Wer als Hochschulabsolvent in einem Unternehmen ein Traineeship absolviert, hat Ambitionen: Nicht selten werben die Arbeitgeber damit, dass sie so in ihre zukünftigen Führungskräfte investieren. Für die Dauer dieser Ausbildung ist ein Trainee also gut versorgt. Doch was kommt nach dem Trainee-Programm? Gibt es tatsächlich automatisch eine Übernahme? Gerade wenn sich Ihr Trainee-Programm dem Ende zuneigt, sollten Sie Ihre Möglichkeiten kennen, um entsprechend vorsorgen zu können...

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Nach dem Trainee-Programm: Zukunft im selben Betrieb?

Fast die Hälfte aller Unternehmen bieten Hochschulabsolventen ein Trainee-Programm als Einstiegsposition an. Damit ist es nach dem Direkteinstieg die zweithäufigste Möglichkeit, in einem Unternehmen Fuß zu fassen.

Wie diese "Ausbildung nach der Ausbildung" genau abläuft, hängt davon ab, wie ernst der Arbeitgeber seine Pflicht nimmt: In manchen Fällen ist es ein besseres Praktikum, in anderen eine hochwertige Betreuung und exzellente Vorbereitung auf eine Führungsposition im Unternehmen. Je nachdem schwankt die Dauer des Traineeships zwischen 18 und 24 Monaten.

Zeit genug, sich Gedanken darüber zu machen, was Sie nach dem Trainee-Programm machen wollen. Im Idealfall haben Trainees bereits im Vorstellungsgespräch zuvor Ihre Möglichkeiten im Unternehmen sondiert. In einigen Fällen bieten Unternehmen ihren Trainees direkt mit der Einstellung fürs Traineeship einen unbefristeten Arbeitsvertrag an.

Das ermöglicht beiden Parteien Planungssicherheit und ist vor dem Hintergrund sinnvoll, dass Unternehmen im Regelfall viel Zeit und Aufwand in einen Trainee investieren: Sei es, dass ein Mentor zur Seite gestellt wird, Seminare zur Weiterbildung oder gar Auslandsaufenthalte und Coachingangebote Bestandteil des Trainee-Programms sind.

Solche Bedingungen sind vor allem bei größeren Firmen zu finden, die neben einem unbefristeten Vertrag oft eine hohe Übernahmequote haben. So etwa Hubert Burda Media, Sanofi und VNR Verlag für die deutsche Wirtschaft, die bei 90 Prozent oder sogar darüber liegen.

Häufig ist das Arbeitsverhältnis jedoch durch einen befristeten Arbeitsvertrag geregelt, so dass zum Ende der Ausbildung ein Übernahmegespräch ansteht, sofern das Trainee-Programm zufriedenstellend für beide Seiten gelaufen ist.

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Nach dem Trainee-Programm: Chancen auf eine Übernahme

Für diejenigen, die einen befristeten Vertrag haben, kann gleich Entwarnung gegeben werden: In 80 Prozent aller Fälle werden die Trainees nach dem Trainee-Programm übernommen. Manchmal entscheidet der Arbeitgeber nach dem ersten Jahr, ob der Trainee übernommen werden soll, in anderen Fällen legt sich das Unternehmen erst zum Ende des Traineeships fest.

Gerade bei Trainee-Programmen, die maßgeschneidert auf eine Zielposition ausgerichtet sind, ist die Chance einer Übernahme sehr hoch. Achten Sie unbedingt auf regelmäßiges Feedback und dass Ziele definiert werden. Ist beides nicht der Fall, sollten Sie unbedingt Vorsorge treffen.

Weitere Hinweise, inwiefern eine Übernahme realistisch ist, können auch von ehemaligen Mitarbeitern kommen, die Sie nach Ihren Erfahrungen befragen sollten.

Es gibt auch Arbeitgeber, die sich so alle Optionen offen halten: Der Trainee ist von vornherein als günstige Arbeitskraft eingeplant, die nach dem befristeten Arbeitsverhältnis leicht verabschiedet werden kann. Oder es werden mehrere Trainees eingestellt, die gegen Ende des Traineeships um eine Festanstellung konkurrieren.

Sofern Sie noch keinerlei Angebot von Ihrem Arbeitgeber haben, sollten Sie im Falle eines befristeten Vertrags am besten frühzeitig, etwa ein halbes Jahr vor Ablauf, Ihren Arbeitgeber um ein Gespräch bitten. Ein halbes Jahr mag zwar viel erscheinen, aber es gibt Ihnen im Falle des Ernstfalls, nämlich dass Ihnen keine Übernahme angeboten wird, genügend Zeit, sich anderweitig zu bewerben.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch Ihre Meldepflicht bei der Agentur für Arbeit: Spätestens drei Monate vor dem auslaufenden Arbeitsverhältnis sollten Sie sich dort melden, damit Sie eine Sperre durchs Arbeitsamt vermeiden.

Neue Konditionen nach dem Trainee-Programm

Der Abschluss des Trainee-Programms bedeutet eine erneute Zäsur: Sie haben neues Wissen erworben, sind nun kein Trainee mehr. Das sollten Sie sich auf jeden Fall in einem Trainee-Zeugnis bescheinigen lassen, denn auch wenn Sie vom Unternehmen übernommen werden, gehören Arbeitszeugnisse jeglicher Art zu den wichtigen Dokumenten für die Zukunft, auf deren Basis Sie Gehaltsverhandlungen argumentieren können.

So übrigens auch jetzt: das Gehalt ist einer der wichtigsten Punkte für zukünftige Ex-Trainees, schließlich sind Sie kein unmittelbarer Hochschulabgänger mehr. Das sollte sich auch in Ihrem Gehalt niederschlagen. Welche Aussichten auf welche Gehaltsteigerungen möglich sind, ist von dem Ausgangsgehalt, der Branche und der Unternehmensgröße abhängig:

Manche Trainee-Gehälter beginnen mit 12.000 Euro im Jahr; dort sind natürlich ganz andere Steigerungen möglich (und auch nötig), als bei jemanden, der mit 59.000 Euro sein Traineeship gestartet hat. Einige Unternehmen haben von vornherein eine pauschale Summe, um die sich das Gehalt nach dem Trainee-Programm steigert.

Nach dem Trainee-Programm: Welche Abteilung im Unternehmen?

In welcher Abteilung Sie nach dem Trainee-Programm arbeiten, hängt davon ab, welche Ausbildung Sie genossen haben, unterscheiden lässt sich:

  • Generalistisches Traineeprogramm

    Diese Form wird von den meisten Unternehmen angeboten. Dabei lernen die Trainees das Unternehmen und dessen Organisation möglichst umfassend kennen, indem Sie verschiedene Abteilungen durchlaufen. Ziel ist es jemanden auszubilden, der möglichst breit einzusetzen ist. Hier müssen sich Trainees erst am Ende für eine Position in einer Abteilung zu entscheiden. Nicht selten wird dieses Programm durch Schulungen zu Themen, wie Unternehmensführung und -steuerung sowie strategischen Aufgaben flankiert, die die Absolventen zur Nachwuchsführungskraft qualifizieren.

  • Fachspezifisches Traineeprogramm

    Hochschulabsolventen, die einen Schwerpunkt gewählt haben und genau wissen, wo es lang gehen soll, sind geeignet für dieses Traineeship. In diesem Programm werden die Trainees noch einmal zur hochqualifizierten Fachkraft mit Spezialwissen ausgebildet - zum Beispiel im Marketing, Vertrieb oder Controlling. Dazu durchlaufen sie während des Programms zwar nicht so viele Abteilungen wie in einem generalistischen Trainee-Programm, aber spezielle mit ihrer Abteilung zusammenhängende Fachstationen. Sie lernen so die jeweiligen Kompetenzen, Prozesse und Herausforderungen ihres Fachgebiets kennen.

Jobwechsel nach dem Trainee-Programm

Wer einen Vertrag hat, der auf die Zeit des Trainee-Programms befristet ist, muss sich anschließend lediglich um Bewerbungen kümmern - sein Vertrag läuft automatisch aus.

Manche ehemaligen Trainees können zurecht auf sich stolz sein, wenn Sie das Traineeship absolviert haben, obwohl es ein täglicher Kampf war. In solchen Fällen ist eine Übernahme beziehungsweise Verbleib im Betrieb eher nicht geplant.

Sofern Sie also einen unbefristeten Vertrag haben sollten und einen Jobwechsel anstreben, können Sie üblicherweise wie jeder Arbeitnehmer kündigen und sich anderweitig bewerben.

Allerdings sollten Sie zuvor unbedingt die exakten Konditionen Ihres Arbeitsvertrages checken: Unter Umständen befindet sich dort eine Klausel, die eine ordentliche Kündigung unmittelbar nach dem Trainee-Programm unterbindet.

Denn Unternehmen haben zunächst einmal ein Interesse daran, einen gut qualifizierten Arbeitnehmer zu halten, da sie viel Zeit und Geld in die Einarbeitung, Mentoring und Weiterbildung investiert haben. Wer hier nach zu kurzer Zeit kündigt, muss unter Umständen für die Kosten der Fortbildungen selbst aufkommen.

Planen Sie das Unternehmen eher zu verlassen, ist das nur über eine Einigung mit Aufhebungsvertrag möglich.

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