Jobangebote: Hilfe, mein Xing-Profil funktioniert!

Es funktioniert! Sie haben Ihr Xing-Profil optimiert, Angaben aktualisiert, im Portfolio einen aussagefähigen Lebenslauf sowie Ihr Know-how-Profil zum Download bereitgestellt, bei ProJobs „Ich bin derzeit auf Jobsuche“ ausgewählt – und jetzt erhalten Sie tatsächlich Jobangebote? Huch… Sie werden lachen: Aber so mancher Kandidat ist darauf gar nicht gefasst, kann die Ansprachen nicht deuten, verhält sich falsch und bringt sich so um zahlreiche Chancen. Deshalb haben wir in diesem Beitrag zusammengestellt, was Kandidaten bei Jobangeboten auf Xing am häufigsten verunsichert – und geben Tipps, wie Sie angemessen reagieren…

Jobangebote: Hilfe, mein Xing-Profil funktioniert!

Xing-Jobs: In jedem Kontakt liegt eine Chance

Laut Xing kommen 50 Prozent aller Neueinstellungen über Kontakte zustande. Die Chance sollten Sie nutzen und Ihr berufliches Netzwerk pflegen und ausbauen. Jeder Kontakt, der sich für Ihr Profil interessiert, bedeutet für Sie eine potenzielle Jobchance. Vielleicht nicht jetzt sofort, aber womöglich schon in naher Zukunft.

Natürlich kommt es auch vor, dass Ihnen dann Jobs angeboten werden, die Sie gar nicht interessieren oder gefühlt unter Ihrem Niveau liegen. So mancher Jobsuchende ignoriert solche Angebote einfach, antwortet erst gar nicht oder sagt vorschnell ab, ohne zuvor alle relevanten Informationen einzuholen. Fehler! Denn auch hierbei lassen Sie womöglich eine einmalige Chance an sich vorbei ziehen.

Nicht selten liegt dies auch daran, dass die Jobangebote nicht so offeriert werden, wie Sie sich das vielleicht vorstellen oder wünschen. Einige verunsichern die Anfragen und Angebote auch. Lassen Sie sich davon aber nicht ins Bockshorn jagen. Folgende typische Fälle lassen sich durchaus nutzen

Das Angebot kommt in Form einer Kontaktanfrage

So mancher ist irritiert, wenn das Jobangebot in Form einer Kontaktanfrage eingeht. Sie fragen sich, ob Sie diese völlig fremde Person wirklich in Ihr Netzwerk lassen sollten. Doch das müssen Sie gar nicht: Reagieren Sie einfach, indem Sie der Person eine Nachricht senden, ohne den Kontaktlink zu bestätigen.

Wenn Sie Xing-Premiummitglied sind (und das sollten Sie sein, so lange Sie sich aktiv auf Jobsuche befinden), ist das Versenden von Nachrichten zudem an andere Xing-Mitglieder problemlos möglich.

Tipp:

Beantworten Sie Jobangebote immer – eine Kontaktbestätigung ist dazu nicht nötig.

Kontrollieren Sie zur Sicherheit aber auch noch einmal Ihre Privatsphäre-Einstellungen: Wenn Sie die Funktion Nachrichten schreiben dürfen… für Nicht-Kontakte blockiert haben, bleibt dem Jobanbieter gar nichts anderes übrig, als Sie per Kontaktanfrage anzusprechen. Während Ihrer Jobsuche sollten Sie also die Funktion Nachrichten schreiben dürfen… für alle Xing-Mitglieder freischalten.

Tipp:

Lassen Sie den Nachrichtenempfang von allen Xing-Mitgliedern zu.

„Was aber, wenn ich dadurch Spam erhalte?“, werden Sie jetzt vielleicht einwenden. Aber so etwas kommt erstens selten vor, und zweitens können Sie es ganz leicht für die Zukunft unterbinden:

  • Jegliche Art von Spam sollten Sie unverzüglich dem Xing-Support melden, das geht mit einem Klick über den Button Als Spam melden.
  • Außerdem können Sie alle Nachrichten dieses Absenders blockieren, sodass er nie wieder bei Xing mit Ihnen in Kontakt treten kann. Dazu gehen Sie auf das Profil der Person und wählen die Option Blockieren.

Das Jobangebot enthält keine Details

Vielleicht finden Sie in Ihrem Xing-Postfach aber auch einmal folgende Nachricht:

Sehr geehrter Herr XXXXX,
wir suchen derzeit einen Retail Development and Operations Director mit Dienstsitz in Helsinki, Finnland. Unser Auftraggeber plant, ein hochklassiges Kaufhaus für Kinder in Helsinki zu eröffnen – ähnlich wie Harrods oder Galeries Lafayette, mit Mode, Unterhaltungselektronik, Spielzeug und mehr.
Gerne teile ich Ihnen nähere Einzelheiten mit, wenn Sie mich wissen lassen, ob wir über diese Chance grundsätzlich weiter sprechen sollten.
Ich freue mich über Ihre Rückantwort.

Sicher, hier fehlen klare Details. Und wer aktuell nicht unbedingt vorhat, in naher Zukunft nach Helsinki umzuziehen, sagt womöglich kurzerhand ab. Schade, denn beim Klick auf das Profil des Personalberaters kommt vielleicht heraus, dass der in Wien sitzt und bei einem internationalen Beratungsunternehmen tätig ist. Dort gibt es nicht nur finnische Kunden, sondern vielleicht welche aus dem Bereich Einzelhandel – Ihrer Branche…

Sie merken, worauf wir hinaus wollen: Auch wenn das Angebot erst einmal nicht passt, nehmen Sie trotzdem Kontakt auf und die Zeit für ein unverbindliches Telefongespräch mit dem Personalberater. Womöglich finden Sie so ein anderes, besser passendes Angebot und landen in der Kandidaten-Datenbank des Beratungsunternehmen. Kann das jemandem schaden, der gerade auf Jobsuche ist? Eben.

Tipp:

Informieren Sie sich immer, was und wer hinter dem Jobangebot steckt.

Aber auch wenn ein solch unklares Jobangebot nicht von einem Personalberater, sondern von einem Unternehmen direkt kommt, lohnt sich die Kontaktaufnahme. Möglicherweise gibt es dort ja noch andere Vakanzen.

Manche Jobangebote kommen von Institutionen, die Sie nicht kennen – wie zum Beispiel der „Stiftung der deutschen Wirtschaft für Arbeit und Beschäftigung“. Statt gleich abzusagen, schauen Sie lieber einmal nach, was sich hinter dieser Stiftung verbirgt und womit sie sich beschäftigt. Sie werden feststellen, dass die Stiftung von namhaften Unternehmerpersönlichkeiten getragen wird und als Service unter anderem Executive Search anbietet. Selbst wenn das aktuelle Jobangebot nicht passt, können sich durch die Kontaktaufnahme künftige Optionen ergeben.

Tipp:

Hinter einer unbekannten Organisation kann ein interessanter Kontakt stecken.

Das Jobangebot passt nicht

Aber auch diese Anfragen, Jobangebote und Xing-Nachrichten kennen manche Mitglieder:

Sehr geehrte Frau XXXXXX,
Ihr Profil ist uns positiv aufgefallen. Aufgrund Ihrer Erfahrung sind Sie für einen unserer Mandanten sehr interessant. Es handelt sich um einen erfolgreichen Anbieter von IT-Lösungen, der eine Assistentin der Geschäftsführung sucht. Auf unserer Homepage finden Sie das detaillierte Stellenangebot [Link]. Haben Sie Interesse? Dann freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme unter [Telefon-Durchwahl] oder die Zusendung Ihrer Bewerbungsunterlagen an [email protected]
Mit freundlichen Grüßen

Das ist alles sehr informativ, klar, transparent und macht einen seriösen Eindruck. Es gibt nur ein Problem: Sie haben zwar früher schon einmal als Assistentin der Geschäftsführung gearbeitet, wünschen sich nun jedoch bessere berufliche Aufstiegsmöglichkeiten und streben deshalb eine Aufgabe als Fachkraft an. Das Angebot passt also nicht.

Also absagen? Besser nicht: Der Auftraggeber ist ein IT-Unternehmen – eine Branche, in der Sie sich auskennen. Es wäre also auch hier klug, Kontakt aufzunehmen und Ihre Wünsche zu schildern. Wer weiß, vielleicht findet sich so eine passendere Position.

Es ist wie beim Punkt davor und eine eherne Regel des Netzwerkens: Kontakte, die sich ergeben, lassen sich immer nutzen – auch wenn sie nicht gleich passen.

Tipp:

Schildern Sie bei unpassenden Jobangeboten dem Ansprechpartner Ihre Wünsche.

Der Absender ist ein Personalberater oder -vermittler

Personalberater und -vermittler sind für Jobsuchende besonders interessant, denn sie verdienen ihr Geld in der Regel damit, dass sie im Unternehmensauftrag offene Stellen besetzen. Stehen Sie mit so jemandem in gutem Kontakt, können sich Ihnen immer wieder attraktive Jobchancen bieten. Im Idealfall erstreckt sich das auf den verdeckten Arbeitsmarkt. Das heißt, Sie erfahren über den Berater von Vakanzen, die nicht oder noch nicht öffentlich ausgeschrieben sind.

Darüber hinaus hat der Personalberater sein Ohr am Arbeitsmarkt und kann für Sie eine Quelle wertvoller Informationen sein – beispielsweise über die aktuelle Nachfrage nach Ihrem Qualifikationsprofil oder über branchenübliche Gehälter.

Tipp:

Pflegen Sie den Kontakt zu Personalberatern.

Schauen Sie aber im Einzelfall genau hin:

  • Was ist das für eine Person, welches Beratungsunternehmen steckt dahinter?
  • Wie sieht dessen Xing-Profil oder die Profile der Mitarbeiter aus?
  • Wie wirkt die Website auf Sie?
  • Haben Sie in großen Zeitungen schon Stellenanzeigen dieser Firma gesehen?
  • Gibt es eine Branchen-Spezialisierung, vielleicht sogar für Ihre Branche?

Wenn Sie einen rundum guten Eindruck gewinnen, sollten Sie den Kontakt zu diesem Berater pflegen. Wenn nicht, holen Sie weitere Informationen ein und gehen Sie bei großen Zweifeln lieber kein Risiko ein.

Ein weiteres Kriterium für die Entscheidung, ob Sie Ihre Unterlagen einreichen oder nicht, liegt darin, ob Ihnen der Berater eine konkrete Stelle anbietet – wie in den obigen Beispielen. Oder handelt es sich vielmehr um eine sehr allgemein formulierte Anfrage wie:

Als Personaldienstleister haben wir immer wieder Stellen in Ihrem Bereich zu besetzen und bitten Sie daher um Übersendung Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen.

In diesem Fall geht es nicht um einen konkreten Besetzungsauftrag eines Unternehmens. Stattdessen werden Ihre Unterlagen – auf Vorrat – angefordert. Das kann gut sein, kann aber auch schaden: Verschaffen Sie sich deshalb Gewissheit, ob es sich nicht vielleicht um einen Lebenslauf-Händler handelt, der vorhat, Ihre Bewerbungen mehr oder weniger wahllos an möglichst viele Unternehmen zu verschicken. Hier ist Vorsicht geboten.

Tipp:

Prüfen Sie den Berater, ehe Sie ihm Ihre vertraulichen Unterlagen zur Verfügung stellen und haken Sie nach, was der Berater mit Ihren Unterlagen vorhat.

Nutzen Sie das Potenzial von Xing-Anfragen

Sie sehen: Es lohnt sich, jedes Xing-Jobangebot genau zu prüfen – und eben nicht nur darauf zu schauen, ob es gerade zu den Vorstellungen und Erwartungen passt. Heben Sie vielmehr den darin verborgenen Schatz, der Ihnen Chancen für die Zukunft bietet, indem Sie…

  • sich funktionierende Netzwerke zu Personalberatern und Vermittlern aufbauen, die jeden zukünftigen Jobwechsel erheblich erleichtern,
  • sich und Ihre Karrierewünsche in Ihrer Branche bekannt machen, sodass Sie demnächst von einer passenden Vakanz als erster erfahren – und dann vielleicht keine Mitbewerber mehr aus dem Feld schlagen müssen.

Karrierebibel wünscht Ihnen viel Erfolg dabei!

[Bildnachweis: Kinga by Shutterstock.com]
16. August 2015 Autor: Dr. Cornelia Riechers

Dr. Cornelia Riechers ist Inhaberin und Gründerin des Unternehmens Quality Outplacement mit den Schwerpunkten Outplacement und Karriereberatung sowie Personalentwicklung.

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