Krank im Bett: So nutzen Sie die Zeit

Eine anhaltende Erkältung, eine verschnupfte Nase oder ein schmerzender Rücken – es gibt viele Gründe, sich krank zu melden und der eigenen Gesundheit und Genesung den Vorrang zu geben. Gerade in der Grippesaison führt es eher zu einer Epidemie, als zu produktiver Arbeit, wenn Sie sich krank ins Büro schleppen. Neben all den unschönen Seiten, die das Kranksein mit sich bringt, gibt es auch noch einen weiteren Effekt: mehr Zeit! Die acht Stunden, die Sie normalerweise im Büro verbringen, wollen nun anders gestaltet werden. Natürlich ist es das Wichtigste, dass Sie wieder gesund werden, doch wenn Sie sich gut genug fühlen, können Sie die Zeit durchaus sinnvoll nutzen

Krank im Bett: So nutzen Sie die Zeit

Krankschreibung – was ist jetzt noch erlaubt?

Wenn Sie mit einer Krankschreibung vom Arzt kommen, ist eine der häufigsten Fragen: „Was darf ich jetzt noch tun?“ Müssen Sie im Bett bleiben? Dürfen Sie das Haus verlassen? Können Sie vielleicht sogar Sport treiben? Arbeitsrechtlich erscheint die Sache sehr simpel zu sein:

Der Arbeitnehmer darf mit seinem Verhalten eine schnellstmögliche Genesung nicht gefährden

Doch was bedeutet das genau? Im Grunde heißt es nichts anderes als: Alles was Ihr Arzt nicht verbietet, ist erlaubt. Doch wie sieht diese allgemeine Regelung in konkreten Fällen aus?

  • Ist Bettruhe Pflicht? Nur in seltenen Fällen ordnet ein Arzt an, dass Sie strikte Bettruhe halten müssen. Dafür muss es Sie wirklich schwer erwischt haben. Ist das nicht der Fall, dürfen Sie sich zu Hause frei bewegen und auch draußen Spaziergänge machen oder Einkäufe erledigen. Achten Sie aber darauf, es nicht zu übertreiben und sich zu schonen.
  • Darf man Autofahren? Hier kommt es häufig darauf an, welche Medikamente Ihr Arzt Ihnen verschrieben hat. Einige Präparate wirken sich negativ auf das Reaktionsvermögen aus. Nach Einnahme eines solchen Medikaments ist Ihnen das Autofahren in der Regel zwischen 24 und 48 Stunden lang untersagt.
  • Kann man Sport treiben? Wer während einer Krankschreibung sportlich aktiv bleiben möchte, sollte dies in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt absprechen. Sport stellt eine große Belastung für den Körper dar, die den geschwächten Körper noch härter trifft und die Genesung behindern kann.

In jedem Fall sollten Sie die Anweisungen Ihres Arztes befolgen. Wenn Sie Ihre Genesung durch verantwortungsloses Verhalten gefährden oder hinauszögern, riskieren Sie arbeitsrechtliche Konsequenzen.

Krankmeldung – so gehts richtig

Den meisten Arbeitnehmer ist bekannt, wie Sie sich im Krankheitsfall zu verhalten haben. Doch es schadet nie, sich noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, welche Schritte Sie in jedem Fall beachten müssen.

  1. Arbeitgeber informieren. Setzen Sie Ihren Arbeitgeber schnellstmöglich darüber in Kenntnis, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht zur Arbeit kommen können. So geben Sie Ihrem Vorgesetzten die Chance, für einen Ersatz zu sorgen und kommen nicht in die unangenehme Lage, eventuell unentschuldigte Fehltage erklären zu müssen.
  2. Krankenschein einreichen. Innerhalb von drei Tagen müssen Sie Ihren Krankenschein bei der Krankenkasse eingereicht haben. Nur so können Sie gegebenenfalls Krankengeld erhalten und sind rechtlich auf der sicheren Seite.
  3. Attest einreichen. In der Regel müssen Sie nach drei Tagen ein ärztliches Attest bei Ihrem Arbeitgeber vorlegen. Wurde in Ihrem Arbeitsvertrag jedoch eine andere Frist festgehalten, müssen Sie diese unbedingt einhalten. Informieren Sie sich daher rechtzeitig, welche Frist für Sie gilt.
  4. Ärztlichen Rat befolgen. Um einer Genesung nicht im Wege zu stehen, müssen Sie sich an die Verbote Ihres Arztes halten. Ansonsten drohen arbeitsrechtliche Konsequenzen wie Abmahnungen oder sogar Kündigungen.
Sonderfall

Krank im Urlaub? Sollten Sie das Pech haben, in Ihrem Urlaub zu erkranken, können Sie Ihre Krankenkasse und den Arbeitgeber darüber informieren. Das verschafft Ihnen die Chance, Ihre Krankheitstage vom Urlaub abzuziehen.

So nutzen Sie Ihre Zeit trotz Krankheit

Doch was können Sie tun, wenn Sie zu Hause sind oder krank im Bett liegen und nicht wissen, was Sie mit Ihrer Zeit anfangen sollen? Denn so mancher sprüht trotz Erkältung oder Schnupfen regelrecht vor Tatendrang und Motivation. Da kann die Vorstellung, mehrere Tage lang ohne Beschäftigung im Bett zu liegen, wirklich frustrierend sein. Wer sich fit genug fühlt und keine Anweisungen vom Arzt missachtet, muss aber nicht nur tatenlos im Bett liegen. Wir haben eine Liste zusammengestellt, die Ihnen Anreize bietet, wie Sie Ihre Zeit trotz Krankheit sinnvoll nutzen.

  1. Lernen Sie etwas Neues. Den eigenen Horizont erweitern zu wollen, ist ein guter Schritt – egal ob krank oder gesund. Wenn Ihnen aber im stressigen Alltag die Zeit fehlt, können Sie jetzt den ersten Schritt machen. Wollen Sie eine Programmiersprache lernen oder Ihr Wissen im Bereich der Betriebswirtschaft vergrößern? Schnappen Sie sich ein Buch und legen Sie los. Es wird Ihnen das gute Gefühl geben, den Tag mit etwas Sinnvollem verbracht zu haben.
  2. Ordnen Sie Ihre Unterlagen. Jeder kennt das grausige Bild im eigenen Aktenschrank: Vollgestopfte Ordner, die kurz davor sind zu platzen, verstaubte Unterlagen, die seit Jahren kein Tageslicht mehr gesehen haben und eine lose Zettelwirtschaft, die das Gesamtbild in ein noch größeres Chaos verwandelt. Oft fehlt die Zeit, etwas gegen diese Unordnung zu tun. Jetzt haben Sie die Chance dazu. Gut sortierte Unterlagen führen auch zu einem klaren Kopf, da Sie sich unterbewusst nicht mehr sorgen müssen, wichtige Unterlagen im Zweifelsfall nicht mehr zu finden.
  3. Machen Sie sich ein Bild Ihrer Finanzen. Im Alltag alle Einnahmen und vor allem Ausgaben genau zu verfolgen, ist fast unmöglich. Mal kauft man spontan etwas ein, mal verliert man den Kassenbeleg. Doch geordnete Finanzen sind enorm wichtig. Wer nicht weiß, wie viel Geld ihm am Monatsende noch zur Verfügung steht, kann auch keine Anschaffungen planen oder Investitionen tätigen. Eine Monatsübersicht oder ein Budgetplan kann Ihnen dabei helfen, sich ein Bild von Ihren Finanzen zu machen.
  4. Informieren Sie sich über den Arbeitsmarkt. Der Arbeitsmarkt ist nur interessant, wenn Sie sich gerade auf Jobsuche befinden? Weit gefehlt! Egal, wie lange Sie bereits in Ihrem Beruf arbeiten, ist es immer von Vorteil, die eigene Branche zu kennen. Dadurch können Sie einschätzen, ob Sie für Ihre Arbeit ausreichend bezahlt werden. Auch sehen Sie, welche Anforderungen an neue Mitarbeiter gestellt werden. Hieraus können Sie ableiten, wo bei Ihnen noch Weiterbildungsbedarf besteht.
  5. Arbeiten Sie an Ihren Smalltalk-Qualitäten. Klingt im ersten Moment abstrakt, lässt sich jedoch einfacher umsetzen, als Sie vielleicht denken. Beim Smalltalk geht es erst einmal darum, überhaupt ins Gespräch zu kommen und das Eis zu brechen. Hierzu eignen sich Witze, aber auch interessante Filme oder Bücher, über die Sie sprechen können. Schnappen Sie sich also eine spannende Lektüre oder einen guten Film und schon sind Sie beim nächsten Gespräch besser vorbereitet.
  6. Schaffen Sie Ordnung auf Ihrem Computer. Ihr Desktop ist randvoll und das E-Mail Postfach quillt über? Jetzt haben Sie die Zeit, endlich Ordnung zu schaffen. Löschen Sie alte Dateien und Dokumente, deinstallieren Sie Programme, die Sie nicht benutzen und erstellen Sie Ordner, um den Überblick zu behalten. Ähnliches gilt für Ihre E-Mails. Löschen Sie alle unwichtigen und veralteten Nachrichten. Wichtige Mails, die nicht verloren gehen sollten, gehören hingegen ins Archiv.
  7. Aktualisieren Sie Ihr Xing-Profil. Ihr Xing-Profil können Sie nicht nur für die aktive Jobsuche nutzen. Es eignet sich auch hervorragend, um neue Kontakte zu Brancheninsidern aufzubauen und Ihr Netzwerk zu vergrößern. Damit das funktioniert, muss Ihr Profil auf dem aktuellen Stand sein. Nutzen Sie daher die Zeit, die sich Ihnen bietet. Tragen Sie neue Fähigkeiten, die Sie erworben haben, ein, löschen Sie veraltete Passagen, die nicht mehr relevant sind oder treten Sie neuen Gruppen bei, um sich mit Kollegen und Gleichgesinnten über neue Entwicklungen auszutauschen.

Vergessen Sie jedoch nicht: Das Wichtigste ist, dass Sie wieder gesund werden. Nehmen Sie sich daher auch Zeit, um sich zu erholen und zu regenerieren.

[Bildnachweis: sezer66 by Shutterstock.com]
7. Januar 2015 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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