Managerinnen: Wie sie die ersten Tagesstunden nutzen

Jeden Morgen das gleiche Spiel: Der Wecker klingelt und irgendwie ist es immer zu früh. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit fällt das Aufstehen nicht jedem leicht. Kennen Sie auch den Spruch: „Da ist jemand aber mit dem falschen Fuß aufgestanden“? Der zeigt eigentlich ganz gut, wie wichtig ein guter Einstieg in den Tag ist. Da lohnt es sich zu schauen, wie andere Menschen die ersten Tagesstunden nutzen: Was machen zum Beispiel erfolgreiche Managerinnen anders als andere? Womit beginnen sie ihre Arbeit? Nicht jede sprintet bereits morgens um fünf durch den Park, aber mit der einen oder anderen Idee gelingt auch Ihnen der erfolgreiche Start in den Tag

Managerinnen: Wie sie die ersten Tagesstunden nutzen

Managerinnen, Mütter oder beides: Rituale sind wichtig

Diese Frauen sind allesamt erfolgreich in ihrem Job. Teilweise stemmen sie die Arbeit noch neben ihrer Rolle als Mutter. Damit das so scheinbar leicht von der Hand geht, haben sie sich bestimmte Routinen angeeignet. Wir stellen einige vor:

  • Sport

    Isa Sonnenfeld, Leiterin des Google News Lab für Deutschland, Österreich und die Schweiz, ist vielbeschäftigt. Als ehemaliger Head of News, Government and Politics bei Twitter baute sie den Standort Deutschland auf. Morgens direkt nach dem Aufstehen schnallt sie Ihre Joggingschuhe um und läuft sie in Berlin im Volkspark Friedrichshain ihre Runden. Manchmal reicht es auch nur, um am Wasserturm zehnmal rauf und runter zu laufen. Da die Frühaufsteherin beruflich viel auf Reisen ist, spielt Planung für sie eine zentrale Rolle. Das bedeutet auch, den Abend zuvor noch miteinzubeziehen.

    Tipp:

    Lassen Sie Ihr Morgenritual am Abend vorher schon beginnen. Legen Sie sich die Sachen heraus, die Sie für den nächsten Tag brauchen. Vielleicht schaffen Sie es auch, die wichtigsten Mails zu beantworten, dann starten Sie entspannter in den Tag. Sport wie Joggen hilft dabei, den Kopf frei zu bekommen und die Gedanken auf den Job einrichten zu können.

  • Schwätzchen

    Erfolgreiche Unternehmerinnen wissen, dass das Einhalten von Deadlines nicht alles ist. Im Business geht nichts ohne das richtige Netzwerken. Mit anderen Worten: Wer sich ausschließlich hinter seinem Schreibtisch versteckt, wird nicht weiterkommen. Im Gegenteil. So startet die Designerin und Unternehmerin Lauren Conrad mit einem Schwatz unter Kollegen in den Tag.

    Während der Arbeitszeit sich mit anderen Menschen auszutauschen helfe ihr dabei, sowohl die nötige Motivation zu bekommen um sich wieder an den Schreibtisch zu setzen, als auch tolle Ideen entwickeln zu können.

    Tipp:

    Sich Zeit nehmen für Kollegen. Statt direkt an den eigenen Arbeitsplatz zu hechten, gönnen Sie sich einen Augenblick und wechseln ein paar Worte mit Ihren Kollegen. Das müssen keine stundenlangen Gespräche sein. Ein paar Minuten können schon reichen, den Grundstein für eine wichtige Verbindung zu legen und eine Beziehung aufzubauen. Studien zeigen, dass Menschen, die Freunde auf der Arbeit haben, um 50 Prozent zufriedener sind und siebenmal so engagiert bei der Arbeit sind.

  • Fokussierung

    Jessica Alba ist nicht nur berühmte Schauspielerin, sondern ist auch Mitbegründerin des Start-ups The Honest Company. Als Mutter zweier Kleinkinder weiß Sie, wie wichtig eine gute Organisation ist. Ihr Geheimrezept: Mehrmals die Woche frühes Aufstehen um 5.15 Uhr.

    Damit Sie überhaupt so früh aus dem Bett kommt, braucht sie einen lauten Wecker und trinkt sie eine ganz besondere Mischung: Starken Kaffee mit Kokosöl. Dann werden die Kinder fertiggemacht und anschließend kommt ein Hot-Yoga-Workout. Später geht es direkt ins Büro. Für sie kommt es bei den ganzen Meetings darauf an, den Fokus auf die wichtigen Dinge zu behalten.

    Tipp:

    Durch die To-Do-Liste gehen und die Toppriorität ausfindig machen, die konsequent verfolgen. Fragen Sie sich: Wenn Sie nur eine Aufgabe am Tag erledigen müssten – welche wäre das? Sich auf eine Sache zu konzentrieren und den Feinschliff anzubringen ist eine Hilfe, um sich von anderen Dingen nicht ablenken zu lassen. Stellen Sie sich das Gefühl von Zufriedenheit vor, wenn Sie am Ende des Arbeitstages diesen Punkt von Ihrer Liste abhaken können.

  • Disziplin

    Aber nicht allen fällt ein dynamischer Einstieg am Morgen so leicht. Karla Paul, Verlagsleiterin Edel Ebooks, gesteht, dass sie um sechs Uhr morgens mehr in die Küche kriecht als läuft. Eher selten gelingt ihr das Ideal, sofort in die Laufklamotten zu schlüpfen und an der Isar entlangzulaufen. Daher geht der erste Griff zum Smartphone. Mit kaum geöffneten Augen werden auf dem Weg in die Küche sämtliche Accounts der sozialen Netzwerke sowie die E-Mail-Postfächer überflogen.

    Die Zeit während ihr Tee zieht, nutzt sie um die dringendsten Anfragen zu beantworten. Das hilft ihr dabei, den Tag neu oder anders zu planen. Dann geht es tatsächlich für eine Dreiviertelstunde kurz zum Hund zurück ins Bett, der Tee wird in Ruhe getrunken und die restliche Zeit mit Lesen verbracht.

    Tipp:

    Seien Sie diszipliniert. Direktes Aufstehen hilft – lassen Sie die Snoozetaste links liegen. Studien zeigen, wer einmal zehn Minuten am Stück wach ist, schläft nicht so leicht wieder ein, selbst wenn er dann wieder ins Bett geht um zu lesen. Letztlich ist ein Hund natürlich auch ein guter Grund, dann doch irgendwann die Federn zu verlassen und frische Luft zu tanken.

  • Prioritäten

    Bei Marissa Mayer, CEO bei Yahoo, startet der Tag gerne mal mit 800 Mails. Für sie ist die erste Stunde im Büro entscheidend: Damit sie sich nicht überwältigt fühlt, arbeitet sie mit verschiedenen Listen. Die erste Liste ist eine Prioritätenliste und enthält ihre täglichen fünf wichtigsten Aufgaben, auf die sie sich konzentrieren will. Eine weitere Liste ist für jede Person, mit der sie zusammenarbeiten wird. Sie enthält die Aufgaben, an denen die Mitarbeiter arbeiten oder was Mayer von ihnen als nächstes erwartet.

    Mayer nummeriert ihre Listen durch, damit sie direkten Überblick über alle Punkte behält. Gleichzeitig weiß sie auch: Wenn nicht alle Aufgaben abgehakt werden können, sollte das nicht stressen. Denn das nimmt viel zu viel Platz ein.

    Tipp:

    Fertigen Sie eine Liste mit drei Punkten an und notieren Sie drei Überschriften: Punkt 1, Punkt 2, Punkt 3: Mitarbeiter. Unter die erste Überschrift schreiben Sie Ihre wichtigsten Aufgaben. Die zweite Überschrift können Sie als eine To-Do-Liste mit eher kleinen Aufgaben nutzen, die als nächstes Ihre Aufmerksamkeit bekommen. Unter die letzte Überschrift packen Sie Ihren Namen und notieren, was Ihre Mitarbeiter am heutigen Tag erreichen sollen. Diese Drei-Punkte-Liste wird Ihren Aufgaben mehr Struktur geben, so dass Sie sich nicht überwältigt fühlen.

  • Ernährung

    Eva Chen, ehemalige Chefredakteurin des Lucky Magazins und nun Head of Partnerships bei Instagram, startet der Tag um 6.30 Uhr, zwischen 9 und 9.30 Uhr erreicht sie das Büro. Ihre erste Amtshandlung dort: Ihre Schreibtischschublade mit gesunden Kleinigkeiten auffüllen. Ihr Credo ist eine gesunde Ernährung. Die helfe, gesund zu bleiben und eine gute Haut zu haben. Das klingt zunächst nicht besonders revolutionär, aber Studien belegen, dass Menschen, die eher zu ungesunden Snacks greifen um 66 Prozent wahrscheinlicher einen unproduktiven Tag haben werden.

    Tipp:

    Unterschätzen Sie nicht die grundlegenden Dinge. Füllen Sie Ihre Schublade mit gesunden Kleinigkeiten wie Obst oder Müsliriegeln, damit Sie darauf zurückgreifen können, wenn Sie gestresst sind oder keine Zeit haben, das Büro zu verlassen. Tanken Sie Körper und Geist, dann haben Sie die nötige Energie, um den Herausforderungen des Tages entgegen zu blicken.

  • Kreativitätsflow

    Auch Sallie Krawcheck, Vorsitzende des Frauennetzwerkes Ellevate Network, weiß wie es ist, eine volle Mailbox vor sich zu haben. Sie findet es wichtig, gegen den Impuls zu steuern, sofort alles zu beantworten. Stattdessen nutzt sie lieber einen Augenblick der Ruhe, um sich auf kreative Aufgaben zu konzentrieren. Das kann ein Brainstorming genauso sein wie eine Aufgabe, die einen neuen Blickwinkel erfordert. Wichtig ist für Krawcheck, dass erst die Kreativität fließen kann, bevor der Alltag startet.

    Tipp:

    Arbeiten Sie zuerst an einer kreativen Aufgabe. Auch wenn das Beantworten von E-Mails und Anrufen zu Tagesbeginn naheliegender erscheint: Es kann Ihrer Kreativität und Ihren Ideen ein Ende setzen, wenn Sie gestresst sind. Ändern Sie stattdessen Ihre Routine und schaffen Sie ein wenig Zeit beiseite, um eine kreative Arbeit in Angriff zu nehmen.

Managerinnen: Eule oder Lerche?

Es sieht ganz so aus, als könne frau als Morgenmuffel nicht weit kommen. Selbst diejenigen, die bekennen, tendenziell lieber später aufstehen zu wollen, lassen den Wecker früh klingeln. Und das hat seinen guten Grund: morgens sind wir am produktivsten. Ganz gleich, womit Sie Ihre Morgenroutine starten, ganz gleich, was Sie im Büro als Erstes erledigen: Je früher, desto besser.

Natürlich spielt auch das Ausgeruhtsein eine Rolle. Daher ist es auch wichtig, Zeit für sich selbst einzuplanen. Das geht morgens umso besser, da einen dann noch keine Alltagshektik ringsherum ablenkt. Morgens um fünf gibt es noch keine Anrufe oder Mails, viele Menschen schlafen noch. Diese Zeit eignet sich gut fürs Musikhören oder Lesen, aber natürlich auch für Sport: Viele Managerinnen machen Yoga, Pilates oder gehen Joggen.

Das Powerfrühstück ist vermutlich eher eine Glaubensfrage. Die einen schwören auf schwarzen Kaffee oder Tee und sonst gar nichts. Die nächsten auf Smoothie und für andere gehört das Müsli mit Früchten und Zeitung zum Tagesbeginn, um ausgeruht planen zu können. Eins haben jedoch alle gemeinsam: Ob mit Sport, Musik, E-Mails checken oder Listen erstellen: Abhetzen und Hektik haben für sie keine Chance im idealen Arbeitsbeginn.

Welche Angewohnheiten haben Sie denn für sich entwickelt, um gut in den Büroalltag zu starten? Vielleicht verraten Sie uns Ihre Tipps!

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
22. November 2016 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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