Grippewelle: Erkältungsknigge fürs Büro

Jedes Jahr, meist um die Winterzeit, erwischt die Grippewelle viele Menschen und legt Tausende oder gar Millionen von Arbeitnehmern zeitweise lahm. In manchen Fällen – häufig solchen mit Fieber – ist es die echte Grippe, in vielen anderen Fällen ein grippaler Infekt, besser bekannt als Erkältung. In allen Fällen gilt es bestimmte Vorkehrungen zu treffen und sich möglichst so zu verhalten, dass Sie nicht noch Ihre Umgebung fleißig mit Viren versorgen. Daher hier unser Erkältungsknigge fürs Büro…

Grippewelle: Erkältungsknigge fürs Büro

Grippewelle: Alle Jahre wieder…

Die echte Grippe – auch Influenza genannt – wird durch verschiedene Grippeviren der Typen A, B und C ausgelöst. Besonders gefährlich sind A und B.

Typische Symptome der Grippe sind:

  • Abgeschlagenheit
  • Atemnot
  • Halsschmerzen
  • hohes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • plötzlicher Krankheitsbeginn
  • Schnupfen
  • Schüttelfrost
  • Schwindelgefühl
  • trockener Husten

Allerdings erkranken längst nicht alle Betroffenen so typisch. Einige von der Grippewelle Infizierte haben beispielsweise Husten mit zähem oder blutigem Auswurf.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lässt sich grob sagen:

  • Ein Drittel der Infizierten erkrankt mit den oben aufgeführten Symptomen.
  • Ein Drittel zeigt eine ähnliche Symptomatik wie bei Erkältungs­krank­hei­ten, also deutlich abgeschwächt.
  • Ein Drittel entwickelt gar keine Symptome. Vor allem ältere Erkrankte bekommen häufig kein Fieber.

Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis drei Tage. Üblicherweise liegt die Krankheitsdauer zwischen fünf und sieben Tagen je nachdem, ob der Betroffene zur Risikogruppe gehört und wie schwer die Grippe ausfällt.

Grippewelle Risikogruppen: Wer leichter erkrankt

Es gibt einen bestimmten Personenkreis, der ein besonders hohes Risiko trägt, an einer Grippe zu erkranken. Für diesen werden regelmäßig Impfschutzmaßnahmen angeboten. Andererseits helfen diese nur, wenn es sich tatsächlich um die echte Grippe handelt, die von Influenza-Viren ausgelöst wird.

Erkältungen, die von mehr als 30 verschiedenen, jedoch harmlosen Krankheitserregern ausgelöst werden, können Sie hiermit nicht vorbeugen. Auch ist möglich, dass in einigen Fällen die Grippeimpfung nicht wirkt. Die Gründe dafür sind, dass die Impfmischungen mit langer Vorlaufzeit gemischt werden und besonders die Influenza A sehr mutierfreudig ist.

Zum anderen kann es immer mal sein, dass ein Patient bereits unwissentlich zuvor mit dem Virus in Kontakt gekommen ist und sich bereits infiziert hat. Empfehlenswert sind Impfungen dennoch für Risikogruppen, die ein geschwächtes Immunsystem haben, so wie die folgenden:

  • Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel
  • Ältere Personen ab 65 Jahren
  • Diabetiker
  • Tumorpatienten
  • Chronisch Kranke
  • Medizinisches Personal

Wünscht man noch „Gesundheit“?

Grippewelle Erkältungsknigge Niesen in die ArmbeugeJahrelang gab es Gegner und Befürworter: Sagt man nun „Gesundheit“, wenn der Kollege niest oder geht man schweigend darüber hinweg wie bei anderen Körpergeräuschen auch?

Beides ist möglich. In großer Runde, etwa einem Meeting, sollte sich der Niesende entschuldigen, die anderen nehmen die Entschuldigung schweigend an.

In kleiner Runde vergibt sich keiner etwas, wenn er dem Kollegen Gesundheit wünscht – auch wenn diese Geste ursprünglich aus der Zeit der Pest stammt und dem Erkrankten als Schwäche ausgelegt werden könnte. Heutzutage verbinden wohl die meisten einen freundlich gemeinten Wunsch.

Grippewelle: Der richtige Umgang mit Viren und Bazillen

Was können Sie tun, wenn es Sie erwischt hat? An allererster Stelle: Wer Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl hat, sollte nicht arbeiten gehen, sondern Zuhause bleiben. Dann gilt es, sich rechtzeitig krank zu melden und auszukurieren.

Haben Sie das Schlimmste überstanden oder handelt es sich womöglich doch nur um eine leichte Erkältung, sollten Sie im Büro, aber auch überall sonst im Umgang mit Menschen so vorgehen:

Körpergeräusche und Symptome

  • Husten

    Laute Hustenanfälle erschweren nicht nur das konzentrierte Arbeiten, Sie schleudern womöglich noch fleißig Erreger in die Luft: Bei einer Grippe besteht die Ansteckungsgefahr noch vor Ausbruch, nämlich mit dem Zeitpunkt der Infektion, und hält nach Ausbruch bei Erwachsenen noch bis zu fünf Tage an.

    Kinder können sogar länger ansteckend sein. Sofern es Sie also überkommt, sollten Sie sich kurz entschuldigen und im Waschraum oder an der frischen Luft auf Linderung warten. Hustenstillende Bonbons können tagsüber für Ruhe sorgen, sollten allerdings gelutscht werden.

  • Niesen

    Kleinen Kindern wurde früher gesagt: Hand vor dem Mund, wenn sie niesen oder husten mussten. Das empfiehlt sich allerdings nicht. Idealerweise haben Sie ein Papiertaschentuch zur Hand, wenn Sie niesen oder husten müssen. Ist das nicht der Fall, sollten Sie in Ihre Armbeuge niesen, damit Sie nicht anschließend mögliche Viren mit der Hand verteilen.

  • Schwitzen

    Wer noch die Krankheit in den Gliedern stecken hat, schwitzt leicht. Tupfen Sie sich die Stirn am besten mit einem Stofftaschentuch ab, da bei Papiertaschentüchern schnell mal kleine Papierreste kleben bleiben.

Hygienemaßnahmen und Verhalten

  • Hände waschen

    Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber besonders, wenn Sie Krankheitserreger in sich tragen, ist regelmäßiges Händewaschen unerlässlich.

    Sind Sie unterwegs, können Desinfektionstücher oder ein Desinfektionsgel das fehlende Waschbecken ersetzen. Waschen Sie, wann immer Sie einer anderen Person die Hand gereicht haben sollten, wenn Sie mit Geld bezahlt haben und erst recht nach der Benutzung von Sanitäreinrichtungen.

    Waschen Sie so, dass die Seife etwa 30 Sekunden zwischen den Fingern und auf den Handflächen verrieben wird, gehen Sie extra mit den Fingernägeln über die Handinnenflächen.


  • Arbeitsplatz desinfizieren

    Desinfizieren Sie ebenfalls Ihren Arbeitsplatz und Gegenstände, die Sie häufig berühren, also Türklinken, Telefonhörer, die Tastatur Ihres Laptops oder die Mouse.


  • Menschen begrüßen

    Üblicherweise werden in Deutschland zur Begrüßung Hände geschüttelt. Sollten Sie erkältet sein, wird es Ihnen niemand verübeln, wenn Sie unter Hinweis Ihres Infekts das Händeschütteln unterlassen und nur freundlich grüßen. Auch Freunde und Familie müssen in dieser Zeit nicht umarmt oder mit Küsschen begrüßt werden.


  • Nase schnäuzen

    Wenn Sie die Nase putzen müssen, dann tun Sie das möglichst geräuschlos, gehen Sie anderenfalls in den Waschraum. Achten Sie außerdem darauf, mit wem Sie in Kontakt kommen.

    In Deutschland gelten andere Regeln als in anderen Ländern, was als schicklich und als weniger schicklich angesehen wird. Wer dringende Geschäftstermine mit ausländischen Partnern wahrnehmen muss, sollte das im Hinterkopf behalten:

    Im deutschsprachigen Kulturraum ist das Naseputzen am Essenstisch akzeptiert, in anderen Ländern stößt das auf Befremden. Im Zweifelsfalle sollten Sie daher den Tisch verlassen.

Vorbeugende Maßnahmen: So beugen Sie einer Grippe vor

Grippewelle Erkältungsknigge Niesen in die ArmbeugeEs gibt keinen 100-prozentigen Schutz vor Krankheiten. Allerdings muss einer Grippewelle nicht noch Vorschub geleistet werden, wenn das Risiko daran zu erkranken durch einfache Schutzmaßnahmen deutlich gesenkt werden kann.

Dazu ist wichtig, die Übertragungswege zu kennen: Bei einer Grippe handelt es sich um eine Tröpfcheninfektion, das heißt, die Viren werden durch Speicheltröpfchen beim Husten oder Niesen ausgeschieden. Personen, die sich in der Nähe aufhalten und überdies besonders empfänglich sind, nehmen die Viren durch die Atemwege auf.

Ebenfalls weit verbreitet ist die Ansteckung über Schmierinfektion, wenn jemand verunreinigte Türgriffe, Handläufe, Arbeitsflächen, Telefonhörer oder beim Händeschütteln andere Personen berührt und anschließend seine Hand an die Schleimhäute führt. Daher die drei einfachsten Tipps zur Vorbeugung:

  • Vermeiden Sie Menschenansammlungen.

    In Zeiten einer Grippewelle sind Freizeitaktivitäten wie Kino, Fußballstadion oder im Sportverein mit Vorsicht zu genießen. Lässt sich das nicht so gut vermeiden, sollten Sie wenigstens zwei Meter Abstand zu anderen Personen halten.

  • Benutzen Sie Papiertaschentücher.

    Papiertaschentücher sind wesentlich hygienischer als Stofftaschentücher,
    da sie direkt im Mülleimer entsorgt werden können. So haben Viren keine Chance, sich weiter auszubreiten.

  • Lüften Sie regelmäßig.

    Gerade im Winter ist die Luft oft sehr trocken. Das kann dazu führen, dass die Schleimhäute austrocknen und anfälliger für Viren werden. Generell ist durch die niedrigen Temperaturen draußen das Immunsystem etwas schwächer. Lüften Sie regelmäßig, um abgestandene Luft auszutauschen und hoher Virenkonzentration im Falle eines erkrankten Partners vorzubeugen.

So lassen Sie die Grippewelle hinter sich

Hat es Sie dennoch erwischt, sollten sie jegliche körperliche Anstrengung vermeiden. Dazu gehört selbstverständlich auch der sonst so empfehlenswerte Sport. Ebenfalls zu vermeiden ist aber auch psychische Anstrengung wie Stress oder Aufregung, daher sind auch Prüfungstermine bei Krankheit abzusagen.

Wer das Ruhebedürfnis seines Körpers ignoriert, verschleppt oder verlängert die Grippe und kann schlimmstenfalls dazu beitragen, dass sich ein Herzmuskel entzündet. Daher:

  • Halten Sie sich warm.
  • Trinken Sie viel.
  • Hüten Sie das Bett.

Ansonsten können Sie die Symptome mit diversen Hausmitteln lindern, etwa Wadenwickel, Tees oder die gute Hühnersuppe. Grippemedikamente helfen nur, wenn sie frühzeitig genommen werden, sind allerdings nicht frei von Nebenwirkungen. Antibiotika wirken gegen Viren nicht und empfehlen sich nur, wenn zusätzlich bereis eine bakterielle Infektion eingetreten ist.

[Bildnachweis: India Picture by Shutterstock.com]
16. März 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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