Stellenangebote beantworten, Initiativbewerbungen schreiben, Arbeitsvermittlung, online und offline Netzwerken - das haben Sie alles schon probiert und sind nicht zum Zug gekommen? Dann lassen Sie sich doch mal etwas Neues einfallen! Manche Bewerber verlassen die ausgetretenen Pfade, sind kreativ und gehen mit ungewöhnlichen Ideen an ihre Jobsuche heran. Sie sprechen ihre Wunsch-Arbeitgeber auf eine Weise an, wie die es nicht erwarten. In der Werbung nennt man das Guerilla-Marketing. Wir zeigen Ihnen hier einige Beispiele von Bewerbern, die diese Taktik für sich genutzt haben.

Gehen Sie neue Wege

Mit John Webbs Undercover-Jobjagd haben wir in Teil 4 dieser Serie schon eine ungewöhnliche Vorgehensweise geschildert. Viele weitere interessante Vorschlägen präsentiert Thomas Heinle in seinem Buch Finde deinen Job, darunter zum Beispiel:

  • auf einer Plakatwand oder Litfasssäule Ihr Qualifikationsprofil veröffentlichen.
  • kleine Handzettel an Lichtmasten oder ähnliches kleben, mit Abrissstreifen Ihrer Telefonnummer.
  • Hausaufgabenhilfe bei Kindern der Entscheidungsträger anbieten.

Verstecken Sie sich nicht

Einer unserer Klienten ging so weit, beim Sommerfest an der Schule seiner Kinder mit einem Schild herumzulaufen: 'Ich suche Arbeit!'

Wie peinlich das für meine Kinder war, muss ich an dieser Stelle wohl nicht erwähnen ... Das war ungefähr so, als hätte ich den Job eines Verkäufers in einem Pornoshop übernommen oder hätte Tupper- oder Unterwäscheparties in unserem Wohnzimmer organisiert.

Der Kandidat hatte mit seiner Strategie übrigens Erfolg - nach langer, dornenreicher Suche fand er eine neue Aufgabe, die ihm viel Freude bereitet. Er sagt selbst:

Das Internat, an dem ich heute arbeite, gehört einem meiner (wenigen) besten Freunde. Das heißt, ich habe die Stelle erhalten, weil ich mein Umfeld, das soziale Netzwerk, alle Nachbarn und Freunde unglaublich aktiviert hatte. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt versteckt; alle wussten, dass ich auf der Suche bin. Ohne diese Anstrengungen und ohne mein Coming out wäre ich sicherlich nicht da, wo ich jetzt voller Stolz stehe!

Bieten Sie Aushilfe an

Thomas Heinle empfiehlt in seinem Buch auch das Anbieten von Aushilfstätigkeiten im Wunsch-Unternehmen. Und wenn Sie jetzt glauben, das funktioniert nur bei Verkäufern, Fahrern, Versandhelfern und dergleichen, dann liegen Sie falsch, wie das Beispiel unserer Klientin zeigt:

Sabine N., eine 31-jährige Unternehmensberaterin, wollte gern aus der Beratung in eine operative Tätigkeit in einem Modeunternehmen wechseln. Per Initiativbewerbung klappte es nicht gleich, und so entschied sie sich, samstags in der Filiale einer hochwertigen Boutique-Kette im Verkauf auszuhelfen. Auf diesem Weg lernte sie die Regional-Verkaufsleiterin kennen, die ihr von einer neu zu schaffenden Stelle in der Firmenzentrale berichtete. Dort ging es um IT-Prozesse zur besseren Filialanbindung - ein Schwerpunkt aus Frau N.s Beratungstätigkeit. Sie bekam den Job - nicht zuletzt deshalb, weil sie sich bei ihrer Aushilfstätigkeit als kompetente, engagierte und kommunikationsstarke Mitarbeiterin gezeigt hatte. Innerhalb von drei Jahren baute sie für ihren neuen Arbeitgeber eine Abteilung auf, die zum Schluss aus sechs Mitarbeitern bestand. Ein fantastisches Sprungbrett für ihren nächsten Karriereschritt!

Tausche Haus gegen Job

Von einer ganz und gar ungewöhnlichen Methode konnte man vor einiger Zeit in der Tagespresse lesen: Erich K. war 22 Jahre lang Leiter einer Neutralisationsanlage zur Wasseraufbereitung gewesen, als er mit 56 Jahren seinen Job verlor. Nach 500 erfolglosen Bewerbungen kam er auf eine bislang einmalige Idee. Er schaltete eine Annonce in der regionalen Tageszeitung:

Tausche Haus gegen festen Arbeitsplatz!

Obwohl es sich um sein Elternhaus handelte, das sein Urgroßvater gebaut hatte, war er bereit, sich für eine neue Arbeitsstelle davon zu trennen. Den Tauschvertrag wollte er anwaltlich absichern lassen.

Ob jemand sich auf den Tausch eingelassen hat, ist leider nicht bekannt. Mit hoher Wahrscheinlich hat Erich K. jedoch Arbeitsangebote bekommen, nachdem er seinen Arbeitswillen auf diese ungewöhnliche Weise demonstriert hatte.

Die hier geschilderten Ideen sollen Sie nicht unbedingt nachahmen, liebe Leser. Nehmen Sie sie einfach zum Anlass, sich selbst einmal etwas zu überlegen, das vor Ihnen noch kein anderer gemacht hat!

[Bildnachweis: maminez by Shutterstock.com]

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