Von Seinfeld finanziellen Erfolg lernen

Jerry Seinfeld ist in Übersee ein Comedy-Gott. Seine Zunge ist spitz, seine Gags pointiert, sein Erfolg nahezu unermesslich. Und sein Bankkonto dürfte – nach allem, was wir wissen – äußerst gut gefüllt sein. Wie hat er das geschafft? Ganz einfach: Er treibt sich selbst unentwegt an, mit einem simplen Trick. Wir sagen Ihnen, welcher das ist…

Von Seinfeld finanziellen Erfolg lernen

Seinfeld: Finanziell abgesichert

In Deutschland war die Sitcom Seinfeld in den 90ern eher ein komödiantisches Mauerblümchen, in den USA brach sie alle Rekorde. Patron und Namensgeber Jerry Seinfeld brachte sie Ruhm, Ehre und einen Topf voll Gold. Allein im im Jahr 1998 strich Seinfeld nach Medienüberlieferungen 267 Millionen Dollar ein, war damit die Nummer eins in der berühmten Promi-Geld-Rangliste von Forbes.

Die schlechte Nachricht: So sehr Sie sich auch abrackern mögen, an diese Summe werden Sie never ever herankommen. Die gute: Sie können sich vom Gag-Giganten trotzdem die eine oder andere Scheibe abschneiden. Genauer gesagt: Eine ganz spezielle, besonders schmackhafte Scheibe.

Die Seinfeld-Regel

Das wollte auch Brad Isaac. Der (damalige) Nachwuchs-Comedian tourte zu Seinfelds aktiver Zeit durch die Clubs der Vereinigten Staaten, wollte auf den großen Comedy-Zug aufspringen. Einmal traf er den Maestro zufällig hinter der Bühne, fragte ihn nach guten Ratschlägen für einen aufstrebenden Künstler.

Seinfeld sagte zu ihm sinngemäß: Man wird ein besserer Komiker, indem man bessere Gags schreibt. Bessere Gags schreibt man, indem man sie jeden Tag schreibt. Das war Seinfelds Abwandlung der berühmten 10.000-Stunden-Regel.

Demnach müsse man 10.000 Stunden Training investieren, um in seinem Metier in die Weltspitze vorzudringen. Credo: Übe an dir, so lange, bis du meisterliche Fähigkeiten entwickelt hast.

„Aber sein Rat war besser als das“, schrieb Isaac in einem Beitrag für das US-Blog Lifehacker.

Der Seinfeld-Kalender

„Er hatte ein Juwel für mich. Eine Technik, die er an sich selbst angewandt hatte und mit der man sich selbst motivieren kann, sogar, wenn man sich ganz und gar nicht danach fühlt“, so Isaac. Seinfeld hatte ein System entwickelt, mit dem er sich selbst permanent unter Druck setzte, sich selbst zum Schreiben animierte: den Seinfeld-Kalender.

Sein Kalendersystem funktioniert so:

  1. Besorgen Sie sich einen großen Wandkalender, auf dem ein ganzes Jahr abgebildet ist, und hängen ihn auf – im Büro oder zuhause.
  2. Kaufen sie sich einen roten Marker.
  3. Jeden Tag, an dem Sie schreiben, markieren Sie auf dem Kalender mit einem fetten roten X.

„Nach ein paar Tagen hast du eine Kette“, sagte Seinfeld zu Isaac. „Mach‘ weiter und die Kette wird von Tag zu Tag immer länger. Du wirst es mögen, dir die Kette anzuschauen, vor allem, wenn du schon einige Wochen hinter dir hast. Deine einzige Aufgabe ist es, die Kette nicht zu unterbrechen.“

Seinfelds Motto: „Don’t break the chain!“ Unterbrich nicht die Kette. Auf diesem Weg könne man Disziplin, Übung, Routine vereinen und immer besser werden. Kleine Verbesserungen an jedem Tag führen zu großen Fortschritten auf lange Sicht. Seinfelds simples Instrument der Disziplinierung kann dabei helfen.

Seinfeld-Regel: Vielseitig anwendbar

Isaac befolgte den Rat und machte offenbar gute Erfahrungen damit: „Es funktioniert, weil es nicht der einmalige Glückstreffer ist, der uns nach vorne bringt, sondern durchgängiges, tägliches Handeln.“

Das Schöne: Seinfelds Technik lässt sich in vielen – wenn nicht gar allen – Disziplinen anwenden, in Freizeit und Beruf. Um einige Beispiele zu nennen:

Immer mit dem Kalender vor Augen und dem Satz im Hinterkopf: „Unterbrich nicht die Kette!“

Wer sich keinen Kalender an die Wand pinnen möchte, kann auch auf den Handy-Kalender oder Online-Services wie diesen zurückgreifen. Hauptsache, Sie behalten die Seinfeldsche Weisheit im Blick: Unterbrich‘ nicht die Kette.

[Bildnachweis: Debby Wong by Shutterstock.com ]
12. August 2016 Autor: Sebastian Wolking

Sebastian Wolking ist Redakteur der Karrierebibel. Er hat Geschichte, Politikwissenschaften und Germanistik studiert und als Online-Redakteur gearbeitet. Sein Interesse gilt den Veränderungen des Arbeitsmarktes durch die digitale Revolution.

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