Schlechte Beurteilung? Muss manchmal sein…

Die meisten Arbeitnehmer zielen darauf ab, irgendwann einmal die Position einer Führungskraft zu bekleiden. Mehr Verantwortung übernehmen, selbstständige Entscheidungen treffen, ein größeres Mitspracherecht und nicht zuletzt natürlich eine bessere Bezahlung. In den Aufgabenbereich eines Vorgesetzten fallen jedoch nicht nur spannende und herausfordernde Projekte, sondern auch einige unliebsame Aufgaben. Eine davon: schlechte Beurteilungen. Es gibt wahrlich schönere Punkte auf der ToDo-Liste, als einem Mitarbeiter zu sagen, dass er in letzter Zeit eher unterdurchschnittliche Leistungen erbracht hat. Doch manchmal muss es trotzdem sein…

Schlechte Beurteilung? Muss manchmal sein...

Warum muss eine schlechte Beurteilung sein?

Mitarbeiter und Angestellte würden oftmals gleichermaßen gerne auf schlechte Beurteilungen verzichten. Die Situation ist angespannt, das Thema ist heikel und wenn man nicht aufpasst, wird aus einem negativen Feedback schnell ein Problem für das Arbeitsklima. Dies gilt besonders dann, wenn die Mitarbeiter das Gefühl haben, zu Unrecht eine schlechte Beurteilung zu erhalten. Genau an dieser Stelle gehen die Meinungen nicht selten auseinander.

Nicht jeder Angestellte bringt dauerhaft Bestleistungen. Das ist normal und verständlich, doch stellt der Vorgesetzte fest, dass die Ergebnisse über einen längeren Zeitraum nicht stimmen, muss dies auch angesprochen werden. Dafür sprechen gleich mehrere Gründe:

  • Sie ist ehrlich. Ist die negative Beurteilung tatsächlich gerechtfertigt, ist sie schlichtweg ehrlich – und in einem Arbeitsumfeld, indem Vertrauen herrschen sollte, muss man die Wahrheit ansprechen können. Das mag nicht immer angenehm sein, doch bringt es niemanden weiter, wenn die Dinge immer nur schön geredet werden.
  • Sie kann motivieren. Eine negative Beurteilung kann wie ein Weckruf wirken, der an die Motivation appelliert. Die Konzentration hat nachgelassen, die Arbeit hat darunter gelitten. Die Kritik kann die Augen öffnen und die Leistung wieder verbessern.
  • Sie kann weitere Fehler verhindern. Manchmal muss man frühzeitig eingreifen, um Schlimmeres zu verhindern. Droht ein Projekt aufgrund einer schlechten Einzelleistung zu scheitern, muss mit dem betroffenen Mitarbeiter darüber gesprochen werden.

So machen Sie auf gute Leistungen aufmerksam

Viele Arbeitnehmer sind mit einer schlechten Beurteilung nicht einverstanden. Stattdessen habe der Chef die eigenen guten Leistungen nur nicht bemerkt. Im Zweifelsfall kann das sogar stimmen, doch bleibt dann immer noch eine Teilschuld, denn die Frage bleibt: Wieso hat der Vorgesetzte es nicht mitbekommen? Wenn man einen Erfolg verbuchen konnte, sollte der Chef immer auch davon erfahren.

Wie Ihnen das gelingt, erfahren Sie in diesen Artikeln:

Schlechte Beurteilung: Tipps für Vorgesetzte

Es gehört für Vorgesetzte zwar dazu, doch den meisten fallen schlechte Beurteilungen dennoch schwer. Man möchte niemandem vor den Kopf stoßen und schon gar nicht möchte man durch die Aussprache der Kritik die letzte Motivation des Mitarbeiters zunichte machen. Damit das gelingt, haben wir drei Tipps für Vorgesetzte:

  1. Bleiben Sie freundlich

    Eine schlechte Beurteilung sollte niemals in eine Schimpftirade ausarten. Bleiben Sie freundlich und professionell, selbst wenn die Leistungen der Vergangenheit eher ein Grund wären, um frustriert den Kopf zu schütteln. Durch Ihr Verhalten tragen Sie maßgeblich zur Atmosphäre des Gesprächs bei.

  2. Liefern Sie Erklärungen

    Mit einem Ihre Leistungen waren nicht ausreichend ist es bei einer schlechten Beurteilung nicht getan. Wichtig ist es, genauer zu beschreiben, an welchen Stellen und Aufgaben es gemangelt hat, welche Ziele nicht erreicht wurden und wie sich das auf die Ergebnisse ausgewirkt hat.

  3. Machen Sie Vorschläge

    Neben der Kritik gehört zu jeder schlechten Beurteilung immer auch der Blick nach vorne in Form von Vorschlägen. Was kann in Zukunft geändert werden, wie wollen Sie als Chef den Mitarbeiter unterstützen? So übernehmen Sie Verantwortung und zeigen, dass Sie den Mitarbeiter nicht im Stich lassen.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
23. Mai 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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