8 Ordnungsmythen, die Sie vergessen sollten

Gute Organisation bedeutet nicht unbedingt, alle Dokumente in farbige Ordner zu sortieren – vielmehr ist es eine Denk- und Handlungsweise. Die Ordnung sollten Sie dabei nicht als störend oder anstrengend empfinden, sie darf keinen inneren Widerstand auslösen. Menschen nehmen die Unordnung in ihrer Umgebung auf unterschiedliche Weise wahr. Was für den einen das absolute Chaos ist, findet der andere noch vollkommen akzeptabel. Wenn es um Ordnung geht, gibt es viele Meinungen. Wir gehen einigen weit verbreiteten Ordnungsmythen auf den Grund…

8 Ordnungsmythen, die Sie vergessen sollten

Von Ordnungsmythen zur systematischen Ordnung

Das Motto Ordnung ist das halbe Leben haben Sie bestimmt schon mal gehört. Es ist das Lebensmotto von vielen Ordnungsfanatikern, die alles und überall im Griff haben müssen – Kontrollfreaks par excellence. Bei ihnen am Arbeitsplatz und in der Wohnung herrscht die scheinbar ideale Ordnung, alles liegt und steht genau dort, wo es hingehört. Und wehe, etwas wird nicht an den richtigen Platz gestellt! Damit schaden sie aber sich selbst und auch den Menschen in der Umgebung – sie versuchen, alles und jeden ständig zu kontrollieren.

Es gibt auch Menschen, die das Chaos brauchen. Es gehört zu ihrem Leben, sie besitzen keine Lebensorganisation und sind glücklich damit. Sie sind spontan und offen für neue Erfahrungen. Indem sie jeden Tag nach ihren Schlüsseln suchen und die ganze Wohnung auf den Kopf stellen, verschwenden sie zwar wertvolle Zeit, aber sie kennen es meistens nicht anders – und es stört sie auch nicht sonderlich.

Das sind die zwei Extreme, die beim Thema Ordnung genannt werden sollten – beide sind nicht frei von Vorurteilen und haben ihre Schwierigkeiten im Alltag.

Was Ordnung für jeden einzelnen bedeutet, ist sehr individuell, jeder muss seine goldene Mitte zwischen diesen beiden Extremen finden – den eigenen Wohlfühlpunkt.

Systematische Ordnung ist hier das Stichwort. Einige von Ihnen werden diesen Begriff mit viel Arbeit und Mühe verbinden, Sie können aber beruhigt sein: Niemand erwartet, dass Sie Stunden Ihrer Freizeit damit verbringen, aufzuräumen – es reichen tatsächlich nur wenige Minuten pro Tag. Die Ordnung wird dann zwar nicht sofort sichtbar – je weniger Zeit Sie sich jeden Tag nehmen, desto länger brauchen sie für ein sichtbares Ergebnis – aber mit der Zeit schleicht sich Systematik in den Alltag ein und wird zur Gewohnheit.

Ordnungsmythen: Diese 8 bitte vergessen

Bei den Worten Organisation und Ordnung stellen sich einigen Menschen spontan die Nackenhaare auf – es erinnert sie an die Kindheit, als sie gezwungen wurden, das eigene Zimmer aufzuräumen. Dieser Zwang zur Ordnung spiegelt sich zum Teil in den verbreiteten Ordnungsmythen wieder.

Die eine Ordnung gibt es aber nicht, sie sollte an die eignen Bedürfnisse und an das eigene Leben angepasst werden. Nur so sind Sie in der Lage, Ihr eigenes Ordnungssystem zu finden. Um dabei zu helfen, sollte zunächst mit einigen Ordnungsmythen aufgeräumt werden:

  1. Es gibt eine ideale Ordnung

    Auch wenn es schön wäre: Es gibt kein universelles Mittel, Ordnung zu schaffen, das bei jedem gleichermaßen funktioniert. Vielleicht hat Ihr Kollege ein tolles System entwickelt, mit dem er immer alles wiederfindet, doch für Sie wäre diese Methode einfach nicht geeignet.

    Wie Sie sortieren, aufräumen oder welches System Sie benutzen, muss nur Ihre eigenen Anforderungen erfüllen. Das Streben nach einer idealen Ordnung hindert sogar einige Menschen daran, mit dem Aufräumen zu beginnen. Solange Ihre Ordnung für Sie funktioniert, kann die Suche nach der idealen Ordnung sogar eher problematisch sein und dazu führen, dass die Dinge durcheinander geraten..

  2. Ordnung zu schaffen – das geht schnell

    Schon als Kind musste man meist feststellen, dass das Aufräumen weitaus länger dauert, als man gedacht hat. Egal, worum es sich handelt: Je länger etwas liegen geblieben ist, desto länger wird es dauern, Ordnung zu schaffen. Dokumente, Fotos, Kleidung… Was seit Monaten oder gar Jahren unsortiert in Kisten gelagert wurde, wird nicht innerhalb von einer halben Stunde aussortiert und geordnet werden können.

    Der beste Weg ist daher regelmäßige Ordnung, ist es aber erst einmal soweit gekommen, sollte man vor der großen Aufräumaktion zunächst ein System ausmachen. Die Kleidung wird nach Altkleidern und Stücken, die man behalten will, in zwei Stapel aufgeteilt. Die Fotos beispielsweise nach deren Alter. So können Sie Schritt für Schritt vorgehen und Ordnung schaffen – auch wenn es trotzdem ein Mythos ist, dass es schnell geht.

  3. Ordnung hält lange an

    Ein Ordnungssystem einzuführen oder Unterlagen zu sortieren, ist zunächst eine einmalige Sache. Die wirklich schwierige Aufgabe liegt jedoch darin, diese Ordnung auch langfristig zu halten.

    Am besten gelingt dies, indem die Ordnung zur Gewohnheit wird. Legen Sie feste Zeiten fest, an denen Sie für Ordnung sorgen und sorgen Sie für, indem Sie Dinge erst gar nicht lange am falschen Platz liegen lassen.

  4. Ordnung ist schwierig

    Sieht man einen Ordnungsfanatiker in seinem Element, kann man schnell den Durchblick über all die Regeln und Prinzipien seiner Ordnung verlieren. Aber eigentlich ist es viel leichter als man denkt. Die Grundregel, an die Sie sich halten müssen, lautet: Suchen Sie sich für alles einen Platz und sorgen Sie dafür, dass es auch dort zu finden ist.

    Sollte die Unordnung dann doch einen kritischen Zustand erreichen – wenn Sie sich etwa unwohl fühlen – können Sie durch das einfache System jederzeit wieder für Ordnung sorgen und jeden Gegenstand wieder an seinen angestammten Platz zurückbringen – sowohl am Arbeitsplatz als auch in den eigenen vier Wänden.

  5. Organisation ist ein angeborenes Talent

    Nein, hier brauchen Sie nicht die richtigen Gene, sondern nur Zeit und Disziplin. Fangen Sie mit dem Aufräumen an und stellen Sie einen Timer beispielsweise auf eine halbe Stunde. Klingelt es, können Sie noch einsortieren, was Sie gerade in der Hand haben, und hören dann auf. Halten Sie sich an einen solchen Ablauf und wenden ihn regelmäßig an, werden Sie – ganz unabhängig von angeborenem Talent – ordentlicher sein.

  6. Neue Ordnung braucht neue Möbel

    Ordnung wird durch ein System aufrecht gehalten. Kaufen Sie einen Schrank, ohne ein Ordnungssystem zu haben, wird er nach kurzer Zeit genauso zugemüllt, wie alles andere. Bevor Sie also in ein Möbelladen eilen, sollten Sie erst überlegen, ob es überhaupt sinnvoll und notwendig ist.

    Vielleicht ist es stattdessen angebracht, einige Dinge auszusortieren und den bereits vorhandenen Stauraum besser zu nutzen. So können Sie sich gleich von einigen Altlasten trennen, anstatt diese nur von einem Schrank in einen anderen zu räumen.

  7. Hauptsache ich weiß, wo alles liegt

    Grundsätzlich stimmt das zwar, doch ob es Ihnen gefällt oder nicht, Menschen bilden sich ihre Meinung, wenn sie sich Ihren Arbeitsplatz oder Ihre Wohnung ansehen. Außerdem sollten Sie es nicht riskieren, wichtige Dokumente für alle sichtbar liegen zu lassen.

    Brauchen Sie Unterlagen nicht mehr, sollten Sie sich direkt überlegen, wohin diese gehören – in einen Ordner oder in den Papierkorb. Nehmen Sie sich beispielsweise jeden Tag 15 Minuten vor dem Feierabend Zeit, um aufzuräumen – das sorgt nicht nur für Ordnung, sondern macht auch den Beginn des nächsten Tages angenehmer.

  8. Das alles funktioniert bei mir nicht

    Der wahrscheinlich beliebteste Mythos: Bei mir funktioniert das einfach nicht… Eine tolle Ausrede, aber eben nur ein Mythos, denn wer wirklich will, wird seine individuelle Methode zur Ordnung schon finden. Alle anderen verstecken sich weiterhin hinter solchen Ausreden.

[Bildnachweis: Syda Productions by Shutterstock.com]
22. August 2017 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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