Nachdem wir hier schon einige Maßhemden von Online-Schneidern getestet haben, folgt nun ein dritter Anbieter: Hemdwerk.de. Auch hier werden Maßhemden schon ab 39,90 Euro angeboten, in diversen Stoffen und Designs, simpel online zu konfigurieren und zu bestellen. Für unseren Maßhemden-Test haben wir uns ein typisches weißes Business-Hemd bestellt. Das kam dabei heraus...

Hemdwerk Test: Maßhemd vom Online-Schneider

Zunächst die Fakten: Für das Maßhemd wurde ein hochwertigerer Stoff aus 100 Prozent Baumwolle gewählt - #1600 Royal Oxford. Dazu ein klassischer Kent-Kragen, Doppelmanschetten, Perlmuttknöpfe, keine Brusttasche und ein taillierter Schnitt.

Endpreis: 70,70 Euro. Also kein wirkliches Schnäppchen mehr, da darf man was erwarten.

Hemdwerk-Test: Das Maßhemd im Praxistest

Nachdem das Hemd konfiguriert und die Maße online eingegeben wurden, ließ sich die Bestellung bequem per Paypal bezahlen (per Kreditkarte oder Rechnung ist ebenfalls möglich). Rund sechs Wochen hat es gedauert - dann kam das Hemd schließlich an: nobel verpackt in einem stabilen Karton (siehe Fotos), eingetütet und fachmännisch gefaltet.

Ein erster Blick auf Stoff und Verarbeitung: tadellos. Die Nähte sind durchweg sauber und gerade, der Stoff nicht zu dünn, sondern angenehm auf der Haut und das, was man hochwertig nennen würde.

Nach dem Auspacken erste Anprobe: Das Hemd sitzt. Der taillierte Schnitt macht eine gute Figur, die Manschetten sitzen gut um das Handgelenk und sind lang genug. Allerdings so gerade eben.

Gewaschen ist das Hemd noch nicht. Sollte es einlaufen, werden die Manschetten zu kurz sein. Bei den anderen Anbietern gab es hier - trotz gleicher Maße - mehr Spiel. Das sollte man also beim Bestellen einkalkulieren und vielleicht einen Zentimeter zum korrekten Maß dazu geben.

Löblich: Ein Set Ersatzknöpfe ist beim Maßhemd gleich dabei und an den Waschzettel angenäht. Da stören sie nicht, verschwinden später aber auch nicht in irgendeinem Nähkästchen.

Doch wie sieht es mit dem neuralgischen Punkt eines jeden Hemds aus: dem Kragen?

Hemdwerk-Kragen mit Mängeln

Der Kent-Kragen ist zwar ein Klassiker, doch beim Tragen von Krawatten hat sich heute eher der Haifisch-Kragen durchgesetzt. Deswegen ist der Kent-Kragen aber keinesfalls außer Mode: Er wirkt besonders elegant, wenn wer offen getragen wird (bis zu zwei Knöpfe) oder eben ganz geschlossen - nur ohne Krawatte.

Doch genau hier musste ich leider den einzigen, aber schwerwiegenden Mangel des Hemds feststellen: Der Kragen selbst sitzt zwar auf Maß und eng am Hals an. Doch zwischen dem obersten und dem zweiten Knopf entsteht eine hässliche Beule, die nicht sein darf. Der Grund: Die Knöpfe sitzen falsch. Und das darf bei keinem Hemd passieren. Bei einem Maßhemd für 70 Euro schon mal gar nicht.

Immerhin: Dem Maßhemd lag auch ein Retourenschein bei, sodass sich das Maßhemd reklamieren und gegebenenfalls umtauschen lässt. Dazu muss man Fotos beilegen und leider auch das Porto nach Regensburg, dem Firmensitz, selber bezahlen. Schade, kein guter Service.

Und es gibt einem nicht unbedingt das Vertrauen, dort ein zweites Hemd zu ordern. Denn von der restlichen Verarbeitung her ist das eines der besten Maßhemden vom Online-Schneider. Eigentlich.

[Bildnachweis: vetryanaya_o by Shutterstock.com, Jochen Mai]

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