Kein Stress im Vorstellungsgespräch? So gelingt es

Erinnern Sie sich an Ihr letztes Vorstellungsgespräch? Sollten Sie nicht über Nerven aus Stahl verfügen oder vollkommen abgeklärt sein, ging es Ihnen dabei wie den meisten anderen auch: Sie waren schrecklich gestresst und aufgeregt. Die mündliche Abitur– oder die praktische Führerscheinprüfung? Alles scheinbar Kleinigkeiten im Vergleich dazu. Oft ist es so schlimm, dass die Nervosität bereits Tage vor dem eigentlichen Gespräch beginnt. Stundenlang macht man sich verrückt, lernt Sätze auswendig, mit denen man Punkten möchte und tut nachts vor lauter Anspannung kein Auge zu. Ist das wirklich der beste Weg, sich auf ein Vorstellungsgespräch vorzubereiten? Wohl kaum, denn der übermäßige Stress setzt Sie noch mehr unter Druck. Es geht allerdings auch anders – ein Vorstellungsgespräch ohne Stress. Ja, das ist tatsächlich möglich…

Kein Stress im Vorstellungsgespräch? So gelingt es

Die richtige Vorbereitung ist das A und O

Ihre Bewerbung kam bei Ihrem Wunschunternehmen so gut an, dass Sie prompt eine Einladung zum persönlichen Gespräch erhalten haben. Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Sie haben bereits den ersten großen Schritt in Richtung Ihres neuen Jobs erfolgreich gemeistert.

Leider hält die Freude meist nicht lange an. Schließlich steht kurze Zeit später bereits die nächste große Hürde an: Das Vorstellungsgespräch. Was so simpel klingt und zu jedem Bewerbungsprozess dazu gehört, treibt Bewerbern regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn. Aber daran lässt sich arbeiten.

In erster Linie kommt es darauf an, Ihr Vorstellungsgespräch vorzubereiten. Je mehr Sie sich im Vorfeld mit dem Thema auseinandersetzen, desto entspannter, professioneller und somit auch erfolgreicher werden Sie das Interview angehen können.

Die Situation lässt sich gut mit einer Klausur in der Schule oder an der Universität vergleichen. Wer nicht oder zu wenig gelernt hat, versucht seine Anspannung und die Prüfungsangst in den Griff zu bekommen, oder er interessiert sich nicht für das Ergebnis.

Nutzen Sie daher die gesamte Zeit, die Ihnen bis zum Vorstellungsgespräch bleibt. Sammeln Sie Informationen, recherchieren Sie im Internet oder nehmen Kontakt zu ehemaligen Mitarbeitern des Unternehmens auf. Alles, was Sie bereits vorher in Erfahrung gebracht haben, kann Sie im Gespräch selbst nicht mehr überraschen und aus der Bahn werfen.

Keine Sorge bei Stress im Vorstellungsgespräch

Extra-Tipp-IconSollten Ihnen im Vorstellungsgespräch die Knie doch ein wenig weich und die Hände schweißnass werden, brauchen Sie nicht den aufzugeben und den Kopf in den Sand stecken. Nervosität ist in einer solchen Situation vollkommen normalund genau das wissen auch Personaler und Führungskräfte. Selbst wenn Sie anfangs ein wenig unsicher scheinen, haben Sie damit also noch lange nicht Ihre Chance auf den Job verspielt. Außerdem legt sich die erste Aufregung meist nach einigen Minuten und so können Sie im Laufe des Gesprächs auch mit größerer Sicherheit punkten.

Eine weitere Möglichkeit: Sprechen Sie Ihre Nervosität ganz offen an. In der Regel stoßen Sie dabei auf Verständnis und wirken gleichzeitig auch noch sympathisch. Der beste Zeitpunkt dafür ist bereits früh im Gespräch, damit es anschließend nicht so wirkt, als würden Sie nach einer Ausrede suchen. Während des anfänglichen Smalltalks wird beispielsweise ein Ich habe trotz meiner Aufregung gut den Weg her gefunden meist positiv aufgenommen.

Kein Stress im Vorstellungsgespräch: So klappt’s

Ihre Bewerbungsstrategie ist aufgegangen und nach langem Warten halten Sie endlich die Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch in der Hand. Nun müssen Sie sich nur noch gegen die letzten Konkurrenten durchsetzen und den Job an Land ziehen. Das Problem: Sie können nur an all die Dinge denken, die schief gehen können. Sie sehen vor Ihrem inneren Auge, wie Sie von einem Fettnäpfchen ins nächste springen und es so richtig vergeigen.

Kurz gesagt: Sie machen sich Stress.

Dabei bleibt ein entscheidender Punkt oft unbeachtet: Sie haben den Personaler bereits einmal von sich überzeugt. Ihre Bewerbungsmappe hat so viel Anklang gefunden, dass Sie den Großteil der anderen Bewerber bereits hinter sich gelassen haben. Der nächste Schritt besteht nur noch darin, diesen positiven Eindruck im persönlichen Gespräch zu bestätigen und auszubauen.

Genau hier beginnen die meisten Zweifel. Plötzlich kommt der Pessimist in Ihnen zum Vorschein und mit den negativen Gedanken kommt auch die Anspannung. Wir haben uns einmal die größten Stressfaktoren und Ängste für Bewerber angesehen und zeigen Ihnen, wie Sie diese überwinden und Ihr Vorstellungsgespräch ohne Stress erfolgreich meistern.

  1. Die Angst vor dem Zuspätkommen

    Beim Vorstellungsgespräch steht eine Menge auf dem Spiel, weshalb nicht nur das Gespräch, sondern auch der gesamte Tag von großem Stress überschattet wird. Und so fängt die Angst bereits an, bevor der Personaler überhaupt die Bürotür öffnet. Natürlich sollten Sie vermeiden, unpünktlich zu Ihrem Termin zu erscheinen. Das ist allerdings kein Grund gleich in Panik zu verfallen.

    Es gibt gleich mehrere Möglichkeiten, wie Sie ganz unproblematisch verhindern, zu spät anzukommen. Planen Sie für Ihre Anfahrt beispielsweise eine zusätzliche Stunde ein. So sind Sie in jedem Fall pünktlich und können die verbleibende Zeit bei einem Kaffee in der Nähe verbringen. Oder fahren Sie die Strecke bereits vorher einmal ab, um den Weg kennenzulernen und die benötigte Zeit besser einschätzen zu können.

  2. Die Angst vor dem ersten Eindruck

    Auch der berühmte erste Eindruck sorgt bei vielen Bewerbern für Stress. Wie soll nur das Gespräch laufen, wenn bereits innerhalb der ersten Sekunden ein Fauxpas passiert? Hier gelten nur zwei einfache Regeln: Seien Sie freundlich und bleiben Sie authentisch. Es bringt Sie nicht weiter, wenn Sie sich künstlich geben, um dem Personaler zu gefallen. In den meisten Fällen durchschauen Personaler eine solche Fassade ohnehin.

    Denken Sie auch daran, dass Ihr erster Eindruck nicht erst im Büro des Personalers entsteht. Auch wie freundlich Sie mit der Empfangsdame sprechen und wie Sie sich verhalten, während Sie warten, kann Ihren Eindruck beeinflussen. Wenn Sie sich diese Punkte bewusst machen, spricht nichts mehr gegen einen gelungenen ersten Eindruck.

  3. Die Angst vor der Selbstpräsentation

    Sie gehört unweigerlich zu einem Vorstellungsgespräch dazu und obwohl dies jedem Bewerber bekannt ist, ist sie dennoch der Grund für viele Sorgenfalten: Die Selbstpräsentation. Nach kurzem einführenden Smalltalk wird diese meist mit einem „Erzählen Sie doch ein bisschen was über sich“ eingeleitet. Für manche Kandidaten der pure Stress, immerhin müssen die eigenen Leistungen selbstbewusst ins richtige Licht gerückt werden. Richtig genutzt, liegt hier ein großes Potenzial.

    Die gute Nachricht: Bei der Selbstpräsentation macht Übung den Meister. Je mehr Sie diesen Teil des Gesprächs vorbereiten, desto entspannter, freier und überzeugender können Sie sprechen. Suchen Sie sich im Vorfeld zum Unternehmen oder zur Position passende Erfolge Ihres Lebenslaufs und üben Sie, diese vorzutragen. Das ist anfangs ungewohnt, aber es lohnt sich.

  4. Die Angst vor Fehlern

    Dies ist die wahrscheinlich größte Angst der meisten Bewerber: Ein einzelner Fehler, eine falsche Antwort oder ein unbedachter Kommentar und schon sinken die Chancen auf den neuen Job auf ein Minimum. Dabei ist diese Sorge in den meisten Fällen unbegründet. Der Großteil Kandidaten macht automatisch vieles richtig und vermeidet so, in ein Fettnäpfchen zu treten. Um Ihnen den Stress vollkommen zu nehmen, erklären wir trotzdem noch einmal die wichtigsten Punkte.

    Wie beim ersten Eindruck gilt auch hier: Bleiben Sie authentisch. So fühlen Sie sich wohler und der Personaler erhält das richtige Bild von Ihnen. Ansonsten gilt: Verzichten Sie auf negative Kommentare zu früheren Arbeitgebern oder Mitbewerbern. Das stellt nur Sie in ein schlechtes Licht. Zum Schluss sollten Sie darauf achten, unbedingt Rückfragen an den Personaler zu stellen. Das zeigt Ihre gute Vorbereitung und auch das Interesse am Unternehmen.

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7. Oktober 2018 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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