Eine Kündigung ist immer Ende und Neuanfang zugleich. Das klingt nach einer übertriebenen Portion Pathos, trifft im Falle der Beendigung eines Arbeitsverhältnisses aber sehr genau ins Schwarze. Sobald Sie bei einem Arbeitgeber kündigen, geht gleich ein neuer Abschnitt los: Vielleicht direkt mit einem neuen Job, da Sie diesen Schritt schon vorbereitet haben, vielleicht aber auch mit der Jobsuche, um in möglichst kurzer Zeit eine Stelle zu finden und nur geringen Leerlauf zwischen den beruflichen Stationen zu haben. Dabei können Kündigungsstile eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Oder anders gesagt: Wie Sie gehen, wirkt sich darauf aus, wie es weitergeht...

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Kündigungsstile: Warum sind diese so wichtig?

In Anlehnung an das Motto Aus den Augen, aus dem Sinn könnten Sie fälschlicherweise annehmen, dass der Kündigungsstil keine weiteren Auswirkungen hat. Die Zusammenarbeit ist beendet, alle Beteiligten blicken in die Zukunft. Der ehemalige Mitarbeite macht sich zu neuen Aufgaben, Herausforderungen und Zielen bei einem neuen Unternehmen auf, der Ex-Arbeitgeber besetzt die frei gewordene Stelle vermutlich neu.

Doch wie es beruflich für einen Mitarbeiter weitergeht, hängt auch davon ab, wie dieser sich bei seinem letzten Arbeitgeber verabschiedet hat. Zu diesem Ergebnis kamen Anthony Klotz an der Oregon State Universität und Mark Bolino an der Universität von Oklahoma. Die beiden Wissenschaftler arbeiten im Bereich des Organizational Behaviour und haben im Journal of Applied Psychology eine Studie veröffentlicht.

Darin kommen sie zu dem recht eindeutigen Ergebnis: Die Kündigungsstile von Arbeitnehmern haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf deren weitere berufliche Laufbahn. Oder etwas anders betrachtet: Die Art und Weise, wie Sie kündigen und sich von einem Unternehmen trennen, kann durchaus entscheidend für Ihren weiteren Erfolg sein und auf zukünftige Ziele einwirken.

Verantwortlich dafür sind unterschiedliche Faktoren. Zum einen kann auf eine unschöne Kündigung ein ebenso unschöner Ruf des Arbeitnehmers folgen. Ein Rosenkrieg bei der Kündigung spricht sich herum, auch andere Arbeitnehmer und Personaler hören davon - und niemand möchte auf einen Personalverantwortlichen stoßen, der schon wenig rühmliche Geschichten von einem gehört hat.

Ebenso spielt das berufliche Netzwerk eine Rolle. Mit den richtigen Kündigungsstilen halten Sie sich die Chance für eine spätere Zusammenarbeit offen - nicht unbedingt durch eine Wiedereinstellung beim Arbeitgeber, sondern auch durch gemeinsame Projekte, Austausch von Wissen und Informationen oder gut gemeinte Ratschläge.

Kündigungsstile: Diese sieben gibt es

Wer nun glaubt, eine Kündigung sei wie jede andere, täuscht sich. Die Art und Weise, wie der Abschied aus einem Unternehmen eingeleitet und vollzogen wird, kann sich stark voneinander unterscheiden - und ebenso unterschiedlich sind entsprechend die damit verbundenen Konsequenzen für die Karriere sein.

Tatsächlich haben die beiden amerikanischen Forscher insgesamt sieben Kündigungsstile entdeckt und nach deren Merkmalen sowie Folgen unterschieden. Dabei zeigt sich: Eine Kündigung muss weder unangenehm noch negativ ablaufen und kann im besten Fall sogar einen guten Eindruck hinterlassen und sich positiv auswirken. Auf der anderen Seite machen sich einige Arbeitnehmer mit einem unrühmlichen Kündigungsstil aber auch selbst das Leben schwer und können sich den weiteren Weg verbauen.

Wir stellen Ihnen die verschiedenen Kündigungsstile vor und erklären, welche Effekte diese haben können:

  • Der klassische Kündigungsstil

    Knapp ein Drittel der Mitarbeiter wählen bei Ihrem Gang aus einer Firma den vorschriftsmäßigen Kündigungsstil. Damit wird diese Variante am häufigsten gewählt, bedeutet aber auch, dass rund zwei Drittel der Kündigungen nicht den klassischen und vorschriftsmäßigen Weg gehen. Dieser Kündigungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass der Mitarbeiter selbst das Kündigungsgespräch mit dem Chef sucht, in dem er seinen Weggang begründet.

    Obwohl dies als vorschriftsmäßig angesehen wird, kommt es bei Vorgesetzten gut an. Die Auswirkungen dieses Kündigungsstils sind in erster Linie positiv. Führungskräfte zeigen in der persönlichen Aussprache oftmals großes Verständnis für die Situation und die Gründe der Kündigung. In der Regel gehen beide Parteien beim vorschriftsmäßigen Kündigungsstil einvernehmlich und in guter Erinnerung auseinander.

    Auch werden die Kontakte nach einer solchen Kündigung weiterhin aufrecht erhalten, weil das berufliche Miteinander gut funktioniert hat und auch in der Trennung respektvoll miteinander umgegangen wurde.


  • Der emotional dankbare Kündigungsstil

    Noch einen Schritt weiter geht der sogenannte dankbare Kündigungsstil, der knapp 10 Prozent der Kündigungen ausmacht. Dieser resultiert meist aus einem sehr guten Verhältnis zwischen Arbeitnehmer und Unternehmen, dass von gegenseitiger Wertschätzung gekennzeichnet ist. Hier hat der Mitarbeiter nicht nur das Bedürfnis, selbst und persönlich die Kündigung zu erklären und zu begründen, sondern möchte gleichzeitig seine Dankbarkeit für die vergangene Zeit zum Ausdruck bringen.

    Der Abschied fällt bei diesem Kündigungsstil herzlich und oft auch emotional aus. Der Mitarbeiter ist ehrlich traurig über seinen Weggang, der nicht aus Frust oder Unzufriedenheit kommt, sondern durch veränderte Lebensumstände oder die Erkenntnis über neue persönliche Ziele entstanden ist. Ein weiteres Merkmal dieses Kündigungsstils ist die Abschiedsfeier des ehemaligen Mitarbeiters, auf der er sich noch einmal persönlich von Kollegen und Vorgesetzten verabschiedet und für die Zusammenarbeit bedankt.

    Die Folgen dieses Kündigungsstils sind fast immer positiv. Arbeitgeber bedauern das Ausscheiden des Mitarbeiters und können sich oft eine weitere Zusammenarbeit in der Zukunft vorstellen. Auch die Mitarbeiter fühlten sich gut behandelt, verstanden und nutzen oftmals noch lange nach der Kündigung die Kontakte zum Ex-Unternehmen.


  • Der oberflächliche Kündigungsstil

    Auch bei diesem Kündigungsstil findet ein Gespräch mit dem Chef statt, doch geht es hier weniger um Gründe oder die Absichten, die ein Mitarbeiter verfolgt, sondern um rein sachliche Fakten. Motto: Ich kündige. Wollte ich Ihnen mitteilen. Danke für das Gespräch. Laut Studie laufen immerhin fast 30 Prozent der Kündigungen so kurz und knapp ab - zumindest in den USA, wo es durch die in der Regel kurze Kündigungsfrist von zwei Wochen möglich ist.

    Negative Auswirkungen konnten die Forscher aber nicht feststellen, die Reaktionen von Führungskräften auf diesen Kündigungsstil waren meist neutral, Mitarbeitern ist in diesem Fall aber meist nicht so viel daran gelegen, weiterhin in Kontakt zu bleiben.


  • Der vorangekündigte Kündigungsstil

    Bei diesem Kündigungsstil wird dem Chef eine gewisse Vorlaufzeit gegeben, da die anstehende Kündigung bereits frühzeitig angekündigt wird, noch bevor letztlich die Kündigung eingereicht wird und damit die Kündigungsfrist beginnt. Acht Prozent nutzten in den Untersuchungen diesen Kündigungsstil.

    Auch hier ist der Effekt aber eher neutral. Zwar sind viele Führungskräfte froh darum, ein wenig mehr Zeit zu haben, um die Position gegebenenfalls neu zu besetzen, doch stehen weder der weitere Kontakt noch die mögliche Verlängerung der Zusammenarbeit im Vordergrund.


  • Der vermeidende Kündigungsstil

    Manch ein Mitarbeiter möchte überhaupt kein Aufsehen um seine Kündigung machen und hofft, dass diese so gut es geht unter dem Radar von allen anderen bleibt. Die Kündigung wird schriftlich eingereicht, ein persönliches Gespräch findet nicht statt und auch sonst wird dem Thema komplett aus dem Weg gegangen. Grund dafür ist oft die Angst vor einer möglichen Diskussion und Konfrontation.

    Diese Mitarbeiter würden am liebsten die Kündigungsfrist auf einen Tag verkürzen und einfach nicht mehr zur Arbeit kommen. Immerhin fast jede Zehnte Kündigung lief in der Studie nach diesem Muster ab. Die Effekte waren dabei so neutral und nüchtern wie das Vorgehen selbst. Die Kündigung wurde zur Kenntnis genommen, weder sonderlich positiv noch negativ bewertet und das Arbeitsverhältnis lief langsam aus.


  • Der wütend laute Kündigungsstil

    Der komplette Gegensatz zum vorherigen Kündigungsstil ist die laute, frustrierte, verletzende und wütende Variante. Hier bekommt jeder von der Kündigung mit - und zwar vor allem, weil die austretenden Mitarbeiter noch einmal so richtig abrechnen und die angestauten negativen Emotionen regelrecht herausbrüllen. Es werden dem Ex-Chef unschöne Dinge an den Kopf geworfen, das gesamte Unternehmen wird kritisiert oder es findet ein handfester Streit im Kündigungsgespräch statt.

    Es braucht wenig Vorstellungsvermögen, um zu erahnen, wie die Folgen dieses Kündigungsstils sind. Es werden jegliche Brücken abgebrochen, beide Seiten möchten möglichst nichts mehr mit dem anderen zu tun haben und übrig bleiben Frust und Ärger auf beiden Seiten. Trotzdem sind es fast 10 Prozent der Kündigungen, die so ablaufen.


  • Der impulsive Kündigungsstil

    Mit unter 5 Prozent ist der impulsive Kündigungsstil recht selten, kann für Betroffene aber dennoch recht negativ verlaufen. Diesen Stil macht eine Kurzschlussreaktion des Mitarbeiters aus. Soll heißen: Es wird einfach alles hingeschmissen und die Arbeit gekündigt. Auslöser können beispielsweise ein Problem auf der Arbeit, ein Streit oder ähnliches sein. Kündigungsfristen wurden beim impulsiven Kündigunsstil nicht beachtet - die Mitarbeiter hatten die Nase voll, sind gegangen und nicht wiedergekommen.

    Dass hier kein weiterer Kontakt gepflegt wird, sollte jedem klar sein und Vorgesetzte machten deutlich, dass sie es für vollkommen unprofessionell und unangebracht halten, wenn ein Mitarbeiter diesen Weg wählt.

[Bildnachweis: Giulio_Fornasar by Shutterstock.com]

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