigungsfristen einhalten und einen zulässigen Kündigungsgrund nachweisen. Andernfalls ist der Rauswurf unwirksam. Laut einer Studie der Anwaltskanzlei Eversheds LLP sind betriebsbedingte Kündigungen der häufigste Grund für einen Jobverlust.

Ordentliche Kuendigung Formen Statistik Grafik

Betriebsbedingte Kündigung Voraussetzungen: 4 Bedingungen

In einem Kleinbetrieb kann der Arbeitgeber vergleichsweise einfach kündigen. Beschäftigt der Betrieb aber regelmäßig mehr als zehn Mitarbeiter, fällt er unter das Kündigungsschutzgesetz (KSchG). Der Kündigungsschutz für Arbeitnehmer greift, sobald ein Beschäftigter mindestens sechs Monaten lang angestellt ist (sogenannte „Wartezeit“). Danach kann der Chef nicht mehr grundlos kündigen.

Damit eine betriebsbedingte Kündigung wirksam ist, muss sie grundsätzlich vier Voraussetzungen erfüllen. Trifft nur eine der Bedingungen nicht zu, ist die Kündigung insgesamt ungültig.

1. Betriebliche Erfordernisse

Der Arbeitgeber kann betriebsbedingt nur wegen „dringender betrieblicher Erfordernisse“ kündigen. Dazu gehören beispielsweise die Schließung ganzer Betriebszweige oder die Insolvenz des Unternehmens. Kurzfristige Schwankungen in der Auftrags- oder Umsatzentwicklung reichen aber nicht (BAG, Az. 2 AZR 548/10). Der Auftragsrückgang muss dauerhaft sein.

Die Firma kann aber ebenso liquide und erfolgreich sein – und trotzdem betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Dahinter stehen zulässige unternehmerische Entscheidungen, die zu einem Wegfall bestimmter Arbeitsplätze führen. Unterschieden wird hierbei zwischen innerbetrieblichen und außerbetrieblichen Gründen.

Innerbetriebliche Gründe:

  • Stilllegung oder Schließung eines Betriebs oder einer Filiale
  • Zusammenlegung von Abteilungen
  • Umstrukturierungen oder Outsourcing
  • Effizienzsteigerung durch neue Fertigungsmethoden
  • Reduktion der Produktion
  • Einschränkung der Arbeitsschichten

Außerbetriebliche Gründe:

  • Rückgang der Auftragslage
  • Gesunkene Umsätze und Gewinne
  • Absatzschwierigkeiten
  • Fehlende Rentabilität
  • Verlust von Fördermitteln

Damit die Gründe eine betriebsbedingte Kündigung rechtfertigen, müssen sie beschlossen oder umgesetzt sein. Eine vorsorgliche betriebliche Kündigung ist unzulässig. Steckt das Unternehmen noch in der Planungsphase oder in Verkaufsverhandlungen, kann es (noch) nicht betriebsbedingt kündigen.

2. Keine Weiterbeschäftigung möglich

Eine Standort-Verlagerung oder Werksschließung rechtfertigt noch keine betriebsbedingte Kündigung. Der Wegfall des Arbeitsplatzes muss dauerhaft sein. Bedeutet: Für den Mitarbeiter darf es keine Chance geben, anderswo im Unternehmen weiterbeschäftigt zu werden (sogenannte „Dringlichkeit“). Selbst wenn der aktuelle Arbeitsplatz wegfällt, muss der Arbeitgeber zunächst versuchen, intern eine andere Position zu finden – per Versetzung oder Änderungskündigung. Erst wenn sich keine Alternative findet, kommt eine betriebsbedingte Kündigung in Betracht. Wird nach der Kündigung jedoch ein anderer Mitarbeiter für die Stelle eingestellt, der den Gekündigten ersetzt, ist die Kündigung unwirksam.

3. Interessenabwägung

Vor der betriebsbedingten Kündigung muss der Arbeitgeber die Interessen des Unternehmens und des Arbeitnehmers gegeneinander abwägen. Ergibt sich, dass eine Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers wirtschaftlich und unternehmerisch nicht sinnvoll ist, fällt die Interessenabwägung zugunsten des Arbeitgebers aus. Diese Voraussetzung ist praktisch immer gegeben, wenn die beiden ersten Punkte erfüllt sind.

4. Sozialauswahl

Die Sozialauswahl regelt, wer zuerst gehen muss. Dabei geht es nach § 1 Abs. 3 KSchG darum, welche Mitarbeiter sozial besonders schutzbedürftig sind. Dafür muss der Arbeitgeber vier Kriterien berücksichtigen:

Die Sozialauswahl wird häufig mithilfe eines Punktesystems durchgeführt. Den Kriterien wie Betriebszugehörigkeit, Alter, Kinder und Handicap werden dann Punkte zugeordnet. Wer die wenigsten Punkte erreicht, muss oft zuerst gehen. Überdies muss der Arbeitgeber beachten, dass es sich bei den Angestellten um vergleichbare Fähigkeiten, ähnliche Tätigkeitsbereiche und gleiche Hierarchiestufen handelt (sogenannte „Vergleichbarkeit“).

Allerdings dürfen unter bestimmten Voraussetzungen einzelne Mitarbeiter davon ausgenommen werden (§ 1 Abs. 2 Satz 2 KSchG). Zum Beispiel herausragende Leistungsträger deren Weiterbeschäftigung im betrieblichen Interesse liegt. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass das Unternehmen per Sozialauswahl vergreist oder die produktivsten Mitarbeiter verliert.

Sonderkündigungsschutz für bestimmte Arbeitnehmer

Für bestimmte Arbeitnehmergruppen besteht ein besonderer Kündigungsschutz:

  • Betriebsratsmitglied
    Mitglieder des Betriebsrates dürfen nach § 15 Absatz 1 KSchG nicht ordentlich gekündigt werden. Ausnahme: Im Falle einer Betriebsstilllegung oder einer fristlosen Kündigung gilt dieser Schutz nicht.
  • Schwangere
    Gemäß § 17 Mutterschutzgesetz (MuSchG) darf einer Schwangeren mit Beginn der Schwangerschaft und bis vier Monate danach nicht gekündigt werden. Egal, wie lange das Arbeitsverhältnis besteht. Das gilt für Angestellte und Praktikantinnen ebenso wie für Schülerinnen oder Teilzeitbeschäftigte.
  • Elternzeit
    Arbeitnehmer in Elternzeit genießen besonderen Kündigungsschutz (§ 18 BEEG). Er beginnt mit dem Antrag auf Erziehungsurlaub, spätestens aber acht Wochen vor Beginn der Elternzeit.
  • Schwerbehinderung
    Schwerbehinderte Mitarbeiter dürfen nur mit Zustimmung des Integrationsamts gekündigt werden (§ 174 SGB IX). Zudem muss die Schwerbehindertenvertretung beteiligt werden. Ausgenommen davon sind Arbeitsverhältnisse, die weniger als ein halbes Jahr bestehen oder mit Aufhebungsvertrag beendet werden.


Fristen bei einer betriebsbedingten Kündigung

Auch bei einer betriebsbedingten Kündigung gelten mindestens die gesetzlichen Kündigungsfristen. Oder jene aus dem Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag. Nach § 622 BGB Abs. 2 verlängern sich diese mit der Dauer der Beschäftigung des Mitarbeiters. Die maximale Kündigungsfrist für Arbeitgeber beträgt sieben Monate (nach 20 Jahren Betriebszugehörigkeit):

Kuendigungsfrist Arbeitgeber Uebersicht

Betriebsbedingte Kündigung Muster: Kostenlose Vorlage

Betriebsbedingte Kuendigung Muster SchreibenWie so ein Kündigungsschreiben durch den Arbeitgeber im Falle einer betriebsbedingten Kündigung aussehen kann, sehen Sie hier anhand unserer Vorlage, die wir als kostenlosen Download zur Verfügung stellen. Dabei handelt es sich um ein Muster, dass im Einzelfall natürlich anders aussehen und formuliert werden kann.

Das Musterschreiben für eine betriebsbedingte Kündigung gibt Ihnen aber eine erste Vorstellung für ein solches Kündigungsschreiben.


Download Kündigung (WORD)

Welche Abfindung gibt es bei betriebsbedingter Kündigung?

Die betriebsbedingte Kündigung ist die einzige Kündigungsform, bei der Arbeitnehmern nach § 1a KschG eine Abfindung gesetzlich zusteht. Die Höhe der Abfindung ist in der Regel Verhandlungssache. Im Arbeitsrecht existierten hierzu keine Vorschriften. Berechnet wird diese meist nach der Formel: ein halbes bis ganzes Brutto-Monatsgehalt multipliziert mit den Beschäftigungsjahren.

Abfindung Berechnung Formel

Das Angebot können Sie akzeptieren – oder ein besseres aushandeln. Allein die glaubwürdige Androhung einer Kündigungsschutzklage sorgt oft schon für eine höhere Abfindungszahlung.

Aber Achtung: Ist die Abfindung eine Entschädigung für den Jobverlust, ist sie sozialversicherungsfrei. Nur die Einkommenssteuer ist darauf zu entrichten. Liegt die Abfindung aber über dem gesetzlichen Minimum von 0,5 Bruttogehältern pro Beschäftigungsjahr, kann sich das steuerlich negativ auswirken. Unterm Strich kommt dann womöglich weniger heraus. Also genau nachrechnen!

Reaktion: Wie verhalten bei betriebsbedingter Kündigung?

Auch wenn die Kündigung zunächst ein Schock ist: Sie müssen die betriebsbedingte Kündigung nicht akzeptieren und können sich dagegen wehren. So reagieren Arbeitnehmer richtig:

  • Unterschrift verweigern

    Manche Arbeitgeber verlangen, sich den Erhalt der Kündigung per Unterschrift bestätigen zu lassen. Achtung: Lassen Sie sich davon weder unter Druck setzen, noch zu einer Unterschrift drängen. Erstens müssen Sie nichts unterschreiben! Zweitens könnten Sie damit eine formal fehlerhafte und damit unwirksame Kündigung wirksam machen. Nehmen Sie das Kündigungsschreiben lediglich zur Kenntnis und bitten Sie um eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen. Prüfen Sie anschließend das Kündigungsschreiben und holen Sie sich juristischen Rat.

  • Bereitschaft signalisieren

    Wem betriebsbedingt gekündigt wurde (oder wer damit rechnet), sollte seinem Arbeitgeber schriftlich mitteilen, dass er oder sie zu einer Fortbildung oder Umschulung bereit ist. Dies erhöht nicht nur die Chance auf eine Versetzung und damit Weiterbeschäftigung. Es stärkt auch die Verhandlungsposition vor Gericht. Schließlich dokumentieren Arbeitnehmer so ihre Lösungsorientierung und Motivation zur Mitarbeit. Selbst wenn der Job trotzdem weg ist, kann der Schachzug zu einer höheren Abfindung führen.

  • Betriebsrat einschalten

    Gibt es im Unternehmen einen Betriebsrat, muss dieser laut § 102 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) vor jeder Kündigung unterrichtet und angehört werden. Er kann binnen drei Tagen – schriftlich – Bedenken gegen die Kündigung aussprechen. Wird der Betriebsrat nicht umfassend über die geplante Kündigung und die Kündigungsgründe informiert, ist die Entlassung unwirksam. Gerade bei der Sozialauswahl werden häufig Fehler gemacht. Das kann so manche betriebsbedingte Kündigung aushebeln. Der Betriebsrat hat dann gute Chancen, attraktivere Abfindungen auszuhandeln oder eine Weiterbeschäftigung durchzusetzen.

  • Kündigungsschutzklage erheben

    Sollten Sie in der betriebsbedingten Kündigung Formfehler finden oder Zweifel an der Dringlichkeit der Kündigungsgründe haben, können Sie beim Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage einreichen. Die Klage muss aber innerhalb einer Frist von drei Wochen erhoben werden. Idealerweise wenden Sie sich dazu an einen Rechtsanwalt oder Fachanwalt für Arbeitsrecht. Wird diese Frist versäumt, gilt die ordentliche Kündigung als wirksam, sogar wenn sie das vorher formal nicht war. Zweiter Vorteil der Klage: Konkrete Zahlen und Gründe für die Kündigung muss der Arbeitgeber erst vor Gericht nachweisen. Solange Sie nicht dagegen klagen, wissen Sie nie wirklich, ob die Aussagen des Unternehmens stimmen. Mitglieder einer Gewerkschaft sind übrigens automatisch rechtsschutzversichert.

  • Aufhebungsvertrag annehmen

    Eine Alternative zur betriebsbedingten Kündigung kann ein Aufhebungsvertrag sein. Den bieten Arbeitgeber gerne an, um sich freizukaufen und so einem langwierigen Arbeitsrechtsstreit zu entgehen. Aus dem Grund bieten sie ebenso eine bis zu 1,5-fach höhere Abfindung an. Auch hier sollten Sie präzise nachrechnen und knallhart verhandeln: Was bleibt netto vom Brutto übrig? Bedenken Sie auch, dass Sie mit der Unterschrift Ihre Arbeitslosigkeit wieder selbst verursacht haben. Folge: 3-monatige Sperre beim Arbeitslosengeld (§ 159 Abs. 1 Nr. 1 SGB III). Die höhere Abfindung sollte das mindestens ausgleichen.

  • Arbeitsuchend melden

    Sobald Sie Kenntnis von der Kündigung erhalten, sollten Sie das Arbeitsamt darüber informieren und sich arbeitssuchend melden. Bis zum Ablauf der Kündigungsfrist sichern Sie sich so rechtzeitig Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld, und es entsteht keine finanzielle Lücke. Bei der betriebsbedingten Kündigung müssen Sie übrigens keine Sperrfrist beim ALG 1 fürchten. Schließlich haben Sie nichts falsch gemacht.

Was andere Leser dazu gelesen haben

[Bildnachweis: Karrierebibel.de]

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Kündigungsstile: Diese 7 beeinflussen Ihre Karriere https://karrierebibel.de/kuendigungsstile/ Sun, 10 Jan 2021 11:00:22 +0000 Jochen Mai https://karrierebibel.de/?p=75012

Eine Kündigung ist immer Ende und Neuanfang zugleich. Kündigungsstile haben dabei eine viel wichtigere Rolle als bislang angenommen. Wie es für einen Mitarbeiter beruflich weitergeht, hängt enorm davon ab, wie dieser kündigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie um Anthony Klotz von der Oregon State Universität und Mark Bolino an der Universität von Oklahoma. Kurz: Die Art und Weise, wie sich Arbeitnehmer von ihrem Job und Unternehmen trennen, hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf deren weitere Laufbahn und künftigen Ziele. Gleich mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle…

Kündigungsstile: Warum sind diese so wichtig?

Warum ein Arbeitnehmer kündigt, kann unterschiedliche Ursachen haben: akuter Frust ebenso wie ein besseres Jobangebot oder eine berufliche Neuorientierung. Alle drei sind legitim. Den Unterschied aber macht das WIE: Wie Sie gehen, hinterlässt so oder so einen bleibenden Eindruck. Ob Sie sich im Rosenkrieg trennen oder respekt- und stilvoll kündigen – es hallt nach und spricht sich herum.

Arbeitnehmer sollten nie unterschätzen, wie vernetzt viele Branchen, Kollegen und Personaler heute dank Social Media sind. Und das Sprichwort stimmt: „Man begegnet sich immer zweimal im Leben.“ Die Kündigungsstile können dafür sorgen, dass Sie auch nach dem Weggang von den alten Kontakten noch profitieren, dass man Ihnen Gutes nachsagt und Sie unterstützt. Oder das genaue Gegenteil. So mancher Kündigungsstil und Befreiungsschlag hat sich schon als Pyrrhussieg entpuppt, der einem den Wiedereinstieg und weiteren Weg verbaut.

7 Kündigungsstile und ihre Folgen

Laut Forschung lassen sich im Wesentlichen sieben Kündigungsstile unterscheiden. Diese haben unterschiedliche Anlässe und Folgen – auch für die weitere berufliche Karriere.

Der klassische Kündigungsstil

Knapp ein Drittel der Arbeitnehmer geht klassisch-professionell: mit fristgerechter ordentlichen Kündigung und Kündigungsschreiben, anschließendem Kündigungsgespräch, Übergabe und Abschied. So hinterlassen sie einen positiven letzten Eindruck. Führungskräfte zeigen bei der persönlichen Aussprache oft Verständnis für die Situation und die Beweggründe der Kündigung. Die Trennung erfolgt im wesentlichen einvernehmlich und respektvoll. Gut so! Dadurch bleiben Kontakte über den Weggang hinaus erhalten. Der Mitarbeiter profitiert von einem guten Arbeitszeugnis und einer tadellosen Reputation bei späteren Bewerbungen.

Der dankbare Kündigungsstil

Der dankbare Kündigungsstil geht noch einen Schritt weiter. Er basiert auf einem bislang guten Arbeitsverhältnis, das von Wertschätzung gekennzeichnet ist. Zwar kündigt der Mitarbeiter. Er hat aber zugleich das Bedürfnis, seine Kündigung zu erklären und dabei Dankbarkeit für die vergangene Zeit auszudrücken. Rund 10 Prozent Arbeitnehmer trennen sich laut Studie so. Ein solcher Abschied und Kündigungsstil ist meist herzlich, vielleicht sogar emotional bis traurig. Seine Ursache liegt nicht in Frust oder Unzufriedenheit. Vielmehr sind es veränderte Lebensumstände oder neue persönliche Ziele, die den Weggang erforderlich machen. Die Folgen dieses Kündigungsstils sind (fast) immer positiv: Arbeitgeber bedauern das Ausscheiden und können sich oft eine erneute Zusammenarbeit in der Zukunft vorstellen. Folge: Sie unterstützen den Arbeitnehmer gerne weiterhin: Zum Beispiel mit einem Empfehlungsschreiben, Referenzen oder ihrem Netzwerk.

Der oberflächliche Kündigungsstil

Bei diesem Kündigungsstil findet zwar auch ein Gespräch mit dem Chef statt. Doch geht dabei weniger um Gründe oder Absichten, sondern allein um sachliche Fakten. Motto: „Ich kündige. Wollte ich Ihnen kurz sagen. Danke für das Gespräch.“ Laut Studie findet sich dieser Kündigungsstil bei rund 30 Prozent der Kündigungen. Im Grunde muss bei einem Jobwechsel auch nicht mehr sein. Entsprechend konnten die Forscher hierbei auch keine negativen Auswirkungen feststellen. Die Reaktionen der Vorgesetzten darauf waren ebenfalls neutral und sachlich. Den Mitarbeitern war in diesem Fall aber häufig auch nicht daran gelegen, weiterhin in Kontakt zu bleiben.

Der ankündigende Kündigungsstil

Bei diesem Kündigungsstil bekommt der Chef eine Art Vorwarnzeit. Die Kündigung wird frühzeitig angedeutet oder sogar angekündigt. Noch bevor sie tatsächlich schriftlich eingereicht wird und damit die Kündigungsfrist beginnt. Das ist zum Beispiel auch bei der fristlosen Kündigung durch Arbeitnehmer so. Ihr muss meist eine Abmahnung (auch durch den Mitarbeiter) vorausgehen. Etwa acht Prozent nutzten diesen Kündigungsstil. Auch hier ist der Effekt neutral: Zwar sind viele Führungskräfte froh darum, mehr Zeit zu haben, um die Position neu zu besetzen. Es steht für beide Seiten aber fest, dass es keine Verlängerung der Zusammenarbeit geben wird.

Der vermeidende Kündigungsstil

Hierbei versucht der Mitarbeiter soweit wie möglich unter dem Radar zu bleiben. Die Kündigung wird schriftlich eingereicht, möglichst indirekt über die Personalabteilung. Ein persönliches Gespräch findet nicht statt. Auch sonst wird dem Thema eher aus dem Weg gegangen. Grund dafür ist in der Regel die Angst vor einer Diskussion, Konfrontation und Rechtfertigung. Fast jede Zehnte Kündigung lief in der Studie nach diesem Muster ab. Die Effekte waren nüchtern bis negativ. Das Arbeitsverhältnis läuft zwar langsam aus. Aber das Verhalten wurde als wenig professionell bewertet: unsouverän und ohne Schneid. Für den Ruf der scheidenden Mitarbeiter war das nicht immer gut – auch bei den Ex-Kollegen.

Der laute Kündigungsstil

Trennungen laufen natürlich nicht immer lautlos ab. Wenn Wut, Ärger und Frust die Regie übernehmen, wird es mitunter laut und verletzend. So auch bei diesem Kündigungsstil: Der Arbeitnehmer nutzt die Gelegenheit, der Chef mal so richtig die Meinung zu sagen und abzurechnen. Alle angestauten Emotionen kochen hoch. Manche brüllen die Demütigungen der Vergangenheit regelrecht hinaus. Das Ergebnis ist ein handfester Streit. Auch wenn rund 10 Prozent der Kündigungen so ablaufen – gute Folgen haben diese Kündigungsstile nie: Wer den Chef dabei grob beleidigt oder tätlich wird, kann dafür trotzdem noch eine fristlose Kündigung kassieren. Effekt: Der Arbeitnehmer bekommt eine 3-monatige Sperrzeit beim Arbeitsamt für das Arbeitslosengeld. Besonders schweres Fehlverhalten kann sogar noch Eingang im Arbeitszeugnis finden. Und läuft einem dann eine Karriere lang nach.

Der impulsive Kündigungsstil

Mit unter 5 Prozent ist der impulsive Kündigungsstil der seltenste von allen. Allerdings hat er auch besonders dramatische Folgen. Die Kündigung entspricht hierbei einer Art Kurzschlussreaktion. Der Mitarbeiter schmeißt sprichwörtlich alles hin, kündigt spontan. Auslöser können ein entgleister Streit mit dem Chef sein, ein ungerechtes, unfaires Verhalten. Oder der Mitarbeiter wurde bei der Beförderung übergangen, obwohl die lange versprochen war. Wer impulsiv die Kündigung ausspricht, sollte bedenken: Die mündliche Kündigung (aus dem Affekt) ist unwirksam. Die schriftliche aber ist endgültig und kann nicht widerrufen werden. Die Folgen: kein Job, kein Gehalt – und beim Arbeitsamt eine 3-monatige Sperre, weil die Arbeitslosigkeit selbst verschuldet ist. Überdies muss die impulsive Kündigung später begründet werden. Oft wirken solche Mitarbeiter unstet und wenig belastbar. Den Job kündigen oder durchhalten – das will gut überlegt sein.

Job kündigen: So geht es richtig

Die Erkenntnis aus der Studie ist eindeutig: Die Kündigung – ob mit Dankbarkeit, mit Ankündigung oder in Rage – verrät nicht nur viel über uns selbst. Über unser Verhältnis zur Arbeit. Unsere Professionalität und Konfliktfähigkeit. Über unsere Gefühlswelt oder narzisstische Kränkungen. Sie hinterlässt immer auch Spuren. Schon im eigenen Interesse sollten Arbeitnehmer bei der Trennung über den eigenen Schatten springen lernen und Profi bleiben. Bis zum Schluss. Das ist auch ein Zeichen emotionaler Reife.

Idealerweise kündigen Arbeitnehmer so:

  • Wägen Sie Ihre Entscheidung in Ruhe und rational ab. Und schlafen Sie eine Nacht darüber.
  • Formulieren Sie ein formal korrektes Kündigungsschreiben.
  • Übergeben Sie dieses dem Vorgesetzten persönlich.
  • Bleiben Sie im Kündigungsgespräch sachlich und frei von Vorwürfen.
  • Wenn möglich begründen Sie Ihren Schritt mit einer Hin-Zu-Motivation, nie Weg-Von-Motivation!
  • Sorgen Sie für eine reibungslose Übergabe und arbeiten Sie Ihren Nachfolger ein.
  • Verabschieden Sie sich von den Kollegen – immer mit Dank. Irgendwas nimmt jeder mit.
  • Und bitten Sie rechtzeitig um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis.

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Eine Kündigung ist immer Ende und Neuanfang zugleich. Kündigungsstile haben dabei eine viel wichtigere Rolle als bislang angenommen. Wie es für einen Mitarbeiter beruflich weitergeht, hängt enorm davon ab, wie dieser kündigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie um Anthony Klotz von der Oregon State Universität und Mark Bolino an der Universität von Oklahoma. Kurz: Die Art und Weise, wie sich Arbeitnehmer von ihrem Job und Unternehmen trennen, hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf deren weitere Laufbahn und künftigen Ziele. Gleich mehrere Faktoren spielen dabei eine Rolle…

Kündigungsstile: Warum sind diese so wichtig?

Warum ein Arbeitnehmer kündigt, kann unterschiedliche Ursachen haben: akuter Frust ebenso wie ein besseres Jobangebot oder eine berufliche Neuorientierung. Alle drei sind legitim. Den Unterschied aber macht das WIE: Wie Sie gehen, hinterlässt so oder so einen bleibenden Eindruck. Ob Sie sich im Rosenkrieg trennen oder respekt- und stilvoll kündigen – es hallt nach und spricht sich herum.

Arbeitnehmer sollten nie unterschätzen, wie vernetzt viele Branchen, Kollegen und Personaler heute dank Social Media sind. Und das Sprichwort stimmt: „Man begegnet sich immer zweimal im Leben.“ Die Kündigungsstile können dafür sorgen, dass Sie auch nach dem Weggang von den alten Kontakten noch profitieren, dass man Ihnen Gutes nachsagt und Sie unterstützt. Oder das genaue Gegenteil. So mancher Kündigungsstil und Befreiungsschlag hat sich schon als Pyrrhussieg entpuppt, der einem den Wiedereinstieg und weiteren Weg verbaut.

7 Kündigungsstile und ihre Folgen

Laut Forschung lassen sich im Wesentlichen sieben Kündigungsstile unterscheiden. Diese haben unterschiedliche Anlässe und Folgen – auch für die weitere berufliche Karriere.

Der klassische Kündigungsstil

Knapp ein Drittel der Arbeitnehmer geht klassisch-professionell: mit fristgerechter ordentlichen Kündigung und Kündigungsschreiben, anschließendem Kündigungsgespräch, Übergabe und Abschied. So hinterlassen sie einen positiven letzten Eindruck. Führungskräfte zeigen bei der persönlichen Aussprache oft Verständnis für die Situation und die Beweggründe der Kündigung. Die Trennung erfolgt im wesentlichen einvernehmlich und respektvoll. Gut so! Dadurch bleiben Kontakte über den Weggang hinaus erhalten. Der Mitarbeiter profitiert von einem guten Arbeitszeugnis und einer tadellosen Reputation bei späteren Bewerbungen.

Der dankbare Kündigungsstil

Der dankbare Kündigungsstil geht noch einen Schritt weiter. Er basiert auf einem bislang guten Arbeitsverhältnis, das von Wertschätzung gekennzeichnet ist. Zwar kündigt der Mitarbeiter. Er hat aber zugleich das Bedürfnis, seine Kündigung zu erklären und dabei Dankbarkeit für die vergangene Zeit auszudrücken. Rund 10 Prozent Arbeitnehmer trennen sich laut Studie so. Ein solcher Abschied und Kündigungsstil ist meist herzlich, vielleicht sogar emotional bis traurig. Seine Ursache liegt nicht in Frust oder Unzufriedenheit. Vielmehr sind es veränderte Lebensumstände oder neue persönliche Ziele, die den Weggang erforderlich machen. Die Folgen dieses Kündigungsstils sind (fast) immer positiv: Arbeitgeber bedauern das Ausscheiden und können sich oft eine erneute Zusammenarbeit in der Zukunft vorstellen. Folge: Sie unterstützen den Arbeitnehmer gerne weiterhin: Zum Beispiel mit einem Empfehlungsschreiben, Referenzen oder ihrem Netzwerk.

Der oberflächliche Kündigungsstil

Bei diesem Kündigungsstil findet zwar auch ein Gespräch mit dem Chef statt. Doch geht dabei weniger um Gründe oder Absichten, sondern allein um sachliche Fakten. Motto: „Ich kündige. Wollte ich Ihnen kurz sagen. Danke für das Gespräch.“ Laut Studie findet sich dieser Kündigungsstil bei rund 30 Prozent der Kündigungen. Im Grunde muss bei einem Jobwechsel auch nicht mehr sein. Entsprechend konnten die Forscher hierbei auch keine negativen Auswirkungen feststellen. Die Reaktionen der Vorgesetzten darauf waren ebenfalls neutral und sachlich. Den Mitarbeitern war in diesem Fall aber häufig auch nicht daran gelegen, weiterhin in Kontakt zu bleiben.

Der ankündigende Kündigungsstil

Bei diesem Kündigungsstil bekommt der Chef eine Art Vorwarnzeit. Die Kündigung wird frühzeitig angedeutet oder sogar angekündigt. Noch bevor sie tatsächlich schriftlich eingereicht wird und damit die Kündigungsfrist beginnt. Das ist zum Beispiel auch bei der fristlosen Kündigung durch Arbeitnehmer so. Ihr muss meist eine Abmahnung (auch durch den Mitarbeiter) vorausgehen. Etwa acht Prozent nutzten diesen Kündigungsstil. Auch hier ist der Effekt neutral: Zwar sind viele Führungskräfte froh darum, mehr Zeit zu haben, um die Position neu zu besetzen. Es steht für beide Seiten aber fest, dass es keine Verlängerung der Zusammenarbeit geben wird.

Der vermeidende Kündigungsstil

Hierbei versucht der Mitarbeiter soweit wie möglich unter dem Radar zu bleiben. Die Kündigung wird schriftlich eingereicht, möglichst indirekt über die Personalabteilung. Ein persönliches Gespräch findet nicht statt. Auch sonst wird dem Thema eher aus dem Weg gegangen. Grund dafür ist in der Regel die Angst vor einer Diskussion, Konfrontation und Rechtfertigung. Fast jede Zehnte Kündigung lief in der Studie nach diesem Muster ab. Die Effekte waren nüchtern bis negativ. Das Arbeitsverhältnis läuft zwar langsam aus. Aber das Verhalten wurde als wenig professionell bewertet: unsouverän und ohne Schneid. Für den Ruf der scheidenden Mitarbeiter war das nicht immer gut – auch bei den Ex-Kollegen.

Der laute Kündigungsstil

Trennungen laufen natürlich nicht immer lautlos ab. Wenn Wut, Ärger und Frust die Regie übernehmen, wird es mitunter laut und verletzend. So auch bei diesem Kündigungsstil: Der Arbeitnehmer nutzt die Gelegenheit, der Chef mal so richtig die Meinung zu sagen und abzurechnen. Alle angestauten Emotionen kochen hoch. Manche brüllen die Demütigungen der Vergangenheit regelrecht hinaus. Das Ergebnis ist ein handfester Streit. Auch wenn rund 10 Prozent der Kündigungen so ablaufen – gute Folgen haben diese Kündigungsstile nie: Wer den Chef dabei grob beleidigt oder tätlich wird, kann dafür trotzdem noch eine fristlose Kündigung kassieren. Effekt: Der Arbeitnehmer bekommt eine 3-monatige Sperrzeit beim Arbeitsamt für das Arbeitslosengeld. Besonders schweres Fehlverhalten kann sogar noch Eingang im Arbeitszeugnis finden. Und läuft einem dann eine Karriere lang nach.

Der impulsive Kündigungsstil

Mit unter 5 Prozent ist der impulsive Kündigungsstil der seltenste von allen. Allerdings hat er auch besonders dramatische Folgen. Die Kündigung entspricht hierbei einer Art Kurzschlussreaktion. Der Mitarbeiter schmeißt sprichwörtlich alles hin, kündigt spontan. Auslöser können ein entgleister Streit mit dem Chef sein, ein ungerechtes, unfaires Verhalten. Oder der Mitarbeiter wurde bei der Beförderung übergangen, obwohl die lange versprochen war. Wer impulsiv die Kündigung ausspricht, sollte bedenken: Die mündliche Kündigung (aus dem Affekt) ist unwirksam. Die schriftliche aber ist endgültig und kann nicht widerrufen werden. Die Folgen: kein Job, kein Gehalt – und beim Arbeitsamt eine 3-monatige Sperre, weil die Arbeitslosigkeit selbst verschuldet ist. Überdies muss die impulsive Kündigung später begründet werden. Oft wirken solche Mitarbeiter unstet und wenig belastbar. Den Job kündigen oder durchhalten – das will gut überlegt sein.

Job kündigen: So geht es richtig

Die Erkenntnis aus der Studie ist eindeutig: Die Kündigung – ob mit Dankbarkeit, mit Ankündigung oder in Rage – verrät nicht nur viel über uns selbst. Über unser Verhältnis zur Arbeit. Unsere Professionalität und Konfliktfähigkeit. Über unsere Gefühlswelt oder narzisstische Kränkungen. Sie hinterlässt immer auch Spuren. Schon im eigenen Interesse sollten Arbeitnehmer bei der Trennung über den eigenen Schatten springen lernen und Profi bleiben. Bis zum Schluss. Das ist auch ein Zeichen emotionaler Reife.

Idealerweise kündigen Arbeitnehmer so:

  • Wägen Sie Ihre Entscheidung in Ruhe und rational ab. Und schlafen Sie eine Nacht darüber.
  • Formulieren Sie ein formal korrektes Kündigungsschreiben.
  • Übergeben Sie dieses dem Vorgesetzten persönlich.
  • Bleiben Sie im Kündigungsgespräch sachlich und frei von Vorwürfen.
  • Wenn möglich begründen Sie Ihren Schritt mit einer Hin-Zu-Motivation, nie Weg-Von-Motivation!
  • Sorgen Sie für eine reibungslose Übergabe und arbeiten Sie Ihren Nachfolger ein.
  • Verabschieden Sie sich von den Kollegen – immer mit Dank. Irgendwas nimmt jeder mit.
  • Und bitten Sie rechtzeitig um ein qualifiziertes Arbeitszeugnis.

Was andere Leser dazu gelesen haben

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Zukunft der Arbeit: Was verändert sich? https://karrierebibel.de/zukunft-der-arbeit/ Sat, 09 Jan 2021 18:00:17 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=66281

Die Zukunft der Arbeit begann vergangenes Jahr. Die Corona-Krise hat die Arbeitswelt massiv verändert. Der Trend wird sich dieses Jahr noch verstärken: Homeoffice, virtuelle Teams und Führung, Videokonferenzen statt Reisen, Digitalisierung – all das prägte und prägt zahlreiche Berufe und Branchen. Welche Veränderungen erwarten uns im Detail? Worauf müssen sich Arbeitnehmer wie Arbeitgeber bei der Zukunft der Arbeit einstellen? Welche Berufe könnten in künftig wegfallen? Wichtige Trends und Antworten…

Welche Trends beeinflussen die Zukunft der Arbeit?

Mit der Corona-Pandemie kam der Durchbruch. Arbeitgeber, die sich der Digitalisierung, New Work und anderen modernen Arbeitsformen bisher beharrlich verweigert haben, schicken ihre Mitarbeiter unlängst ins Homeoffice. Oft notgedrungen. Aber nicht ohne Folgen. Sie merken: Auf einmal geht es doch. Das hat zahlreiche Implikationen und Folgen. Die Zukunft der Arbeit – sie sieht vor allem so aus:

  • Mehr Homeoffice, weniger pendeln

    Dort wo die Homeoffice-Regelungen nach einer Eingewöhnungsphase schon jetzt gut funktionieren, werden sie auch künftig bleiben oder häufiger eingesetzt werden. Vor allem dort, wo es vorher undenkbar schien. Bedeutet: Arbeitnehmer müssen künftig weniger zur Arbeit pendeln, verbringen weniger Zeit in Staus oder in überfüllten Zügen. Das ist gut für Berufspendler und spart Lebenszeit, verringert den Verkehr, schont die Umwelt und die Nerven. Es bedeutet aber auch, dass wir unsere privaten Lebensräume künftig anders gestalten – mit flexiblen Arbeitsnischen oder ganzen Arbeitszimmern. Immerhin: Wer im Ho­me­of­fice ar­bei­tet, bekommt steu­er­li­che Erleich­te­run­gen. Die „Homeoffice-Pauschale“ erlaubt Arbeitnehmern bis zu 600 Euro jährlich von der Steuer abzusetzen – 5 Euro für jeden Tag, an dem die berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt wurde.

  • Mehr Videokonferenzen, weniger Dienstreisen

    Verändern wird sich ebenso die Art, wie wir mit anderen kommunizieren. Wenn selbst Regierungschefs ihre Länder per Videokonferenz oder Telefonkonferenz lenken können (und handlungsfähig bleiben), gilt das umso mehr für Manager und ihre Mitarbeiter. Videokonferenzen sparen zudem Reisekosten und Reisezeit. Sicher, manches verhandelt man auch weiterhin besser im physischen 4-Augen-Gespräch. Aber moderne Arbeitsmodelle wie Remote Work sind nur der Anfang. Die Corona-Pandemie zeigt, dass nicht nur technologische Errungenschaften, sondern auch äußere Faktoren als Katalysator Entwicklungen beschleunigen können.

  • Mehr Wohnraum, weniger Büros

    Wenn immer mehr Menschen im Homeoffice arbeiten, dann brauchen die Unternehmen insgesamt weniger Büroflächen. Schließlich müssen nicht immer alle gleichzeitig in der Firma sein. Wenn Unternehmen ihre Flächen verkleinern, spart das Miet- und Fixkosten. Es schafft aber auch neue Wohnflächen in den Innenstädten und entspannt so den Wohnungsmarkt. Mehr noch: Es könnte eine neue Rückkehr aufs Land einsetzen, wo es (für Familien) mehr Wohnfläche (und Natur) für kleinere Geldbeutel gibt. Dank Digitalisierung, den Homeoffice- und Videokonferenz-Erfahrungen müssen wir nicht zwangsläufig möglichst nah bei unseren Arbeitgebern wohnen. Ein enormer Gewinn an Lebensqualität.

  • Mehr Flexibilität, weniger Großraum

    Der Zukunftstrend begann schon vor einigen Jahren, wird sich aber künftig fortsetzen: Die Büros und Arbeitsplätze selbst verändern ihr Gesicht. Schmucklose Großraumbüros waren vorgestern. Deutlich zunehmen werden flexible Multizweck-Designs – mit offenen Bereichen für teamorientiertes Arbeiten, abgeschiedenen Räume für konzentriertes Arbeiten und speziellen Rückzugsräumen zur Entspannung. Alles auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Aufgaben zugeschnitten. Der Arbeitnehmer der Zukunft passt sich nicht seinem Arbeitsplatz an, sondern umgekehrt.

  • Mehr Virtualität, weniger Karriere

    Zugleich stellt das zunehmende kollaborative Arbeiten in virtuellen Teams Fach- und Führungskräfte vor neue Herausforderungen: Chefs müssen lernen, wie sie vernetzte, aber nicht mehr physisch anwesenden Teams managen und führen. Zugleich müssen Mitarbeiter und Fachkräfte herausfinden, wie sie innerhalb solch aufgelöster Strukturen sichtbar bleiben und Karriere machen. Oder sich beruflich weiterentwickeln können. Auch dieser Prozess wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern.

  • Mehr Freiheit, weniger Sicherheit

    Soviel mehr Leben im Internet und Intranet birgt allerdings auch Konflikte. Zukünftig werden wir stärker zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und dem nach Freiheit hin- und herschwanken. Wir wollen alles teilen, jede Information mitbekommen und von überall Zugriff haben, online shoppen – gleichzeitig aber unsere Privatsphäre schützen. Die Kontrolle über die eigenen, privaten Daten wird daher zu einem wachsenden Trend und Thema. Noch stärker als bisher.

Und nicht zuletzt wird die Zukunft einige Branchen (positiv) umkrempeln. Allen voran die Gesundheitsbranche. Wir erkennen schon heute wie systemrelevant unser Gesundheitssystem ist. Der Beruf und die Leistungen von Krankenschwestern, Pflegern und Ärzten müssen daher nicht nur (zynisch) beklatscht, sondern auch finanziell aufgewertet werden. Durch höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen und -zeiten.

Welche Berufe werden in Zukunft wegfallen?

Digitalisierung und technischer Fortschritt hängen zusammen: Laptops, Smartphones und Smartwatches sind in Beruf und Freizeit kaum wegzudenken. Die Weiterentwicklung solcher Geräte wird nicht nur Jobs, sondern möglicherweise ganze Berufsfelder revolutionieren. Wo heute noch menschliche Arbeitskraft vonnöten ist, setzen sich in ein paar Jahren schon technische Lösungen durch – schneller, einfacher und nicht zuletzt billiger.

Das hat Folgen für zahlreiche Berufsbilder. Manche werden gestärkt, andere verändern sich radikal und wieder andere fallen voraussichtlich weg:

  • Verkäufer
    Schon heute verlagert sich der Einkauf immer weiter ins Internet. Shopping findet zunehmend vor dem Monitor statt. Das ist ein Problem für die Innenstädte – sie bleiben leer. Die persönliche Beratung fällt zwar deswegen nie ganz weg. Aber die Anzahl der Verkäufer-Jobs wird sich verringern.
  • Mechaniker
    Viele der Aufgaben, für die ein Mechaniker heute zuständig ist, lassen sich durch technische Hilfsmittel oder Roboter ausführen. Mit fortschreitender Technik wird es in dieser Branche wahrscheinlich ebenfalls immer weniger Nachfrage geben. Vor allem dann, um die Roboter zu warten und zu reparieren.
  • Versicherungsmakler
    Schon heute übernimmt in einigen Portalen die Software diese Arbeit: Preise und Leistungen vergleichen, das perfekte Portfolio zusammenstellen. Wo Menschen umständlich recherchieren, spidert die Software sekundenschnell durchs Netz, gleicht Angebote und Verträge ab. Je nach Algorithmus auch frei von menschlichen Vorurteilen und subjektiven Vorlieben.
  • Buchhändler
    Gehen die Entwicklungen so weiter, wird es für Buchhändler schwerer. Der stationäre Buchhandel hat angesichts teurer Innenstadtmieten oft nicht die Lagerkapazitäten und erwünschte Auswahl zu bieten. Gerade kleine Geschäfte kommen nicht gegen große Online-Händler an.
  • Taxifahrer
    Noch ist es nicht so weit, aber es könnte eine Frage der Zeit sein, bis selbstfahrende Autos die Straßen regieren. Das trifft auf lange Sicht nicht nur Taxifahrer, sondern ebenso Busfahrer, Lieferanten, Chauffeure oder Gabelstaplerfahrer.

3 Thesen für die Zukunft der Arbeit

Es ist spannend zu beobachten, wie sich die Zukunft der Arbeit entwickeln wird. Wir wagen mit drei Thesen einen Ausblick auf das, was in den nächsten Jahren passieren wird:

1. Work-Life-Integration nimmt zu

Bisher war Work-Life-Balance ein weit verbreitetes Ziel. Die Zukunft der Arbeit rückt ein anderes Konzept in den Mittelpunkt: die Work-Life-Integration. Es geht nicht mehr darum, zwei scheinbar gegensätzliche Welten in Balance zu halten. Stattdessen wächst das Verständnis, dass Leben und Arbeit zusammengehören, ineinander übergehen und sich verbinden. In Zukunft gilt es, deren Integration auszubalancieren und zu gewichten.

2. Flexibilität gewinnt an Bedeutung

In der Zukunft der Arbeit ist Flexibilität wichtig. Gewinner sind diejenigen, die sich flexibel an die Veränderungen anpassen und auf neue Situationen einstellen können. Das gilt für Unternehmen, Angestellte, Freiberufler und Selbstständige gleichermaßen. Auch die Arbeitsgestaltung wird zunehmend flexibler werden. Starre Arbeitszeiten und Anwesenheitspflicht rücken in den Hintergrund. Eng verzahnt ist dies mit der genannten Work-Life-Integration.

3. Spezialisierung verbessert die Jobchancen

Viele befürchten, dass in der Zukunft der Arbeit etliche Jobs wegfallen. Dabei übersehen sie, dass gleichzeitig zahlreiche neue Felder und Berufe entstehen. Wichtiger wird die Spezialisierung der Arbeitnehmer, um diesen Herausforderungen gewachsen zu – und auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben. Mit der richtigen Ausbildung, passenden Erfahrungen und den benötigten Fähigkeiten lassen sich die Jobchancen deutlich steigern. Generalisten haben es dagegen zunehmend schwerer.

Anforderungen an Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Politik

Die genannten Veränderungen erfordern Anpassungen sowohl bei Unternehmen wie in der Politik und Gesellschaft.

Arbeitgeber

Experten wie Christiane Brandes-Visbeck sind davon überzeugt, dass es in Unternehmen stärker als bisher auf bestimmte Führungsqualitäten ankommt. Gefragt seien weniger Egomanen, die ohne Rücksicht auf Verluste ihr Ziel verfolgen würden, sondern vielmehr Digital Leader. Digital Leadership verbindet zweierlei: Starke Sozialkompetenz und die Fähigkeit, Wandel aktiv mitzugestalten.

Digital Leader denken weniger in Hierarchien und versuchen eine stärkere Vernetzung voranzutreiben. Darüber hinaus praktizieren sie eine andere Fehlerkultur. Während vielerorts Fehler noch als Scheitern erlebt werden, gehen Digital Leader lösungsorientierter daran. Im Fokus steht nicht das Versagen, sondern die Chance, daraus zu lernen.

Politik

Die Zukunft der Arbeit wird einen Gegensatz nicht auflösen können. Während Arbeitgeber ein großes Interesse an Flexibilität haben, wollen Arbeitnehmer größtmögliche Sicherheit. Immer häufiger sind Arbeitnehmer als Freelancer unterwegs, seltener in Festanstellung. Schon jetzt verzeichnen Gewerkschaften sinkende Mitgliederzahlen. Genau hier liegt ein Risiko. Freiberufler haben nicht nur einen schlechteren Zugang zu Sozialversicherungen, sondern auch keine Lobby. Politische Rahmenbedingungen müssen daher angepasst und kontrolliert werden. Steigende Mindestlöhne sind nur ein Anfang.

Zunehmen werden Hybridlösungen wie beispielsweise in den Niederlanden und Dänemark. „Flexicurity“ ist eine Strategie, die beiden Parteien versucht gerecht zu werden. Hierbei wird ein gelockerter Kündigungsschutz bei gleichzeitig verstärkter Wiedereingliederungshilfe und höherer materieller Unterstützung praktiziert.

Sozialversicherungen und Rentensystem müssen angesichts dieser Entwicklungen längere Phasen von Arbeitslosigkeit berücksichtigen. Die Herausforderung für die Arbeitslosenversicherung liegt darin, nicht nur die klassische Arbeitslosigkeit zu berücksichtigen, sondern Übergänge. Also auch Phasen, in denen jemand vom Job in die Selbständigkeit (oder umgekehrt) wechselt, Elternzeit nimmt oder sich um häusliche Pflege kümmert.

Auch gibt es bisher für junge Gründer nach der Uni keine Möglichkeit, sich als Selbständiger gegen Arbeitslosigkeit abzusichern. Scheitert das Start-up, wird der ehemalige Selbständige sofort zum Hartz-4-Empfänger. Eine Arbeitslosenversicherung darf nicht nur Notnagel sein, sondern muss als Präventionsmaßnahme gesehen werden. Das Ziel: Der Arbeitnehmer bildet sich so weiter, dass es erst gar nicht zum Jobverlust kommt.

Arbeitnehmer

Mit der Zukunft der Arbeit gehen auch neue Anforderungen einher. Profitieren werden die, die sich daran am schnellsten anpassen – ohne einen Burnout zu riskieren. Gerade die Selbstorganisation, Selbstführung und das Selbstmanagement werden an Bedeutung gewinnen. Wenn von überall gearbeitet wird, ist der Chef nicht mehr da, um einem zu führen. Die Arbeit wird selbstständiger – mit allen dazugehörigen Vor- und Nachteilen: Wachsender Unsicherheit und dem Zwang zu mehr Selbstmarketing, um zum Beispiel eine Gehaltserhöhung zu realisieren. Auf der anderen Seite gibt es mehr Freiraum zur Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverwirklichung.

Studien zur Zukunft der Arbeit

Verschiedene Studien versuchen sich dem Thema „Zukunft der Arbeit“ zu nähern. Zum Teil leider mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Hier ein kompakter Überblick:

Oxford Universität: Jeder zweite Job fällt weg

Großes Aufsehen erregte eine Studie der Oxford Universität von Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne. Die beiden Wirtschaftswissenschaftler untersuchten, ob zukünftig Jobs in den USA der Computerisierung zum Opfer fallen. Ihr Fazit: Zukünftig werden 47 Prozent aller Jobs überflüssig. Sie beobachten, dass durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung etliche Jobs verschwinden beziehungsweise von Computern übernommen werden.

Universität Mannheim: Gleiche Anzahl Jobs entsteht

Ein paar Jahre später veröffentlichte das IZA die Studie „Die Zukunft der Arbeit und der Wandel der Arbeitswelt“ von Werner Eichhorst und Florian Buhlmann von der Universität Mannheim. Sie kommen einem anderen Ergebnis: Bei den zuvor untersuchten Jobs handele es sich um solche mit geringen oder mittleren Qualifikationsanforderungen im Produktionsbereich. Roboter könnten Jobs gut ersetzen, wenn es sich um Routineabläufe handelt. Zeitgleich nehmen aber Jobs im hoch qualifizierten Bereich zu.

Telekom-Studie: Chancen für Arbeitnehmer

Eine Telekom-Studie wiederum stellt fest, dass nicht-lineares Denken eine menschliche Domäne sei. Maschinen stoßen – zumindest noch – an ihre Grenzen, wenn es um Kreativität oder unternehmerisches Denken geht. Die Zukunft der Arbeit sollte deshalb nicht von Angst geprägt sein. Arbeitnehmer werden nicht überflüssig. Die Nachfrage verschiebt sich lediglich. Umso wichtiger ist es, sich auf die Veränderungen der Zukunft der Arbeit einzulassen.

Häufige Jobwechsel, kürzere Arbeitsverhältnisse und Karrieren mit mehreren Sprüngen und Stationen sind kein Makel, sondern das Ergebnis einer Transformation von Arbeitsmarkt und Berufen.

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Die Zukunft der Arbeit begann vergangenes Jahr. Die Corona-Krise hat die Arbeitswelt massiv verändert. Der Trend wird sich dieses Jahr noch verstärken: Homeoffice, virtuelle Teams und Führung, Videokonferenzen statt Reisen, Digitalisierung – all das prägte und prägt zahlreiche Berufe und Branchen. Welche Veränderungen erwarten uns im Detail? Worauf müssen sich Arbeitnehmer wie Arbeitgeber bei der Zukunft der Arbeit einstellen? Welche Berufe könnten in künftig wegfallen? Wichtige Trends und Antworten…

Welche Trends beeinflussen die Zukunft der Arbeit?

Mit der Corona-Pandemie kam der Durchbruch. Arbeitgeber, die sich der Digitalisierung, New Work und anderen modernen Arbeitsformen bisher beharrlich verweigert haben, schicken ihre Mitarbeiter unlängst ins Homeoffice. Oft notgedrungen. Aber nicht ohne Folgen. Sie merken: Auf einmal geht es doch. Das hat zahlreiche Implikationen und Folgen. Die Zukunft der Arbeit – sie sieht vor allem so aus:

  • Mehr Homeoffice, weniger pendeln

    Dort wo die Homeoffice-Regelungen nach einer Eingewöhnungsphase schon jetzt gut funktionieren, werden sie auch künftig bleiben oder häufiger eingesetzt werden. Vor allem dort, wo es vorher undenkbar schien. Bedeutet: Arbeitnehmer müssen künftig weniger zur Arbeit pendeln, verbringen weniger Zeit in Staus oder in überfüllten Zügen. Das ist gut für Berufspendler und spart Lebenszeit, verringert den Verkehr, schont die Umwelt und die Nerven. Es bedeutet aber auch, dass wir unsere privaten Lebensräume künftig anders gestalten – mit flexiblen Arbeitsnischen oder ganzen Arbeitszimmern. Immerhin: Wer im Ho­me­of­fice ar­bei­tet, bekommt steu­er­li­che Erleich­te­run­gen. Die „Homeoffice-Pauschale“ erlaubt Arbeitnehmern bis zu 600 Euro jährlich von der Steuer abzusetzen – 5 Euro für jeden Tag, an dem die berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt wurde.

  • Mehr Videokonferenzen, weniger Dienstreisen

    Verändern wird sich ebenso die Art, wie wir mit anderen kommunizieren. Wenn selbst Regierungschefs ihre Länder per Videokonferenz oder Telefonkonferenz lenken können (und handlungsfähig bleiben), gilt das umso mehr für Manager und ihre Mitarbeiter. Videokonferenzen sparen zudem Reisekosten und Reisezeit. Sicher, manches verhandelt man auch weiterhin besser im physischen 4-Augen-Gespräch. Aber moderne Arbeitsmodelle wie Remote Work sind nur der Anfang. Die Corona-Pandemie zeigt, dass nicht nur technologische Errungenschaften, sondern auch äußere Faktoren als Katalysator Entwicklungen beschleunigen können.

  • Mehr Wohnraum, weniger Büros

    Wenn immer mehr Menschen im Homeoffice arbeiten, dann brauchen die Unternehmen insgesamt weniger Büroflächen. Schließlich müssen nicht immer alle gleichzeitig in der Firma sein. Wenn Unternehmen ihre Flächen verkleinern, spart das Miet- und Fixkosten. Es schafft aber auch neue Wohnflächen in den Innenstädten und entspannt so den Wohnungsmarkt. Mehr noch: Es könnte eine neue Rückkehr aufs Land einsetzen, wo es (für Familien) mehr Wohnfläche (und Natur) für kleinere Geldbeutel gibt. Dank Digitalisierung, den Homeoffice- und Videokonferenz-Erfahrungen müssen wir nicht zwangsläufig möglichst nah bei unseren Arbeitgebern wohnen. Ein enormer Gewinn an Lebensqualität.

  • Mehr Flexibilität, weniger Großraum

    Der Zukunftstrend begann schon vor einigen Jahren, wird sich aber künftig fortsetzen: Die Büros und Arbeitsplätze selbst verändern ihr Gesicht. Schmucklose Großraumbüros waren vorgestern. Deutlich zunehmen werden flexible Multizweck-Designs – mit offenen Bereichen für teamorientiertes Arbeiten, abgeschiedenen Räume für konzentriertes Arbeiten und speziellen Rückzugsräumen zur Entspannung. Alles auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Aufgaben zugeschnitten. Der Arbeitnehmer der Zukunft passt sich nicht seinem Arbeitsplatz an, sondern umgekehrt.

  • Mehr Virtualität, weniger Karriere

    Zugleich stellt das zunehmende kollaborative Arbeiten in virtuellen Teams Fach- und Führungskräfte vor neue Herausforderungen: Chefs müssen lernen, wie sie vernetzte, aber nicht mehr physisch anwesenden Teams managen und führen. Zugleich müssen Mitarbeiter und Fachkräfte herausfinden, wie sie innerhalb solch aufgelöster Strukturen sichtbar bleiben und Karriere machen. Oder sich beruflich weiterentwickeln können. Auch dieser Prozess wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern.

  • Mehr Freiheit, weniger Sicherheit

    Soviel mehr Leben im Internet und Intranet birgt allerdings auch Konflikte. Zukünftig werden wir stärker zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit und dem nach Freiheit hin- und herschwanken. Wir wollen alles teilen, jede Information mitbekommen und von überall Zugriff haben, online shoppen – gleichzeitig aber unsere Privatsphäre schützen. Die Kontrolle über die eigenen, privaten Daten wird daher zu einem wachsenden Trend und Thema. Noch stärker als bisher.

Und nicht zuletzt wird die Zukunft einige Branchen (positiv) umkrempeln. Allen voran die Gesundheitsbranche. Wir erkennen schon heute wie systemrelevant unser Gesundheitssystem ist. Der Beruf und die Leistungen von Krankenschwestern, Pflegern und Ärzten müssen daher nicht nur (zynisch) beklatscht, sondern auch finanziell aufgewertet werden. Durch höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen und -zeiten.

Welche Berufe werden in Zukunft wegfallen?

Digitalisierung und technischer Fortschritt hängen zusammen: Laptops, Smartphones und Smartwatches sind in Beruf und Freizeit kaum wegzudenken. Die Weiterentwicklung solcher Geräte wird nicht nur Jobs, sondern möglicherweise ganze Berufsfelder revolutionieren. Wo heute noch menschliche Arbeitskraft vonnöten ist, setzen sich in ein paar Jahren schon technische Lösungen durch – schneller, einfacher und nicht zuletzt billiger.

Das hat Folgen für zahlreiche Berufsbilder. Manche werden gestärkt, andere verändern sich radikal und wieder andere fallen voraussichtlich weg:

  • Verkäufer
    Schon heute verlagert sich der Einkauf immer weiter ins Internet. Shopping findet zunehmend vor dem Monitor statt. Das ist ein Problem für die Innenstädte – sie bleiben leer. Die persönliche Beratung fällt zwar deswegen nie ganz weg. Aber die Anzahl der Verkäufer-Jobs wird sich verringern.
  • Mechaniker
    Viele der Aufgaben, für die ein Mechaniker heute zuständig ist, lassen sich durch technische Hilfsmittel oder Roboter ausführen. Mit fortschreitender Technik wird es in dieser Branche wahrscheinlich ebenfalls immer weniger Nachfrage geben. Vor allem dann, um die Roboter zu warten und zu reparieren.
  • Versicherungsmakler
    Schon heute übernimmt in einigen Portalen die Software diese Arbeit: Preise und Leistungen vergleichen, das perfekte Portfolio zusammenstellen. Wo Menschen umständlich recherchieren, spidert die Software sekundenschnell durchs Netz, gleicht Angebote und Verträge ab. Je nach Algorithmus auch frei von menschlichen Vorurteilen und subjektiven Vorlieben.
  • Buchhändler
    Gehen die Entwicklungen so weiter, wird es für Buchhändler schwerer. Der stationäre Buchhandel hat angesichts teurer Innenstadtmieten oft nicht die Lagerkapazitäten und erwünschte Auswahl zu bieten. Gerade kleine Geschäfte kommen nicht gegen große Online-Händler an.
  • Taxifahrer
    Noch ist es nicht so weit, aber es könnte eine Frage der Zeit sein, bis selbstfahrende Autos die Straßen regieren. Das trifft auf lange Sicht nicht nur Taxifahrer, sondern ebenso Busfahrer, Lieferanten, Chauffeure oder Gabelstaplerfahrer.

3 Thesen für die Zukunft der Arbeit

Es ist spannend zu beobachten, wie sich die Zukunft der Arbeit entwickeln wird. Wir wagen mit drei Thesen einen Ausblick auf das, was in den nächsten Jahren passieren wird:

1. Work-Life-Integration nimmt zu

Bisher war Work-Life-Balance ein weit verbreitetes Ziel. Die Zukunft der Arbeit rückt ein anderes Konzept in den Mittelpunkt: die Work-Life-Integration. Es geht nicht mehr darum, zwei scheinbar gegensätzliche Welten in Balance zu halten. Stattdessen wächst das Verständnis, dass Leben und Arbeit zusammengehören, ineinander übergehen und sich verbinden. In Zukunft gilt es, deren Integration auszubalancieren und zu gewichten.

2. Flexibilität gewinnt an Bedeutung

In der Zukunft der Arbeit ist Flexibilität wichtig. Gewinner sind diejenigen, die sich flexibel an die Veränderungen anpassen und auf neue Situationen einstellen können. Das gilt für Unternehmen, Angestellte, Freiberufler und Selbstständige gleichermaßen. Auch die Arbeitsgestaltung wird zunehmend flexibler werden. Starre Arbeitszeiten und Anwesenheitspflicht rücken in den Hintergrund. Eng verzahnt ist dies mit der genannten Work-Life-Integration.

3. Spezialisierung verbessert die Jobchancen

Viele befürchten, dass in der Zukunft der Arbeit etliche Jobs wegfallen. Dabei übersehen sie, dass gleichzeitig zahlreiche neue Felder und Berufe entstehen. Wichtiger wird die Spezialisierung der Arbeitnehmer, um diesen Herausforderungen gewachsen zu – und auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben. Mit der richtigen Ausbildung, passenden Erfahrungen und den benötigten Fähigkeiten lassen sich die Jobchancen deutlich steigern. Generalisten haben es dagegen zunehmend schwerer.

Anforderungen an Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Politik

Die genannten Veränderungen erfordern Anpassungen sowohl bei Unternehmen wie in der Politik und Gesellschaft.

Arbeitgeber

Experten wie Christiane Brandes-Visbeck sind davon überzeugt, dass es in Unternehmen stärker als bisher auf bestimmte Führungsqualitäten ankommt. Gefragt seien weniger Egomanen, die ohne Rücksicht auf Verluste ihr Ziel verfolgen würden, sondern vielmehr Digital Leader. Digital Leadership verbindet zweierlei: Starke Sozialkompetenz und die Fähigkeit, Wandel aktiv mitzugestalten.

Digital Leader denken weniger in Hierarchien und versuchen eine stärkere Vernetzung voranzutreiben. Darüber hinaus praktizieren sie eine andere Fehlerkultur. Während vielerorts Fehler noch als Scheitern erlebt werden, gehen Digital Leader lösungsorientierter daran. Im Fokus steht nicht das Versagen, sondern die Chance, daraus zu lernen.

Politik

Die Zukunft der Arbeit wird einen Gegensatz nicht auflösen können. Während Arbeitgeber ein großes Interesse an Flexibilität haben, wollen Arbeitnehmer größtmögliche Sicherheit. Immer häufiger sind Arbeitnehmer als Freelancer unterwegs, seltener in Festanstellung. Schon jetzt verzeichnen Gewerkschaften sinkende Mitgliederzahlen. Genau hier liegt ein Risiko. Freiberufler haben nicht nur einen schlechteren Zugang zu Sozialversicherungen, sondern auch keine Lobby. Politische Rahmenbedingungen müssen daher angepasst und kontrolliert werden. Steigende Mindestlöhne sind nur ein Anfang.

Zunehmen werden Hybridlösungen wie beispielsweise in den Niederlanden und Dänemark. „Flexicurity“ ist eine Strategie, die beiden Parteien versucht gerecht zu werden. Hierbei wird ein gelockerter Kündigungsschutz bei gleichzeitig verstärkter Wiedereingliederungshilfe und höherer materieller Unterstützung praktiziert.

Sozialversicherungen und Rentensystem müssen angesichts dieser Entwicklungen längere Phasen von Arbeitslosigkeit berücksichtigen. Die Herausforderung für die Arbeitslosenversicherung liegt darin, nicht nur die klassische Arbeitslosigkeit zu berücksichtigen, sondern Übergänge. Also auch Phasen, in denen jemand vom Job in die Selbständigkeit (oder umgekehrt) wechselt, Elternzeit nimmt oder sich um häusliche Pflege kümmert.

Auch gibt es bisher für junge Gründer nach der Uni keine Möglichkeit, sich als Selbständiger gegen Arbeitslosigkeit abzusichern. Scheitert das Start-up, wird der ehemalige Selbständige sofort zum Hartz-4-Empfänger. Eine Arbeitslosenversicherung darf nicht nur Notnagel sein, sondern muss als Präventionsmaßnahme gesehen werden. Das Ziel: Der Arbeitnehmer bildet sich so weiter, dass es erst gar nicht zum Jobverlust kommt.

Arbeitnehmer

Mit der Zukunft der Arbeit gehen auch neue Anforderungen einher. Profitieren werden die, die sich daran am schnellsten anpassen – ohne einen Burnout zu riskieren. Gerade die Selbstorganisation, Selbstführung und das Selbstmanagement werden an Bedeutung gewinnen. Wenn von überall gearbeitet wird, ist der Chef nicht mehr da, um einem zu führen. Die Arbeit wird selbstständiger – mit allen dazugehörigen Vor- und Nachteilen: Wachsender Unsicherheit und dem Zwang zu mehr Selbstmarketing, um zum Beispiel eine Gehaltserhöhung zu realisieren. Auf der anderen Seite gibt es mehr Freiraum zur Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverwirklichung.

Studien zur Zukunft der Arbeit

Verschiedene Studien versuchen sich dem Thema „Zukunft der Arbeit“ zu nähern. Zum Teil leider mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen. Hier ein kompakter Überblick:

Oxford Universität: Jeder zweite Job fällt weg

Großes Aufsehen erregte eine Studie der Oxford Universität von Carl Benedikt Frey und Michael A. Osborne. Die beiden Wirtschaftswissenschaftler untersuchten, ob zukünftig Jobs in den USA der Computerisierung zum Opfer fallen. Ihr Fazit: Zukünftig werden 47 Prozent aller Jobs überflüssig. Sie beobachten, dass durch die zunehmende Digitalisierung und Vernetzung etliche Jobs verschwinden beziehungsweise von Computern übernommen werden.

Universität Mannheim: Gleiche Anzahl Jobs entsteht

Ein paar Jahre später veröffentlichte das IZA die Studie „Die Zukunft der Arbeit und der Wandel der Arbeitswelt“ von Werner Eichhorst und Florian Buhlmann von der Universität Mannheim. Sie kommen einem anderen Ergebnis: Bei den zuvor untersuchten Jobs handele es sich um solche mit geringen oder mittleren Qualifikationsanforderungen im Produktionsbereich. Roboter könnten Jobs gut ersetzen, wenn es sich um Routineabläufe handelt. Zeitgleich nehmen aber Jobs im hoch qualifizierten Bereich zu.

Telekom-Studie: Chancen für Arbeitnehmer

Eine Telekom-Studie wiederum stellt fest, dass nicht-lineares Denken eine menschliche Domäne sei. Maschinen stoßen – zumindest noch – an ihre Grenzen, wenn es um Kreativität oder unternehmerisches Denken geht. Die Zukunft der Arbeit sollte deshalb nicht von Angst geprägt sein. Arbeitnehmer werden nicht überflüssig. Die Nachfrage verschiebt sich lediglich. Umso wichtiger ist es, sich auf die Veränderungen der Zukunft der Arbeit einzulassen.

Häufige Jobwechsel, kürzere Arbeitsverhältnisse und Karrieren mit mehreren Sprüngen und Stationen sind kein Makel, sondern das Ergebnis einer Transformation von Arbeitsmarkt und Berufen.

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Schwarzarbeit: Straftat mit gefährlichen Folgen https://karrierebibel.de/schwarzarbeit/ Fri, 08 Jan 2021 12:00:48 +0000 Anja Rassek http://karrierebibel.de/?p=70190

Aktuellen Schätzungen zufolge kostet Schwarzarbeit den Staat mehrere hundert Milliarden Euro pro Jahr. Dabei geht es nicht nur um Steuerhinterziehung, sondern um eklatante Nachteile für den Arbeitnehmer. Der Betrug hat hohe Strafen zur Folge. Aber wie wird Schwarzarbeit nachgewiesen und was fällt alles darunter? Ist Nachbarschaftshilfe fortan illegal? Woran Sie Schwarzarbeit erkennen und welche Strafen auf Sie zukommen können…

Wie erkenne ich Schwarzarbeit?

Bricht die Wirtschaft ein – so wie in der momentanen Corona-Krise – blüht die Schattenwirtschaft. Als Schwarzarbeit gelten Dienst- und Werksleistungen, bei denen Auftraggeber und Auftragnehmer gegen das Steuer- beziehungsweise Sozialversicherungsgesetz verstoßen. Beispielsweise wenn ein Arbeitgeber eine versicherungspflichtige Beschäftigung nicht meldet. Von Schwarzarbeit ist außerdem die Rede, wenn jemand ein Gewerbe oder Handwerk ausübt, ohne dass er es bei den zuständigen Behörden angemeldet beziehungsweise Mitteilung darüber erstattet hat.

Merkmale von Schwarzarbeit:

  • Der Schwarzarbeiter arbeitet ohne Steuerkarte.
  • Er oder sie erhält das Geld bar auf die Hand, somit fehlt ein offizieller Nachweis über die Tätigkeit.
  • Die Bezahlung liegt unter dem branchenüblichen Lohn, teilweise umgehen Auftraggeber sogar den Mindestlohn.

Was fällt alles unter Schwarzarbeit

Schwarzarbeit ist gang und gäbe. Verbreitet ist sie in der Baubranche. Dort, aber auch in der Fleischindustrie oder der Landwirtschaft werden illegal Personen beschäftigt, die keine Arbeitserlaubnis haben.

Schwarzarbeit findet auch im Kleinen statt: Ein Handwerker pflastert seinem Auftraggeber die Einfahrt oder streicht dessen Treppenhaus, ohne eine Rechnung auszustellen. Er führt keine Umsatzsteuer ab und erhält das Geld bar, somit arbeitet er schwarz. Illegale Beschäftigung liegt auch vor, wenn jemand eine Person auf Minijob-Basis beschäftigt, die Aushilfe jedoch nicht bei der Minijobzentrale meldet. Bei Putzhilfen und häuslicher Pflege ist die Sachlage ebenfalls klar: Erbringen die Personen regelmäßig gegen eine fest vereinbarte Summe eine Leistung, tun sie dies kaum aus Nächstenliebe. Somit handelt es sich dabei um Schwarzarbeit.

Ist Nachbarschaftshilfe illegal?

Reine „Gefälligkeitsleistungen“, die in der Nachbarschaft oder Familie erbracht werden, fallen nicht unter Schwarzarbeit. Denn die Motivation dahinter liegt nicht in der Gewinnorientierung – selbst wenn Sie fürs Rasen mähen beim Nachbarn ein paar Euros zugesteckt bekommen. Sie können auch weiterhin Freunden und Kollegen Ihre Unterstützung anbieten, ohne damit eine Straftat zu begehen.

Aus Dankbarkeit zahlen viele einen Obolus. Trotzdem wertet das deutsche Recht den reinen Erhalt von Geld nicht als Beleg für Schwarzarbeit. Entscheidend sind zweierlei Kriterien, damit Ihre Unterstützung noch als Gefälligkeit oder Nachbarschaftshilfe durchgeht:

  • Sie haben keine Zahlung vereinbart.
  • Die Vergütung hält sich noch im Rahmen.

Eine exakte Vorgabe, wie hoch die Vergütung sein darf, gibt es nicht. Aber es gibt Anhaltspunkte: Rechnen Sie fest mit einer Bezahlung und ist diese in der Höhe beim Lohn für eine professionell ausgeübte Tätigkeit angesiedelt, könnten Sie Probleme bekommen. Problematisch auch, wenn Sie in regelmäßigen Abständen bei Ihren Nachbarn Rasen mähen und dafür Geld erhalten.

Negative Folgen von Schwarzarbeit

Im Grunde genommen gibt es nur negative Folgen bei illegaler Beschäftigung. Kurzfristig haben der illegal beschäftigende Arbeitgeber beziehungsweise illegal arbeitende Auftragnehmer mehr Geld übrig. Mittel- und langfristig gehen so reguläre Arbeitsplätze verloren. Die Konsequenzen aus verschiedenen Perspektiven:

Für den Staat
Dem Staat gehen Einnahmen verloren. Diese können nicht in dringend benötigte Projekte gesteckt werden, darunter leidet die Allgemeinheit.

Für den Arbeitgeber
Wer illegal Handwerker oder Dienstleister beschäftigt, kann mit mehreren Problemen rechnen:

  • Arbeitsunfall: Im Falle einer Verletzung kann die Krankenkasse des Schwarzarbeiters die Leistung verweigern. Das kann im Ernstfall sogar bedeuten, dass der Auftraggeber für Rehabilitationskosten oder eine lebenslange Rente aufkommen muss.
  • Pfusch: Sie haben keinen Anspruch auf Beseitigung von Mängeln, sofern der Schwarzarbeiter die Arbeit unsachgemäß ausgeführt hat. Einen Anspruch auf Schadensersatz haben Sie nicht, auf etwaigen Zusatzkosten bleiben Sie somit sitzen.

Für Unternehmen
Schwarzarbeit führt zur Wettbewerbsverzerrung. Bietet die Konkurrenz (Unternehmen B) dieselbe Leistung deutlich günstiger an, wird Unternehmen A so um mögliche Aufträge gebracht. Dabei kommt die Differenz nur dadurch zustande, dass der Staat um seine Einnahmen geprellt wird. Das kann die Existenz des Betriebs gefährden und zu Entlassungen führen.

Für Schwarzarbeiter
Wer als arbeitsloser ALG-II-Empfänger Schwarzarbeit leistet, begeht Sozialbetrug. Arbeiten Sie als Angestellter nebenbei schwarz, riskieren Sie die Kündigung: So geschehen bei einem Mitarbeiter, der sich für die Schwarzarbeit arbeitsunfähig meldete. Sein Arbeitgeber überführte ihn mittels Detektiv des Betrugs. Es folgte die fristlose Kündigung, das Gericht bestätigte diese ebenfalls (Aktenzeichen 6 Sa 1593/08). Hinzu kommt, dass durch die fehlenden Sozialbeiträge am Ende Geld bei Ihrer Rente fehlt.

Für Steuerzahler
Bei genauer Betrachtung schädigt Schwarzarbeit den Steuerzahler. Nicht nur dadurch, dass die fehlenden Steuereinnahmen Ihnen nicht zugute kommen können. Arbeitet beispielsweise ein Harz-4-Empfänger schwarz, kommen Sie mit Ihren Steuerabgaben weiterhin für dessen Sozialleistung auf.

Welche Strafen gibt es bei Schwarzarbeit?

Verstöße aufgrund von Schwarzarbeit verfolgt die Zollverwaltung, deren örtliche Behörde das Hauptzollamt ist. Strafrechtliche Konsequenzen treffen vor allem Selbstständige und Arbeitgeber, wenn sie sich nicht an die Abgabe- und Meldepflichten halten. Sie begehen mindestens eine Ordnungswidrigkeit. In einigen Fällen kann Schwarzarbeit aber auch als Straftat erachtet werden. Dementsprechend unterschiedlich fallen die Strafen aus:

  • Geldbuße bis zu 50.000 Euro: Wenn Sie das Gewerbe nicht angemeldet haben.
  • Geldbuße bis zu 50.000 Euro: Die Eintragung in die Handwerksrolle fehlt.
  • Geldbuße bis zu 5.000 Euro: Sie haben eine geringfügige Beschäftigung im Haushalt nicht gemeldet.
  • Geldbuße bis zu 1.000 Euro: Wenn Sie keine (oder verspätet) benötigten Dokumente vorgelegt haben.

Bei diesen Fällen handelt es sich jeweils um eine Ordnungswidrigkeit. Das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz sieht allerdings Bußgelder bis zu 300.000 Euro oder sogar Freiheitsstrafen zwischen drei und zehn Jahren vor. Beispielsweise kann ein Arbeitgeber, der seinen Mitarbeiter nicht zur Sozialversicherung anmeldet, wahlweise mit einer Geldbuße von 25.000 Euro belegt werden. Oder aber er erhält eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Weitere Sanktionen sind über das Wettbewerbsrecht möglich und tun nicht nur finanziell weh: Wer beispielsweise gewerbliche Tätigkeiten ausübt, ohne ein Gewerbe angemeldet zu haben, muss damit rechnen, dass ihm dies künftig versagt bleibt. Somit wird auch die Berufswahl nachhaltig eingeschränkt. Arbeiten Sie schwarz und stecken sich das Geld in die Tasche, ohne die Einkünfte beim Finanzamt zu melden, gilt das als Steuerhinterziehung. Auf Sie können dann bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldbuße zukommen.

Müssen Sie Schwarzarbeit melden?

Der Gesetzgeber bekämpft seit Jahren mit mäßigem Erfolg die Schattenwirtschaft. Durch steuerliche Vergünstigungen versucht er Anreize gegen Schwarzarbeit zu setzen. Dennoch ist der Staat auf Mithilfe angewiesen.

Andere zu verpetzen, mag manche an Denunziation erinnern. Die läge allerdings nur dann vor, wenn Sie sich einen persönlichen Vorteil dadurch erschleichen würden. Wenn Sie Schwarzarbeit melden, geht es aber darum, die Schattenwirtschaft zu beenden und Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden. Die Meldung können Sie formlos direkt beim Zoll, der Polizei oder Behörden erstatten.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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Aktuellen Schätzungen zufolge kostet Schwarzarbeit den Staat mehrere hundert Milliarden Euro pro Jahr. Dabei geht es nicht nur um Steuerhinterziehung, sondern um eklatante Nachteile für den Arbeitnehmer. Der Betrug hat hohe Strafen zur Folge. Aber wie wird Schwarzarbeit nachgewiesen und was fällt alles darunter? Ist Nachbarschaftshilfe fortan illegal? Woran Sie Schwarzarbeit erkennen und welche Strafen auf Sie zukommen können…

Wie erkenne ich Schwarzarbeit?

Bricht die Wirtschaft ein – so wie in der momentanen Corona-Krise – blüht die Schattenwirtschaft. Als Schwarzarbeit gelten Dienst- und Werksleistungen, bei denen Auftraggeber und Auftragnehmer gegen das Steuer- beziehungsweise Sozialversicherungsgesetz verstoßen. Beispielsweise wenn ein Arbeitgeber eine versicherungspflichtige Beschäftigung nicht meldet. Von Schwarzarbeit ist außerdem die Rede, wenn jemand ein Gewerbe oder Handwerk ausübt, ohne dass er es bei den zuständigen Behörden angemeldet beziehungsweise Mitteilung darüber erstattet hat.

Merkmale von Schwarzarbeit:

  • Der Schwarzarbeiter arbeitet ohne Steuerkarte.
  • Er oder sie erhält das Geld bar auf die Hand, somit fehlt ein offizieller Nachweis über die Tätigkeit.
  • Die Bezahlung liegt unter dem branchenüblichen Lohn, teilweise umgehen Auftraggeber sogar den Mindestlohn.

Was fällt alles unter Schwarzarbeit

Schwarzarbeit ist gang und gäbe. Verbreitet ist sie in der Baubranche. Dort, aber auch in der Fleischindustrie oder der Landwirtschaft werden illegal Personen beschäftigt, die keine Arbeitserlaubnis haben.

Schwarzarbeit findet auch im Kleinen statt: Ein Handwerker pflastert seinem Auftraggeber die Einfahrt oder streicht dessen Treppenhaus, ohne eine Rechnung auszustellen. Er führt keine Umsatzsteuer ab und erhält das Geld bar, somit arbeitet er schwarz. Illegale Beschäftigung liegt auch vor, wenn jemand eine Person auf Minijob-Basis beschäftigt, die Aushilfe jedoch nicht bei der Minijobzentrale meldet. Bei Putzhilfen und häuslicher Pflege ist die Sachlage ebenfalls klar: Erbringen die Personen regelmäßig gegen eine fest vereinbarte Summe eine Leistung, tun sie dies kaum aus Nächstenliebe. Somit handelt es sich dabei um Schwarzarbeit.

Ist Nachbarschaftshilfe illegal?

Reine „Gefälligkeitsleistungen“, die in der Nachbarschaft oder Familie erbracht werden, fallen nicht unter Schwarzarbeit. Denn die Motivation dahinter liegt nicht in der Gewinnorientierung – selbst wenn Sie fürs Rasen mähen beim Nachbarn ein paar Euros zugesteckt bekommen. Sie können auch weiterhin Freunden und Kollegen Ihre Unterstützung anbieten, ohne damit eine Straftat zu begehen.

Aus Dankbarkeit zahlen viele einen Obolus. Trotzdem wertet das deutsche Recht den reinen Erhalt von Geld nicht als Beleg für Schwarzarbeit. Entscheidend sind zweierlei Kriterien, damit Ihre Unterstützung noch als Gefälligkeit oder Nachbarschaftshilfe durchgeht:

  • Sie haben keine Zahlung vereinbart.
  • Die Vergütung hält sich noch im Rahmen.

Eine exakte Vorgabe, wie hoch die Vergütung sein darf, gibt es nicht. Aber es gibt Anhaltspunkte: Rechnen Sie fest mit einer Bezahlung und ist diese in der Höhe beim Lohn für eine professionell ausgeübte Tätigkeit angesiedelt, könnten Sie Probleme bekommen. Problematisch auch, wenn Sie in regelmäßigen Abständen bei Ihren Nachbarn Rasen mähen und dafür Geld erhalten.

Negative Folgen von Schwarzarbeit

Im Grunde genommen gibt es nur negative Folgen bei illegaler Beschäftigung. Kurzfristig haben der illegal beschäftigende Arbeitgeber beziehungsweise illegal arbeitende Auftragnehmer mehr Geld übrig. Mittel- und langfristig gehen so reguläre Arbeitsplätze verloren. Die Konsequenzen aus verschiedenen Perspektiven:

Für den Staat
Dem Staat gehen Einnahmen verloren. Diese können nicht in dringend benötigte Projekte gesteckt werden, darunter leidet die Allgemeinheit.

Für den Arbeitgeber
Wer illegal Handwerker oder Dienstleister beschäftigt, kann mit mehreren Problemen rechnen:

  • Arbeitsunfall: Im Falle einer Verletzung kann die Krankenkasse des Schwarzarbeiters die Leistung verweigern. Das kann im Ernstfall sogar bedeuten, dass der Auftraggeber für Rehabilitationskosten oder eine lebenslange Rente aufkommen muss.
  • Pfusch: Sie haben keinen Anspruch auf Beseitigung von Mängeln, sofern der Schwarzarbeiter die Arbeit unsachgemäß ausgeführt hat. Einen Anspruch auf Schadensersatz haben Sie nicht, auf etwaigen Zusatzkosten bleiben Sie somit sitzen.

Für Unternehmen
Schwarzarbeit führt zur Wettbewerbsverzerrung. Bietet die Konkurrenz (Unternehmen B) dieselbe Leistung deutlich günstiger an, wird Unternehmen A so um mögliche Aufträge gebracht. Dabei kommt die Differenz nur dadurch zustande, dass der Staat um seine Einnahmen geprellt wird. Das kann die Existenz des Betriebs gefährden und zu Entlassungen führen.

Für Schwarzarbeiter
Wer als arbeitsloser ALG-II-Empfänger Schwarzarbeit leistet, begeht Sozialbetrug. Arbeiten Sie als Angestellter nebenbei schwarz, riskieren Sie die Kündigung: So geschehen bei einem Mitarbeiter, der sich für die Schwarzarbeit arbeitsunfähig meldete. Sein Arbeitgeber überführte ihn mittels Detektiv des Betrugs. Es folgte die fristlose Kündigung, das Gericht bestätigte diese ebenfalls (Aktenzeichen 6 Sa 1593/08). Hinzu kommt, dass durch die fehlenden Sozialbeiträge am Ende Geld bei Ihrer Rente fehlt.

Für Steuerzahler
Bei genauer Betrachtung schädigt Schwarzarbeit den Steuerzahler. Nicht nur dadurch, dass die fehlenden Steuereinnahmen Ihnen nicht zugute kommen können. Arbeitet beispielsweise ein Harz-4-Empfänger schwarz, kommen Sie mit Ihren Steuerabgaben weiterhin für dessen Sozialleistung auf.

Welche Strafen gibt es bei Schwarzarbeit?

Verstöße aufgrund von Schwarzarbeit verfolgt die Zollverwaltung, deren örtliche Behörde das Hauptzollamt ist. Strafrechtliche Konsequenzen treffen vor allem Selbstständige und Arbeitgeber, wenn sie sich nicht an die Abgabe- und Meldepflichten halten. Sie begehen mindestens eine Ordnungswidrigkeit. In einigen Fällen kann Schwarzarbeit aber auch als Straftat erachtet werden. Dementsprechend unterschiedlich fallen die Strafen aus:

  • Geldbuße bis zu 50.000 Euro: Wenn Sie das Gewerbe nicht angemeldet haben.
  • Geldbuße bis zu 50.000 Euro: Die Eintragung in die Handwerksrolle fehlt.
  • Geldbuße bis zu 5.000 Euro: Sie haben eine geringfügige Beschäftigung im Haushalt nicht gemeldet.
  • Geldbuße bis zu 1.000 Euro: Wenn Sie keine (oder verspätet) benötigten Dokumente vorgelegt haben.

Bei diesen Fällen handelt es sich jeweils um eine Ordnungswidrigkeit. Das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz sieht allerdings Bußgelder bis zu 300.000 Euro oder sogar Freiheitsstrafen zwischen drei und zehn Jahren vor. Beispielsweise kann ein Arbeitgeber, der seinen Mitarbeiter nicht zur Sozialversicherung anmeldet, wahlweise mit einer Geldbuße von 25.000 Euro belegt werden. Oder aber er erhält eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Weitere Sanktionen sind über das Wettbewerbsrecht möglich und tun nicht nur finanziell weh: Wer beispielsweise gewerbliche Tätigkeiten ausübt, ohne ein Gewerbe angemeldet zu haben, muss damit rechnen, dass ihm dies künftig versagt bleibt. Somit wird auch die Berufswahl nachhaltig eingeschränkt. Arbeiten Sie schwarz und stecken sich das Geld in die Tasche, ohne die Einkünfte beim Finanzamt zu melden, gilt das als Steuerhinterziehung. Auf Sie können dann bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldbuße zukommen.

Müssen Sie Schwarzarbeit melden?

Der Gesetzgeber bekämpft seit Jahren mit mäßigem Erfolg die Schattenwirtschaft. Durch steuerliche Vergünstigungen versucht er Anreize gegen Schwarzarbeit zu setzen. Dennoch ist der Staat auf Mithilfe angewiesen.

Andere zu verpetzen, mag manche an Denunziation erinnern. Die läge allerdings nur dann vor, wenn Sie sich einen persönlichen Vorteil dadurch erschleichen würden. Wenn Sie Schwarzarbeit melden, geht es aber darum, die Schattenwirtschaft zu beenden und Schaden von der Allgemeinheit abzuwenden. Die Meldung können Sie formlos direkt beim Zoll, der Polizei oder Behörden erstatten.

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[Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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