Mit diesen Psychotricks steigern Sie Ihre Motivation

Schon wieder null Bock? Dagegen könnte Kaffee helfen, oder eine dezente Drohung des Chefs, oder eine bedrohlich nahe Deadline. Unsere Motivation ist von vielen Faktoren abhängig. Wir können sie aber auch selbst beeinflussen. Dabei spielen Farben eine Rolle, Menschen, Tiere, Gedanken und Töne. Karrierebibel zeigt Ihnen 5 Psychotricks, mit denen Sie Ihre Motivation steigern

Mit diesen Psychotricks steigern Sie Ihre Motivation

Motivation: Psychologisch wertvoll

Kleine Psychotricks helfen uns – im Vorstellungsgespräch, bei der Gehaltsverhandlung, natürlich auch im Blind Date. Aber es müssen gar nicht immer die anderen sein, die wir bewusst hinters Licht führen. Wir können uns auch selbst manipulieren – und motivieren.

Karrierebibel zeigt Ihnen fünf Psychotricks, die mehr Motivation aus Ihnen herauskitzeln…

5 Psychotricks, mit denen Sie Ihre Motivation steigern

  1. Bildschirmhintergrund

    Rot ist gefährlich, blau beruhigend, grün hoffnungsvoll – unterschiedliche Farben transportieren unterschiedliche Emotionen. Fragen Sie mal einen Stier!

    Tatsächlich färben Farben auch auf unsere Leistungskraft und Motivation ab. Laut Ravi Mehta und Rui Zhu von der University of British Columbia in Vancouver macht uns ein roter Bildschirmhintergrund aufmerksamer, wacher.

    Die kanadischen Probanden schnitten im Gedächtnistest besser ab, wenn sie ihn vor einem roten Bildschirmhintergrund absolvierten. Wer dagegen vor einem blauen Monitor saß, konnte Probleme kreativer lösen. Auch Spielzeug, das die Probanden aus blauen Elementen formten, bestach durch seine Kreativität. Das rote Spielzeug war zweckmäßiger.

    Die Wissenschaftler führen die Ergebnisse darauf zurück, dass die Farbe Rot mit Gefahr assoziiert wird. Stoppschild, Fliegenpilz, roter Knopf. Blau hingegen ist die Farbe der Ruhe, Harmonie und Ausgeglichenheit.

    Folglich aktiviert rote Farbe das, was die Forscher eine aktive Vermeidungshaltung nennen. Gefahren sichten und vermeiden. Blau hingegen gebe einem das Gefühl von Sicherheit. Das wiederum fördere – ganz unbewusst – mutige Innovationen.

    Der Ratschlag müsste demnach lauten: Wählen Sie am besten einen blauen Screen – oder malen Sie Ihre Wand blau an


  2. Hawthorne-Effekt

    Den Hawthorne-Effekt kennt jeder, ohne es zwingend zu wissen. Ein Szenario: Sie joggen durch den Park und laufen auf der letzten Rille, prusten und hecheln wie ein Straßenköter. Plötzlich kommt Ihnen eine Gruppe junger Menschen entgegen. Vital, sportlich, attraktiv. Was tun Sie? Sie mobilisieren Ihre letzten Kräfte und hüpfen wie ein junges Reh an der Gruppe vorbei, nur um nach der nächsten Biegung das Tempo wieder zu verlangsamen. Dahinter steckt der Hawthorne-Effekt. Er besagt grob: Unter Beobachtung verhalten wir uns anders als alleine.

    Oder auf der Toilette: Wer alleine ist, geht auch schon mal dezent am Waschbecken vorbei (zumindest die Männer). Ist der Vorgesetzte auch vor Örtchen, wird man sich das Malheur eher nicht erlauben. Oder am Handy: Alleine telefoniert es sich gleich viel angenehmer als unter der Beobachtung des Sitznachbarn. Oder etwa nicht?

    Um es wissenschaftliche auszudrücken: Arbeitsleistungen sind nicht alleine von objektiven Faktoren abhängig, sondern auch von sozialen. Soziale Kontrolle schärft unsere Sinne, unsere Konzentration, motiviert uns, Fehler zu vermeiden.

    Damit wäre der Hawthorne-Effekt ein Argument gegen Einzelbüros und für Großraumbüros. Wir arbeiten, weil wir beobachtet werden und nach Anerkennung lechzen. Ob darunter gleichzeitig die Kreativität leiden könnte, steht auf einem anderen Blatt…


  3. Natürliche Umgebung

    Die Natur – für viele Büroarbeiter ein Sehnsuchtsort. Der Duft von Flieder und Lavendel, dazwischen Vogelgezwitscher und … Welchen Effekt hätte es, wenn man den Bürostuhl beizeiten einfach nach draußen stellen würde?

    Das wollten auch Forscher der TU München wissen. Sie befragten insgesamt 300 Schüler, die von 2014 bis 2016 an den sogenannten Forscherwochen im Berchtesgadener Land teilgneommen hatten. Naturwissenschaftlicher Untericht, viele Experimente, meist draußen in der freien Natur.

    „Die Grundbedürfnisbefriedigung beim Unterricht im Freien ist signifikant höher als im Klassenzimmer“, so eines der offiziellen Resultate. Vor allem Erfolgserlebnisse steigerten beim Unterricht im Freien die Motivation. Outdoor-Unterricht fördert demnach auch die intrinsische Motivation. Die Schüler sind begeisterungsfähiger, wenn sie im Grünen an den Stoff herangeführt werden.

    Nun handelte es sich hier zugegebenermaßen um eine ganz spezielle Situation. Schüler, die etwas über Naturwissenschaften lernen sollen (und wollen), sind im Freien gut aufgehoben, das ist plausibel. Ob die Resultate eins zu eins auf Buchhalter oder Berater übertragbar sind — zweifelhaft.

    Aber möglicherweise ist der Outdoor-Ansatz ja auch für Büromenschen eine gute Idee. Im Frühling oder Sommer – wenn möglich – gerne mal ausprobieren…


  4. Kopfhörer

    Ein Jogger ohne Kopfhörer im Ohr – das ist heutzutage schon fast ein Kuriosum. Offenbar aus gutem Grund. Vor allem schnelle Musik motiviert Sportler, verlängert ihr Durchhaltevermögen.

    Laut Wissenschaftlern des Texas Tech University Health Sciences Center trainieren Freizeitsportler, die während des Laufband-Workouts Musik hören, zehnmal länger als ihre Sportkameraden, die auf Beschallung verzichten. Musik lenkt ab und erleichtert auch harte Trainingseinheiten.

    Einen positiven Effekt können auch langsame Stücke haben. Bei Ausdauersportarten wie Skilanglauf oder Nordic Walking spielt das sogenannte Entrainment eine Rolle, die Synchronisation. Ein Rhythmus kann helfen, Lauftempo und Musik gewissermaßen zu synchronisieren. Hin und her, und hin, und her, und hin, und her…

    Wer sich besonders pushen will, hört motivierende Tracks. Bestes Beispiel: Eye of the Tiger. Sie machen die sportliche Leistung zwar nicht besser, bringen Menschen aber dazu, mehr Risiken einzugehen (vor allem Männer). Das haben Forscher aus Frankfurt und München herausgefunden.

    Im übrigen ist Musik nicht nur für sportive Menschen eine Motivationsbooster. Unter bestimmten Umständen macht Hintergrundmusik auch im Büro produktiver…


  5. Memento Mori

    Die Terror-Management-Theorie besagt, dass uns der Gedanke an den Tod eine Heidenangst einjagt. Sie lähmt uns. Totale Paralyse. Wir reagieren darauf mit Flucht oder Verdrängung.

    Der Gedanke an die Ewigkeit ist nicht gerade motivierend. Oder ist es in Wahrheit genau anders herum?

    Mehrere Studien haben im Laufe der Jahre gezeigt, dass Todesgedanken eigentlich eine gute Sache sind. Sie zwingen uns dazu, Ziele und Werte zu priorisieren. Sie motivieren uns, zum Beispiel zu gesünderer Ernährung. Nach einer Untersuchung der Uni Leipzig verhalten wir uns umweltfreundlicher und nachhaltiger, wenn wir regelmäßig an den Tod denken.

    Das funktioniert sogar unterbewusst. Bei einem Experiment testeten Forscher die Hilfsbereitschaft von Passanten. Ein Schauspieler ließ dafür sein Notebook fallen. Ergebnis: Die Passanten eilten öfter zur Hilfe, wenn sie sich in der Nähe eines Friedhofs aufhielten. Ein Block weiter, kein Friedhof mehr in Sicht, sank die Zahl der Helfer um 40 Prozent. Offenbar hatte das Bewusstsein um die eigene Vergänglichkeit die Menschen zu gegenseitiger Hilfe animiert.

    Memento mori als Motivationsspritze – darauf hatte bekanntlich auch schon Apple-Vordenker Steve Jobs vertraut. Bei seiner legendären Stanford-Rede sagte er: „Der Tod ist vermutlich die beste Erfindung des Lebens. Er ist der Motor des Wandels. Er räumt mit Altem auf, um Platz zu schaffen für Neues.“ Und weiter: „Ihre Zeit ist begrenzt, also vergeuden Sie sie nicht.“

[Bildnachweis: Dean Drobot by Shutterstock.com]
10. März 2018 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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