Google News Feed | karrierebibel.de https://karrierebibel.de Alle Tipps zu Bewerbung, Ausbildung, Studium, Job und Arbeitsrecht Wed, 16 Oct 2019 15:12:19 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.2.4 Stress: Ursachen, Folgen, Tipps https://karrierebibel.de/stress/ Wed, 16 Oct 2019 15:00:49 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=52528

Kein Tag ohne Stress. Jeder fünfte Deutsche sagt regelmäßig: Ich hab Stress! Wer nur noch von A nach B hetzt, vor lauter Aufgaben nicht mehr weiß, wo ihm oder ihr der Kopf steht und die Hektik sich negativ auf Ihr Berufs- und Privatleben auswirkt, der sollte dringend Stress abbauen. Stress ist längst ein ständiger Begleiter – und die Hauptursache psychischer Erkrankungen, deren Zahl steigt stetig: Viele Arbeitnehmer klagen über typische Symptome von Stress , wie Kopfschmerzen, Herzrasen oder Schlafstörungen. Damit Sie etwas dagegen unternehmen können, erklären wir, welche Ursachen hinter dem Stress stehen, wie dieser in Ihrem Körper wirkt und was Sie wirklich wissen sollten, um Stress abbauen zu können…

Stress: Ein Problem mit vielen Ursachen

Weit mehr als die Hälfte der Deutschen empfindet das eigene Leben als stressig, so das Ergebnis einer Umfrage der Techniker Krankenkasse. Wer nun glaubt, dabei würde es sich vor allem um Manager, Führungskräfte oder andere Arbeitnehmer handeln, irrt sich gewaltig. Stress entsteht überall – nicht nur im Job, sondern in fast jedem Bereich des Lebens. Selbst in jungen Jahren geht der Stress schon los.

Kinder und Jugendliche haben Stress in der Schule, Studenten in der Uni, Erwachsene im Job; wir spüren den steigenden Druck im Büro genauso, wie in der Freizeit, im Sport, im Stau, im Freundeskreis, in der Ehe und beim Sex. Ursachen sind aber auch Reizüberflutung sowie abnehmende soziale Kontakte: Wenn die Arbeitszeit steigt, wird sie für Freunde und Familie knapper.

Als Hauptursachen für den steigende Druck nennen die meisten Arbeitnehmer:

  • Permanente Erreichbarkeit

    Das Mobiltelefon und auch das E-Mail-Postfach geben selbst abends keine Ruhe. Ständig gibt es Bekannte oder Kollegen, die eine Frage haben, die dringend beantwortet werden muss. Irgendwas ist immer. Ein Abschalten ist kaum noch möglich, die Menschen kommen kaum noch zur Ruhe und haben keine Zeit, sich zu entspannen oder neue Krafr zu tanken.

  • Hohe Anforderungen

    Viele Arbeitgeber verlangen ihren Mitarbeitern buchstäblich alles ab. Ein enormes Arbeitspensum und die zunehmende Arbeitsverdichtung sowie steigende Ansprüche des Vorgesetzten setzen viele Arbeitnehmer unter enormen Druck. Hinzu kommt der Stress, den die eigenen Erwartungen an sich selbst mit sich bringen.

  • Ständiger Termindruck

    Irgendeine Deadline steht immer kurz bevor und wenn diese erledigt ist, wartet bereits die nächste. Dieser Zeitdruck ist auch eine psychische Belastung für viele Arbeitnehmer, die immer die Angst vor Augen haben, ihre Aufgaben nicht im vorgegebenen Zeitrahmen erledigen zu können. Erschwerend hinzu kommt, dass in der heutigen Zeit alles immer schneller werden muss. Niemand kann auf eine Antwort warten, alles muss sofort geschehen. Das sorgt für enormen Stress.

  • Schlechte Vereinbarkeit

    Den Job und die Familie unter einen Hut zu bekommen, ist für viele Arbeitnehmer ein großes Problem. Oft bleibt neben einem Vollzeitjob einfach nicht genügend Zeit, um allen Wünschen und Erwartungen gerecht zu werden. Die Doppelbelastung heizt den vorhandenen Arbeitsstress noch einmal an.

Folgen und Symptome: Wie kann sich Stress auswirken?

Stress abbauen Ursachen FolgenNicht alle aber viele werden davon krank, denn Stress beginnt im Kopf. Insbesondere wer ständig gegen seine Motivation arbeitet, sich zur Arbeit quält und Aufgaben bewältigen muss, die ihm längst keinen Spaß mehr machen, der spürt, wie der Stress erst an seiner Seele und dann an der Gesundheit nagt. Die körperlichen Reaktionen und Symptome von Stress sind:

  • Kopfschmerzen: Die Überlastung, ständige Grübelei sowie Muskelverspannungen sorgen für ein schmerzhaftes Hämmern oder Pochen.
  • Konzentrationsprobleme: Wer mit den Gedanken immer an verschiedenen Baustellen gleichzeitig arbeitet, kann sich auf keine davon fokussieren.
  • Schlaflosigkeit: Viele Arbeitnehmer nehmen ihre Probleme nicht nur mit nach Hause, sondern auch mit ins Bett und kriegen dann nachts kein Auge zu.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Der durch die Stresshormone ständig erhöhte Blutdruck schädigt die Gefäße und erhöht so das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts.
  • Burnout: Wer sein Stresslevel langfristig nicht senken kann, hat außerdem ein stark erhöhtes Risiko, einen Burnout zu erleiden. Die körperliche und emotionale Erschöpfung geht oft mit weiteren, schweren psychischen Krankheiten wie Depressionen einher.

Da jeder auf Stress anders reagiert, gibt es viele weitere Symptome und Folgen, die auf Stress zurückgeführt werden können:

  • Appetitlosigkeit
  • Magen-Darm-Probleme
  • Gereiztheit
  • innere Unruhe
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • sexuelle Unlust oder Erektionsprobleme
  • Angstzustände
  • Anhaltende Unzufriedenheit
  • Gefühl der Hilflosigkeit

Stressalarm: Wie Stress im Körper wirkt

Stress wirkt wie eine Droge: Wer länger damit in Kontakt bleibt, kommt nur schwer wieder runter. Was bei Stress im Körper abläuft, ist jedoch noch immer vielen unbekannt. Dabei ist das Verständnis der erste Schritt, um mit Stress künftig besser umzugehen und Stress abzubauen.

Stress Abbauen Entstehung Koerper Folgen Ursachen Grafik

Das passiert im Körper genau, wenn der Stresspegel steigt:



Alarm! Der Stresspegel steigt. Dieser bringt den Körper binnen Sekunden auf Hochtouren. Zuerst aktiviert das Gehirn das autonome Nervensystem und damit die beiden Nervenstränge des Sympathikus (Kampf/Flucht) und des Parasympathikus (Erholung/Verdauung), die alle Organe im Körper steuern.

Der Sympathikus benachrichtigt die Nebennieren. Im Nebennierenmark wird daraufhin der Botenstoff (auch Neurotransmitter genannt) Adrenalin freigesetzt; gleichzeitig wird der Botenstoff Noradrenalin aus den Nervenendungen des sympathischen Nervensystems binnen Millisekunden ins Blut ausgeschüttet. Beide Neurotransmitter verteilen sich blitzartig im Körper. So beschleunigen sich sämtliche Abläufe: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln werden optimal mit Sauerstoff versorgt und spannen sich an – bis hin zum sprichwörtlichen Zittern vor Angst. Zugleich wird über das Adrenalin der Speichelfluss vermindert. Deshalb bleibt einem auch unter Stress sprichwörtlich die Spucke weg. Ebenso werden Zucker- und Fettreserven im Körper mobilisiert. Das Gehirn ist hellwach: Denkleistung und Entscheidungsgeschwindigkeit erhöhen sich enorm.

Die Pupillen weiten sich, um mehr Licht durchzulassen. Anfangs und im Extremfall kann es dadurch auch zu verschwommenem Sehen und Störbildern kommen.

Parallel wird das Blut in die Skelettmuskulatur und die inneren Organe umgelenkt. So droht man bei leichten Verletzungen auch nicht zu verbluten. Nebeneffekt: Hände und Füße werden kalt, das Gesicht blass, aber der Körper wird optimal auf Kampf oder Fluchtreaktionen vorbereitet.

Die Körpertemperatur steigt bei einigen von durchschnittlich 36,5 Grad auf 37 Grad. Damit wir nicht überhitzen, werden gleichzeitig die Schweißdrüsen angeregt.

Die Atmung beschleunigt sich, die Bronchien weiten sich. Kurzfristig kann Brustdrücken und das Gefühl von Atemlosigkeit auftreten. Das Ziel ist aber letztlich eine optimale Sauerstoffversorgung.

Ebenso wird eine weitere sogenannte Stresshormon-Achse aktiviert, die allerdings im Vergleich zum sympathischen Nervensystem etwas zeitverzögert auf Stress reagiert. Im Hypothalamus, einer Region im Zwischenhirn, wird der Botenstoff CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon) ausgeschüttet. Das CRH stimuliert die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) – das Hormonzentrum des Körpers. Diese gibt nun das Hormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) ins Blut.

Über das Blut gelangt das ACTH zur Nebenniere und veranlasst dort die Ausschüttung des Hormons Kortisol Auch das Kortisol mobilisiert die Glucose- und Fettreserven. Gleichzeitig senkt es die Schmerzempfindlichkeit, kann das Immunsystem unterdrücken, beschleunigt aber die Blutgerinnung – falls es Wunden gibt. Wird die Nebenniere über längere Zeit durch ACTH stimuliert, kann sie sich sogar vergrößern, wodurch die Kortisol-Produktion zwar immens gesteigert wird, der Prozess sich allerdings auch verselbständigen kann. Der Körper schaltet dann auf Daueralarm. Spätestens dann macht Stress krank.


Das Hormon Vasopressin wiederum sorgt in der Niere dafür, dass weniger Flüssigkeit ausgeschieden wird. Eine volle Blase würde bei Angriff oder Flucht auch nur behindern.

Der Parasympathikus drosselt nun, für die Stressreaktion unwichtige Körperfunktionen, wie Verdauung, Sexualtrieb und Wachstum. Bei einigen Menschen kann es in akuten, intensiven Stresssituationen durch das Anspannen der Muskeln allerdings auch zum gegenteiligen Effekt kommen: Harndrang und Durchfall – der Körper erleichtert sich.

Sobald die Gefahr gebannt ist, ergreift der Körper Gegenmaßnahmen, um zur Ruhe zurückzufinden: Die Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin werden so schnell wie möglich wieder abgebaut.

Auch das Kortisol selbst hemmt seine eigene Ausschüttung. Über eine negative Rückkopplung dämmt es die weitere Produktion von CRH und ACTH ein. Der Stresslevel fährt wieder runter. Wir reagieren bald schon normal.



Zur Veranschaulichung finden Sie in der folgenden Grafik noch einmal die verschiedenen Organe und Hormone, die im Körper aktiv sind, wenn Stress entsteht:

Stress Hormone Koerper Ursachen Folgen

Das alles ist zunächst ein völlig natürlicher Vorgang – erdacht, um uns vor Gefahr zu schützen. Falls diese Funktionen also natürlich ablaufen, entstehen überhaupt keine körperlichen Schäden. Stress erleben wir schließlich sogar, wenn wir uns freuen, verlieben oder küssen.

Stresskurve-Stressverlauf-Stressreaktion

Problematisch wird es erst dann, wenn Stress zu einem dauerhaften Zustand wird. Der menschliche Körper ist nicht darauf ausgelegt, dauerhaft unter Hochspannung zu laufen. Um das zu verhindern, ist es enorm wichtig, dass Sie Stress abbauen, bevor dieser zum Problem wird.

Stress abbauen: Tipps für die Soforthilfe gegen Stress

Menschen können unterschiedlich gut mit Stress umgehen, doch mit steigendem Druck kommt jeder an einen Punkt, an dem er dringend Stress abbauen muss. Wenn Sie sich in einer akuten Stresssituation befinden, sollten Sie deshalb reagieren und nicht warten, bis es Ihnen zu viel wird.

Die folgenden Tipps können als Soforthilfe funktionieren, wenn Sie kurzfristig Stress abbauen müssen:

  • Sorgen Sie für Bewegung

    Steigt das Stresslevel an, hilft oft schon eins: Bewegung. Die körperliche Reaktion stellte den Mensch ursprünglich auf Flucht oder Angriff ein. Beides sind aktive Reaktionen. Bewegung hilft dann entsprechend, den aufgestauten Druck zu lösen und Stress zu reduzieren.

    Dabei kann es bereits ausreichen, wenn Sie eine Runde um den Block spazieren oder sich – falls es keine andere Möglichkeit gibt – im Büro zumindest für einige Minuten bewegen.

  • Legen Sie eine Pause ein

    Klingt selbsterklärend, wird aber viel zu selten gemacht. In stressigen Situationen stürzen sich die meisten noch tiefer in die Arbeit, legen noch einen Zahn zu und wollen sich aus dem Stress rausarbeiten. Dadurch wird der Druck meist noch größer, der Körper muss sich noch viel mehr anstrengen und Sie gehen weit über Ihre Grenzen hinaus.

    Besser ist es, wenn Sie eine Pause einlegen, den Stress zumindest für eine kurze Zeit vergessen und Ihrem Körper die Gelegenheit geben, seine Funktionen wieder zu regulieren.

  • Sprechen Sie darüber

    Reden hilft. Was der Volksmund schon lange weiß, ist inzwischen auch wissenschaftlich belegt: Egal, ob über Probleme im Projekt, Ärger daheim oder generellen Frust im Büro – die Aussprache erleichtert die Seele nicht nur, sie verbessert auch nachhaltig die Stimmung. Sobald wir Bedrückendes benennen und uns darüber mit anderen austauschen, wird das Gehirn wesentlich stärker aktiviert als wenn wir über den Kummer alleine grübeln.

    Das wiederum hat zur Folge, dass die negativen Emotionen schneller nachlassen sowie zügiger und besser verarbeitet werden. Voraussetzung für den stresssenkenden Effekt sei allerdings, dass beide Gesprächspartner eine vergleichbare emotionale Reaktion auf die Situation zeigen. Oder anders formuliert: Wenn der Selbstzweifler mit dem coolen Hund spricht, wirkt es nicht.

  • Benutzen Sie einen Stressball

    Quetschen, drücken, pressen – bei akutem Stress gibt es eine Wunderwaffe: den Stressball. Auf dem wird solange herumgedrückt, bis entweder die Finger taub werden oder der Stress nachlässt. Aber funktioniert das wirklich?

    „Ja“, sagt der Sportpsychologe Jürgen Beckmann von der TU München, der das genauer untersucht (PDF) hat – bei Fußballspielern, Basketballern, Volleyballern, Kampfsportlern. Quetschten die Athleten vor dem Wettkampf einen Stressball, verbesserte sich die Leistung merklich und die Fehlerquote sank.

    Die richtige Hand dafür zu wählen ist allerdings nicht unwichtig, so Beckmann. Vor allem Rechtshänder sollten dazu die linke Hand wählen (Und wenn Sie keinen Stressball haben, eben die Hand ein paar Mal zusammenpressen).

  • Lächeln Sie ausgiebig

    Während Sie unter großem Stress stehen, ist Ihnen vielleicht nicht gerade nach einem Lächeln zumute – doch sollten Sie es dennoch tun. Selbst wenn Sie ohne Grund lächeln, werden dabei dieselben körperlichen Reaktionen ausgelöst, als wenn Sie ein wirklich glückliches Lächeln aufsetzen.

    Soll heißen: Es werden Glückshormone ausgeschüttet, Sie fühlen sich sofort besser und glücklicher, der Stress macht Ihnen nicht mehr so viel aus.

  • Nutzen Sie Entspannungstechniken

    Es gibt zahlreiche Entspannungsübungen und unterschiedliche Techniken, mit denen Sie Stress abbauen können. Probieren Sie verschiedene Alternativen aus und finden Sie eine Entspannungstechnik, die für Sie funktioniert.

    Schon kurze Atemübungen können den empfundenen Stress innerhalb weniger Minuten spürbar reduzieren.

Stressampel: Die drei Phasen des Modells

Um für den individuellen Umgang mit Stress eine persönliche Lösung zu finden, hat Gert Kaluza die sogenannte Stressampel entwickelt. Sie im Grunde nichts anderes als eine Analyse in drei Phasen, die jeweils von einem Leitsatz begleitet werden:

  1. Die Stressoren

    Leitsatz: Ich gerate in Stress, wenn…

    Ampel-RotDie grundlegende Frage lautet: Was genau löst bei Ihnen Stress aus? Es geht also nicht darum, allgemeine Vorurteile zu bedienen, sondern nach konkreten Auslösern in Ihrem persönlichen Umfeld, besonders am Arbeitsplatz, zu suchen. Empfinden Sie Stress, wenn Sie zu viel Arbeit bewältigen müssen, wenn Deadlines immer näher rücken oder wenn es Meinungsverschiedenheiten mit Kollegen gibt?

    Für viele ist es hilfreich, sich diese Stressoren aufzuschreiben und immer wieder vor Augen zu führen. So weiß man selbst am besten, in welchen Momenten der Stress besonders groß wird.

  2. Die Stressverstärker

    Leitsatz: Ich setze mich selbst unter Stress, indem…

    Ampel-GelbGeht es in der ersten Phase um die Beobachtung, führt die zweite Ebene der Stressampel tiefer und bedarf kritischer Selbstreflexion. Neben den äußeren Umständen sind es häufig die eigenen Einstellungen und Gedanken, die zu noch mehr Stress führen. Genau diese gilt es ausfindig zu machen. Ein besonders starker Stressverstärker ist beispielsweise Perfektionismus, da man sich selbst enorm unter Druck setzt, immer fehlerlos zu arbeiten und nirgendwo anzuecken. Kaluza nennt aber auch Ungeduld oder das ständige Streben nach Kontrolle als klassische Stressverstärker.

  3. Die Stressreaktionen

    Leitsatz: Wenn ich im Stress bin, dann…

    Ampel-GrünStress wirkt auf jeden Menschen anders und genau diese individuellen Stressreaktionen sollte man sich bewusst machen. Viele reagieren emotional, beispielsweise durch Angst, aber auch durch eine durch Stress hervorgerufene Aggression gegenüber den Mitmenschen. Plötzlich ist man von jedem nur noch genervt und lässt die anderen das auch spüren. Andere versuchen den Stress zu bewältigen, indem sie sich in Arbeit stürzen und möglichst schnell Ergebnisse erzielen.

    Auch körperliche Reaktionen auf Stress sind möglich, etwa in Form von Kopf- oder auch Bauchschmerzen.

Stress vermeiden: So wird der Alltag stressfreier

Neben den Tipps gegen akuten Stress gibt es auch einige Empfehlungen, mit denen Sie generell gegen einen stressigen Alltag vorbeugen können. Das beginnt bereits mit der richtigen Einstellung. Denken Sie immer daran: Sie sind dem Stress und den Umständen nicht hilflos ausgeliefert. Sie können immer etwas tun und haben selbst in der Hand, selbst ein hohes Stresslevel wieder zu senken.

Mit den folgenden Ratschlägen können Sie Ihren Arbeitstag stressfreier machen und sich selbst vor zu großem Stress schützen:

  1. Dankbarkeit

    Bei all dem Streben nach beruflichem, materiellem und privatem Erfolg, bleibt für Dankbarkeit keine Zeit mehr. Dabei ist es wichtig, nicht immer nur nach mehr zu streben, sondern auch das zu schätzen, was man bereits hat. Gesundheit, Familie, Freunde, Arbeitsstelle – Gründe für Dankbarkeit gibt es viele. Zusätzlich fanden Forscher heraus, dass dankbare Menschen gesünder und glücklicher sind.

  2. Optimismus

    Den Kopf immer voller Sorgen zu haben und immer das schlechteste Ergebnis zu erwarten, führt zwangsläufig zu Stress. Gerade Pessimisten entwickeln Stress bereits, bevor der eigentliche Stressor überhaupt auftauchen kann. Blicken Sie hingegen optimistisch in die Zukunft, werden Sie nicht nur Ihren Stresspegel senken, sondern auch feststellen, dass Ihnen Aufgaben leichter fallen.

  3. Geduld

    Unruhe und Hektik produzieren Stress. Entschleunigen Sie Ihren Tag, und Ihr seelisches Gemüt wird es Ihnen danken. Ein guter Weg ist es, sich aktiv anzutrainieren, nicht dauerhaft gehetzt zu sein, sondern Geduld zu haben. Dies gilt für den Beruf ebenso wie das Privatleben. Genügend Zeit für die Aufgaben und die Pausen einplanen, einen Einkaufsbummel mit guten Freunden organisieren oder sich einen langen Spaziergang gönnen – lassen Sie den Dingen auch einmal Zeit. Es muss nicht immer alles auf die Schnelle erledigt werden.

  4. Vorbereitung

    Dieser Rat scheint auf den ersten Blick offensichtlich zu sein, doch beherzigen ihn trotzdem nur die wenigsten. Stress entsteht oft in Situationen, die unerwartet auftauchen oder denen wir uns nicht gewachsen fühlen. Durch gute Vorbereitung können Sie diese Stressoren eliminieren. Sollen Sie beispielsweise eine wichtige Präsentation vor einem großen Kunden halten müssen, werden Sie weniger Stress empfinden, wenn Sie diese ausreichend üben und einstudieren konnten.

  5. Zufriedenheit

    Höher, schneller, weiter – in einer Leistungsgesellschaft sind das häufig die Kriterien, nach denen Arbeitnehmer ihre Karriere planen. Dieser Anspruch ist aber auch der Grund für den hohen selbstauferlegten Druck. Wer aber erkennt, dass es Dinge gibt, auf die man persönlich keinen Einfluss nehmen kann, ist in der Lage, einen Teil des Drucks von sich selbst zu nehmen. Manchmal muss man sich mit Dingen zufrieden geben, die man nicht ändern kann.

  6. Ernährung

    „Du bist, was du isst“ – das zählt auch bei Stress. Mittags schnell eine Bratwurst aus der Frittenbude in fünf Minuten verputzen, hat sicherlich keine positiven Auswirkungen auf Ihr Stresslevel. Dabei kann die Ernährung eine tolle Ergänzung sein, um den Tag entspannter zu gestalten. Welche Lebensmittel dafür besonders geeignet sind, haben wir in diesem PDF für Sie zusammengefast.

  7. Feierabend

    Und damit ist gemeint: wirklicher Feierabend! Keine beruflichen Telefonate, keine E-Mails checken und keine Aufgaben mit nach Hause nehmen. Lassen Sie die Arbeit dort, wo Sie hingehört – auf der Arbeit. Schalten Sie einfach mal ab und beschäftigen Sie sich stattdessen mit den Dingen, die Ihnen gut tun. Ein gutes Buch lesen, ein Abend mit Freunden oder ein Besuch bei der Familie. Dinge, die Ihnen gut tun, sind wahre Stresskiller.

10 Mythen und Irrtümer über Stress

Obwohl über das Thema schon viel geschrieben wurde, ranken sich ebenso zahlreiche Klischees und falsche Vorstellungen um die Volkskrankheit.

Schluss damit! Wir klären über die 10 größten Irrtümer über Stress auf:



Falsch: Stress ist schlecht

Wahr ist: Belastungen sind zunächst völlig natürlich und sogar gesund. Erst Anstrengung macht innere Befriedigung möglich. Das englische Wort „Stress“ stammt ursprünglich aus der Werkstoffkunde und bezeichnete die Widerstandskraft eines Materials, wenn es gebogen wird oder unter Druck gerät. 1950 übertrug der Mediziner Hans Selye, einer der Urväter der Stressforschung, den Begriff in die Psychologie und beschrieb damit Belastungen, die den Menschen kurzfristig aus dem Gleichgewicht werfen. Stress ist zunächst also nichts weiter als eine Anpassungsreaktion.

Eine, die Leistungskraft fördert. Schon dem Urmensch diente der Stress, bei Gefahr sämtliche Leistungsreserven anzuzapfen und so sein Überleben zu sichern. Aber auch ohne Bedrohung für Leib und Leben stehen uns so sämtliche Energien zur Verfügung, um Spitzenleistungen zu erbringen – ob bei einem Wettkampf, bei einer Präsentation oder Verhandlungen. Alles in uns fixiert sich auf ein Ziel, wir arbeiten hoch konzentriert und ergebnisorientiert. Sobald der Alarmzustand vorüber ist, ebbt der Hormonspiegel automatisch ab.

Erst wenn der Stress länger anhält, gehen die Vorteile verloren. Das allerdings passiert heute häufig: Weil wir im Büro oder in Meetings bei Stress weder flüchten noch angreifen, werden Adrenalin und Kortisol nicht schnell genug abgebaut.

Falsch: Männer und Frauen reagieren gleich

Wahr ist: Frauen haben nicht nur ein deutlich stärkeres Stressempfinden als Männer – sie neigen auch vermehrt zu psychischen Symptomen, während Männer eher körperlich reagieren.

  • Typisch männliche Stressfolgen sind Herz- und Kreislauferkrankungen, allen voran Herzinfarkt und Schlaganfall. Hinzu kommen Übergewicht, hoher Blutdruck sowie erhöhte Cholesterinwerte. Das Risiko, daran zu erkranken, steigt bei Managern die wöchentlich mehr als 60 Stunden unter Volldampf malochen rapide an.
  • All diese Krankheitsbilder gibt es zwar auch bei gestressten Frauen, insbesondere die Herzerkrankungen nehmen bei ihnen zu, seit Frauen vermehrt in Führungsjobs streben. Ihre körperliche Schwachstelle ist aber die Skelettmuskulatur: Frauen unter Druck leiden besonders oft an Rückenschmerzen. Zudem macht sie Stress schneller dick. Studien zeigen, dass chronischer Stress und das dabei vermehrt ausgeschüttete Hormon Kortisol den Stoffwechselprozess massiv verändert und zu Fettpolstern im Bauch- und Taillenbereich führt. Vor allem aber neigen Frauen zu psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, wie Migräne, Neurodermitis, Angstzuständen oder Depression.

Falsch: Das Alter spielt bei Stress keine Rolle

Wahr ist: Stress wirkt sich bei älteren Menschen oft negativer aus, weil sie nicht mehr so anpassungsfähig und körperlich fit sind wie junge. Aber: Die steigenden Leistungsanforderungen im Job und die unsicheren Arbeitsverhältnisse schlagen vor allem den jungen aufs Gemüt. Von den 20- bis 35-Jährigen erkranken inzwischen doppelt so viele Beschäftigte an psychischen Krankheiten wie noch vor 20 Jahren.

Besonders gefährdet ist die Gruppe der 40- bis 44-Jährigen. In dieser Altersphase erreichen psychische Erkrankungen mit einem Anteil von mehr als 12 Prozent ihren Höchstwert.

Auch auf die Lernfähigkeit wirkt sich Stress unterschiedlich aus. So stellte der Bielefelder Psychoneuroendokrinologe Oliver Wolf fest, dass junge Männer auf Stress empfindlicher reagieren als Frauen. Letztere konnten unter Druck deutlich besser lernen. Bei den älteren Menschen war das Verhältnis genau umgekehrt.

Falsch: Wer Stress hat, leidet an Überforderung

Wahr ist: Stress ist auch eine veritable Machtstrategie. Unsere Vorfahren wurden aus gutem Grund soziale Wesen: In der Gruppe konnten sie besser jagen und sich gegen Feinde wehren. Den Gruppenvorteil bezahlten sie allerdings mit Stress: In der Gemeinschaft entstanden Konflikte – und in der Folge Hierarchien.

Stress sei vor allem eine Folge der Sozialisierung, findet der Hamburger Psychater Markus Preiter, der eine Dissertation über evolutionäre Medizin mit Blick auf die Entstehung von psychischen Krankheiten geschrieben hat. Entsprechend habe nicht jeder Stress, der das vorgibt. Oft wird damit manipuliert.

Dabei werden Erwartungen und Verantwortungen hin und her geschoben, Schuld zugewiesen und ein schlechtes Gewissen gemacht. Ohne ein solches Verhaltensrepertoire würden Organisationen allerdings auch nicht funktionieren. Zugleich erklärt es, warum Stress auf der Chefetage verpönt ist: Wer führt, der fürchtet nicht – nicht mal Druck. Nur Subordinierte können sich Stress leisten.

Falsch: Stress lässt sich vermeiden

Wahr ist: Ein bisschen Stress muss sein. Ein Leben ohne Belastung gibt es nicht, auch wenn manche Ratgeberbücher vom Typ „Nie mehr Stress“ etwas anderes versprechen. Stress entsteht automatisch. Schon Geräusche – Lärm oder Babyschreien – sowie Gerüche lösen unwillkürlich Stress aus.

Zu letzterem zählen übrigens Gestank und der Geruch von Verbranntem (Feuer!). Aber auch bestimmte Pheromone, also körpereigene Botenstoffe, die über den Schweiß ausgeschieden werden. Diese Aromen können Instinkte wie Hunger und Müdigkeit genauso beeinflussen wie das Sexualverhalten und Sympathie.

Entscheidend ist daher nicht ob, wir Stress haben, sondern wie viel und wie lange.

Falsch: Stress entsteht durch viel Arbeit

Wahr ist: Stress entsteht vor allem auf der Arbeit und durch Beziehungen – zum Chef, zu Kollegen oder Kunden. Das Büro ist die perfekte Kulisse für Shakespeare’sche Dramen und menschliche Tragödien. Forscher identifizierten zum Beispiel gefühlte Unfairness im Job als eine Hauptrolle bei der Entstehung von Stress.

Andere Studien zeigen: Es ist nicht einfach die Arbeitslast, sondern eine Kombination aus Belastung, geringer Handlungskontrolle, fehlenden Karriereaussichten, mangelnder Anerkennung oder schlechte Bezahlung im Vergleich zu anderen, die das Stressempfinden deutlich erhöhen.

Kurz: Beziehungen und Emotionen sind die eigentlichen Stressoren. Wer sich ständig mit anderen vergleicht, löst eine dauerhafte Frustrationsspirale aus. Wissenschaftler sprechen dabei auch von der Gratifikationskrise: Wer viel leistet, ohne dafür angemessen belohnt zu werden, hat ein doppelt so hohes Risiko an Depression oder Herzinfarkt zu erkranken.

Falsch: Auf Stress reagieren alle gleich

Wahr ist: Stressresistenz ist zum Teil angeboren. Studien zeigen, dass die Gene bis zu 30 Prozent Einfluss darauf nehmen, wie wir uns unter Druck verhalten. Schon Babys reagieren verschieden. Das zeigte eine Studie des Psychologieprofessors Nathan Fox von der Universität von Maryland: Er setzte zwei Tage alte Säuglinge einer mäßigen Belastung aus, indem er ihnen den Schnuller für einige Zeit wegnahm. Natürlich schrieen alle sofort los, einige aber beruhigten sich genauso schnell wieder. Fox beobachtete seine Probanden bis ins Erwachsenenalter – und siehe da: Wer als Säugling belastbar war, blieb es auch im Alter.

Verantwortlich dafür ist nicht etwa das sprichwörtliche Nervenkostüm, sondern der Hippocampus. Der Hippocampus steuert unter anderem Gefühle, fragt im Bedarfsfall Erinnerungen ab und formt aus Erlebtem neue. Gleichzeitig ist das Hirnareal in der Lage, die sich unter Stress aufschaukelnde Kortisolkaskade abzumildern. Hirnforscher von der McGill Universität konnte bei verschiedenen Hirnscans einen positiven Zusammenhang zwischen Selbstbewusstsein und der Größe des Hippocampus feststellen: Je größer das Organ, desto größer das Selbstwertgefühl und umgekehrt.

Neuere Studien zeigen, dass chronischer Stress den Hippocampus regelrecht schrumpeln lässt. Hält der Stress also zu lange an, schmelzen ausgerechnet Selbstvertrauen sowie die Widerstandskraft.

Falsch: Stress geht wieder vorbei

Wahr ist: Stress kann sich verselbstständigen. Lange Jahre hat sich die Stressforschung vor allem mit akutem Stress und seiner Wirkung auf den Organismus beschäftigt. Dank der Hirn- und Hormonforschung ist inzwischen aber bekannt, dass chronischer Stress die größere Wirkung hat. Er hinterlässt sowohl Spuren im Gehirn, bis hin zu Gewebeveränderungen und stört durch den konstant hohen Kortisolwert im Blut nachhaltig die Stresshormon-Achse. Kurz: Der Körper verlernt das Herunterfahren.

Zum vegetativen Stress gesellt sich meist noch der oxidative, der das Immunsystem schwächt: Bei Dauerstress wird zu viel Sauerstoff verbrannt. Als Folgeprodukt entstehen freie Radikale, die die Wände von Nerven- und Gehirnzellen angreifen sowie Körperzellen bis zur genetischen Information schädigen können. Die körpereigene Abwehr wird unterwandert, Infektionen öffnen sich Tür und Tor. Selbst Diabetes und Osteoporose können so auf das Konto von Stress gehen.

Harvard-Forscher fanden heraus: Wer sich rund 15 Minuten ärgert oder negativ angespannt ist, verbraucht bis zu 350 Milligramm Vitamin C – ungefähr soviel wie in vier Orangen. Kein Wunder also, dass sich so viele Menschen erkälten, wenn sie längere Zeit unter seelischer Belastung stehen.


Falsch: Gegen Stress hilft nur entspannen

Wahr ist: Gestresste sind zur Muße oft gar nicht mehr fähig. Schuld ist ein Rückkopplungseffekt zwischen Stress und Aggression: So macht ein hoher Kortisollevel aggressiv. Das so stimulierte Aggressionszentrum wiederum regt die Hormonproduktion an – eine sich selbst verstärkende Stressspirale entsteht. Sie erklärt auch, warum so viele nur schwer wieder zu beruhigen sind, wenn sie erst einmal in Rage geraten.

Wer Stress abbauen will, sollte sich – wie oben schon erwähnt – lieber bewegen. Stress stellt den Körper auf höchste Leistungskraft ein, versetzt ihn in einen Alarmzustand und erhöhte Kampfbereitschaft.

Die lässt sich im Bürosessel nicht einfach wegdenken, sondern allenfalls wegschaukeln. Besser aber der ganze Körper wird aktiv.

Falsch: Lebenskrisen wirken am schlimmsten

Wahr ist: Nicht etwa Schicksalsschläge oder die Trennung vom Partner zermürben, sondern Alltagsbelastungen, auch daily hassles genannt. Natürlich können auch Lebenskrisen seelisch stark belasten, meist aber nur kurzfristig. Falls die Zeit keine Wunden heilt, liegt das nicht an der besonderen Dramatik eines Unglücks, sondern vielmehr daran, dass der Mensch ein reflektierendes Wesen ist. Er grübelt – und zwar zu oft und zu lange.

Dass dieses Alltagsgrübeln genauso viel Stress verursachen kann, wie die Situation selbst, belegt ein Experiment von William Gerin von der Columbia Universität: Je 30 Frauen und Männer sollten sich an eine Situation aus dem vergangenen Jahr erinnern, bei der ihnen der Kragen geplatzt war. Noch während sie das Übel ihren Versuchsleitern schilderten, schnellten bei allen Blutdruck und Herzfrequenz nach oben. Sie zeigten sämtliche Symptome von akutem, starkem Stress.

Damit war der Versuch aber nicht vorbei: Kurz darauf wurden die Teilnehmer in einen Ruheraum geschickt – im ersten Durchlauf war dies ein karges Wartezimmer, beim zweiten bot der Raum reichlich Ablenkung in Form von Zeitschriften, Geschicklichkeitsspielen und einer Pinnwand mit bunten Postkarten. Effekt: Bei jenen, die sich ablenken konnten, kreisten die Gedanken kaum noch um den Ärger, ohne Ablenkung viel stärker. Die Gruppe ohne Ablenkungen beruhigte sich auch erst deutlich später. Fazit: Ständiges Grübeln hält den Stresslevel auf konstantem Niveau – unabhängig vom Ereignis.



[Bildnachweis: Doppelganger4, Designua by Shutterstock.com]
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Kein Tag ohne Stress. Jeder fünfte Deutsche sagt regelmäßig: Ich hab Stress! Wer nur noch von A nach B hetzt, vor lauter Aufgaben nicht mehr weiß, wo ihm oder ihr der Kopf steht und die Hektik sich negativ auf Ihr Berufs- und Privatleben auswirkt, der sollte dringend Stress abbauen. Stress ist längst ein ständiger Begleiter – und die Hauptursache psychischer Erkrankungen, deren Zahl steigt stetig: Viele Arbeitnehmer klagen über typische Symptome von Stress , wie Kopfschmerzen, Herzrasen oder Schlafstörungen. Damit Sie etwas dagegen unternehmen können, erklären wir, welche Ursachen hinter dem Stress stehen, wie dieser in Ihrem Körper wirkt und was Sie wirklich wissen sollten, um Stress abbauen zu können…

Stress: Ein Problem mit vielen Ursachen

Weit mehr als die Hälfte der Deutschen empfindet das eigene Leben als stressig, so das Ergebnis einer Umfrage der Techniker Krankenkasse. Wer nun glaubt, dabei würde es sich vor allem um Manager, Führungskräfte oder andere Arbeitnehmer handeln, irrt sich gewaltig. Stress entsteht überall – nicht nur im Job, sondern in fast jedem Bereich des Lebens. Selbst in jungen Jahren geht der Stress schon los.

Kinder und Jugendliche haben Stress in der Schule, Studenten in der Uni, Erwachsene im Job; wir spüren den steigenden Druck im Büro genauso, wie in der Freizeit, im Sport, im Stau, im Freundeskreis, in der Ehe und beim Sex. Ursachen sind aber auch Reizüberflutung sowie abnehmende soziale Kontakte: Wenn die Arbeitszeit steigt, wird sie für Freunde und Familie knapper.

Als Hauptursachen für den steigende Druck nennen die meisten Arbeitnehmer:

  • Permanente Erreichbarkeit

    Das Mobiltelefon und auch das E-Mail-Postfach geben selbst abends keine Ruhe. Ständig gibt es Bekannte oder Kollegen, die eine Frage haben, die dringend beantwortet werden muss. Irgendwas ist immer. Ein Abschalten ist kaum noch möglich, die Menschen kommen kaum noch zur Ruhe und haben keine Zeit, sich zu entspannen oder neue Krafr zu tanken.

  • Hohe Anforderungen

    Viele Arbeitgeber verlangen ihren Mitarbeitern buchstäblich alles ab. Ein enormes Arbeitspensum und die zunehmende Arbeitsverdichtung sowie steigende Ansprüche des Vorgesetzten setzen viele Arbeitnehmer unter enormen Druck. Hinzu kommt der Stress, den die eigenen Erwartungen an sich selbst mit sich bringen.

  • Ständiger Termindruck

    Irgendeine Deadline steht immer kurz bevor und wenn diese erledigt ist, wartet bereits die nächste. Dieser Zeitdruck ist auch eine psychische Belastung für viele Arbeitnehmer, die immer die Angst vor Augen haben, ihre Aufgaben nicht im vorgegebenen Zeitrahmen erledigen zu können. Erschwerend hinzu kommt, dass in der heutigen Zeit alles immer schneller werden muss. Niemand kann auf eine Antwort warten, alles muss sofort geschehen. Das sorgt für enormen Stress.

  • Schlechte Vereinbarkeit

    Den Job und die Familie unter einen Hut zu bekommen, ist für viele Arbeitnehmer ein großes Problem. Oft bleibt neben einem Vollzeitjob einfach nicht genügend Zeit, um allen Wünschen und Erwartungen gerecht zu werden. Die Doppelbelastung heizt den vorhandenen Arbeitsstress noch einmal an.

Folgen und Symptome: Wie kann sich Stress auswirken?

Stress abbauen Ursachen FolgenNicht alle aber viele werden davon krank, denn Stress beginnt im Kopf. Insbesondere wer ständig gegen seine Motivation arbeitet, sich zur Arbeit quält und Aufgaben bewältigen muss, die ihm längst keinen Spaß mehr machen, der spürt, wie der Stress erst an seiner Seele und dann an der Gesundheit nagt. Die körperlichen Reaktionen und Symptome von Stress sind:

  • Kopfschmerzen: Die Überlastung, ständige Grübelei sowie Muskelverspannungen sorgen für ein schmerzhaftes Hämmern oder Pochen.
  • Konzentrationsprobleme: Wer mit den Gedanken immer an verschiedenen Baustellen gleichzeitig arbeitet, kann sich auf keine davon fokussieren.
  • Schlaflosigkeit: Viele Arbeitnehmer nehmen ihre Probleme nicht nur mit nach Hause, sondern auch mit ins Bett und kriegen dann nachts kein Auge zu.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Der durch die Stresshormone ständig erhöhte Blutdruck schädigt die Gefäße und erhöht so das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts.
  • Burnout: Wer sein Stresslevel langfristig nicht senken kann, hat außerdem ein stark erhöhtes Risiko, einen Burnout zu erleiden. Die körperliche und emotionale Erschöpfung geht oft mit weiteren, schweren psychischen Krankheiten wie Depressionen einher.

Da jeder auf Stress anders reagiert, gibt es viele weitere Symptome und Folgen, die auf Stress zurückgeführt werden können:

  • Appetitlosigkeit
  • Magen-Darm-Probleme
  • Gereiztheit
  • innere Unruhe
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • sexuelle Unlust oder Erektionsprobleme
  • Angstzustände
  • Anhaltende Unzufriedenheit
  • Gefühl der Hilflosigkeit

Stressalarm: Wie Stress im Körper wirkt

Stress wirkt wie eine Droge: Wer länger damit in Kontakt bleibt, kommt nur schwer wieder runter. Was bei Stress im Körper abläuft, ist jedoch noch immer vielen unbekannt. Dabei ist das Verständnis der erste Schritt, um mit Stress künftig besser umzugehen und Stress abzubauen.

Stress Abbauen Entstehung Koerper Folgen Ursachen Grafik

Das passiert im Körper genau, wenn der Stresspegel steigt:



Alarm! Der Stresspegel steigt. Dieser bringt den Körper binnen Sekunden auf Hochtouren. Zuerst aktiviert das Gehirn das autonome Nervensystem und damit die beiden Nervenstränge des Sympathikus (Kampf/Flucht) und des Parasympathikus (Erholung/Verdauung), die alle Organe im Körper steuern.

Der Sympathikus benachrichtigt die Nebennieren. Im Nebennierenmark wird daraufhin der Botenstoff (auch Neurotransmitter genannt) Adrenalin freigesetzt; gleichzeitig wird der Botenstoff Noradrenalin aus den Nervenendungen des sympathischen Nervensystems binnen Millisekunden ins Blut ausgeschüttet. Beide Neurotransmitter verteilen sich blitzartig im Körper. So beschleunigen sich sämtliche Abläufe: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt, die Muskeln werden optimal mit Sauerstoff versorgt und spannen sich an – bis hin zum sprichwörtlichen Zittern vor Angst. Zugleich wird über das Adrenalin der Speichelfluss vermindert. Deshalb bleibt einem auch unter Stress sprichwörtlich die Spucke weg. Ebenso werden Zucker- und Fettreserven im Körper mobilisiert. Das Gehirn ist hellwach: Denkleistung und Entscheidungsgeschwindigkeit erhöhen sich enorm.

Die Pupillen weiten sich, um mehr Licht durchzulassen. Anfangs und im Extremfall kann es dadurch auch zu verschwommenem Sehen und Störbildern kommen.

Parallel wird das Blut in die Skelettmuskulatur und die inneren Organe umgelenkt. So droht man bei leichten Verletzungen auch nicht zu verbluten. Nebeneffekt: Hände und Füße werden kalt, das Gesicht blass, aber der Körper wird optimal auf Kampf oder Fluchtreaktionen vorbereitet.

Die Körpertemperatur steigt bei einigen von durchschnittlich 36,5 Grad auf 37 Grad. Damit wir nicht überhitzen, werden gleichzeitig die Schweißdrüsen angeregt.

Die Atmung beschleunigt sich, die Bronchien weiten sich. Kurzfristig kann Brustdrücken und das Gefühl von Atemlosigkeit auftreten. Das Ziel ist aber letztlich eine optimale Sauerstoffversorgung.

Ebenso wird eine weitere sogenannte Stresshormon-Achse aktiviert, die allerdings im Vergleich zum sympathischen Nervensystem etwas zeitverzögert auf Stress reagiert. Im Hypothalamus, einer Region im Zwischenhirn, wird der Botenstoff CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon) ausgeschüttet. Das CRH stimuliert die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) – das Hormonzentrum des Körpers. Diese gibt nun das Hormon ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) ins Blut.

Über das Blut gelangt das ACTH zur Nebenniere und veranlasst dort die Ausschüttung des Hormons Kortisol Auch das Kortisol mobilisiert die Glucose- und Fettreserven. Gleichzeitig senkt es die Schmerzempfindlichkeit, kann das Immunsystem unterdrücken, beschleunigt aber die Blutgerinnung – falls es Wunden gibt. Wird die Nebenniere über längere Zeit durch ACTH stimuliert, kann sie sich sogar vergrößern, wodurch die Kortisol-Produktion zwar immens gesteigert wird, der Prozess sich allerdings auch verselbständigen kann. Der Körper schaltet dann auf Daueralarm. Spätestens dann macht Stress krank.


Das Hormon Vasopressin wiederum sorgt in der Niere dafür, dass weniger Flüssigkeit ausgeschieden wird. Eine volle Blase würde bei Angriff oder Flucht auch nur behindern.

Der Parasympathikus drosselt nun, für die Stressreaktion unwichtige Körperfunktionen, wie Verdauung, Sexualtrieb und Wachstum. Bei einigen Menschen kann es in akuten, intensiven Stresssituationen durch das Anspannen der Muskeln allerdings auch zum gegenteiligen Effekt kommen: Harndrang und Durchfall – der Körper erleichtert sich.

Sobald die Gefahr gebannt ist, ergreift der Körper Gegenmaßnahmen, um zur Ruhe zurückzufinden: Die Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin werden so schnell wie möglich wieder abgebaut.

Auch das Kortisol selbst hemmt seine eigene Ausschüttung. Über eine negative Rückkopplung dämmt es die weitere Produktion von CRH und ACTH ein. Der Stresslevel fährt wieder runter. Wir reagieren bald schon normal.



Zur Veranschaulichung finden Sie in der folgenden Grafik noch einmal die verschiedenen Organe und Hormone, die im Körper aktiv sind, wenn Stress entsteht:

Stress Hormone Koerper Ursachen Folgen

Das alles ist zunächst ein völlig natürlicher Vorgang – erdacht, um uns vor Gefahr zu schützen. Falls diese Funktionen also natürlich ablaufen, entstehen überhaupt keine körperlichen Schäden. Stress erleben wir schließlich sogar, wenn wir uns freuen, verlieben oder küssen.

Stresskurve-Stressverlauf-Stressreaktion

Problematisch wird es erst dann, wenn Stress zu einem dauerhaften Zustand wird. Der menschliche Körper ist nicht darauf ausgelegt, dauerhaft unter Hochspannung zu laufen. Um das zu verhindern, ist es enorm wichtig, dass Sie Stress abbauen, bevor dieser zum Problem wird.

Stress abbauen: Tipps für die Soforthilfe gegen Stress

Menschen können unterschiedlich gut mit Stress umgehen, doch mit steigendem Druck kommt jeder an einen Punkt, an dem er dringend Stress abbauen muss. Wenn Sie sich in einer akuten Stresssituation befinden, sollten Sie deshalb reagieren und nicht warten, bis es Ihnen zu viel wird.

Die folgenden Tipps können als Soforthilfe funktionieren, wenn Sie kurzfristig Stress abbauen müssen:

  • Sorgen Sie für Bewegung

    Steigt das Stresslevel an, hilft oft schon eins: Bewegung. Die körperliche Reaktion stellte den Mensch ursprünglich auf Flucht oder Angriff ein. Beides sind aktive Reaktionen. Bewegung hilft dann entsprechend, den aufgestauten Druck zu lösen und Stress zu reduzieren.

    Dabei kann es bereits ausreichen, wenn Sie eine Runde um den Block spazieren oder sich – falls es keine andere Möglichkeit gibt – im Büro zumindest für einige Minuten bewegen.

  • Legen Sie eine Pause ein

    Klingt selbsterklärend, wird aber viel zu selten gemacht. In stressigen Situationen stürzen sich die meisten noch tiefer in die Arbeit, legen noch einen Zahn zu und wollen sich aus dem Stress rausarbeiten. Dadurch wird der Druck meist noch größer, der Körper muss sich noch viel mehr anstrengen und Sie gehen weit über Ihre Grenzen hinaus.

    Besser ist es, wenn Sie eine Pause einlegen, den Stress zumindest für eine kurze Zeit vergessen und Ihrem Körper die Gelegenheit geben, seine Funktionen wieder zu regulieren.

  • Sprechen Sie darüber

    Reden hilft. Was der Volksmund schon lange weiß, ist inzwischen auch wissenschaftlich belegt: Egal, ob über Probleme im Projekt, Ärger daheim oder generellen Frust im Büro – die Aussprache erleichtert die Seele nicht nur, sie verbessert auch nachhaltig die Stimmung. Sobald wir Bedrückendes benennen und uns darüber mit anderen austauschen, wird das Gehirn wesentlich stärker aktiviert als wenn wir über den Kummer alleine grübeln.

    Das wiederum hat zur Folge, dass die negativen Emotionen schneller nachlassen sowie zügiger und besser verarbeitet werden. Voraussetzung für den stresssenkenden Effekt sei allerdings, dass beide Gesprächspartner eine vergleichbare emotionale Reaktion auf die Situation zeigen. Oder anders formuliert: Wenn der Selbstzweifler mit dem coolen Hund spricht, wirkt es nicht.

  • Benutzen Sie einen Stressball

    Quetschen, drücken, pressen – bei akutem Stress gibt es eine Wunderwaffe: den Stressball. Auf dem wird solange herumgedrückt, bis entweder die Finger taub werden oder der Stress nachlässt. Aber funktioniert das wirklich?

    „Ja“, sagt der Sportpsychologe Jürgen Beckmann von der TU München, der das genauer untersucht (PDF) hat – bei Fußballspielern, Basketballern, Volleyballern, Kampfsportlern. Quetschten die Athleten vor dem Wettkampf einen Stressball, verbesserte sich die Leistung merklich und die Fehlerquote sank.

    Die richtige Hand dafür zu wählen ist allerdings nicht unwichtig, so Beckmann. Vor allem Rechtshänder sollten dazu die linke Hand wählen (Und wenn Sie keinen Stressball haben, eben die Hand ein paar Mal zusammenpressen).

  • Lächeln Sie ausgiebig

    Während Sie unter großem Stress stehen, ist Ihnen vielleicht nicht gerade nach einem Lächeln zumute – doch sollten Sie es dennoch tun. Selbst wenn Sie ohne Grund lächeln, werden dabei dieselben körperlichen Reaktionen ausgelöst, als wenn Sie ein wirklich glückliches Lächeln aufsetzen.

    Soll heißen: Es werden Glückshormone ausgeschüttet, Sie fühlen sich sofort besser und glücklicher, der Stress macht Ihnen nicht mehr so viel aus.

  • Nutzen Sie Entspannungstechniken

    Es gibt zahlreiche Entspannungsübungen und unterschiedliche Techniken, mit denen Sie Stress abbauen können. Probieren Sie verschiedene Alternativen aus und finden Sie eine Entspannungstechnik, die für Sie funktioniert.

    Schon kurze Atemübungen können den empfundenen Stress innerhalb weniger Minuten spürbar reduzieren.

Stressampel: Die drei Phasen des Modells

Um für den individuellen Umgang mit Stress eine persönliche Lösung zu finden, hat Gert Kaluza die sogenannte Stressampel entwickelt. Sie im Grunde nichts anderes als eine Analyse in drei Phasen, die jeweils von einem Leitsatz begleitet werden:

  1. Die Stressoren

    Leitsatz: Ich gerate in Stress, wenn…

    Ampel-RotDie grundlegende Frage lautet: Was genau löst bei Ihnen Stress aus? Es geht also nicht darum, allgemeine Vorurteile zu bedienen, sondern nach konkreten Auslösern in Ihrem persönlichen Umfeld, besonders am Arbeitsplatz, zu suchen. Empfinden Sie Stress, wenn Sie zu viel Arbeit bewältigen müssen, wenn Deadlines immer näher rücken oder wenn es Meinungsverschiedenheiten mit Kollegen gibt?

    Für viele ist es hilfreich, sich diese Stressoren aufzuschreiben und immer wieder vor Augen zu führen. So weiß man selbst am besten, in welchen Momenten der Stress besonders groß wird.

  2. Die Stressverstärker

    Leitsatz: Ich setze mich selbst unter Stress, indem…

    Ampel-GelbGeht es in der ersten Phase um die Beobachtung, führt die zweite Ebene der Stressampel tiefer und bedarf kritischer Selbstreflexion. Neben den äußeren Umständen sind es häufig die eigenen Einstellungen und Gedanken, die zu noch mehr Stress führen. Genau diese gilt es ausfindig zu machen. Ein besonders starker Stressverstärker ist beispielsweise Perfektionismus, da man sich selbst enorm unter Druck setzt, immer fehlerlos zu arbeiten und nirgendwo anzuecken. Kaluza nennt aber auch Ungeduld oder das ständige Streben nach Kontrolle als klassische Stressverstärker.

  3. Die Stressreaktionen

    Leitsatz: Wenn ich im Stress bin, dann…

    Ampel-GrünStress wirkt auf jeden Menschen anders und genau diese individuellen Stressreaktionen sollte man sich bewusst machen. Viele reagieren emotional, beispielsweise durch Angst, aber auch durch eine durch Stress hervorgerufene Aggression gegenüber den Mitmenschen. Plötzlich ist man von jedem nur noch genervt und lässt die anderen das auch spüren. Andere versuchen den Stress zu bewältigen, indem sie sich in Arbeit stürzen und möglichst schnell Ergebnisse erzielen.

    Auch körperliche Reaktionen auf Stress sind möglich, etwa in Form von Kopf- oder auch Bauchschmerzen.

Stress vermeiden: So wird der Alltag stressfreier

Neben den Tipps gegen akuten Stress gibt es auch einige Empfehlungen, mit denen Sie generell gegen einen stressigen Alltag vorbeugen können. Das beginnt bereits mit der richtigen Einstellung. Denken Sie immer daran: Sie sind dem Stress und den Umständen nicht hilflos ausgeliefert. Sie können immer etwas tun und haben selbst in der Hand, selbst ein hohes Stresslevel wieder zu senken.

Mit den folgenden Ratschlägen können Sie Ihren Arbeitstag stressfreier machen und sich selbst vor zu großem Stress schützen:

  1. Dankbarkeit

    Bei all dem Streben nach beruflichem, materiellem und privatem Erfolg, bleibt für Dankbarkeit keine Zeit mehr. Dabei ist es wichtig, nicht immer nur nach mehr zu streben, sondern auch das zu schätzen, was man bereits hat. Gesundheit, Familie, Freunde, Arbeitsstelle – Gründe für Dankbarkeit gibt es viele. Zusätzlich fanden Forscher heraus, dass dankbare Menschen gesünder und glücklicher sind.

  2. Optimismus

    Den Kopf immer voller Sorgen zu haben und immer das schlechteste Ergebnis zu erwarten, führt zwangsläufig zu Stress. Gerade Pessimisten entwickeln Stress bereits, bevor der eigentliche Stressor überhaupt auftauchen kann. Blicken Sie hingegen optimistisch in die Zukunft, werden Sie nicht nur Ihren Stresspegel senken, sondern auch feststellen, dass Ihnen Aufgaben leichter fallen.

  3. Geduld

    Unruhe und Hektik produzieren Stress. Entschleunigen Sie Ihren Tag, und Ihr seelisches Gemüt wird es Ihnen danken. Ein guter Weg ist es, sich aktiv anzutrainieren, nicht dauerhaft gehetzt zu sein, sondern Geduld zu haben. Dies gilt für den Beruf ebenso wie das Privatleben. Genügend Zeit für die Aufgaben und die Pausen einplanen, einen Einkaufsbummel mit guten Freunden organisieren oder sich einen langen Spaziergang gönnen – lassen Sie den Dingen auch einmal Zeit. Es muss nicht immer alles auf die Schnelle erledigt werden.

  4. Vorbereitung

    Dieser Rat scheint auf den ersten Blick offensichtlich zu sein, doch beherzigen ihn trotzdem nur die wenigsten. Stress entsteht oft in Situationen, die unerwartet auftauchen oder denen wir uns nicht gewachsen fühlen. Durch gute Vorbereitung können Sie diese Stressoren eliminieren. Sollen Sie beispielsweise eine wichtige Präsentation vor einem großen Kunden halten müssen, werden Sie weniger Stress empfinden, wenn Sie diese ausreichend üben und einstudieren konnten.

  5. Zufriedenheit

    Höher, schneller, weiter – in einer Leistungsgesellschaft sind das häufig die Kriterien, nach denen Arbeitnehmer ihre Karriere planen. Dieser Anspruch ist aber auch der Grund für den hohen selbstauferlegten Druck. Wer aber erkennt, dass es Dinge gibt, auf die man persönlich keinen Einfluss nehmen kann, ist in der Lage, einen Teil des Drucks von sich selbst zu nehmen. Manchmal muss man sich mit Dingen zufrieden geben, die man nicht ändern kann.

  6. Ernährung

    „Du bist, was du isst“ – das zählt auch bei Stress. Mittags schnell eine Bratwurst aus der Frittenbude in fünf Minuten verputzen, hat sicherlich keine positiven Auswirkungen auf Ihr Stresslevel. Dabei kann die Ernährung eine tolle Ergänzung sein, um den Tag entspannter zu gestalten. Welche Lebensmittel dafür besonders geeignet sind, haben wir in diesem PDF für Sie zusammengefast.

  7. Feierabend

    Und damit ist gemeint: wirklicher Feierabend! Keine beruflichen Telefonate, keine E-Mails checken und keine Aufgaben mit nach Hause nehmen. Lassen Sie die Arbeit dort, wo Sie hingehört – auf der Arbeit. Schalten Sie einfach mal ab und beschäftigen Sie sich stattdessen mit den Dingen, die Ihnen gut tun. Ein gutes Buch lesen, ein Abend mit Freunden oder ein Besuch bei der Familie. Dinge, die Ihnen gut tun, sind wahre Stresskiller.

10 Mythen und Irrtümer über Stress

Obwohl über das Thema schon viel geschrieben wurde, ranken sich ebenso zahlreiche Klischees und falsche Vorstellungen um die Volkskrankheit.

Schluss damit! Wir klären über die 10 größten Irrtümer über Stress auf:



Falsch: Stress ist schlecht

Wahr ist: Belastungen sind zunächst völlig natürlich und sogar gesund. Erst Anstrengung macht innere Befriedigung möglich. Das englische Wort „Stress“ stammt ursprünglich aus der Werkstoffkunde und bezeichnete die Widerstandskraft eines Materials, wenn es gebogen wird oder unter Druck gerät. 1950 übertrug der Mediziner Hans Selye, einer der Urväter der Stressforschung, den Begriff in die Psychologie und beschrieb damit Belastungen, die den Menschen kurzfristig aus dem Gleichgewicht werfen. Stress ist zunächst also nichts weiter als eine Anpassungsreaktion.

Eine, die Leistungskraft fördert. Schon dem Urmensch diente der Stress, bei Gefahr sämtliche Leistungsreserven anzuzapfen und so sein Überleben zu sichern. Aber auch ohne Bedrohung für Leib und Leben stehen uns so sämtliche Energien zur Verfügung, um Spitzenleistungen zu erbringen – ob bei einem Wettkampf, bei einer Präsentation oder Verhandlungen. Alles in uns fixiert sich auf ein Ziel, wir arbeiten hoch konzentriert und ergebnisorientiert. Sobald der Alarmzustand vorüber ist, ebbt der Hormonspiegel automatisch ab.

Erst wenn der Stress länger anhält, gehen die Vorteile verloren. Das allerdings passiert heute häufig: Weil wir im Büro oder in Meetings bei Stress weder flüchten noch angreifen, werden Adrenalin und Kortisol nicht schnell genug abgebaut.

Falsch: Männer und Frauen reagieren gleich

Wahr ist: Frauen haben nicht nur ein deutlich stärkeres Stressempfinden als Männer – sie neigen auch vermehrt zu psychischen Symptomen, während Männer eher körperlich reagieren.

  • Typisch männliche Stressfolgen sind Herz- und Kreislauferkrankungen, allen voran Herzinfarkt und Schlaganfall. Hinzu kommen Übergewicht, hoher Blutdruck sowie erhöhte Cholesterinwerte. Das Risiko, daran zu erkranken, steigt bei Managern die wöchentlich mehr als 60 Stunden unter Volldampf malochen rapide an.
  • All diese Krankheitsbilder gibt es zwar auch bei gestressten Frauen, insbesondere die Herzerkrankungen nehmen bei ihnen zu, seit Frauen vermehrt in Führungsjobs streben. Ihre körperliche Schwachstelle ist aber die Skelettmuskulatur: Frauen unter Druck leiden besonders oft an Rückenschmerzen. Zudem macht sie Stress schneller dick. Studien zeigen, dass chronischer Stress und das dabei vermehrt ausgeschüttete Hormon Kortisol den Stoffwechselprozess massiv verändert und zu Fettpolstern im Bauch- und Taillenbereich führt. Vor allem aber neigen Frauen zu psychischen und psychosomatischen Erkrankungen, wie Migräne, Neurodermitis, Angstzuständen oder Depression.

Falsch: Das Alter spielt bei Stress keine Rolle

Wahr ist: Stress wirkt sich bei älteren Menschen oft negativer aus, weil sie nicht mehr so anpassungsfähig und körperlich fit sind wie junge. Aber: Die steigenden Leistungsanforderungen im Job und die unsicheren Arbeitsverhältnisse schlagen vor allem den jungen aufs Gemüt. Von den 20- bis 35-Jährigen erkranken inzwischen doppelt so viele Beschäftigte an psychischen Krankheiten wie noch vor 20 Jahren.

Besonders gefährdet ist die Gruppe der 40- bis 44-Jährigen. In dieser Altersphase erreichen psychische Erkrankungen mit einem Anteil von mehr als 12 Prozent ihren Höchstwert.

Auch auf die Lernfähigkeit wirkt sich Stress unterschiedlich aus. So stellte der Bielefelder Psychoneuroendokrinologe Oliver Wolf fest, dass junge Männer auf Stress empfindlicher reagieren als Frauen. Letztere konnten unter Druck deutlich besser lernen. Bei den älteren Menschen war das Verhältnis genau umgekehrt.

Falsch: Wer Stress hat, leidet an Überforderung

Wahr ist: Stress ist auch eine veritable Machtstrategie. Unsere Vorfahren wurden aus gutem Grund soziale Wesen: In der Gruppe konnten sie besser jagen und sich gegen Feinde wehren. Den Gruppenvorteil bezahlten sie allerdings mit Stress: In der Gemeinschaft entstanden Konflikte – und in der Folge Hierarchien.

Stress sei vor allem eine Folge der Sozialisierung, findet der Hamburger Psychater Markus Preiter, der eine Dissertation über evolutionäre Medizin mit Blick auf die Entstehung von psychischen Krankheiten geschrieben hat. Entsprechend habe nicht jeder Stress, der das vorgibt. Oft wird damit manipuliert.

Dabei werden Erwartungen und Verantwortungen hin und her geschoben, Schuld zugewiesen und ein schlechtes Gewissen gemacht. Ohne ein solches Verhaltensrepertoire würden Organisationen allerdings auch nicht funktionieren. Zugleich erklärt es, warum Stress auf der Chefetage verpönt ist: Wer führt, der fürchtet nicht – nicht mal Druck. Nur Subordinierte können sich Stress leisten.

Falsch: Stress lässt sich vermeiden

Wahr ist: Ein bisschen Stress muss sein. Ein Leben ohne Belastung gibt es nicht, auch wenn manche Ratgeberbücher vom Typ „Nie mehr Stress“ etwas anderes versprechen. Stress entsteht automatisch. Schon Geräusche – Lärm oder Babyschreien – sowie Gerüche lösen unwillkürlich Stress aus.

Zu letzterem zählen übrigens Gestank und der Geruch von Verbranntem (Feuer!). Aber auch bestimmte Pheromone, also körpereigene Botenstoffe, die über den Schweiß ausgeschieden werden. Diese Aromen können Instinkte wie Hunger und Müdigkeit genauso beeinflussen wie das Sexualverhalten und Sympathie.

Entscheidend ist daher nicht ob, wir Stress haben, sondern wie viel und wie lange.

Falsch: Stress entsteht durch viel Arbeit

Wahr ist: Stress entsteht vor allem auf der Arbeit und durch Beziehungen – zum Chef, zu Kollegen oder Kunden. Das Büro ist die perfekte Kulisse für Shakespeare’sche Dramen und menschliche Tragödien. Forscher identifizierten zum Beispiel gefühlte Unfairness im Job als eine Hauptrolle bei der Entstehung von Stress.

Andere Studien zeigen: Es ist nicht einfach die Arbeitslast, sondern eine Kombination aus Belastung, geringer Handlungskontrolle, fehlenden Karriereaussichten, mangelnder Anerkennung oder schlechte Bezahlung im Vergleich zu anderen, die das Stressempfinden deutlich erhöhen.

Kurz: Beziehungen und Emotionen sind die eigentlichen Stressoren. Wer sich ständig mit anderen vergleicht, löst eine dauerhafte Frustrationsspirale aus. Wissenschaftler sprechen dabei auch von der Gratifikationskrise: Wer viel leistet, ohne dafür angemessen belohnt zu werden, hat ein doppelt so hohes Risiko an Depression oder Herzinfarkt zu erkranken.

Falsch: Auf Stress reagieren alle gleich

Wahr ist: Stressresistenz ist zum Teil angeboren. Studien zeigen, dass die Gene bis zu 30 Prozent Einfluss darauf nehmen, wie wir uns unter Druck verhalten. Schon Babys reagieren verschieden. Das zeigte eine Studie des Psychologieprofessors Nathan Fox von der Universität von Maryland: Er setzte zwei Tage alte Säuglinge einer mäßigen Belastung aus, indem er ihnen den Schnuller für einige Zeit wegnahm. Natürlich schrieen alle sofort los, einige aber beruhigten sich genauso schnell wieder. Fox beobachtete seine Probanden bis ins Erwachsenenalter – und siehe da: Wer als Säugling belastbar war, blieb es auch im Alter.

Verantwortlich dafür ist nicht etwa das sprichwörtliche Nervenkostüm, sondern der Hippocampus. Der Hippocampus steuert unter anderem Gefühle, fragt im Bedarfsfall Erinnerungen ab und formt aus Erlebtem neue. Gleichzeitig ist das Hirnareal in der Lage, die sich unter Stress aufschaukelnde Kortisolkaskade abzumildern. Hirnforscher von der McGill Universität konnte bei verschiedenen Hirnscans einen positiven Zusammenhang zwischen Selbstbewusstsein und der Größe des Hippocampus feststellen: Je größer das Organ, desto größer das Selbstwertgefühl und umgekehrt.

Neuere Studien zeigen, dass chronischer Stress den Hippocampus regelrecht schrumpeln lässt. Hält der Stress also zu lange an, schmelzen ausgerechnet Selbstvertrauen sowie die Widerstandskraft.

Falsch: Stress geht wieder vorbei

Wahr ist: Stress kann sich verselbstständigen. Lange Jahre hat sich die Stressforschung vor allem mit akutem Stress und seiner Wirkung auf den Organismus beschäftigt. Dank der Hirn- und Hormonforschung ist inzwischen aber bekannt, dass chronischer Stress die größere Wirkung hat. Er hinterlässt sowohl Spuren im Gehirn, bis hin zu Gewebeveränderungen und stört durch den konstant hohen Kortisolwert im Blut nachhaltig die Stresshormon-Achse. Kurz: Der Körper verlernt das Herunterfahren.

Zum vegetativen Stress gesellt sich meist noch der oxidative, der das Immunsystem schwächt: Bei Dauerstress wird zu viel Sauerstoff verbrannt. Als Folgeprodukt entstehen freie Radikale, die die Wände von Nerven- und Gehirnzellen angreifen sowie Körperzellen bis zur genetischen Information schädigen können. Die körpereigene Abwehr wird unterwandert, Infektionen öffnen sich Tür und Tor. Selbst Diabetes und Osteoporose können so auf das Konto von Stress gehen.

Harvard-Forscher fanden heraus: Wer sich rund 15 Minuten ärgert oder negativ angespannt ist, verbraucht bis zu 350 Milligramm Vitamin C – ungefähr soviel wie in vier Orangen. Kein Wunder also, dass sich so viele Menschen erkälten, wenn sie längere Zeit unter seelischer Belastung stehen.


Falsch: Gegen Stress hilft nur entspannen

Wahr ist: Gestresste sind zur Muße oft gar nicht mehr fähig. Schuld ist ein Rückkopplungseffekt zwischen Stress und Aggression: So macht ein hoher Kortisollevel aggressiv. Das so stimulierte Aggressionszentrum wiederum regt die Hormonproduktion an – eine sich selbst verstärkende Stressspirale entsteht. Sie erklärt auch, warum so viele nur schwer wieder zu beruhigen sind, wenn sie erst einmal in Rage geraten.

Wer Stress abbauen will, sollte sich – wie oben schon erwähnt – lieber bewegen. Stress stellt den Körper auf höchste Leistungskraft ein, versetzt ihn in einen Alarmzustand und erhöhte Kampfbereitschaft.

Die lässt sich im Bürosessel nicht einfach wegdenken, sondern allenfalls wegschaukeln. Besser aber der ganze Körper wird aktiv.

Falsch: Lebenskrisen wirken am schlimmsten

Wahr ist: Nicht etwa Schicksalsschläge oder die Trennung vom Partner zermürben, sondern Alltagsbelastungen, auch daily hassles genannt. Natürlich können auch Lebenskrisen seelisch stark belasten, meist aber nur kurzfristig. Falls die Zeit keine Wunden heilt, liegt das nicht an der besonderen Dramatik eines Unglücks, sondern vielmehr daran, dass der Mensch ein reflektierendes Wesen ist. Er grübelt – und zwar zu oft und zu lange.

Dass dieses Alltagsgrübeln genauso viel Stress verursachen kann, wie die Situation selbst, belegt ein Experiment von William Gerin von der Columbia Universität: Je 30 Frauen und Männer sollten sich an eine Situation aus dem vergangenen Jahr erinnern, bei der ihnen der Kragen geplatzt war. Noch während sie das Übel ihren Versuchsleitern schilderten, schnellten bei allen Blutdruck und Herzfrequenz nach oben. Sie zeigten sämtliche Symptome von akutem, starkem Stress.

Damit war der Versuch aber nicht vorbei: Kurz darauf wurden die Teilnehmer in einen Ruheraum geschickt – im ersten Durchlauf war dies ein karges Wartezimmer, beim zweiten bot der Raum reichlich Ablenkung in Form von Zeitschriften, Geschicklichkeitsspielen und einer Pinnwand mit bunten Postkarten. Effekt: Bei jenen, die sich ablenken konnten, kreisten die Gedanken kaum noch um den Ärger, ohne Ablenkung viel stärker. Die Gruppe ohne Ablenkungen beruhigte sich auch erst deutlich später. Fazit: Ständiges Grübeln hält den Stresslevel auf konstantem Niveau – unabhängig vom Ereignis.



[Bildnachweis: Doppelganger4, Designua by Shutterstock.com]
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Lachen ist gesund: Die 44 besten Bürowitze https://karrierebibel.de/lachen-ist-gesund/ Wed, 16 Oct 2019 11:00:32 +0000 Jochen Mai https://karrierebibel.de/?p=79308

Schon der Volksmund weiß: Lachen ist gesund. Humorvolle Menschen sind Studien zufolge sogar intelligenter und gesünder. Gesichert ist, dass sie nach einem langen Arbeitstag beliebter werden – wenn sie die richtigen Witze erzählen und immer noch ein paar lustige Sprüche auf den Lippen haben. Wir erklären, warum Lachen so wichtig für uns ist. Und falls Sie gerade etwas Aufmunterung benötigen: Wir haben für Sie die 44 besten Bürowitze ausgewählt. Denn: Lachen ist gesund…

Was passiert beim Lachen?

Bei einem Witz so richtig aus vollem Halse zu lachen, verändert nicht nur Ihre Mimik, sondern bringt den ganzen Körper in Wallung:

  • Muskeln werden angespannt
  • Atmung beschleunigt
  • Luft vermehrt aufgenommen
  • Herz schlägt schneller
  • Stoffwechsel läuft auf Hochtouren
  • Glückshormone werden ausgeschüttet
  • Stress wird reduziert
  • Antikörper werden gebildet

Von Generalisierung ist dann die Rede. Was sich wie eine Liste der Effekte beim Laufen liest, hat eine ähnliche Wirkung: Mit kurzen Sprints können Sie sich beim Sport steigern. Und auch Lachen kräftigt den Organismus. Das Bonmot Lachen ist die beste Medizin kommt nicht von ungefähr.

Tatsächlich wird Lachen in der Medizin eingesetzt. Beispielsweise heitern Clowns mit ihren Witzen in Kinderkrankenhäusern die Erkrankten auf. Auch für Herzinfarktpatienten ist Lachen gesund – wenngleich wohl dosiert und unter ärztlicher Aufsicht.

Die Gelotologie, das ist die Lachforschung, hat herausgefunden, dass sich beim Lachen die Zahl der Killerzellen im Blut erhöht. Die sind für die Abwehr von Bakterien und Viren zuständig. Auch gibt es Beobachtungen, dass das Schmerzempfinden nachlässt.

Allerdings wollen Forscher den Rückschluss, dass das Immunsystem dadurch gestärkt würde, nicht uneingeschränkt gelten lassen. Wichtiger als häufiges Lachen sei eher ein generell entspannterer Umgang mit Stress. Die Einschränkung hat banale Gründe:

Zwar forschen verschiedene Disziplinen seit Jahren zur positiven Wirkung von Humor, aber Studien und Messungen sind nicht ganz einfach. Zum einen geht so ein Lachflash schnell vorbei, zum anderen werden Blutabnahme und Kernspintomographie dadurch erschwert, dass sich der ganze Körper schüttelt.

Lachen hat verschiedene Funktionen

Sieht man von den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit ab, scheint Lachen keinen weiteren biologischen Zweck zu haben, als den Menschen vom Stress abzulenken. Wir lachen in den unterschiedlichsten Situationen und längst nicht nur, wenn jemand gute Witze erzählt.

Wobei „gut“ bereits der springende Punkt ist: Wann sind Witze gut? Der eine mag Flachwitze lieber, der nächste liebt Sarkasmus – was als witzig empfunden wird, ist eine Geschmacksfrage und gleichzeitig auch kulturell bedingt.

Legendär der britische Humor, den Deutschen hingegen wird weniger Witz bescheinigt und der Humor der Amerikaner ist zumindest in westlichen Gefilden nahezu universell. Ob angeblich wenig, eher brachial oder feiner Humor: Gelacht wird überall auf der Welt. Zum Beispiel dann:

  • Lachen als Kommunikation

    Lachen ist ein Kommunikationsmittel. Evolutionsforscher meinen, dass das Lachen ursprünglich aus dem Zähnefletschen entstanden sei. Mit gesunden, kräftigen Zähnen signalisierte man seinem Gegenüber: Pass bloß auf! Glücklicherweise ist das heute nicht mehr nötig. Wir kommunizieren durch und beim Lachen, wenn Witze erzählt werden. Gerade in der Gruppe schweißt Lachen zusammen, weckt Sympathien. Von dort ist es nicht weit zum Flirt, Lachen dient also auch der Beziehungsanbahnung.

  • Lachen als Entschuldigung

    Hat jemand Mist gebaut und beichtet das mit einem entschuldigenden Lächeln, fällt es gleich viel schwerer, dieser Person noch böse zu sein – denn sie lacht uns ja an, kann also nicht falsch sein. Natürlich funktioniert das nicht unendlich oft, aber vom Prinzip her sind wir lächelnden Menschen wohlgesinnt.

  • Lachen aus Verlegenheit

    Es gibt Menschen, die selbst in völlig unbekannten Situationen noch ein Pokerface aufsetzen können. Was sie wirklich denken, bleibt ihrem Gegenüber verborgen. Anders bei Menschen, die nervös sind. Ihnen ist die Nervosität leicht anzumerken, wenn sie viel und unnatürlich lachen, etwa die Stimme plötzlich hoch klingt. Meist wird dann falsch geatmet, die Luft wird gerade so herausgepresst und heraus kommt eine merkwürdige Stimme.

  • Lachen aus Schadenfreude

    Dies ist wohl die unsympathischste Form des Lachens. Wer aus Schadenfreude über das Missgeschick oder sogar ernsthaftes Unglück anderer lacht, verfügt über nicht besonders viel Empathie. Oder aber die andere Person ist einem dermaßen unsympathisch, dass man insgeheim denkt: Geschieht ihm recht! Nicht selten zeigt sich hier mangelndes Selbstwertgefühl…

  • Lachen als Erleichterung

    Lachen kann auch aus purer Erleichterung entstehen – wenn Sie bis gerade noch dachten, dass Sie den Geburtstag eines engen Freundes vergessen hätten und dann feststellen, dass Sie sich im Datum geirrt haben.

Mit Lachen gegen Stimmungstiefs

Das wirklich Faszinierende ist ja: Um von der positiven Wirkung von Witzen beziehungsweise Lachen zu profitieren, müssen Sie gar nicht in Stimmung sein. Ein Grund übrigens, warum manche Forscher Lachen in der Psychotherapie einsetzen und als Mittel gegen Depressionen befürworten.

Lachen lässt sich problemlos künstlich herbeiführen:

  • Sie schauen oder hören etwas Witziges

    Wie gesagt, Humor ist individuell. Sie lachen über Mario Barth am lautesten? Dann schnell ein Ticket gekauft. Sie stehen auf Klassiker? Ob Dick & Doof, Otto, Mr. Bean oder die Simpsons – auf DVD können Sie sich die besten Witze immer wieder anschauen.

  • Sie lassen sich durchkitzeln

    Das können Sie schlecht allein machen, ist aber zu zweit eh netter: Sich den besten Freund oder Freundin beziehungsweise Partner schnappen und kitzeln, zum Beispiel an den Fußsohlen. Aber auch rechtzeitig den Absprung finden: Im Mittelalter wurde das als Folter angewandt – dem Angeklagten wurde Salz auf die Füße gestreut, das Ziegen anschließend ableckten.

  • Sie machen Lach-Yoga

    Klingt komisch und ist es auch, und zwar im besten Sinne: Es gibt verschiedene Lachclubs, die Lachen fördern. Wenn Sie den Mund für nur 30 Sekunden wie beim Lachen nach oben ziehen, werden bereits Glückshormone ausgeschüttet – und nebenbei tun Sie etwas Gutes für Ihre Gesichtsmuskulatur. Das Ganze geschieht gemeinsam mit anderen Menschen, so dass sich hier eine gute Gelegenheit ergibt, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam über Witze zu lachen.

Lachen ist gesund: Die 44 besten Bürowitze

Sicher kennen Sie den Spruch: „Fragt der Bewerber den Abteilungsleiter: Wie viele Menschen arbeiten hier eigentlich?“ Sagt der Leiter: „Ach, ich schätze so etwa die Hälfte!“

Das ist bitter, zynisch – aber auch ziemlich lustig.

Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht. Blöd nur, wenn der andere so gar keinen Humor hat und über Bürosprüche leider nicht lachen kann. In dem Fall hilft zuweilen nur: dumm stellen und so tun, als ob nichts gewesen wäre. Motto: „Haben Sie was gesagt?“ „Was?“

Die folgenden Beispiele zeigen eindrücklich, wann einen die Was-Frage retten kann…
(Zum Durchstöbern einfach auf die gelben Pfeile klicken)

Dialoge Was Was Lustige Bilder 01

Dialoge Was Was Lustige Bilder 02

Dialoge Was Was Lustige Bilder 03

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Dialoge Was Was Lustige Bilder 12

Dialoge Was Was Lustige Bilder 13

Dialoge Was Was Lustige Bilder 14


Immer noch keine Zwerchfellentzündung? Dann lesen Sie weiter mit den wahrscheinlich besten Witze fürs Büro…

    Lachen ist gesund: Hallo-wach-Witze

  • Ich habe heute meinen Wecker mit auf die Arbeit genommen. Damit er mal sieht, wozu er mich jeden Tag zwingt.
  • Wenn du nicht weiter weißt, trink einfach einen Kaffee. Du weißt dann zwar immer noch nicht weiter, aber Kaffee ist toll!
  • Schatz, du bist der Grund, warum ich jeden Morgen aufstehe! War ein Scherz. Ich muss zur Arbeit.
  • Wenn ich nicht sofort Kaffee bekomme, schlafe ich hier Amok!
  • Letzte Nacht von der Arbeit geträumt. Werde dafür drei Überstunden berechnen.
  • Ich wäre gerne abends mal so müde wie morgens.
  • Lachen ist gesund: Wochenend-Witze

  • Früher war alles besser. Gestern zum Beispiel war Sonntag.
  • Zwischen Weihnachten uns Silvester arbeiten ist nicht schlimm. Zwischen Silvester und Weihnachten arbeiten, das ist schlimm!
  • Kennst du die kürzeste Horrorgeschichte der Welt? Sie geht so: Montag.
  • Lachen ist gesund: Wortspiele

  • Wie nennt man jemanden, der DIN A4-Blätter scannt? Skandinavier.
  • Mein Elan-Empfang ist heute wieder so schlecht. Und mein Tatenvolumen ist auch schon aufgebraucht.
  • Wie nennt man einen Bergarbeiter, der nicht gerade ein Intellektueller ist? Schlicht im Schacht.
  • Ich bewege mich immer öfter am Rande der Egalität.
  • Lachen ist gesund: Sarkasmus und Co.

  • Aus Langeweile hätte ich eben fast gearbeitet. Man muss aber auch höllisch aufpassen.
  • Mein PC macht nur noch Großbuchstaben.“ „Hast du mal die Feststelltaste gedrückt?“ „Haha, nein, das habe ich ganz alleine bemerkt.“
  • Der Blick auf meine Gehaltsabrechnung sagt mir eins: Ich habe meinen Beruf zum Hobby gemacht.
  • Wir suchen einen Mann, der sich vor keiner Arbeit scheut und niemals krank wird.“ „Ok, stellen Sie mich ein, ich helfe Ihnen suchen.“
  • Ich war so stolz auf die Lösung. Leider passte sie nicht zum Problem.
  • Manchmal sitze ich stundenlang in Meetings und überlege, wie sie wohl den großen Tisch ins Zimmer bekommen haben.
  • Wer täglich arbeitet wie ein Pferd, fleißig wie eine Biene und abends müde ist wie ein Hund, der sollte mal zum Tierarzt gehen – vielleicht ist er in Wahrheit ein Kamel!
  • Was, wenn etwas mit Google passiert und wir nicht googeln können, was mit Google passiert ist?
  • Ich habe mir das nochmal überlegt. Ich brauche eigentlich gar keine Arbeit, Geld würde vollkommen reichen.
  • Ich brauche ein Attest, dass ich krank bin.“ „Was fehlt Ihnen denn?“ „Na, das Attest.“
  • Lachen ist gesund: Kollegen-Witze

  • Heute hatte ich im Büro Tinnitus im Auge. Ich sah nur Pfeifen.
  • Schlechte Quartalsergebnisse unserer Firma. Mein Vorschlag, einen Kollegen zu opfern, um die Götter gnädig zu stimmen, wurde abgelehnt.
  • Bald ist ja wieder das mit den gruseligen Gestalten.“ „Halloween?“ „Nö, Meeting.“
  • Einen wunderschönen guten Morgen! Wie ich sehe, hat der Auftragskiller versagt.
  • Manchmal fühlt man sich wie eine Kuh auf der Wiese. Die ist auch den ganzen Tag von Pfosten umgeben.
  • Wenn wir den Leuten erzählen, dass das Gehirn eine App ist, fangen sie vielleicht an, es zu benutzen.
  • Willst du wissen, warum ich im Büro abnehme? Ich verbrauche allein durch Kopfschütteln 500 Kalorien täglich.
  • Drei Beamte sitzen im Büro. Wer arbeitet? Der PC.
  • Lachen ist gesund: Chef-Witze

  • Meine Mama hat immer gesagt, ich würde beim Schlafen süß aussehen. Mein Chef ist da anderer Meinung.
  • Chef, darf ich heute zwei Stunden früher Schluss machen? Meine Frau will mit mir einkaufen gehen.“ „Kommt ja überhaupt nicht in Frage, Meyer!“ „Vielen Dank Chef, ich wusste, Sie würden mich nicht im Stich lassen.“
  • Was ist Meinungsaustausch? Wenn ich mit meiner Meinung zum Chef gehe und mit seiner wieder zurückkomme.
  • Der Chef will meinen Urlaub nur bewilligen, wenn ich für eine gleichwertige Vertretung sorge. Ich hab‘ jetzt so eine chinesische Winkekatze gekauft.
  • Atemlos stürzt Herr Müller ins Büro: „Entschuldigen Sie, Chef, ich habe verschlafen!“ Der Vorgesetzte: „Ja wie? Zuhause schlafen Sie auch noch?“
  • Herr Meier, Sie sind unser bestes Pferd im Stall.“ „Wirklich?“ „Ja, Sie machen den meisten Mist!“
  • Ich hab‘ heute Morgen meinen Chef gefragt, ob ich auch ein bisschen später zur Arbeit kommen darf. Er hat gemeint: „Träum weiter!“ Voll nett von ihm!
  • Mein Chef meinte, ich wüsste nie, wann ich meine Kompetenzen überschreite. Daraufhin habe ich ihn gefeuert.
  • Werden Sie endlich mal fertig mit dem Projekt?“ „Sorry Chef, Gehaltsvolumen aufgebraucht. Ich arbeite jetzt mit reduzierter Geschwindigkeit.“
  • Der Chef zum faulen Mitarbeiter: „Heute will ich mal Geschäft und Vergnügen miteinander verbinden. Sie sind entlassen.“
  • Was trinkt ein Firmenchef im Büro? Leitungswasser.
  • Verärgert blickt seine Chefin auf die Uhr und sagt „Sie hätten um 9 Uhr hier sein sollen!“ Antwortet der Angestellte: „Oh mein Gott, erzählen Sie! Was ist um 9 Uhr passiert?“
  • Chef, mein Gehalt steht in keinem Verhältnis zu meinen Leistungen!“ „Das stimmt, aber wir können Sie doch nicht verhungern lassen.“
  • Bürowitze: Lustige Bilder und Cartoons

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    [Bildnachweis: Sergey Furtaev by Shutterstock.com]
    ]]> Schon der Volksmund weiß: Lachen ist gesund. Humorvolle Menschen sind Studien zufolge sogar intelligenter und gesünder. Gesichert ist, dass sie nach einem langen Arbeitstag beliebter werden – wenn sie die richtigen Witze erzählen und immer noch ein paar lustige Sprüche auf den Lippen haben. Wir erklären, warum Lachen so wichtig für uns ist. Und falls Sie gerade etwas Aufmunterung benötigen: Wir haben für Sie die 44 besten Bürowitze ausgewählt. Denn: Lachen ist gesund…

    Was passiert beim Lachen?

    Bei einem Witz so richtig aus vollem Halse zu lachen, verändert nicht nur Ihre Mimik, sondern bringt den ganzen Körper in Wallung:

    • Muskeln werden angespannt
    • Atmung beschleunigt
    • Luft vermehrt aufgenommen
    • Herz schlägt schneller
    • Stoffwechsel läuft auf Hochtouren
    • Glückshormone werden ausgeschüttet
    • Stress wird reduziert
    • Antikörper werden gebildet

    Von Generalisierung ist dann die Rede. Was sich wie eine Liste der Effekte beim Laufen liest, hat eine ähnliche Wirkung: Mit kurzen Sprints können Sie sich beim Sport steigern. Und auch Lachen kräftigt den Organismus. Das Bonmot Lachen ist die beste Medizin kommt nicht von ungefähr.

    Tatsächlich wird Lachen in der Medizin eingesetzt. Beispielsweise heitern Clowns mit ihren Witzen in Kinderkrankenhäusern die Erkrankten auf. Auch für Herzinfarktpatienten ist Lachen gesund – wenngleich wohl dosiert und unter ärztlicher Aufsicht.

    Die Gelotologie, das ist die Lachforschung, hat herausgefunden, dass sich beim Lachen die Zahl der Killerzellen im Blut erhöht. Die sind für die Abwehr von Bakterien und Viren zuständig. Auch gibt es Beobachtungen, dass das Schmerzempfinden nachlässt.

    Allerdings wollen Forscher den Rückschluss, dass das Immunsystem dadurch gestärkt würde, nicht uneingeschränkt gelten lassen. Wichtiger als häufiges Lachen sei eher ein generell entspannterer Umgang mit Stress. Die Einschränkung hat banale Gründe:

    Zwar forschen verschiedene Disziplinen seit Jahren zur positiven Wirkung von Humor, aber Studien und Messungen sind nicht ganz einfach. Zum einen geht so ein Lachflash schnell vorbei, zum anderen werden Blutabnahme und Kernspintomographie dadurch erschwert, dass sich der ganze Körper schüttelt.

    Lachen hat verschiedene Funktionen

    Sieht man von den positiven Auswirkungen auf die Gesundheit ab, scheint Lachen keinen weiteren biologischen Zweck zu haben, als den Menschen vom Stress abzulenken. Wir lachen in den unterschiedlichsten Situationen und längst nicht nur, wenn jemand gute Witze erzählt.

    Wobei „gut“ bereits der springende Punkt ist: Wann sind Witze gut? Der eine mag Flachwitze lieber, der nächste liebt Sarkasmus – was als witzig empfunden wird, ist eine Geschmacksfrage und gleichzeitig auch kulturell bedingt.

    Legendär der britische Humor, den Deutschen hingegen wird weniger Witz bescheinigt und der Humor der Amerikaner ist zumindest in westlichen Gefilden nahezu universell. Ob angeblich wenig, eher brachial oder feiner Humor: Gelacht wird überall auf der Welt. Zum Beispiel dann:

    • Lachen als Kommunikation

      Lachen ist ein Kommunikationsmittel. Evolutionsforscher meinen, dass das Lachen ursprünglich aus dem Zähnefletschen entstanden sei. Mit gesunden, kräftigen Zähnen signalisierte man seinem Gegenüber: Pass bloß auf! Glücklicherweise ist das heute nicht mehr nötig. Wir kommunizieren durch und beim Lachen, wenn Witze erzählt werden. Gerade in der Gruppe schweißt Lachen zusammen, weckt Sympathien. Von dort ist es nicht weit zum Flirt, Lachen dient also auch der Beziehungsanbahnung.

    • Lachen als Entschuldigung

      Hat jemand Mist gebaut und beichtet das mit einem entschuldigenden Lächeln, fällt es gleich viel schwerer, dieser Person noch böse zu sein – denn sie lacht uns ja an, kann also nicht falsch sein. Natürlich funktioniert das nicht unendlich oft, aber vom Prinzip her sind wir lächelnden Menschen wohlgesinnt.

    • Lachen aus Verlegenheit

      Es gibt Menschen, die selbst in völlig unbekannten Situationen noch ein Pokerface aufsetzen können. Was sie wirklich denken, bleibt ihrem Gegenüber verborgen. Anders bei Menschen, die nervös sind. Ihnen ist die Nervosität leicht anzumerken, wenn sie viel und unnatürlich lachen, etwa die Stimme plötzlich hoch klingt. Meist wird dann falsch geatmet, die Luft wird gerade so herausgepresst und heraus kommt eine merkwürdige Stimme.

    • Lachen aus Schadenfreude

      Dies ist wohl die unsympathischste Form des Lachens. Wer aus Schadenfreude über das Missgeschick oder sogar ernsthaftes Unglück anderer lacht, verfügt über nicht besonders viel Empathie. Oder aber die andere Person ist einem dermaßen unsympathisch, dass man insgeheim denkt: Geschieht ihm recht! Nicht selten zeigt sich hier mangelndes Selbstwertgefühl…

    • Lachen als Erleichterung

      Lachen kann auch aus purer Erleichterung entstehen – wenn Sie bis gerade noch dachten, dass Sie den Geburtstag eines engen Freundes vergessen hätten und dann feststellen, dass Sie sich im Datum geirrt haben.

    Mit Lachen gegen Stimmungstiefs

    Das wirklich Faszinierende ist ja: Um von der positiven Wirkung von Witzen beziehungsweise Lachen zu profitieren, müssen Sie gar nicht in Stimmung sein. Ein Grund übrigens, warum manche Forscher Lachen in der Psychotherapie einsetzen und als Mittel gegen Depressionen befürworten.

    Lachen lässt sich problemlos künstlich herbeiführen:

    • Sie schauen oder hören etwas Witziges

      Wie gesagt, Humor ist individuell. Sie lachen über Mario Barth am lautesten? Dann schnell ein Ticket gekauft. Sie stehen auf Klassiker? Ob Dick & Doof, Otto, Mr. Bean oder die Simpsons – auf DVD können Sie sich die besten Witze immer wieder anschauen.

    • Sie lassen sich durchkitzeln

      Das können Sie schlecht allein machen, ist aber zu zweit eh netter: Sich den besten Freund oder Freundin beziehungsweise Partner schnappen und kitzeln, zum Beispiel an den Fußsohlen. Aber auch rechtzeitig den Absprung finden: Im Mittelalter wurde das als Folter angewandt – dem Angeklagten wurde Salz auf die Füße gestreut, das Ziegen anschließend ableckten.

    • Sie machen Lach-Yoga

      Klingt komisch und ist es auch, und zwar im besten Sinne: Es gibt verschiedene Lachclubs, die Lachen fördern. Wenn Sie den Mund für nur 30 Sekunden wie beim Lachen nach oben ziehen, werden bereits Glückshormone ausgeschüttet – und nebenbei tun Sie etwas Gutes für Ihre Gesichtsmuskulatur. Das Ganze geschieht gemeinsam mit anderen Menschen, so dass sich hier eine gute Gelegenheit ergibt, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam über Witze zu lachen.

    Lachen ist gesund: Die 44 besten Bürowitze

    Sicher kennen Sie den Spruch: „Fragt der Bewerber den Abteilungsleiter: Wie viele Menschen arbeiten hier eigentlich?“ Sagt der Leiter: „Ach, ich schätze so etwa die Hälfte!“

    Das ist bitter, zynisch – aber auch ziemlich lustig.

    Humor ist eben, wenn man trotzdem lacht. Blöd nur, wenn der andere so gar keinen Humor hat und über Bürosprüche leider nicht lachen kann. In dem Fall hilft zuweilen nur: dumm stellen und so tun, als ob nichts gewesen wäre. Motto: „Haben Sie was gesagt?“ „Was?“

    Die folgenden Beispiele zeigen eindrücklich, wann einen die Was-Frage retten kann…
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    Dialoge Was Was Lustige Bilder 01

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    Immer noch keine Zwerchfellentzündung? Dann lesen Sie weiter mit den wahrscheinlich besten Witze fürs Büro…

      Lachen ist gesund: Hallo-wach-Witze

    • Ich habe heute meinen Wecker mit auf die Arbeit genommen. Damit er mal sieht, wozu er mich jeden Tag zwingt.
    • Wenn du nicht weiter weißt, trink einfach einen Kaffee. Du weißt dann zwar immer noch nicht weiter, aber Kaffee ist toll!
    • Schatz, du bist der Grund, warum ich jeden Morgen aufstehe! War ein Scherz. Ich muss zur Arbeit.
    • Wenn ich nicht sofort Kaffee bekomme, schlafe ich hier Amok!
    • Letzte Nacht von der Arbeit geträumt. Werde dafür drei Überstunden berechnen.
    • Ich wäre gerne abends mal so müde wie morgens.
    • Lachen ist gesund: Wochenend-Witze

    • Früher war alles besser. Gestern zum Beispiel war Sonntag.
    • Zwischen Weihnachten uns Silvester arbeiten ist nicht schlimm. Zwischen Silvester und Weihnachten arbeiten, das ist schlimm!
    • Kennst du die kürzeste Horrorgeschichte der Welt? Sie geht so: Montag.
    • Lachen ist gesund: Wortspiele

    • Wie nennt man jemanden, der DIN A4-Blätter scannt? Skandinavier.
    • Mein Elan-Empfang ist heute wieder so schlecht. Und mein Tatenvolumen ist auch schon aufgebraucht.
    • Wie nennt man einen Bergarbeiter, der nicht gerade ein Intellektueller ist? Schlicht im Schacht.
    • Ich bewege mich immer öfter am Rande der Egalität.
    • Lachen ist gesund: Sarkasmus und Co.

    • Aus Langeweile hätte ich eben fast gearbeitet. Man muss aber auch höllisch aufpassen.
    • Mein PC macht nur noch Großbuchstaben.“ „Hast du mal die Feststelltaste gedrückt?“ „Haha, nein, das habe ich ganz alleine bemerkt.“
    • Der Blick auf meine Gehaltsabrechnung sagt mir eins: Ich habe meinen Beruf zum Hobby gemacht.
    • Wir suchen einen Mann, der sich vor keiner Arbeit scheut und niemals krank wird.“ „Ok, stellen Sie mich ein, ich helfe Ihnen suchen.“
    • Ich war so stolz auf die Lösung. Leider passte sie nicht zum Problem.
    • Manchmal sitze ich stundenlang in Meetings und überlege, wie sie wohl den großen Tisch ins Zimmer bekommen haben.
    • Wer täglich arbeitet wie ein Pferd, fleißig wie eine Biene und abends müde ist wie ein Hund, der sollte mal zum Tierarzt gehen – vielleicht ist er in Wahrheit ein Kamel!
    • Was, wenn etwas mit Google passiert und wir nicht googeln können, was mit Google passiert ist?
    • Ich habe mir das nochmal überlegt. Ich brauche eigentlich gar keine Arbeit, Geld würde vollkommen reichen.
    • Ich brauche ein Attest, dass ich krank bin.“ „Was fehlt Ihnen denn?“ „Na, das Attest.“
    • Lachen ist gesund: Kollegen-Witze

    • Heute hatte ich im Büro Tinnitus im Auge. Ich sah nur Pfeifen.
    • Schlechte Quartalsergebnisse unserer Firma. Mein Vorschlag, einen Kollegen zu opfern, um die Götter gnädig zu stimmen, wurde abgelehnt.
    • Bald ist ja wieder das mit den gruseligen Gestalten.“ „Halloween?“ „Nö, Meeting.“
    • Einen wunderschönen guten Morgen! Wie ich sehe, hat der Auftragskiller versagt.
    • Manchmal fühlt man sich wie eine Kuh auf der Wiese. Die ist auch den ganzen Tag von Pfosten umgeben.
    • Wenn wir den Leuten erzählen, dass das Gehirn eine App ist, fangen sie vielleicht an, es zu benutzen.
    • Willst du wissen, warum ich im Büro abnehme? Ich verbrauche allein durch Kopfschütteln 500 Kalorien täglich.
    • Drei Beamte sitzen im Büro. Wer arbeitet? Der PC.
    • Lachen ist gesund: Chef-Witze

    • Meine Mama hat immer gesagt, ich würde beim Schlafen süß aussehen. Mein Chef ist da anderer Meinung.
    • Chef, darf ich heute zwei Stunden früher Schluss machen? Meine Frau will mit mir einkaufen gehen.“ „Kommt ja überhaupt nicht in Frage, Meyer!“ „Vielen Dank Chef, ich wusste, Sie würden mich nicht im Stich lassen.“
    • Was ist Meinungsaustausch? Wenn ich mit meiner Meinung zum Chef gehe und mit seiner wieder zurückkomme.
    • Der Chef will meinen Urlaub nur bewilligen, wenn ich für eine gleichwertige Vertretung sorge. Ich hab‘ jetzt so eine chinesische Winkekatze gekauft.
    • Atemlos stürzt Herr Müller ins Büro: „Entschuldigen Sie, Chef, ich habe verschlafen!“ Der Vorgesetzte: „Ja wie? Zuhause schlafen Sie auch noch?“
    • Herr Meier, Sie sind unser bestes Pferd im Stall.“ „Wirklich?“ „Ja, Sie machen den meisten Mist!“
    • Ich hab‘ heute Morgen meinen Chef gefragt, ob ich auch ein bisschen später zur Arbeit kommen darf. Er hat gemeint: „Träum weiter!“ Voll nett von ihm!
    • Mein Chef meinte, ich wüsste nie, wann ich meine Kompetenzen überschreite. Daraufhin habe ich ihn gefeuert.
    • Werden Sie endlich mal fertig mit dem Projekt?“ „Sorry Chef, Gehaltsvolumen aufgebraucht. Ich arbeite jetzt mit reduzierter Geschwindigkeit.“
    • Der Chef zum faulen Mitarbeiter: „Heute will ich mal Geschäft und Vergnügen miteinander verbinden. Sie sind entlassen.“
    • Was trinkt ein Firmenchef im Büro? Leitungswasser.
    • Verärgert blickt seine Chefin auf die Uhr und sagt „Sie hätten um 9 Uhr hier sein sollen!“ Antwortet der Angestellte: „Oh mein Gott, erzählen Sie! Was ist um 9 Uhr passiert?“
    • Chef, mein Gehalt steht in keinem Verhältnis zu meinen Leistungen!“ „Das stimmt, aber wir können Sie doch nicht verhungern lassen.“
    • Bürowitze: Lustige Bilder und Cartoons

      (Zum Durchstöbern einfach auf die gelben Pfeile klicken)

      Gehaltserhoehung Comic Cartoon Humor

      Profilneurose Profilneurotiker Internet Rechthaben Cartoon



      [Bildnachweis: Sergey Furtaev by Shutterstock.com]
      ]]> Vermögenswirksame Leistungen: Was ist das? https://karrierebibel.de/vermoegenswirksame-leistungen/ Wed, 16 Oct 2019 09:00:53 +0000 Nils Warkentin http://karrierebibel.de/?p=60087

      Den Begriff vermögenswirksame Leistungen haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Aber wissen Sie auch, was sich dahinter verbirgt und welchen Vorteil diese für Sie haben? Sollten Sie diese Fragen mit einem Nein beantworten müssen, geht es Ihnen wie viele anderen auch. Das ist jedoch ein Fehler, der Sie im schlimmsten Fall bares Geld kosten kann, denn – wie der Name schon andeutet – sind vermögenswirksame Leistungen geeignet, um zusätzliches Geld zu erhalten. Zwar kommt das Vermögen dabei nicht von heute auf morgen, es lohnt sich aber in jedem Fall und Sie sollten sich zumindest über die Möglichkeiten der vermögenswirksamen Leistungen informieren. Wir erklären, was vermögenswirksame Leistungen sind und wie Sie davon profitieren können…

      Definition: Was sind vermögenswirksame Leistungen?

      Vermögenswirksame Leistungen Definition Vergleich Bausparvertrag Arbeitgeber auszahlen RechnerVermögenswirksame Leistungen (VL oder VwL) sind eine Zahlung des Arbeitgebers – entweder auf freiwilliger Basis oder aufgrund einer Regelung im Tarif– oder Arbeitsvertrag. Die Leistungen sollen es Arbeitnehmern ermöglichen, Geld zur Seite zu legen und über mehrere Jahre zu sparen.

      Sie sollen genutzt werden, um langfristig einen größeren Betrag zu ersparen. Aus diesem Grund werden vermögenswirksame Leistungen nicht mit dem Gehalt ausbezahlt, wo sie sofort ausgegeben werden könnten, sondern fließen vom Arbeitgeber direkt in eine entsprechende Anlageform (welche Ihnen dabei zur Verfügung stehen, erklären wir weiter unten im Artikel).

      Das Beste ist: Sie selbst müssen kaum etwas dafür tun. Informieren Sie sich beim Betriebsrat Ihres Unternehmens oder in der Personalabteilung, ob Ihnen laut Vertrag vermögenswirksame Leistungen zustehen. Haben Sie die Bestätigung, können Sie sich bei Ihrer Bank beraten lassen. Dort erhalten Sie ein Formular, das Sie wiederum Ihrem Chef vorlegen müssen – schließlich wird das Geld nicht direkt an Sie, sondern an die Bank überwiesen.

      Wie hoch fallen die VL aus?

      Die Möglichkeit für vermögenswirksame Leistungen besteht nicht nur für abhängig beschäftigte Arbeitnehmer, sondern auch für Auszubildende, Beamte, Richter und Soldaten. Wie hoch die Extra-Zahlungen vom Chef sind, hängt von den entsprechenden Branchen und Berufen ab.

      Arbeitnehmer erhalten maximal 40 Euro monatlich, also 480 Euro pro Jahr. Beispielsweise bekommen Bankkaufleute den Höchstbetrag. Genauso gut sind aber auch niedrigere Zahlungen möglich, so in diesen Branchen:

      • Architekten & Ingenieure: 16,36 Euro
      • Baugewerbe: 23,52 Euro
      • Deutsche Bahn AG: 13,33 Euro
      • Einzelhandel: 6,65 bis 13,33 Euro
      • Forstwirtschaft: 0 bis 6,67 Euro
      • Schmiede und Schlosser: 13,33 bis 26,67 Euro
      • Zeitungsverlage: 26,67 Euro
      [Quelle: vlsparen24.de]

      Beschäftigte, die nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD) bezahlt werden, erhalten 6,65 Euro. Voraussetzung für die vermögenswirksamen Leistungen ist, dass das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate besteht und dass dem Arbeitgeber beziehungsweise Dienstherren die erforderlichen Angaben gemacht werden.

      Ein Vermögen lässt sich nicht in ein paar Monaten ersparen, weshalb vermögenswirksame Leistungen über einen langen Zeitraum angelegt werden. Der Vertrag läuft normalerweise über eine Dauer von sieben Jahren. Die ersten sechs Jahre zahlt der Arbeitgeber monatlich den Ihnen zustehenden Betrag ein, das siebte Jahr ist ein Ruhejahr.

      In dieser Zeit können Sie nicht auf Ihre vermögenswirksamen Leistungen zugreifen oder diese auszahlen lassen. Erst nach Ablauf dieser Zeit können Sie frei über das so entstandene Vermögen verfügen. Wie groß dieses dann ist, hängt von der Höhe der Zahlungen, aber auch von der Art der Anlage ab.

      Gibt es einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen?

      Vermögenswirksame Leistungen Definition Vergleich Bausparvertrag Arbeitgeber Höhe AuszahlenBanken und Finanzexperten locken damit, dass Arbeitnehmer unbedingt in vermögenswirksame Leistungen investieren sollten. Aber gibt es überhaupt einen Anspruch darauf?

      Die schlechte Nachricht lautet: Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Ob Sie dennoch in den Genuss der Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen kommen, hängt somit von zwei anderen Punkten ab: Einer möglichen Regelung im Arbeits- beziehungsweise Tarifvertrag oder der Freiwilligkeit Ihres Arbeitgebers.

      Heißt für Sie: Selbst wenn in Ihrem Vertrag nicht explizit festgehalten wurde, dass ein Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen besteht, sollten Sie nicht gleich aufgeben und das Vorhaben abschreiben.

      Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und fragen Sie nach. Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberimage sind zwei wichtige Faktoren, Ihr Chef könnte also durchaus gewillt sein, Ihnen entgegenzukommen.

      Im Falle einer Absage, bleibt eine letzte Möglichkeit: Sie können die vermögenswirksamen Leistungen aus eigener Tasche zahlen. In Absprache mit Ihren Arbeitgeber und einer Bank wird dann keine zusätzliche Zahlung vom Unternehmen geleistet, sondern ein entsprechender Teil von Ihrem Gehalt umgeleitet. Statt auf Ihrem Konto landet dieser dann als vermögenswirksame Leistung in einer Sparanlage.

      Verschiedene Anlageformen für vermögenswirksame Leistungen

      Vermögenswirksame Leistungen werden von Ihrem Arbeitgeber (oder im Falle einer Eigenleistung von Ihnen selbst) gezahlt. Zur langfristigen Anlage werden diese direkt an eine Bank überwiesen, ein Umweg des Geldes über Ihr privates Konto findet nicht statt.

      Die Anlageform Ihrer vermögenswirksamen Leistungen sollten Sie sich gut überlegen. Nicht nur Zinsen und Rendite unterscheiden sich, es können auch Zuschüsse vom Staat erhalten werden, mit denen die eigene Sparleistung noch einmal aufgebessert werden kann. Am besten lassen Sie sich vor dem Abschluss bei der Bank Ihrer Wahl über die verschiedenen Anlageformen genau beraten.

      Je nach Bank können dabei unterschiedliche Angebote gemacht werden und verschiedene Optionen zur Verfügung stehen. Im Vorfeld sollten Sie deshalb schon darüber nachdenken, was Ihre Ziele sind – aber auch, welche Rahmenbedingungen Ihnen wichtig sind, beispielsweise wie groß das Risiko ist, das Sie eingehen wollen.

      In der folgenden Liste stellen wir Ihnen die häufigsten Anlagemöglichkeiten für vermögenswirksame Leistungen vor:

      1. Banksparplan

        Vermögenswirksame Leistungen können über einen Banksparplan sehr sicher angelegt werden. Der Nachteil: Eine staatliche Förderung gibt es bei dieser Form der Anlage leider nicht, eingezahlt wird also nur das, was von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber kommt. Wie rentabel dies ist, hängt von der Höhe der Zinsen ab – zusätzlich bieten Banken manchmal einen Bonus nach Ablauf des Vertrages an.

        Die Angebote verschiedener Banken sind zwar ähnlich, die einzelnen Konditionen variieren aber und weichen in Details voneinander ab. Wer sich für das erstbeste Angebot entscheidet, vergibt möglicherweise die Chance, bessere Bedingungen zu finden. Vergleichen Sie deshalb unbedingt verschiedene Banken und lassen Sie sich vor Ort jeweils beraten und informieren.

      2. Bausparvertrag

        Sie planen bereits für die Zukunft und wollen ein Haus bauen oder kaufen? Dann kann ein Bausparvertrag die richtige Wahl für Ihre vermögenswirksamen Leistungen sein. Zu den Vorteilen zählt, dass auch diese Variante für vermögenswirksame Leistungen sehr sicher ist – allzu große Renditen und Zinsen auf die Anlage sind allerdings auch hier nicht zu erwarten.

        Attraktiv wird der Bausparvertrag aber durch einen weiteren Pluspunkt: Der Staat – genauer gesagt das Finanzamt – zahlt noch einmal 9 Prozent Arbeitnehmersparzulage auf maximal 470 Euro vermögenswirksamen Leistungen im Jahr. Weitere Voraussetzung für die Arbeitnehmersparzulage ist, dass Ihr jährlich zu versteuerndes Einkommen unter 17.900 Euro liegt.

      3. Aktienfonds

        Wer bereit ist, ein wenig mehr Risiko einzugehen und im Gegenzug die Chance auf eine höhere Rendite zu erhalten, kann seine vermögenswirksamen Leistungen auch in Aktienfonds anlegen. Noch wichtiger als bei den anderen Anlageformen ist hier die Beratung und das Vertrauen in Ihren Bankberater und den Aktienfonds – immerhin hängt davon ab, wie sich Ihr Vermögen entwickelt.

        Vorteilhaft ist, dass Sie auch hier die Möglichkeit auf eine Arbeitnehmersparzulage vom Staat haben. Bleibt Ihr zu versteuerndes Einkommen unter 20.000 Euro, gibt es vom Staat bis zu einer vermögenswirksamen Leistung von maximal 400 Euro noch einmal 20 Prozent der eingezahlten Summe (maximal also 80 Euro) obendrauf.

      4. Immobilienkredit

        Sie haben bereits ein Haus gekauft und zahlen einen Immobilienkredit ab? Dann können Sie Ihre vermögenswirksamen Leistungen möglicherweise in die Abzahlung dieses Kredits investieren. Sie können so die Rückzahlungsdauer verkürzen und müssen die VL-Zahlungen einfach nur auf das Darlehenskonto überweisen.

        Von Ihrer Bank brauchen Sie außerdem eine Bestätigung für das Finanzamt darüber, dass Sie mit vermögenswirksamen Leistungen Ihren Kredit abbezahlen, da Sie die Arbeitnehmersparzulage mit Abgabe Ihrer Steuererklärung beantragen.

        Die Tilgung eines Immobilienkredits lohnt sich vor allem, wenn beide Partner vermögenswirksame Leistungen erhalten. Damit können Sie ihre monatliche Tilgungsrate um die Zahlung der VL erhöhen. So tragen Sie stärker zur Reduzierung des Kredits bei statt überwiegend Geld für die Zinsen aufzubringen. Allerdings räumt nicht jede Bank diese Möglichkeit ein, weshalb Sie dies vorab klären sollten.

      VL vor allem für Geringverdiener attraktiv

      Vermögenswirksame Leistungen Definition Arbeitgeber Sparen Erklärung wie viel Höhe RechnerVermögen – das klingt nach Reichtum, Millionen auf dem Konto und sechsstelligen Gehältern im Jahr. Tatsächlich zielen vermögenswirksame Leistungen aber genau in die andere Richtung und sollen insbesondere Geringverdiener ansprechen. Wer ohnehin genügend Geld übrig hat, kann jederzeit etwas zur Seite legen und braucht dafür nicht zwangsläufig Zuschüsse vom Arbeitgeber oder vom Staat.

      Ist das Geld jedoch eher knapp, sind vermögenswirksame Leistungen eine Chance, trotzdem Kapital aufbauen zu können. Wer glaubt, dass er oder sie zu wenig verdient, um zu sparen und einen wirklichen Betrag zur Seite legen zu können, sollte sich deshalb die Möglichkeiten der vermögenswirksamen Leistungen nicht entgehen lassen.

      Über die gesamte Laufzeit kommen dabei schnell mehrere Tausend Euro zusammen – wenn es finanziell möglich ist und Sie selbst noch eine Eigenleistung beitragen können, sogar noch einmal mehr.

      Das reicht vielleicht nicht, um sich das Traumhaus zu kaufen, aber ein Anfang ist es in jedem Fall. Vor allem, wenn die Zahlungen vom Arbeitgeber kommen, sind es schließlich mehrere Tausend Euro zusätzlich und ganz ohne Mehraufwand.

      Altersvorsorge mit vermögenswirksamen Leistungen

      Ein Drittel aller Arbeitnehmer, die vermögenswirksame Leistungen beziehen könnten, verschenken das Geld aus Unwissenheit. Andere legen es in Lebensversicherungen, Fonds- oder Banksparplänen an. Dann entfallen auf den Gehaltsbonus allerdings volle Steuer- und Sozialabgaben.

      Eine andere Möglichkeit ist, die VL-Leistung in die Altersvorsorge zu stecken. Genauer: in die betriebliche Altersvorsorge zu investieren, dann können Sie nämlich den vollen Betrag ansparen. Allerdings fallen im Ruhestand auf die Auszahlungen die vollen Steuer- und Sozialabgaben an.

      In einigen Branchen ist diese Form der Anlage bereits geregelt, das heißt, Sie können nicht selbst die Verwendung entscheiden. Vorteilhaft ist die Investition in die betriebliche Altersvorsorge vor allem dann, wenn Sie über der Einkommensgrenze liegen. Dadurch entgeht Ihnen die Arbeitnehmersparzulage. Aber Sie sind wie gesagt nicht steuer- und sozialabgabenpflichtig.

      Andererseits können Sie bei diesem Modell erst im Rentenalter auf Ihr Geld zugreifen und nicht wie sonst bei den vermögenswirksamen Leistungen bereits nach sieben Jahren.

      [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
      ]]>
      Den Begriff vermögenswirksame Leistungen haben Sie bestimmt schon einmal gehört. Aber wissen Sie auch, was sich dahinter verbirgt und welchen Vorteil diese für Sie haben? Sollten Sie diese Fragen mit einem Nein beantworten müssen, geht es Ihnen wie viele anderen auch. Das ist jedoch ein Fehler, der Sie im schlimmsten Fall bares Geld kosten kann, denn – wie der Name schon andeutet – sind vermögenswirksame Leistungen geeignet, um zusätzliches Geld zu erhalten. Zwar kommt das Vermögen dabei nicht von heute auf morgen, es lohnt sich aber in jedem Fall und Sie sollten sich zumindest über die Möglichkeiten der vermögenswirksamen Leistungen informieren. Wir erklären, was vermögenswirksame Leistungen sind und wie Sie davon profitieren können…

      Definition: Was sind vermögenswirksame Leistungen?

      Vermögenswirksame Leistungen Definition Vergleich Bausparvertrag Arbeitgeber auszahlen RechnerVermögenswirksame Leistungen (VL oder VwL) sind eine Zahlung des Arbeitgebers – entweder auf freiwilliger Basis oder aufgrund einer Regelung im Tarif– oder Arbeitsvertrag. Die Leistungen sollen es Arbeitnehmern ermöglichen, Geld zur Seite zu legen und über mehrere Jahre zu sparen.

      Sie sollen genutzt werden, um langfristig einen größeren Betrag zu ersparen. Aus diesem Grund werden vermögenswirksame Leistungen nicht mit dem Gehalt ausbezahlt, wo sie sofort ausgegeben werden könnten, sondern fließen vom Arbeitgeber direkt in eine entsprechende Anlageform (welche Ihnen dabei zur Verfügung stehen, erklären wir weiter unten im Artikel).

      Das Beste ist: Sie selbst müssen kaum etwas dafür tun. Informieren Sie sich beim Betriebsrat Ihres Unternehmens oder in der Personalabteilung, ob Ihnen laut Vertrag vermögenswirksame Leistungen zustehen. Haben Sie die Bestätigung, können Sie sich bei Ihrer Bank beraten lassen. Dort erhalten Sie ein Formular, das Sie wiederum Ihrem Chef vorlegen müssen – schließlich wird das Geld nicht direkt an Sie, sondern an die Bank überwiesen.

      Wie hoch fallen die VL aus?

      Die Möglichkeit für vermögenswirksame Leistungen besteht nicht nur für abhängig beschäftigte Arbeitnehmer, sondern auch für Auszubildende, Beamte, Richter und Soldaten. Wie hoch die Extra-Zahlungen vom Chef sind, hängt von den entsprechenden Branchen und Berufen ab.

      Arbeitnehmer erhalten maximal 40 Euro monatlich, also 480 Euro pro Jahr. Beispielsweise bekommen Bankkaufleute den Höchstbetrag. Genauso gut sind aber auch niedrigere Zahlungen möglich, so in diesen Branchen:

      • Architekten & Ingenieure: 16,36 Euro
      • Baugewerbe: 23,52 Euro
      • Deutsche Bahn AG: 13,33 Euro
      • Einzelhandel: 6,65 bis 13,33 Euro
      • Forstwirtschaft: 0 bis 6,67 Euro
      • Schmiede und Schlosser: 13,33 bis 26,67 Euro
      • Zeitungsverlage: 26,67 Euro
      [Quelle: vlsparen24.de]

      Beschäftigte, die nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD) bezahlt werden, erhalten 6,65 Euro. Voraussetzung für die vermögenswirksamen Leistungen ist, dass das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate besteht und dass dem Arbeitgeber beziehungsweise Dienstherren die erforderlichen Angaben gemacht werden.

      Ein Vermögen lässt sich nicht in ein paar Monaten ersparen, weshalb vermögenswirksame Leistungen über einen langen Zeitraum angelegt werden. Der Vertrag läuft normalerweise über eine Dauer von sieben Jahren. Die ersten sechs Jahre zahlt der Arbeitgeber monatlich den Ihnen zustehenden Betrag ein, das siebte Jahr ist ein Ruhejahr.

      In dieser Zeit können Sie nicht auf Ihre vermögenswirksamen Leistungen zugreifen oder diese auszahlen lassen. Erst nach Ablauf dieser Zeit können Sie frei über das so entstandene Vermögen verfügen. Wie groß dieses dann ist, hängt von der Höhe der Zahlungen, aber auch von der Art der Anlage ab.

      Gibt es einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen?

      Vermögenswirksame Leistungen Definition Vergleich Bausparvertrag Arbeitgeber Höhe AuszahlenBanken und Finanzexperten locken damit, dass Arbeitnehmer unbedingt in vermögenswirksame Leistungen investieren sollten. Aber gibt es überhaupt einen Anspruch darauf?

      Die schlechte Nachricht lautet: Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Ob Sie dennoch in den Genuss der Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen kommen, hängt somit von zwei anderen Punkten ab: Einer möglichen Regelung im Arbeits- beziehungsweise Tarifvertrag oder der Freiwilligkeit Ihres Arbeitgebers.

      Heißt für Sie: Selbst wenn in Ihrem Vertrag nicht explizit festgehalten wurde, dass ein Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen besteht, sollten Sie nicht gleich aufgeben und das Vorhaben abschreiben.

      Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und fragen Sie nach. Mitarbeiterzufriedenheit und Arbeitgeberimage sind zwei wichtige Faktoren, Ihr Chef könnte also durchaus gewillt sein, Ihnen entgegenzukommen.

      Im Falle einer Absage, bleibt eine letzte Möglichkeit: Sie können die vermögenswirksamen Leistungen aus eigener Tasche zahlen. In Absprache mit Ihren Arbeitgeber und einer Bank wird dann keine zusätzliche Zahlung vom Unternehmen geleistet, sondern ein entsprechender Teil von Ihrem Gehalt umgeleitet. Statt auf Ihrem Konto landet dieser dann als vermögenswirksame Leistung in einer Sparanlage.

      Verschiedene Anlageformen für vermögenswirksame Leistungen

      Vermögenswirksame Leistungen werden von Ihrem Arbeitgeber (oder im Falle einer Eigenleistung von Ihnen selbst) gezahlt. Zur langfristigen Anlage werden diese direkt an eine Bank überwiesen, ein Umweg des Geldes über Ihr privates Konto findet nicht statt.

      Die Anlageform Ihrer vermögenswirksamen Leistungen sollten Sie sich gut überlegen. Nicht nur Zinsen und Rendite unterscheiden sich, es können auch Zuschüsse vom Staat erhalten werden, mit denen die eigene Sparleistung noch einmal aufgebessert werden kann. Am besten lassen Sie sich vor dem Abschluss bei der Bank Ihrer Wahl über die verschiedenen Anlageformen genau beraten.

      Je nach Bank können dabei unterschiedliche Angebote gemacht werden und verschiedene Optionen zur Verfügung stehen. Im Vorfeld sollten Sie deshalb schon darüber nachdenken, was Ihre Ziele sind – aber auch, welche Rahmenbedingungen Ihnen wichtig sind, beispielsweise wie groß das Risiko ist, das Sie eingehen wollen.

      In der folgenden Liste stellen wir Ihnen die häufigsten Anlagemöglichkeiten für vermögenswirksame Leistungen vor:

      1. Banksparplan

        Vermögenswirksame Leistungen können über einen Banksparplan sehr sicher angelegt werden. Der Nachteil: Eine staatliche Förderung gibt es bei dieser Form der Anlage leider nicht, eingezahlt wird also nur das, was von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber kommt. Wie rentabel dies ist, hängt von der Höhe der Zinsen ab – zusätzlich bieten Banken manchmal einen Bonus nach Ablauf des Vertrages an.

        Die Angebote verschiedener Banken sind zwar ähnlich, die einzelnen Konditionen variieren aber und weichen in Details voneinander ab. Wer sich für das erstbeste Angebot entscheidet, vergibt möglicherweise die Chance, bessere Bedingungen zu finden. Vergleichen Sie deshalb unbedingt verschiedene Banken und lassen Sie sich vor Ort jeweils beraten und informieren.

      2. Bausparvertrag

        Sie planen bereits für die Zukunft und wollen ein Haus bauen oder kaufen? Dann kann ein Bausparvertrag die richtige Wahl für Ihre vermögenswirksamen Leistungen sein. Zu den Vorteilen zählt, dass auch diese Variante für vermögenswirksame Leistungen sehr sicher ist – allzu große Renditen und Zinsen auf die Anlage sind allerdings auch hier nicht zu erwarten.

        Attraktiv wird der Bausparvertrag aber durch einen weiteren Pluspunkt: Der Staat – genauer gesagt das Finanzamt – zahlt noch einmal 9 Prozent Arbeitnehmersparzulage auf maximal 470 Euro vermögenswirksamen Leistungen im Jahr. Weitere Voraussetzung für die Arbeitnehmersparzulage ist, dass Ihr jährlich zu versteuerndes Einkommen unter 17.900 Euro liegt.

      3. Aktienfonds

        Wer bereit ist, ein wenig mehr Risiko einzugehen und im Gegenzug die Chance auf eine höhere Rendite zu erhalten, kann seine vermögenswirksamen Leistungen auch in Aktienfonds anlegen. Noch wichtiger als bei den anderen Anlageformen ist hier die Beratung und das Vertrauen in Ihren Bankberater und den Aktienfonds – immerhin hängt davon ab, wie sich Ihr Vermögen entwickelt.

        Vorteilhaft ist, dass Sie auch hier die Möglichkeit auf eine Arbeitnehmersparzulage vom Staat haben. Bleibt Ihr zu versteuerndes Einkommen unter 20.000 Euro, gibt es vom Staat bis zu einer vermögenswirksamen Leistung von maximal 400 Euro noch einmal 20 Prozent der eingezahlten Summe (maximal also 80 Euro) obendrauf.

      4. Immobilienkredit

        Sie haben bereits ein Haus gekauft und zahlen einen Immobilienkredit ab? Dann können Sie Ihre vermögenswirksamen Leistungen möglicherweise in die Abzahlung dieses Kredits investieren. Sie können so die Rückzahlungsdauer verkürzen und müssen die VL-Zahlungen einfach nur auf das Darlehenskonto überweisen.

        Von Ihrer Bank brauchen Sie außerdem eine Bestätigung für das Finanzamt darüber, dass Sie mit vermögenswirksamen Leistungen Ihren Kredit abbezahlen, da Sie die Arbeitnehmersparzulage mit Abgabe Ihrer Steuererklärung beantragen.

        Die Tilgung eines Immobilienkredits lohnt sich vor allem, wenn beide Partner vermögenswirksame Leistungen erhalten. Damit können Sie ihre monatliche Tilgungsrate um die Zahlung der VL erhöhen. So tragen Sie stärker zur Reduzierung des Kredits bei statt überwiegend Geld für die Zinsen aufzubringen. Allerdings räumt nicht jede Bank diese Möglichkeit ein, weshalb Sie dies vorab klären sollten.

      VL vor allem für Geringverdiener attraktiv

      Vermögenswirksame Leistungen Definition Arbeitgeber Sparen Erklärung wie viel Höhe RechnerVermögen – das klingt nach Reichtum, Millionen auf dem Konto und sechsstelligen Gehältern im Jahr. Tatsächlich zielen vermögenswirksame Leistungen aber genau in die andere Richtung und sollen insbesondere Geringverdiener ansprechen. Wer ohnehin genügend Geld übrig hat, kann jederzeit etwas zur Seite legen und braucht dafür nicht zwangsläufig Zuschüsse vom Arbeitgeber oder vom Staat.

      Ist das Geld jedoch eher knapp, sind vermögenswirksame Leistungen eine Chance, trotzdem Kapital aufbauen zu können. Wer glaubt, dass er oder sie zu wenig verdient, um zu sparen und einen wirklichen Betrag zur Seite legen zu können, sollte sich deshalb die Möglichkeiten der vermögenswirksamen Leistungen nicht entgehen lassen.

      Über die gesamte Laufzeit kommen dabei schnell mehrere Tausend Euro zusammen – wenn es finanziell möglich ist und Sie selbst noch eine Eigenleistung beitragen können, sogar noch einmal mehr.

      Das reicht vielleicht nicht, um sich das Traumhaus zu kaufen, aber ein Anfang ist es in jedem Fall. Vor allem, wenn die Zahlungen vom Arbeitgeber kommen, sind es schließlich mehrere Tausend Euro zusätzlich und ganz ohne Mehraufwand.

      Altersvorsorge mit vermögenswirksamen Leistungen

      Ein Drittel aller Arbeitnehmer, die vermögenswirksame Leistungen beziehen könnten, verschenken das Geld aus Unwissenheit. Andere legen es in Lebensversicherungen, Fonds- oder Banksparplänen an. Dann entfallen auf den Gehaltsbonus allerdings volle Steuer- und Sozialabgaben.

      Eine andere Möglichkeit ist, die VL-Leistung in die Altersvorsorge zu stecken. Genauer: in die betriebliche Altersvorsorge zu investieren, dann können Sie nämlich den vollen Betrag ansparen. Allerdings fallen im Ruhestand auf die Auszahlungen die vollen Steuer- und Sozialabgaben an.

      In einigen Branchen ist diese Form der Anlage bereits geregelt, das heißt, Sie können nicht selbst die Verwendung entscheiden. Vorteilhaft ist die Investition in die betriebliche Altersvorsorge vor allem dann, wenn Sie über der Einkommensgrenze liegen. Dadurch entgeht Ihnen die Arbeitnehmersparzulage. Aber Sie sind wie gesagt nicht steuer- und sozialabgabenpflichtig.

      Andererseits können Sie bei diesem Modell erst im Rentenalter auf Ihr Geld zugreifen und nicht wie sonst bei den vermögenswirksamen Leistungen bereits nach sieben Jahren.

      [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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      5/25-Regel: Was sind Ihre wichtigsten Ziele? https://karrierebibel.de/5-25-regel/ Wed, 16 Oct 2019 06:00:26 +0000 Nils Warkentin https://karrierebibel.de/?p=118616

      Wir alle kennen das: Wir nehmen uns viele Ziele vor, wollen was erreichen – und am Ende kommt fast nichts dabei heraus. Genau dieses Problem kann die 5/25-Regel vom bekannten Investor Warren Buffett lösen. Mit der 5/25-Regel können Sie sich auf die wirklich wichtigen Ziele und Prioritäten konzentrieren und diese umsetzen, statt Ihre Energie überall zu zerstreuen. Wir erklären Ihnen, wie die 5/25-Regel funktioniert und geben Tipps, wie Sie diese für sich nutzen können…

      5/25-Regel: Finden Sie Ihre wichtigsten Ziele

      Wer etwas erreichen möchte, muss ein Ziel haben und daran arbeiten. Allerdings ergibt sich in der Praxis immer wieder ein großes Problem, das dazu führt, dass Betroffene nur auf der Stelle treten und irgendwann frustriert aufgeben: Die meisten Menschen wollen viel zu viele Ziele gleichzeitig erreichen. Gerade in der heutigen Zeit muss immer alles sofort passieren, wer nicht an mindestens 15 Prozessen gleichzeitig arbeitet, gilt als faul und langsam.

      Durch die ständige Aufteilung der eigenen Zeit, Konzentration und Energie wird dann am Ende gar nichts geschafft, kein Ziel erreicht, kein Fortschritt erzielt. Genau hier setzt die 5/25-Regel an. Ihr Ziel ist es, den Fokus auf das Wesentliche zu richten, die Prioritäten klar zu machen und Ihnen dabei zu helfen, die Ziele zu erreichen, die Ihnen wirklich wichtig sind.

      Ein besonderer Vorteil der 5/25-Regel ist einfache Umsetzung, die in nur drei simplen Schritten möglich ist:

      • Erstellen Sie eine Liste mit 25 Zielen

        Alles, was Sie für die 5/25-Regel brauchen, ist ein Blatt Papier und ein Stift. Beginnen Sie damit, 25 Ziele aufzuschreiben, die Sie erreichen wollen. Machen Sie sich zuvor einige Gedanken darüber, was Sie erreichen und woran Sie arbeiten wollen. Einige Beispiele sind etwa eine Beförderung, eine Fortbildung, eine Gehaltserhöhung oder der Erwerb neuer Qualifikationen.

        Schreiben Sie diese 25 Ziele untereinander auf ein Blatt Papier, um einen guten Überblick über alle Ziele zu haben, an denen Sie vorhaben, in Zukunft zu arbeiten.

      • Finden Sie die fünf wichtigsten Ziele

        Nun geht es an die Priorisierung. Schauen Sie sich die 25 Ziele noch einmal in Ruhe an und finden Sie die 5 wichtigsten Ziele. Dabei sollte es sich um die Punkte handeln, die Sie unbedingt erreichen wollen, für die Sie eine große Leidenschaft haben und die Sie besonders weiter bringen.

        Heben Sie diese wichtigsten Ziele sichtbar hervor, beispielsweise in dem Sie diese deutlich einkreisen oder mit einer bunten Farbe markieren. Diese Ziele sollten Ihnen immer sofort in den Blick fallen, wenn Sie auf die Liste der 5/25-Regel schauen.

      • Streichen Sie alle anderen Punkte

        Im dritten Schritt kommt der entscheidende Punkt ins Spiel: Vergessen Sie alle Ziele, die es nicht in die Auswahl Ihrer wichtigsten fünf Ziele geschafft haben! Klingt zunächst hart, doch genau so funktioniert die 5/25-Regel. Die 20 Ziele, die nicht zu Ihren Top-Prioritäten zählen, sollten zunächst vollkommen unbeachtet bleiben. Bedeutet im Klartext: Sie verwenden darauf keine Zeit und Energie, treffen keine Entscheidung, die von diesen Zielen beeinflusst wird und versuchen, diesen gänzlich aus dem Weg zu gehen.

        Der Grund: Es sind genau diese zahlreichen unwichtigen und kleineren Ziele, die Sie davon abhalten, das Wesentliche zu schaffen und die wichtigsten Ziele in die Tat umzusetzen. Konzentrieren Sie sich stattdessen voll und ganz auf die Ziele, die Sie als besonders wichtig identifiziert haben. Erst wenn Sie diese tatsächlich erreicht haben, können Sie die 5/25-Regel erneut anwenden, um weitere Aspekte ausfindig zu machen, denen Sie sich als nächstes widmen.

      Entstehung: Die 5/25-Regel von Warren Buffett

      5/25-Regel Warren Buffett 2 ListsWarren Buffett ist vor allem als Investor und einer der reichsten Männer der Welt bekannt, doch gibt es eine schöne Anekdote darüber, wie er seine Weisheiten an Mitarbeiter weitergibt – darunter auch die Entstehung der 5/25-Regel oder im Englischen 2 List Strategy.

      Demnach sprach Warren Buffett mit seinem Piloten (als einer der reichsten Menschen der Welt braucht man diesen für den Privatjet) Mike Flint über Karriereentwicklung und über Prioritäten für berufliche Ziele. In diesem Gespräch erklärte Buffett dem Piloten die 5/25-Regel und verdeutlichte, wie wichtig es ist, sich ausschließlich auf die fünf wichtigsten Ziele zu konzentrieren.

      Der Investor gab den Rat, die übrigen, unwichtigen Ziele unbedingt zu vermeiden. Es geht nicht darum, den Hauptzielen die meiste Aufmerksamkeit zu schenken und die restliche Zeit den hinteren Punkten zu widmen. Im Idealfall tun Sie überhaupt gar nichts für die unwichtigen Ziele und verschwenden keinen Gedanken daran. Oder wie Buffett diese zweite Liste nannte: Avoid-at-all-Costum jeden Preis vermeiden.

      Tipps: So nutzen Sie die 5/25-Regel

      Wenn Sie sich an die drei Schritte und das grundlegende Prinzip der 5/25-Regel halten, befinden Sie sich bereits auf einem guten Weg, um die wichtigsten Ziele zu erreichen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

      Damit es mit diesem Vorhaben auch wirklich klappt und Sie den größten Nutzen aus der Methode herausholen können, haben wir noch einige Tipps zur 5/25-Regel für Sie zusammengestellt:

      • Halten Sie Ihren Fokus aufrecht

        Zu Beginn fällt es den meisten noch leicht, die 5/25-Regel umzusetzen, doch mit der Zeit fallen viele in alte Gewohnheiten zurück. Erinnern Sie sich immer wieder daran: Ihre gesamte Aufmerksamkeit richtet sich nur auf die fünf wichtigsten Ziele. Halten Sie die Liste am besten fest und hängen Sie diese an Ihren Schreibtisch, damit Sie jeden Tag darauf schauen. Sagen Sie konsequent Nein zu Ablenkungen und den Zielen, die Sie als unwichtig ausgemacht haben.

      • Nutzen Sie die 5/25-Regel im kleineren Rahmen

        Die 5/25-Regel hilft Ihnen nicht nur bei großen und langfristigen Zielen, sondern kann auch im Alltag eine hilfreiche Methode sein. Unterteilen Sie beispielsweise Ihre wöchentlichen Ziele nach dem Muster der 5/25-Regel. So können Sie in kurzer Zeit viel mehr erreichen und wirklichen Fortschritt verzeichnen.

        Selbst für tägliche Ziele lässt sich das Prinzip anwenden. Dabei müssen es nicht unbedingt 25 Ziele sein, von denen Sie fünf auswählen – schreiben Sie beispielsweise nur sieben oder zehn Ziele auf und wählen zwei oder drei als Prioritäten aus.

      • Wenden Sie die 5/25-Regel in anderen Bereichen an

        Oft wird die 5/25-Regel vor allem im beruflichen Kontext eingesetzt, weil sie ursprünglich auf Karriereziele ausgerichtet ist und in diesem Bereich große Vorteile bietet. Doch sollten Sie den Nutzen nicht nur darauf beschränken, sondern die 5/25-Regel auch auf Ihre privaten Ziele übertragen.

        Sicherlich haben Sie auch außerhalb des Jobs zahlreiche Ziele, die Sie gerne umsetzen wollen. Machen Sie auch hier eine Liste und markieren Sie die Dinge, die Ihnen am wichtigsten sind.

      [Bildnachweis: Marina Linchevska by Shutterstock.com]
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      Wir alle kennen das: Wir nehmen uns viele Ziele vor, wollen was erreichen – und am Ende kommt fast nichts dabei heraus. Genau dieses Problem kann die 5/25-Regel vom bekannten Investor Warren Buffett lösen. Mit der 5/25-Regel können Sie sich auf die wirklich wichtigen Ziele und Prioritäten konzentrieren und diese umsetzen, statt Ihre Energie überall zu zerstreuen. Wir erklären Ihnen, wie die 5/25-Regel funktioniert und geben Tipps, wie Sie diese für sich nutzen können…

      5/25-Regel: Finden Sie Ihre wichtigsten Ziele

      Wer etwas erreichen möchte, muss ein Ziel haben und daran arbeiten. Allerdings ergibt sich in der Praxis immer wieder ein großes Problem, das dazu führt, dass Betroffene nur auf der Stelle treten und irgendwann frustriert aufgeben: Die meisten Menschen wollen viel zu viele Ziele gleichzeitig erreichen. Gerade in der heutigen Zeit muss immer alles sofort passieren, wer nicht an mindestens 15 Prozessen gleichzeitig arbeitet, gilt als faul und langsam.

      Durch die ständige Aufteilung der eigenen Zeit, Konzentration und Energie wird dann am Ende gar nichts geschafft, kein Ziel erreicht, kein Fortschritt erzielt. Genau hier setzt die 5/25-Regel an. Ihr Ziel ist es, den Fokus auf das Wesentliche zu richten, die Prioritäten klar zu machen und Ihnen dabei zu helfen, die Ziele zu erreichen, die Ihnen wirklich wichtig sind.

      Ein besonderer Vorteil der 5/25-Regel ist einfache Umsetzung, die in nur drei simplen Schritten möglich ist:

      • Erstellen Sie eine Liste mit 25 Zielen

        Alles, was Sie für die 5/25-Regel brauchen, ist ein Blatt Papier und ein Stift. Beginnen Sie damit, 25 Ziele aufzuschreiben, die Sie erreichen wollen. Machen Sie sich zuvor einige Gedanken darüber, was Sie erreichen und woran Sie arbeiten wollen. Einige Beispiele sind etwa eine Beförderung, eine Fortbildung, eine Gehaltserhöhung oder der Erwerb neuer Qualifikationen.

        Schreiben Sie diese 25 Ziele untereinander auf ein Blatt Papier, um einen guten Überblick über alle Ziele zu haben, an denen Sie vorhaben, in Zukunft zu arbeiten.

      • Finden Sie die fünf wichtigsten Ziele

        Nun geht es an die Priorisierung. Schauen Sie sich die 25 Ziele noch einmal in Ruhe an und finden Sie die 5 wichtigsten Ziele. Dabei sollte es sich um die Punkte handeln, die Sie unbedingt erreichen wollen, für die Sie eine große Leidenschaft haben und die Sie besonders weiter bringen.

        Heben Sie diese wichtigsten Ziele sichtbar hervor, beispielsweise in dem Sie diese deutlich einkreisen oder mit einer bunten Farbe markieren. Diese Ziele sollten Ihnen immer sofort in den Blick fallen, wenn Sie auf die Liste der 5/25-Regel schauen.

      • Streichen Sie alle anderen Punkte

        Im dritten Schritt kommt der entscheidende Punkt ins Spiel: Vergessen Sie alle Ziele, die es nicht in die Auswahl Ihrer wichtigsten fünf Ziele geschafft haben! Klingt zunächst hart, doch genau so funktioniert die 5/25-Regel. Die 20 Ziele, die nicht zu Ihren Top-Prioritäten zählen, sollten zunächst vollkommen unbeachtet bleiben. Bedeutet im Klartext: Sie verwenden darauf keine Zeit und Energie, treffen keine Entscheidung, die von diesen Zielen beeinflusst wird und versuchen, diesen gänzlich aus dem Weg zu gehen.

        Der Grund: Es sind genau diese zahlreichen unwichtigen und kleineren Ziele, die Sie davon abhalten, das Wesentliche zu schaffen und die wichtigsten Ziele in die Tat umzusetzen. Konzentrieren Sie sich stattdessen voll und ganz auf die Ziele, die Sie als besonders wichtig identifiziert haben. Erst wenn Sie diese tatsächlich erreicht haben, können Sie die 5/25-Regel erneut anwenden, um weitere Aspekte ausfindig zu machen, denen Sie sich als nächstes widmen.

      Entstehung: Die 5/25-Regel von Warren Buffett

      5/25-Regel Warren Buffett 2 ListsWarren Buffett ist vor allem als Investor und einer der reichsten Männer der Welt bekannt, doch gibt es eine schöne Anekdote darüber, wie er seine Weisheiten an Mitarbeiter weitergibt – darunter auch die Entstehung der 5/25-Regel oder im Englischen 2 List Strategy.

      Demnach sprach Warren Buffett mit seinem Piloten (als einer der reichsten Menschen der Welt braucht man diesen für den Privatjet) Mike Flint über Karriereentwicklung und über Prioritäten für berufliche Ziele. In diesem Gespräch erklärte Buffett dem Piloten die 5/25-Regel und verdeutlichte, wie wichtig es ist, sich ausschließlich auf die fünf wichtigsten Ziele zu konzentrieren.

      Der Investor gab den Rat, die übrigen, unwichtigen Ziele unbedingt zu vermeiden. Es geht nicht darum, den Hauptzielen die meiste Aufmerksamkeit zu schenken und die restliche Zeit den hinteren Punkten zu widmen. Im Idealfall tun Sie überhaupt gar nichts für die unwichtigen Ziele und verschwenden keinen Gedanken daran. Oder wie Buffett diese zweite Liste nannte: Avoid-at-all-Costum jeden Preis vermeiden.

      Tipps: So nutzen Sie die 5/25-Regel

      Wenn Sie sich an die drei Schritte und das grundlegende Prinzip der 5/25-Regel halten, befinden Sie sich bereits auf einem guten Weg, um die wichtigsten Ziele zu erreichen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

      Damit es mit diesem Vorhaben auch wirklich klappt und Sie den größten Nutzen aus der Methode herausholen können, haben wir noch einige Tipps zur 5/25-Regel für Sie zusammengestellt:

      • Halten Sie Ihren Fokus aufrecht

        Zu Beginn fällt es den meisten noch leicht, die 5/25-Regel umzusetzen, doch mit der Zeit fallen viele in alte Gewohnheiten zurück. Erinnern Sie sich immer wieder daran: Ihre gesamte Aufmerksamkeit richtet sich nur auf die fünf wichtigsten Ziele. Halten Sie die Liste am besten fest und hängen Sie diese an Ihren Schreibtisch, damit Sie jeden Tag darauf schauen. Sagen Sie konsequent Nein zu Ablenkungen und den Zielen, die Sie als unwichtig ausgemacht haben.

      • Nutzen Sie die 5/25-Regel im kleineren Rahmen

        Die 5/25-Regel hilft Ihnen nicht nur bei großen und langfristigen Zielen, sondern kann auch im Alltag eine hilfreiche Methode sein. Unterteilen Sie beispielsweise Ihre wöchentlichen Ziele nach dem Muster der 5/25-Regel. So können Sie in kurzer Zeit viel mehr erreichen und wirklichen Fortschritt verzeichnen.

        Selbst für tägliche Ziele lässt sich das Prinzip anwenden. Dabei müssen es nicht unbedingt 25 Ziele sein, von denen Sie fünf auswählen – schreiben Sie beispielsweise nur sieben oder zehn Ziele auf und wählen zwei oder drei als Prioritäten aus.

      • Wenden Sie die 5/25-Regel in anderen Bereichen an

        Oft wird die 5/25-Regel vor allem im beruflichen Kontext eingesetzt, weil sie ursprünglich auf Karriereziele ausgerichtet ist und in diesem Bereich große Vorteile bietet. Doch sollten Sie den Nutzen nicht nur darauf beschränken, sondern die 5/25-Regel auch auf Ihre privaten Ziele übertragen.

        Sicherlich haben Sie auch außerhalb des Jobs zahlreiche Ziele, die Sie gerne umsetzen wollen. Machen Sie auch hier eine Liste und markieren Sie die Dinge, die Ihnen am wichtigsten sind.

      [Bildnachweis: Marina Linchevska by Shutterstock.com]
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      Du kannst andere nicht ändern https://karrierebibel.de/du-kannst-andere-nicht-aendern/ Tue, 15 Oct 2019 15:00:26 +0000 Anja Rassek https://karrierebibel.de/?p=118529

      Du kannst andere nicht ändern. Diesen Satz sollten sich manche Menschen mantraartig selbst vorsagen, denn sie scheitern immer wieder exakt daran: Sie stoßen bei anderen Personen auf ein Hindernis und wollen das Problem damit lösen, dass sie andere ändern. Ein großer Irrweg, der leider auf Dauer nur zu noch größerem Frust führt, aber keineswegs die erhoffte Lösung näher bringt. Welche Möglichkeiten des Umgangs Sie haben…

      Du kannst andere nicht ändern: Eine Erkenntnis

      Zu der Feststellung, dass man andere Menschen nicht ändern kann, muss man erst einmal gelangen. Schon viele andere Menschen haben über sämtliche Kulturen und Zeiträume hinweg versucht, Einfluss auf andere Menschen zu nehmen. Meist erfolglos.

      In der Volksweisheit Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr spiegelt sich dieses Phänomen in einer eher negativen Sicht. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, Menschen ihre grundsätzliche Lernfähigkeit abzusprechen. Aber bestimmte Macken und Eigenheiten sowie Überzeugungen festigen sich im Laufe eines Menschenlebens.

      Üblicherweise wird dies am Übergang von der Kindheit und Jugend zum Erwachsenenalter festgemacht. Nach sozialwissenschaftlicher Betrachtung ist die Jugend längst nicht mit Erreichen des 18. Lebensjahres abgeschlossen. Das hängt damit zusammen, dass eben auch noch nach der Volljährigkeit Normen und Werte übernommen werden und sich festigen.

      Ab etwa 30 Jahren nimmt diese geistige Flexibilität ab. Ein Grund dafür übrigens, dass die meisten Radikalisierungen in jüngeren Jahren stattfinden. Mittelalte und ältere Menschen wissen, wer sie sind und wofür sie stehen und ändern ihre Ansichten weniger leicht.

      Man kann Menschen nicht ändern: Sprüche und Zitate

      • Du kannst die Menschen um dich herum nicht verändern, aber du kannst verändern welche Menschen um dich herum sind. Unbekannt
      • Auffällig, dass Menschen, die alles besser wissen, nie etwas besser machen. Unbekannt
      • Der wahre Charakter eines Menschen zeigt sich nicht bei der ersten Begegnung sondern bei der letzten. Unbekannt
      • Jeder denkt darüber nach, die Welt zu verändern, aber niemand denkt darüber nach, sich selbst zu verändern. Leo Tolstoi
      • Du kannst nicht ändern, wie andere Menschen dich behandeln, oder was sie über dich sagen. Alles was du verändern kannst, ist deine Reaktion darauf. Mahatma Gandhi
      • Ich bereue nicht meine Vergangenheit, sondern nur die Zeit die ich für falsche Menschen geopfert habe. Unbekannt

      Überzeugungen wichtig für die eigene Identität

      Werte, Normen und Überzeugungen formen unseren Charakter beziehungsweise machen uns aus. Sei es, dass jemand hohe Ideale verkörpert und anderen warmherzig und hilfsbereit begegnet. Oder andersherum, dass eine Person grundsätzlich nur das Schlechteste von anderen denkt und als wahrer Misanthrop durchs Leben geht.

      Könnten Sie andere Menschen ohne Weiteres ändern, würden Sie Ihnen daher auch einen Teil ihrer Identität wegnehmen. Im Falle eines Misanthropen wäre das vermutlich kein großer Verlust, sofern er sich zum Besseren ändert. Aber angenommen, eine Person liebt es, sich flippig zu kleiden.

      Sie ist immer sehr kreativ beim Entwerfen ihrer täglichen Outfits, experimentiert mit Farben, Materialien und Kombinationen. Auf ihrer Arbeitsstelle war das bisher kein Problem – nach einem Wechsel in der Chefetage soll diese Person sich plötzlich einem neuen Firmen-Dresscode unterwerfen, der für alle schwarze, graue oder dunkelblaue Kostüme beziehungsweise Anzüge vorsieht.

      Es ist vorstellbar, dass besagte Person sich in ihren Gestaltungsmöglichkeiten und ihrer Ausdrucksfähigkeit stark eingeschränkt sieht.

      Deshalb können Sie andere nicht ändern

      Andere Menschen ändern zu wollen ist fast unmöglich, aus mehreren Gründen:

      • Akzeptanz

        Wie ausgeführt, trägt jeder Mensch bestimmte Überzeugungen in sich, die er oder sie für richtig und gut erachtet. In dem Moment, wo eine andere Person diesen Menschen ändern will, signalisiert sie: Du bist nicht in Ordnung, so wie du bist. Es ist ein echter Frontalangriff und eine starke Kränkung. Im Einzelfall ist es völlig unerheblich, ob es dabei um Äußerlichkeiten (zu dick/zu dünn/zu hässlich) oder den Charakter (zu dumm/schwerfällig/unlustig) geht. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Ihnen und Ihrem Anliegen dann wohlgesinnt ist, ist relativ gering.

      • Hochmut

        Es kann bei der anderen Person gleichzeitig so ankommen, als glaubten Sie das Maß aller Dinge zu sein, wenn Sie andere ändern wollen. Und dass so eine Sichtweise als recht vermessen wahrgenommen wird, ist naheliegend. Den einzigen Personen, denen noch am ehesten zugestanden wird, anderen was zu sagen, sind die eigenen Eltern, Geschwister, Partner und eventuell enge Freunde. Ausnahme: Geht es um erforderliche Veränderungen im Arbeitsbereich. Hier ist der Chef qua Direktionsrecht dazu befugt, Ihnen etwas zu sagen und Anpassungen zu erwarten – ob Sie das toll finden oder nicht.

      • Schwierigkeit

        Finden Sie sich in einer ähnlichen Position wieder, beispielsweise als Teamleiter oder Trainer im Tischtennisverein, steht es Ihnen natürlich zu, von anderen Veränderungen zu erwarten. Sobald wir allerdings in den charakterlichen Bereich zurückkehren, wird es schwierig. Sie können nicht kontrollieren, wie andere Menschen denken, fühlen, handeln. Selbst wenn es selbstschädigende Verhaltensweisen wie beispielsweise eine Alkoholsucht sind. Deutlich leichter wird es, wenn Sie sich stattdessen auf Ihre Person konzentrieren – Sie können sich verändern.

      Umfeld verändern durch eigene Veränderung

      Vielleicht sind Sie beim letzten Satz unwillkürlich zusammengezuckt – ICH mich verändern? Aber ich bin doch in Ordnung?! Das ist zumindest der typische Impuls bei vielen Menschen, wenn sie erstmals mit diesem Gedanken konfrontiert werden.

      Der Gedanke beziehungsweise die Befürchtung dahinter ist oft die Angst vor Identitätsverlust. Anpassung bis zur absoluten Konformität, völlig unterschiedslos und damit nicht mehr individuell, sondern austauschbar.

      Hier liegt ein klassisches Missverständnis vor. Wenn es darum geht, sich selbst zu ändern, geht es nicht darum, sich an die Eigenschaften derjenigen Menschen anzupassen, die Sie kritisieren oder sogar nicht mögen. Vielmehr geht es darum, stärker an den eigenen Verhaltensweisen zu arbeiten.

      Persönlichkeitsmerkmale lassen sich schlecht ändern. Aber Gewohnheiten und Verhaltensweisen lassen sich beeinflussen. Wenn Sie diese hervorholen, können Sie andere Leute auf sich aufmerksam machen. Das sind vorzugsweise Personen, mit denen Sie zurechtkommen. Sie fangen an, sich mit neuen Menschen zu umgeben.

      Beispielsweise können Sie sich ärgern, dass Ihre Freunde mit der Zeit so lethargisch geworden sind und wenig unternehmen. Sie können Vorwürfe formulieren und hoffen, dass jemand Sie endlich auffordert, mit ihm oder ihr ins Kino zu gehen. Oder Sie sparen sich die Energie nach zig erfolglosen Versuchen und werden Ihrerseits aktiv. Melden sich für einen Sprachkurs an, lernen neue Leute kennen, unternehmen mit denen etwas.

      Fehler machen gehört dazu

      Damit Menschen sich entwickeln können, muss ihnen die Möglichkeit gegeben werden, Fehler zu machen. Fehler machen ist das Learning by doing des Lebens. Sie können einer Person zehnmal sagen, was für sie besser wäre. Dennoch gibt es unzählige Bereiche, in denen jemand seine eigenen Erfahrungen machen muss.

      Alles andere ist Hören-Sagen und damit nicht nachvollziehbar. Es kann gut sein, dass die Person, die Sie ändern wollen, die Gefahr unterschätzt. Aber die eigene Erfahrung kann bei dieser Person zweierlei bewirken:

      • Sie erkennt, dass Sie recht hatten (zumindest, wenn sie die Größe besitzt, das anzuerkennen) und kann nun besser einschätzen, warum eine Sache schlecht für sie ist.
      • Sie schätzt aufgrund ihrer Erfahrung die Sache anders ein und sieht keine Notwendigkeit etwas zu ändern.

      Beispiel anhand einer Prüfungssituation

      Eine überdurchschnittlich begabte Person hat sich die ganze Schulzeit bis zum Abitur hindurchgemogelt. Dank ihrer schnellen Auffassungsgabe hat es immer gereicht, einen Tag vor der Klausur kurz in die Unterlagen zu schauen und am nächsten Tag noch eine einigermaßen passable Klausur zu schreiben.

      Im Studium klappt das anfangs ähnlich, aber die Noten werden mit steigender Semesterzahl schlechter, die Prüfungsvorbereitung bleibt gleich lausig. Ein Kommilitone beobachtet das Verhalten und warnt. Das Problem: Solange der mäßig Lernende keine Konsequenzen spürt, wird er wenig Anreiz haben, etwas an seinem Verhalten zu ändern, die Warnungen des Freundes werden verpuffen.

      Erst, wenn eine wichtige Klausur vergeigt wird, eine Prüfung nicht wiederholt werden kann und somit das Ende des Studiums bedeutet oder aber die Examensnote so schlecht ist, dass ein dringend benötigter Numerus Clausus nicht erreicht werden kann, ist ein Reflexionsprozess wahrscheinlich.

      Und das führt gleichzeitig zum wichtigsten Ergebnis beim Fehler machen:

      Es muss beim Betroffenen selbst ein Leidensdruck oder zumindest ein starkes Bedürfnis entstehen, etwas zu ändern.

      Solange das nicht gegeben ist, wird sich nichts ändern, zumindest nicht dauerhaft. Jede Veränderung, die eine Person ausschließlich einer anderen zuliebe unternimmt, bleibt halbherzig und ist kaum langfristig.

      [Bildnachweis: hvostik by Shutterstock.com]
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      Du kannst andere nicht ändern. Diesen Satz sollten sich manche Menschen mantraartig selbst vorsagen, denn sie scheitern immer wieder exakt daran: Sie stoßen bei anderen Personen auf ein Hindernis und wollen das Problem damit lösen, dass sie andere ändern. Ein großer Irrweg, der leider auf Dauer nur zu noch größerem Frust führt, aber keineswegs die erhoffte Lösung näher bringt. Welche Möglichkeiten des Umgangs Sie haben…

      Du kannst andere nicht ändern: Eine Erkenntnis

      Zu der Feststellung, dass man andere Menschen nicht ändern kann, muss man erst einmal gelangen. Schon viele andere Menschen haben über sämtliche Kulturen und Zeiträume hinweg versucht, Einfluss auf andere Menschen zu nehmen. Meist erfolglos.

      In der Volksweisheit Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr spiegelt sich dieses Phänomen in einer eher negativen Sicht. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, Menschen ihre grundsätzliche Lernfähigkeit abzusprechen. Aber bestimmte Macken und Eigenheiten sowie Überzeugungen festigen sich im Laufe eines Menschenlebens.

      Üblicherweise wird dies am Übergang von der Kindheit und Jugend zum Erwachsenenalter festgemacht. Nach sozialwissenschaftlicher Betrachtung ist die Jugend längst nicht mit Erreichen des 18. Lebensjahres abgeschlossen. Das hängt damit zusammen, dass eben auch noch nach der Volljährigkeit Normen und Werte übernommen werden und sich festigen.

      Ab etwa 30 Jahren nimmt diese geistige Flexibilität ab. Ein Grund dafür übrigens, dass die meisten Radikalisierungen in jüngeren Jahren stattfinden. Mittelalte und ältere Menschen wissen, wer sie sind und wofür sie stehen und ändern ihre Ansichten weniger leicht.

      Man kann Menschen nicht ändern: Sprüche und Zitate

      • Du kannst die Menschen um dich herum nicht verändern, aber du kannst verändern welche Menschen um dich herum sind. Unbekannt
      • Auffällig, dass Menschen, die alles besser wissen, nie etwas besser machen. Unbekannt
      • Der wahre Charakter eines Menschen zeigt sich nicht bei der ersten Begegnung sondern bei der letzten. Unbekannt
      • Jeder denkt darüber nach, die Welt zu verändern, aber niemand denkt darüber nach, sich selbst zu verändern. Leo Tolstoi
      • Du kannst nicht ändern, wie andere Menschen dich behandeln, oder was sie über dich sagen. Alles was du verändern kannst, ist deine Reaktion darauf. Mahatma Gandhi
      • Ich bereue nicht meine Vergangenheit, sondern nur die Zeit die ich für falsche Menschen geopfert habe. Unbekannt

      Überzeugungen wichtig für die eigene Identität

      Werte, Normen und Überzeugungen formen unseren Charakter beziehungsweise machen uns aus. Sei es, dass jemand hohe Ideale verkörpert und anderen warmherzig und hilfsbereit begegnet. Oder andersherum, dass eine Person grundsätzlich nur das Schlechteste von anderen denkt und als wahrer Misanthrop durchs Leben geht.

      Könnten Sie andere Menschen ohne Weiteres ändern, würden Sie Ihnen daher auch einen Teil ihrer Identität wegnehmen. Im Falle eines Misanthropen wäre das vermutlich kein großer Verlust, sofern er sich zum Besseren ändert. Aber angenommen, eine Person liebt es, sich flippig zu kleiden.

      Sie ist immer sehr kreativ beim Entwerfen ihrer täglichen Outfits, experimentiert mit Farben, Materialien und Kombinationen. Auf ihrer Arbeitsstelle war das bisher kein Problem – nach einem Wechsel in der Chefetage soll diese Person sich plötzlich einem neuen Firmen-Dresscode unterwerfen, der für alle schwarze, graue oder dunkelblaue Kostüme beziehungsweise Anzüge vorsieht.

      Es ist vorstellbar, dass besagte Person sich in ihren Gestaltungsmöglichkeiten und ihrer Ausdrucksfähigkeit stark eingeschränkt sieht.

      Deshalb können Sie andere nicht ändern

      Andere Menschen ändern zu wollen ist fast unmöglich, aus mehreren Gründen:

      • Akzeptanz

        Wie ausgeführt, trägt jeder Mensch bestimmte Überzeugungen in sich, die er oder sie für richtig und gut erachtet. In dem Moment, wo eine andere Person diesen Menschen ändern will, signalisiert sie: Du bist nicht in Ordnung, so wie du bist. Es ist ein echter Frontalangriff und eine starke Kränkung. Im Einzelfall ist es völlig unerheblich, ob es dabei um Äußerlichkeiten (zu dick/zu dünn/zu hässlich) oder den Charakter (zu dumm/schwerfällig/unlustig) geht. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand Ihnen und Ihrem Anliegen dann wohlgesinnt ist, ist relativ gering.

      • Hochmut

        Es kann bei der anderen Person gleichzeitig so ankommen, als glaubten Sie das Maß aller Dinge zu sein, wenn Sie andere ändern wollen. Und dass so eine Sichtweise als recht vermessen wahrgenommen wird, ist naheliegend. Den einzigen Personen, denen noch am ehesten zugestanden wird, anderen was zu sagen, sind die eigenen Eltern, Geschwister, Partner und eventuell enge Freunde. Ausnahme: Geht es um erforderliche Veränderungen im Arbeitsbereich. Hier ist der Chef qua Direktionsrecht dazu befugt, Ihnen etwas zu sagen und Anpassungen zu erwarten – ob Sie das toll finden oder nicht.

      • Schwierigkeit

        Finden Sie sich in einer ähnlichen Position wieder, beispielsweise als Teamleiter oder Trainer im Tischtennisverein, steht es Ihnen natürlich zu, von anderen Veränderungen zu erwarten. Sobald wir allerdings in den charakterlichen Bereich zurückkehren, wird es schwierig. Sie können nicht kontrollieren, wie andere Menschen denken, fühlen, handeln. Selbst wenn es selbstschädigende Verhaltensweisen wie beispielsweise eine Alkoholsucht sind. Deutlich leichter wird es, wenn Sie sich stattdessen auf Ihre Person konzentrieren – Sie können sich verändern.

      Umfeld verändern durch eigene Veränderung

      Vielleicht sind Sie beim letzten Satz unwillkürlich zusammengezuckt – ICH mich verändern? Aber ich bin doch in Ordnung?! Das ist zumindest der typische Impuls bei vielen Menschen, wenn sie erstmals mit diesem Gedanken konfrontiert werden.

      Der Gedanke beziehungsweise die Befürchtung dahinter ist oft die Angst vor Identitätsverlust. Anpassung bis zur absoluten Konformität, völlig unterschiedslos und damit nicht mehr individuell, sondern austauschbar.

      Hier liegt ein klassisches Missverständnis vor. Wenn es darum geht, sich selbst zu ändern, geht es nicht darum, sich an die Eigenschaften derjenigen Menschen anzupassen, die Sie kritisieren oder sogar nicht mögen. Vielmehr geht es darum, stärker an den eigenen Verhaltensweisen zu arbeiten.

      Persönlichkeitsmerkmale lassen sich schlecht ändern. Aber Gewohnheiten und Verhaltensweisen lassen sich beeinflussen. Wenn Sie diese hervorholen, können Sie andere Leute auf sich aufmerksam machen. Das sind vorzugsweise Personen, mit denen Sie zurechtkommen. Sie fangen an, sich mit neuen Menschen zu umgeben.

      Beispielsweise können Sie sich ärgern, dass Ihre Freunde mit der Zeit so lethargisch geworden sind und wenig unternehmen. Sie können Vorwürfe formulieren und hoffen, dass jemand Sie endlich auffordert, mit ihm oder ihr ins Kino zu gehen. Oder Sie sparen sich die Energie nach zig erfolglosen Versuchen und werden Ihrerseits aktiv. Melden sich für einen Sprachkurs an, lernen neue Leute kennen, unternehmen mit denen etwas.

      Fehler machen gehört dazu

      Damit Menschen sich entwickeln können, muss ihnen die Möglichkeit gegeben werden, Fehler zu machen. Fehler machen ist das Learning by doing des Lebens. Sie können einer Person zehnmal sagen, was für sie besser wäre. Dennoch gibt es unzählige Bereiche, in denen jemand seine eigenen Erfahrungen machen muss.

      Alles andere ist Hören-Sagen und damit nicht nachvollziehbar. Es kann gut sein, dass die Person, die Sie ändern wollen, die Gefahr unterschätzt. Aber die eigene Erfahrung kann bei dieser Person zweierlei bewirken:

      • Sie erkennt, dass Sie recht hatten (zumindest, wenn sie die Größe besitzt, das anzuerkennen) und kann nun besser einschätzen, warum eine Sache schlecht für sie ist.
      • Sie schätzt aufgrund ihrer Erfahrung die Sache anders ein und sieht keine Notwendigkeit etwas zu ändern.

      Beispiel anhand einer Prüfungssituation

      Eine überdurchschnittlich begabte Person hat sich die ganze Schulzeit bis zum Abitur hindurchgemogelt. Dank ihrer schnellen Auffassungsgabe hat es immer gereicht, einen Tag vor der Klausur kurz in die Unterlagen zu schauen und am nächsten Tag noch eine einigermaßen passable Klausur zu schreiben.

      Im Studium klappt das anfangs ähnlich, aber die Noten werden mit steigender Semesterzahl schlechter, die Prüfungsvorbereitung bleibt gleich lausig. Ein Kommilitone beobachtet das Verhalten und warnt. Das Problem: Solange der mäßig Lernende keine Konsequenzen spürt, wird er wenig Anreiz haben, etwas an seinem Verhalten zu ändern, die Warnungen des Freundes werden verpuffen.

      Erst, wenn eine wichtige Klausur vergeigt wird, eine Prüfung nicht wiederholt werden kann und somit das Ende des Studiums bedeutet oder aber die Examensnote so schlecht ist, dass ein dringend benötigter Numerus Clausus nicht erreicht werden kann, ist ein Reflexionsprozess wahrscheinlich.

      Und das führt gleichzeitig zum wichtigsten Ergebnis beim Fehler machen:

      Es muss beim Betroffenen selbst ein Leidensdruck oder zumindest ein starkes Bedürfnis entstehen, etwas zu ändern.

      Solange das nicht gegeben ist, wird sich nichts ändern, zumindest nicht dauerhaft. Jede Veränderung, die eine Person ausschließlich einer anderen zuliebe unternimmt, bleibt halbherzig und ist kaum langfristig.

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      Test: Wie ehrlich sind Sie zu sich selbst? https://karrierebibel.de/test-wie-ehrlich-sind-sie-zu-sich-selbst/ Tue, 15 Oct 2019 11:00:55 +0000 Nils Warkentin https://karrierebibel.de/?p=118497

      Wir fühlen uns hinters Licht geführt, betrogen und ausgenutzt, wenn andere Menschen uns belügen. Dabei tun wir genau das regelmäßig selbst an. Wie ehrlich sind Sie zu sich selbst? Vermutlich wollen Sie antworten Ich bin immer ehrlich zu mir selbst, doch ist das nur in den seltensten Fällen wahr. Vielleicht versuchen Sie anderen gegenüber stets ehrlich und offen zu sein, doch belügt sich jeder selbst. Das geschieht selten bewusst, doch kann es durchaus negative Konsequenzen haben. Machen sie den Test: Wie ehrlich sind Sie zu sich selbst?

      Ehrlich zu sich selbst: Warum ist das so schwer?

      Ehrlichkeit gegenüber sich selbst ist keine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr eine Seltenheit. Schon indem wir uns einreden, dass wir uns selbst gegenüber immer ehrlich seien, belügen wir uns also selbst. Tatsächlich gibt es viele Situationen im Alltag, in denen wir uns selbst gegenüber Dinge schönreden, Fakten ignorieren und anpassen oder auch ganz direkt die Wahrheit verdrehen.

      Dies geschieht unbewusst, ohne dass wir darüber nachdenken oder uns eine Lüge ausdenken müssten. Unsere Wahrnehmung tischt uns die Dinge so auf, wie wir sie gerne sehen würden. Dahinter steckt im Grunde eine gute Absicht: In den meisten Fällen wollen wir uns selbst vor unangenehmen Wahrheiten schützen.

      Wenn wir uns zum Beispiel einreden: Ich habe mein Bestes gegeben und die Aufgabe richtig gut erledigt, ist das deutlich leichter, als sich selbst eingestehen zu müssen, dass man beim Projekt richtig Mist gebaut hat.

      Immer dann, wenn Realität und Selbstbild schwer zu vereinbaren sind, fällt es schwer, ehrlich zu sich selbst zu sein. Die meisten Menschen denken grundsätzlich positiv von sich, sind stolz auf eigene Leistungen und von sich überzeugt. Kratzt etwas an dieser Wahrnehmung, lügen wir uns deshalb in die eigene Tasche.

      So werden Probleme einfach aus der Welt geschafft und ignoriert, schwierige Situationen sind leichter zu ertragen und wir machen uns weniger Sorgen um Dinge, die uns ansonsten möglicherweise ganz schön belasten würden. Sich selbst zu belügen ist also durchaus sinnvoll, bringt einige Vorteile und erfüllt einen Zweck – doch ist auf der anderen Seite auch Vorsicht geboten.

      Nachteile: Vorsicht, wenn Sie sich selbst belügen

      Test ehrlich zu sich selbst belügen Wahrheit SelbsttestTrotz einiger positiver Effekte, wenn Sie sich selbst belügen, ist Vorsicht geboten. Denn: Wer sich regelmäßig in die eigene Tasche lügt, lebt gefährlich. Zwar keiner direkt körperlichen Gefahr, doch setzen Sie sich einigen Risiken aus, die nicht unterschätzt werden sollten.

      Das größte Problem: Sie merken in der Regel nicht einmal, wenn Sie sich selbst belügen. In Ihrer Wahrnehmung ist alles in bester Ordnung, bis das Kartenhaus dann irgendwann komplett zusammenfällt. Gerade die folgenden Nachteile sind besonders folgenschwer, wenn Sie unehrlich zu sich selbst sind:

      • Sie geben den falschen Leuten die Schuld

        Ich habe alles richtig gemacht… Wer sich selbst belügt, ist davon überzeugt – und gibt entsprechend immer jemand anderem die Schuld. Den Kollegen, dem Chef, dem Partner, den Freunden… Dies führt gleich zu zwei negativen Aspekten: Zum einen können Sie selbst nicht daraus lernen, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Zum anderen werden sich diejenigen nicht einfach gefallen lassen, wenn ihnen die Schuld in die Schuhe geschoben werden soll.

      • Sie überschätzen sich selbst maßlos

        Ein gesundes Selbstbewusstsein ist wichtig, doch neigen Sie dazu, sich durch die ständige Selbstlüge völlig falsch einzuschätzen. Sie übernehmen sich und trauen sich Dinge zu, die Sie unmöglich schaffen können.

      • Sie werden langfristig unglücklich

        Sie können sich vielleicht lange belügen, aber irgendwann kommt der Moment, in dem Sie der Wahrheit ins Auge blicken müssen. Der Chef erklärt Ihnen offen, dass Ihr Job in Gefahr ist, der Partner offenbart, dass er an der Beziehung zweifelt… Hätten Sie sich nicht selbst belogen, wäre es Ihnen vielleicht viel früher aufgefallen und Sie hätten etwas tun können. Ist es erst einmal zu spät, macht es Sie hingegen nur unglücklich.

      Selbsttest: Sind Sie ehrlich zu sich selbst?

      Die meisten Lügen, die wir uns selbst auftischen, bleiben zunächst unbemerkt. Das muss nicht so bleiben, denn durch gezieltes Hinterfragen des eigenen Verhaltens können Sie herausfinden: Wie ehrlich sind Sie zu sich selbst?

      Im folgenden Selbsttest haben wir deshalb einige Fragen gesammelt, die genau darauf ausgerichtet sind. Dabei gilt: Nehmen Sie sich einige Zeit und Antworten Sie so ehrlich wie möglich! Sie wollen sich schließlich nicht ausgerechnet bei diesem Test selbst belügen. Addieren Sie dabei bitte jeweils die Punkte, die zu Ihrer Antwort zählen.

      Klicken Sie sich durch unseren Selbsttest: Wie ehrlich sind Sie zu sich selbst? Am Ende kommen Sie dann zur Auflösung…

      [Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
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      Wir fühlen uns hinters Licht geführt, betrogen und ausgenutzt, wenn andere Menschen uns belügen. Dabei tun wir genau das regelmäßig selbst an. Wie ehrlich sind Sie zu sich selbst? Vermutlich wollen Sie antworten Ich bin immer ehrlich zu mir selbst, doch ist das nur in den seltensten Fällen wahr. Vielleicht versuchen Sie anderen gegenüber stets ehrlich und offen zu sein, doch belügt sich jeder selbst. Das geschieht selten bewusst, doch kann es durchaus negative Konsequenzen haben. Machen sie den Test: Wie ehrlich sind Sie zu sich selbst?

      Ehrlich zu sich selbst: Warum ist das so schwer?

      Ehrlichkeit gegenüber sich selbst ist keine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr eine Seltenheit. Schon indem wir uns einreden, dass wir uns selbst gegenüber immer ehrlich seien, belügen wir uns also selbst. Tatsächlich gibt es viele Situationen im Alltag, in denen wir uns selbst gegenüber Dinge schönreden, Fakten ignorieren und anpassen oder auch ganz direkt die Wahrheit verdrehen.

      Dies geschieht unbewusst, ohne dass wir darüber nachdenken oder uns eine Lüge ausdenken müssten. Unsere Wahrnehmung tischt uns die Dinge so auf, wie wir sie gerne sehen würden. Dahinter steckt im Grunde eine gute Absicht: In den meisten Fällen wollen wir uns selbst vor unangenehmen Wahrheiten schützen.

      Wenn wir uns zum Beispiel einreden: Ich habe mein Bestes gegeben und die Aufgabe richtig gut erledigt, ist das deutlich leichter, als sich selbst eingestehen zu müssen, dass man beim Projekt richtig Mist gebaut hat.

      Immer dann, wenn Realität und Selbstbild schwer zu vereinbaren sind, fällt es schwer, ehrlich zu sich selbst zu sein. Die meisten Menschen denken grundsätzlich positiv von sich, sind stolz auf eigene Leistungen und von sich überzeugt. Kratzt etwas an dieser Wahrnehmung, lügen wir uns deshalb in die eigene Tasche.

      So werden Probleme einfach aus der Welt geschafft und ignoriert, schwierige Situationen sind leichter zu ertragen und wir machen uns weniger Sorgen um Dinge, die uns ansonsten möglicherweise ganz schön belasten würden. Sich selbst zu belügen ist also durchaus sinnvoll, bringt einige Vorteile und erfüllt einen Zweck – doch ist auf der anderen Seite auch Vorsicht geboten.

      Nachteile: Vorsicht, wenn Sie sich selbst belügen

      Test ehrlich zu sich selbst belügen Wahrheit SelbsttestTrotz einiger positiver Effekte, wenn Sie sich selbst belügen, ist Vorsicht geboten. Denn: Wer sich regelmäßig in die eigene Tasche lügt, lebt gefährlich. Zwar keiner direkt körperlichen Gefahr, doch setzen Sie sich einigen Risiken aus, die nicht unterschätzt werden sollten.

      Das größte Problem: Sie merken in der Regel nicht einmal, wenn Sie sich selbst belügen. In Ihrer Wahrnehmung ist alles in bester Ordnung, bis das Kartenhaus dann irgendwann komplett zusammenfällt. Gerade die folgenden Nachteile sind besonders folgenschwer, wenn Sie unehrlich zu sich selbst sind:

      • Sie geben den falschen Leuten die Schuld

        Ich habe alles richtig gemacht… Wer sich selbst belügt, ist davon überzeugt – und gibt entsprechend immer jemand anderem die Schuld. Den Kollegen, dem Chef, dem Partner, den Freunden… Dies führt gleich zu zwei negativen Aspekten: Zum einen können Sie selbst nicht daraus lernen, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Zum anderen werden sich diejenigen nicht einfach gefallen lassen, wenn ihnen die Schuld in die Schuhe geschoben werden soll.

      • Sie überschätzen sich selbst maßlos

        Ein gesundes Selbstbewusstsein ist wichtig, doch neigen Sie dazu, sich durch die ständige Selbstlüge völlig falsch einzuschätzen. Sie übernehmen sich und trauen sich Dinge zu, die Sie unmöglich schaffen können.

      • Sie werden langfristig unglücklich

        Sie können sich vielleicht lange belügen, aber irgendwann kommt der Moment, in dem Sie der Wahrheit ins Auge blicken müssen. Der Chef erklärt Ihnen offen, dass Ihr Job in Gefahr ist, der Partner offenbart, dass er an der Beziehung zweifelt… Hätten Sie sich nicht selbst belogen, wäre es Ihnen vielleicht viel früher aufgefallen und Sie hätten etwas tun können. Ist es erst einmal zu spät, macht es Sie hingegen nur unglücklich.

      Selbsttest: Sind Sie ehrlich zu sich selbst?

      Die meisten Lügen, die wir uns selbst auftischen, bleiben zunächst unbemerkt. Das muss nicht so bleiben, denn durch gezieltes Hinterfragen des eigenen Verhaltens können Sie herausfinden: Wie ehrlich sind Sie zu sich selbst?

      Im folgenden Selbsttest haben wir deshalb einige Fragen gesammelt, die genau darauf ausgerichtet sind. Dabei gilt: Nehmen Sie sich einige Zeit und Antworten Sie so ehrlich wie möglich! Sie wollen sich schließlich nicht ausgerechnet bei diesem Test selbst belügen. Addieren Sie dabei bitte jeweils die Punkte, die zu Ihrer Antwort zählen.

      Klicken Sie sich durch unseren Selbsttest: Wie ehrlich sind Sie zu sich selbst? Am Ende kommen Sie dann zur Auflösung…

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      Mundgeruch: Ursachen, Test und Tipps https://karrierebibel.de/mundgeruch/ Tue, 15 Oct 2019 09:00:05 +0000 Nils Warkentin https://karrierebibel.de/?p=118483

      Kaum etwas ist so unangenehm wie strenger Mundgeruch. Gerade das Umfeld leidet unter dem schlechten Geruch des Atems, versucht bei Unterhaltungen einen möglichst großen Abstand zu halten oder dreht sich sogar angeekelt weg. Noch schlimmer kann es für Betroffene sein: Wer merkt, dass er unter Mundgeruch leidet, schämt sich, zieht sich oftmals zurück und isoliert sich selbst aus Scham von Freunden oder Kollegen. Besonders wichtig sind dann zwei Fragen: Welche Ursachen stehen hinter dem Mundgeruch und was können Sie tun, um den unangenehmen Duft zu bekämpfen? Wir zeigen, was Sie wissen müssen und mit welchen Selbsttests Sie herausfinden können, ob Sie unter Mundgeruch leiden…

      Ursachen: Woher kommt Mundgeruch?

      Die schlechte Nachricht vorneweg: Mundgeruch kann leider jeden treffen. Zudem ist es weiterhin ein Tabuthema. Niemand möchte über den eigenen Mundgeruch sprechen und auch den Gegenüber auf unangenehmen Geruch aus dem Mund anzusprechen, gestaltet sich als schwierig bis unmöglich. Dabei gehen Schätzungen und Untersuchungen davon aus, dass rund 25 Prozent der Deutschen nicht dauerhaft, aber immer wieder mit Mundgeruch (auch Halitose genannt) zu kämpfen haben.

      Als Ursache sind in den meisten Fällen Bakterien in der Mundhöhle für den schlechten Mundgeruch verantwortlich. Es ist ganz normal, dass sich unzählige Bakterien im Mund befinden, Mundgeruch kann entstehen, wenn diese aus dem Gleichgewicht geraten. Gerade auf der Zunge und zwischen den Zähnen befinden sich Bakterien, die Schwefelverbindungen absondern können, die sehr unangenehm riechen.

      Diese Bakterien ernähren sich von Essensresten und produzieren dabei Gase, die dann als Mundgeruch wahrgenommen werden. Allerdings gibt es zahlreiche Ursachen und Auslöser, die Mundgeruch hervorrufen oder verstärken können:

      • Mundgeruch durch geruchsintensive Speisen

        Der Kollege im Büro isst in der Mittagspause einen Döner mit Zwiebeln und Knoblauch? Dann ist Mundgeruch im Anschluss garantiert. Einige Nahrungsmittel haben einen sehr intensiven Geruch, der sich sofort überträgt. Selbst Zähneputzen oder ein Kaugummi helfen dann nicht weiter. Im schlimmsten Fall kann sich der Mundgeruch durch solche Speisen über Stunden halten.

      • Mundgeruch durch Genussmittel

        Auch Genussmittel können ein Auslöser für Mundgeruch sein. Schon ein Glas Bier kann ausreichen, um den Alkohol im Atem riechen zu können. Gleiches gilt für den Konsum von Zigaretten, der gerade für Nichtraucher zu einem unangenehmen Mundgeruch führt. Zwar ist der Geruch ein anderer als bei Bakterien, die faulige Düfte erzeugen, doch ist es dennoch ein stark riechender Atem.

      • Mundgeruch durch falsche Ernährung

        Nicht nur bestimmte Lebensmittel, die stark riechen, sondern auch eine insgesamt falsche Ernährung kann zu Mundgeruch führen. Die Bakterien, die oftmals dafür verantwortlich sind, ernähren sich vor allem von Eiweiß und Zucker. Wer entsprechend viel dieser Produkte zu sich nimmt, schafft den optimalen Nährboden, wodurch sich die Bakterien vermehren und der Mundgeruch verstärkt wird.

      • Mundgeruch durch schlechte Zahnhygiene

        Ein häufiges Problem ist auch eine schlechte Mund- und Zahnhygiene. So bleiben Essensreste zwischen den Zähnen, die wiederum das Bakterienwachstum fördern. Auch findet keine gründliche Reinigung der Mundhöhle statt, wodurch der Geruch noch stärker wird.

      • Mundgeruch durch andere Auslöser

        In eher seltenen Fällen kann Mundgeruch auch durch diverse andere Ursachen hervorgerufen werden. So steckt möglicherweise eine Infektion des Hals- oder Rachenbereichs hinter dem üblen Geruch. Sogar Krankheiten im Magen-Darm-Trakt können zu Mundgeruch führen, auch wenn dies nur eine absolute Ausnahme der Ursachen darstellt.

      Selbsttest: Habe ich Mundgeruch?

      Mundgeruch testen rachen beseitigen faulig Tipps UrsachenEin großes Problem bei Mundgeruch: Oft merkt man selbst gar nicht, dass der eigene Atem sehr unangenehm riecht. Das Umfeld und direkte Gesprächspartner nehmen den üblen Geruch hingegen sofort wahr. Darauf hinweisen wird Sie jedoch kaum jemand, höchstens können Sie es aus der Reaktion und dem Verhalten von Kollegen, Freunden und Gesprächspartnern erkennen.

      Wenn Sie herausfinden wollen, ob Sie Mundgeruch haben, gibt es einige einfache Selbsttests, die Sie ausprobieren können:

      • Atmen Sie in eine Plastiktüte. Nehmen Sie eine saubere Plastiktüte, die Sie verschließen oder mit den Händen zuhalten können. Atmen Sie durch den Mund einige tiefe Atemzüge in die Tüte und verschließen Sie diese sofort. Warten Sie einige Sekunden, bevor Sie die Tüte langsam öffnen und an der Luft darin riechen. Nehmen Sie einen unangenehmen Duft war, haben Sie Mundgeruch.
      • Lecken Sie an Ihrem Handrücken. Waschen Sie sich gründlich die Hände und lecken Sie dann drei bis vier Mal über einen Ihrer Handrücken. Warten Sie circa fünf Sekunden und riechen dann an Ihrer Hand. Wenn Sie Mundgeruch haben, können Sie diesen nun auch an Ihrer Hand wahrnehmen.
      • Schaben Sie Ihre Zunge. Ein bekannter Selbsttest zum Mundgeruch funktioniert mit einem Löffel oder einem Zungenschaber. Schaben Sie vorsichtig möglichst hinten über Ihre Zunge, weil dort die meisten Bakterien sitzen. Entfernen Sie dabei ein wenig Belag von Ihrer Zunge. Riechen Sie nach rund fünf Sekunden daran, um einen möglichen Mundgeruch festzustellen.

      Allerdings sollten Sie sich selbst auch nicht verrückt machen. Einige Menschen bilden sich nur ein, dass sie unter Mundgeruch leiden, obwohl der Atem ganz normal riecht. Um ganz sicher zu gehen, können Sie mit einem Arzt sprechen und einen Test machen lassen, der bestimmt, ob Sie Mundgeruch haben.

      Tipps: Das hilft wirklich gegen Mundgeruch

      Betroffene wollen den Mundgeruch bekämpfen und möglichst schnell wieder loswerden. Nur wie? Die gute Nachricht: In den meisten Fällen können Sie einiges tun, um Mundgeruch beseitigen zu können. Allerdings kann es nötig sein, dass Sie dafür Ihr Verhalten anpassen und einige Gewohnheiten ändern.

      Die folgenden Tipps gegen Mundgeruch helfen Ihnen dabei, wieder einen frischen Atem zu bekommen:

      • Verbessern Sie Ihre Zahnhygiene

        Der erste und wichtigste Tipp, der oftmals für Verbesserung sorgt: Achten Sie auf Ihre Zahn- und Mundhygiene. Putzen Sie sich regelmäßig und gründlich die Zähne. Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt. Nutzen Sie Zahnseide oder spezielle Bürsten, um die Zahnzwischenräume von Essensresten zu befreien. So sorgen Sie dafür, dass die Bakterien keinen Mundgeruch hervorrufen können.

        Hilfreich sind auch Zungenschaber, die gegen Mundgeruch helfen können. Vorsichtig sollten Sie bei Mundspülungen sein. Diese sind zwar durchaus hilfreich und wirken antibakteriell, wodurch die Hauptursache bekämpft wird – allerdings wirken solche Spülungen auch gegen gutartige Bakterien und sollten deshalb nur kurzfristig eingesetzt werden.

      • Sorgen Sie für ausreichend Speichel

        Speichel im Mund ist ein wichtiger Faktor gegen Mundgeruch. Er wirkt antibakteriell und verhindert, dass die Schleimhäute in Mund und Rachen austrocknen. Oder anders ausgedrückt: Je trockener Ihr Mund, desto schneller leiden Sie unter Mundgeruch.

        Um dies zu verhindern, sollten Sie stets ausreichend Wasser trinken. Hilfreich kann zudem ein zuckerfreies Kaugummi sein, das die Speichelproduktion anregt und gleichzeitig für frischen Atem sorgt.

      • Achten Sie auf Ihre Ernährung

        Natürlich sollten Sie Lebensmittel meiden, die bekanntlich einen schlechten Atem hervorrufen. Knoblauch mag Ihre Lieblingsspeise sein, doch sollten Sie darauf verzichten, wenn im Anschluss ein wichtiges Gespräch ansteht. Ist Mundgeruch ein anhaltendes Problem, sollten Sie auch Ihre gesamte Ernährung anpassen. Zu viel Zucker fördert beispielsweise das Wachstum von Bakterien. Auch Fastenkuren oder sehr einseitige Diäten sollten Sie vermeiden, um Mundgeruch zu bekämpfen.

        Auf der anderen Seite können Sie gezielt zu Lebensmitteln greifen, die einen frischen Atem machen. Zitrusfrüchte oder Minze sind beliebte Optionen.

      • Nutzen Sie Hausmittel

        Inzwischen haben sich zahlreiche Hausmittel entwickelt, die gegen Mundgeruch helfen können. Wer es gerne sauer mag, kann beispielsweise in ein Stück Zitrone beißen. Die Zitronensäure hilft gegen Mundgeruch und verbessert den Atem, gleichzeitig kann der Speichelfluss angeregt werden, was zusätzlich dem Geruch entgegenwirkt. Auch Naturjoghurt hilft, weil er das Wachstum der Bakterien im Mundraum verlangsamt.

        Ein weiteres Hausmittel ist das Kauen einer Kaffeebohne, allerdings hilft dies vor allem, wenn die Ursache des Mundgeruchs im Magen und nicht direkt in der Mundhöhle liegt. Weitere Möglichkeiten sind Kaugummis mit den Pflanzenfarbstoff Chlorophyll oder eine Mundspülung mit Zinkverbindungen, um die schlecht riechenden Gase im Mund loszuwerden.

      [Bildnachweis: pikselstock by Shutterstock.com]
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      Kaum etwas ist so unangenehm wie strenger Mundgeruch. Gerade das Umfeld leidet unter dem schlechten Geruch des Atems, versucht bei Unterhaltungen einen möglichst großen Abstand zu halten oder dreht sich sogar angeekelt weg. Noch schlimmer kann es für Betroffene sein: Wer merkt, dass er unter Mundgeruch leidet, schämt sich, zieht sich oftmals zurück und isoliert sich selbst aus Scham von Freunden oder Kollegen. Besonders wichtig sind dann zwei Fragen: Welche Ursachen stehen hinter dem Mundgeruch und was können Sie tun, um den unangenehmen Duft zu bekämpfen? Wir zeigen, was Sie wissen müssen und mit welchen Selbsttests Sie herausfinden können, ob Sie unter Mundgeruch leiden…

      Ursachen: Woher kommt Mundgeruch?

      Die schlechte Nachricht vorneweg: Mundgeruch kann leider jeden treffen. Zudem ist es weiterhin ein Tabuthema. Niemand möchte über den eigenen Mundgeruch sprechen und auch den Gegenüber auf unangenehmen Geruch aus dem Mund anzusprechen, gestaltet sich als schwierig bis unmöglich. Dabei gehen Schätzungen und Untersuchungen davon aus, dass rund 25 Prozent der Deutschen nicht dauerhaft, aber immer wieder mit Mundgeruch (auch Halitose genannt) zu kämpfen haben.

      Als Ursache sind in den meisten Fällen Bakterien in der Mundhöhle für den schlechten Mundgeruch verantwortlich. Es ist ganz normal, dass sich unzählige Bakterien im Mund befinden, Mundgeruch kann entstehen, wenn diese aus dem Gleichgewicht geraten. Gerade auf der Zunge und zwischen den Zähnen befinden sich Bakterien, die Schwefelverbindungen absondern können, die sehr unangenehm riechen.

      Diese Bakterien ernähren sich von Essensresten und produzieren dabei Gase, die dann als Mundgeruch wahrgenommen werden. Allerdings gibt es zahlreiche Ursachen und Auslöser, die Mundgeruch hervorrufen oder verstärken können:

      • Mundgeruch durch geruchsintensive Speisen

        Der Kollege im Büro isst in der Mittagspause einen Döner mit Zwiebeln und Knoblauch? Dann ist Mundgeruch im Anschluss garantiert. Einige Nahrungsmittel haben einen sehr intensiven Geruch, der sich sofort überträgt. Selbst Zähneputzen oder ein Kaugummi helfen dann nicht weiter. Im schlimmsten Fall kann sich der Mundgeruch durch solche Speisen über Stunden halten.

      • Mundgeruch durch Genussmittel

        Auch Genussmittel können ein Auslöser für Mundgeruch sein. Schon ein Glas Bier kann ausreichen, um den Alkohol im Atem riechen zu können. Gleiches gilt für den Konsum von Zigaretten, der gerade für Nichtraucher zu einem unangenehmen Mundgeruch führt. Zwar ist der Geruch ein anderer als bei Bakterien, die faulige Düfte erzeugen, doch ist es dennoch ein stark riechender Atem.

      • Mundgeruch durch falsche Ernährung

        Nicht nur bestimmte Lebensmittel, die stark riechen, sondern auch eine insgesamt falsche Ernährung kann zu Mundgeruch führen. Die Bakterien, die oftmals dafür verantwortlich sind, ernähren sich vor allem von Eiweiß und Zucker. Wer entsprechend viel dieser Produkte zu sich nimmt, schafft den optimalen Nährboden, wodurch sich die Bakterien vermehren und der Mundgeruch verstärkt wird.

      • Mundgeruch durch schlechte Zahnhygiene

        Ein häufiges Problem ist auch eine schlechte Mund- und Zahnhygiene. So bleiben Essensreste zwischen den Zähnen, die wiederum das Bakterienwachstum fördern. Auch findet keine gründliche Reinigung der Mundhöhle statt, wodurch der Geruch noch stärker wird.

      • Mundgeruch durch andere Auslöser

        In eher seltenen Fällen kann Mundgeruch auch durch diverse andere Ursachen hervorgerufen werden. So steckt möglicherweise eine Infektion des Hals- oder Rachenbereichs hinter dem üblen Geruch. Sogar Krankheiten im Magen-Darm-Trakt können zu Mundgeruch führen, auch wenn dies nur eine absolute Ausnahme der Ursachen darstellt.

      Selbsttest: Habe ich Mundgeruch?

      Mundgeruch testen rachen beseitigen faulig Tipps UrsachenEin großes Problem bei Mundgeruch: Oft merkt man selbst gar nicht, dass der eigene Atem sehr unangenehm riecht. Das Umfeld und direkte Gesprächspartner nehmen den üblen Geruch hingegen sofort wahr. Darauf hinweisen wird Sie jedoch kaum jemand, höchstens können Sie es aus der Reaktion und dem Verhalten von Kollegen, Freunden und Gesprächspartnern erkennen.

      Wenn Sie herausfinden wollen, ob Sie Mundgeruch haben, gibt es einige einfache Selbsttests, die Sie ausprobieren können:

      • Atmen Sie in eine Plastiktüte. Nehmen Sie eine saubere Plastiktüte, die Sie verschließen oder mit den Händen zuhalten können. Atmen Sie durch den Mund einige tiefe Atemzüge in die Tüte und verschließen Sie diese sofort. Warten Sie einige Sekunden, bevor Sie die Tüte langsam öffnen und an der Luft darin riechen. Nehmen Sie einen unangenehmen Duft war, haben Sie Mundgeruch.
      • Lecken Sie an Ihrem Handrücken. Waschen Sie sich gründlich die Hände und lecken Sie dann drei bis vier Mal über einen Ihrer Handrücken. Warten Sie circa fünf Sekunden und riechen dann an Ihrer Hand. Wenn Sie Mundgeruch haben, können Sie diesen nun auch an Ihrer Hand wahrnehmen.
      • Schaben Sie Ihre Zunge. Ein bekannter Selbsttest zum Mundgeruch funktioniert mit einem Löffel oder einem Zungenschaber. Schaben Sie vorsichtig möglichst hinten über Ihre Zunge, weil dort die meisten Bakterien sitzen. Entfernen Sie dabei ein wenig Belag von Ihrer Zunge. Riechen Sie nach rund fünf Sekunden daran, um einen möglichen Mundgeruch festzustellen.

      Allerdings sollten Sie sich selbst auch nicht verrückt machen. Einige Menschen bilden sich nur ein, dass sie unter Mundgeruch leiden, obwohl der Atem ganz normal riecht. Um ganz sicher zu gehen, können Sie mit einem Arzt sprechen und einen Test machen lassen, der bestimmt, ob Sie Mundgeruch haben.

      Tipps: Das hilft wirklich gegen Mundgeruch

      Betroffene wollen den Mundgeruch bekämpfen und möglichst schnell wieder loswerden. Nur wie? Die gute Nachricht: In den meisten Fällen können Sie einiges tun, um Mundgeruch beseitigen zu können. Allerdings kann es nötig sein, dass Sie dafür Ihr Verhalten anpassen und einige Gewohnheiten ändern.

      Die folgenden Tipps gegen Mundgeruch helfen Ihnen dabei, wieder einen frischen Atem zu bekommen:

      • Verbessern Sie Ihre Zahnhygiene

        Der erste und wichtigste Tipp, der oftmals für Verbesserung sorgt: Achten Sie auf Ihre Zahn- und Mundhygiene. Putzen Sie sich regelmäßig und gründlich die Zähne. Gehen Sie regelmäßig zum Zahnarzt. Nutzen Sie Zahnseide oder spezielle Bürsten, um die Zahnzwischenräume von Essensresten zu befreien. So sorgen Sie dafür, dass die Bakterien keinen Mundgeruch hervorrufen können.

        Hilfreich sind auch Zungenschaber, die gegen Mundgeruch helfen können. Vorsichtig sollten Sie bei Mundspülungen sein. Diese sind zwar durchaus hilfreich und wirken antibakteriell, wodurch die Hauptursache bekämpft wird – allerdings wirken solche Spülungen auch gegen gutartige Bakterien und sollten deshalb nur kurzfristig eingesetzt werden.

      • Sorgen Sie für ausreichend Speichel

        Speichel im Mund ist ein wichtiger Faktor gegen Mundgeruch. Er wirkt antibakteriell und verhindert, dass die Schleimhäute in Mund und Rachen austrocknen. Oder anders ausgedrückt: Je trockener Ihr Mund, desto schneller leiden Sie unter Mundgeruch.

        Um dies zu verhindern, sollten Sie stets ausreichend Wasser trinken. Hilfreich kann zudem ein zuckerfreies Kaugummi sein, das die Speichelproduktion anregt und gleichzeitig für frischen Atem sorgt.

      • Achten Sie auf Ihre Ernährung

        Natürlich sollten Sie Lebensmittel meiden, die bekanntlich einen schlechten Atem hervorrufen. Knoblauch mag Ihre Lieblingsspeise sein, doch sollten Sie darauf verzichten, wenn im Anschluss ein wichtiges Gespräch ansteht. Ist Mundgeruch ein anhaltendes Problem, sollten Sie auch Ihre gesamte Ernährung anpassen. Zu viel Zucker fördert beispielsweise das Wachstum von Bakterien. Auch Fastenkuren oder sehr einseitige Diäten sollten Sie vermeiden, um Mundgeruch zu bekämpfen.

        Auf der anderen Seite können Sie gezielt zu Lebensmitteln greifen, die einen frischen Atem machen. Zitrusfrüchte oder Minze sind beliebte Optionen.

      • Nutzen Sie Hausmittel

        Inzwischen haben sich zahlreiche Hausmittel entwickelt, die gegen Mundgeruch helfen können. Wer es gerne sauer mag, kann beispielsweise in ein Stück Zitrone beißen. Die Zitronensäure hilft gegen Mundgeruch und verbessert den Atem, gleichzeitig kann der Speichelfluss angeregt werden, was zusätzlich dem Geruch entgegenwirkt. Auch Naturjoghurt hilft, weil er das Wachstum der Bakterien im Mundraum verlangsamt.

        Ein weiteres Hausmittel ist das Kauen einer Kaffeebohne, allerdings hilft dies vor allem, wenn die Ursache des Mundgeruchs im Magen und nicht direkt in der Mundhöhle liegt. Weitere Möglichkeiten sind Kaugummis mit den Pflanzenfarbstoff Chlorophyll oder eine Mundspülung mit Zinkverbindungen, um die schlecht riechenden Gase im Mund loszuwerden.

      [Bildnachweis: pikselstock by Shutterstock.com]
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      Fallstudie: So lösen Sie Case Studys im Assessment https://karrierebibel.de/fallstudie/ Tue, 15 Oct 2019 06:00:35 +0000 Anja Rassek https://karrierebibel.de/?p=87761

      Immer häufiger wird von Bewerbern erwartet, dass sie eine konkrete Fallstudie lösen. Da wird beispielsweise im Rahmen eines Assessment Centers gefragt, welche Lösungsansätze ein Kandidat für bestimmte Herausforderungen im Unternehmen hat. Manche Bewerber fühlen sich von so einer Aufgabe womöglich überrumpelt, denn sie kennen die Interna des Unternehmens, bei dem sie sich bewerben, natürlich nicht im Detail. Darum geht es allerdings meist auch weniger. Wie Sie sich auf eine Fallstudie vorbereiten können…

      Definition: Was ist eine Fallstudie?

      Methode Fallstudie Vorgehensweise BeispielIm Studium steht die Fallstudie für empirische Forschung, wie sie vor allem in den Sozialwissenschaften, Psychologie und Medizin angewandt wird. Ziel ist es, hier einen Fall aus mehreren Perspektiven zu betrachten, Besonderheiten zu erkennen und ihn – sofern möglich – zu lösen.

      Daneben ist die Fallstudie (englisch = case study) eine typische Methode der Personalauswahl, um die es im Folgenden gehen soll. Bewerber sehen sich ihr gegenüber, wenn sie beispielsweise statt eines klassischen Vorstellungsgesprächs einen Tag im Assessment Center verbringen.

      Der Kandidat bekommt einen oder mehrere Fälle vorgelegt, die sich häufig am beruflichen Alltag orientieren. Manchmal muss die Fallstudie in Einzelarbeit gelöst und dann beispielsweise im Gespräch mit einem Personalverantwortlichen dargelegt werden.

      Möglich ist auch, dass ein Interviewer – beispielsweise als Kunde – selbst an der Fallstudie teilnimmt und dem Bewerber im Gespräch weitere Hinweise zur Lösung der Fallstudie gibt. Außerdem kann eine Fallstudie innerhalb einer Gruppe bearbeitet werden.

      Wie nahezu alle Aufgaben ist die Zeit für eine Fallstudie knapp bemessen.

      Es gibt zwei Arten von Fallstudien:

      • Kurzfälle

        Bekommt der Bewerber Kurzfälle, dann müssen häufig mehrere kürzere Problemstellungen hintereinander gelöst werden. Üblicherweise wird das Ergebnis anschließend in einer Präsentation vorgestellt. Bei Kurzfällen steht vor allem die Problemlösung im Fokus.

      • Lange Fallstudie

        Für eine lange Fallstudie wird dem Bewerber reichlich Informationsmaterial gegeben. Das soll helfen, zur Problemlösung zu gelangen. Eine lange Fallstudie dient eher der Überprüfung des Fachwissens, sie wird daher üblicherweise schriftlich übergeben.

      Welchen Zweck hat eine Fallstudie?

      Für den Personaler geht es bei alledem um eins: Wie kommt der Bewerber mit der Situation klar? Schafft er es, innerhalb der vorgegebenen Zeit komplexe Sachverhalte so auf das Wichtigste einzudampfen, dass er einen Lösungsweg erarbeiten kann?

      So gesehen ist die Fallstudie der Postkorbübung nicht unähnlich, die ebenfalls oft Bestandteil von Assessment Centern ist. Auch dabei müssen Sie sich zunächst einen Überblick verschaffen und innerhalb kurzer Zeit beherzt Wichtiges von Unwichtigem trennen. Letztlich geht es um die Frage, ob der Kandidat im Alltag ähnlichen Situationen standhalten kann.

      Bewerberinnen und Bewerber sollten im Hinterkopf haben: Niemand kann solche Fallstudien zu 100 Prozent lösen. Das liegt zum einen an der Art (siehe weiter unten), zum anderen daran, dass es verschiedene Herangehensweisen geben kann. Aus Unternehmenssicht ist entscheidend, ob Ihre Herangehensweise der des Unternehmens ähnelt oder ob sie bei bestehenden Herausforderungen einen vielversprechenden Lösungsansatz darstellt.

      Der Schwerpunkt bei den unterschiedlichen Arten von Fallstudien kann variieren. Allen gemeinsam ist, dass folgende Kompetenzen des Bewerbers getestet werden:

      • Analysefähigkeit
      • Auffassungsgabe
      • Belastbarkeit
      • Fachwissen
      • Informationsbeschaffung
      • Konzentrationsvermögen
      • logisches Denkvermögen
      • Präsentationsfähigkeiten
      • Problemlösungskompetenz
      • strukturierte Vorgehensweise
      • unternehmerisches Denken

      Besonderheit: Fallstudie in der Gruppe

      Fallstudie GruppeDie obigen Eigenschaften sind universell gültig. Wird von Ihnen erwartet, dass Sie eine Fallstudie gemeinsam mit anderen Bewerbern lösen, kommen neue Anforderungen hinzu. Sie müssen neben schneller Auffassungsgabe und der Fähigkeit zur Reduktion komplexer Zusammenhänge deutlich stärker Ihre sozialen Kompetenzen unter Beweis stellen.

      Gefragt ist nun eine gesunde Mischung aus Teamfähigkeit, Durchsetzungskraft und Kooperationsvermögen: Kein Personaler wird es gerne sehen, wenn Sie zu dominant andere Bewerber in der Gruppe unterbuttern. Das Gegenteil allerdings, bei dem Sie leidenschaftslos alle Vorschläge anderer Teammitglieder durchwinken, ohne etwaige Kritikpunkte zu prüfen, dürfte ebenso wenig ankommen.

      Welche Arten von Case Studys gibt es?

      Für den Bewerber kommt es auf Stressresistenz an, denn Sie müssen unter Zeitdruck die Aufgaben lösen. Ebenfalls erforderlich: die Fähigkeit, um die Ecke denken zu können. Diese Kompetenz wird in Stellenanzeigen gerne mit dem Anglizismus „think out of the box“ beschrieben.

      Eingesetzt wird die Fallstudie im Bereich Consulting, IT, Vertrieb, aber auch Ingenieure und Projektmanager sollten mit Fallstudien rechnen.

      Grundsätzlich alle möglichen Themen möglich – auch solche ohne direkten Unternehmensbezug, vor allem bei den Brainteasern. Bei den Business Cases (deutsch = Geschäftsszenario) werden am ehesten Fallstudien mit Themen aus dem Bereich Mitarbeiterführung, Urlaubsplanung oder Entwicklung von Marketingstrategien gewählt werden.

      • Abschätzungsaufgaben

        Eine gezielte Vorbereitung auf diese Art von Fallstudie ist kaum machbar. Abschätzungsaufgaben werden auch Marktgrößeneinschätzungen oder als Fermi-Fragen bezeichnet. Dazu gehören Fragen wie:

        • Wie schwer ist Berlin?
        • Wie viele Schokolinsen passen in einen Mini?
        • Wie viele Häuser gibt es in Deutschland?
        • Wie viele Fahrräder gibt es in Kopenhagen?


        Diese Fragen exakt zu beantworten, ist nahezu unmöglich. Darum geht es bei diesen Aufgaben auch nicht. Viel wichtiger ist, trotz der dürftigen Informationslage recht gut abschätzen zu können, wie die Lösung lauten könnte. Das gelingt, in dem Sie sich mit Ihrem Allgemeinwissen und realistischen Annahmen dem Ziel nähern. Gefragt ist hier ein versierter Umgang mit Zahlen und die Fähigkeit, wichtige Einflussfaktoren zu beachten.

      • Brainteaser

        Auch wenn Brainteaser als Fallstudie grundsätzlich jedem Bewerber in Eignungstests oder im Assessment Center vorgelegt werden können: Diese Aufgabe wird besonders gerne bei Investmentbanken und Unternehmensberatungen eingesetzt.

        Brainteaser erfordern logisches Denken und eine sorgfältige Herangehensweise. Das Fiese an diesen Aufgaben: Die auf den ersten Blick naheliegende Antwort ist oftmals nicht die richtige Lösung. Daher sollten Sie sich für diese Aufgaben genügend Zeit nehmen und sie gründlich auf etwaige Tücken untersuchen. Ein typischer Brainteaser ist:

        Sie sind in einem Ruderboot auf einem kleinen Teich und haben den Anker geworfen. Wenn Sie ihn wieder einholen – hebt oder senkt sich der Wasserspiegel dann oder bleibt er gar gleich?

        Für den Lösungsweg sollten Sie die Aufgabe in Einzelteile zerlegen. Wenn etwas unklar ist, fragen Sie nach. Lassen Sie sich Zettel und Stift geben, um Notizen zu machen. Bei Brainteasern zählt Ihre Analysefähigkeit und Ihr Ausdrucksvermögen beim anschließenden Präsentieren.

      • Business Cases

        Am ehesten wird eine Fallstudie aus einem Business Case bestehen. Diese Fallstudien kommen am ehesten dem Berufsalltag nahe, denn sie orientieren sich an möglichen Herausforderungen des Unternehmens. Der Bewerber bekommt häufig eine Aufgabe, bei der die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen einer Unternehmung analysiert und begründet werden müssen.

        Folgende Fallstudien sind bei Business Cases beliebt:

        • Markteinführung eines neuen Produkts: Wie lassen sich neue Märkte finden? Kann das neue Produkt gewinnbringend auf den Markt gebracht werden?
        • Profitabilität im Unternehmen: Wie lassen sich Gewinne steigern, Verluste eindämmen, wo liegen die Gründe für Verluste?
        • Verhalten gegenüber Konkurrenten (Competetive Response): Auswertung der Marktdaten. Wie könnte ein Konzept für das Verhalten gegenüber Konkurrenz aussehen?
        • Veränderung des Marktumfelds: Welchen Einfluss haben technische Neuerungen, politische Umbrüche?
        • Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions): Wie können die Rahmenbedingungen für eine Fusion/Übernahme aussehen? Welche Auswirkungen auf das eigene Unternehmen sind zu erwarten?

      Tipps zur Vorgehensweise: So lösen Sie die Fallstudie

      Sich auf Fallstudien vorzubereiten, ist schwer, da die Möglichkeiten zur Aufgabenstellung nahezu grenzenlos sind. Die hier vorgestellten Aufgaben können daher lediglich einen Einblick geben, welcher Art solche Fallstudien sein können.

      Es lohnt sich daher nicht, die Lösungen vermeintlich gängiger Aufgaben auswendig zu lernen, da erstens im Assessment Center selbst völlig andere Aufgaben gestellt werden können. Zweitens ist wichtig, dass Sie unter realen Bedingungen noch denk- und handlungsfähig sind.

      Abhängig vom Bewerber und vor allem der zu besetzenden Position können die Aufgaben entsprechend ausfallen: Führungskräfte mit langjähriger Berufserfahrung werden sehr wahrscheinlich im Bereich Business Cases andere Aufgaben vorgelegt bekommen als beispielsweise Bewerber um eine Trainee-Stelle.

      Daher folgende Tipps:

      Vor dem Assessement Center

      • Informieren Sie sich über das Unternehmen.

        Wie ist es aufgestellt, wer sind die Mitbewerber, welche Zahlen können Sie herausfinden? Diese Hintergrundinformationen werden Ihnen bei Business Cases hilfreich sein.

      • Üben Sie die Grundrechenarten.

        Die Grundrechenarten sollten sitzen, damit Sie auch beim schriftlichen Rechnen nicht wertvolle Zeit mit unnötigem Grübeln verplempern.

      • Gehen Sie ausgeruht zum Auswahltag.

        Planen Sie so, dass Sie am nächsten Tag entspannt und ausgeruht bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber ankommen. Dazu gehört auch genügend Zeit für den Weg zum Unternehmen.

      Während des Assessment Centers

      • Lesen Sie die Fallstudie gut durch.

        Haben Sie die Aufgabe verstanden? Sitzen Sie am richtigen Problem? Um das zu gewährleisten, sollten Sie die Aufgabe in mehrere Teilaspekte gliedern. Bevor Sie auf einer falschen Fährte sind, sollten Sie besser nachfragen – manche Fallstudien sind absichtlich offen gehalten, so dass Sie erst mit einer geklärten Frage die Aufgabe lösen können.

      • Teilen Sie sich die Zeit richtig ein.

        Erstellen Sie einen Zeitplan und orientieren Sie sich unbedingt daran. Sie sollten nicht mehr als 20 Prozent Ihrer Zeit für die oben geschilderte Auseinandersetzung mit der Frage verwenden. Die restliche Zeit sollte auf das Lösen der Fallstudie verwendet werden. Dabei ist es wichtig, sich nicht in Detailfragen zu verlieren, sondern sich erst um das große Ganze zu kümmern.

      • Bewahren Sie Ruhe.

        Seien Sie offen für die Aufgabenstellung, auch wenn manches am Anfang komisch klingt. Wer große Nervosität verspürt, kann mit Atemübungen den Stress reduzieren. Wichtig ist, dass Sie Panik vermeiden – dann entsteht ein Tunnelblick und der Blick für die richtige Lösung wird verstellt.

      • Arbeiten Sie mit Hilfsmitteln.

        Je nach Aufgabentyp kann es sinnvoll sein, mit bestimmten Hilfsmitteln zur Strategieanalyse zu arbeiten. Diese Modelle werden in der Betriebswirtschaftslehre als Frameworks bezeichnet.

      • Dokumentieren Sie die Lösung.

        Machen Sie sich Notizen und Stichpunkte, rechnen Sie schriftlich. So sind Ihre Lösungswege für Personaler leichter verständlich und Sie wissen am Ende der Fallstudie selbst noch, wie Sie auf welchen Gedanken gekommen sind.

      Beispiel für eine Fallstudie mit Lösungsweg

      Fallstudie Beispiel mit LösungSie arbeiten in einer Marketingagentur. Ihr Kunde ist ein Handwerksbetrieb, der maßgeschneiderte Lösungen für Fenster und Türen anbietet. Leider sind die Aufträge in letzter Zeit zurückgegangen, obwohl es in der Vergangenheit nur positive Rückmeldungen gab. Als erste Maßnahme hat Ihr Kunde neue Visitenkarten drucken und Flyer in der Fußgängerzone verteilen lassen. Das liegt nun bereits ein Jahr zurück. Von Ihnen erhofft er sich neue Ideen. Wie gehen Sie vor?

      Möglicher Lösungsweg:

      Sie besorgen sich Muster des Flyers und der Visitenkarte. Sie fragen nach, ob es eine Internetpräsenz gibt. Sie erhalten die Info, dass es tatsächlich eine Website gibt, diese würde bei der Google-Suche nach „Fensterbau“ erst nach mehrmaligem Blättern unter den Treffern auf der vierten Seite gefunden.

      Daran schließen sich folgende Überlegungen an:

      • Wie ist die Seite aufgebaut?
      • Stimmen das Logo der Visitenkarte und des Flyers mit der Website überein?
      • Ist die Seite anwenderfreundlich und übersichtlich?
      • Sind die Kontaktmöglichkeiten klar erkennbar, die Wegbeschreibung verständlich?
      • Sind Preise für die Produkte auffindbar und transparent?
      • Gibt es Responsive Design für die Recherche am Smartphone?
      • Wie schnell lädt die Seite?
      • Existiert eine SSL-Verschlüsselung?
      • Gibt es ein Blog, auf dem beispielsweise Tipps zur Pflege von Fensterrahmen und Glas angeboten werden?
      • Infos zu verschiedenen Materialien?
      • Sind die Texte SEO-optimiert geschrieben? Sind sie insgesamt gut strukturiert?
      • Wird mit zu wenigen/zu vielen Bildern gearbeitet?

      Je nachdem, welche Infos Sie erhalten, entwickeln Sie Ihre weitere Vorgehensweise. Im Idealfall: Würde sich auf Ihre Nachfrage herausstellen, dass genau diese Dinge bei der völlig veralteten Website des Kunden nicht bedacht wurden, weil sie seit zehn Jahren nicht mehr gepflegt wurde, haben Sie genügend Optimierungsspielraum.

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      [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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      Immer häufiger wird von Bewerbern erwartet, dass sie eine konkrete Fallstudie lösen. Da wird beispielsweise im Rahmen eines Assessment Centers gefragt, welche Lösungsansätze ein Kandidat für bestimmte Herausforderungen im Unternehmen hat. Manche Bewerber fühlen sich von so einer Aufgabe womöglich überrumpelt, denn sie kennen die Interna des Unternehmens, bei dem sie sich bewerben, natürlich nicht im Detail. Darum geht es allerdings meist auch weniger. Wie Sie sich auf eine Fallstudie vorbereiten können…

      Definition: Was ist eine Fallstudie?

      Methode Fallstudie Vorgehensweise BeispielIm Studium steht die Fallstudie für empirische Forschung, wie sie vor allem in den Sozialwissenschaften, Psychologie und Medizin angewandt wird. Ziel ist es, hier einen Fall aus mehreren Perspektiven zu betrachten, Besonderheiten zu erkennen und ihn – sofern möglich – zu lösen.

      Daneben ist die Fallstudie (englisch = case study) eine typische Methode der Personalauswahl, um die es im Folgenden gehen soll. Bewerber sehen sich ihr gegenüber, wenn sie beispielsweise statt eines klassischen Vorstellungsgesprächs einen Tag im Assessment Center verbringen.

      Der Kandidat bekommt einen oder mehrere Fälle vorgelegt, die sich häufig am beruflichen Alltag orientieren. Manchmal muss die Fallstudie in Einzelarbeit gelöst und dann beispielsweise im Gespräch mit einem Personalverantwortlichen dargelegt werden.

      Möglich ist auch, dass ein Interviewer – beispielsweise als Kunde – selbst an der Fallstudie teilnimmt und dem Bewerber im Gespräch weitere Hinweise zur Lösung der Fallstudie gibt. Außerdem kann eine Fallstudie innerhalb einer Gruppe bearbeitet werden.

      Wie nahezu alle Aufgaben ist die Zeit für eine Fallstudie knapp bemessen.

      Es gibt zwei Arten von Fallstudien:

      • Kurzfälle

        Bekommt der Bewerber Kurzfälle, dann müssen häufig mehrere kürzere Problemstellungen hintereinander gelöst werden. Üblicherweise wird das Ergebnis anschließend in einer Präsentation vorgestellt. Bei Kurzfällen steht vor allem die Problemlösung im Fokus.

      • Lange Fallstudie

        Für eine lange Fallstudie wird dem Bewerber reichlich Informationsmaterial gegeben. Das soll helfen, zur Problemlösung zu gelangen. Eine lange Fallstudie dient eher der Überprüfung des Fachwissens, sie wird daher üblicherweise schriftlich übergeben.

      Welchen Zweck hat eine Fallstudie?

      Für den Personaler geht es bei alledem um eins: Wie kommt der Bewerber mit der Situation klar? Schafft er es, innerhalb der vorgegebenen Zeit komplexe Sachverhalte so auf das Wichtigste einzudampfen, dass er einen Lösungsweg erarbeiten kann?

      So gesehen ist die Fallstudie der Postkorbübung nicht unähnlich, die ebenfalls oft Bestandteil von Assessment Centern ist. Auch dabei müssen Sie sich zunächst einen Überblick verschaffen und innerhalb kurzer Zeit beherzt Wichtiges von Unwichtigem trennen. Letztlich geht es um die Frage, ob der Kandidat im Alltag ähnlichen Situationen standhalten kann.

      Bewerberinnen und Bewerber sollten im Hinterkopf haben: Niemand kann solche Fallstudien zu 100 Prozent lösen. Das liegt zum einen an der Art (siehe weiter unten), zum anderen daran, dass es verschiedene Herangehensweisen geben kann. Aus Unternehmenssicht ist entscheidend, ob Ihre Herangehensweise der des Unternehmens ähnelt oder ob sie bei bestehenden Herausforderungen einen vielversprechenden Lösungsansatz darstellt.

      Der Schwerpunkt bei den unterschiedlichen Arten von Fallstudien kann variieren. Allen gemeinsam ist, dass folgende Kompetenzen des Bewerbers getestet werden:

      • Analysefähigkeit
      • Auffassungsgabe
      • Belastbarkeit
      • Fachwissen
      • Informationsbeschaffung
      • Konzentrationsvermögen
      • logisches Denkvermögen
      • Präsentationsfähigkeiten
      • Problemlösungskompetenz
      • strukturierte Vorgehensweise
      • unternehmerisches Denken

      Besonderheit: Fallstudie in der Gruppe

      Fallstudie GruppeDie obigen Eigenschaften sind universell gültig. Wird von Ihnen erwartet, dass Sie eine Fallstudie gemeinsam mit anderen Bewerbern lösen, kommen neue Anforderungen hinzu. Sie müssen neben schneller Auffassungsgabe und der Fähigkeit zur Reduktion komplexer Zusammenhänge deutlich stärker Ihre sozialen Kompetenzen unter Beweis stellen.

      Gefragt ist nun eine gesunde Mischung aus Teamfähigkeit, Durchsetzungskraft und Kooperationsvermögen: Kein Personaler wird es gerne sehen, wenn Sie zu dominant andere Bewerber in der Gruppe unterbuttern. Das Gegenteil allerdings, bei dem Sie leidenschaftslos alle Vorschläge anderer Teammitglieder durchwinken, ohne etwaige Kritikpunkte zu prüfen, dürfte ebenso wenig ankommen.

      Welche Arten von Case Studys gibt es?

      Für den Bewerber kommt es auf Stressresistenz an, denn Sie müssen unter Zeitdruck die Aufgaben lösen. Ebenfalls erforderlich: die Fähigkeit, um die Ecke denken zu können. Diese Kompetenz wird in Stellenanzeigen gerne mit dem Anglizismus „think out of the box“ beschrieben.

      Eingesetzt wird die Fallstudie im Bereich Consulting, IT, Vertrieb, aber auch Ingenieure und Projektmanager sollten mit Fallstudien rechnen.

      Grundsätzlich alle möglichen Themen möglich – auch solche ohne direkten Unternehmensbezug, vor allem bei den Brainteasern. Bei den Business Cases (deutsch = Geschäftsszenario) werden am ehesten Fallstudien mit Themen aus dem Bereich Mitarbeiterführung, Urlaubsplanung oder Entwicklung von Marketingstrategien gewählt werden.

      • Abschätzungsaufgaben

        Eine gezielte Vorbereitung auf diese Art von Fallstudie ist kaum machbar. Abschätzungsaufgaben werden auch Marktgrößeneinschätzungen oder als Fermi-Fragen bezeichnet. Dazu gehören Fragen wie:

        • Wie schwer ist Berlin?
        • Wie viele Schokolinsen passen in einen Mini?
        • Wie viele Häuser gibt es in Deutschland?
        • Wie viele Fahrräder gibt es in Kopenhagen?


        Diese Fragen exakt zu beantworten, ist nahezu unmöglich. Darum geht es bei diesen Aufgaben auch nicht. Viel wichtiger ist, trotz der dürftigen Informationslage recht gut abschätzen zu können, wie die Lösung lauten könnte. Das gelingt, in dem Sie sich mit Ihrem Allgemeinwissen und realistischen Annahmen dem Ziel nähern. Gefragt ist hier ein versierter Umgang mit Zahlen und die Fähigkeit, wichtige Einflussfaktoren zu beachten.

      • Brainteaser

        Auch wenn Brainteaser als Fallstudie grundsätzlich jedem Bewerber in Eignungstests oder im Assessment Center vorgelegt werden können: Diese Aufgabe wird besonders gerne bei Investmentbanken und Unternehmensberatungen eingesetzt.

        Brainteaser erfordern logisches Denken und eine sorgfältige Herangehensweise. Das Fiese an diesen Aufgaben: Die auf den ersten Blick naheliegende Antwort ist oftmals nicht die richtige Lösung. Daher sollten Sie sich für diese Aufgaben genügend Zeit nehmen und sie gründlich auf etwaige Tücken untersuchen. Ein typischer Brainteaser ist:

        Sie sind in einem Ruderboot auf einem kleinen Teich und haben den Anker geworfen. Wenn Sie ihn wieder einholen – hebt oder senkt sich der Wasserspiegel dann oder bleibt er gar gleich?

        Für den Lösungsweg sollten Sie die Aufgabe in Einzelteile zerlegen. Wenn etwas unklar ist, fragen Sie nach. Lassen Sie sich Zettel und Stift geben, um Notizen zu machen. Bei Brainteasern zählt Ihre Analysefähigkeit und Ihr Ausdrucksvermögen beim anschließenden Präsentieren.

      • Business Cases

        Am ehesten wird eine Fallstudie aus einem Business Case bestehen. Diese Fallstudien kommen am ehesten dem Berufsalltag nahe, denn sie orientieren sich an möglichen Herausforderungen des Unternehmens. Der Bewerber bekommt häufig eine Aufgabe, bei der die betriebswirtschaftlichen Konsequenzen einer Unternehmung analysiert und begründet werden müssen.

        Folgende Fallstudien sind bei Business Cases beliebt:

        • Markteinführung eines neuen Produkts: Wie lassen sich neue Märkte finden? Kann das neue Produkt gewinnbringend auf den Markt gebracht werden?
        • Profitabilität im Unternehmen: Wie lassen sich Gewinne steigern, Verluste eindämmen, wo liegen die Gründe für Verluste?
        • Verhalten gegenüber Konkurrenten (Competetive Response): Auswertung der Marktdaten. Wie könnte ein Konzept für das Verhalten gegenüber Konkurrenz aussehen?
        • Veränderung des Marktumfelds: Welchen Einfluss haben technische Neuerungen, politische Umbrüche?
        • Fusionen und Übernahmen (Mergers and Acquisitions): Wie können die Rahmenbedingungen für eine Fusion/Übernahme aussehen? Welche Auswirkungen auf das eigene Unternehmen sind zu erwarten?

      Tipps zur Vorgehensweise: So lösen Sie die Fallstudie

      Sich auf Fallstudien vorzubereiten, ist schwer, da die Möglichkeiten zur Aufgabenstellung nahezu grenzenlos sind. Die hier vorgestellten Aufgaben können daher lediglich einen Einblick geben, welcher Art solche Fallstudien sein können.

      Es lohnt sich daher nicht, die Lösungen vermeintlich gängiger Aufgaben auswendig zu lernen, da erstens im Assessment Center selbst völlig andere Aufgaben gestellt werden können. Zweitens ist wichtig, dass Sie unter realen Bedingungen noch denk- und handlungsfähig sind.

      Abhängig vom Bewerber und vor allem der zu besetzenden Position können die Aufgaben entsprechend ausfallen: Führungskräfte mit langjähriger Berufserfahrung werden sehr wahrscheinlich im Bereich Business Cases andere Aufgaben vorgelegt bekommen als beispielsweise Bewerber um eine Trainee-Stelle.

      Daher folgende Tipps:

      Vor dem Assessement Center

      • Informieren Sie sich über das Unternehmen.

        Wie ist es aufgestellt, wer sind die Mitbewerber, welche Zahlen können Sie herausfinden? Diese Hintergrundinformationen werden Ihnen bei Business Cases hilfreich sein.

      • Üben Sie die Grundrechenarten.

        Die Grundrechenarten sollten sitzen, damit Sie auch beim schriftlichen Rechnen nicht wertvolle Zeit mit unnötigem Grübeln verplempern.

      • Gehen Sie ausgeruht zum Auswahltag.

        Planen Sie so, dass Sie am nächsten Tag entspannt und ausgeruht bei Ihrem potenziellen Arbeitgeber ankommen. Dazu gehört auch genügend Zeit für den Weg zum Unternehmen.

      Während des Assessment Centers

      • Lesen Sie die Fallstudie gut durch.

        Haben Sie die Aufgabe verstanden? Sitzen Sie am richtigen Problem? Um das zu gewährleisten, sollten Sie die Aufgabe in mehrere Teilaspekte gliedern. Bevor Sie auf einer falschen Fährte sind, sollten Sie besser nachfragen – manche Fallstudien sind absichtlich offen gehalten, so dass Sie erst mit einer geklärten Frage die Aufgabe lösen können.

      • Teilen Sie sich die Zeit richtig ein.

        Erstellen Sie einen Zeitplan und orientieren Sie sich unbedingt daran. Sie sollten nicht mehr als 20 Prozent Ihrer Zeit für die oben geschilderte Auseinandersetzung mit der Frage verwenden. Die restliche Zeit sollte auf das Lösen der Fallstudie verwendet werden. Dabei ist es wichtig, sich nicht in Detailfragen zu verlieren, sondern sich erst um das große Ganze zu kümmern.

      • Bewahren Sie Ruhe.

        Seien Sie offen für die Aufgabenstellung, auch wenn manches am Anfang komisch klingt. Wer große Nervosität verspürt, kann mit Atemübungen den Stress reduzieren. Wichtig ist, dass Sie Panik vermeiden – dann entsteht ein Tunnelblick und der Blick für die richtige Lösung wird verstellt.

      • Arbeiten Sie mit Hilfsmitteln.

        Je nach Aufgabentyp kann es sinnvoll sein, mit bestimmten Hilfsmitteln zur Strategieanalyse zu arbeiten. Diese Modelle werden in der Betriebswirtschaftslehre als Frameworks bezeichnet.

      • Dokumentieren Sie die Lösung.

        Machen Sie sich Notizen und Stichpunkte, rechnen Sie schriftlich. So sind Ihre Lösungswege für Personaler leichter verständlich und Sie wissen am Ende der Fallstudie selbst noch, wie Sie auf welchen Gedanken gekommen sind.

      Beispiel für eine Fallstudie mit Lösungsweg

      Fallstudie Beispiel mit LösungSie arbeiten in einer Marketingagentur. Ihr Kunde ist ein Handwerksbetrieb, der maßgeschneiderte Lösungen für Fenster und Türen anbietet. Leider sind die Aufträge in letzter Zeit zurückgegangen, obwohl es in der Vergangenheit nur positive Rückmeldungen gab. Als erste Maßnahme hat Ihr Kunde neue Visitenkarten drucken und Flyer in der Fußgängerzone verteilen lassen. Das liegt nun bereits ein Jahr zurück. Von Ihnen erhofft er sich neue Ideen. Wie gehen Sie vor?

      Möglicher Lösungsweg:

      Sie besorgen sich Muster des Flyers und der Visitenkarte. Sie fragen nach, ob es eine Internetpräsenz gibt. Sie erhalten die Info, dass es tatsächlich eine Website gibt, diese würde bei der Google-Suche nach „Fensterbau“ erst nach mehrmaligem Blättern unter den Treffern auf der vierten Seite gefunden.

      Daran schließen sich folgende Überlegungen an:

      • Wie ist die Seite aufgebaut?
      • Stimmen das Logo der Visitenkarte und des Flyers mit der Website überein?
      • Ist die Seite anwenderfreundlich und übersichtlich?
      • Sind die Kontaktmöglichkeiten klar erkennbar, die Wegbeschreibung verständlich?
      • Sind Preise für die Produkte auffindbar und transparent?
      • Gibt es Responsive Design für die Recherche am Smartphone?
      • Wie schnell lädt die Seite?
      • Existiert eine SSL-Verschlüsselung?
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      Je nachdem, welche Infos Sie erhalten, entwickeln Sie Ihre weitere Vorgehensweise. Im Idealfall: Würde sich auf Ihre Nachfrage herausstellen, dass genau diese Dinge bei der völlig veralteten Website des Kunden nicht bedacht wurden, weil sie seit zehn Jahren nicht mehr gepflegt wurde, haben Sie genügend Optimierungsspielraum.

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      [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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      Anglizismen: Was hinter dem Denglisch im Beruf steckt https://karrierebibel.de/anglizismen/ Mon, 14 Oct 2019 15:00:45 +0000 Anja Rassek https://karrierebibel.de/?p=117512

      Haben Sie heute Morgen das Meeting gecancelt und stattdessen lieber Headlines für Social Media Ads geschrieben? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Nicht was das Verhalten angeht, sondern den Sprachgebrauch. In vielen Berufen sind Anglizismen Amtssprache. Hin und wieder führt das zu ulkigen Sätzen wie dem fast schon legendären von Andi Möller: Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl. Das ist lustig bis peinlich – je nach Situation. Daher empfehlen wir: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Anglizismen, Denglisch und wichtige Ausdrücke aus dem Englischen. Und zwar hier…

      Anglizismen: Was versteht man darunter?

      Anglizismen: Was versteht man darunter?Mit Anglizismen sind sprachliche Ausdrücke gemeint, die aus dem Englischen stammen und in eine andere Sprache übernommen wurden.

      Dabei beschränkt sich der Anglizismus nicht nur auf einzelne Wörter oder Ausdrücke. Auch andere Bereiche des Sprachsystems wie Satzstellung und Bedeutung können betroffen sein. So ist der Ausdruck gegoogelt sowohl eine Entlehnung des Wortes, als auch der englischen Flexion (Wortbildung). Das Verb to google wird dabei ins Deutsche übernommen und mit der Endung -t versehen (aus ursprünglich -ed im Englischen).

      In der Regel meint man mit Anglizismen die englischsprachigen Wörter, die von den deutschen Sprechern ausgeliehen werden und sich sowohl in der Alltagssprache, als auch in bestimmten Fachsprachen etabliert haben.

      Stammen die übernommenen Wörter aus dem amerikanischen Englisch bezeichnet man sie als Amerikanismen, Übernahmen aus dem britischen Englisch als Britizismen. Um es nicht noch komplizierter zu machen, können Sie einfach den Überbegriff Anglizismen verwenden.

      Begeisterung für das Englische im Deutschen

      Für Sprachpuristen ist es ein Graus. Da werden englische Begriffe ins Deutsche übernommen und das geschieht mehr schlecht als recht. Denn die Aussprache ist oftmals die deutsche. Gut erkennbar an Begriffen wie Sport oder Stoppschild, die ganz selbstverständlich mit dem typisch hochdeutschen Sch-Laut gebildet werden.

      Und das Stoppschild hat es Sprachpuristen (und ökonomischen Erwägungen) zu verdanken, dass das Schild als solches in weißer Schrift immer noch „Stop“ enthält und nicht im Zuge der Rechtschreibreform angepasst wurde. Vielen ist nicht nur ein Dorn im Auge, wenn englische Begriffe ins Deutsche übernommen werden, sondern wenn sie falsch übernommen werden.

      Dabei ist die Begeisterung fürs Englische im Deutschen gar nicht so neu. Manche meinen, sie hätte mit den englischen und amerikanischen Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen. Tatsächlich beginnt sie bereits Jahrhunderte früher. Große Denker wie Goethe priesen bereits Shakespeare, August Wilhelm Schlegel übersetzte sämtliche Theaterstücke ins Deutsche, so dass sie einem größeren deutschen Publikum zugänglich wurden.

      Für viele Intellektuelle im 18. und 19. Jahrhundert war England der Inbegriff für Aufklärung, Nation und Fortschritt. Während auf dem Festland das heutige Deutschland in lauter absolutistische Kleinstaaten zersplittert war, existierte mit England ein Staat, der seinen Bürgern politische und religiöse Freiheit bot.

      Mit seinen großen Philosophen und bahnbrechenden Erfindungen im Zeitalter der Industrialisierung war England ein Sehnsuchtsort, der eine regelrechte Anglophilie auslöste: Ein englischer Way of Life, der sich im Teekonsum oder in der Gartenbaukunst ausdrückte und bis heute im Hanseatischen Raum erhalten geblieben ist – so gilt Hamburg als „englischste Stadt auf dem Festland“.

      Ein Ruf, der sich bis heute erhalten hat, immerhin wurden dort auch die Beatles entdeckt. Diese Anglophilie bedeutete zugleich eine intensive Auseinandersetzung mit englischem Gedankengut und Literatur förderte bereits vor Jahrhunderten die Entstehung von Anglizismen.

      Häufige Anglizismen laut VDS

      Häufige Anglizismen WirkungAnglizismen sind nicht gleich Anglizismen. Vielen sieht man ihre englische Herkunft gar nicht mehr an, so beispielsweise beim Wort Keks, das im deutschen Plural Kekse heißt. Ursprünglich stammt es vom englischen Begriff cake, dessen Plural cakes im Deutschen zu Singular wurde.

      Ebenso beim Streik, der sich vom englischen strike/to be on strike (auf Deutsch: streiken) ableitet. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist nicht mehr von einem Anglizismus, sondern von einem Lehnwort die Rede, da der Begriff bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts hierzulande verwendet wurde und komplett in die deutsche Sprache integriert ist.

      Der Verein Deutsche Sprache (VDS) hat rund 7.500 Wörter englischer Herkunft in seinem Anglizismen-Index aufgeführt. Er nennt drei unterschiedliche Arten von Anglizismen:

      • Ergänzende Anglizismen

        Sie machen nur etwa drei Prozent aller Anglizismen aus. Unter ergänzenden Anglizismen werden Wörter verstanden, die aus dem Englischen übernommen wurden, weil sie eine Lücke in der deutschen Sprache füllen. Sie sind vergleichbar mit Lehnwörtern, sind in der Form aber noch nicht endgültig an die deutsche Sprache angepasst. Sie ermöglichen eine differenziertere Ausdrucksweise, die ohne diese Anglizismen nur schwer erreichbar wäre. Typische Beispiele dafür sind:

        • Admin
        • App
        • Dimmer
        • Disco
        • Team
      • Differenzierende Anglizismen

        Deutlich höher bereits der Anteil der differenzierenden Anglizismen, die 18 Prozent der Gesamtmasse ausmachen. Hierunter werden Wörter für Begriffe verstanden, die so im Deutschen noch nicht existieren. Da beispielsweise viele technischen Entwicklungen rund um den Computer, Software und das Internet vorwiegend im englischsprachigen Raum entstanden, wurden beispielsweise viele Begriffe aus dem englischen beziehungsweise amerikanischen Sprachgebrauch entlehnt. Es bestünde die Möglichkeit zur Bildung analoger deutscher Begriffe, beispielsweise E-Post statt E-Mail. Beispiele für differenzierende Anglizismen sind:

        • Aerospace
        • Bachelor
        • Data Mining
        • Facility Management
        • Permalink
      • Verdrängende Anglizismen

        Der weitaus größte Teil der Anglizismen lässt sich laut VDS mit 79 Prozent als verdrängende Anglizismen kategorisieren. Das sind solche Wörter, die verwendet werden, obwohl adäquate deutsche Begriffe vorhanden (und bekannt) sind. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür:

        • Access (statt Zugriff)
        • Data Base (statt Datenbank)
        • Media Monitoring (statt Medienbeobachtung)
        • Sabbatical (statt Auszeit)
        • Wallpaper (statt Bildschirmhintergrund)

      Wortentlehnungen und Jugendsprache

      Glaubt man den Sprachkritikern, tauchen Anglizismen häufig in der Jugendsprache auf. Das hat nur zum Teil etwas damit zu tun, dass sich Jugendliche durch ihre Sprache von der älteren Generation abgrenzen wollen. Tun sie natürlich auch.

      Ein anderer Grund für die Vielzahl an Anglizismen in der Jugendsprache sind (technische) Neuerungen, die einen Namen brauchen. Bevor sich Jugendliche (und übrigens nicht nur die) lange Gedanken darüber machen, wie man einen entsprechenden Begriff auf Deutsch verwenden könnte, wird kurzerhand das Original benutzt.

      Ist auch nachvollziehbar, oder würden Sie einen Weltnetzstöberer dem Browser vorziehen? Eben. Das englische Wort klingt in der Regel hipper (!) und ist meist deutlich griffiger als sein deutsches Pendant. Crowdfunding mit Gruppen– oder Schwarmfinanzierung zu übersetzen, weckt eben ganz andere Assoziationen. An eine innovative Idee oder ein aufstrebendes Start-Up denkt man dabei wohl nicht als erstes.

      Wirkung von Anglizismen

      Das ist vermutlich der Grund dafür, warum Englisch oder Anglizismen gerne im Berufs- und Wirtschaftsleben verwendet werden. Wer möchte schon Produkte oder Dienstleistungen kaufen, die heute schon wie von gestern klingen? Da nutzt man doch lieber Anglizismen und nennt das Bedürfnis, das es zu wecken gilt, den Need des Costumers.

      Weiterer Pluspunkt: Anglizismen versteht man nicht nur in Deutschland. Dadurch, dass die Wörter zumindest noch entfernt etwas mit der Ausgangssprache Englisch zu tun haben, erschließt man sich neue (Verständnis-) Märkte. Englisch ist schließlich immer noch die wichtigste Verkehrssprache.

      Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Zum Gesamtbild gehört, dass nicht nur Sprachpuristen sich über den Gebrauch von (zu) vielen Anglizismen aufregen. Mit englischen Begriffen lässt sich eben auch gut verschleiern, beispielsweise bei nebulösen Jobtiteln. Zwar lernt jedes Schulkind Englisch, aber Hauptverkehrssprache hierzulande ist immer noch Deutsch.

      Wer kein Englisch-Muttersprachler ist, mag eine grobe Vorstellung haben, was sich hinter bestimmten Anglizismen verbirgt. Aber das muss sich nicht immer mit dem decken, was von Verwenderseite intendiert war. Und nicht zuletzt führen viele englische Wörter und Phrasen zu Verwirrung. Zwei Beispiele:

      • Deutsche Bahn

        Die Deutsche Bahn war in der Vergangenheit häufiger Beispiel für unrühmliche Anglizismen. 1994 führte sie in 28 Bahnhöfen den „Service Point“ ein – ein eindeutiger Anglizismus der dritten Kategorie, da man genauso gut auf Bezeichnungen wie Informationsstelle oder Auskunftsschalter hätte zurückgreifen können. Die 2011 erfolgte Umbenennung in „DB Information“ ist letztlich auf einen bayrischen Bundestagsabgeordneten zurückzuführen, der die Bezeichnung „Kiss & Ride“ der Deutschen Bahn für eine Kurzzeitparkzone am Bahnhof in Straubing kritisierte und so eine Diskussion über Anglizismen auslöste.

      • Douglas

        Der Parfümeriekonzern geriet vor einigen Jahren in die Schlagzeilen, als er mit dem Slogan „Come in and find out“ Werbung machte. Deutsche Konsumenten rätselten: Geht es darum, in die Parfümerie hinein- und wieder herauszufinden? Nicht ganz. Im Englischen hat das Verb to find out dieselben Bedeutungen wie im Deutschen: herausfinden im Sinne von „den Weg (heraus) finden“, aber eben auch im Sinne von „etwas herausfinden“, also entdecken. Es ging darum, im Geschäftslokal nach etwas Nettem zu stöbern und fündig zu werden – nur leider kam diese Botschaft mehrheitlich nicht an.

      Beide Fälle sind also Beispiele dafür, wie die Verwendung von Anglizismen eher negative Wirkung erzeugt und das Gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich bezweckt war.

      Anglizismen im Beruf

      Die Verkehrssprache – auch Lingua franca genannt – ist ein gutes Stichwort. Denn ohne Kenntnis der englischen Sprache kommt man heute nicht mehr weit im Berufsleben. Vor allem in größeren Unternehmen ist es keine Seltenheit, Besprechungen oder Präsentationen auf Englisch abzuhalten.

      Aber schon vorher werden die Sprachkenntnisse relevant: In Stellenanzeigen lesen Bewerber häufig, dass verhandlungssichere Englischkenntnisse zu den Muss-Qualifikationen gehören.

      Allerdings geht es dabei nur bedingt um die Kenntnis von Anglizismen und Schulenglisch. Hauptsächlich ist hier das Business Englisch oder Business English gefragt. Aber wo liegen dabei die Unterschiede?

      Anglizismen, Business English und Denglisch

      Um es noch einmal deutlich zu sagen: Wer Karriere machen möchte, kommt ohne Business English nicht aus. Gute bis sehr gute Fremdsprachenkenntnisse, die es dem Mitarbeiter ermöglichen, auch längere Telefonate oder gar Vorträge auf Englisch zu halten, werden heute in Führungspositionen vorausgesetzt. Die Kenntnis der Fremdsprache ist eines. Wie sieht es mit Denglisch aus? Muss der ideale Kandidat auch das fließend sprechen?

      Das kommt darauf an. Mit Denglisch sind in der Regel Zusammensetzungen aus einem deutschen und englischen Wort gemeint. Häufig benutzt man dabei ein englisches Verb, wie beispielsweise to cover oder to download und versieht es mit den deutschen Wortbildungsregeln. Heraus kommen Wörter wie gecovert oder downgeloadet oder gedownloadet.

      Diese werden besonders gerne in bestimmten Branchen benutzt. Das gehören beispielsweise Berufe in den Medien, Werbung, IT-Umfeld und teilweise auch Finanzen. Für Neueinsteiger geht es daher nicht nur darum, das jeweilige berufsspezifische Handwerk zu lernen. Es lauern auch Fallstricke, sogenannte False Friends, falsche Freunde, im täglichen Vokabular.

      Eine Auswahl:

      • Den Beamer gibt es im Englischen nicht in der Bedeutung, dass man damit Folien (gerne auch Slides genannt) an die Wand projizieren kann. Unser Fremdwort deutet schon darauf hin, wie dieses Gerät im Englischen heißt: Projector.
      • Wenn Sie Ihren englischsprachigen Geschäftspartner dazu auffordern eine Nachricht auf Ihrer Mailbox zu hinterlassen, wird er das vermutlich schriftlich tun. Der Anrufbeantworter heißt auf Englisch answering machine oder answering equipment, während mailbox einen Briefkasten bezeichnet.
      • Bei Problemen mit der IT gibt es auch den ein oder anderen falschen Freund. Wenn Sie den britischen Kollegen nach der Telefonnummer für die Hotline fragen, werden Sie vermutlich auf Unverständnis stoßen. Auch dieses Wort sieht zwar englisch aus, ist es aber nicht. Der richtige Begriff für die telefonische Hilfe lautet Helpline.
      • Den englischsprachigen Vorgesetzten sollten Sie übrigens auch nicht mit Chef ansprechen. Obwohl das im Deutschen problemlos möglich ist, bedeutet es im Englischen Koch. Richtig – und auch im Deutschen gebräuchlich – ist die Bezeichnung boss.
      • Natürlich darf auch der Klassiker nicht fehlen: Mit Handy meinen die Angelsachsen nämlich nicht ein tragbares Telefon oder ein Smartphone. Dort heißt es mobile phone oder schlicht mobile. Handy dagegen meint eine Sache, die praktisch ist. Eine handy person ist niemand, der den ganzen Tag am Telefon hängt, sondern ein äußerst geschickter Zeitgenosse.

      Unsere Artikel zum Thema Anglizismen, False Friends und Büro-Sprech

      Anglizismen WirkungNatürlich gibt es noch viele weitere Jobbezeichnungen und Begriffe, die aus dem Englischen übernommen oder in Anlehnung an das Englische neu kreiert wurden.

      Eine Auswahl der wichtigsten Artikel zu diesem Thema haben wir hier für Sie zusammengestellt. Damit gehören False Friends und Fragezeichen über dem Kopf der Vergangenheit an. Klicken Sie auf den Link, um genau zu erfahren, was sich dahinter verbirgt.


      Sämtliche Kürzel, Codes und englische Vokabeln als Download

      Übrigens haben wir noch einen weiteren Tipp für Sie: Wenn Sie für das nächste Meeting etwas in der Hand haben möchten, empfehlen wir Ihnen unseren praktischen Download.

      Damit können Sie wichtige Abkürzungen, aber auch gern verwendete Floskeln ganz einfach und vor allem schnell nachschlagen.

      Das Dokument gibt es hier im PDF-Format oder als Word-Datei zum kostenlosen Download:

      [Bildnachweis: Thorsten Schmitt by Shutterstock.com]
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      Haben Sie heute Morgen das Meeting gecancelt und stattdessen lieber Headlines für Social Media Ads geschrieben? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Nicht was das Verhalten angeht, sondern den Sprachgebrauch. In vielen Berufen sind Anglizismen Amtssprache. Hin und wieder führt das zu ulkigen Sätzen wie dem fast schon legendären von Andi Möller: Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl. Das ist lustig bis peinlich – je nach Situation. Daher empfehlen wir: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Anglizismen, Denglisch und wichtige Ausdrücke aus dem Englischen. Und zwar hier…

      Anglizismen: Was versteht man darunter?

      Anglizismen: Was versteht man darunter?Mit Anglizismen sind sprachliche Ausdrücke gemeint, die aus dem Englischen stammen und in eine andere Sprache übernommen wurden.

      Dabei beschränkt sich der Anglizismus nicht nur auf einzelne Wörter oder Ausdrücke. Auch andere Bereiche des Sprachsystems wie Satzstellung und Bedeutung können betroffen sein. So ist der Ausdruck gegoogelt sowohl eine Entlehnung des Wortes, als auch der englischen Flexion (Wortbildung). Das Verb to google wird dabei ins Deutsche übernommen und mit der Endung -t versehen (aus ursprünglich -ed im Englischen).

      In der Regel meint man mit Anglizismen die englischsprachigen Wörter, die von den deutschen Sprechern ausgeliehen werden und sich sowohl in der Alltagssprache, als auch in bestimmten Fachsprachen etabliert haben.

      Stammen die übernommenen Wörter aus dem amerikanischen Englisch bezeichnet man sie als Amerikanismen, Übernahmen aus dem britischen Englisch als Britizismen. Um es nicht noch komplizierter zu machen, können Sie einfach den Überbegriff Anglizismen verwenden.

      Begeisterung für das Englische im Deutschen

      Für Sprachpuristen ist es ein Graus. Da werden englische Begriffe ins Deutsche übernommen und das geschieht mehr schlecht als recht. Denn die Aussprache ist oftmals die deutsche. Gut erkennbar an Begriffen wie Sport oder Stoppschild, die ganz selbstverständlich mit dem typisch hochdeutschen Sch-Laut gebildet werden.

      Und das Stoppschild hat es Sprachpuristen (und ökonomischen Erwägungen) zu verdanken, dass das Schild als solches in weißer Schrift immer noch „Stop“ enthält und nicht im Zuge der Rechtschreibreform angepasst wurde. Vielen ist nicht nur ein Dorn im Auge, wenn englische Begriffe ins Deutsche übernommen werden, sondern wenn sie falsch übernommen werden.

      Dabei ist die Begeisterung fürs Englische im Deutschen gar nicht so neu. Manche meinen, sie hätte mit den englischen und amerikanischen Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen. Tatsächlich beginnt sie bereits Jahrhunderte früher. Große Denker wie Goethe priesen bereits Shakespeare, August Wilhelm Schlegel übersetzte sämtliche Theaterstücke ins Deutsche, so dass sie einem größeren deutschen Publikum zugänglich wurden.

      Für viele Intellektuelle im 18. und 19. Jahrhundert war England der Inbegriff für Aufklärung, Nation und Fortschritt. Während auf dem Festland das heutige Deutschland in lauter absolutistische Kleinstaaten zersplittert war, existierte mit England ein Staat, der seinen Bürgern politische und religiöse Freiheit bot.

      Mit seinen großen Philosophen und bahnbrechenden Erfindungen im Zeitalter der Industrialisierung war England ein Sehnsuchtsort, der eine regelrechte Anglophilie auslöste: Ein englischer Way of Life, der sich im Teekonsum oder in der Gartenbaukunst ausdrückte und bis heute im Hanseatischen Raum erhalten geblieben ist – so gilt Hamburg als „englischste Stadt auf dem Festland“.

      Ein Ruf, der sich bis heute erhalten hat, immerhin wurden dort auch die Beatles entdeckt. Diese Anglophilie bedeutete zugleich eine intensive Auseinandersetzung mit englischem Gedankengut und Literatur förderte bereits vor Jahrhunderten die Entstehung von Anglizismen.

      Häufige Anglizismen laut VDS

      Häufige Anglizismen WirkungAnglizismen sind nicht gleich Anglizismen. Vielen sieht man ihre englische Herkunft gar nicht mehr an, so beispielsweise beim Wort Keks, das im deutschen Plural Kekse heißt. Ursprünglich stammt es vom englischen Begriff cake, dessen Plural cakes im Deutschen zu Singular wurde.

      Ebenso beim Streik, der sich vom englischen strike/to be on strike (auf Deutsch: streiken) ableitet. Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist nicht mehr von einem Anglizismus, sondern von einem Lehnwort die Rede, da der Begriff bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts hierzulande verwendet wurde und komplett in die deutsche Sprache integriert ist.

      Der Verein Deutsche Sprache (VDS) hat rund 7.500 Wörter englischer Herkunft in seinem Anglizismen-Index aufgeführt. Er nennt drei unterschiedliche Arten von Anglizismen:

      • Ergänzende Anglizismen

        Sie machen nur etwa drei Prozent aller Anglizismen aus. Unter ergänzenden Anglizismen werden Wörter verstanden, die aus dem Englischen übernommen wurden, weil sie eine Lücke in der deutschen Sprache füllen. Sie sind vergleichbar mit Lehnwörtern, sind in der Form aber noch nicht endgültig an die deutsche Sprache angepasst. Sie ermöglichen eine differenziertere Ausdrucksweise, die ohne diese Anglizismen nur schwer erreichbar wäre. Typische Beispiele dafür sind:

        • Admin
        • App
        • Dimmer
        • Disco
        • Team
      • Differenzierende Anglizismen

        Deutlich höher bereits der Anteil der differenzierenden Anglizismen, die 18 Prozent der Gesamtmasse ausmachen. Hierunter werden Wörter für Begriffe verstanden, die so im Deutschen noch nicht existieren. Da beispielsweise viele technischen Entwicklungen rund um den Computer, Software und das Internet vorwiegend im englischsprachigen Raum entstanden, wurden beispielsweise viele Begriffe aus dem englischen beziehungsweise amerikanischen Sprachgebrauch entlehnt. Es bestünde die Möglichkeit zur Bildung analoger deutscher Begriffe, beispielsweise E-Post statt E-Mail. Beispiele für differenzierende Anglizismen sind:

        • Aerospace
        • Bachelor
        • Data Mining
        • Facility Management
        • Permalink
      • Verdrängende Anglizismen

        Der weitaus größte Teil der Anglizismen lässt sich laut VDS mit 79 Prozent als verdrängende Anglizismen kategorisieren. Das sind solche Wörter, die verwendet werden, obwohl adäquate deutsche Begriffe vorhanden (und bekannt) sind. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür:

        • Access (statt Zugriff)
        • Data Base (statt Datenbank)
        • Media Monitoring (statt Medienbeobachtung)
        • Sabbatical (statt Auszeit)
        • Wallpaper (statt Bildschirmhintergrund)

      Wortentlehnungen und Jugendsprache

      Glaubt man den Sprachkritikern, tauchen Anglizismen häufig in der Jugendsprache auf. Das hat nur zum Teil etwas damit zu tun, dass sich Jugendliche durch ihre Sprache von der älteren Generation abgrenzen wollen. Tun sie natürlich auch.

      Ein anderer Grund für die Vielzahl an Anglizismen in der Jugendsprache sind (technische) Neuerungen, die einen Namen brauchen. Bevor sich Jugendliche (und übrigens nicht nur die) lange Gedanken darüber machen, wie man einen entsprechenden Begriff auf Deutsch verwenden könnte, wird kurzerhand das Original benutzt.

      Ist auch nachvollziehbar, oder würden Sie einen Weltnetzstöberer dem Browser vorziehen? Eben. Das englische Wort klingt in der Regel hipper (!) und ist meist deutlich griffiger als sein deutsches Pendant. Crowdfunding mit Gruppen– oder Schwarmfinanzierung zu übersetzen, weckt eben ganz andere Assoziationen. An eine innovative Idee oder ein aufstrebendes Start-Up denkt man dabei wohl nicht als erstes.

      Wirkung von Anglizismen

      Das ist vermutlich der Grund dafür, warum Englisch oder Anglizismen gerne im Berufs- und Wirtschaftsleben verwendet werden. Wer möchte schon Produkte oder Dienstleistungen kaufen, die heute schon wie von gestern klingen? Da nutzt man doch lieber Anglizismen und nennt das Bedürfnis, das es zu wecken gilt, den Need des Costumers.

      Weiterer Pluspunkt: Anglizismen versteht man nicht nur in Deutschland. Dadurch, dass die Wörter zumindest noch entfernt etwas mit der Ausgangssprache Englisch zu tun haben, erschließt man sich neue (Verständnis-) Märkte. Englisch ist schließlich immer noch die wichtigste Verkehrssprache.

      Allerdings ist das nur die halbe Wahrheit. Zum Gesamtbild gehört, dass nicht nur Sprachpuristen sich über den Gebrauch von (zu) vielen Anglizismen aufregen. Mit englischen Begriffen lässt sich eben auch gut verschleiern, beispielsweise bei nebulösen Jobtiteln. Zwar lernt jedes Schulkind Englisch, aber Hauptverkehrssprache hierzulande ist immer noch Deutsch.

      Wer kein Englisch-Muttersprachler ist, mag eine grobe Vorstellung haben, was sich hinter bestimmten Anglizismen verbirgt. Aber das muss sich nicht immer mit dem decken, was von Verwenderseite intendiert war. Und nicht zuletzt führen viele englische Wörter und Phrasen zu Verwirrung. Zwei Beispiele:

      • Deutsche Bahn

        Die Deutsche Bahn war in der Vergangenheit häufiger Beispiel für unrühmliche Anglizismen. 1994 führte sie in 28 Bahnhöfen den „Service Point“ ein – ein eindeutiger Anglizismus der dritten Kategorie, da man genauso gut auf Bezeichnungen wie Informationsstelle oder Auskunftsschalter hätte zurückgreifen können. Die 2011 erfolgte Umbenennung in „DB Information“ ist letztlich auf einen bayrischen Bundestagsabgeordneten zurückzuführen, der die Bezeichnung „Kiss & Ride“ der Deutschen Bahn für eine Kurzzeitparkzone am Bahnhof in Straubing kritisierte und so eine Diskussion über Anglizismen auslöste.

      • Douglas

        Der Parfümeriekonzern geriet vor einigen Jahren in die Schlagzeilen, als er mit dem Slogan „Come in and find out“ Werbung machte. Deutsche Konsumenten rätselten: Geht es darum, in die Parfümerie hinein- und wieder herauszufinden? Nicht ganz. Im Englischen hat das Verb to find out dieselben Bedeutungen wie im Deutschen: herausfinden im Sinne von „den Weg (heraus) finden“, aber eben auch im Sinne von „etwas herausfinden“, also entdecken. Es ging darum, im Geschäftslokal nach etwas Nettem zu stöbern und fündig zu werden – nur leider kam diese Botschaft mehrheitlich nicht an.

      Beide Fälle sind also Beispiele dafür, wie die Verwendung von Anglizismen eher negative Wirkung erzeugt und das Gegenteil von dem bewirkt, was eigentlich bezweckt war.

      Anglizismen im Beruf

      Die Verkehrssprache – auch Lingua franca genannt – ist ein gutes Stichwort. Denn ohne Kenntnis der englischen Sprache kommt man heute nicht mehr weit im Berufsleben. Vor allem in größeren Unternehmen ist es keine Seltenheit, Besprechungen oder Präsentationen auf Englisch abzuhalten.

      Aber schon vorher werden die Sprachkenntnisse relevant: In Stellenanzeigen lesen Bewerber häufig, dass verhandlungssichere Englischkenntnisse zu den Muss-Qualifikationen gehören.

      Allerdings geht es dabei nur bedingt um die Kenntnis von Anglizismen und Schulenglisch. Hauptsächlich ist hier das Business Englisch oder Business English gefragt. Aber wo liegen dabei die Unterschiede?

      Anglizismen, Business English und Denglisch

      Um es noch einmal deutlich zu sagen: Wer Karriere machen möchte, kommt ohne Business English nicht aus. Gute bis sehr gute Fremdsprachenkenntnisse, die es dem Mitarbeiter ermöglichen, auch längere Telefonate oder gar Vorträge auf Englisch zu halten, werden heute in Führungspositionen vorausgesetzt. Die Kenntnis der Fremdsprache ist eines. Wie sieht es mit Denglisch aus? Muss der ideale Kandidat auch das fließend sprechen?

      Das kommt darauf an. Mit Denglisch sind in der Regel Zusammensetzungen aus einem deutschen und englischen Wort gemeint. Häufig benutzt man dabei ein englisches Verb, wie beispielsweise to cover oder to download und versieht es mit den deutschen Wortbildungsregeln. Heraus kommen Wörter wie gecovert oder downgeloadet oder gedownloadet.

      Diese werden besonders gerne in bestimmten Branchen benutzt. Das gehören beispielsweise Berufe in den Medien, Werbung, IT-Umfeld und teilweise auch Finanzen. Für Neueinsteiger geht es daher nicht nur darum, das jeweilige berufsspezifische Handwerk zu lernen. Es lauern auch Fallstricke, sogenannte False Friends, falsche Freunde, im täglichen Vokabular.

      Eine Auswahl:

      • Den Beamer gibt es im Englischen nicht in der Bedeutung, dass man damit Folien (gerne auch Slides genannt) an die Wand projizieren kann. Unser Fremdwort deutet schon darauf hin, wie dieses Gerät im Englischen heißt: Projector.
      • Wenn Sie Ihren englischsprachigen Geschäftspartner dazu auffordern eine Nachricht auf Ihrer Mailbox zu hinterlassen, wird er das vermutlich schriftlich tun. Der Anrufbeantworter heißt auf Englisch answering machine oder answering equipment, während mailbox einen Briefkasten bezeichnet.
      • Bei Problemen mit der IT gibt es auch den ein oder anderen falschen Freund. Wenn Sie den britischen Kollegen nach der Telefonnummer für die Hotline fragen, werden Sie vermutlich auf Unverständnis stoßen. Auch dieses Wort sieht zwar englisch aus, ist es aber nicht. Der richtige Begriff für die telefonische Hilfe lautet Helpline.
      • Den englischsprachigen Vorgesetzten sollten Sie übrigens auch nicht mit Chef ansprechen. Obwohl das im Deutschen problemlos möglich ist, bedeutet es im Englischen Koch. Richtig – und auch im Deutschen gebräuchlich – ist die Bezeichnung boss.
      • Natürlich darf auch der Klassiker nicht fehlen: Mit Handy meinen die Angelsachsen nämlich nicht ein tragbares Telefon oder ein Smartphone. Dort heißt es mobile phone oder schlicht mobile. Handy dagegen meint eine Sache, die praktisch ist. Eine handy person ist niemand, der den ganzen Tag am Telefon hängt, sondern ein äußerst geschickter Zeitgenosse.

      Unsere Artikel zum Thema Anglizismen, False Friends und Büro-Sprech

      Anglizismen WirkungNatürlich gibt es noch viele weitere Jobbezeichnungen und Begriffe, die aus dem Englischen übernommen oder in Anlehnung an das Englische neu kreiert wurden.

      Eine Auswahl der wichtigsten Artikel zu diesem Thema haben wir hier für Sie zusammengestellt. Damit gehören False Friends und Fragezeichen über dem Kopf der Vergangenheit an. Klicken Sie auf den Link, um genau zu erfahren, was sich dahinter verbirgt.


      Sämtliche Kürzel, Codes und englische Vokabeln als Download

      Übrigens haben wir noch einen weiteren Tipp für Sie: Wenn Sie für das nächste Meeting etwas in der Hand haben möchten, empfehlen wir Ihnen unseren praktischen Download.

      Damit können Sie wichtige Abkürzungen, aber auch gern verwendete Floskeln ganz einfach und vor allem schnell nachschlagen.

      Das Dokument gibt es hier im PDF-Format oder als Word-Datei zum kostenlosen Download:

      [Bildnachweis: Thorsten Schmitt by Shutterstock.com]
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      Fokussieren lernen: Wie Sie zielgerichtet zum Erfolg gelangen https://karrierebibel.de/fokussieren/ Mon, 14 Oct 2019 11:00:15 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=54894

      Es ist ein wichtiger Erfolgsschlüssel – das Fokussieren können. Immer wieder liest man davon, sich auf eine Sache bewusst zu konzentrieren, sich zu fokussieren auf das Wesentliche und Wichtige, das helfe der Karriere auf die Sprünge, beflügele die Bewerbung und bringe den erhofften Erfolg. Stimmt auch. Doch Fokussieren bedeutet mehr, als sich zu konzentrieren…

      Definition: Was heißt Fokussieren eigentlich?

      Sich auf das Wesentliche (im Job) zu konzentrierten und sich nicht zu verzetteln – das ist für viele Menschen ein Problem. Für Jüngere meist mehr als für Ältere; für Angestellte mehr als für Selbstständige (PDF). Zumindest entscheidet die Fähigkeit für letztere maßgeblich über Fortune oder Fiasko der Unternehmer.

      Von Konfuzuis gibt es dazu ein schönes Sprichwort:

      Wer zwei Hasen gleichzeitig jagt, wird keinen davon fangen.

      Doch was hat es mit dieser Eigenschaft auf sich? Und wie lautet die Definition dafür?

      Wer die einschlägige Literatur und Links dazu verfolgt, kommt irgendwann zu diesem Ergebnis: Wer sich fokussiert, der richtet sich auf ein bewusstes (!) Ziel aus und widmet sich diesem mit all seiner Kraft, Energie und Leidenschaft, um es am Ende auch zu erreichen. Es reicht dazu nicht, mit ein paar Konzentrationsübungen die kognitiven Fähigkeiten zu trainieren und zu stärken. Fokussierung ist vielmehr die zielgerichtete und willentliche Ausrichtung auf ein bestimmtes Ziel. Derart fokussierte Menschen sind nicht nur enorm ausdauernd und hartnäckig, sie lassen sich auch kaum noch ablenken oder entmutigen.

      Dabei geht es natürlich nicht darum, anschließend nur noch mit Scheuklappen durchs Leben zu trampeln und alles zu ignorieren oder niederzumähen, was sich einem in den Weg stellt. Das wäre ziemlich blöd, schließlich verläuft das Leben selten nach Plan und Improvisation und Anpassungsfähigkeit sind ebenso wichtige Erfolgsschlüssel.

      Die meisten großen Ziele aber sind langfristige. Ziele, wie wir wirklich erreichen wollen. Weil sie uns wichtig und wertvoll sind, weil sie uns weiterbringen. Die verlangen immer wieder unsere volle Aufmerksamkeit. Und an die gilt es, sich nicht nur regelmäßig zu erinnern, sondern eben vollends darauf zu fokussieren. Oder wie man sagt: Sie nicht aus dem Blick zu verlieren.

      Tatsächlich eint die meisten Erfolgreichen diese Eigenschaft. Sie alle hatten oder haben einen entscheidenden Traum, eine Vision, ein Ziel, das sie mit aller Kraft und mit sehr klarem Fokus verfolgen.

      Die 4 Grundregeln des Fokussierens

      1. Der Fleißige ist der Dumme

        Seien Sie strategisch faul. Sie kennen sicher das Pareto-Prinzip, wonach häufig in 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit 80 Prozent der Aufgaben erledigt werden können. Die restlichen 20 Prozent der Aufgaben benötigen indes 80 Prozent der Zeit. Daraus ergibt sich indirekt eine Selbstmanagement-Technik: Statt 100 Prozent der Aufgaben erfüllen zu wollen, ist es klüger, diese zu priorisieren und sich mit den Aufgaben zu beschäftigen, die nur 20 Prozent des Zeit- und Energieaufwandes benötigen, dafür aber 80 Prozent bringen.

      2. Weniger ist mehr

        Verwechseln Sie Erfolg niemals mit Aktionismus. Fokussieren zu können, ist das genaue Gegenteil: Nicht viel machen, sondern das Wichtige und Richtige. Das ist gar nicht so schwer: Egal, wie viele Punkte auf Ihrer To-Do-Liste stehen – einer davon ist immer der Wichtigste. Fragen Sie sich also ehrlich: Was müsste jetzt getan werden? Fokussieren Sie sich allein und zuerst darauf und widmen Sie dieser Sache entsprechend Ihre ganze Hingabe und Energie. Der Rest kann warten.

      3. Multitasking ist Mist

        Sie können sich weder konzentrieren noch fokussieren, solange Störquellen existieren. Diese Erkenntnis ist zwar eine Binse, aber wie viele Menschen versuchen täglich das Gegenteil zu beweisen? Sie sagen: „Ich kann mich nicht konzentrieren!“ – und lassen ihre Bürotür auf und halten Telefon, Handy und Mail-Postfach auf Empfangsbereitschaft. Das ist nicht nur inkonsequent, sondern sorgt auch für Unterbrechungen und viele kleine Zufälligkeiten, die den Fokus trüben.

      4. Pausen fördern das Fokussieren

        Unser Gehirn wird in jeder Sekunde mit rund 400.000 Sinnesreizen regelrecht bombardiert. Irgendwann nimmt da die Konzentrationsfähigkeit zwangsläufig ab. Deshalb sollten Sie sich, bei allem was Sie so tun, immer wieder Pausen gönnen. Idealerweise spätestens nach 45 Minuten eine Pause von 5 Minuten. Immerhin: Die Fähigkeit, sich ohne Pause konzentrieren zu können, steigt mit zunehmendem Alter: Ein Erstklässler schafft rund 15 Minuten am Stück, ein 25-Jähriger kommt indes schon auf 45 Minuten.

      Fokussieren lernen: Beantworten Sie die Schlüsselfrage

      Die gute Nachricht aber ist: Fokussieren kann man lernen. Letztlich verhält es sich mit dieser Fähigkeit wie mit einem Muskel: Wer regelmäßig damit übt, wird (mental) stärker und sieht auch bald schon Ergebnisse.

      Beginnen Sie vielleicht nur nicht mit dem größtmöglichen Anspruch und Ziel, sondern mit kleinen Teilschritten. Aufmerksam lässt sich zwar lernen, der Prozess ist aber anstrengend bis mühsam. Wer sich also stärker fokussieren möchte, sollte zunächst seine Aufmerksamkeit wie bei einem Scheinwerfer lenken und bündeln – und zwar auf eine konkrete Sache.

      Und egal, ob es sich um ein kurzfristiges oder langfristiges, ein kleines oder großes Ziel handelt; egal, ob Sie echte oder gefühlte Dringlichkeiten wahrnehmen – am Ende geht es beim Fokussieren immer um eine entscheidende Schlüsselfrage, die auch nur Sie selbst beantworten können:

      Bringt mich das, was ich tue oder tuen werde, meinem eigentlichen Ziel näher?

      Lautet die Antwort „Nein“, sind Sie (noch) nicht fokussiert genug, sondern haben sich auf ein Nebengleis bewegt.

      Tipps: Fokussieren in Job und Alltag

      Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Fokus auf klare Ziele die Motivation um bis zu 35 Prozent steigern kann. Oder anders ausgedrückt: Wenn Sie fokussieren, arbeiten Sie mit mehr Begeisterung, schneller und besser. Gute Gründe, um das Fokussieren zu trainieren und für Aufgaben zu nutzen.

      Das Problem: In Job und Alltag fällt es uns oft schwer, die Aufmerksamkeit wirklich auf eine Sache und ein Ziel zu konzentrieren. Unzählige Dinge wollen gleichzeitig erledigt werden, von allen Seiten werden Erwartungen an uns gestellt. Schwierig, aber nicht unmöglich!

      Mit den folgenden Tipps schaffen Sie es, den Fokus aufrecht zu erhalten und somit bessere Ergebnisse zu erzielen:

      • Schalten Sie alle Ablenkungen aus

        Der erste und wichtigste Punkt beim Fokussieren: Lassen Sie sich nicht ablenken und unterbrechen! Klingt simpel, ist aber gerade im Job eine Herausforderung. Das Telefon klingelt, E-Mails wollen beantwortet werden und ständig tauchen weitere Aufgaben auf, die erledigt werden müssen. Da hilft nur: Wenn Sie sich voll und ganz auf eine Aufgabe fokussieren wollen, schalten Sie alle Ablenkungen aus. Telefon auf lautlos, E-Mail-Postfach aus, den Social Media fernbleiben und erst später um andere Dinge kümmern.

      • Unterfordern Sie sich nicht

        Wenn Sie von einer Aufgabe geistig unterfordert sind, sucht Ihr Gehirn nach anderen Reizen, um sich zu beschäftigen. Die Gedanken schweifen ab, mit dem Fokussieren ist es dann vorbei. Besser ist es, wenn Sie sich einem ToDo widmen, dass Sie herausfordert – dann fällt es Ihnen leichter, sich darauf zu fokussieren.

      • Vermeiden Sie zu viel Druck

        Mit Chef und Deadline im Nacken läuft manch einer zur Bestform auf, für viele wird Fokussieren dann jedoch unmöglich. Sie denken ständig daran, dass Sie endlich fertig werden müssen, versuchen alles auf einmal zu erledigen und springen von einer Teilaufgabe zur nächsten – in Gedanken werden Sie so schneller fertig, doch der fehlende Fokus sorgt für langsames Arbeiten und mehr Fehler.

      • Setzen Sie kleine Ziele

        Es ist kaum möglich, über Stunden zu fokussieren. Irgendwann ist selbst die beste Konzentration und Aufmerksamkeit vorbei. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie sich kleinere Ziele setzen, die in kürzerer Zeit zu erledigen sind. So erreichen Sie das Ziel innerhalb der Zeit, in der Sie noch voll fokussiert sind. Nach einer Pause, in der Sie sich regenerieren, können Sie dann das nächste kleine Teilziel angehen.

      • Legen Sie genaue Zeiten für Aufgaben fest

        Zum besser fokussieren zu können, sollten Sie klare Zeiträume festlegen. Teilen Sie Ihren Arbeitstag beispielsweise in mehrere Phasen ein, die Sie dem vollen Fokus auf eine Aufgabe widmen. Etwa: 10 Uhr bis 11:30 Uhr und noch einmal von 15 Uhr bis 16:30 Uhr. In diesen festgelegten Blöcken widmen Sie sich nur den vorher festgelegten Aufgaben. So kommen Sie dabei wirklich voran und haben den restlichen Arbeitstag, um sich den weiteren Aufgaben des beruflichen Alltags zu widmen.

      [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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      Es ist ein wichtiger Erfolgsschlüssel – das Fokussieren können. Immer wieder liest man davon, sich auf eine Sache bewusst zu konzentrieren, sich zu fokussieren auf das Wesentliche und Wichtige, das helfe der Karriere auf die Sprünge, beflügele die Bewerbung und bringe den erhofften Erfolg. Stimmt auch. Doch Fokussieren bedeutet mehr, als sich zu konzentrieren…

      Definition: Was heißt Fokussieren eigentlich?

      Sich auf das Wesentliche (im Job) zu konzentrierten und sich nicht zu verzetteln – das ist für viele Menschen ein Problem. Für Jüngere meist mehr als für Ältere; für Angestellte mehr als für Selbstständige (PDF). Zumindest entscheidet die Fähigkeit für letztere maßgeblich über Fortune oder Fiasko der Unternehmer.

      Von Konfuzuis gibt es dazu ein schönes Sprichwort:

      Wer zwei Hasen gleichzeitig jagt, wird keinen davon fangen.

      Doch was hat es mit dieser Eigenschaft auf sich? Und wie lautet die Definition dafür?

      Wer die einschlägige Literatur und Links dazu verfolgt, kommt irgendwann zu diesem Ergebnis: Wer sich fokussiert, der richtet sich auf ein bewusstes (!) Ziel aus und widmet sich diesem mit all seiner Kraft, Energie und Leidenschaft, um es am Ende auch zu erreichen. Es reicht dazu nicht, mit ein paar Konzentrationsübungen die kognitiven Fähigkeiten zu trainieren und zu stärken. Fokussierung ist vielmehr die zielgerichtete und willentliche Ausrichtung auf ein bestimmtes Ziel. Derart fokussierte Menschen sind nicht nur enorm ausdauernd und hartnäckig, sie lassen sich auch kaum noch ablenken oder entmutigen.

      Dabei geht es natürlich nicht darum, anschließend nur noch mit Scheuklappen durchs Leben zu trampeln und alles zu ignorieren oder niederzumähen, was sich einem in den Weg stellt. Das wäre ziemlich blöd, schließlich verläuft das Leben selten nach Plan und Improvisation und Anpassungsfähigkeit sind ebenso wichtige Erfolgsschlüssel.

      Die meisten großen Ziele aber sind langfristige. Ziele, wie wir wirklich erreichen wollen. Weil sie uns wichtig und wertvoll sind, weil sie uns weiterbringen. Die verlangen immer wieder unsere volle Aufmerksamkeit. Und an die gilt es, sich nicht nur regelmäßig zu erinnern, sondern eben vollends darauf zu fokussieren. Oder wie man sagt: Sie nicht aus dem Blick zu verlieren.

      Tatsächlich eint die meisten Erfolgreichen diese Eigenschaft. Sie alle hatten oder haben einen entscheidenden Traum, eine Vision, ein Ziel, das sie mit aller Kraft und mit sehr klarem Fokus verfolgen.

      Die 4 Grundregeln des Fokussierens

      1. Der Fleißige ist der Dumme

        Seien Sie strategisch faul. Sie kennen sicher das Pareto-Prinzip, wonach häufig in 20 Prozent der zur Verfügung stehenden Zeit 80 Prozent der Aufgaben erledigt werden können. Die restlichen 20 Prozent der Aufgaben benötigen indes 80 Prozent der Zeit. Daraus ergibt sich indirekt eine Selbstmanagement-Technik: Statt 100 Prozent der Aufgaben erfüllen zu wollen, ist es klüger, diese zu priorisieren und sich mit den Aufgaben zu beschäftigen, die nur 20 Prozent des Zeit- und Energieaufwandes benötigen, dafür aber 80 Prozent bringen.

      2. Weniger ist mehr

        Verwechseln Sie Erfolg niemals mit Aktionismus. Fokussieren zu können, ist das genaue Gegenteil: Nicht viel machen, sondern das Wichtige und Richtige. Das ist gar nicht so schwer: Egal, wie viele Punkte auf Ihrer To-Do-Liste stehen – einer davon ist immer der Wichtigste. Fragen Sie sich also ehrlich: Was müsste jetzt getan werden? Fokussieren Sie sich allein und zuerst darauf und widmen Sie dieser Sache entsprechend Ihre ganze Hingabe und Energie. Der Rest kann warten.

      3. Multitasking ist Mist

        Sie können sich weder konzentrieren noch fokussieren, solange Störquellen existieren. Diese Erkenntnis ist zwar eine Binse, aber wie viele Menschen versuchen täglich das Gegenteil zu beweisen? Sie sagen: „Ich kann mich nicht konzentrieren!“ – und lassen ihre Bürotür auf und halten Telefon, Handy und Mail-Postfach auf Empfangsbereitschaft. Das ist nicht nur inkonsequent, sondern sorgt auch für Unterbrechungen und viele kleine Zufälligkeiten, die den Fokus trüben.

      4. Pausen fördern das Fokussieren

        Unser Gehirn wird in jeder Sekunde mit rund 400.000 Sinnesreizen regelrecht bombardiert. Irgendwann nimmt da die Konzentrationsfähigkeit zwangsläufig ab. Deshalb sollten Sie sich, bei allem was Sie so tun, immer wieder Pausen gönnen. Idealerweise spätestens nach 45 Minuten eine Pause von 5 Minuten. Immerhin: Die Fähigkeit, sich ohne Pause konzentrieren zu können, steigt mit zunehmendem Alter: Ein Erstklässler schafft rund 15 Minuten am Stück, ein 25-Jähriger kommt indes schon auf 45 Minuten.

      Fokussieren lernen: Beantworten Sie die Schlüsselfrage

      Die gute Nachricht aber ist: Fokussieren kann man lernen. Letztlich verhält es sich mit dieser Fähigkeit wie mit einem Muskel: Wer regelmäßig damit übt, wird (mental) stärker und sieht auch bald schon Ergebnisse.

      Beginnen Sie vielleicht nur nicht mit dem größtmöglichen Anspruch und Ziel, sondern mit kleinen Teilschritten. Aufmerksam lässt sich zwar lernen, der Prozess ist aber anstrengend bis mühsam. Wer sich also stärker fokussieren möchte, sollte zunächst seine Aufmerksamkeit wie bei einem Scheinwerfer lenken und bündeln – und zwar auf eine konkrete Sache.

      Und egal, ob es sich um ein kurzfristiges oder langfristiges, ein kleines oder großes Ziel handelt; egal, ob Sie echte oder gefühlte Dringlichkeiten wahrnehmen – am Ende geht es beim Fokussieren immer um eine entscheidende Schlüsselfrage, die auch nur Sie selbst beantworten können:

      Bringt mich das, was ich tue oder tuen werde, meinem eigentlichen Ziel näher?

      Lautet die Antwort „Nein“, sind Sie (noch) nicht fokussiert genug, sondern haben sich auf ein Nebengleis bewegt.

      Tipps: Fokussieren in Job und Alltag

      Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Fokus auf klare Ziele die Motivation um bis zu 35 Prozent steigern kann. Oder anders ausgedrückt: Wenn Sie fokussieren, arbeiten Sie mit mehr Begeisterung, schneller und besser. Gute Gründe, um das Fokussieren zu trainieren und für Aufgaben zu nutzen.

      Das Problem: In Job und Alltag fällt es uns oft schwer, die Aufmerksamkeit wirklich auf eine Sache und ein Ziel zu konzentrieren. Unzählige Dinge wollen gleichzeitig erledigt werden, von allen Seiten werden Erwartungen an uns gestellt. Schwierig, aber nicht unmöglich!

      Mit den folgenden Tipps schaffen Sie es, den Fokus aufrecht zu erhalten und somit bessere Ergebnisse zu erzielen:

      • Schalten Sie alle Ablenkungen aus

        Der erste und wichtigste Punkt beim Fokussieren: Lassen Sie sich nicht ablenken und unterbrechen! Klingt simpel, ist aber gerade im Job eine Herausforderung. Das Telefon klingelt, E-Mails wollen beantwortet werden und ständig tauchen weitere Aufgaben auf, die erledigt werden müssen. Da hilft nur: Wenn Sie sich voll und ganz auf eine Aufgabe fokussieren wollen, schalten Sie alle Ablenkungen aus. Telefon auf lautlos, E-Mail-Postfach aus, den Social Media fernbleiben und erst später um andere Dinge kümmern.

      • Unterfordern Sie sich nicht

        Wenn Sie von einer Aufgabe geistig unterfordert sind, sucht Ihr Gehirn nach anderen Reizen, um sich zu beschäftigen. Die Gedanken schweifen ab, mit dem Fokussieren ist es dann vorbei. Besser ist es, wenn Sie sich einem ToDo widmen, dass Sie herausfordert – dann fällt es Ihnen leichter, sich darauf zu fokussieren.

      • Vermeiden Sie zu viel Druck

        Mit Chef und Deadline im Nacken läuft manch einer zur Bestform auf, für viele wird Fokussieren dann jedoch unmöglich. Sie denken ständig daran, dass Sie endlich fertig werden müssen, versuchen alles auf einmal zu erledigen und springen von einer Teilaufgabe zur nächsten – in Gedanken werden Sie so schneller fertig, doch der fehlende Fokus sorgt für langsames Arbeiten und mehr Fehler.

      • Setzen Sie kleine Ziele

        Es ist kaum möglich, über Stunden zu fokussieren. Irgendwann ist selbst die beste Konzentration und Aufmerksamkeit vorbei. Dem können Sie entgegenwirken, indem Sie sich kleinere Ziele setzen, die in kürzerer Zeit zu erledigen sind. So erreichen Sie das Ziel innerhalb der Zeit, in der Sie noch voll fokussiert sind. Nach einer Pause, in der Sie sich regenerieren, können Sie dann das nächste kleine Teilziel angehen.

      • Legen Sie genaue Zeiten für Aufgaben fest

        Zum besser fokussieren zu können, sollten Sie klare Zeiträume festlegen. Teilen Sie Ihren Arbeitstag beispielsweise in mehrere Phasen ein, die Sie dem vollen Fokus auf eine Aufgabe widmen. Etwa: 10 Uhr bis 11:30 Uhr und noch einmal von 15 Uhr bis 16:30 Uhr. In diesen festgelegten Blöcken widmen Sie sich nur den vorher festgelegten Aufgaben. So kommen Sie dabei wirklich voran und haben den restlichen Arbeitstag, um sich den weiteren Aufgaben des beruflichen Alltags zu widmen.

      [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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      Wer bin ich: 30 Fragen, um sich besser kennenzulernen https://karrierebibel.de/wer-bin-ich/ Mon, 14 Oct 2019 09:00:41 +0000 Nils Warkentin https://karrierebibel.de/?p=118384

      Es scheint fast selbstverständlich zu sein, sich selbst gut zu kennen. Doch auf die Frage Wer bin ich? haben viele keine wirkliche Antwort parat. Wir beschäftigen uns lang und breit mit den Menschen um uns herum, doch richten wir den Blick zu selten auf uns selbst. Ein Fehler! Zu wissen, wer man selbst ist, bringt einige Vorteile und wirkt sich positiv auf die eigene Entwicklung und Zufriedenheit aus. Hier erfahren Sie, warum Sie sich selbst besser kennen sollten und welche 30 Fragen Sie für sich selbst beantworten sollten, um eine Antwort auf Wer bin ich? zu finden…

      Wer bin ich: Darum sollten Sie sich selbst kennen

      Niemand kennt uns so gut wie wir selbst. Zumindest glauben wir das. Aber wenn Sie ganz ehrlich sind: Wann haben Sie sich zuletzt wirklich ernsthafte Gedanken über die Frage Wer bin ich? gemacht? Sollten Sie sich eingestehen müssen, dass es schon sehr lange her ist oder Sie sich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt haben, müssen Sie sich nicht schämen. So geht es vielen.

      Zum Glück ist es nie zu spät, um sich mit der Frage Wer bin ich? zu beschäftigen. Dabei gilt: Je früher Sie sich selbst kennenlernen, desto besser. Denn: Wer nicht weiß, wer er selbst ist, wird unzufriedener, stellt das eigene Leben und Handeln häufiger infrage und scheint nie wirklich glücklich zu sein.

      Auf der anderen Seite bringt es entsprechend Vorteile mit, wenn Sie eine genaue Antwort auf die Frage Wer bin ich? geben können:

      • Sie verfolgen Ihre Ziele

        Wenn Sie nicht einmal die Frage Wer bin ich? beantworten können, wissen Sie auch nicht, welche Ziele Sie im Leben verfolgen – egal ob beruflich oder privat. Erst wenn Sie sich selbst kennen, erkennen Sie auch, was Sie in Zukunft erreichen wollen. Mit der Frage Wer bin ich beantworten Sie deshalb immer auch die zweite wichtige Frage Was will ich?

      • Sie treffen individuelle Entscheidungen

        Mit dem Wissen, wer Sie selbst sind, können Sie Entscheidungen treffen, die auf Ihre individuellen Vorstellungen und Bedürfnisse angepasst sind. Sie können den Weg wählen, der genau zu Ihnen passt und der für Sie optimal ist.

      • Sie lassen sich nicht manipulieren

        Sind Sie sich nicht im Klaren darüber, wer Sie sind, steigt die Gefahr, dass andere diesen Umstand ausnutzen. Andere werden Ihnen sagen, was Sie tun sollen, was richtig und falsch ist – Sie werden manipuliert. Sobald Sie jedoch wissen, wer Sie selbst sind, erkennen Sie sehr genau, wann jemand Sie beeinflussen oder Ihnen etwas einreden will.

      • Sie erkennen Ihren eigenen Wert

        Aus der Antwort auf die Frage Wer bin ich? kann ein ungemeines Selbstbewusstsein entstehen. Sie entwickeln eine gefestigte Persönlichkeit, wissen sich selbst zu schätzen und erkennen Ihren eigenen Wert. Das bedeutet gleichzeitig, dass Ihr Selbstwertgefühl nicht mehr an die Meinung anderer oder ein positives Feedback gekoppelt ist.

      • Sie werden glücklicher

        Alles zusammen genommen gilt: Wenn Sie wissen, wer Sie sind, werden Sie glücklicher und zufriedener in allen Bereichen. Die Erkenntnis, wer man selbst ist, was man braucht und was man will, gibt eine große Sicherheit im Leben. Aus dieser heraus können Sie sich weiterentwickeln und Ihren persönlichen Zielen nähern.

      Weiß ich wirklich, wer ich bin?

      Wer bin ich Antworten Fragen SelbstfindungNatürlich weiß ich genau, wer ich bin… Viele sind davon überzeugt, doch kann diese Überzeugung auch völlig falsch sein. Das Problem: Was wir als eigene Einstellung, Werte oder Ziele verstehen, hat nicht zwangsläufig etwas mit dem zu tun, was wir wirklich sind.

      Oft bekommen wir diese Dinge vom Umfeld vorgelebt. Familie, Freunde, Gesellschaft und gerade in der heutigen Zeit Social Media vermittelt ein Bild von den, wie wir sein wollen. Ein simples Beispiel: Im Internet sehen Sie unzählige erfolgreiche Menschen, die sich selbstständig machen, viel Geld verdienen und über den Globus reisen. Sieht gut aus, also wollen Sie das natürlich auch.

      Oder all Ihre Freunde gehen zur Uni studieren. Keine Frage, auch Sie suchen sich einen Studiengang und machen Bachelor oder Master. Viel zu selten wird dabei gefragt: Ist das wirklich, wer ich bin? Stattdessen wird vieles unreflektiert als eigene Meinung übernommen.

      Verstehen Sie das bitte nicht falsch: Natürlich prägt das Umfeld die eigene Denkweise und das Verhalten. Nur sollten Sie sich nicht ohne weiteres vorgeben lassen, wer Sie sind. Machen Sie sich stattdessen eigene Gedanken, hinterfragen Sie und finden Sie für sich allein eine Antwort auf die Frage: Wer bin ich?

      Wer bin ich: Mit diesen 30 Fragen finden Sie es heraus

      Sie wollen herausfinden, wer Sie wirklich sind, sich selbst besser kennenlernen und den Prozess der Selbstfindung voran treiben. Damit befinden Sie sich bereits auf dem richtigen Weg, doch müssen sich nun der Frage stellen: Wie finde ich überhaupt heraus, wer ich bin?

      Die schlechte Nachricht: Es ist nicht leicht, sich selbst zu finden und es erfordert, dass Sie sich selbst zum Teil kritisch hinterfragen. Auf der anderen Seite ist die gute Nachricht, dass es zahlreiche Fragen gibt, an denen Sie sich orientieren können und die in Ihrer Gesamtheit ein gutes Bild vermitteln, wer Sie wirklich sind.

      In der folgenden Galerie haben wir 30 Fragen zusammengestellt, die gemeinsam helfen, aufWer bin ich? endlich eine gute Antwort zu haben:



      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 1. Was macht für mich ein gutes Leben aus?
      • 2. Was ist meine größte Stärke?
      • 3. Was ist meine größte Schwäche?
      • 4. Wo setze ich Prioritäten?
      • 5. Wann bin ich besonders glücklich?

      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 6. Wovor habe ich die größte Angst?
      • 7. Was möchte ich unbedingt erreichen?
      • 8. Worum beneide ich andere Menschen?
      • 9. Was bereue ich in meinem Leben?
      • 10. Was weckt meine Begeisterung?

      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 11. Wie möchte ich Mitmenschen in Erinnerung bleiben?
      • 12. Welche Eigenschaft mag ich besonders?
      • 13. Was ist mein bisher größter Erfolg?
      • 14. Welche Menschen sind mir besonders wichtig?
      • 15. Was macht mich unglücklich?

      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 16. Wen möchte ich immer beeindrucken?
      • 17. Wie wichtig ist mir die Meinung anderer?
      • 18. Höre ich eher auf meinen Kopf oder meinen Bauch?
      • 19. Was würde ich in meinem Leben gerne verändern?
      • 20. Wo finde ich die größte Inspiration?

      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 21. Wo liegt meine größte Leidenschaft?
      • 22. Was bringt mich besonders auf die Palme?
      • 23. Was ist meine schönste Erinnerung?
      • 24. Was und wen brauche ich, damit es mir gut geht?
      • 25. Wofür würde ich kämpfen, wenn es sein müsste?


      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 26. Wie soll mein Leben in fünf Jahren aussehen?
      • 27. Wann wäre ich mit meinem Leben zufrieden?
      • 28. Was würde ich vermissen, wenn es nicht mehr da wäre?
      • 29. Welche Werte sind mir besonders wichtig?
      • 30. Was möchte ich von meinem Leben?


      Wichtig ist zudem: Zu wissen, wer Sie sind, ist kein endgültiger Zustand. Mit der Zeit verändern Sie sich ebenso wie die Welt um Sie herum. Soll heißen: Hinterfragen Sie immer wieder, wer Sie sind und reflektieren Sie, ob sich einige Ansichten, Werte oder Ziele vielleicht geändert haben.

      Mit Mitte 40 sind Sie wahrscheinlich nicht mehr derselbe Mensch, der Sie noch mit Anfang 20 waren. In einer solchen Zeitspanne kann viel passieren. Um langfristig glücklich zu sein, sollten Sie die Frage Wer bin ich? deshalb als andauernden Prozess verstehen. Eine endgültige Antwort darauf werden Sie nicht finden. Doch können Sie zum jeweiligen Zeitpunkt herausfinden Wer bin ich jetzt?

      [Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
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      Es scheint fast selbstverständlich zu sein, sich selbst gut zu kennen. Doch auf die Frage Wer bin ich? haben viele keine wirkliche Antwort parat. Wir beschäftigen uns lang und breit mit den Menschen um uns herum, doch richten wir den Blick zu selten auf uns selbst. Ein Fehler! Zu wissen, wer man selbst ist, bringt einige Vorteile und wirkt sich positiv auf die eigene Entwicklung und Zufriedenheit aus. Hier erfahren Sie, warum Sie sich selbst besser kennen sollten und welche 30 Fragen Sie für sich selbst beantworten sollten, um eine Antwort auf Wer bin ich? zu finden…

      Wer bin ich: Darum sollten Sie sich selbst kennen

      Niemand kennt uns so gut wie wir selbst. Zumindest glauben wir das. Aber wenn Sie ganz ehrlich sind: Wann haben Sie sich zuletzt wirklich ernsthafte Gedanken über die Frage Wer bin ich? gemacht? Sollten Sie sich eingestehen müssen, dass es schon sehr lange her ist oder Sie sich mit dem Thema noch gar nicht beschäftigt haben, müssen Sie sich nicht schämen. So geht es vielen.

      Zum Glück ist es nie zu spät, um sich mit der Frage Wer bin ich? zu beschäftigen. Dabei gilt: Je früher Sie sich selbst kennenlernen, desto besser. Denn: Wer nicht weiß, wer er selbst ist, wird unzufriedener, stellt das eigene Leben und Handeln häufiger infrage und scheint nie wirklich glücklich zu sein.

      Auf der anderen Seite bringt es entsprechend Vorteile mit, wenn Sie eine genaue Antwort auf die Frage Wer bin ich? geben können:

      • Sie verfolgen Ihre Ziele

        Wenn Sie nicht einmal die Frage Wer bin ich? beantworten können, wissen Sie auch nicht, welche Ziele Sie im Leben verfolgen – egal ob beruflich oder privat. Erst wenn Sie sich selbst kennen, erkennen Sie auch, was Sie in Zukunft erreichen wollen. Mit der Frage Wer bin ich beantworten Sie deshalb immer auch die zweite wichtige Frage Was will ich?

      • Sie treffen individuelle Entscheidungen

        Mit dem Wissen, wer Sie selbst sind, können Sie Entscheidungen treffen, die auf Ihre individuellen Vorstellungen und Bedürfnisse angepasst sind. Sie können den Weg wählen, der genau zu Ihnen passt und der für Sie optimal ist.

      • Sie lassen sich nicht manipulieren

        Sind Sie sich nicht im Klaren darüber, wer Sie sind, steigt die Gefahr, dass andere diesen Umstand ausnutzen. Andere werden Ihnen sagen, was Sie tun sollen, was richtig und falsch ist – Sie werden manipuliert. Sobald Sie jedoch wissen, wer Sie selbst sind, erkennen Sie sehr genau, wann jemand Sie beeinflussen oder Ihnen etwas einreden will.

      • Sie erkennen Ihren eigenen Wert

        Aus der Antwort auf die Frage Wer bin ich? kann ein ungemeines Selbstbewusstsein entstehen. Sie entwickeln eine gefestigte Persönlichkeit, wissen sich selbst zu schätzen und erkennen Ihren eigenen Wert. Das bedeutet gleichzeitig, dass Ihr Selbstwertgefühl nicht mehr an die Meinung anderer oder ein positives Feedback gekoppelt ist.

      • Sie werden glücklicher

        Alles zusammen genommen gilt: Wenn Sie wissen, wer Sie sind, werden Sie glücklicher und zufriedener in allen Bereichen. Die Erkenntnis, wer man selbst ist, was man braucht und was man will, gibt eine große Sicherheit im Leben. Aus dieser heraus können Sie sich weiterentwickeln und Ihren persönlichen Zielen nähern.

      Weiß ich wirklich, wer ich bin?

      Wer bin ich Antworten Fragen SelbstfindungNatürlich weiß ich genau, wer ich bin… Viele sind davon überzeugt, doch kann diese Überzeugung auch völlig falsch sein. Das Problem: Was wir als eigene Einstellung, Werte oder Ziele verstehen, hat nicht zwangsläufig etwas mit dem zu tun, was wir wirklich sind.

      Oft bekommen wir diese Dinge vom Umfeld vorgelebt. Familie, Freunde, Gesellschaft und gerade in der heutigen Zeit Social Media vermittelt ein Bild von den, wie wir sein wollen. Ein simples Beispiel: Im Internet sehen Sie unzählige erfolgreiche Menschen, die sich selbstständig machen, viel Geld verdienen und über den Globus reisen. Sieht gut aus, also wollen Sie das natürlich auch.

      Oder all Ihre Freunde gehen zur Uni studieren. Keine Frage, auch Sie suchen sich einen Studiengang und machen Bachelor oder Master. Viel zu selten wird dabei gefragt: Ist das wirklich, wer ich bin? Stattdessen wird vieles unreflektiert als eigene Meinung übernommen.

      Verstehen Sie das bitte nicht falsch: Natürlich prägt das Umfeld die eigene Denkweise und das Verhalten. Nur sollten Sie sich nicht ohne weiteres vorgeben lassen, wer Sie sind. Machen Sie sich stattdessen eigene Gedanken, hinterfragen Sie und finden Sie für sich allein eine Antwort auf die Frage: Wer bin ich?

      Wer bin ich: Mit diesen 30 Fragen finden Sie es heraus

      Sie wollen herausfinden, wer Sie wirklich sind, sich selbst besser kennenlernen und den Prozess der Selbstfindung voran treiben. Damit befinden Sie sich bereits auf dem richtigen Weg, doch müssen sich nun der Frage stellen: Wie finde ich überhaupt heraus, wer ich bin?

      Die schlechte Nachricht: Es ist nicht leicht, sich selbst zu finden und es erfordert, dass Sie sich selbst zum Teil kritisch hinterfragen. Auf der anderen Seite ist die gute Nachricht, dass es zahlreiche Fragen gibt, an denen Sie sich orientieren können und die in Ihrer Gesamtheit ein gutes Bild vermitteln, wer Sie wirklich sind.

      In der folgenden Galerie haben wir 30 Fragen zusammengestellt, die gemeinsam helfen, aufWer bin ich? endlich eine gute Antwort zu haben:



      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 1. Was macht für mich ein gutes Leben aus?
      • 2. Was ist meine größte Stärke?
      • 3. Was ist meine größte Schwäche?
      • 4. Wo setze ich Prioritäten?
      • 5. Wann bin ich besonders glücklich?

      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 6. Wovor habe ich die größte Angst?
      • 7. Was möchte ich unbedingt erreichen?
      • 8. Worum beneide ich andere Menschen?
      • 9. Was bereue ich in meinem Leben?
      • 10. Was weckt meine Begeisterung?

      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 11. Wie möchte ich Mitmenschen in Erinnerung bleiben?
      • 12. Welche Eigenschaft mag ich besonders?
      • 13. Was ist mein bisher größter Erfolg?
      • 14. Welche Menschen sind mir besonders wichtig?
      • 15. Was macht mich unglücklich?

      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 16. Wen möchte ich immer beeindrucken?
      • 17. Wie wichtig ist mir die Meinung anderer?
      • 18. Höre ich eher auf meinen Kopf oder meinen Bauch?
      • 19. Was würde ich in meinem Leben gerne verändern?
      • 20. Wo finde ich die größte Inspiration?

      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 21. Wo liegt meine größte Leidenschaft?
      • 22. Was bringt mich besonders auf die Palme?
      • 23. Was ist meine schönste Erinnerung?
      • 24. Was und wen brauche ich, damit es mir gut geht?
      • 25. Wofür würde ich kämpfen, wenn es sein müsste?


      Wer bin ich? Fragen zur Selbstfindung

      • 26. Wie soll mein Leben in fünf Jahren aussehen?
      • 27. Wann wäre ich mit meinem Leben zufrieden?
      • 28. Was würde ich vermissen, wenn es nicht mehr da wäre?
      • 29. Welche Werte sind mir besonders wichtig?
      • 30. Was möchte ich von meinem Leben?


      Wichtig ist zudem: Zu wissen, wer Sie sind, ist kein endgültiger Zustand. Mit der Zeit verändern Sie sich ebenso wie die Welt um Sie herum. Soll heißen: Hinterfragen Sie immer wieder, wer Sie sind und reflektieren Sie, ob sich einige Ansichten, Werte oder Ziele vielleicht geändert haben.

      Mit Mitte 40 sind Sie wahrscheinlich nicht mehr derselbe Mensch, der Sie noch mit Anfang 20 waren. In einer solchen Zeitspanne kann viel passieren. Um langfristig glücklich zu sein, sollten Sie die Frage Wer bin ich? deshalb als andauernden Prozess verstehen. Eine endgültige Antwort darauf werden Sie nicht finden. Doch können Sie zum jeweiligen Zeitpunkt herausfinden Wer bin ich jetzt?

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      Lebenslektionen: Diese 10 helfen Ihnen weiter https://karrierebibel.de/lebenslektionen/ Mon, 14 Oct 2019 06:00:47 +0000 Anja Rassek https://karrierebibel.de/?p=118392

      Je älter ein Mensch wird, desto wahrscheinlicher, dass er bestimmte Lebenslektionen gelernt hat. Wir sammeln Erfahrungen, realisieren, dass manche Dinge nicht immer so laufen, wie wir uns das gedacht haben. Jüngere Menschen können diesen Erfahrungsschatz aus dem eigenen Erfahren oft noch nicht haben. Es fällt Ihnen daher schwerer, bestimmte Entwicklungen zu antizipieren. Aber jeder kann von den Lebenslektionen anderer Menschen profitieren. Wir stellen hier zehn klassische Lebenslektionen vor, die zum Nachdenken einladen…

      Lebenslektionen als roter Faden im Leben

      Worum geht es bei Lebenslektionen? Leben ist ein Überbegriff für einen gigantischen Kosmos an Möglichkeiten. Leben ist die Existenz eines Menschen, die je nach Biographie so unterschiedlich verlaufen kann. Und andererseits existieren Erfahrungen, die nahezu jeder teilt.

      Beispielsweise, weil sie Bestandteil gesellschaftlicher Übereinkunft sind. Der klassische Werdegang der meisten: Sie besuchen erst den Kindergarten, gehen dann zur Schule und machen anschließend eine Ausbildung oder absolvieren ein Studium. Es folgt der Berufseintritt und oft trennen sich dort erneut die Wege.

      Klar, es gibt teilweise noch die stromlinienförmig verlaufenden Berufsbiographien, bei denen eine Person von der Ausbildung bis zur Rente bei einem Arbeitgeber bleibt und zwischendrin verschiedene Karrierestufen durchläuft. In der heutigen Zeit sind Jobwechsel allerdings deutlich wahrscheinlicher, Arbeitnehmer mobiler.

      Und selbst wenn Arbeit bei vielen Menschen eine langjährige Konstante ist, gibt es genauso gut viele Menschen, die andere Erfahrungen machen – sei es Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit, sei es mit Blick auf das Privatleben. Der klassische Dreiklang von Hochzeit, Kindern, Hausbau repräsentiert ebenfalls nur einen Teil der Gesellschaft.

      Zwischendrin werden unabhängig von den individuellen Lebensstationen Erfahrungen gemacht, die nahezu universell sind. Von diesen Lebenslektionen können Sie lernen. Im ersten Moment mögen Sie vielleicht überrascht sein, wenn Sie sich in einer neuen Situation wiederfinden. Aber mit unseren zehn Lebenslektionen sind Sie nicht unvorbereitet und können die ungewohnte Lage mental einsortieren.

      10 Lebenslektionen für Freundschaft, Beruf und Erfolg

      • Persönliche Netzwerke bringen Sie weiter.

        Manchmal können Sie sich noch so abstrampeln und kommen doch keinen Schritt weiter: Bewerbung um Bewerbung geschrieben, aber die Konkurrenz ist riesig und in der Masse der Bewerber gehen Sie einfach unter. An dieser Stelle ist es wertvoll, wenn Sie sich ein Netzwerk aufgebaut haben.

        Netzwerke können im Laufe der Jahre durch unterschiedlichste Lebenszusammenhänge entstehen: Schule, Verein, Studium oder persönliche Kontakte aus ehemaligen Jobs. Es ist nichts Ehrenrühriges daran, über einen Bekannten von einer freien Stelle zu erfahren. Tatsächlich werden viele Jobs nicht ausgeschrieben, der verdeckte Stellenmarkt ist deutlich größer als der offene.

        Mehr lesen Sie hier:

      • Loszulassen ist befreiend.

        Viele Menschen verharren zu lange in Situationen, die sie unglücklich machen. Sie haben Angst vor Veränderungen, dass es schlimmer werden könnte. Die gegenwärtige Lage ist vertraut und bietet Sicherheit. Eine positive Veränderung wird von vornherein ausgeschlossen.

        Manchmal muss man sich aber von Ideen trennen – so wie von Menschen, die einem nicht guttun. Das mag nicht auf Anhieb gelingen, aber es ist befreiend. Statt irgendwelchen Idealvorstellungen nachzuhängen oder nostalgisch-verklärend in die Vergangenheit zu blicken, ist es wichtig im Hier und Jetzt zu sein, damit es vorwärts gehen kann.

        Mehr lesen Sie hier:

      • Fehler sind Teil des Lernprozesses

        Zu den wichtigen Lebenslektionen gehört die Erkenntnis, dass Fehler in Ordnung sind. In Deutschland ist vielfach noch eine negative Sicht auf Fehler verbreitet. Das zeigt sich im öffentlichen Umgang und es lässt sich an der Zahl der Firmengründungen ablesen. In den USA werden vergleichsweise deutlich mehr Start-ups gegründet als hierzulande.

        Und das, obwohl das soziale Sicherheitsnetz deutlich größer ist. Wer hier scheitert, muss keine Angst haben, am nächsten Tag unter der Brücke zu nächtigen. Aber der gesellschaftliche Umgang ist immer noch von Scham geprägt. Dabei macht jeder Mensch Fehler, denn sie sind Teil des Lernprozesses. Tragisch wäre lediglich, wenn der ausbliebe: Zehnmal auf dieselbe Art und Weise etwas zu probieren und ein anderes Ergebnis zu erwarten, ist wenig zielführend.

        Mehr lesen Sie hier:

      • Ratschläge anderer können wertvoll sein.

        Ohne gleich mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen: Gerade jüngere Menschen neigen dazu, Ratschläge ihrer Eltern in den Wind zu schlagen. Das ist einerseits völlig normal und Teil eines Abnabelungsprozesses. Manchmal reicht es allerdings, dass der Ratschlag von Repräsentanten einer anderen Generation kommt und die könne per se die eigenen Probleme nicht nachvollziehen, so die Denke dahinter.

        Dabei sind wie gesagt etliche Lebenslektionen universell, Eltern und andere Menschen haben sie bereits gelernt und können nützliche Tipps im Umgang mit bestimmten Problemen geben – wenn man sie lässt. Natürlich heißt das nicht, dass andere immer richtig liegen. Aber es lohnt sich zuzuhören. Ziehen Sie Ratschläge anderer wenigstens in Erwägung. Manches lässt sich aus der eigenen Perspektive nicht abschätzen.

        Mehr lesen Sie hier:

      • Glückliche Beziehungen führen über Selbstannahme.

        Viele Menschen hadern mit sich selbst. Haben Minderwertigkeitsgefühle aus den unterschiedlichsten Gründen. Es ist ein ähnliches Thema wie der Umgang mit Fehlern: Wer an sich selbst perfektionistische Ansprüche stellt, wird nie zufrieden sein.

        Statt sich für bestimmte Unzulänglichkeiten zu schelten, wäre es gesünder, die Gnade sich selbst zukommen zu lassen, die man anderen gewährt. Wie soll jemand Sie als Mensch akzeptieren, wenn Sie selbst es noch nicht einmal tun? Zumal bei anderen leicht der Eindruck entstehen kann, dass Sie die hohen Maßstäbe, die Sie an sich selbst legen, auch an andere legen. Ein gelassenerer Umgang mit den eigenen Macken – ohne sie zu verklären -, hilft Ihnen im Umgang mit anderen Menschen.

        Mehr lesen Sie hier:

      • Es gibt keine universelle Bedeutung von Erfolg.

        Als Karrierebibel berichten wir überwiegend über Erfolg im beruflichen Kontext. Oft kommt darin das klassische Verständnis zum Ausdruck, in dem Erfolg bedeutet, einen beruflichen Aufstieg zu haben. Aber nicht nur Arbeitsmarkt und die Beschäftigungsverhältnisse, auch die persönlichen Werte von Arbeitnehmern haben sich im Laufe der Jahrzehnte verändert.

        Arbeit nimmt als Einkommensquelle immer noch einen wichtigen Platz im Leben vieler Menschen ein. Sie kann auch gleichzeitig Selbstverwirklichung bedeuten. Aber nicht für jeden bedeutet sie das Erklimmen der beruflichen Spitze inklusive gesellschaftlichem Ansehen und dickem Gehalt. Im Gegenteil, Menschen betrachten sich auch als erfolgreich, wenn sie eine Fachkarriere machen. Oder sich zum Downshifting entschließen, da sie so einen beträchtlichen Zugewinn an Lebensqualität erfahren.

        Und schließlich gibt es genügend Menschen, für die Erfolg überwiegend im Privaten stattfindet. Die Arbeit dient dem Broterwerb, aber das wahre Leben findet danach statt: Freunde, Familie, vielleicht sogar ehrenamtliche Tätigkeit im Verein.

        Mehr lesen Sie hier:

      • Wahre Freunde erkennt man in der Not.

        Sie können noch so erfolgreich im Beruf sein und im Geld schwimmen: Ohne Freunde ist das alles nichts. Menschen sind soziale Wesen, auf Dauer vereinsamen sie, wenn sie das, was ihnen wichtig ist, nicht mit anderen teilen können. Auch mit Kollegen kann man sehr viel Spaß haben, aber bleiben Bekanntschaften nur an der Oberfläche und auf den Arbeitsplatz beschränkt, reicht das einfach nicht.

        Auf wen wirklich Verlass ist, erkennt man aber nicht an der Dauer der Freundschaft. Ihr wahres Gesicht zeigen Menschen leider oft erst, wenn es schwierig wird. Dann, wenn es Ihnen nicht gut geht und Sie echte Unterstützung brauchen. Wenn Krisen bewältigt werden müssen und Ihnen jemand mit Trost, Zuhören oder vielleicht sogar finanzieller Hilfe beisteht.

        Lebenslektionen wie diese tragen dazu bei, dass Sie selbst zu reflektieren beginnen: Welcher Mensch möchte ich eigentlich sein? Was ist mir wichtig? Wie sollen mich andere Menschen wahrnehmen?

        Mehr lesen Sie hier:

      • Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine neue.

        Manchmal verbeißen wir uns regelrecht in bestimmten Vorstellungen. Die Abschlussnote muss erreicht werden, sonst wird das alles nichts. Der eine Job muss es sein und kein anderer. Gerade wenn Menschen lange auf ein Ziel hingearbeitet haben oder von klein auf für sie etwas feststand, tun sie sich schwer mit der Erkenntnis, wenn es nicht klappt.

        Dann bricht gefühlt eine Welt zusammen und alles wird negativ gesehen. Die Chance ist vertan, nichts geht mehr. Dabei verschließt so eine Sichtweise die Augen vor unzähligen anderen Möglichkeiten. Das einzige, was Sie dafür brauchen, ist Offenheit neuen Eindrücken, Denkweisen und vielleicht auch Menschen gegenüber.

        Mehr lesen Sie hier:

      • Ständige Vergleiche machen unglücklich.

        Orientieren Sie sich nicht immer an anderen. Es ist ein Prozess, zu sich selbst zu finden, zu erkennen, welche Normen und Werte zu einem passen. Das sollte aber Teil eines Reflexionsprozesses sein. Nie sollte etwas unreflektiert übernommen werden, denn einiges passt vielleicht gar nicht zu ihrem Leben.

        Beispielsweise werden vielleicht Anforderungen und Leistungserwartungen an jemanden gestellt, die er nicht erfüllen kann – weil zuhause noch Kinder auf einen warten. Oder Angehörige gepflegt werden müssen. An sich selbst denselben Maßstab zu legen wie an eine Person, die nicht in diesen Umständen lebt, ist einfach unfair.

        Mehr lesen Sie hier:

      • Geistige Unabhängigkeit ist wichtig.

        Menschen wollen anderen Menschen gefallen. Wir sind geneigt, die Meinung von Freunden oder Personen, die wir bewundern, wichtiger zu nehmen als beispielsweise von Fremden. Bis zu einem gewissen Grad ist das in Ordnung. Wer aber sein ganzes Denken und Handeln nur nach der Meinung anderer ausrichtet – egal, ob Freund oder anonyme Masse -, wird nicht glücklich werden.

        Sie treffen dann immer Entscheidungen auf der Basis der Denkweise anderer. Andere können aber nie exakt wissen, was Sie brauchen, wie Sie empfinden. Hier gilt es auch, sich unabhängig von allzu dominanten Persönlichkeiten zu machen, die Ihnen das Gefühl vermitteln, sie wüssten besser als Sie, was richtig für Sie ist.

        Mehr lesen Sie hier:

      • [Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]
        ]]> Je älter ein Mensch wird, desto wahrscheinlicher, dass er bestimmte Lebenslektionen gelernt hat. Wir sammeln Erfahrungen, realisieren, dass manche Dinge nicht immer so laufen, wie wir uns das gedacht haben. Jüngere Menschen können diesen Erfahrungsschatz aus dem eigenen Erfahren oft noch nicht haben. Es fällt Ihnen daher schwerer, bestimmte Entwicklungen zu antizipieren. Aber jeder kann von den Lebenslektionen anderer Menschen profitieren. Wir stellen hier zehn klassische Lebenslektionen vor, die zum Nachdenken einladen…

        Lebenslektionen als roter Faden im Leben

        Worum geht es bei Lebenslektionen? Leben ist ein Überbegriff für einen gigantischen Kosmos an Möglichkeiten. Leben ist die Existenz eines Menschen, die je nach Biographie so unterschiedlich verlaufen kann. Und andererseits existieren Erfahrungen, die nahezu jeder teilt.

        Beispielsweise, weil sie Bestandteil gesellschaftlicher Übereinkunft sind. Der klassische Werdegang der meisten: Sie besuchen erst den Kindergarten, gehen dann zur Schule und machen anschließend eine Ausbildung oder absolvieren ein Studium. Es folgt der Berufseintritt und oft trennen sich dort erneut die Wege.

        Klar, es gibt teilweise noch die stromlinienförmig verlaufenden Berufsbiographien, bei denen eine Person von der Ausbildung bis zur Rente bei einem Arbeitgeber bleibt und zwischendrin verschiedene Karrierestufen durchläuft. In der heutigen Zeit sind Jobwechsel allerdings deutlich wahrscheinlicher, Arbeitnehmer mobiler.

        Und selbst wenn Arbeit bei vielen Menschen eine langjährige Konstante ist, gibt es genauso gut viele Menschen, die andere Erfahrungen machen – sei es Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit, sei es mit Blick auf das Privatleben. Der klassische Dreiklang von Hochzeit, Kindern, Hausbau repräsentiert ebenfalls nur einen Teil der Gesellschaft.

        Zwischendrin werden unabhängig von den individuellen Lebensstationen Erfahrungen gemacht, die nahezu universell sind. Von diesen Lebenslektionen können Sie lernen. Im ersten Moment mögen Sie vielleicht überrascht sein, wenn Sie sich in einer neuen Situation wiederfinden. Aber mit unseren zehn Lebenslektionen sind Sie nicht unvorbereitet und können die ungewohnte Lage mental einsortieren.

        10 Lebenslektionen für Freundschaft, Beruf und Erfolg

        • Persönliche Netzwerke bringen Sie weiter.

          Manchmal können Sie sich noch so abstrampeln und kommen doch keinen Schritt weiter: Bewerbung um Bewerbung geschrieben, aber die Konkurrenz ist riesig und in der Masse der Bewerber gehen Sie einfach unter. An dieser Stelle ist es wertvoll, wenn Sie sich ein Netzwerk aufgebaut haben.

          Netzwerke können im Laufe der Jahre durch unterschiedlichste Lebenszusammenhänge entstehen: Schule, Verein, Studium oder persönliche Kontakte aus ehemaligen Jobs. Es ist nichts Ehrenrühriges daran, über einen Bekannten von einer freien Stelle zu erfahren. Tatsächlich werden viele Jobs nicht ausgeschrieben, der verdeckte Stellenmarkt ist deutlich größer als der offene.

          Mehr lesen Sie hier:

        • Loszulassen ist befreiend.

          Viele Menschen verharren zu lange in Situationen, die sie unglücklich machen. Sie haben Angst vor Veränderungen, dass es schlimmer werden könnte. Die gegenwärtige Lage ist vertraut und bietet Sicherheit. Eine positive Veränderung wird von vornherein ausgeschlossen.

          Manchmal muss man sich aber von Ideen trennen – so wie von Menschen, die einem nicht guttun. Das mag nicht auf Anhieb gelingen, aber es ist befreiend. Statt irgendwelchen Idealvorstellungen nachzuhängen oder nostalgisch-verklärend in die Vergangenheit zu blicken, ist es wichtig im Hier und Jetzt zu sein, damit es vorwärts gehen kann.

          Mehr lesen Sie hier:

        • Fehler sind Teil des Lernprozesses

          Zu den wichtigen Lebenslektionen gehört die Erkenntnis, dass Fehler in Ordnung sind. In Deutschland ist vielfach noch eine negative Sicht auf Fehler verbreitet. Das zeigt sich im öffentlichen Umgang und es lässt sich an der Zahl der Firmengründungen ablesen. In den USA werden vergleichsweise deutlich mehr Start-ups gegründet als hierzulande.

          Und das, obwohl das soziale Sicherheitsnetz deutlich größer ist. Wer hier scheitert, muss keine Angst haben, am nächsten Tag unter der Brücke zu nächtigen. Aber der gesellschaftliche Umgang ist immer noch von Scham geprägt. Dabei macht jeder Mensch Fehler, denn sie sind Teil des Lernprozesses. Tragisch wäre lediglich, wenn der ausbliebe: Zehnmal auf dieselbe Art und Weise etwas zu probieren und ein anderes Ergebnis zu erwarten, ist wenig zielführend.

          Mehr lesen Sie hier:

        • Ratschläge anderer können wertvoll sein.

          Ohne gleich mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen: Gerade jüngere Menschen neigen dazu, Ratschläge ihrer Eltern in den Wind zu schlagen. Das ist einerseits völlig normal und Teil eines Abnabelungsprozesses. Manchmal reicht es allerdings, dass der Ratschlag von Repräsentanten einer anderen Generation kommt und die könne per se die eigenen Probleme nicht nachvollziehen, so die Denke dahinter.

          Dabei sind wie gesagt etliche Lebenslektionen universell, Eltern und andere Menschen haben sie bereits gelernt und können nützliche Tipps im Umgang mit bestimmten Problemen geben – wenn man sie lässt. Natürlich heißt das nicht, dass andere immer richtig liegen. Aber es lohnt sich zuzuhören. Ziehen Sie Ratschläge anderer wenigstens in Erwägung. Manches lässt sich aus der eigenen Perspektive nicht abschätzen.

          Mehr lesen Sie hier:

        • Glückliche Beziehungen führen über Selbstannahme.

          Viele Menschen hadern mit sich selbst. Haben Minderwertigkeitsgefühle aus den unterschiedlichsten Gründen. Es ist ein ähnliches Thema wie der Umgang mit Fehlern: Wer an sich selbst perfektionistische Ansprüche stellt, wird nie zufrieden sein.

          Statt sich für bestimmte Unzulänglichkeiten zu schelten, wäre es gesünder, die Gnade sich selbst zukommen zu lassen, die man anderen gewährt. Wie soll jemand Sie als Mensch akzeptieren, wenn Sie selbst es noch nicht einmal tun? Zumal bei anderen leicht der Eindruck entstehen kann, dass Sie die hohen Maßstäbe, die Sie an sich selbst legen, auch an andere legen. Ein gelassenerer Umgang mit den eigenen Macken – ohne sie zu verklären -, hilft Ihnen im Umgang mit anderen Menschen.

          Mehr lesen Sie hier:

        • Es gibt keine universelle Bedeutung von Erfolg.

          Als Karrierebibel berichten wir überwiegend über Erfolg im beruflichen Kontext. Oft kommt darin das klassische Verständnis zum Ausdruck, in dem Erfolg bedeutet, einen beruflichen Aufstieg zu haben. Aber nicht nur Arbeitsmarkt und die Beschäftigungsverhältnisse, auch die persönlichen Werte von Arbeitnehmern haben sich im Laufe der Jahrzehnte verändert.

          Arbeit nimmt als Einkommensquelle immer noch einen wichtigen Platz im Leben vieler Menschen ein. Sie kann auch gleichzeitig Selbstverwirklichung bedeuten. Aber nicht für jeden bedeutet sie das Erklimmen der beruflichen Spitze inklusive gesellschaftlichem Ansehen und dickem Gehalt. Im Gegenteil, Menschen betrachten sich auch als erfolgreich, wenn sie eine Fachkarriere machen. Oder sich zum Downshifting entschließen, da sie so einen beträchtlichen Zugewinn an Lebensqualität erfahren.

          Und schließlich gibt es genügend Menschen, für die Erfolg überwiegend im Privaten stattfindet. Die Arbeit dient dem Broterwerb, aber das wahre Leben findet danach statt: Freunde, Familie, vielleicht sogar ehrenamtliche Tätigkeit im Verein.

          Mehr lesen Sie hier:

        • Wahre Freunde erkennt man in der Not.

          Sie können noch so erfolgreich im Beruf sein und im Geld schwimmen: Ohne Freunde ist das alles nichts. Menschen sind soziale Wesen, auf Dauer vereinsamen sie, wenn sie das, was ihnen wichtig ist, nicht mit anderen teilen können. Auch mit Kollegen kann man sehr viel Spaß haben, aber bleiben Bekanntschaften nur an der Oberfläche und auf den Arbeitsplatz beschränkt, reicht das einfach nicht.

          Auf wen wirklich Verlass ist, erkennt man aber nicht an der Dauer der Freundschaft. Ihr wahres Gesicht zeigen Menschen leider oft erst, wenn es schwierig wird. Dann, wenn es Ihnen nicht gut geht und Sie echte Unterstützung brauchen. Wenn Krisen bewältigt werden müssen und Ihnen jemand mit Trost, Zuhören oder vielleicht sogar finanzieller Hilfe beisteht.

          Lebenslektionen wie diese tragen dazu bei, dass Sie selbst zu reflektieren beginnen: Welcher Mensch möchte ich eigentlich sein? Was ist mir wichtig? Wie sollen mich andere Menschen wahrnehmen?

          Mehr lesen Sie hier:

        • Schließt sich eine Tür, öffnet sich eine neue.

          Manchmal verbeißen wir uns regelrecht in bestimmten Vorstellungen. Die Abschlussnote muss erreicht werden, sonst wird das alles nichts. Der eine Job muss es sein und kein anderer. Gerade wenn Menschen lange auf ein Ziel hingearbeitet haben oder von klein auf für sie etwas feststand, tun sie sich schwer mit der Erkenntnis, wenn es nicht klappt.

          Dann bricht gefühlt eine Welt zusammen und alles wird negativ gesehen. Die Chance ist vertan, nichts geht mehr. Dabei verschließt so eine Sichtweise die Augen vor unzähligen anderen Möglichkeiten. Das einzige, was Sie dafür brauchen, ist Offenheit neuen Eindrücken, Denkweisen und vielleicht auch Menschen gegenüber.

          Mehr lesen Sie hier:

        • Ständige Vergleiche machen unglücklich.

          Orientieren Sie sich nicht immer an anderen. Es ist ein Prozess, zu sich selbst zu finden, zu erkennen, welche Normen und Werte zu einem passen. Das sollte aber Teil eines Reflexionsprozesses sein. Nie sollte etwas unreflektiert übernommen werden, denn einiges passt vielleicht gar nicht zu ihrem Leben.

          Beispielsweise werden vielleicht Anforderungen und Leistungserwartungen an jemanden gestellt, die er nicht erfüllen kann – weil zuhause noch Kinder auf einen warten. Oder Angehörige gepflegt werden müssen. An sich selbst denselben Maßstab zu legen wie an eine Person, die nicht in diesen Umständen lebt, ist einfach unfair.

          Mehr lesen Sie hier:

        • Geistige Unabhängigkeit ist wichtig.

          Menschen wollen anderen Menschen gefallen. Wir sind geneigt, die Meinung von Freunden oder Personen, die wir bewundern, wichtiger zu nehmen als beispielsweise von Fremden. Bis zu einem gewissen Grad ist das in Ordnung. Wer aber sein ganzes Denken und Handeln nur nach der Meinung anderer ausrichtet – egal, ob Freund oder anonyme Masse -, wird nicht glücklich werden.

          Sie treffen dann immer Entscheidungen auf der Basis der Denkweise anderer. Andere können aber nie exakt wissen, was Sie brauchen, wie Sie empfinden. Hier gilt es auch, sich unabhängig von allzu dominanten Persönlichkeiten zu machen, die Ihnen das Gefühl vermitteln, sie wüssten besser als Sie, was richtig für Sie ist.

          Mehr lesen Sie hier:

        • [Bildnachweis: wavebreakmedia by Shutterstock.com]
          ]]> So machen Sie aus allem das Beste https://karrierebibel.de/so-machen-sie-aus-allem-das-beste/ Sun, 13 Oct 2019 16:00:27 +0000 Nils Warkentin http://karrierebibel.de/?p=55089

          Ein schönes Bonmot lautet: Es geht nicht immer darum, von allem das Beste zu haben. Viel wichtiger ist es, aus dem, was man hat, das Beste zu machen. Es scheint fast so, als wäre manchen Menschen genau dieses Verhalten in die Wiege gelegt worden. Sie besitzen einen scheinbar unerschöpflichen Vorrat an guter Laune, können jedem Rückschlag noch etwas Positives abgewinnen und an Veränderungen scheinen Sie sich in kürzester Zeit und ohne große Umstände anpassen zu können. Anderen bleibt dann nur der verblüffte Gedanken: Wie machen die das bloß? Wir zeigen Ihnen, wie auch Sie aus allem das Beste machen können…

          Aus allem das Beste machen: Eine wichtige Eigenschaft

          Manchmal ist es wirklich zum verrückt werden: Kurz vor dem Abschluss eines großen Projekts fallen dem Kunden noch wichtige Änderungswünsche ein, der Chef verteilt immer neue Aufgaben, während er gleichzeitig Meetings einberuft, welche die effektive Arbeitszeit auf ein Minimum reduzieren und der Antrag auf Urlaub wurde auch noch nicht genehmigt. Kurz gesagt: Es läuft gerade einfach nicht so, wie Sie es sich vorstellen.

          Nun haben Sie zwei Möglichkeiten, um auf diese Situation zu reagieren. Entweder Sie lassen sich von Ihrem Frust kleinkriegen, jammern über das schreckliche Los, das Sie gezogen haben und kommen am Ende zu dem Schluss, dass Sie am liebsten alles hinschmeißen würden.

          Oder: Sie machen das Beste daraus. Soll heißen: Sie glauben daran, dass Ihr Urlaubsantrag noch bewilligt wird und fragen noch einmal freundlich nach; Sie finden gemeinsam mit Ihrem Chef eine Lösung, um das Arbeitspensum zu bewältigen und den wichtigsten Meetings trotzdem beiwohnen zu können und Sie stellen ein Team zusammen, um die Wünsche des Kunden nicht nur schnell, sondern auch in der erwarteten Qualität zu erfüllen.

          Wer in der Lage ist, auch aus einer schwierigen Situation das Beste zu machen, fühlt sich glücklicher und zufriedener, doch fällt vielen ein solches Verhalten nicht leicht. Wie gut Sie sich bei dem Vorhaben schlagen, hängt von drei Fragen ab.

          • Verfügen Sie über Resilienz? Wie gut können Sie mit Rückschlägen umgehen? Lassen Sie sich schnell aus der Bahn werfen oder stehen Sie nach einem Schlag wieder auf, klopfen sich den Staub von den Schultern und machen weiter? Erkennen Sie sich in der zweiten Beschreibung wieder, verfügen Sie über Resilienz und haben gute Voraussetzungen, aus allem das Beste zu machen.
          • Wie gut verarbeiten Sie Stress? Auch Ihre Fähigkeit mit Stress umzugehen, beeinflusst, ob Sie an den Dingen arbeiten oder frühzeitig das Handtuch werfen. Dabei kommt es darauf an, wie Sie auf Stress reagieren. Nutzen Sie eine stressige Phase im Job als kurzfristigen Motivationsschub oder führt Stress bei Ihnen schnell zur Überlastung?
          • Sind Sie ein Pessimist? Wer aus allem das Beste machen will, muss natürlich auch daran glauben, dass er es schaffen kann. Wie sollen sich die Dinge verbessern, wenn Sie von Anfang an davon ausgehen, dass es eher schlimmer wird?

          So machen Sie aus allem das Beste

          So schön die Fähigkeit auch ist, aus wirklich jeder Situation das Beste zu machen: Nicht jeder ist mit dieser Gabe ausgestattet. Doch jetzt die gute Nachricht: Sie können es lernen! Das erfordert zwar ein bisschen Übung, doch es ist auch keine Raketenwissenschaft. Vielmehr ist es eine Frage der Einstellung, an der Sie arbeiten müssen. Der erste Schritt lautet: Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie beeinflussen können. Alles andere ist verschwendete Energie. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, aus allem das Beste zu machen.

          1. Konzentrieren Sie sich auf die Lösung, nicht auf das Problem

            Wenn ein Problem besteht, sollten Sie dieses erkennen und auch analysieren. Ihre volle Konzentration sollte sich anschließend aber auf die Lösung richten. Sich immer nur die Schwierigkeiten vor Augen zu führen, zieht Ihre Laune in den Keller und trägt am Ende nicht dazu bei, das Beste aus der Situation zu machen. Nutzen Sie Ihre Energie lieber, um die nötigen Veränderungen in die Wege zu leiten, um das Problem zu beheben.

            Lesen Sie dazu auch:

          2. Freuen Sie sich über das, was Sie haben

            Oft wird der Fehler begangen, sich immer nur über das zu beklagen, was man (noch) nicht hat. Wer aber das Beste aus allem machen möchte, sollte sein Augenmerk lieber auf die Gegenwart legen. Seien Sie dankbar für Ihren Job, anstatt sich vorzustellen, wie viel ein Manager verdient und beneiden Sie einen Kollegen nicht für seinen Sportwagen, sondern freuen Sie sich, dass Ihr Familienwagen Sie und Ihre Familie sicher in den Urlaub bringt.

            Lesen Sie dazu auch:

          3. Glauben Sie daran, dass schwere Zeiten vorüber gehen

            Murphys Gesetz besagt: Alles, was schief gehen kann, wird auch schief gehen. Gerade wenn es einmal besonders hart kommt, wird der aktuelle Zustand als Konstante gesehen. Getreu dem Motto: Es wird sich nie etwas verbessern. Mit einer solchen Einstellung kann das sogar stimmen. Machen Sie sich daher bewusst, dass schwierige Zeiten kommen – aber auch wieder gehen. Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand!

            Lesen Sie dazu auch:

          4. Pflegen Sie den Kontakt zu Familie und Freunden

            Rückschläge und Herausforderungen sind noch schwerer zu meistern, wenn Sie dies alleine versuchen. Um aber wirklich das Beste aus allem zu machen, brauchen Sie einen starken Rückhalt. Diesen können Sie beispielsweise durch Ihre Familie und Freunde erhalten. Sie wissen, dass immer jemand an Ihrer Seite steht, egal wie schlimm es auch kommen mag. Dieses Gefühl verleiht große Selbstsicherheit.

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          5. Bitten Sie um Hilfe, wenn es angebracht ist

            Wer aus allem das Beste machen will, muss auch einsehen: Es geht nicht immer alleine. Es ist keine Schande, sich selbst und anderen gegenüber einzugestehen, dass Sie bei der ein oder anderen Aufgabe Hilfe benötigen. Fragen Sie also einen Kollegen, ob dieser Ihnen zur Hand gehen kann, wenn Sie in Arbeit ertrinken.

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          [Bildnachweis: Luis Molinero by Shutterstock.com]
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          Ein schönes Bonmot lautet: Es geht nicht immer darum, von allem das Beste zu haben. Viel wichtiger ist es, aus dem, was man hat, das Beste zu machen. Es scheint fast so, als wäre manchen Menschen genau dieses Verhalten in die Wiege gelegt worden. Sie besitzen einen scheinbar unerschöpflichen Vorrat an guter Laune, können jedem Rückschlag noch etwas Positives abgewinnen und an Veränderungen scheinen Sie sich in kürzester Zeit und ohne große Umstände anpassen zu können. Anderen bleibt dann nur der verblüffte Gedanken: Wie machen die das bloß? Wir zeigen Ihnen, wie auch Sie aus allem das Beste machen können…

          Aus allem das Beste machen: Eine wichtige Eigenschaft

          Manchmal ist es wirklich zum verrückt werden: Kurz vor dem Abschluss eines großen Projekts fallen dem Kunden noch wichtige Änderungswünsche ein, der Chef verteilt immer neue Aufgaben, während er gleichzeitig Meetings einberuft, welche die effektive Arbeitszeit auf ein Minimum reduzieren und der Antrag auf Urlaub wurde auch noch nicht genehmigt. Kurz gesagt: Es läuft gerade einfach nicht so, wie Sie es sich vorstellen.

          Nun haben Sie zwei Möglichkeiten, um auf diese Situation zu reagieren. Entweder Sie lassen sich von Ihrem Frust kleinkriegen, jammern über das schreckliche Los, das Sie gezogen haben und kommen am Ende zu dem Schluss, dass Sie am liebsten alles hinschmeißen würden.

          Oder: Sie machen das Beste daraus. Soll heißen: Sie glauben daran, dass Ihr Urlaubsantrag noch bewilligt wird und fragen noch einmal freundlich nach; Sie finden gemeinsam mit Ihrem Chef eine Lösung, um das Arbeitspensum zu bewältigen und den wichtigsten Meetings trotzdem beiwohnen zu können und Sie stellen ein Team zusammen, um die Wünsche des Kunden nicht nur schnell, sondern auch in der erwarteten Qualität zu erfüllen.

          Wer in der Lage ist, auch aus einer schwierigen Situation das Beste zu machen, fühlt sich glücklicher und zufriedener, doch fällt vielen ein solches Verhalten nicht leicht. Wie gut Sie sich bei dem Vorhaben schlagen, hängt von drei Fragen ab.

          • Verfügen Sie über Resilienz? Wie gut können Sie mit Rückschlägen umgehen? Lassen Sie sich schnell aus der Bahn werfen oder stehen Sie nach einem Schlag wieder auf, klopfen sich den Staub von den Schultern und machen weiter? Erkennen Sie sich in der zweiten Beschreibung wieder, verfügen Sie über Resilienz und haben gute Voraussetzungen, aus allem das Beste zu machen.
          • Wie gut verarbeiten Sie Stress? Auch Ihre Fähigkeit mit Stress umzugehen, beeinflusst, ob Sie an den Dingen arbeiten oder frühzeitig das Handtuch werfen. Dabei kommt es darauf an, wie Sie auf Stress reagieren. Nutzen Sie eine stressige Phase im Job als kurzfristigen Motivationsschub oder führt Stress bei Ihnen schnell zur Überlastung?
          • Sind Sie ein Pessimist? Wer aus allem das Beste machen will, muss natürlich auch daran glauben, dass er es schaffen kann. Wie sollen sich die Dinge verbessern, wenn Sie von Anfang an davon ausgehen, dass es eher schlimmer wird?

          So machen Sie aus allem das Beste

          So schön die Fähigkeit auch ist, aus wirklich jeder Situation das Beste zu machen: Nicht jeder ist mit dieser Gabe ausgestattet. Doch jetzt die gute Nachricht: Sie können es lernen! Das erfordert zwar ein bisschen Übung, doch es ist auch keine Raketenwissenschaft. Vielmehr ist es eine Frage der Einstellung, an der Sie arbeiten müssen. Der erste Schritt lautet: Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie beeinflussen können. Alles andere ist verschwendete Energie. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, aus allem das Beste zu machen.

          1. Konzentrieren Sie sich auf die Lösung, nicht auf das Problem

            Wenn ein Problem besteht, sollten Sie dieses erkennen und auch analysieren. Ihre volle Konzentration sollte sich anschließend aber auf die Lösung richten. Sich immer nur die Schwierigkeiten vor Augen zu führen, zieht Ihre Laune in den Keller und trägt am Ende nicht dazu bei, das Beste aus der Situation zu machen. Nutzen Sie Ihre Energie lieber, um die nötigen Veränderungen in die Wege zu leiten, um das Problem zu beheben.

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          2. Freuen Sie sich über das, was Sie haben

            Oft wird der Fehler begangen, sich immer nur über das zu beklagen, was man (noch) nicht hat. Wer aber das Beste aus allem machen möchte, sollte sein Augenmerk lieber auf die Gegenwart legen. Seien Sie dankbar für Ihren Job, anstatt sich vorzustellen, wie viel ein Manager verdient und beneiden Sie einen Kollegen nicht für seinen Sportwagen, sondern freuen Sie sich, dass Ihr Familienwagen Sie und Ihre Familie sicher in den Urlaub bringt.

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          3. Glauben Sie daran, dass schwere Zeiten vorüber gehen

            Murphys Gesetz besagt: Alles, was schief gehen kann, wird auch schief gehen. Gerade wenn es einmal besonders hart kommt, wird der aktuelle Zustand als Konstante gesehen. Getreu dem Motto: Es wird sich nie etwas verbessern. Mit einer solchen Einstellung kann das sogar stimmen. Machen Sie sich daher bewusst, dass schwierige Zeiten kommen – aber auch wieder gehen. Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand!

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          4. Pflegen Sie den Kontakt zu Familie und Freunden

            Rückschläge und Herausforderungen sind noch schwerer zu meistern, wenn Sie dies alleine versuchen. Um aber wirklich das Beste aus allem zu machen, brauchen Sie einen starken Rückhalt. Diesen können Sie beispielsweise durch Ihre Familie und Freunde erhalten. Sie wissen, dass immer jemand an Ihrer Seite steht, egal wie schlimm es auch kommen mag. Dieses Gefühl verleiht große Selbstsicherheit.

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          5. Bitten Sie um Hilfe, wenn es angebracht ist

            Wer aus allem das Beste machen will, muss auch einsehen: Es geht nicht immer alleine. Es ist keine Schande, sich selbst und anderen gegenüber einzugestehen, dass Sie bei der ein oder anderen Aufgabe Hilfe benötigen. Fragen Sie also einen Kollegen, ob dieser Ihnen zur Hand gehen kann, wenn Sie in Arbeit ertrinken.

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          [Bildnachweis: Luis Molinero by Shutterstock.com]
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          Gutes Benehmen: So bringt es Sie (beruflich) weiter https://karrierebibel.de/gutes-benehmen/ Sun, 13 Oct 2019 14:00:46 +0000 Anja Rassek http://karrierebibel.de/?p=69392

          „Ich bin doch nicht mit dem Düsenjet durch die Kinderstube gerauscht“ sagt jemand, der für sich gutes Benehmen in Anspruch nimmt. Der unterschwellige Vorwurf, der mitschwingt, zeigt, dass der Sprecher sein Gegenüber wissen lassen möchte, dass er bestimmte Umgangsformen sehr wohl erlernt hat. Wie wir uns verhalten, ist eine Frage der Erziehung, aber auch der Kultur in der wir groß werden. Zwar gibt es eine Fülle von Verhaltensweisen, die in bestimmten Situationen angebracht sind, aber längst beherrscht nicht jeder diese Regeln. Warum Sie dennoch wichtig sind…

          Gutes Benehmen Definition: Was ist das eigentlich?

          Ganz neutral als Benehmen können wir das Verhalten im Zusammenhang mit anderen Menschen bezeichnen. Im gesellschaftlichen Kontext hat sich gutes Benehmen als Umschreibung für bestimmte Umgangsformen etabliert.

          Diese haben sich über Jahrhunderte entwickelt und sind teilweise in Gesetzen juristisch festgehalten (beispielsweise Lärmschutz). Der Zusatz „gut“ bei Umgangsformen oder Manieren zeigt, dass es bestimmte Merkmale gibt, an denen man sich erkennt, denn diese Verhaltensweisen sind identitätsstiftend.

          Gutes Benehmen (englisch: good behaviour) heißt, je nach Situation angemessen reagieren zu können. Das schließt nicht nur bestimmte Orte ein, etwa Ihr Verhalten am Arbeitsplatz, in der Schule Ihres Kindes oder bei einem Abendessen im Sternerestaurant. Das schließt auch unerwartete Situationen ein. Um das leisten zu können, müssen folgende Prozesse ablaufen:

          • Die Situation muss identifiziert werden.
          • Der Beobachter muss über das adäquate Wissen verfügen.
          • Er muss in der Lage sein, dieses Wissen anwenden zu können.
          • Durch Selbstreflexion und Empathie kann der Beobachter sich und seine Umgebung einordnen.

          Wenn es gutes Benehmen gibt, ist klar, dass es auch schlechtes Benehmen gibt: Das ist dann ein Verhalten, das von den zu erwartenden Umgangsformen abweicht, beispielsweise wenn jemand in der Stadt angerempelt wird und der Verursacher sich nicht entschuldigt.

          An diesem Beispiel wird deutlich, dass gutes Benehmen mit Höflichkeit verbunden ist. Gutes Benehmen geht weit über Etikette hinaus, die eigentlich mehr einen festen Regelkanon bezeichnet; stattdessen ist gutes Benehmen mehr eine Geisteshaltung.

          Regeln erleichtern den Umgang miteinander

          In jeder Gesellschaft gibt es geschriebene und ungeschriebene Regeln, wie Menschen miteinander umgehen. Das gilt für das private Leben ebenso wie für die Öffentlichkeit. Auch im Arbeitsleben gibt es „unsichtbare“ Teamregeln, das heißt, wenn Sie eine neue Arbeitsstelle antreten, sollten Sie sich zuvor über einige Dinge im Klaren sein.

          Aber auch wenn man sicherlich im Erwachsenenleben noch mit einigen neuen Regeln konfrontiert wird – etwa, weil man eine neue Kultur kennenlernt oder sich in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen bewegt: das meiste lernen wir von Kindesbeinen an.

          Eltern sind die ersten Idole ihrer Kinder; sie vermitteln ihrem Nachwuchs, worauf es im Leben ankommt. Dabei kann man gutes Benehmen grob in einen verbalen und in einen nonverbalen Bereich einteilen:

          • Verbaler Bereich: Oft ist von „Zauberworten“ die Rede, denn Begriffe wie danke und bitte stimmen unser Gegenüber gleich viel wohlwollender auf uns ein. Das gilt besonders, wenn wir beispielsweise bei einer Sache Hilfe benötigen. Auch die Tageszeit, wenn wir auf dem Flur einem Kollegen begegnen oder dass Sie sich mit Namen am Telefon melden, gehört in diesen Bereich.
          • Nonverbaler Bereich: Wenn Sie durch eine Tür gehen, vergewissern Sie sich, dass hinter Ihnen niemand ebenfalls hindurch möchte – anderenfalls halten Sie die Tür auf. Sie niesen nicht, ohne sich den linken Handrücken vor den Mund zu halten, ebenso wenig gähnen oder essen Sie mit offenem Mund. Sie schütteln anderen Menschen zur Begrüßung die Hände.

          Der Satz „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ zeigt leider auch, dass es gar nicht so einfach ist, bestimmte Regeln zu verinnerlichen. Kinder lernen gutes Benehmen vor allem, in dem sie ihre Eltern imitieren. Wenn allerdings die Eltern bereits diese Umgangsformen nicht kennen, dann gibt es wenig, was die Kinder sich von ihren Eltern abgucken könnten.

          Denn beispielsweise ein höflicher Umgang miteinander muss in allen Lebenslagen und Alltagssituationen erkennbar sein, damit ein Kind Gelegenheit hat, dieses Verhalten zu üben. Wer gutes Benehmen beherrscht, bekommt ein Gefühl der Sicherheit, auch in ungewohnten Situationen. Es gibt dem Kind das Wissen mit, was es für die Schule und auch später fürs Berufsleben braucht.

          Neben der Erziehung sind es vor allem Schule, Vereine und die Gesellschaft selbst, die gutes Benehmen spiegeln beziehungsweise schlechtes Benehmen entsprechend sanktionieren. Das zeigt allerdings auch, wie wichtig die Integration von (erwachsenen) Migranten ist, denn Sie konnten diese Regeln häufig weder durch ihre Eltern, noch die Schule erlernen.

          Gutes Benehmen ist mehr als Etikette

          Gutes Benehmen ist weitaus mehr als zu wissen, welches Besteck beim Essen für welchen Gang benutzt wird. Gutes Benehmen bedeutet, dass derjenige, der es beherrscht, mit einer Reihe von sozialen Kompetenzen ausgestattet ist.

          Dazu gehört beispielsweise, sich Fehler eingestehen zu können und seinem Gegenüber zu signalisieren, dass man sich seines Fehlverhaltens bewusst ist. Häufig fällt es Erwachsenen jedoch schwer sich zu entschuldigen, dabei ist dies eine der wichtigsten Grundlagen guten Benehmens.

          Das gilt nicht nur für offensichtliche Fälle wie im genannten Beispiel vom Tür aufhalten, sondern auch, wenn wir unser Gegenüber gekränkt oder verletzt haben. Gutes Benehmen erfordert also Selbstreflexion. Allerdings ist es noch mehr.

          So beobachtet beispielsweise die Erziehungswissenschaftlerin Brita Rang seit Beginn des neuen Jahrtausends in Deutschland ein gestiegenes öffentliches Interesse an Höflichkeit. Sie führt dies auf Globalisierung und Internationalisierung zurück: Im Zuge eines immer mobileren Arbeitslebens wird vom Arbeitnehmer auch angemessenes Verhalten im Ausland erwartet.

          Beispielsweise ist es in Japan nicht üblich, sich zur Begrüßung die Hand zu geben. Um allerdings abweichende Regeln erkennen zu können, bedarf es zunächst einmal des Erkennens der eigenen Umgangsformen. Dies, kombiniert mit Empathie und interkultureller Kompetenz, hilft im Umgang mit Geschäftspartnern im Ausland.

          Höflichkeit ist demnach auch die Fähigkeit, sich selbst zurückzunehmen und stattdessen zu beobachten. Das kann vor allem dann wichtig sein, wenn es um unerwartete Situationen geht.

          Manieren als Grundlage für das Berufsleben

          Was von manchen Leuten vielleicht vorschnell als altmodisch oder überflüssig abgetan wird, erweist sich im Arbeitskontext als überaus wertvoll. Spätestens dann, wenn sich jemand auf einen Ausbildungsplatz bewirbt und es zum Vorstellungsgespräch kommt, zeigt sich der Wert von gutem Benehmen.

          Wer freundlich und respektvoll auftritt, hat deutlich bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz, aber auch im späteren Berufsleben ist gutes Benehmen ein Türöffner. Immer wieder gibt es Situationen, in denen bestimmte Umgangsformen von Ihnen erwartet werden.

          Ganz gleich, ob es um die Weihnachtsfeier, das Essen mit dem Chef oder den täglichen E-Mail-Verkehr geht: Wer weiß, wie er sich verhalten muss, strahlt Selbstsicherheit und Selbstvertrauen aus. Wir haben hier einige wichtige Regeln zusammengestellt:

          • Distanz

            Jeder Mensch hat eine bestimmte Distanzzone. Unterschiede im Empfinden sind meist kulturell bedingt, so ist in südlichen Ländern wie beispielsweise Italien, aber auch in Lateinamerika die Vorstellung davon abweichend. In jedem Fall empfiehlt es sich, auch hier zu beobachten. Hierzulande liegt bei Kollegen und Bekannten die Wohlfühldistanz zwischen 60 Zentimetern und einem Meter. Das bedeutet allerdings auch, dass Sie auf keinen Fall näher rücken sollten.

            Mehr dazu hier: Distanzzonen: Bitte Abstand halten!

          • Anrede

            Wahren Sie auch in einer E-Mail die Höflichkeitsform. Eine E-Mail ist nicht so förmlich wie ein Brief. Doch trotzdem sollte man sich die Zeit für Höflichkeit nehmen. Steigen Sie nicht vorschnell auf das „Hallo“ um, sondern bleiben Sie bei „Sehr geehrte/r“. Verzichten Sie auf Abkürzungen, wie Mfg. Nur in der internen Kommunikationen können E-Mails auch formloser geschrieben werden.

            Mehr dazu hier: E-Mail-Anrede: Tipps für mehrere Personen

          • Kritik

            Sollte nie unmittelbar im Beisein anderer geäußert werden. Niemand wird gerne auf seine Fehler und Schwächen hingewiesen. Möchten Sie Grundsatzdiskussionen führen oder vergangene Entscheidungen in Zweifel ziehen, tun Sie dies in einem persönlichen Gespräch. Stellen Sie Ihre Kollegen oder Ihren Chef nicht vor versammelter Mannschaft bloß. Vermeiden Sie Pauschalisierungen und beispielsweise Ihren Kritikpunkt mit den Worten „nie“ oder „immer“ einzuleiten. Stattdessen sollten Sie lieber konkrete Situationen bennen.

            Mehr dazu hier: Konstruktive Kritik: Kritikfähigkeit üben

          • Begrüßung

            Hier kommt es auf die richtige Reihenfolge an, denn im Gegensatz zum Privatleben wird im beruflichen Kontext immer zuerst die ranghöhste Person begrüßt, auch wenn eine Dame anwesend ist. Danach gilt: Ältere Personen werden vor jüngeren und Damen vor Herren gegrüßt. Handküsse gelten allerdings mittlerweile als veraltet. Und in der Regel sagt man statt „angenehm“ eher „Ich freue mich, Sie kennenzulernen“.

            Mehr dazu hier: Begrüßung: Knigge-Regeln zur Vorstellung

          • Empfang

            Besucht Sie ein Kunde oder ein potenzieller Geschäftspartner in Ihren Räumlichkeiten, lassen Sie diese nicht allein durchs Haus irren, sondern nehmen Sie Ihre Gäste in Empfang und führen Sie diese zum Ort des Treffens. Begleiten Sie diese auch zur Tür nach Beendigung des Treffens.

            Mehr dazu hier: Dinner-Party Knigge: Achtung Fettnäpfchen!

          • Anrufe

            Bei Geschäftstreffen sollten Anrufe nur in dringenden Fällen angenommen werden. Wer bei einem Treffen mit einem Kunden oder Geschäftspartner ständig ans Telefon geht, zeigt damit, dass alles andere wichtiger ist, als die aktuelle Zusammenkunft. Außerdem sorgt das Klingeln des Mobiltelefons für Unruhe und verhindert das Fortschreiten der Konversation. Ebenso gilt es als grob unhöflich, das Smartphone demonstrativ auf dem Tisch zu platzieren. Seien Sie sich auch bewusst darüber, welchen Eindruck Ihr Klingelton erweckt.

            Mehr dazu hier: Smartphone-Knigge: Etikette fürs Handy

          • Titel

            Sprechen Sie Ihren Gesprächspartner mit dem akademischen Titel an, sofern dieser einen führt. Zwar gibt es zahlreiche akademische Titel, doch in Deutschland, werden nur Träger eines Doktor- oder Professorentitels auch mit diesem angesprochen. Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. – wie soll man da noch wissen, wie die betreffende Person anzusprechen ist? Hier gilt: Verwenden Sie nur den höchsten Titel. Weglassen können Sie den Titel, wenn es Ihnen von Ihrem Gesprächspartner angeboten wird. Von sich aus sollten Sie das nicht tun.

            Mehr dazu hier: Anrede-Knigge: Sehr geehrte Damen und Herren

          • Visitenkarte

            Üblicherweise werden bei Geschäftstreffen Visitenkarten ausgetauscht. Dabei ist es grob unhöflich, wenn Sie die Visitenkarte Ihres Gegenübers erhalten, diese ungesehen in die Tasche zu stecken. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit diese zu studieren und verstauen Sie das Kärtchen sorgfältig in Ihren Unterlagen. Haben Sie Ihre eigene Visitenkarte nicht dabei, ist das nicht nur unprofessionell, Sie signalisieren damit auch, dass Sie kein Interesse an einem weiteren Austausch haben.

            Mehr dazu hier: Visitenkarte erstellen: Design, Trends, Tipps

          [Bildnachweis: ASDF_MEDIA by Shutterstock.com]
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          „Ich bin doch nicht mit dem Düsenjet durch die Kinderstube gerauscht“ sagt jemand, der für sich gutes Benehmen in Anspruch nimmt. Der unterschwellige Vorwurf, der mitschwingt, zeigt, dass der Sprecher sein Gegenüber wissen lassen möchte, dass er bestimmte Umgangsformen sehr wohl erlernt hat. Wie wir uns verhalten, ist eine Frage der Erziehung, aber auch der Kultur in der wir groß werden. Zwar gibt es eine Fülle von Verhaltensweisen, die in bestimmten Situationen angebracht sind, aber längst beherrscht nicht jeder diese Regeln. Warum Sie dennoch wichtig sind…

          Gutes Benehmen Definition: Was ist das eigentlich?

          Ganz neutral als Benehmen können wir das Verhalten im Zusammenhang mit anderen Menschen bezeichnen. Im gesellschaftlichen Kontext hat sich gutes Benehmen als Umschreibung für bestimmte Umgangsformen etabliert.

          Diese haben sich über Jahrhunderte entwickelt und sind teilweise in Gesetzen juristisch festgehalten (beispielsweise Lärmschutz). Der Zusatz „gut“ bei Umgangsformen oder Manieren zeigt, dass es bestimmte Merkmale gibt, an denen man sich erkennt, denn diese Verhaltensweisen sind identitätsstiftend.

          Gutes Benehmen (englisch: good behaviour) heißt, je nach Situation angemessen reagieren zu können. Das schließt nicht nur bestimmte Orte ein, etwa Ihr Verhalten am Arbeitsplatz, in der Schule Ihres Kindes oder bei einem Abendessen im Sternerestaurant. Das schließt auch unerwartete Situationen ein. Um das leisten zu können, müssen folgende Prozesse ablaufen:

          • Die Situation muss identifiziert werden.
          • Der Beobachter muss über das adäquate Wissen verfügen.
          • Er muss in der Lage sein, dieses Wissen anwenden zu können.
          • Durch Selbstreflexion und Empathie kann der Beobachter sich und seine Umgebung einordnen.

          Wenn es gutes Benehmen gibt, ist klar, dass es auch schlechtes Benehmen gibt: Das ist dann ein Verhalten, das von den zu erwartenden Umgangsformen abweicht, beispielsweise wenn jemand in der Stadt angerempelt wird und der Verursacher sich nicht entschuldigt.

          An diesem Beispiel wird deutlich, dass gutes Benehmen mit Höflichkeit verbunden ist. Gutes Benehmen geht weit über Etikette hinaus, die eigentlich mehr einen festen Regelkanon bezeichnet; stattdessen ist gutes Benehmen mehr eine Geisteshaltung.

          Regeln erleichtern den Umgang miteinander

          In jeder Gesellschaft gibt es geschriebene und ungeschriebene Regeln, wie Menschen miteinander umgehen. Das gilt für das private Leben ebenso wie für die Öffentlichkeit. Auch im Arbeitsleben gibt es „unsichtbare“ Teamregeln, das heißt, wenn Sie eine neue Arbeitsstelle antreten, sollten Sie sich zuvor über einige Dinge im Klaren sein.

          Aber auch wenn man sicherlich im Erwachsenenleben noch mit einigen neuen Regeln konfrontiert wird – etwa, weil man eine neue Kultur kennenlernt oder sich in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen bewegt: das meiste lernen wir von Kindesbeinen an.

          Eltern sind die ersten Idole ihrer Kinder; sie vermitteln ihrem Nachwuchs, worauf es im Leben ankommt. Dabei kann man gutes Benehmen grob in einen verbalen und in einen nonverbalen Bereich einteilen:

          • Verbaler Bereich: Oft ist von „Zauberworten“ die Rede, denn Begriffe wie danke und bitte stimmen unser Gegenüber gleich viel wohlwollender auf uns ein. Das gilt besonders, wenn wir beispielsweise bei einer Sache Hilfe benötigen. Auch die Tageszeit, wenn wir auf dem Flur einem Kollegen begegnen oder dass Sie sich mit Namen am Telefon melden, gehört in diesen Bereich.
          • Nonverbaler Bereich: Wenn Sie durch eine Tür gehen, vergewissern Sie sich, dass hinter Ihnen niemand ebenfalls hindurch möchte – anderenfalls halten Sie die Tür auf. Sie niesen nicht, ohne sich den linken Handrücken vor den Mund zu halten, ebenso wenig gähnen oder essen Sie mit offenem Mund. Sie schütteln anderen Menschen zur Begrüßung die Hände.

          Der Satz „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ zeigt leider auch, dass es gar nicht so einfach ist, bestimmte Regeln zu verinnerlichen. Kinder lernen gutes Benehmen vor allem, in dem sie ihre Eltern imitieren. Wenn allerdings die Eltern bereits diese Umgangsformen nicht kennen, dann gibt es wenig, was die Kinder sich von ihren Eltern abgucken könnten.

          Denn beispielsweise ein höflicher Umgang miteinander muss in allen Lebenslagen und Alltagssituationen erkennbar sein, damit ein Kind Gelegenheit hat, dieses Verhalten zu üben. Wer gutes Benehmen beherrscht, bekommt ein Gefühl der Sicherheit, auch in ungewohnten Situationen. Es gibt dem Kind das Wissen mit, was es für die Schule und auch später fürs Berufsleben braucht.

          Neben der Erziehung sind es vor allem Schule, Vereine und die Gesellschaft selbst, die gutes Benehmen spiegeln beziehungsweise schlechtes Benehmen entsprechend sanktionieren. Das zeigt allerdings auch, wie wichtig die Integration von (erwachsenen) Migranten ist, denn Sie konnten diese Regeln häufig weder durch ihre Eltern, noch die Schule erlernen.

          Gutes Benehmen ist mehr als Etikette

          Gutes Benehmen ist weitaus mehr als zu wissen, welches Besteck beim Essen für welchen Gang benutzt wird. Gutes Benehmen bedeutet, dass derjenige, der es beherrscht, mit einer Reihe von sozialen Kompetenzen ausgestattet ist.

          Dazu gehört beispielsweise, sich Fehler eingestehen zu können und seinem Gegenüber zu signalisieren, dass man sich seines Fehlverhaltens bewusst ist. Häufig fällt es Erwachsenen jedoch schwer sich zu entschuldigen, dabei ist dies eine der wichtigsten Grundlagen guten Benehmens.

          Das gilt nicht nur für offensichtliche Fälle wie im genannten Beispiel vom Tür aufhalten, sondern auch, wenn wir unser Gegenüber gekränkt oder verletzt haben. Gutes Benehmen erfordert also Selbstreflexion. Allerdings ist es noch mehr.

          So beobachtet beispielsweise die Erziehungswissenschaftlerin Brita Rang seit Beginn des neuen Jahrtausends in Deutschland ein gestiegenes öffentliches Interesse an Höflichkeit. Sie führt dies auf Globalisierung und Internationalisierung zurück: Im Zuge eines immer mobileren Arbeitslebens wird vom Arbeitnehmer auch angemessenes Verhalten im Ausland erwartet.

          Beispielsweise ist es in Japan nicht üblich, sich zur Begrüßung die Hand zu geben. Um allerdings abweichende Regeln erkennen zu können, bedarf es zunächst einmal des Erkennens der eigenen Umgangsformen. Dies, kombiniert mit Empathie und interkultureller Kompetenz, hilft im Umgang mit Geschäftspartnern im Ausland.

          Höflichkeit ist demnach auch die Fähigkeit, sich selbst zurückzunehmen und stattdessen zu beobachten. Das kann vor allem dann wichtig sein, wenn es um unerwartete Situationen geht.

          Manieren als Grundlage für das Berufsleben

          Was von manchen Leuten vielleicht vorschnell als altmodisch oder überflüssig abgetan wird, erweist sich im Arbeitskontext als überaus wertvoll. Spätestens dann, wenn sich jemand auf einen Ausbildungsplatz bewirbt und es zum Vorstellungsgespräch kommt, zeigt sich der Wert von gutem Benehmen.

          Wer freundlich und respektvoll auftritt, hat deutlich bessere Chancen auf einen Ausbildungsplatz, aber auch im späteren Berufsleben ist gutes Benehmen ein Türöffner. Immer wieder gibt es Situationen, in denen bestimmte Umgangsformen von Ihnen erwartet werden.

          Ganz gleich, ob es um die Weihnachtsfeier, das Essen mit dem Chef oder den täglichen E-Mail-Verkehr geht: Wer weiß, wie er sich verhalten muss, strahlt Selbstsicherheit und Selbstvertrauen aus. Wir haben hier einige wichtige Regeln zusammengestellt:

          • Distanz

            Jeder Mensch hat eine bestimmte Distanzzone. Unterschiede im Empfinden sind meist kulturell bedingt, so ist in südlichen Ländern wie beispielsweise Italien, aber auch in Lateinamerika die Vorstellung davon abweichend. In jedem Fall empfiehlt es sich, auch hier zu beobachten. Hierzulande liegt bei Kollegen und Bekannten die Wohlfühldistanz zwischen 60 Zentimetern und einem Meter. Das bedeutet allerdings auch, dass Sie auf keinen Fall näher rücken sollten.

            Mehr dazu hier: Distanzzonen: Bitte Abstand halten!

          • Anrede

            Wahren Sie auch in einer E-Mail die Höflichkeitsform. Eine E-Mail ist nicht so förmlich wie ein Brief. Doch trotzdem sollte man sich die Zeit für Höflichkeit nehmen. Steigen Sie nicht vorschnell auf das „Hallo“ um, sondern bleiben Sie bei „Sehr geehrte/r“. Verzichten Sie auf Abkürzungen, wie Mfg. Nur in der internen Kommunikationen können E-Mails auch formloser geschrieben werden.

            Mehr dazu hier: E-Mail-Anrede: Tipps für mehrere Personen

          • Kritik

            Sollte nie unmittelbar im Beisein anderer geäußert werden. Niemand wird gerne auf seine Fehler und Schwächen hingewiesen. Möchten Sie Grundsatzdiskussionen führen oder vergangene Entscheidungen in Zweifel ziehen, tun Sie dies in einem persönlichen Gespräch. Stellen Sie Ihre Kollegen oder Ihren Chef nicht vor versammelter Mannschaft bloß. Vermeiden Sie Pauschalisierungen und beispielsweise Ihren Kritikpunkt mit den Worten „nie“ oder „immer“ einzuleiten. Stattdessen sollten Sie lieber konkrete Situationen bennen.

            Mehr dazu hier: Konstruktive Kritik: Kritikfähigkeit üben

          • Begrüßung

            Hier kommt es auf die richtige Reihenfolge an, denn im Gegensatz zum Privatleben wird im beruflichen Kontext immer zuerst die ranghöhste Person begrüßt, auch wenn eine Dame anwesend ist. Danach gilt: Ältere Personen werden vor jüngeren und Damen vor Herren gegrüßt. Handküsse gelten allerdings mittlerweile als veraltet. Und in der Regel sagt man statt „angenehm“ eher „Ich freue mich, Sie kennenzulernen“.

            Mehr dazu hier: Begrüßung: Knigge-Regeln zur Vorstellung

          • Empfang

            Besucht Sie ein Kunde oder ein potenzieller Geschäftspartner in Ihren Räumlichkeiten, lassen Sie diese nicht allein durchs Haus irren, sondern nehmen Sie Ihre Gäste in Empfang und führen Sie diese zum Ort des Treffens. Begleiten Sie diese auch zur Tür nach Beendigung des Treffens.

            Mehr dazu hier: Dinner-Party Knigge: Achtung Fettnäpfchen!

          • Anrufe

            Bei Geschäftstreffen sollten Anrufe nur in dringenden Fällen angenommen werden. Wer bei einem Treffen mit einem Kunden oder Geschäftspartner ständig ans Telefon geht, zeigt damit, dass alles andere wichtiger ist, als die aktuelle Zusammenkunft. Außerdem sorgt das Klingeln des Mobiltelefons für Unruhe und verhindert das Fortschreiten der Konversation. Ebenso gilt es als grob unhöflich, das Smartphone demonstrativ auf dem Tisch zu platzieren. Seien Sie sich auch bewusst darüber, welchen Eindruck Ihr Klingelton erweckt.

            Mehr dazu hier: Smartphone-Knigge: Etikette fürs Handy

          • Titel

            Sprechen Sie Ihren Gesprächspartner mit dem akademischen Titel an, sofern dieser einen führt. Zwar gibt es zahlreiche akademische Titel, doch in Deutschland, werden nur Träger eines Doktor- oder Professorentitels auch mit diesem angesprochen. Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. – wie soll man da noch wissen, wie die betreffende Person anzusprechen ist? Hier gilt: Verwenden Sie nur den höchsten Titel. Weglassen können Sie den Titel, wenn es Ihnen von Ihrem Gesprächspartner angeboten wird. Von sich aus sollten Sie das nicht tun.

            Mehr dazu hier: Anrede-Knigge: Sehr geehrte Damen und Herren

          • Visitenkarte

            Üblicherweise werden bei Geschäftstreffen Visitenkarten ausgetauscht. Dabei ist es grob unhöflich, wenn Sie die Visitenkarte Ihres Gegenübers erhalten, diese ungesehen in die Tasche zu stecken. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit diese zu studieren und verstauen Sie das Kärtchen sorgfältig in Ihren Unterlagen. Haben Sie Ihre eigene Visitenkarte nicht dabei, ist das nicht nur unprofessionell, Sie signalisieren damit auch, dass Sie kein Interesse an einem weiteren Austausch haben.

            Mehr dazu hier: Visitenkarte erstellen: Design, Trends, Tipps

          [Bildnachweis: ASDF_MEDIA by Shutterstock.com]
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          Johari Fenster: Kennen Sie sich selbst? https://karrierebibel.de/johari-fenster/ Sun, 13 Oct 2019 11:00:52 +0000 Nils Warkentin http://karrierebibel.de/?p=69110

          Johari Fenster: Was wissen Sie über sich selbst? Natürlich alles… So zumindest lautet die Antwort, die im ersten Moment wohl jeder geben würde. Eine Einschätzung, die jedoch meistens übertrieben ist. Tatsächlich ist das Selbstbild vieler Menschen zwar gut, aber keinesfalls vollständig. Tatsächlich weiß das Umfeld oft Dinge über einen selbst, die wir persönlich gar nicht wahrnehmen oder von uns denken würden. Das Johari Fenster stellt diese Selbst- und Fremdwahrnehmung gegenüber. Gerade in der Teamarbeit kann diese Methode helfen, die Kommunikation und das Gegenseitige Verständnis zu verbessern. Wir erklären, wie das Johari Fenster aufgebaut ist und wie Sie es nutzen können…

          Johari Fenster: Wie sehe ich mich? Wie sehen mich andere?

          Johari Fenster Definition Selbstwahrnehmung Fremdwahrnehmung Übung Beispiel TestEntwickelt wurde das Johari Fenster von den beiden amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham bereits 1955. Die beiden Vornamen der Wissenschaftler dienten dabei auch als Namensgeber und so wurde aus Joseph und Harry das Johari Fenster (manchmal auch als Johari Gitter bezeichnet). Es dient vor allem der grafischen Darstellung der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Diese gehen zum Teil weit auseinander – was in der Praxis und im individuellen Beispiel jedoch nicht immer leicht nachvollziehbar ist.

          Durch den Aufbau können die unterschiedlichen Wahrnehmungen direkt nebeneinander gestellt und verdeutlicht werden. Das Johari Fenster wird besonders häufig in Teams eingesetzt, die eng zusammen arbeiten. Als Kommunikationsmodell kann es das gegenseitige Verständnis verbessern, Vertrauen aufbauen und die Zusammenarbeit vereinfachen.

          Zugrunde liegt die Theorie, dass die zwischenmenschliche Kommunikation einfacher und besser wird, wenn Selbstbild und Fremdbild sich annähern. Joseph Luft sagte, das Ziel des Johari Fensters sei den gemeinsamen Handlungsspielraum transparenter und weiter zu gestalten. So können beispielsweise Missverständnisse vermieden werden. Das Modell wird deshalb auch eingesetzt, um Kommunikationsprobleme in Unternehmen oder Gruppen zu verstehen und zu lösen.

          Das Johari Fenster ist dabei nicht als statische Beschreibung zu verstehen, sondern als fortlaufender (Gruppen-)Prozess. Wenn sich beispielsweise Kollegen oder Teammitglieder besser kennenlernen, können sich die einzelnen Abschnitte mit der Zeit verändern – im besten Fall natürlich so, dass sich Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zunehmend annähern.

          Johari Fenster: Die vier Bereiche

          Das Johari Fenster setzt sich aus insgesamt vier Bereichen zusammen, die jeweils für eine unterschiedliche Kombination von Selbst- und Fremdwahrnehmung stehen – besonders deutlich lässt sich dies in der obigen Grafik sehen. Jeder Bereich ist dabei durch besondere Merkmale gekennzeichnet:

          • Bereich A: Persönliche Geheimnisse

            In den Bereich der persönlichen Geheimnisse fallen all die Dinge, die Sie zwar selbst von sich wissen, die dem Umfeld jedoch verborgen bleiben. Das kann ganz gezielt geschehen, weil Sie nicht wollen, dass bestimmte Aspekte die große Runde machen oder persönliche Schwächen von anderen als diese erkannt werden.

            In diesen sehr persönlichen Bereich fallen aber auch Ihre Wertvorstellungen, religiöse Ansichten, intime Wünsche oder Ängste. Wie groß der dritte Bereich ist, hängt stark von ab, wie sehr Sie den Menschen vertrauen. Je größer das Vertrauen, desto weniger Geheimnisse haben Sie.

            Beispiel für persönliche Geheimnisse

            Haben Sie große Angst, Ihren Job zu verlieren, wollen aber nicht, dass der Chef oder die Kollegen dies mitkriegen, gehört dies in den Bereich der persönlichen Geheimnisse. Ebenso kann die Angst vor sozialer Ablehnung verborgen werden. Aber beispielsweise auch eine Lese- und Rechtschreibschwäche kann ein persönliches Geheimnis sein, da man sich dafür schämt und nicht möchte, dass andere davon erfahren.

          • Bereich B: Öffentliche Person

            Der erste Bereich steht für das freie und offen sichtbare Handeln eines Menschen. Bereich A enthält all die Dinge, über die man sich selbst im Klaren ist und die auch andere von einem wissen. In diesem Abschnitt stimmen Selbstbild und Fremdbild überein. Aus diesem Grund ist das Handeln in diesem Bereich weitgehend frei und selbstbewusst. Man muss sich nicht verstellen und die Gruppe kennt und akzeptiert die eigene Persönlichkeit.

            Die öffentliche Person wird durch all die Dinge geprägt, die wir anderen gegenüber preisgeben, erzählen oder einfach durch unser Verhalten zeigen. Dazu gehören Fähigkeiten, aber auch Teile der Persönlichkeit. Allerdings ist dieser Bereich oftmals auch der kleinste – gerade am Anfang, wenn eine Gruppe sich noch nicht lange kennt.

            Beispiel der öffentlichen Person

            Zur öffentlichen Person kann es etwa gehören, wenn Sie selbst und alle Kollegen ebenfalls wissen, dass Sie absolut kein Morgenmensch sind und vor dem ersten Kaffee daher manchmal sehr gereizt auf Anfragen reagieren. Genauso kann aber auch Ihr großes Wissen im IT-Bereich ein Teil Ihrer öffentlichen Person sein, wenn Sie diese Stärke an sich kennen und Ihr Umfeld schon des öfteren damit beeindrucken konnten.

          • Bereich C: Unentdecktes

            Im vierten Bereich befindet sich all das, was (noch) unbekannt ist – das heißt, dass weder Sie, noch andere von diesen Eigenschaften oder Fähigkeiten wissen. Meist werden damit die Talente beschrieben, von denen Sie und andere bisher nichts ahnen.

            Beispiel des unbekannten Bereichs

            Vielleicht sind Sie, ohne dass irgendjemand etwas davon ahnt, ein absolutes Naturtalent der Musik? Oder Sie sind die geborene Führungskraft, ohne jemals überhaupt daran gedacht zu haben, dass so etwas für Sie in Frage kommen könnte.

          • Bereich D: Blinder Fleck

            Der blinde Fleck bezeichnet all jene Eigenschaften oder Fähigkeiten, die Ihnen selbst gar nicht bewusst sind, die andere aber sehr wohl an Ihnen wahrnehmen. Hier spielt die Körpersprache eine große Rolle, die auch Schwierigkeiten in der Kommunikation erklären kann.

            Möglicherweise senden Sie durch Gesten oder Mimik Signale, ohne dass es Ihnen selbst bewusst ist. Gesprächspartner nehmen diese nonverbalen Signale aber sehr wohl wahr und erhalten so ein Bild von Ihnen, dass sich ganz und gar nicht mit Ihrer eigenen Wahrnehmung deckt.

            Beispiel des blinden Flecks

            Ein klassisches Beispiel für einen blinden Fleck ist etwa eine einschüchternde oder sehr dominante Art. Ihnen selbst fällt das möglicherweise nicht auf, doch in Diskussionen und Gesprächen merken andere sehr schnell, wie Sie sich verhalten. Auch Vorurteile können ein blinder Fleck sein, wenn Sie beispielsweise unbewusst neue Kollegen zunächst unterschätzen.

          Johari Fenster Übungen: Tipps, wie Sie die Methode nutzen

          Schon die Erkenntnisse aus dem Johari Fenster können sehr interessant sein. Eine grafische Darstellung von dem zu erhalten, wie andere Menschen einen selbst wahrnehmen, kann äußerst spannend sein. Die Methode kann aber noch mehr – und zwar sowohl in einer Gruppe, als auch für Sie persönlich. Grafisch gesprochen geht es dabei immer darum, die Größe der verschiedenen Fenster zu verändern.

          Auf welchen Bereich Sie sich dabei konzentrieren, hängt von den Zielen ab, die Sie verfolgen. Um die Zusammenarbeit und Kommunikation in einer Gruppe zu verbessern, liegt das Augenmerk daauf den Bereich der öffentlichen Person zu vergrößern. Für Ihr persönliches Wachstum hingegen stehen die Bereiche B und D, also der blinde Fleck und das bisher Unbekannte im Vordergrund.

          Durch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bereichen gilt dabei immer: Wenn sich in einem Teil etwas ändert, ändert sich immer auch etwas in mindestens einem weiteren Bereich. Wird der blinde Fleck beispielsweise kleiner, weil Sie erkannt haben, was andere in Ihnen sehen, wird der Bereich der öffentlichen Person gleichzeitig um genau diesen Aspekt größer. Wenn etwas bisher Unbekanntes auftaucht, geht es automatisch in einen der anderen Bereiche über.

          Aber wie können die einzelnen Bereiche gezielt verändert werden? Wir haben einige Tipps und Übungen zum Johari Fenster, die dabei helfen können:

          • Öffentliche Person

            Diesen Bereich können Sie vergrößern, indem Sie möglichst offen sind, Informationen von sich preisgeben und bereit sind, anderen gegenüber ehrlich und authentisch aufzutreten. Scheuen Sie sich auch nicht davor, Ihr Selbstbild zu hinterfragen und die Dinge anzunehmen, die von Ihrem Umfeld an Sie heran getragen werden.

            Jeder glaubt zwar, er würde sich selbst am besten kennen, doch die Fremdwahrnehmung gibt eine neue Perspektive, die nicht ignoriert werden sollte. Selbstreflexion ist daher ein wichtige Übung des Johari Fensters.

          • Blinder Fleck

            Der blinde Fleck sollte möglichst klein sein, da Ihr Selbstbild sonst sehr weit von der Fremdwahrnehmung entfernt wird. Die beste Möglichkeit, um blinde Flecken aufzudecken, ist regelmäßiges Feedback. Sollten Sie dieses nicht erhalten, fragen Sie aktiv nach und bitte Sie um eine ehrliche Einschätzung Ihrer Person.

            Selbst wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Selbstbild nicht ganz stimmig ist, brauchen Sie den Input von außen, um einen blinden Fleck als solchen zu erkennen. Versuchen Sie daher nicht, auf eigene Faust etwas zu ändern. Dabei investieren Sie nur Zeit und Energie in die falschen Dinge.

          • Persönliches Geheimnis

            Für diesen Bereich spielen zwei zentrale Faktoren eine entscheidende Rolle: Vertrauen und Selbstbewusstsein. Wenn Sie den Menschen in Ihrem Umfeld vertrauen, brauchen Sie unangenehme Dinge nicht zu verstecken, sondern können diese teilen und fühlen sich danach möglicherweise besser, da Sie in bestimmten Punkten Hilfe erhalten können.

            Ein großes Selbstbewusstsein hilft zusätzlich dabei, nicht das Gefühl zu haben, sich verstecken zu müssen, sondern auch zu Ängsten oder Fehlern stehen zu können – selbst wenn andere diese vielleicht nicht nachvollziehen können.

          • Unbekanntes

            Um den Bereich des bisher Unbekannten zu erforschen und zu verkleinern, müssen Sie über Ihren Tellerrand hinaus blicken. Besuchen Sie Fortbildungen, lesen Sie über Themen, mit denen Sie sich bisher noch nicht beschäftigt haben, probieren Sie Neues aus und springen Sie öfter über Ihren Schatten.

            Auch durch eine Psychotherapie können Dinge herausgefunden werden, von denen Sie bisher noch gar nichts gewusst haben oder die Sie ins Unbewusste verdrängt haben.

          [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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          Johari Fenster: Was wissen Sie über sich selbst? Natürlich alles… So zumindest lautet die Antwort, die im ersten Moment wohl jeder geben würde. Eine Einschätzung, die jedoch meistens übertrieben ist. Tatsächlich ist das Selbstbild vieler Menschen zwar gut, aber keinesfalls vollständig. Tatsächlich weiß das Umfeld oft Dinge über einen selbst, die wir persönlich gar nicht wahrnehmen oder von uns denken würden. Das Johari Fenster stellt diese Selbst- und Fremdwahrnehmung gegenüber. Gerade in der Teamarbeit kann diese Methode helfen, die Kommunikation und das Gegenseitige Verständnis zu verbessern. Wir erklären, wie das Johari Fenster aufgebaut ist und wie Sie es nutzen können…

          Johari Fenster: Wie sehe ich mich? Wie sehen mich andere?

          Johari Fenster Definition Selbstwahrnehmung Fremdwahrnehmung Übung Beispiel TestEntwickelt wurde das Johari Fenster von den beiden amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham bereits 1955. Die beiden Vornamen der Wissenschaftler dienten dabei auch als Namensgeber und so wurde aus Joseph und Harry das Johari Fenster (manchmal auch als Johari Gitter bezeichnet). Es dient vor allem der grafischen Darstellung der Selbst- und Fremdwahrnehmung. Diese gehen zum Teil weit auseinander – was in der Praxis und im individuellen Beispiel jedoch nicht immer leicht nachvollziehbar ist.

          Durch den Aufbau können die unterschiedlichen Wahrnehmungen direkt nebeneinander gestellt und verdeutlicht werden. Das Johari Fenster wird besonders häufig in Teams eingesetzt, die eng zusammen arbeiten. Als Kommunikationsmodell kann es das gegenseitige Verständnis verbessern, Vertrauen aufbauen und die Zusammenarbeit vereinfachen.

          Zugrunde liegt die Theorie, dass die zwischenmenschliche Kommunikation einfacher und besser wird, wenn Selbstbild und Fremdbild sich annähern. Joseph Luft sagte, das Ziel des Johari Fensters sei den gemeinsamen Handlungsspielraum transparenter und weiter zu gestalten. So können beispielsweise Missverständnisse vermieden werden. Das Modell wird deshalb auch eingesetzt, um Kommunikationsprobleme in Unternehmen oder Gruppen zu verstehen und zu lösen.

          Das Johari Fenster ist dabei nicht als statische Beschreibung zu verstehen, sondern als fortlaufender (Gruppen-)Prozess. Wenn sich beispielsweise Kollegen oder Teammitglieder besser kennenlernen, können sich die einzelnen Abschnitte mit der Zeit verändern – im besten Fall natürlich so, dass sich Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zunehmend annähern.

          Johari Fenster: Die vier Bereiche

          Das Johari Fenster setzt sich aus insgesamt vier Bereichen zusammen, die jeweils für eine unterschiedliche Kombination von Selbst- und Fremdwahrnehmung stehen – besonders deutlich lässt sich dies in der obigen Grafik sehen. Jeder Bereich ist dabei durch besondere Merkmale gekennzeichnet:

          • Bereich A: Persönliche Geheimnisse

            In den Bereich der persönlichen Geheimnisse fallen all die Dinge, die Sie zwar selbst von sich wissen, die dem Umfeld jedoch verborgen bleiben. Das kann ganz gezielt geschehen, weil Sie nicht wollen, dass bestimmte Aspekte die große Runde machen oder persönliche Schwächen von anderen als diese erkannt werden.

            In diesen sehr persönlichen Bereich fallen aber auch Ihre Wertvorstellungen, religiöse Ansichten, intime Wünsche oder Ängste. Wie groß der dritte Bereich ist, hängt stark von ab, wie sehr Sie den Menschen vertrauen. Je größer das Vertrauen, desto weniger Geheimnisse haben Sie.

            Beispiel für persönliche Geheimnisse

            Haben Sie große Angst, Ihren Job zu verlieren, wollen aber nicht, dass der Chef oder die Kollegen dies mitkriegen, gehört dies in den Bereich der persönlichen Geheimnisse. Ebenso kann die Angst vor sozialer Ablehnung verborgen werden. Aber beispielsweise auch eine Lese- und Rechtschreibschwäche kann ein persönliches Geheimnis sein, da man sich dafür schämt und nicht möchte, dass andere davon erfahren.

          • Bereich B: Öffentliche Person

            Der erste Bereich steht für das freie und offen sichtbare Handeln eines Menschen. Bereich A enthält all die Dinge, über die man sich selbst im Klaren ist und die auch andere von einem wissen. In diesem Abschnitt stimmen Selbstbild und Fremdbild überein. Aus diesem Grund ist das Handeln in diesem Bereich weitgehend frei und selbstbewusst. Man muss sich nicht verstellen und die Gruppe kennt und akzeptiert die eigene Persönlichkeit.

            Die öffentliche Person wird durch all die Dinge geprägt, die wir anderen gegenüber preisgeben, erzählen oder einfach durch unser Verhalten zeigen. Dazu gehören Fähigkeiten, aber auch Teile der Persönlichkeit. Allerdings ist dieser Bereich oftmals auch der kleinste – gerade am Anfang, wenn eine Gruppe sich noch nicht lange kennt.

            Beispiel der öffentlichen Person

            Zur öffentlichen Person kann es etwa gehören, wenn Sie selbst und alle Kollegen ebenfalls wissen, dass Sie absolut kein Morgenmensch sind und vor dem ersten Kaffee daher manchmal sehr gereizt auf Anfragen reagieren. Genauso kann aber auch Ihr großes Wissen im IT-Bereich ein Teil Ihrer öffentlichen Person sein, wenn Sie diese Stärke an sich kennen und Ihr Umfeld schon des öfteren damit beeindrucken konnten.

          • Bereich C: Unentdecktes

            Im vierten Bereich befindet sich all das, was (noch) unbekannt ist – das heißt, dass weder Sie, noch andere von diesen Eigenschaften oder Fähigkeiten wissen. Meist werden damit die Talente beschrieben, von denen Sie und andere bisher nichts ahnen.

            Beispiel des unbekannten Bereichs

            Vielleicht sind Sie, ohne dass irgendjemand etwas davon ahnt, ein absolutes Naturtalent der Musik? Oder Sie sind die geborene Führungskraft, ohne jemals überhaupt daran gedacht zu haben, dass so etwas für Sie in Frage kommen könnte.

          • Bereich D: Blinder Fleck

            Der blinde Fleck bezeichnet all jene Eigenschaften oder Fähigkeiten, die Ihnen selbst gar nicht bewusst sind, die andere aber sehr wohl an Ihnen wahrnehmen. Hier spielt die Körpersprache eine große Rolle, die auch Schwierigkeiten in der Kommunikation erklären kann.

            Möglicherweise senden Sie durch Gesten oder Mimik Signale, ohne dass es Ihnen selbst bewusst ist. Gesprächspartner nehmen diese nonverbalen Signale aber sehr wohl wahr und erhalten so ein Bild von Ihnen, dass sich ganz und gar nicht mit Ihrer eigenen Wahrnehmung deckt.

            Beispiel des blinden Flecks

            Ein klassisches Beispiel für einen blinden Fleck ist etwa eine einschüchternde oder sehr dominante Art. Ihnen selbst fällt das möglicherweise nicht auf, doch in Diskussionen und Gesprächen merken andere sehr schnell, wie Sie sich verhalten. Auch Vorurteile können ein blinder Fleck sein, wenn Sie beispielsweise unbewusst neue Kollegen zunächst unterschätzen.

          Johari Fenster Übungen: Tipps, wie Sie die Methode nutzen

          Schon die Erkenntnisse aus dem Johari Fenster können sehr interessant sein. Eine grafische Darstellung von dem zu erhalten, wie andere Menschen einen selbst wahrnehmen, kann äußerst spannend sein. Die Methode kann aber noch mehr – und zwar sowohl in einer Gruppe, als auch für Sie persönlich. Grafisch gesprochen geht es dabei immer darum, die Größe der verschiedenen Fenster zu verändern.

          Auf welchen Bereich Sie sich dabei konzentrieren, hängt von den Zielen ab, die Sie verfolgen. Um die Zusammenarbeit und Kommunikation in einer Gruppe zu verbessern, liegt das Augenmerk daauf den Bereich der öffentlichen Person zu vergrößern. Für Ihr persönliches Wachstum hingegen stehen die Bereiche B und D, also der blinde Fleck und das bisher Unbekannte im Vordergrund.

          Durch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bereichen gilt dabei immer: Wenn sich in einem Teil etwas ändert, ändert sich immer auch etwas in mindestens einem weiteren Bereich. Wird der blinde Fleck beispielsweise kleiner, weil Sie erkannt haben, was andere in Ihnen sehen, wird der Bereich der öffentlichen Person gleichzeitig um genau diesen Aspekt größer. Wenn etwas bisher Unbekanntes auftaucht, geht es automatisch in einen der anderen Bereiche über.

          Aber wie können die einzelnen Bereiche gezielt verändert werden? Wir haben einige Tipps und Übungen zum Johari Fenster, die dabei helfen können:

          • Öffentliche Person

            Diesen Bereich können Sie vergrößern, indem Sie möglichst offen sind, Informationen von sich preisgeben und bereit sind, anderen gegenüber ehrlich und authentisch aufzutreten. Scheuen Sie sich auch nicht davor, Ihr Selbstbild zu hinterfragen und die Dinge anzunehmen, die von Ihrem Umfeld an Sie heran getragen werden.

            Jeder glaubt zwar, er würde sich selbst am besten kennen, doch die Fremdwahrnehmung gibt eine neue Perspektive, die nicht ignoriert werden sollte. Selbstreflexion ist daher ein wichtige Übung des Johari Fensters.

          • Blinder Fleck

            Der blinde Fleck sollte möglichst klein sein, da Ihr Selbstbild sonst sehr weit von der Fremdwahrnehmung entfernt wird. Die beste Möglichkeit, um blinde Flecken aufzudecken, ist regelmäßiges Feedback. Sollten Sie dieses nicht erhalten, fragen Sie aktiv nach und bitte Sie um eine ehrliche Einschätzung Ihrer Person.

            Selbst wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Selbstbild nicht ganz stimmig ist, brauchen Sie den Input von außen, um einen blinden Fleck als solchen zu erkennen. Versuchen Sie daher nicht, auf eigene Faust etwas zu ändern. Dabei investieren Sie nur Zeit und Energie in die falschen Dinge.

          • Persönliches Geheimnis

            Für diesen Bereich spielen zwei zentrale Faktoren eine entscheidende Rolle: Vertrauen und Selbstbewusstsein. Wenn Sie den Menschen in Ihrem Umfeld vertrauen, brauchen Sie unangenehme Dinge nicht zu verstecken, sondern können diese teilen und fühlen sich danach möglicherweise besser, da Sie in bestimmten Punkten Hilfe erhalten können.

            Ein großes Selbstbewusstsein hilft zusätzlich dabei, nicht das Gefühl zu haben, sich verstecken zu müssen, sondern auch zu Ängsten oder Fehlern stehen zu können – selbst wenn andere diese vielleicht nicht nachvollziehen können.

          • Unbekanntes

            Um den Bereich des bisher Unbekannten zu erforschen und zu verkleinern, müssen Sie über Ihren Tellerrand hinaus blicken. Besuchen Sie Fortbildungen, lesen Sie über Themen, mit denen Sie sich bisher noch nicht beschäftigt haben, probieren Sie Neues aus und springen Sie öfter über Ihren Schatten.

            Auch durch eine Psychotherapie können Dinge herausgefunden werden, von denen Sie bisher noch gar nichts gewusst haben oder die Sie ins Unbewusste verdrängt haben.

          [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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          Selbstführung: Erfolg durch Reflexion https://karrierebibel.de/selbstfuehrung/ Sun, 13 Oct 2019 09:00:11 +0000 Anja Rassek http://karrierebibel.de/?p=69191

          Eine immer komplexer werdende Arbeitswelt stellt neue Anforderungen an Mitarbeiter und auch Führungskräfte. Selbstführung heißt hier das Zauberwort, durch das Selbstreflexion und Selbstorganisation gefördert werden soll. Wer sich selbst führen kann, handelt eigenverantwortlich, legt selbst Ziele und den zu beschreitenden Weg fest und überprüft von Zeit zu Zeit sein Handeln. Dabei geht es längst nicht nur darum, sich auf mehr Leistung zu trimmen, sondern sich selbstkritisch zu hinterfragen. Denn so können Sie angemessen auf neue Situationen reagieren…

          Definition: Was ist Selbstführung?

          Selbstführung wird oft synonym mit Begriffen wie Selbstreflexion, Selbstmanagement, Selbstorganisation, Selbststeuerung oder gar Selbstregulierung benutzt. Wikipedia beschreibt zum Beispiel eine…

          Kompetenz, die berufliche und persönliche Entwicklung zu gestalten, (…) um die eigene Motivation zu erhöhen, eigene Ziele zu klären und diese besser zu erreichen.

          Dabei werden Methoden aus der Psychologie, dem Management und der persönlichen Führung angewandt. Man kann das Thema Selbstführung unter zwei Gesichtspunkten betrachten, auf die wir hier näher eingehen wollen:

          Selbstführung von Führungskräften und Selbstführung von Mitarbeitern.

          Nicht immer geht es dabei um mehr Eigenverantwortung: Selbstführung kann auch ein Euphemismus für Kosteneinsparungen sein – etwa wenn die Mitarbeiter ihre eigenen Reisekostenabrechnungen machen, weil schlicht und ergreifend kein Personal mehr dafür vorhanden ist.

          Andererseits steht Selbstführung stellvertretend für nie dagewesene Freiheiten: Arbeitnehmer können nun selbst Entscheidungen treffen, digitale Technik ermöglicht flexible Arbeitszeiten und -orte. Allerdings müssen damit auch persönliche Reife und der Wille zur Übernahme von Verantwortung vorhanden sein.

          Nicht jeder Mitarbeiter kommt damit klar; manche fühlen sich überfordert, da sie nicht über die notwendigen Kompetenzen oder den Handlungsspielraum verfügen. Andere wiederum brauchen klare Anweisungen und regelmäßiges Feedback.

          Selbstführung für Führungskräfte: Voraussetzung für Mitarbeiterführung

          Wie soll eine Führungskraft jedoch Mitarbeiter zur Selbstführung ermutigen, wenn sie sich selbst nicht führen kann? Selbstführung ist eine Herausforderung, weil es den Blick zunächst nach innen richtet. Wir sind gewohnt andere in ihrem Handeln und Verhalten zu beobachten und zu beurteilen.

          Viel leichter lässt sich feststellen, was von den eigenen Vorstellungen abweicht. Dies ist sozusagen eine ex negativo Betrachtungsweise. Stattdessen müssen Sie den Blick wieder auf Ihre eigenen Werte und Normen lenken: Was ist mir wichtig? Womit tanke ich auf?

          Doch wie erhalte ich Zugang zu meinen Gefühlen und meiner Persönlichkeit? Helfen können dabei Achtsamkeit und Übungen zur Selbstwahrnehmung.

          Die Vorteile von effektiver Selbstführung: Sie können berufliche Herausforderungen besser meistern und sind zufriedener mit Ihrem Job:

          • Flexibilität: Sie können gut mit Veränderung umgehen und entsprechend reagieren.
          • Kompetenzen: Sie werden durchsetzungsstärker und bleiben handlungsfähig in Krisen.
          • Effektivität: Es fällt Ihnen leichter, selbst gesteckte und Unternehmensziele zu erreichen.
          • Vorbildcharakter: Wer als gutes Beispiel vorangeht, kann andere eher begeistern und wirkt authentisch.
          • Entspannung: Ihr Wohlbefinden steigt, da Sie ruhiger, souveräner und gelassener sein werden.
          • Motivation: Sie haben neue Kapazitäten und Spielräume.

          Selbstführung ist deshalb eine Methode, die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. Dafür sind folgende Schritte notwendig:

          • Denken

            Steigen Sie in Ihre eigenen Denkmuster ein, nur so können Sie mit fortlaufender Übung sich quasi von sich selbst distanzieren, von oben auf Ihre Gedankenwelt hinabschauen und sie hinterfragen. Welche Stärken haben Sie, welche Schwächen? Das erlaubt Ihnen, in bestimmten Situationen Ihr Verhalten zu überdenken und Ihnen alternativen Handlungsspielraum zu eröffnen.

            So können Sie selbst entscheiden, ob Sie sich durch negative Gefühle beeinflussen lassen oder ob Sie Ihre Energie nicht auf etwas anderes lenken. Wenn beispielsweise ein Kunde einen Deal platzen lässt, können Sie sich fortwährend darüber ärgern oder aber die dadurch gewonnenen Kapazitäten anderweitig sinnvoll einsetzen.

          • Fühlen

            Das beinhaltet das Loslassen von Dingen, die nicht zielführend sind. Negative Gefühle bringen Sie nicht weiter, sie halten sich lediglich mit Misserfolgen auf statt auf Dinge zu achten, die funktionieren. Das zieht nicht nur die Stimmung herunter, sondern führt auch langfristig nachweislich zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen.


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          • Verhalten

            Welche Ziele lassen sich wie umsetzen? Welche Hindernisse gibt es? Werden Sie konsequent in Ihrem Verhalten. Meiden Sie, was Ihnen nicht gut tut. Dieser Punkt setzt vorherige Planung voraus, denn Sie sollten auch sportliche und ernährungstechnische Überlegungen in Ihr Verhalten einbeziehen.

            Ihrer Leistungsfähigkeit sind Grenzen gesetzt, die sich bemerkbar machen, wenn Sie nicht für Ausgleich sorgen. Versuchen Sie Sport- und Ernährungsweisen in Ihren Alltag zu integrieren, die Sie auch durchhalten können. Ebenso spielen feste Zeiten und genügend Schlaf eine große Rolle – so stärken Sie Ihr Immunsystem und schützen sich vor stressbedingtem Burnout.

          Selbstführung für Mitarbeiter: Die Kunst des Selbstmanagements

          Der Gedanke, durch Führung durch Selbstführung die Mitarbeiter zu lenken, ist ein psychologischer Führungsansatz, der von den beiden amerikanischen Führungsforschern Charles Manz und Henry Sims stammt. Dabei spielen Führung, Macht und Verantwortung in einem Unternehmen eine flächendeckende Rolle, ebenso wie die Eigeninitiative und Selbständigkeit der Mitarbeiter gefördert werden.

          Viele Unternehmen entdecken Selbstführung für Mitarbeiter als Möglichkeit, Konfliktfähigkeit und Fokussierung zu fördern. Seminare zur Selbstführung bewirkten bei Mitarbeitern eine größere Stressresistenz, stärkeres Vertrauen in die Vorgesetzten, größeres Engagement und geringere Fehlzeiten.

          Meditation und Methoden der Achtsamkeit werden nun Bestandteil der Unternehmensführung, allerdings auch Methoden des agilen Managements.

          Das setzt von vornherein auf mehr Flexibilität in der Mitarbeiterführung: Die Hierarchien werden in vielen Unternehmen flacher. Globalisierung und Digitalisierung verlangen weitreichende Fähigkeiten im Umgang miteinander – sei es, dass die Mitarbeiter häufiger in verschiedenen Arbeitsbereichen eingesetzt werden, sei es, dass ihnen mehr Entscheidungsspielraum zugebilligt wird.

          Gerade vor diesem Hintergrund gewinnt Selbstführung an Bedeutung: Die Mitarbeiter bekommen Fähigkeiten an die Hand, selbständig der Situation angemessene Entscheidungen zu treffen und lösungsorientiert zu handeln. Es bedeutet nach Erfahrung von Experten einen klaren Wettbewerbsvorteil derjenigen Unternehmen, deren Mitarbeiter Selbstführung beherrschen.

          Führung durch Selbstführung richtet sich bei Mitarbeitern auf diese drei Ebenen:

          • Persönliche Ebene

            Der Mitarbeiter lernt durch Selbstreflexion die eigenen Denkmuster zu überprüfen, um in bestimmten Situationen angemessen handeln zu können. Er lernt eigene Gefühle wahrzunehmen und sich somit auch besser in andere hineinversetzen zu können. Das wirkt sich wiederum positiv auf die kommunikativen Fähigkeiten aus. Er wird dadurch an Klarheit und Souveränität gewinnen.

          • Berufliche Ebene

            Besonders das Selbstmanagement trägt dazu bei, dass die Zeit planvoll und zielorientiert eingeteilt wird. Das führt zu weniger Stress und mehr Entspannung. Vor diesem Hintergrund lässt sich wesentlich einfacher entscheiden, zumal die Mitarbeiter aus der Kenntnis ihrer eigenen Denkmuster typische Fehler vermeiden können. Als aktive Gestalter ihrer Zeit fühlen sie sich nicht mehr als Opfer bestimmter Sachzwänge, sondern entscheiden selbst, wie und wann sie Erholung brauchen.

          • Situative Ebene

            Die Mitarbeiter lernen selbstbewusstes Handeln und den Umgang mit Konflikten. Dadurch, dass sie die Dinge differenziert wahrnehmen können, handeln sie konstruktiv und lösungsorientiert. Gleichzeitig stellen sie sich Herausforderungen, da sie andere einzuschätzen lernen. Sie entwickeln damit Durchsetzungsvermögen. Ebenso bewusst ist ihnen die eigene Ressourcenschonung, womit sie sich die Motivation für den Arbeitsalltag erhalten.

          Selbstanalyse mithilfe konkreter Beispiele

          Im Arbeitsalltag bedeutet Selbstführung, dass Sie konkret analysieren, warum beispielsweise ein Projekt gut verlaufen ist oder nicht. Nur so gewinnen Sie Erkenntnisse für zukünftige Projekte und können entsprechend vorsorgen. Wichtig ist hierbei, den eigenen Anteil von äußeren Umständen erkennen zu können.

          Wer Erfolg oder Misserfolg allein äußeren Umständen zuschreibt, hat vermutlich noch nicht die richtigen Fragen gestellt. Damit eine Analyse möglichst fruchtbar ist, empfiehlt sich das Mitarbeitergespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.

          Diese können so aussehen:

          • Welchen Anteil hatten Sie selbst am Erfolg beziehungsweise Misserfolg?
          • Wer hat hat Sie bei der Arbeit unterstützt?
          • Welche Unterstützung bräuchten Sie das nächste Mal?
          • Welche Fähigkeiten und Stärken haben Sie sinnvoll einsetzen können?
          • Wie können Sie diese ausbauen oder verbessern?
          • Wo erkennen Sie Schwächen?
          • Welche Personen hätten Sie noch einbeziehen können?
          • Welche Hürden gab es und wie haben Sie sie überwunden?
          [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
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          Eine immer komplexer werdende Arbeitswelt stellt neue Anforderungen an Mitarbeiter und auch Führungskräfte. Selbstführung heißt hier das Zauberwort, durch das Selbstreflexion und Selbstorganisation gefördert werden soll. Wer sich selbst führen kann, handelt eigenverantwortlich, legt selbst Ziele und den zu beschreitenden Weg fest und überprüft von Zeit zu Zeit sein Handeln. Dabei geht es längst nicht nur darum, sich auf mehr Leistung zu trimmen, sondern sich selbstkritisch zu hinterfragen. Denn so können Sie angemessen auf neue Situationen reagieren…

          Definition: Was ist Selbstführung?

          Selbstführung wird oft synonym mit Begriffen wie Selbstreflexion, Selbstmanagement, Selbstorganisation, Selbststeuerung oder gar Selbstregulierung benutzt. Wikipedia beschreibt zum Beispiel eine…

          Kompetenz, die berufliche und persönliche Entwicklung zu gestalten, (…) um die eigene Motivation zu erhöhen, eigene Ziele zu klären und diese besser zu erreichen.

          Dabei werden Methoden aus der Psychologie, dem Management und der persönlichen Führung angewandt. Man kann das Thema Selbstführung unter zwei Gesichtspunkten betrachten, auf die wir hier näher eingehen wollen:

          Selbstführung von Führungskräften und Selbstführung von Mitarbeitern.

          Nicht immer geht es dabei um mehr Eigenverantwortung: Selbstführung kann auch ein Euphemismus für Kosteneinsparungen sein – etwa wenn die Mitarbeiter ihre eigenen Reisekostenabrechnungen machen, weil schlicht und ergreifend kein Personal mehr dafür vorhanden ist.

          Andererseits steht Selbstführung stellvertretend für nie dagewesene Freiheiten: Arbeitnehmer können nun selbst Entscheidungen treffen, digitale Technik ermöglicht flexible Arbeitszeiten und -orte. Allerdings müssen damit auch persönliche Reife und der Wille zur Übernahme von Verantwortung vorhanden sein.

          Nicht jeder Mitarbeiter kommt damit klar; manche fühlen sich überfordert, da sie nicht über die notwendigen Kompetenzen oder den Handlungsspielraum verfügen. Andere wiederum brauchen klare Anweisungen und regelmäßiges Feedback.

          Selbstführung für Führungskräfte: Voraussetzung für Mitarbeiterführung

          Wie soll eine Führungskraft jedoch Mitarbeiter zur Selbstführung ermutigen, wenn sie sich selbst nicht führen kann? Selbstführung ist eine Herausforderung, weil es den Blick zunächst nach innen richtet. Wir sind gewohnt andere in ihrem Handeln und Verhalten zu beobachten und zu beurteilen.

          Viel leichter lässt sich feststellen, was von den eigenen Vorstellungen abweicht. Dies ist sozusagen eine ex negativo Betrachtungsweise. Stattdessen müssen Sie den Blick wieder auf Ihre eigenen Werte und Normen lenken: Was ist mir wichtig? Womit tanke ich auf?

          Doch wie erhalte ich Zugang zu meinen Gefühlen und meiner Persönlichkeit? Helfen können dabei Achtsamkeit und Übungen zur Selbstwahrnehmung.

          Die Vorteile von effektiver Selbstführung: Sie können berufliche Herausforderungen besser meistern und sind zufriedener mit Ihrem Job:

          • Flexibilität: Sie können gut mit Veränderung umgehen und entsprechend reagieren.
          • Kompetenzen: Sie werden durchsetzungsstärker und bleiben handlungsfähig in Krisen.
          • Effektivität: Es fällt Ihnen leichter, selbst gesteckte und Unternehmensziele zu erreichen.
          • Vorbildcharakter: Wer als gutes Beispiel vorangeht, kann andere eher begeistern und wirkt authentisch.
          • Entspannung: Ihr Wohlbefinden steigt, da Sie ruhiger, souveräner und gelassener sein werden.
          • Motivation: Sie haben neue Kapazitäten und Spielräume.

          Selbstführung ist deshalb eine Methode, die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu lenken. Dafür sind folgende Schritte notwendig:

          • Denken

            Steigen Sie in Ihre eigenen Denkmuster ein, nur so können Sie mit fortlaufender Übung sich quasi von sich selbst distanzieren, von oben auf Ihre Gedankenwelt hinabschauen und sie hinterfragen. Welche Stärken haben Sie, welche Schwächen? Das erlaubt Ihnen, in bestimmten Situationen Ihr Verhalten zu überdenken und Ihnen alternativen Handlungsspielraum zu eröffnen.

            So können Sie selbst entscheiden, ob Sie sich durch negative Gefühle beeinflussen lassen oder ob Sie Ihre Energie nicht auf etwas anderes lenken. Wenn beispielsweise ein Kunde einen Deal platzen lässt, können Sie sich fortwährend darüber ärgern oder aber die dadurch gewonnenen Kapazitäten anderweitig sinnvoll einsetzen.

          • Fühlen

            Das beinhaltet das Loslassen von Dingen, die nicht zielführend sind. Negative Gefühle bringen Sie nicht weiter, sie halten sich lediglich mit Misserfolgen auf statt auf Dinge zu achten, die funktionieren. Das zieht nicht nur die Stimmung herunter, sondern führt auch langfristig nachweislich zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen.


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          • Verhalten

            Welche Ziele lassen sich wie umsetzen? Welche Hindernisse gibt es? Werden Sie konsequent in Ihrem Verhalten. Meiden Sie, was Ihnen nicht gut tut. Dieser Punkt setzt vorherige Planung voraus, denn Sie sollten auch sportliche und ernährungstechnische Überlegungen in Ihr Verhalten einbeziehen.

            Ihrer Leistungsfähigkeit sind Grenzen gesetzt, die sich bemerkbar machen, wenn Sie nicht für Ausgleich sorgen. Versuchen Sie Sport- und Ernährungsweisen in Ihren Alltag zu integrieren, die Sie auch durchhalten können. Ebenso spielen feste Zeiten und genügend Schlaf eine große Rolle – so stärken Sie Ihr Immunsystem und schützen sich vor stressbedingtem Burnout.

          Selbstführung für Mitarbeiter: Die Kunst des Selbstmanagements

          Der Gedanke, durch Führung durch Selbstführung die Mitarbeiter zu lenken, ist ein psychologischer Führungsansatz, der von den beiden amerikanischen Führungsforschern Charles Manz und Henry Sims stammt. Dabei spielen Führung, Macht und Verantwortung in einem Unternehmen eine flächendeckende Rolle, ebenso wie die Eigeninitiative und Selbständigkeit der Mitarbeiter gefördert werden.

          Viele Unternehmen entdecken Selbstführung für Mitarbeiter als Möglichkeit, Konfliktfähigkeit und Fokussierung zu fördern. Seminare zur Selbstführung bewirkten bei Mitarbeitern eine größere Stressresistenz, stärkeres Vertrauen in die Vorgesetzten, größeres Engagement und geringere Fehlzeiten.

          Meditation und Methoden der Achtsamkeit werden nun Bestandteil der Unternehmensführung, allerdings auch Methoden des agilen Managements.

          Das setzt von vornherein auf mehr Flexibilität in der Mitarbeiterführung: Die Hierarchien werden in vielen Unternehmen flacher. Globalisierung und Digitalisierung verlangen weitreichende Fähigkeiten im Umgang miteinander – sei es, dass die Mitarbeiter häufiger in verschiedenen Arbeitsbereichen eingesetzt werden, sei es, dass ihnen mehr Entscheidungsspielraum zugebilligt wird.

          Gerade vor diesem Hintergrund gewinnt Selbstführung an Bedeutung: Die Mitarbeiter bekommen Fähigkeiten an die Hand, selbständig der Situation angemessene Entscheidungen zu treffen und lösungsorientiert zu handeln. Es bedeutet nach Erfahrung von Experten einen klaren Wettbewerbsvorteil derjenigen Unternehmen, deren Mitarbeiter Selbstführung beherrschen.

          Führung durch Selbstführung richtet sich bei Mitarbeitern auf diese drei Ebenen:

          • Persönliche Ebene

            Der Mitarbeiter lernt durch Selbstreflexion die eigenen Denkmuster zu überprüfen, um in bestimmten Situationen angemessen handeln zu können. Er lernt eigene Gefühle wahrzunehmen und sich somit auch besser in andere hineinversetzen zu können. Das wirkt sich wiederum positiv auf die kommunikativen Fähigkeiten aus. Er wird dadurch an Klarheit und Souveränität gewinnen.

          • Berufliche Ebene

            Besonders das Selbstmanagement trägt dazu bei, dass die Zeit planvoll und zielorientiert eingeteilt wird. Das führt zu weniger Stress und mehr Entspannung. Vor diesem Hintergrund lässt sich wesentlich einfacher entscheiden, zumal die Mitarbeiter aus der Kenntnis ihrer eigenen Denkmuster typische Fehler vermeiden können. Als aktive Gestalter ihrer Zeit fühlen sie sich nicht mehr als Opfer bestimmter Sachzwänge, sondern entscheiden selbst, wie und wann sie Erholung brauchen.

          • Situative Ebene

            Die Mitarbeiter lernen selbstbewusstes Handeln und den Umgang mit Konflikten. Dadurch, dass sie die Dinge differenziert wahrnehmen können, handeln sie konstruktiv und lösungsorientiert. Gleichzeitig stellen sie sich Herausforderungen, da sie andere einzuschätzen lernen. Sie entwickeln damit Durchsetzungsvermögen. Ebenso bewusst ist ihnen die eigene Ressourcenschonung, womit sie sich die Motivation für den Arbeitsalltag erhalten.

          Selbstanalyse mithilfe konkreter Beispiele

          Im Arbeitsalltag bedeutet Selbstführung, dass Sie konkret analysieren, warum beispielsweise ein Projekt gut verlaufen ist oder nicht. Nur so gewinnen Sie Erkenntnisse für zukünftige Projekte und können entsprechend vorsorgen. Wichtig ist hierbei, den eigenen Anteil von äußeren Umständen erkennen zu können.

          Wer Erfolg oder Misserfolg allein äußeren Umständen zuschreibt, hat vermutlich noch nicht die richtigen Fragen gestellt. Damit eine Analyse möglichst fruchtbar ist, empfiehlt sich das Mitarbeitergespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.

          Diese können so aussehen:

          • Welchen Anteil hatten Sie selbst am Erfolg beziehungsweise Misserfolg?
          • Wer hat hat Sie bei der Arbeit unterstützt?
          • Welche Unterstützung bräuchten Sie das nächste Mal?
          • Welche Fähigkeiten und Stärken haben Sie sinnvoll einsetzen können?
          • Wie können Sie diese ausbauen oder verbessern?
          • Wo erkennen Sie Schwächen?
          • Welche Personen hätten Sie noch einbeziehen können?
          • Welche Hürden gab es und wie haben Sie sie überwunden?
          [Bildnachweis: fizkes by Shutterstock.com]
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          Suggestivfragen: Wie Sie die Fragetechnik parieren https://karrierebibel.de/suggestivfragen/ Sun, 13 Oct 2019 06:00:01 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=69095

          Suggestivfragen sind ein gern genutztes rhetorisches Mittel. Sie dienen der Gesprächsführung und können als Fragetechnik eine Diskussion in die gewünschte Richtung führen. Auf der anderen Seite sind Suggestivfragen hochgradig manipulativ. Nicht selten dienen sie dazu, dem Gesprächspartner eine rhetorische Falle zu stellen oder ihm eine Antwort in den Mund zu legen. Mit Meinungsaustausch hat das nichts mehr zu tun. Das Problem daran: Es ist gar nicht so leicht, Suggestivfragen zu parieren und ein passende Antwort zu finden. Wir zeigen Ihnen, was genau Suggestivfragen sind, wie Sie diese Fragetechnik erkennen und souverän kontern können…

          Suggestivfragen Definition: Was genau ist das eigentlich?

          Suggestivfragen Definition Fragetechniken BeispieleFragen im ursprünglichen Sinne stellen den Gesprächspartner in den Mittelpunkt. Es geht darum, etwas vom anderen zu erfahren, sei es seine Meinung, sein Wissen oder ein Ratschlag in einer schwierigen Situation.

          Kurz: Fragen sind ein Mittel des gegenseitigen Austauschs.

          Nicht so Suggestivfragen. Bei dieser Fragetechnik steht die Manipulation des Gesprächspartners im Vordergrund.

          Durch geschickte Formulierungen werden einem die Worte praktisch schon in den Mund gelegt, sodass Ihr Gegenüber fast gar keine andere Wahl hat, als genau das zu antworten, was man selbst im Sinn hatte. Statt des Austauschs handelt es sich bei Suggestivfragen daher vielmehr um eine Methode, um die eigenen Ziele zu verfolgen, Argumente zu untermauern und das Gespräch in eine für sich selbst positive und damit erwünschte Richtung zu lenken.

          Suggestivfragen sollten allerdings nicht mit rhetorischen Fragen gleichgesetzt oder verwechselt werden. Als Fragetechnik verfolgen beide zwar ein sehr ähnliches Ziel, unterscheiden sich aber dennoch. Während bei einer Suggestivfrage die Antwort auf eine Frage regelrecht vorgegeben wird, braucht es für eine rhetorische Frage überhaupt keine Antwort und diese wird auch nicht erwartet. Es handelt sich um Aussagen, die in eine vermeintliche Frage verpackt werden.

          Beispiele für Suggestivfragen

          Beispiele für Suggestivfragen Fragetechniken Frageformen geschlossene FrageSuggestivfragen folgen meist einem sehr ähnlichen Aufbau und enthalten zwei wichtige Aspekte: Unterstellung und Verstärkung Auf diese Weise gelingt die Manipulation am besten. In dem eine bestimmte Einstellung oder Meinung bereits vorformuliert und durch Verallgemeinerungen oder übersteigerte Formulierungen deren Unumstößlichkeit noch einmal unterstrichen wird, bleibt kaum ein Ausweg, als zuzustimmen.

          Wie diese Fragetechnik in der Praxis aussehen kann, zeigen diese Beispiele für Suggestivfragen:

          • Findest du nicht auch, dass diese Idee totaler Schwachsinn ist?
          • Sie wollen doch auch, dass die Arbeit so schnell wie möglich erledigt wird?
          • Du willst doch bestimmt auch wie alle anderen studieren gehen?
          • Die erste Option war mit Abstand besser, als alles andere, oder?
          • Sehe ich in diesem Kleid nicht wirklich super aus?
          • Dieser Urlaub ist wirklich perfekt, denkst du nicht auch?
          • Wollen wir nicht alle, dass am Wochenende nicht gearbeitet werden muss?

          Besonders perfide ist die Kombination der Suggestivfrage mit der Fomulierung „immer noch“:

          • Schlagen Sie immer noch Ihre Frau?
          • Betrügen Sie immer noch Ihren Arbeitgeber?

          Egal, wie Sie antworten: Sie bekennen sich schuldig. Sagen Sie zum Beispiel „Nein“, geben Sie indirekt zu, dass Sie es vorher aber schon getan haben. Einziger Ausweg: Nicht direkt auf die Frage antworten – ohne die Unterstellung zu wiederholen. Beispielsweise so: „So etwas habe ich nie getan.“ Besser noch die Gegenfrage stellen: „Wie kommen Sie darauf?“

          Welche Ziele werden mit Suggestivfragen verfolgt?

          Die Suggestivfrage als Fragetechnik dient der aktiven Gesprächsführung. Der Gesprächspartner soll in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, von der man sich den bestmöglichen Ausgang der Unterhaltung verspricht. Besonders geeignet sind Suggestivfragen, um andere von der eigenen Position zu überzeugen. Selbst wenn man nicht direkt auf den Kernpunkt eingeht, können sich zwei Parteien auf diese Weise annähern.

          Wollen Sie Ihren Chef zum Beispiel davon überzeugen, dass unbedingt ein neuer Computer für Ihr Büro nötig ist und wird dies aus Kostengründen erst einmal abgeschmettert, kann die Suggestivfrage die Tür wieder öffnen. Etwa, indem Sie fragen, ob Ihr Chef nicht auch daran interessiert sei, dass Sie bestmögliche Ergebnisse erbringen. Oder ob es nicht im Interesse der gesamten Firma läge, wenn die Mitarbeiter auf dem neuesten technischen Stand wären…

          Und überhaupt, wäre es nicht wahrscheinlich, dass die Produktivität steigt und die Resultate schneller vorliegen, wenn die langsame Technik nicht mehr der Flaschenhals ist?

          Da kann der Chef kaum noch widersprechen. Schon sind Sie in einer deutlich besseren Verhandlungsposition.

          Entsprechend werden auch in Verkaufsgesprächen häufig Suggestivfragen eingesetzt.

          In Verhandlungen wird die Fragetechnik zudem genutzt, um Gemeinsamkeiten zu betonen.

          Sind wir nicht alle der Meinung, das… schafft eine Atmosphäre des Zusammenhalts und der gedanklichen Einigkeit. Zudem können durch Suggestivfragen Entscheidungen schneller herbei geführt werden. Man konzentriert sich weniger auf das, was trennt und worin die Meinungen auseinander gehen, sondern richtet das Augenmerk gezielt auf die Punkte, in denen man sich einig ist (oder bei denen der Gesprächspartner in die entsprechende Richtung beeinflusst werden soll).

          Fragetechniken Suggestivfrage: So gehen Sie damit um

          Es ist nur die eine Seite der Medaille, Suggestivfragen richtig einzusetzen, um ein Gespräch zu lenken und den Gegenüber zu beeinflussen. Die andere Seite ist: Wie darauf reagieren oder gar Suggestivfragen kontern?

          Selbst wenn die Fragetechnik bekannt ist, kann es schwierig sein, darauf geschickt zu antworten, ohne sich selbst ein Bein zu stellen.

          Die jeweiligen Formulierungen machen es schwer, dem Fragesteller nicht zuzustimmen. Im Eifer des Gefechts und in einer Diskussion lassen sich viele davon überrumpeln. Zum Glück gibt es aber ein paar gute Strategien, um Suggestivfragen zu parieren und so die Kontrolle über den Gesprächsverlauf nicht aus der Hand zu geben…

          • Haben Sie den Mut zu widersprechen.

            Es ist zwar schwer, bei Suggestivfragen nicht die vorgegebene Antwort zu geben. Unmöglich ist es aber nicht. Sobald Sie merken, dass Ihnen Worte in den Mund gelegt werden, müssen Sie nur den Mut aufbringen, den Behauptungen zu widersprechen.

            „Das sehe ich anders.“ – „Das stimmt leider so gar nicht.“ – „Das ist eine infame Unterstellung und entspricht nicht den Tatsachen.“ – Das sind nur einige Antworten, die Sie geben können, um der rhetorischen Falle auszuweichen. Entscheidend ist, dass Sie dies im Brustton der Überzeugung tun und selbstbewusst auftreten.

            Indem Sie sich nicht manipulieren lassen, zeigen Sie, dass Sie nicht nur eine eigene Meinung haben, sondern diese auch vertreten. Und zwar mit wirklichen Argumenten, ohne sich von derlei Fragetechniken aufs Glatteis führen zu lassen.

          • Entlarven Sie die Fragetechnik.

            Offenheit gegenüber Suggestivfragen kann diese nicht nur entlarven, sondern direkt aushebeln. Richtig eingesetzt, spielen Sie den Ball direkt zu Ihrem Gesprächspartner zurück, der nun seinerseits unter Druck steht. Schließlich hat er oder sie gerade versucht sie zu überrumpeln und zu manipulieren.

            Setzen Sie dazu ruhig dieselben Waffen ein und antworten Sie zum Beispiel mit einer suggestiven Gegenfrage: Denken Sie nicht auch, dass Suggestivfragen in unserer Diskussion fehl am Platz sind? So wechseln Sie in die Metaebene und zeigen, dass Sie genau wissen, was der andere vorhatte und dass Sie sich nicht manipulieren lassen.

            Eine weitere mögliche Antwort: Ich könnte auf Ihre Suggestivfrage eingehen, habe mich aber für die ehrlichere Antwort entschieden… Der Effekt ist in beiden Fällen derselbe.

          • Fragen Sie zurück.

            Die einfachste Rhetorik-Methode auf Suggestivfragen zu antworten, ist aber nach wie vor die Gegenfragen. Fragen Sie einfach zurück: „Wie kommen Sie darauf?“ Warum denken Sie das? – Wer fragt, der führt. Und mit der Gegenfrage übernehmen Sie prompt wieder die Gesprächsführung.

            Mehr noch: Ihr Gegenüber gerät in Begründungsszwang. Und wenn die Suggestivfrage nur ein rhetorischer Schachzug war (was sie häufig ist), kommt jetzt nichts Substanzielles mehr, sondern ein weiteres Ausweichmanöver, das Sie ebenfalls entlarven und Ihr Gegenüber damit festnageln können. Ende der rhetorischen Spielchen.

          [Bildnachweis: Doppelganger4 by Shutterstock.com]
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          Suggestivfragen sind ein gern genutztes rhetorisches Mittel. Sie dienen der Gesprächsführung und können als Fragetechnik eine Diskussion in die gewünschte Richtung führen. Auf der anderen Seite sind Suggestivfragen hochgradig manipulativ. Nicht selten dienen sie dazu, dem Gesprächspartner eine rhetorische Falle zu stellen oder ihm eine Antwort in den Mund zu legen. Mit Meinungsaustausch hat das nichts mehr zu tun. Das Problem daran: Es ist gar nicht so leicht, Suggestivfragen zu parieren und ein passende Antwort zu finden. Wir zeigen Ihnen, was genau Suggestivfragen sind, wie Sie diese Fragetechnik erkennen und souverän kontern können…

          Suggestivfragen Definition: Was genau ist das eigentlich?

          Suggestivfragen Definition Fragetechniken BeispieleFragen im ursprünglichen Sinne stellen den Gesprächspartner in den Mittelpunkt. Es geht darum, etwas vom anderen zu erfahren, sei es seine Meinung, sein Wissen oder ein Ratschlag in einer schwierigen Situation.

          Kurz: Fragen sind ein Mittel des gegenseitigen Austauschs.

          Nicht so Suggestivfragen. Bei dieser Fragetechnik steht die Manipulation des Gesprächspartners im Vordergrund.

          Durch geschickte Formulierungen werden einem die Worte praktisch schon in den Mund gelegt, sodass Ihr Gegenüber fast gar keine andere Wahl hat, als genau das zu antworten, was man selbst im Sinn hatte. Statt des Austauschs handelt es sich bei Suggestivfragen daher vielmehr um eine Methode, um die eigenen Ziele zu verfolgen, Argumente zu untermauern und das Gespräch in eine für sich selbst positive und damit erwünschte Richtung zu lenken.

          Suggestivfragen sollten allerdings nicht mit rhetorischen Fragen gleichgesetzt oder verwechselt werden. Als Fragetechnik verfolgen beide zwar ein sehr ähnliches Ziel, unterscheiden sich aber dennoch. Während bei einer Suggestivfrage die Antwort auf eine Frage regelrecht vorgegeben wird, braucht es für eine rhetorische Frage überhaupt keine Antwort und diese wird auch nicht erwartet. Es handelt sich um Aussagen, die in eine vermeintliche Frage verpackt werden.

          Beispiele für Suggestivfragen

          Beispiele für Suggestivfragen Fragetechniken Frageformen geschlossene FrageSuggestivfragen folgen meist einem sehr ähnlichen Aufbau und enthalten zwei wichtige Aspekte: Unterstellung und Verstärkung Auf diese Weise gelingt die Manipulation am besten. In dem eine bestimmte Einstellung oder Meinung bereits vorformuliert und durch Verallgemeinerungen oder übersteigerte Formulierungen deren Unumstößlichkeit noch einmal unterstrichen wird, bleibt kaum ein Ausweg, als zuzustimmen.

          Wie diese Fragetechnik in der Praxis aussehen kann, zeigen diese Beispiele für Suggestivfragen:

          • Findest du nicht auch, dass diese Idee totaler Schwachsinn ist?
          • Sie wollen doch auch, dass die Arbeit so schnell wie möglich erledigt wird?
          • Du willst doch bestimmt auch wie alle anderen studieren gehen?
          • Die erste Option war mit Abstand besser, als alles andere, oder?
          • Sehe ich in diesem Kleid nicht wirklich super aus?
          • Dieser Urlaub ist wirklich perfekt, denkst du nicht auch?
          • Wollen wir nicht alle, dass am Wochenende nicht gearbeitet werden muss?

          Besonders perfide ist die Kombination der Suggestivfrage mit der Fomulierung „immer noch“:

          • Schlagen Sie immer noch Ihre Frau?
          • Betrügen Sie immer noch Ihren Arbeitgeber?

          Egal, wie Sie antworten: Sie bekennen sich schuldig. Sagen Sie zum Beispiel „Nein“, geben Sie indirekt zu, dass Sie es vorher aber schon getan haben. Einziger Ausweg: Nicht direkt auf die Frage antworten – ohne die Unterstellung zu wiederholen. Beispielsweise so: „So etwas habe ich nie getan.“ Besser noch die Gegenfrage stellen: „Wie kommen Sie darauf?“

          Welche Ziele werden mit Suggestivfragen verfolgt?

          Die Suggestivfrage als Fragetechnik dient der aktiven Gesprächsführung. Der Gesprächspartner soll in eine bestimmte Richtung gelenkt werden, von der man sich den bestmöglichen Ausgang der Unterhaltung verspricht. Besonders geeignet sind Suggestivfragen, um andere von der eigenen Position zu überzeugen. Selbst wenn man nicht direkt auf den Kernpunkt eingeht, können sich zwei Parteien auf diese Weise annähern.

          Wollen Sie Ihren Chef zum Beispiel davon überzeugen, dass unbedingt ein neuer Computer für Ihr Büro nötig ist und wird dies aus Kostengründen erst einmal abgeschmettert, kann die Suggestivfrage die Tür wieder öffnen. Etwa, indem Sie fragen, ob Ihr Chef nicht auch daran interessiert sei, dass Sie bestmögliche Ergebnisse erbringen. Oder ob es nicht im Interesse der gesamten Firma läge, wenn die Mitarbeiter auf dem neuesten technischen Stand wären…

          Und überhaupt, wäre es nicht wahrscheinlich, dass die Produktivität steigt und die Resultate schneller vorliegen, wenn die langsame Technik nicht mehr der Flaschenhals ist?

          Da kann der Chef kaum noch widersprechen. Schon sind Sie in einer deutlich besseren Verhandlungsposition.

          Entsprechend werden auch in Verkaufsgesprächen häufig Suggestivfragen eingesetzt.

          In Verhandlungen wird die Fragetechnik zudem genutzt, um Gemeinsamkeiten zu betonen.

          Sind wir nicht alle der Meinung, das… schafft eine Atmosphäre des Zusammenhalts und der gedanklichen Einigkeit. Zudem können durch Suggestivfragen Entscheidungen schneller herbei geführt werden. Man konzentriert sich weniger auf das, was trennt und worin die Meinungen auseinander gehen, sondern richtet das Augenmerk gezielt auf die Punkte, in denen man sich einig ist (oder bei denen der Gesprächspartner in die entsprechende Richtung beeinflusst werden soll).

          Fragetechniken Suggestivfrage: So gehen Sie damit um

          Es ist nur die eine Seite der Medaille, Suggestivfragen richtig einzusetzen, um ein Gespräch zu lenken und den Gegenüber zu beeinflussen. Die andere Seite ist: Wie darauf reagieren oder gar Suggestivfragen kontern?

          Selbst wenn die Fragetechnik bekannt ist, kann es schwierig sein, darauf geschickt zu antworten, ohne sich selbst ein Bein zu stellen.

          Die jeweiligen Formulierungen machen es schwer, dem Fragesteller nicht zuzustimmen. Im Eifer des Gefechts und in einer Diskussion lassen sich viele davon überrumpeln. Zum Glück gibt es aber ein paar gute Strategien, um Suggestivfragen zu parieren und so die Kontrolle über den Gesprächsverlauf nicht aus der Hand zu geben…

          • Haben Sie den Mut zu widersprechen.

            Es ist zwar schwer, bei Suggestivfragen nicht die vorgegebene Antwort zu geben. Unmöglich ist es aber nicht. Sobald Sie merken, dass Ihnen Worte in den Mund gelegt werden, müssen Sie nur den Mut aufbringen, den Behauptungen zu widersprechen.

            „Das sehe ich anders.“ – „Das stimmt leider so gar nicht.“ – „Das ist eine infame Unterstellung und entspricht nicht den Tatsachen.“ – Das sind nur einige Antworten, die Sie geben können, um der rhetorischen Falle auszuweichen. Entscheidend ist, dass Sie dies im Brustton der Überzeugung tun und selbstbewusst auftreten.

            Indem Sie sich nicht manipulieren lassen, zeigen Sie, dass Sie nicht nur eine eigene Meinung haben, sondern diese auch vertreten. Und zwar mit wirklichen Argumenten, ohne sich von derlei Fragetechniken aufs Glatteis führen zu lassen.

          • Entlarven Sie die Fragetechnik.

            Offenheit gegenüber Suggestivfragen kann diese nicht nur entlarven, sondern direkt aushebeln. Richtig eingesetzt, spielen Sie den Ball direkt zu Ihrem Gesprächspartner zurück, der nun seinerseits unter Druck steht. Schließlich hat er oder sie gerade versucht sie zu überrumpeln und zu manipulieren.

            Setzen Sie dazu ruhig dieselben Waffen ein und antworten Sie zum Beispiel mit einer suggestiven Gegenfrage: Denken Sie nicht auch, dass Suggestivfragen in unserer Diskussion fehl am Platz sind? So wechseln Sie in die Metaebene und zeigen, dass Sie genau wissen, was der andere vorhatte und dass Sie sich nicht manipulieren lassen.

            Eine weitere mögliche Antwort: Ich könnte auf Ihre Suggestivfrage eingehen, habe mich aber für die ehrlichere Antwort entschieden… Der Effekt ist in beiden Fällen derselbe.

          • Fragen Sie zurück.

            Die einfachste Rhetorik-Methode auf Suggestivfragen zu antworten, ist aber nach wie vor die Gegenfragen. Fragen Sie einfach zurück: „Wie kommen Sie darauf?“ Warum denken Sie das? – Wer fragt, der führt. Und mit der Gegenfrage übernehmen Sie prompt wieder die Gesprächsführung.

            Mehr noch: Ihr Gegenüber gerät in Begründungsszwang. Und wenn die Suggestivfrage nur ein rhetorischer Schachzug war (was sie häufig ist), kommt jetzt nichts Substanzielles mehr, sondern ein weiteres Ausweichmanöver, das Sie ebenfalls entlarven und Ihr Gegenüber damit festnageln können. Ende der rhetorischen Spielchen.

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          Killerphrasen: So kontern Sie diese https://karrierebibel.de/killerphrasen/ Sat, 12 Oct 2019 15:00:57 +0000 Anja Rassek http://karrierebibel.de/?p=69085

          Sie sind nicht nur ärgerlich und verletzend, sie können einen durchaus aus dem Konzept bringen: Killerphrasen. Und das ist zumeist genau ihr Zweck. Gerade noch waren Sie dabei, in einem Meeting Ihre neue Idee auszuführen und zack – schmettert Ihnen der Kollege ein scheinbares Argument entgegen, warum etwas doch nicht geht. Solche Bemerkungen sind demotivierend und wenig zielführend. Wie Sie sich gegen Killerphrasen wehren können, lesen Sie hier.

          Killerphrasen Liste: 50 Beispiele für Killerphrasen

          Einen kleinen Einblick gefällig, wie so Killerphrasen aussehen können? Dann haben wir hier 50 Beispiele dafür. Sicherlich haben Sie den einen oder anderen Satz bereits gehört…

          • Das wird sowieso nicht funktionieren.
          • Auch Sie werden einsehen müssen, dass…
          • Wie doch jeder weiß…
          • An Ihrer Stelle würde ich mich auch so herausreden.
          • Wir brauchen keine Ideen, wir brauchen verlässliche Mitarbeiter.
          • Das haben wir schon alles versucht.
          • Was hier gefragt ist, kann ich noch am besten beurteilen.
          • Da können Sie nicht mitreden.
          • Um das beurteilen zu können, fehlt Ihnen das Fachwissen.
          • Das haben wir schon immer so gemacht.
          • Ist das Ihr Ernst?
          • Das ist viel zu teuer.
          • Sie haben ja keine Ahnung.
          • Das ist nicht unsere Aufgabe.
          • Uns wird jeder für verrückt erklären.
          • Wenn das ginge, wäre es schon längst gemacht worden.
          • Das ist völlig realitätsfremd.
          • Das ist grundsätzlich richtig, aber bei uns nicht anwendbar.
          • Typisch Frau / Mann / Ossi / Wessi…
          • Dazu fehlt uns die Zeit.
          • Ich glaube nicht, dass die anderen da mitspielen werden.
          • Das gehört nicht hierher.
          • Selbst Sie sollten wissen, dass…
          • Das lässt sich nicht durchsetzen.
          • Durch Ihren Einwand geben Sie zu erkennen, dass…
          • Haben Sie überhaupt einen Hochschulabschluss?
          • Das haben schon fähigere Leute als Sie nicht lösen können.
          • Ich weiß schon, wie das endet.
          • Sie müssen noch viel lernen.
          • Bekanntlich ist es so, dass…
          • Für Sie als emanzipierte Frau müsste es doch selbstverständlich sein…
          • Das geht uns nichts an.
          • Sind Sie immer so empfindlich?
          • Das ist doch alles graue Theorie.
          • Mit diesem Vorschlag werden Sie Ärger kriegen.
          • Das ist doch längst überholt.
          • Sie wieder mit Ihren skurrilen Ideen.
          • Machen Sie sich doch nicht lächerlich.
          • Das hat Professor X längst geklärt.
          • Selten habe ich so einen Mist gehört.
          • Das können Sie schwarz auf weiß nachlesen.
          • An Ihrer Stelle würde ich das auch behaupten.
          • Sie sind so weltfremd/naiv.
          • Nun denken Sie doch einmal nach – auch wenn’s schwerfällt.
          • Da müssen Sie doch nicht rot werden.
          • Wir haben da so unsere Prinzipien.
          • Die jetzige Situation fordert, dass …
          • Haben Sie mal überlegt, was für einen Aufwand das zur Folge hat?
          • Sie sind zu jung. Sammeln Sie zuerst ein bisschen Erfahrung.
          • Das ist interessant, aber eher ein Thema für eine spätere Sitzung.

          Killerphrasen Definition: Was genau ist eine Killerphrase?

          Killerphrasen Wikipedia Killerphrasen Definition Killerphrasen konternKillerphrasen – auch Totschlagargumente genannt – sind nicht nur vom Wortlaut her ähnlich. Wikipedia zufolge fehle es Killerphrasen am argumentativen Schein, während Totschlagargumente Scheinargumente seien. Eine Möglichkeit, Killerphrasen und Totschlagargumente voneinander zu unterscheiden wäre also:

          • Killerphrase

            Kennzeichnen sich durch einen direkten Angriff auf den Gesprächspartner, das Gesagte hat keinerlei inhaltlichen Bezug.

          • Totschlagargument

            Wirkt zumindest auf den ersten Blick, als ob das Gesagte sich auf das Thema des Gesprächspartners bezieht.

          Das Problem bei dieser Unterscheidung ist, dass beide Begriffe synonym verwendet werden und auch Rhetorikexperten häufig mit denselben Beispielen für beide Begriffe aufwarten. Die obige Liste verdeutlicht vermutlich am besten, was Killerphrasen sind: Ein rhetorischer Kniff, der nichts Konstruktives hinzuzufügen hat, sondern häufig auf die Person und nicht auf die Sache abzielt.

          Frauen gegenüber gehen solche Killerphrasen auch „gerne“ mal unter die Gürtellinie, da werden dann hormonelle Schwankungen, sexuelle Abstinenz oder auch die sexuelle Orientierung plötzlich als ursächlich für eine Argumentationslinie vermutet.

          Sinn und Zweck von Killerphrasen

          Killerphrasen abwehren Killerphrasen begegnen Umgang mit KillerphrasenZiel von Killerphrasen als auch von Totschlagargumenten ist, den „Gegner“ mundtot zu machen. Eine Diskussion wird so behindert, die andere Person aus dem Konzept gebracht oder schlimmstenfalls sogar der Lächerlichkeit preisgegeben. Das ist besonders fatal in Meetings, da so kreative Ideen direkt blockiert werden.

          Häufig wirkt sich das nicht nur auf den jeweiligen Redner aus, der etwas vorgetragen hat, sondern führt auch zu Hemmungen bei anderen Teilnehmern. Je nach Art der Killerphrase kann die Wirkung extrem nachhaltig sein: Gerade sensiblere Menschen reagieren unter Umständen sehr empfindlich auf destruktive Kritik à la Haben Sie überhaupt einen Hochschulabschluss? oder Sie sind so weltfremd!

          Das führt dann auch zukünftig zu eher spärlichen Input, wenn es beispielsweise um Brainstorming geht. Das hat auch der Management-Theoretiker Charles Clark erkannt, auf den der Begriff Killerphrase wohl zurückgeht. Wann immer in seinen Brainstormings jemand eine vergleichbare Äußerung brachte, hat er eine Glocke geläutet.

          Sinnvoller erscheint eine Einteilung nach jeweiliger Intention, wie es Meike Müller macht. Sie unterscheidet sechs Arten von Killerphrasen:

          • Beharrungs-Killerphrasen

            Der Sprecher fürchtet Veränderungen. Viele Menschen stehen neuen Dingen zunächst ablehnend gegenüber, da alles Neue ihnen fremd ist und sie verunsichert.

            Beispiel: Das haben wir schon immer so gemacht.

          • Autoritäts-Killerphrasen

            Hier versucht der Sprecher seine Macht zu demonstrieren, entweder ein autoritärer Chef oder aber jemand, der seine Minderwertigkeitskomplexe damit kaschieren will.

            Beispiel: Was hier wichtig ist, bestimme immer noch ich.

          • Besserwisser-Killerphrasen

            Killerphrasen von Besserwissern lassen diese in einem vermeintlich besseren Licht dastehen, indem sie intelligenter als die anderen erscheinen.

            Beispiel: Sie müssen noch viel lernen. (Im Gegensatz zu mir.)

          • Bedenkenträger-Killerphrasen

            Sie sind inhaltlich verwandt mit den Beharrungs-Killerphrasen, treten allerdings zögerlich und weniger bestimmt auf. Dennoch zeichnet auch sie Angst vor Veränderungen aus.

            Beispiel: Wie soll das denn funktionieren? – Wenn das ginge, wäre es schon längst gemacht worden.

          • Vertagungs-Killerphrasen

            Wer keine Lust hat, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen oder Angst hat, eine falsche Entscheidung zu treffen, greift zur Vertagungs-Killerphrase.

            Beispiel: Das ist interessant, aber eher ein Thema für eine spätere Sitzung.

          • Angriffs-Killerphrasen

            Die wohl fieseste Art ist der persönliche Angriff. Der andere wird durch diese Killerphrase bloßgestellt und herabgewürdigt, um die Diskussion abzuwürgen. Die Sachebene sucht man hier vergebens.

            Beispiel: Selten habe ich so einen Mist gehört. – Nun denken Sie mal nach, auch wenn’s schwerfällt.

          Killerphrasen kontern: So wehren Sie Killerphrasen ab

          Der Umgang mit Killerphrasen ist nicht ganz einfach, lässt sich allerdings ähnlich wie Schlagfertigkeit erlernen. Die obige Einteilung hilft Ihnen dabei, Besserwisser, Bedenkenträger und andere Zeitgenossen zu durchschauen.

          Denn es ist sinnvoll sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen – in der jeweiligen Situation fällt vielen von uns nicht die passende Erwiderung ein. So manches Mal fällt einem im Nachhinein eine Formulierung ein, mit der man eine Killerphrase hätte abwehren können – zu spät.

          Daher hier nun vier Methoden, die Sie üben sollten:

          • Fragen

            Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Variante 1 ist, dass Sie die Killerphrase als Frage umdrehen, dabei aber absichtlich den Sinn falsch wiedergeben und das Gesagte dann widerlegen. Variante 2 wäre, dass Sie den Gegner darum bitten zu konkretisieren: Indem Sie mit einer Gegenfrage antworten, locken Sie ihn aus der Reserve. Nun muss er im Einzelnen darlegen, was genau beispielsweise nicht funktioniert:

            Beispiel:

            Das klappt doch nie.

            Antwort:

            Was genau spricht dagegen? Wo sehen Sie Schwierigkeiten? Was wäre realistisch?

          • Sachebene

            Sie können die Killerphrase auch als das entlarven, was sie ist und den Angreifer direkt damit konfrontieren. Das empfiehlt sich je nach Härtegrad der Killerphrase.

            Beispiel:

            Typisch Mann / Frau / Ossi / Wessi…

            Antwort:

            Was soll mein Geschlecht / meine Herkunft damit zu tun haben? Hier handelt es sich offensichtlich um ein Totschlagargument. Ich schlage vor, dass wir uns wieder dem Thema zuwenden.

          • Gegenangriff

            Diese Methode empfiehlt sich vermutlich eher für die Geübteren oder Hartgesotteneren. Der Vorteil ist, dass Sie zeigen, dass Sie sich nicht einschüchtern lassen. Der Nachteil ist, dass Sie sich auf die gleiche Stufe mit Ihrem Gegenüber stellen. Heikel ist diese Methode, wenn es sich dabei um Ihren Chef handelt – sie ist daher nur bedingt zu empfehlen.

            Beispiel:

            Das ist doch alles graue Theorie.

            Antwort:

            Dass Sie als Pragmatiker die Dinge etwas anders sehen, glaube ich gerne. Aber was in der Theorie richtig ist, ist es auch in der Praxis, andernfalls ist die Theorie falsch. Soll ich Ihnen meine Ausführungen noch einmal erklären?

          • Falschinterpretation

            Funktioniert ähnlich wie die Erstvariante der Frage: Sie interpretieren absichtlich die Aussage Ihres Gegenübers falsch und widerlegen Sie anschließend.

            Beispiel:

            Das funktioniert sowieso nie.

            Antwort:

            Da haben Sie absolut recht, so funktioniert das nicht. Ich habe mir daher gedacht, dass wir es so machen…

          Für welche der hier vorgeschlagenen Methoden Sie sich entscheiden, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Manche Experten empfehlen beispielsweise zu ignorieren und einfach im Text weiterzumachen, wenn Sie während einer Präsentation gestört werden. Oder Sie verweisen auf Fragen nach dem Vortrag, denn in der Tat klären sich manche Zweifel bis dahin.

          Andererseits muss man feststellen, dass es durchaus einen unangenehmen Menschentypus gibt, der sich durch Schweigen nicht beeindrucken lässt beziehungsweise die Nicht-Reaktion als Schwäche auslegt. Bei solchen Menschen empfiehlt es sich zu reagieren – notfalls in einem persönlichen Gespräch, in dem die Fronten geklärt werden.

          [Bildnachweis: StudioLaMagica by Shutterstock.com]
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          Sie sind nicht nur ärgerlich und verletzend, sie können einen durchaus aus dem Konzept bringen: Killerphrasen. Und das ist zumeist genau ihr Zweck. Gerade noch waren Sie dabei, in einem Meeting Ihre neue Idee auszuführen und zack – schmettert Ihnen der Kollege ein scheinbares Argument entgegen, warum etwas doch nicht geht. Solche Bemerkungen sind demotivierend und wenig zielführend. Wie Sie sich gegen Killerphrasen wehren können, lesen Sie hier.

          Killerphrasen Liste: 50 Beispiele für Killerphrasen

          Einen kleinen Einblick gefällig, wie so Killerphrasen aussehen können? Dann haben wir hier 50 Beispiele dafür. Sicherlich haben Sie den einen oder anderen Satz bereits gehört…

          • Das wird sowieso nicht funktionieren.
          • Auch Sie werden einsehen müssen, dass…
          • Wie doch jeder weiß…
          • An Ihrer Stelle würde ich mich auch so herausreden.
          • Wir brauchen keine Ideen, wir brauchen verlässliche Mitarbeiter.
          • Das haben wir schon alles versucht.
          • Was hier gefragt ist, kann ich noch am besten beurteilen.
          • Da können Sie nicht mitreden.
          • Um das beurteilen zu können, fehlt Ihnen das Fachwissen.
          • Das haben wir schon immer so gemacht.
          • Ist das Ihr Ernst?
          • Das ist viel zu teuer.
          • Sie haben ja keine Ahnung.
          • Das ist nicht unsere Aufgabe.
          • Uns wird jeder für verrückt erklären.
          • Wenn das ginge, wäre es schon längst gemacht worden.
          • Das ist völlig realitätsfremd.
          • Das ist grundsätzlich richtig, aber bei uns nicht anwendbar.
          • Typisch Frau / Mann / Ossi / Wessi…
          • Dazu fehlt uns die Zeit.
          • Ich glaube nicht, dass die anderen da mitspielen werden.
          • Das gehört nicht hierher.
          • Selbst Sie sollten wissen, dass…
          • Das lässt sich nicht durchsetzen.
          • Durch Ihren Einwand geben Sie zu erkennen, dass…
          • Haben Sie überhaupt einen Hochschulabschluss?
          • Das haben schon fähigere Leute als Sie nicht lösen können.
          • Ich weiß schon, wie das endet.
          • Sie müssen noch viel lernen.
          • Bekanntlich ist es so, dass…
          • Für Sie als emanzipierte Frau müsste es doch selbstverständlich sein…
          • Das geht uns nichts an.
          • Sind Sie immer so empfindlich?
          • Das ist doch alles graue Theorie.
          • Mit diesem Vorschlag werden Sie Ärger kriegen.
          • Das ist doch längst überholt.
          • Sie wieder mit Ihren skurrilen Ideen.
          • Machen Sie sich doch nicht lächerlich.
          • Das hat Professor X längst geklärt.
          • Selten habe ich so einen Mist gehört.
          • Das können Sie schwarz auf weiß nachlesen.
          • An Ihrer Stelle würde ich das auch behaupten.
          • Sie sind so weltfremd/naiv.
          • Nun denken Sie doch einmal nach – auch wenn’s schwerfällt.
          • Da müssen Sie doch nicht rot werden.
          • Wir haben da so unsere Prinzipien.
          • Die jetzige Situation fordert, dass …
          • Haben Sie mal überlegt, was für einen Aufwand das zur Folge hat?
          • Sie sind zu jung. Sammeln Sie zuerst ein bisschen Erfahrung.
          • Das ist interessant, aber eher ein Thema für eine spätere Sitzung.

          Killerphrasen Definition: Was genau ist eine Killerphrase?

          Killerphrasen Wikipedia Killerphrasen Definition Killerphrasen konternKillerphrasen – auch Totschlagargumente genannt – sind nicht nur vom Wortlaut her ähnlich. Wikipedia zufolge fehle es Killerphrasen am argumentativen Schein, während Totschlagargumente Scheinargumente seien. Eine Möglichkeit, Killerphrasen und Totschlagargumente voneinander zu unterscheiden wäre also:

          • Killerphrase

            Kennzeichnen sich durch einen direkten Angriff auf den Gesprächspartner, das Gesagte hat keinerlei inhaltlichen Bezug.

          • Totschlagargument

            Wirkt zumindest auf den ersten Blick, als ob das Gesagte sich auf das Thema des Gesprächspartners bezieht.

          Das Problem bei dieser Unterscheidung ist, dass beide Begriffe synonym verwendet werden und auch Rhetorikexperten häufig mit denselben Beispielen für beide Begriffe aufwarten. Die obige Liste verdeutlicht vermutlich am besten, was Killerphrasen sind: Ein rhetorischer Kniff, der nichts Konstruktives hinzuzufügen hat, sondern häufig auf die Person und nicht auf die Sache abzielt.

          Frauen gegenüber gehen solche Killerphrasen auch „gerne“ mal unter die Gürtellinie, da werden dann hormonelle Schwankungen, sexuelle Abstinenz oder auch die sexuelle Orientierung plötzlich als ursächlich für eine Argumentationslinie vermutet.

          Sinn und Zweck von Killerphrasen

          Killerphrasen abwehren Killerphrasen begegnen Umgang mit KillerphrasenZiel von Killerphrasen als auch von Totschlagargumenten ist, den „Gegner“ mundtot zu machen. Eine Diskussion wird so behindert, die andere Person aus dem Konzept gebracht oder schlimmstenfalls sogar der Lächerlichkeit preisgegeben. Das ist besonders fatal in Meetings, da so kreative Ideen direkt blockiert werden.

          Häufig wirkt sich das nicht nur auf den jeweiligen Redner aus, der etwas vorgetragen hat, sondern führt auch zu Hemmungen bei anderen Teilnehmern. Je nach Art der Killerphrase kann die Wirkung extrem nachhaltig sein: Gerade sensiblere Menschen reagieren unter Umständen sehr empfindlich auf destruktive Kritik à la Haben Sie überhaupt einen Hochschulabschluss? oder Sie sind so weltfremd!

          Das führt dann auch zukünftig zu eher spärlichen Input, wenn es beispielsweise um Brainstorming geht. Das hat auch der Management-Theoretiker Charles Clark erkannt, auf den der Begriff Killerphrase wohl zurückgeht. Wann immer in seinen Brainstormings jemand eine vergleichbare Äußerung brachte, hat er eine Glocke geläutet.

          Sinnvoller erscheint eine Einteilung nach jeweiliger Intention, wie es Meike Müller macht. Sie unterscheidet sechs Arten von Killerphrasen:

          • Beharrungs-Killerphrasen

            Der Sprecher fürchtet Veränderungen. Viele Menschen stehen neuen Dingen zunächst ablehnend gegenüber, da alles Neue ihnen fremd ist und sie verunsichert.

            Beispiel: Das haben wir schon immer so gemacht.

          • Autoritäts-Killerphrasen

            Hier versucht der Sprecher seine Macht zu demonstrieren, entweder ein autoritärer Chef oder aber jemand, der seine Minderwertigkeitskomplexe damit kaschieren will.

            Beispiel: Was hier wichtig ist, bestimme immer noch ich.

          • Besserwisser-Killerphrasen

            Killerphrasen von Besserwissern lassen diese in einem vermeintlich besseren Licht dastehen, indem sie intelligenter als die anderen erscheinen.

            Beispiel: Sie müssen noch viel lernen. (Im Gegensatz zu mir.)

          • Bedenkenträger-Killerphrasen

            Sie sind inhaltlich verwandt mit den Beharrungs-Killerphrasen, treten allerdings zögerlich und weniger bestimmt auf. Dennoch zeichnet auch sie Angst vor Veränderungen aus.

            Beispiel: Wie soll das denn funktionieren? – Wenn das ginge, wäre es schon längst gemacht worden.

          • Vertagungs-Killerphrasen

            Wer keine Lust hat, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen oder Angst hat, eine falsche Entscheidung zu treffen, greift zur Vertagungs-Killerphrase.

            Beispiel: Das ist interessant, aber eher ein Thema für eine spätere Sitzung.

          • Angriffs-Killerphrasen

            Die wohl fieseste Art ist der persönliche Angriff. Der andere wird durch diese Killerphrase bloßgestellt und herabgewürdigt, um die Diskussion abzuwürgen. Die Sachebene sucht man hier vergebens.

            Beispiel: Selten habe ich so einen Mist gehört. – Nun denken Sie mal nach, auch wenn’s schwerfällt.

          Killerphrasen kontern: So wehren Sie Killerphrasen ab

          Der Umgang mit Killerphrasen ist nicht ganz einfach, lässt sich allerdings ähnlich wie Schlagfertigkeit erlernen. Die obige Einteilung hilft Ihnen dabei, Besserwisser, Bedenkenträger und andere Zeitgenossen zu durchschauen.

          Denn es ist sinnvoll sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen – in der jeweiligen Situation fällt vielen von uns nicht die passende Erwiderung ein. So manches Mal fällt einem im Nachhinein eine Formulierung ein, mit der man eine Killerphrase hätte abwehren können – zu spät.

          Daher hier nun vier Methoden, die Sie üben sollten:

          • Fragen

            Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Variante 1 ist, dass Sie die Killerphrase als Frage umdrehen, dabei aber absichtlich den Sinn falsch wiedergeben und das Gesagte dann widerlegen. Variante 2 wäre, dass Sie den Gegner darum bitten zu konkretisieren: Indem Sie mit einer Gegenfrage antworten, locken Sie ihn aus der Reserve. Nun muss er im Einzelnen darlegen, was genau beispielsweise nicht funktioniert:

            Beispiel:

            Das klappt doch nie.

            Antwort:

            Was genau spricht dagegen? Wo sehen Sie Schwierigkeiten? Was wäre realistisch?

          • Sachebene

            Sie können die Killerphrase auch als das entlarven, was sie ist und den Angreifer direkt damit konfrontieren. Das empfiehlt sich je nach Härtegrad der Killerphrase.

            Beispiel:

            Typisch Mann / Frau / Ossi / Wessi…

            Antwort:

            Was soll mein Geschlecht / meine Herkunft damit zu tun haben? Hier handelt es sich offensichtlich um ein Totschlagargument. Ich schlage vor, dass wir uns wieder dem Thema zuwenden.

          • Gegenangriff

            Diese Methode empfiehlt sich vermutlich eher für die Geübteren oder Hartgesotteneren. Der Vorteil ist, dass Sie zeigen, dass Sie sich nicht einschüchtern lassen. Der Nachteil ist, dass Sie sich auf die gleiche Stufe mit Ihrem Gegenüber stellen. Heikel ist diese Methode, wenn es sich dabei um Ihren Chef handelt – sie ist daher nur bedingt zu empfehlen.

            Beispiel:

            Das ist doch alles graue Theorie.

            Antwort:

            Dass Sie als Pragmatiker die Dinge etwas anders sehen, glaube ich gerne. Aber was in der Theorie richtig ist, ist es auch in der Praxis, andernfalls ist die Theorie falsch. Soll ich Ihnen meine Ausführungen noch einmal erklären?

          • Falschinterpretation

            Funktioniert ähnlich wie die Erstvariante der Frage: Sie interpretieren absichtlich die Aussage Ihres Gegenübers falsch und widerlegen Sie anschließend.

            Beispiel:

            Das funktioniert sowieso nie.

            Antwort:

            Da haben Sie absolut recht, so funktioniert das nicht. Ich habe mir daher gedacht, dass wir es so machen…

          Für welche der hier vorgeschlagenen Methoden Sie sich entscheiden, hängt vom jeweiligen Einzelfall ab. Manche Experten empfehlen beispielsweise zu ignorieren und einfach im Text weiterzumachen, wenn Sie während einer Präsentation gestört werden. Oder Sie verweisen auf Fragen nach dem Vortrag, denn in der Tat klären sich manche Zweifel bis dahin.

          Andererseits muss man feststellen, dass es durchaus einen unangenehmen Menschentypus gibt, der sich durch Schweigen nicht beeindrucken lässt beziehungsweise die Nicht-Reaktion als Schwäche auslegt. Bei solchen Menschen empfiehlt es sich zu reagieren – notfalls in einem persönlichen Gespräch, in dem die Fronten geklärt werden.

          [Bildnachweis: StudioLaMagica by Shutterstock.com]
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          Gehaltsfrage: Besser erst im zweiten Gespräch https://karrierebibel.de/gehaltsfrage/ Sat, 12 Oct 2019 12:00:48 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=55680

          Wann ist der beste Zeitpunkt mit dem Chef in spe über Geld zu sprechen und die Gehaltsfrage zu stellen? Ganz klar, sagt fast jeder zweite Personaler (47 Prozent): Es ist das zweite Bewerbungsgespräch. Spätestens dann gehört das Thema Gehaltsvorstellungen auf den Tisch (wenn es nicht zuvor in der Stellenanzeige verlangt war). Und: Die Bewerber sollten dabei selbstbewusst auftreten und die Gehaltsfrage von sich aus initiieren. Nur vier Prozent der befragten Personaler sind der Ansicht, Gehaltsdiskussionen sollten ausschließlich vom Unternehmen ausgehen…

          Stellen Sie die Gehaltsfrage selbstbewusst

          Von wegen, über Geld spricht man nicht… Zu viel Bescheidenheit ist hier definitiv fehl am Platz.

          Die Erfahrung zeigt, dass Bewerber bei einem Arbeitgeberwechsel bis zu 10 Prozent mehr Gehalt fordern können.

          In einer Umfrage dazu gaben Personaler kürzlich an:

          • Die zweite oder nachfolgende Bewerbungsrunden seien der beste Zeitpunkt für Gehaltsfragen (47 Prozent).
          • Im ersten Bewerbungsgespräch und während des Bewerbungsprozesses finden es nur 27 Prozent angebracht, Gehaltsforderungen zu stellen.
          • Die Gehaltsfrage erst im letzten Bewerbungsgespräch oder in der Angebotsphase zu formulieren, halten wiederum 22 Prozent für den idealen Zeitpunkt.

          Allerdings und auch wenn Unternehmen bereit sind, steigende Gehälter zu zahlen: Bewerber sollten stets vorab den eigenen Marktwert recherchieren und kennen und die daraus resultierenden Gehaltsvorstellungen ausloten, denn…

          • Wer hier zu hohe Forderungen stellt (20 Prozent über Durchschnitt), riskiere ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Bewerbungsprozess.
          • Zu niedrige Gehaltsvorstellungen lassen wiederum auf mangelnde Erfahrung oder ein mangelndes Selbstbewusstsein des Bewerbers schließen.

          Apropos, fühlen Sie sich schon fit für die Gehaltsverhandlung? Dann machen Sie gleich den kostenlosen Test…


          Fit Gehaltsverhandlung Quiz Titelbild

          Wann ist klassischerweise ein besonders guter Zeitpunkt für die Gehaltsverhandlung?

          • Vor dem Sommer, da der Chef im Sommerloch Zeit hat, sich mit dem Anliegen zu beschäftigen (A)
          • Im Frühjahr, wenn Budgets geplant und ausgehandelt werden (B)
          • Zum Ende des Jahres, wenn der Vorgesetzte sich Gedanken über das kommende Jahr macht (C)

          Wie sollten Sie die Verhandlung um eine höhere Bezahlung beginnen?

          • Sie machen das erste Angebot (A)
          • Sie warten darauf, dass der Chef ein erstes Angebot unterbreitet (B)
          • Beide Seiten machen gleichzeitig ein Angebot und suchen dann einen Kompromiss (C)

          Wann sollten Sie eine Gehaltsverhandlung lieber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben?

          • Wenn Sie so viel arbeiten, dass Sie keine Zeit dafür haben (A)
          • Wenn die Auftragslage im Unternehmen gerade schlecht ist (B)
          • Wenn mehrere Kollegen im Urlaub sind (C)

          Welche Formulierung verspricht den meisten Erfolg?

          • Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Jahresbruttogehalt 48.000 Euro. (A)
          • Ich stelle mir ein Jahresbruttogehalt von 49.000 Euro vor. (B)
          • Ein Jahresbruttogehalt von 48.750 Euro entspricht meinen Vorstellungen. (C)

          Was tun Sie, wenn Ihr Chef Gründe nennt, die gegen eine Gehaltserhöhung sprechen?

          • Ich entkräfte die Argumente, in dem ich durch meine Leistungen und Erfolge erkläre, welchen Mehrwert ich dem Unternehmen bringe. (A)
          • Ich verstehe die Begründung und weiß, was der Chef sagen möchte, bestehe aber darauf, mehr Geld zu bekommen. (B)
          • Ich muss dem Chef zustimmen und frage nach, ob die Ausgangslage für eine Gehaltserhöhung in nächster Zeit besser wird.(C)

          Ihr Chef erklärt, dass Ihre gewünschte Erhöhung leider nicht möglich ist und bietet Ihnen weniger an. Wie reagieren Sie?

          • So lasse ich nicht mit mir umgehen. Ich macht deutlich, dass ich notfalls kündige und mir einen Job suche, bei dem ich geschätzt und entsprechend bezahlt werde. (A)
          • Ich versuche die Verhandlung weiter voranzutreiben, komme dem Chef mit meiner Vorstellung ein Stück entgegen und suche einen Kompromiss. (B)
          • Eine geringere Gehaltserhöhung ist immer noch besser, als gar nichts zu bekommen. Ich stimme zu, bevor die Stimmung umschlagen kann. (C)

          Wie viele Argumente sollten Sie für die Gehaltsverhandlung parat haben?

          • So viele wie möglich. Wer genügend vorbringt, lässt dem Chef keine Chance, alle Argumente zu kontern. (A)
          • Meine Arbeit ist ausschlaggebend genug. Das allein sollte dem Chef genügen. (B)
          • Drei bis vier Argumente sind eine gute Anzahl, wobei ich versuche, unterschiedlich starke Begründungen präsentieren zu können. (C)

          Wie argumentieren Sie Ihre Gehaltsforderung?

          • Ich habe erfahren, dass andere Kollegen bei gleicher Arbeit mehr verdienen. Eine Anpassung ist daher nur logisch. (A)
          • Ich verdeutliche meine Leistungen sowie meine Weiterentwicklung in den letzten Monaten, um zu zeigen, das mein Wert gestiegen ist und wie das Unternehmen von mir profitiert. (B)
          • Ich erkläre meinem Gegenüber, dass ich bessere Angebote erhalten habe und wahrscheinlich wechseln werden, wenn mein Gehalt nicht entsprechend erhöht wird. (C)

          Alle Fragen beantwortet?

          Dann klicken Sie hier auf unser Lösungs-PDF mit allen Antworten zu den jeweiligen Fragen. So können Sie kontrollieren, was Sie schon alles wissen. Ansonsten lesen Sie bitte hier weiter:

          Als Bonus finden Sie im nächsten Bild noch ein Video mit einem Geheimtipp…






          Ansonsten…

          [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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          Wann ist der beste Zeitpunkt mit dem Chef in spe über Geld zu sprechen und die Gehaltsfrage zu stellen? Ganz klar, sagt fast jeder zweite Personaler (47 Prozent): Es ist das zweite Bewerbungsgespräch. Spätestens dann gehört das Thema Gehaltsvorstellungen auf den Tisch (wenn es nicht zuvor in der Stellenanzeige verlangt war). Und: Die Bewerber sollten dabei selbstbewusst auftreten und die Gehaltsfrage von sich aus initiieren. Nur vier Prozent der befragten Personaler sind der Ansicht, Gehaltsdiskussionen sollten ausschließlich vom Unternehmen ausgehen…

          Stellen Sie die Gehaltsfrage selbstbewusst

          Von wegen, über Geld spricht man nicht… Zu viel Bescheidenheit ist hier definitiv fehl am Platz.

          Die Erfahrung zeigt, dass Bewerber bei einem Arbeitgeberwechsel bis zu 10 Prozent mehr Gehalt fordern können.

          In einer Umfrage dazu gaben Personaler kürzlich an:

          • Die zweite oder nachfolgende Bewerbungsrunden seien der beste Zeitpunkt für Gehaltsfragen (47 Prozent).
          • Im ersten Bewerbungsgespräch und während des Bewerbungsprozesses finden es nur 27 Prozent angebracht, Gehaltsforderungen zu stellen.
          • Die Gehaltsfrage erst im letzten Bewerbungsgespräch oder in der Angebotsphase zu formulieren, halten wiederum 22 Prozent für den idealen Zeitpunkt.

          Allerdings und auch wenn Unternehmen bereit sind, steigende Gehälter zu zahlen: Bewerber sollten stets vorab den eigenen Marktwert recherchieren und kennen und die daraus resultierenden Gehaltsvorstellungen ausloten, denn…

          • Wer hier zu hohe Forderungen stellt (20 Prozent über Durchschnitt), riskiere ein frühzeitiges Ausscheiden aus dem Bewerbungsprozess.
          • Zu niedrige Gehaltsvorstellungen lassen wiederum auf mangelnde Erfahrung oder ein mangelndes Selbstbewusstsein des Bewerbers schließen.

          Apropos, fühlen Sie sich schon fit für die Gehaltsverhandlung? Dann machen Sie gleich den kostenlosen Test…


          Fit Gehaltsverhandlung Quiz Titelbild

          Wann ist klassischerweise ein besonders guter Zeitpunkt für die Gehaltsverhandlung?

          • Vor dem Sommer, da der Chef im Sommerloch Zeit hat, sich mit dem Anliegen zu beschäftigen (A)
          • Im Frühjahr, wenn Budgets geplant und ausgehandelt werden (B)
          • Zum Ende des Jahres, wenn der Vorgesetzte sich Gedanken über das kommende Jahr macht (C)

          Wie sollten Sie die Verhandlung um eine höhere Bezahlung beginnen?

          • Sie machen das erste Angebot (A)
          • Sie warten darauf, dass der Chef ein erstes Angebot unterbreitet (B)
          • Beide Seiten machen gleichzeitig ein Angebot und suchen dann einen Kompromiss (C)

          Wann sollten Sie eine Gehaltsverhandlung lieber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben?

          • Wenn Sie so viel arbeiten, dass Sie keine Zeit dafür haben (A)
          • Wenn die Auftragslage im Unternehmen gerade schlecht ist (B)
          • Wenn mehrere Kollegen im Urlaub sind (C)

          Welche Formulierung verspricht den meisten Erfolg?

          • Meine Gehaltsvorstellung liegt bei einem Jahresbruttogehalt 48.000 Euro. (A)
          • Ich stelle mir ein Jahresbruttogehalt von 49.000 Euro vor. (B)
          • Ein Jahresbruttogehalt von 48.750 Euro entspricht meinen Vorstellungen. (C)

          Was tun Sie, wenn Ihr Chef Gründe nennt, die gegen eine Gehaltserhöhung sprechen?

          • Ich entkräfte die Argumente, in dem ich durch meine Leistungen und Erfolge erkläre, welchen Mehrwert ich dem Unternehmen bringe. (A)
          • Ich verstehe die Begründung und weiß, was der Chef sagen möchte, bestehe aber darauf, mehr Geld zu bekommen. (B)
          • Ich muss dem Chef zustimmen und frage nach, ob die Ausgangslage für eine Gehaltserhöhung in nächster Zeit besser wird.(C)

          Ihr Chef erklärt, dass Ihre gewünschte Erhöhung leider nicht möglich ist und bietet Ihnen weniger an. Wie reagieren Sie?

          • So lasse ich nicht mit mir umgehen. Ich macht deutlich, dass ich notfalls kündige und mir einen Job suche, bei dem ich geschätzt und entsprechend bezahlt werde. (A)
          • Ich versuche die Verhandlung weiter voranzutreiben, komme dem Chef mit meiner Vorstellung ein Stück entgegen und suche einen Kompromiss. (B)
          • Eine geringere Gehaltserhöhung ist immer noch besser, als gar nichts zu bekommen. Ich stimme zu, bevor die Stimmung umschlagen kann. (C)

          Wie viele Argumente sollten Sie für die Gehaltsverhandlung parat haben?

          • So viele wie möglich. Wer genügend vorbringt, lässt dem Chef keine Chance, alle Argumente zu kontern. (A)
          • Meine Arbeit ist ausschlaggebend genug. Das allein sollte dem Chef genügen. (B)
          • Drei bis vier Argumente sind eine gute Anzahl, wobei ich versuche, unterschiedlich starke Begründungen präsentieren zu können. (C)

          Wie argumentieren Sie Ihre Gehaltsforderung?

          • Ich habe erfahren, dass andere Kollegen bei gleicher Arbeit mehr verdienen. Eine Anpassung ist daher nur logisch. (A)
          • Ich verdeutliche meine Leistungen sowie meine Weiterentwicklung in den letzten Monaten, um zu zeigen, das mein Wert gestiegen ist und wie das Unternehmen von mir profitiert. (B)
          • Ich erkläre meinem Gegenüber, dass ich bessere Angebote erhalten habe und wahrscheinlich wechseln werden, wenn mein Gehalt nicht entsprechend erhöht wird. (C)

          Alle Fragen beantwortet?

          Dann klicken Sie hier auf unser Lösungs-PDF mit allen Antworten zu den jeweiligen Fragen. So können Sie kontrollieren, was Sie schon alles wissen. Ansonsten lesen Sie bitte hier weiter:

          Als Bonus finden Sie im nächsten Bild noch ein Video mit einem Geheimtipp…






          Ansonsten…

          [Bildnachweis: Karrierebibel.de]
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          Geräusch im Ohr: Hintergrundlärm macht kreativer https://karrierebibel.de/geraeusch-im-ohr/ Sat, 12 Oct 2019 10:00:23 +0000 Jochen Mai http://karrierebibel.de/?p=54085

          Wer sich im Straßenbild umschaut, entdeckt immer mehr Menschen, die in Cafés oder Bistros an ihren Laptops schreiben oder mithilfe ihrer Tablets dort arbeiten. Und das bei dem Hintergrundlärm und Stimmengewirr! Geht das überhaupt? Oh ja, sagen die beiden Psychologen Ravi Mehta und Rui Zhu von der Universität von British Columbia. Die permanenten Geräusche im Ohr und der moderate (!) Hintergrundlärm machen sogar kreativer

          Buzz Stop Café: Hintergrundgeräusche machen kreativ

          Bei mehreren Experimenten mit rund 300 Probanden wurden diese immer wieder vor Aufgaben gestellt, deren Lösung ihnen flexibles und assoziatives Denken sowie eine gute Portion Kreativität abverlangten. Dabei teilten die Forscher ihre Versuchsteilnehmer in unterschiedliche Gruppen ein und setzten diese zugleich unterschiedlichen Lärmpegeln aus:

          • Mal war es das Stimmengewirr eines Cafés.
          • Mal der Lärm einer Autobahn.
          • Die Kontrollgruppe saß derweil in abgeschiedener Ruhe.

          Doch zur Überraschung der Forscher zeigte sich schnell: Wer von moderaten Geräuschen umgeben war, erzielte die besten Ergebnisse und fand auch die kreativeren Lösungen. Mehr noch: Als die Probanden auch noch Konsumgüter bewerten sollten, entschieden sich jene unter leichter Beschallung signifikant häufiger für die innovativeren Produkte.

          Die Korrelation zwischen Kreativität und Hintergrundgeräuschen ist vergleichbar mit einem umgedrehten U: Erst bei einem mittleren Geräuschpegel von rund 70 Dezibel erreicht der Einfluss auf die Kreativität ein Maximum und nimmt dann allerdings rapide ab.

          Geraeuschpegel Hintergrundlaerm Kreativitaet Grafik

          Ab 100 Dezibel wird Konzentration zur echten Herausforderung, wenn nicht gar unmöglich. Das ist die Lautstärke eines Ghettoblasters, Diskomusik kommt gar auf 110 Dezibel, ein Presslufthammer auf 120. Zum Vergleich: Flüstern erreicht gerade mal 30 Dezibel, leise Musik 40, Kantinenlärm 65.

          Oder wie Metha sagt:

          Wir haben herausgefunden, dass ein moderater Geräuschpegel nicht nur kreativer macht und dabei hilft, Probleme besser zu lösen. Die Probanden kamen dabei auch zu innovativeren Ideen. Das Ganze lässt sich vergleichen mit einem umgedrehten U: Um die 70 Dezibel liegt der Sweet Spot – also der Bereich, in dem Hintergrundlärm die Kreativität maximal fördert. Wird es laut, wird es zu laut und der Lärm wirkt wieder negativ.

          Warum das so ist?

          Ein bisschen Lärm lenkt offenbar leicht ab – und sorgt so dafür, dass wir unsere gewohnten Denkmuster verlassen. Wir kommen sprichwörtlich auf andere, neue Gedanken – und das völlig unabhängig von der Lärmart. Musik funktioniert dabei genauso wie Hintergrundgespräche in einem Café.

          [Bildnachweis: steph photographies by Shutterstock.com]
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          Wer sich im Straßenbild umschaut, entdeckt immer mehr Menschen, die in Cafés oder Bistros an ihren Laptops schreiben oder mithilfe ihrer Tablets dort arbeiten. Und das bei dem Hintergrundlärm und Stimmengewirr! Geht das überhaupt? Oh ja, sagen die beiden Psychologen Ravi Mehta und Rui Zhu von der Universität von British Columbia. Die permanenten Geräusche im Ohr und der moderate (!) Hintergrundlärm machen sogar kreativer

          Buzz Stop Café: Hintergrundgeräusche machen kreativ

          Bei mehreren Experimenten mit rund 300 Probanden wurden diese immer wieder vor Aufgaben gestellt, deren Lösung ihnen flexibles und assoziatives Denken sowie eine gute Portion Kreativität abverlangten. Dabei teilten die Forscher ihre Versuchsteilnehmer in unterschiedliche Gruppen ein und setzten diese zugleich unterschiedlichen Lärmpegeln aus:

          • Mal war es das Stimmengewirr eines Cafés.
          • Mal der Lärm einer Autobahn.
          • Die Kontrollgruppe saß derweil in abgeschiedener Ruhe.

          Doch zur Überraschung der Forscher zeigte sich schnell: Wer von moderaten Geräuschen umgeben war, erzielte die besten Ergebnisse und fand auch die kreativeren Lösungen. Mehr noch: Als die Probanden auch noch Konsumgüter bewerten sollten, entschieden sich jene unter leichter Beschallung signifikant häufiger für die innovativeren Produkte.

          Die Korrelation zwischen Kreativität und Hintergrundgeräuschen ist vergleichbar mit einem umgedrehten U: Erst bei einem mittleren Geräuschpegel von rund 70 Dezibel erreicht der Einfluss auf die Kreativität ein Maximum und nimmt dann allerdings rapide ab.

          Geraeuschpegel Hintergrundlaerm Kreativitaet Grafik

          Ab 100 Dezibel wird Konzentration zur echten Herausforderung, wenn nicht gar unmöglich. Das ist die Lautstärke eines Ghettoblasters, Diskomusik kommt gar auf 110 Dezibel, ein Presslufthammer auf 120. Zum Vergleich: Flüstern erreicht gerade mal 30 Dezibel, leise Musik 40, Kantinenlärm 65.

          Oder wie Metha sagt:

          Wir haben herausgefunden, dass ein moderater Geräuschpegel nicht nur kreativer macht und dabei hilft, Probleme besser zu lösen. Die Probanden kamen dabei auch zu innovativeren Ideen. Das Ganze lässt sich vergleichen mit einem umgedrehten U: Um die 70 Dezibel liegt der Sweet Spot – also der Bereich, in dem Hintergrundlärm die Kreativität maximal fördert. Wird es laut, wird es zu laut und der Lärm wirkt wieder negativ.

          Warum das so ist?

          Ein bisschen Lärm lenkt offenbar leicht ab – und sorgt so dafür, dass wir unsere gewohnten Denkmuster verlassen. Wir kommen sprichwörtlich auf andere, neue Gedanken – und das völlig unabhängig von der Lärmart. Musik funktioniert dabei genauso wie Hintergrundgespräche in einem Café.

          [Bildnachweis: steph photographies by Shutterstock.com]
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