Metaphorische Gesten: Mit Händen sprechen, macht kreativer

Ab und an werden Menschen gefragt, Ihr Leben mit einer Metapher zu beschreiben. Was, glauben Sie, wird dabei am häufigsten genannt? Genau: Mein Leben ist wie eine Reise (51 Prozent), seltener auch Mein Leben ist wie ein Kampf (11 Prozent). Metaphern werden auch in anderen Lebensbereichen genutzt. Zum Beispiel, wenn wir (kreative) Denkprozesse beschreiben: Zähl Eins und Eins zusammen; auf der Seite…, auf der anderen Seite; blicke über den Tellerrand… Forscher haben jedoch festgestellt: Diese Metaphern haben einen buchstäblichen Kern. Und wer mit Händen spricht, wird kreativer

Metaphorische Gesten: Mit Händen sprechen, macht kreativer

Nutzen Sie öfter metaphorische Gesten!

Als Angela Leung von der Singapore Management Universität sowie Kollegen weiterer Hochschulen in einem Gemeinschaftsprojekt untersuchten, ob Metaphern nur Sprachbilder sind oder gar einen sprichwörtlichen Kern haben, stellten sie bald fest: Sogenannte metaphorische Gesten können unser Denken enorm beeinflussen.

Tatsächlich gibt es für unser dialektisches Denken ein physisches Pendant. Die Redewendung Einerseits/andererseits (englisch: On one hand…on the other hand) zum Beispiel wird gerne dazu genutzt, um ein Problem differenziert oder eben von mindestens zwei Seiten zu betrachten.

Das Prinzip dahinter lässt sich aber auch buchstäblich und körpersprachlich nutzen. So haben Angela Leung und ihr Team herausgefunden: Wer etwa das Symbol für ein Problem physisch erst in die eine Hand und dann in die andere nimmt, bringt sich selbst nicht nur dazu, Dinge aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten – die Gesten sorgen tatsächlich dafür, dass in unserem Geist mehr Ideen aufblitzen.

Das war übrigens auch eine Metapher. Also viel Spaß beim Funkenflug!

[Bildnachweis: iko by Shutterstock.com]
24. August 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.



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