Human Kapital? 9 Indizien, dass du für deinen Arbeitgeber nur eine Personalnummer bist

Ein Unternehmen ist nur so gut wie seine Mitarbeiter. Dieser Gedanke spiegelt sich regelmäßig bei der Personalauswahl wieder, wenn Arbeitgeber auf der Suche nach dem bestmöglichen Kandidaten sind, um eine Position zu besetzen. Und danach? Einmal eingestellt, scheinen Arbeitgeber oftmals das Interesse an den eigenen Mitarbeitern zu verlieren. Ein großer Fehler, denn das Human Kapital bietet jedem Unternehmens viele Möglichkeiten. Wir zeigen, woran Sie erkennen, dass Sie für Ihren Arbeitgeber nur eine Personalnummer sind…

Human Kapital? 9 Indizien, dass du für deinen Arbeitgeber nur eine Personalnummer bist

Human Kapital: Was verbirgt sich dahinter?

Der Begriff des Human Kapitals ist den meisten geläufig, doch was genau versteht man eigentlich darunter? Oftmals wird der Ausdruck fälschlicherweise mit der Belegschaft eines Unternehmens gleichgesetzt. Zwar ist genau in diesem Zusammenhang meist vom Human Kapital die Rede, doch handelt es sich dabei nicht um ein Synonym.

Eine einfache Definition des Begriffs kann das Verständnis erleichtern, so wird Human Kapital im Wirtschaftslexikon als durch Ausbildung erworbenes Leistungspotenzial beschrieben. Anders ausgedrückt könnte man also sagen, dass Human Kapital nicht einfach vorhanden ist, nur weil ein Mitarbeiter eingestellt wird. Vielmehr liegt es in der Verantwortung des Unternehmens, durch die richtige Arbeitsatmosphäre, Aus- und Fortbildungen das menschliche Kapital zu generieren, zu erhalten und auszubauen.

Doch was bringt all das Wissen und die Fähigkeiten eines Arbeitnehmers, wenn es vom Arbeitgeber weder gefördert, noch geschätzt wird? Eben. Für Mitarbeiter ist es daher wichtig herauszufinden, wie am Arbeitsplatz die Idee des Human Kapitals behandelt wird.

9 Indizien, dass Arbeitgeber sich zu wenig für Mitarbeiter interessieren

Rawpixel.com/shutterstock.comEs wäre falsch, Unternehmen und Vorgesetzte grundsätzlich zu beschuldigen, sich nicht um ihre Mitarbeiter und das Potenzial des Human Kapitals zu kümmern. Viele haben die Chancen erkannt und arbeiten verstärkt daran, Mitarbeiter zu fördern und ans eigene Unternehmen zu binden, um langfristig zu profitieren. Auf der anderen Seite gibt es Arbeitgeber, die zwar viel von Human Kapital reden, im täglichen Umgang mit den Arbeitnehmern jedoch immer wieder unter Beweis stellen, dass es sich dabei um leere Worthülsen handelt.

Als Mitarbeiter muss man sich fragen, ob die langfristige Perspektive gegeben ist, doch zuvor gilt es zu erkennen, dass der Chef einen hauptsächlich als Personalnummer betrachtet, die acht Stunden am Tag ihre Arbeit erledigt. Diese neun Indizien sollten Sie aufmerksam werden lassen:

  1. Es fehlte jegliche Transparenz

    Für die Zufriedenheit und somit auch für die Leistungen der Mitarbeiter ist Transparenz ein wichtiger Faktor, der oft unterschätzt wird. Werden Entscheidungen nur von oben herab getroffen, ohne die Hintergründe, Ziele und Vorgehensweisen mit dem Team zu besprechen, entsteht der Eindruck, der Arbeitgeber würde seine Mitarbeiter lediglich dirigieren und sich nicht dafür interessieren, diese in die Entwicklung mit einzubeziehen.

  2. Feedback ist nahezu nicht vorhanden

    Ein Arbeitgeber, der sich um die Zusammenarbeit seiner Mitarbeiter sorgt und für deren Zufriedenheit am Arbeitsplatz sorgen will, hat die Notwendigkeit von konstruktivem Feedback erkannt. Kennen Sie Gespräche und Rückmeldungen zu Ihren Leistungen nur vom Hörensagen, scheint auch Ihr Chef nicht sonderlich an Ihnen und Ihrer Entwicklung interessiert zu sein.

  3. Der Arbeitgeber lässt keine Eigenverantwortung zu

    Wie geht Ihr Vorgesetzter mit Verantwortung um? Kann er diese delegieren und so Sie und andere Mitarbeiter an wichtige Aufgaben heranführen oder steht er jeglicher Eigenverantwortung im Weg, lässt sich jede kleine Aufgabe zur Korrektur vorlegen und gibt Ihnen das Gefühl, ständig kontrolliert zu werden?

    Sollten Sie Ihren Chef in der zweiten Beschreibung erkennen, sieht dieser Sie vermutlich nur als eine Personalnummer, der er keine eigenständigen Ergebnisse zutraut.

  4. Talente werden nicht erkannt

    Jeder Mitarbeiter bringt zusätzlich zu den fachlichen Kompetenzen, die ihn für den Job qualifizieren, noch weitere, individuelle Stärken und Talente mit. Versteht ein Arbeitgeber die Chancen des Human Kapitals, können diese spezifischen Fähigkeiten genutzt und eingesetzt werden.

    Häufig werden diese jedoch schlichtweg nicht erkannt und Aufgaben gehen aus fehlender Aufmerksamkeit gegenüber den Talenten des Teams an einen anderen Mitarbeiter. Das ist nicht nur frustrierend, sondern führt auch zu Einbußen in der Qualität.

  5. Der Chef blockiert Weiterbildungsmaßnahmen

    Eigentlich sind Unternehmen froh, wenn Mitarbeiter sich weiterbilden wollen, um ihre Qualifikationen zu verbessern. Immerhin bringen solche Maßnahmen mehr Know-How, bessere Kompetenzen und in der Folge gute Leistungen mit. Leider sehen einige Arbeitgeber dies anders und erschweren Mitarbeitern den Zugang zu Weiterbildungen, weil beispielsweise die Kosten nicht übernommen werden.

    Ein stärkeres Signal, dass ein Unternehmen sich nicht für die langfristige Entwicklung eines Arbeitnehmers interessiert, kann ein Arbeitgeber kaum senden.

  6. Engagement und Motivation werden nicht gewürdigt

    Es geht nicht nur um eine angemessene Bezahlung, die zwar eine Rolle spielt, aber bei der Zufriedenheit am Arbeitsplatz und Bindung an ein Unternehmen für viele nicht an erster Stelle steht. Wichtiger ist die entsprechende Wertschätzung für den Aufwand und die Motivation, die Mitarbeiter im Job einbringen.

  7. Verbesserungsvorschläge werden ignoriert

    Wer sich täglich eng mit einer Thematik, einem Projekt und den damit verbundenen Aufgaben beschäftigt, erhält Einblicke und Erfahrungen, die ein tiefes Verständnis ermöglichen und den Blick für mögliche Verbesserungen öffnen. Arbeitgeber können diese nutzen und davon profitieren – oder die Ideen und Vorschläge der eigenen Mitarbeiter ignorieren.

    Demonstriert ein Chef an dieser Stelle, dass ihm der Input eines Mitarbeiters egal ist, ist davon auszugehen, dass er sich auch sonst wenig für die Belange seines Teams interessiert.

  8. Beförderungen folgen dem Prinzip der Willkür

    Mehrere Jahre Betriebszugehörigkeit, konsequent gute Leistungen und die Beförderungen landen immer auf dem Schreibtisch eines anderen Kollegen? Dies kann ein starkes Indiz sein, dass die Leistungen von Mitarbeitern nicht anerkannt werden – oder der Chef sich gar nicht erst die Mühe macht, das Gesicht und den Namen hinter den Erfolgen zu erfahren.

  9. Es gibt keine persönliche Beziehung

    Man muss nicht automatisch mit seinem Chef befreundet sein und in großen Unternehmen mit vielen Mitarbeitern kann man auch nicht jeden Kollegen aus anderen Abteilungen mit Namen kennen, doch wer beim Gespräch mit dem Vorgesetzten das Gefühl hat, mit einem Fremden zu sprechen, kann sicher sein, dass der Arbeitgeber den Ansatz des Human Kapitals nicht verinnerlicht hat.

[Bildnachweis: Jack Frog, Rawpixel.com by Shutterstock.com]
23. März 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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