Keywordrecherche: Passende Suchbegriffe für die eigene Webseite finden

Ein Gastbeitrag von Andreas Mast

Egal, welche Branche: Ohne eine gut gemachte Internetseite kommt heute kaum ein Unternehmen aus. Gut gemacht bedeutet unter anderem, Inhalte anzubieten, die mögliche Kunden tatsächlich interessieren. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel ist die Keywordrecherche. Sogenannte Keywords oder Schlüsselwörter sind die Suchbegriffe, die potenzielle Webseitenbesucher in Suchmaschinen wie Google eingeben. Google analysiert daraufhin Internetseiten unter anderem daraufhin, ob und wie häufig die gesuchten Begriffe vorkommen, und sortiert die Ergebnisse nach Relevanz. Wir zeigen, wie Sie Keywords finden, die zu Ihrem Angebot passen und Ihre Zielgruppe ansprechen...

Was ist ein guter Suchbegriff?

Keywords oder Schlüsselwörter können aus nur einem Wort bestehen oder auch aus zusammengesetzten Begriffen. Bevor sie sich auf die Suche nach passenden Keywords machen, lohnt sich ein Blick darauf, wie ein gutes Keyword überhaupt beschaffen sein sollte. Relevante Schlüsselwörter zeichnen sich durch drei Merkmale aus:

  • sie sind themenadäquat
  • sie haben ein hohes Nutzungspotenzial
  • sie sind bemessbar nach quantitativer und qualitativer Mitbewerberstärke

Gute Keywords sind themenadäquat

Themenadäquat bedeutet, dass die Keywords das Thema Ihrer Webseite beziehungsweise der jeweiligen Unterseite möglichst genau beschreiben. Um das zu erreichen, machen Sie sich vor der Keywordrecherche Gedanken, welches Ziel Sie mit jeder Unterseite erreichen wollen:

  • Möchten Sie Informationen vermitteln, Ihren Lesern zum Beispiel Tipps und Ratschläge für einen Urlaub in München geben? Derartige Inhalte profitieren von informationsorientierten Keywords. Dazu gehören Keywordkombinationen mit Fragewörtern, etwa "Wo finde ich die beste Party in München", Abkürzungen solcher Fragen wie "beste Party München" oder auch Schlüsselwortkombinationen mit Begriffen wie Tipps, Ratgeber oder Definition, zum Beispiel "Partys München Tipps".
  • Soll die Webseite Ihre Marke in den Vordergrund stellen? Markenorientierte Keywords enthalten den Marken- oder Firmennamen. Sie sprechen Suchmaschinennutzer an, die bereits gezielt nach Ihrem Angebot suchen.
  • Bieten Sie Produkte zum Kauf oder eine Dienstleistung an? Dann bauen Sie transaktionsorientierte und kommerzielle Keywords auf der Webseite ein. Transaktionsorientierte Suchanfragen zielen ganz allgemein auf den Abschluss einer Transaktion ab, auch auf nicht-kommerzielle Dienstleistungen wie den Download von Studien oder Ratgebern. Beispiele sind "Party Guide München Download" oder auch "Party Guide München App". Kommerzielle Suchanfragen verfolgen dagegen eine klare Kaufabsicht. Entsprechende Keywordkombinationen enthalten Wörter wie kaufen, buchen oder bestellen.

Themenadäquate Keywords führen dazu, dass Webseitenbesucher auf Ihrer Seite genau die Informationen finden, die sie sich erhofft haben. Wer nicht findet, was er sucht, verlässt die Seite oft wieder nach wenigen Augenblicken. Das führt zu hohen Absprungraten, die sich negativ auf die Platzierung in den Google-Suchergebnissen auswirken.

Gute Keywords weisen ein hohes Nutzungspotenzial auf

Relevante Keywords sind die Suchbegriffe, die Ihre Zielgruppe tatsächlich in die Suchmaske eingibt, und das möglichst häufig. Sie müssen also nicht nur definieren, was Sie Ihren Lesern bieten wollen, sondern auch herausfinden, was Ihre potenziellen Kunden überhaupt suchen. Wünschen sie allgemeine Informationen zu einem Produkt oder einer Dienstleistung? Suchen Sie nach Ratgebern und Tipps? Nach Informationen über Ihr Unternehmen? Oder kommen Sie mit direkter Kaufabsicht auf Ihre Seite?

Um möglichst viele Webseitenbesucher mit unterschiedlichen Interessen anzusprechen, sollten Ihre Webseiteninhalte möglichst alle Suchintentionen abdecken. Das bedeutet, sie bietet informative Artikel und Ratgeber, direkte Hinweise auf Ihr Angebot und Buchungs- oder Bestellmöglichkeiten sowie auf den Marken- oder Firmennamen optimierte Inhalte, in der Regel die Startseite. Bieten Sie Ihre Dienste oder Produkte lokal an, lohnt sich zudem die Berücksichtigung von Keywords mit lokalem Bezug, etwa "Wellnesshotel München" oder "Radsportfachgeschäft Mayer Bremen".

Gute Keywords bemessen sich nach quantitativer und qualitativer Mitbewerberstärke

Es erscheint auf den ersten Blick naheliegend, sich bei der Keywordrecherche auf die Schlüsselwörter zu konzentrieren, die möglichst viele Suchende bei Google eintippen. Aber die Konkurrenz schläft nicht. Wird ein Keyword stark nachgefragt, versuchen auch Ihre Mitbewerber, ihre Webseite darauf zu optimieren. Je größer die Konkurrenz, umso schwieriger wird es, mit einem Keyword eine gute Platzierung in der Suchergebnisliste zu erzielen. Das gilt insbesondere, wenn Sie gegen große, finanzstarke Unternehmen antreten.

Weniger nachgefragte Keywords sind häufig spezifischer. Sie ziehen vielleicht weniger Besucher auf Ihre Webseite – dafür aber Besucher, die sich tatsächlich für Ihr Angebot interessieren. Daher sind auch weniger stark nachgefragte Schlüsselwörter für die Keywordrecherche relevant.

Passende Keywords identifizieren: Die Techniken

Jetzt kennen Sie die drei Kriterien, die relevante Keywords auszeichnen. Doch wie finden Sie passende Schlüsselwörter für Ihre Webseite? Wie finden Sie heraus, wonach Ihre Zielgruppe sucht und wie groß der Wettbewerb um einen Suchbegriff ist?

Eine effektive Keywordrecherche besteht immer aus der Kombination mehrerer Methoden. Die folgenden Abschnitte stellen nützliche Techniken und hilfreiche Tools vor.

Erstes Brainstorming

Der erste Schritt der Keywordrecherche ist ein offenes Brainstorming. Setzen Sie sich mit mehreren Personen zusammen und schreiben Sie alle Begriffe auf, die Ihnen zu Ihrem Angebot in den Sinn kommen. Von Vorteil ist es, auch branchenfremde Personen einzubeziehen. Der Blick von außen fördert häufig Keywords zu Tage, an die Sie vielleicht nicht gedacht hätten.

Konzentrieren Sie sich auf gebräuchliche, alltagssprachliche Begriffe. Fachbegriffe dürfen Sie natürlich mit aufnehmen, sollten aber auf eine gute Ausgewogenheit zwischen Fach- und Alltagssprache achten, damit auch Laien Ihre Webseite finden können. Es verwenden zum Beispiel mehr Leute den Begriff "Schraubenzieher" als "Schraubendreher" oder sprechen von einer "Glühbirne" statt von einem "Leuchtmittel".

Webanalyse und Tracking-Tools

Wie oben beschrieben, zeichnen gute Keywords sich durch ein hohes Nutzungspotenzial aus, entsprechen also den tatsächlichen Suchanfragen Ihrer Zielgruppe. Zur Keywordrecherche gehört daher eine Analyse, mit welchen Suchbegriffen Besucher bislang Ihr Angebot finden.

Informationen darüber bieten die Logdateien der Webseite. In der Regel zeichnet ein Server jeden Zugriff auf die Seite in einer Logdatei auf. Dort finden sich die IP-Adresse des Besuchers, der Zeitpunkt des Besuches sowie der Ausgangspunkt der Suche, zum Beispiel Google. Hat der Webseitenbesucher Sie über eine Suchmaschine gefunden, führt die Logdatei auch auf, welchen Suchbegriff er in die Suchmaske eingegeben hat.

Damit Sie nicht alle Logdateien manuell auswerten müssen, stehen verschiedene hilfreiche Tools zur Verfügung. Tracking-Tools wie Google Analytics und Piwik erleichtern Ihnen die Arbeit enorm.

Google Analytics ist das offizielle Analyse- und Tracking-Tool von Google. Es steht Anwendern kostenlos zur Verfügung, Voraussetzung ist allerdings, dass Sie einen Google-Account besitzen. In der linken Spalte von Google Analytics können Sie sich eine ganze Reihe von Funktionen und Auswertungen anzeigen lassen. Sie können zum Beispiel herausfinden, über welche Quellen Besucher auf Ihre Webseiten kommen und welche Unterseiten einen besonders hohen Traffic generieren, das bedeutet, viele Leser anziehen. Außerdem sehen Sie die durchschnittliche Verweildauer und die Absprungrate.

Um die Besucherströme auf Ihrer Webseite aufzuzeichnen (zu tracken), müssen Sie einen speziellen, JavaScript-basierten Tracking-Code im Kopfbereich der zu analysierenden Webseite einbinden.

Ein weiteres kostenloses Tracking-Tool ist Piwik. Bedienung und Funktionsumfang ähneln Google Analytics. Sie können zum Beispiel herausfinden, über welche Quellen Besucher Ihre Webseite erreichen, welche Unterseiten sie besuchen und Server-Logfiles für die genauere Analyse importieren. Die Software ist Open Source, das bedeutet, dass der Code öffentlich zugänglich ist. Sie installieren Piwik auf Ihrem eigenen Webserver oder, falls Sie Webspace über einen Provider gemietet haben, auf diesem Webspace. Den Code können Sie dort entsprechend Ihren Bedürfnisse anpassen – müssen es aber nicht.

Leider kommt es häufiger vor, dass die Tracking-Tools statt eines Suchbegriffs lediglich den Hinweis not provided anzeigen. Das geschieht zum Beispiel, wenn Suchende ihre Suchanfrage über SSL verschlüsseln lassen. Google gibt dann nicht mehr preis, welches Keyword als Suchbegriff diente. Wer in seinem Google Account angemeldet ist, nutzt diese verschlüsselte Suche automatisch. Geben die Tracking-Tools lediglich ein not provided aus statt eines Suchbegriffs, schauen Sie sich stattdessen an, auf welcher Unterseite die Besucher gelandet sind. Daraus lässt sich oft ableiten, welche Suchbegriffe in etwa genutzt wurden.

Analyse der internen Suchbegriffe

Eine weitere wichtige Quelle für die Keywordrecherche ist die Analyse der internen Suche. Besteht bereits eine Webseite, bietet diese im besten Falle eine interne Suchfunktion an. Lassen Sie den Server auch für diese Suchanfragen eine Logdatei erstellen. Diese zeigt Ihnen, wonach Besucher direkt auf Ihrer Webseite suchen und zu welchen Zielseiten sie mit diesen Suchbegriffen kommen. Häufig nachgefragte Keywords sollten Sie auf jeden Fall in Ihre Liste aufnehmen.

Google Analytics bietet ebenfalls eine Auswertung der internen Suche an. Unter dem Punkt "Verhalten finden Sie beispielsweise den Unterpunkt Side Search. Wählen Sie hier "Suchbegriffe" aus, erhalten Sie eine Auswertung der Schlüsselwörter, die Besucher in die interne Seite eingegeben haben. Zudem sehen Sie, wie Webseitenbesucher ihre Suche verfeinert haben und auf welche Seiten sie dabei gestoßen sind. Piwik stellt eine ähnliche Funktion ebenfalls zur Verfügung.

Aktuelle gute Platzierungen in den Google Suchergebnissen berücksichtigen

Vielleicht erzielt Ihre Webseite zu bestimmten Keywords bereits gute Ergebnisse in den Google Suchergebnislisten. Für eine effektive Keywordrecherche sollten Sie auf jeden Fall ermitteln, mit welchen Suchbegriffen Sie bereits Erfolg haben. Webseiteninhalte, die auf Seite 2 der Suchergebnisse gelistet werden, lassen sich zudem oft mit wenig Aufwand verbessern.

Damit Sie nicht jedes mögliche Keyword von Hand in die Suchmaske eingeben müssen, gibt es praktische Hilfsmittel. Dazu gehören die Sistrix Toolbox und die Searchmetrics Suite. Beide Tools erstellen einen so genannten Sichtbarkeitsindex. Dafür werten die Tools ein Keywordset mit mehreren Hunderttausend Keywords aus. Erzielt eine Webseite zu vielen dieser Keywords eine gute Platzierung in den Google-Suchergebnislisten, steigt die Sichtbarkeit. Am Sichtbarkeitsindex lassen sich Trends ablesen: Konnte die Webseite ihre Platzierung in den Google Suchergebnissen verbessern, hat sich die Platzierung verschlechtert oder ist sie gleich geblieben?

Das Ziel der Sistrix Toolbox ist es, die Google-Rankings verständlicher zu machen. Zu diesem Zweck erhebt Sistrix viele für die Suchmaschinenoptimierung relevanten Daten, die sie bequem online abrufen können. Dafür müssen Sie nur einen Account anlegen und die zu analysierende URL ins Eingabefeld tippen. Auf diese Weise können Sie auch Webseiten Ihrer Konkurrenten analysieren und erkennen, zu welchen Keywords diese gute Platzierungen erzielen.

Keywordrecherche Sistrix Toolbox

Sie können eigene Projekte mit einem eigenen Keywordset anlegen, für die der Sichtbarkeitsindex erstellt wird. Das ist vor allem für den Vergleich mit Mitbewerbern interessant. So konzentriert sich der Sichtbarkeitsindex wirklich nur auf die Keywords, die für Sie relevant sind.

Die Searchmetrics Suite erstellt ebenfalls einen Sichtbarkeitsindex und wertet die Webseiteninhalte bezüglich der Keywords aus. Auf Grundlage dieser Daten gibt Ihnen die Searchemetrics Suite zudem Tipps, wie Sie Ihre Webseiteninhalte optimieren und mehr Traffic erzielen können. Die Analyse funktioniert nicht nur für Ihre eigene Seite, sondern auch für das Angebot der Konkurrenz.

Beide Tools sind kostenpflichtig.

Analyse der Konkurrenz

Wie gut sind eigentlich Ihre direkten Mitbewerber im Netz aufgestellt? Erreichen die Webseiten der Konkurrenz gute Platzierungen in den Suchergebnislisten, lohnt sich ein Blick darauf, was sie richtig machen.

Betreiben Sie zum Beispiel ein Wellnesshotel in München, geben Sie den Suchbegriff „Wellnesshotel München“ bei Google ein. Schauen Sie sich die ersten zehn organischen Suchergebnisse (ohne AdWords-Anzeigen) an. Oft erkennen Sie schon beim Lesen, auf welche Keywords die jeweiligen Seiten optimiert sind. Berücksichtigen Sie dabei auch die Überschriften und Seitentitel: Welche Keywords und Kombinationen werden hier genannt?

Für eine genauere Analyse nutzen Sie die Sistrix Toolbox oder die Searchmetrics Suite. Die Tools zeigen Ihnen, welche Keywords die Konkurrenz nutzt und zu welchen sie gute Platzierungen erzielt.

Rechtlich ist gegen die Übernahme von Keywords nichts einzuwenden, solange es sich dabei nicht um geschützte Marken- oder Firmennamen handelt. Da wir keine Rechtsberatung anbieten können, wenden Sie sich im Zweifel an einen Anwalt.

Gespräche und Umfragen

Wichtige Hinweise auf relevante Keywords gibt zudem das direkte Gespräch mit Ihren Kunden. Führen Sie kurze Umfragen durch oder legen Sie Fragebögen aus, die ermitteln, mit welchen Begriffen Ihre Kunden nach Ihrem Angebot suchen oder suchen würden. Auf diese Weise erhalten Sie wichtige Informationen darüber, was Ihre Zielgruppe tatsächlich interessiert. Eventuell gewinnen Sie auch einige Anregungen, welchen Themen Sie sich auf Ihrer Webseite noch widmen könnten, um Besucher anzuziehen.

Verwandte Begriffe und Synonyme

Verwandte Begriffe und Synonyme von Keywords erhöhen die Lesbarkeit eines Textes. Google belohnt gut lesbare Texte mit einer besseren Platzierung.

  • Verwandte Begriffe

    Haben Sie bereits einige kurze, generische Keywords identifiziert, prüfen Sie, welche verwandten Begriffe es dazu gibt. Geben Sie dafür das Wort in die Suchmaske von Google ein, liefert Ihnen die Suchmaschine über Google Suggest einige Vorschläge für mögliche Suchanfragen – basierend auf dem, was andere Interessierte suchen und auf Ihren eigenen, vorangegangenen Suchanfragen.

    Für den Begriff Wellnesshotel sind dies etwa zusammengesetzte Begriffe wie "wellnessurlaub günstig", "wellnessurlaub mit hund" oder "wellnessurlaub last minute" sowie verschiedene Kombinationen aus Keyword und Stadt oder Region. Ein Blick auf die ähnlichen Suchanfragen unter der Suchgergebnisliste zeigt weitere interessante Keywordkombinationen.

  • Keywordrecherche ähnliche Suchbegriffe

  • Synonyme

    Synonyme können Sie sich selbst überlegen oder mit Hilfe verschiedener Tools ermitteln. Praktische Anregungen liefern zum Beispiel Synonyme.woxikon.de oder Openthesaurus. Darüber hinaus zeigt die Word Rechtschreibprüfung Synonyme an, ein Rechtsklick auf das Wort genügt.

    Für einen Begriff wie Wellnessurlaub lassen sich nur schwer Synonyme finden. Für Urlaub allein jedoch führen die Tools Alternativen wie Ferien, Regeneration, Erholungspause oder Kuraufenthalt auf. Alles Begriffe, die sich in Kombination mit Wellness auf Ihrer Webseite verwenden lassen. Konzentrieren Sie sich auf gängige Synonyme aus dem alltäglichen Sprachgebrauch. Für eine gute Lesbarkeit sollten Sie zudem Flexionen des Keywords berücksichtigen und Suchbegriffe im Singular und Plural aufführen.

Fragenkeywords (Wer, Wie, Was ...)

Einige Suchende geben komplette Fragen in die Suchmaske von Google ein. Um herauszufinden, welche Fragen Ihre Zielgruppe beantwortet haben möchte, können Sie zum Beispiel wieder Google Suggest nutzen und hier verschiedene W-Fragen mit Ihrem Suchbegriff eingeben.

Selbstverständlich gibt es auch für diesen Schritt wieder Tools, die Ihnen Arbeit abnehmen. Das W-Fragen-Tool von HyperSuggest analysiert die Daten von Google Suggest bereits und zeigt Ihnen so übersichtlich die W-Fragen-Antworten von Google Suggest an. Wählen Sie den Bereich "W-Questions" aus, um Fragenkeywords zu finden.

Keywordrecherche Hypersuggest Fragen

Interessante W-Fragen identifizieren Sie zudem mit Answerthepublic.com: Wählen Sie rechts vom Suchfeld das entsprechende Land aus. Geben Sie einen Suchbegriff ein, zum Beispiel Wellnesshotel. Sie erhalten verschiedene Suchanfragen mit Fragewörtern an, die Suchende mit diesem Keyword formuliert haben. In unserem Beispiel lauten diese Fragen unter anderem "Welches Wellnesshotel ist empfehlenswert", "Wer kennt ein Wellnesshotel im Schwarzwald" oder "Wellnesshotel was anziehen". Die Auswertung gibt es als übersichtliche Grafik, die Sie sich direkt abspeichern können.

Keywordrecherche Fragen Answerthepublic

Die Fragen liefern auch nützliche Hinweise, welche Themen Sie auf Ihrer Webseite noch behandeln könnten – zum Beispiel einen Ratgeber für die Kleiderordnung im Wellnesshotel.

Google-AdWords-Keyword-Planer richtig einsetzen

Als drittes Kriterium für relevante Keywords hatten wir die qualitative und quantitative Mitbewerberstärke genannt. Möchten Sie herausfinden, wie stark ein Keyword nachgefragt wird, hilft der Google Keyword-Planer weiter. Das Tool dient eigentlich zur Planung von AdWords-Anzeigen, bezahlte Anzeigen in den Google Suchergebnissen. Der Keyword-Planer eignet sich jedoch auch, um Suchbegriffe für organische Suchanfragen zu recherchieren.

Der Keyword-Planer ist kostenlos, um ihn zu verwenden, benötigen Sie allerdings einen Google-AdWords-Account. Rufen Sie die Google-AdWords-Seite auf und melden sich dort mit Ihrem Google-Benutzernamen und Passwort an. Es stehen mehrere Tools zur Auswahl, Sie wählen den Keyword-Planer aus. Google-AdWords-Kampagnen sind kostenpflichtig. Sie können sich jedoch registrieren, eine Kampagne einrichten und direkt danach wieder pausieren, ohne die Kampagne durchzuführen.

Ideen für neue Keywords suchen

Fehlen Ihnen noch Ideen für geeignete Keywords, bietet Ihnen der Keyword-Planer die Option "Mithilfe einer Wortgruppe, einer Webseite oder einer Kategorie nach neuen Keywords suchen". Hier können Sie die URL der Unterseite eingeben, für die Sie Keywordvorschläge erhalten möchten. Darüber hinaus können Sie auch die Produkte und Dienstleistungen eingeben, die Sie anbieten.

Wählen Sie anschließend das Land und die Sprache Ihrer Zielgruppe aus. Klicken Sie auf "Ideen abrufen", erscheinen die beiden Reiter "Anzeigengruppen-Ideen" und "Keyword-Ideen". Unter Keyword-Ideen finden Sie verschiedene Vorschläge für Suchbegriffe, auf die Sie die jeweilige URL optimieren können.

Das Suchvolumen ermitteln

Die Funktion "Mithilfe einer Wortgruppe, einer Webseite oder einer Kategorie nach neuen Keywords suchen" bietet Ihnen außerdem die Möglichkeit zu identifizieren, wie stark ein Keyword nachgefragt wird.

Um den Wettbewerb zu ermitteln, geben Sie unter "Ihr Produkt oder Ihr Dienstleistung" das Keyword ein, zu dem Sie das Suchvolumen abfragen möchten. Sie können auch mehrere verwandte Keywords eingeben.

Unter "Keyword-Ideen" sehen Sie das Suchvolumen für die eingegebenen Keywords in der Spalte "Durchschnittliche Suchanfragen pro Monat". Im August 2016 hat Google die Anzeige von Keyword-Planer-Daten für einige Nutzer eingeschränkt. Ohne aktive Kampagnen sehen Sie in dieser Spalte statt exakten Ziffern nur noch ungefähre Werte wie "100 Tsd. bis 1 Mio. Suchanfragen" oder "10 Tsd. bis 100 Tsd. Suchanfragen“" Diese liefern aber immerhin einen Anhaltspunkt, wie stark ein Keyword nachgefragt wird. Für viele Unternehmen bietet es sich jedoch an, auch Werbung per AdWords zu schalten. In diesem Fall zeigt Ihnen der Keyword-Planer die genauen Daten an.

Die Spalte Wettbewerb zeigt Ihnen, wie hart ein Suchbegriff umkämpft ist, von niedrig über mittel bis hoch. Dieser Wert bezieht sich auf die AdWords-Anzeigen und stimmt nicht zwangsläufig mit dem Wettbewerb in der Suchmaschinenoptimierung überein. Rückschlüsse sind jedoch durchaus möglich.

Weitere Tool für die Keywordrecherche

Es gibt noch weitere hilfreiche Tools, die Sie für die Keywordrecherche nutzen können. Derartige Tools kommen und gehen. Daher beschränkt sich dieser Artikel auf eine kleine Auswahl, die sich bisher in der Praxis auch bewährt haben:

  • Google Trends analysiert die Entwicklung von Suchbegriffen im zeitlichen Überblick.
  • Mit Mergewords.com können Sie einzelne Suchbegriffe zu komplexen Keywords zusammensetzen.
  • Soovle zeigt relevante Keywords auf verschiedenen großen Plattformen wie Wikipedia, YouTube und Amazon.
  • Das KeywordTool.io analysiert die Daten von Google Suggest, YouTube, Bing, Amazon, eBay und dem App-Store auf relevante Keywords.
  • Ubersuggest.org nutzt die Suggest-Funktion von Google und zeigt Ihnen mögliche Suchbegriffkombinationen.

Suchbegriffe mit dem eigenen Marken- bzw. Unternehmensnamen identifizieren

Ein besonders relevantes Keyword ist der eigene Firmen- oder Markenname. Wer den Namen Ihres Unternehmens in eine Suchmaschine eingibt, sollte möglichst auch Ihre Webseite als erstes Suchergebnis erhalten.

Ermitteln Sie daher mögliche Keyword-Kombinationen mit Ihrem Firmen- oder Markennamen. Mit Google Suggest können Sie abermals prüfen, welche Suchbegriff-Kombinationen tatsächlich in die Suchmaske eingeben werden. Für ein großes Unternehmen wie Rewe sind dies beispielsweise Keywords wie "rewe rubbeln", "rewe gewinnspiel", "rewe rubbellose" und "rewe karriere".

Keywordrecherche Markenname Unternehmensname

Haben sich zum eigenen Markennamen andere Webseiten bessere Platzierungen gesichert, gilt es, die Gründe dafür herauszufinden. Schauen Sie sich die besser platzierten Webseiten genau an und analysieren Sie, wie häufig und an welcher Stelle (Seitentitel, Überschrift, Text) Ihr Firmen- oder Markenname dort genannt wird. Untersuchen Sie auch, in welchem semantischen Umfeld er dort steht, also welche weiteren Begriffe im Bezug zum Keyword stehen. So finden Sie heraus, was diese besser machen und wie Sie nachjustieren können.

Keywordrecherche ist keine einmalige Sache

Die Keywordrecherche liefert in der Regel eine lange Liste von möglichen Schlüsselwörtern für Ihre Webseite. Nicht jedes davon wird wirklich relevant sein. In einem späteren Schritt muss daher eine genauere Wertung erfolgen, um weniger relevante Begriffe auszusortieren.

Die Keywordrecherche ist zudem kein einmaliger Prozess. Im Laufe der Zeit verändert sich vielleicht Ihr Angebot. Auch die Vorlieben und Gewohnheiten Ihrer Zielgruppe bleiben nicht für alle Zeiten gleich. Um konkurrenzfähig zu bleiben, sollten Sie den Erfolg Ihrer Webseite daher in regelmäßigen Abständen kontrollieren und bei Bedarf eine erneute Keywordrecherche durchführen.

Über den Autor

Keywordrecherche Autor Andreas Mast
Andreas Mast ist einer der Gründer von Haselböck & Mast. Zusammen mit seinem Geschäftspartner berät er Wellnesshotels bei der strategischen Suchmaschinenoptimierung ihres Internetauftritts. Weitere Schwerpunkte liegen im Social Media Marketing und dem Online Reputation Management. Praxistipps gibt er Wellnesshotel-Betreibern unter anderem mit dem Buch Suchmaschinenoptimierung für Wellnesshotels – mehr Direktbuchungen generieren.

[Bildnachweis: ImageFlow, Sistrix, Google, Hypersuggest, Answerthepublic by Shutterstock.com]

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