Das Jahr neigt sich zu Ende - und es war in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Die Vielzahl an berühmten Persönlichkeiten, die oftmals vor ihrer Zeit gestorben sind, machen den Menschen auch ihre eigene Vergänglichkeit bewusst. Die großen Feiertage stehen vor der Tür, Zeit der Besinnlichkeit, aber zuvor für viele auch Zeit der Hektik. Vielleicht nehmen Sie sich einen Augenblick für einen Kassensturz: Wie sieht es eigentlich bei Ihnen persönlich aus? Was hat dieses Jahr für Sie bedeutet? Haben Sie das erreicht was Sie wollten? Sind Sie zufrieden? Haben Sie gut für sich gesorgt? Häufig gehen wir mit uns selbst hart ins Gericht. Aber warum eigentlich? Haben Sie nicht auch ein bisschen Nachsicht und Entspannung verdient? Seien Sie netter - zu sich selbst! Wie? So...

Netter zu sich selbst: Mit System

Toleranz und Akzeptanz, das sind schöne Begriffe, die wir gerne auf andere anwenden: Wir üben uns in Nachsicht, wenn jemand etwas Dummes gemacht hat. Auch bei Kollegen - ein kleiner Fehler ist doch halb so wild. Aber oftmals sind wir uns selbst gegenüber nicht so gnädig. Gerade sensiblere Menschen haben häufig zu hören bekommen, dass sie härter sein müssten, also wurden sie härter. Und das sich selbst gegenüber.

Dabei ist es ein alter Hut: Wie soll man andere Menschen lieben können, wenn man sich selbst nicht liebt? Und das Gleiche gilt auch fürs Verzeihen. Fürs Nettsein. Einfach mal ein bisschen achtsamer mit sich selbst umgehen, hineinhorchen, ob alles in Ordnung ist.

Wie hat sich denn Ihr Leben in letzter Zeit auf der Arbeit gestaltet? Reflektieren Sie, waren Sie häufig krank? Haben Sie sich gesund ernährt? Häufig gelangt man zu der Erkenntnis, dass es noch Optimierungsspielraum gibt. Gerade auch das ist ein Vorhaben, was gerne ins neue Jahr geschoben wird: Nächstes Jahr höre ich auf zu rauchen, werde ich mich gesünder ernähren, werde ich mehr Sport machen - Sie können auch ganz leicht jetzt schon anfangen. Es gibt einige hilfreiche Anstöße dafür:

  • Abwehrkräfte stärken

    Jeder weiß: Gerade in der kalten Jahreszeit ist es wichtig, zwischendurch nach draußen zu kommen und Ihr Immunsystem zu kräftigen. Die Heizungsluft ist alles andere als gesund, Klimaanlagen erweisen sich teilweise sogar als Virenschleudern. Aber auch wenn Sie in letzter Zeit lange im Büro waren und wenig an die frische Luft gekommen sind - es gibt genügend Möglichkeiten, dennoch die Abwehrkräfte zu stärken.

    Tipp

    • Beispielsweise, indem Sie sich gesunde Kleinigkeiten mit zur Arbeit nehmen. Zur gesunden Ernährung gehört ebenfalls, dass Sie nach Möglichkeit Ihr eigenes Essen zubereiten oder ebenfalls mitbringen.
    • Trinken Sie viel Wasser. Das hat keine Kalorien und hilft Ihnen bei der Konzentration.
    • Strecken Sie sich zwischendurch. Oder wie ein Physiotherapeut einst sagte: Die beste Position ist die nächste! Stundenlanges auf den Bildschirm starren ist weder für die Augen noch für die Nackenmuskulatur besonders gut. Falls möglich, beantworten Sie beispielsweise Mails im Stehen.
    • Nutzen Sie jede Möglichkeit zur Bewegung: Nehmen Sie Treppen statt des Aufzugs. Fahren Sie mit dem Fahrrad zur Arbeit, nutzen Sie die Mittagspause für Yoga oder anderes Workout.

  • Warnsignale beachten

    Hören Sie auf die Warnsignale. Wenn Sie merken, dass Sie sich überarbeiten und einem Burnout nahe sind, ziehen Sie ein Gespräch mit Ihrem Chef in Erwägung. Natürlich bedarf es eines offenen Gegegenübers dafür. Aber machen Sie nicht den Fehler zu denken: Nur weil Ihr Chef Ihnen Ihre Überarbeitung nicht angesehen hat, wäre es ihm oder ihr gleichgültig. Sie können die Arbeit oftmals nicht einschätzen und letztlich ist es an Ihnen, entsprechend die Reißleine zu ziehen.

    Tipp

    Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie sich:

    • Wie lange fühle ich mich bereits so? Jeder hat mal einen schlechten Tag, aber wenn Sie sich bereits seit Wochen schlecht fühlen und Sie der Gedanke an ein neues Projekt normalerweise mit freudiger Aufregung erfüllt hätte, Sie nun aber nur noch abschreckt, kann das ein Indiz sein.
    • Gab es ein bestimmtes Vorkommnis? Für gewöhnlich gibt es einen Auslöser, den man zurückverfolgen kann, wo alles anfing.
    • Habe ich mich schon einmal so gefühlt? Wenn Sie sich nicht erinnern können, dass es jemals diese (negative) Qualität hatte, dann spricht einiges dafür, dass Sie nicht nur eine schlecht Woche erwischt haben.

  • Stress einordnen

    Stress ist eine normale Begleiterscheinung, mal mehr, mal weniger. Es gibt auch positiven Stress und letztlich kann er uns bei der Arbeit antreiben. Kritisch wird es allerdings, wenn Stress zur Dauerbegleiterscheinung wird. Fällt man dann in schädliche Verhaltensweisen zurück, führt das dazu, dass die Leistungsfähigkeit immer mehr abnimmt. Im Gegenzug fühlen viele Menschen sich unter Druck gesetzt und der Stress nimmt Überhand. Machen Sie sich bewusst, dass Wohlbefinden ein Zusammenspiel aus vielen Bereichen ist:

    • Körperliche,
    • soziale,
    • spirituelle,
    • intellektuelle,
    • finanzielle,
    • emotionale und
    • umweltbedingte

    Aspekte spielen eine Rolle. Anders gesagt: Wenn diese Bereiche im Einklang sind, geht es Ihnen gut. Natürlich kann hin und wieder ein Bereich eher unterrepräsentiert sein. Wichtig ist, dass Sie nicht gegen eine dauerhafte Schieflage ankämpfen müssen. Wenn es jemandem beispielsweise körperlich schlecht geht, er emotional keine Unterstützung findet, womöglich arbeitslos ist und außerdem jegliche Hoffnung verloren hat, dann liegt ein Extremfall vor, der die meisten Menschen sehr stressen dürfte.

    Tipp

    Für viele mag es ein Ding der Unmöglichkeit sein, sich ausgerechnet dann, wenn sie sich am meisten gestresst fühlen, ein paar Minuten freizuschaufeln. Tatsächlich ist es aber eine Frage des Zeitmanagements.

    • Nehmen Sie Ihren Terminplan einmal genau unter die Lupe und schauen, wo Luft ist? Die Lücken, die Sie finden, füllen Sie auch mit Kleinigkeiten, angefangen über Banalitäten wie Zähne putzen, Duschen, Mahlzeiten kochen. Wenn Sie selbst dafür keine Zeit haben, wie wollen Sie für bedeutendere Dinge genügend Zeit aufbringen?
    • Bemühen Sie sich um eine Balance zwischen den oben genannten sieben Bereichen: Treffen Sie Ihre Freunde, machen Sie Sport, nehmen Sie an Veranstaltungen teil. Wichtig ist, dass Sie einen Ausgleich zur Arbeit haben.

  • Schlaf sicherstellen

    Ein gesunder, ungestörter Schlaf trägt ebenfalls zum Wohlbefinden und zur Leistungsfähigkeit bei. Andersherum sind unausgeschlafene Menschen häufig gereizt, haben Schwierigkeiten, sich Dinge zu merken und machen Fehler. Unabhängig davon, ob Sie eher ein Frühaufsteher oder eine Nachteule sind, gibt es ein gesundes Mittelmaß. Sieben bis acht Stunden Nachtruhe ist die Zeit, die der Mensch üblicherweise braucht, um sich von seinem Alltag zu erholen. Wenn das auf Dauer nicht gewährleistet wird, beispielsweise aufgrund von Schlafstörungen, greift das Ihre Widerstandskraft an.

    Tipp

    Unterschätzen Sie nicht die Kraft des Ausgeschlafenseins. Tatsächlich lassen uns Sprüche wie

    Schlafen kannst du noch, wenn du tot bist

    daran zweifeln, ob es denn wirklich immer so viel sein muss. Aber bedenken Sie genauso gut auch das Gegenteil: Wenn es darum geht, beispielsweise Probleme anzugehen, etwas zu lösen, dann soll das auch nicht übers Knie gebrochen, sondern gut durchdacht werden. Dafür gibt es auch eine gute Redensart: Eine Nacht über etwas schlafen.


  • Krankheit auskurieren

    Im Krankheitsfall sind viele Arbeitnehmer offenbar immer noch zwischen Pflichtbewusstsein einerseits und Krankheitsgefühl andererseits hin- und hergerissen. Dabei wird seit Jahren darauf hingewiesen, dass niemandem damit gedient ist, wenn der Arbeitnehmer krank ins Büro kommt. Eine ungesunde Mischung aus Märtyrertum und sozialem Druck führt dennoch dazu, dass viele Menschen noch krank arbeiten gehen.

    Tipp

    • Bleiben Sie Zuhause! Kurieren Sie sich aus. Nicht nur, dass Sie andere Kollegen (oder Mitmenschen im Bus, Fahrgemeinschaften, der U-Bahn...) anstecken - Sie tun sich keinen Gefallen damit. Für gewöhnlich dauert der Gesundungsprozess deutlich länger als wenn Sie im Bett geblieben wären. Schlimmstenfalls verschleppen Sie eine Infektion und schlagen sich kurz darauf wieder damit herum.
    • So gut Bewegung auch tut: Joggen und körperlich anstrengende Sachen sollten in dieser Zeit ruhen! Tatsächlich gehen große Anstrengungen eher auf den Herzmuskel. Spaziergänge sind in Ordnung, wenn Sie sich fit genug fühlen - aber erzwingen Sie nichts!

Bedenken Sie: Auch wenn Sie viel Arbeit zu erledigen haben - letzten Endes ist es ein Arbeitsplatz, aber nicht Ihr Leben. Oder anders ausgedrückt: Sie sollten nicht Ihre Gesundheit für die Arbeit aufs Spiel setzen.

[Bildnachweis: marvent by Shutterstock.com]

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, erzählen Sie es weiter...