Haarfarbe: Blondinen verdienen weniger

Um keine andere Haarfarbe ranken sich so viele Klischees wie um das weibliche Blond. Blondinenwitze nähren das Stereotyp von der angeblichen Korrelation zwischen Intelligenz und Haarfarbe. Filmtitel wie „Blondinen bevorzugt“ untermauern wiederum die vornehmlich sexuelle Wirkung einer speziellen Haarfarbe, die sich aber auch wissenschaftlich belegen lässt: So konnte etwa die Psychologin Marianne LaFrance von der Yale-Universität nachweisen, dass lange, glatte und blonde Haare die größte erotische Anziehungskraft haben. Doch das rächt sich an anderer Stelle: im Job und beim Gehalt. Vor allem junge blonde Frauen werden beim Einkommen offensichtlich benachteiligt, wie eine australische Studie zeigt…

Haarfarbe: Blondinen verdienen weniger

Glück in der Liebe, Pech beim Gehalt?

Blondine-Berufseinsteigerin-GehaltAls auch Evgenia Kogan Dechter von der Universität von New South Wales in Sydney den Blondinen-Mythos genauer untersuchte und damit, ob es einen Zusammenhang zwischen Haarfarbe und Einkommen gibt, stellte sie erstaunt fest: Es gibt einen – allerdings einen negativen.

Blondinen verdienen demnach deutlich weniger als Frauen mit irgendeiner anderen Haarfarbe. Für blonde Männer gilt dies allerdings nicht.

Noch bemerkenswerter ist das, da Dechter gleichzeitig keinerlei Relationen zwischen Haarfarbe und echten Kompetenzen, Erfolgen oder Attitüden feststellen konnte. Heißt: Blondinen sind weder besser oder schlechter als andere im Job, sie haben nur hellere Haare. Also ein echtes Indiz für die Diskriminierung einer Haarfarbe.

Einzig positiv: Der Gehaltsunterschied verschwinde laut Dechter im Laufe der Jahre zunehmend. Je mehr Berufserfahrung Blondinen vorweisen könnten, desto eher gleichen sich ihre Gehälter an die ihrer Geschlechtsgenossinnen an.

[Bildnachweis: Renny, Glovatskiy by Shutterstock.com]
13. Februar 2016 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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