Nahezu jede dritte Beziehung entsteht am Arbeitsplatz. Neben Schule und Ausbildung ist das Büro der drittgrößte Heiratsmarkt - allerdings auch der Ort, der zahlreiche bestehende Beziehungen gefährdet: Auch zahlreiche Seitensprünge bahnen sich hier an. Kein Wunder, dass es hier zuweilen knistert: Berufstätige verbringen oft mehr Zeit mit ihren Kollegen als mit Freunden oder ihrem Partner daheim. Beide wissen über den anderen bescheid und worauf sie sich einlassen. Doch der Seitensprung im Job ist heikles Terrain...

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Seitensprung im Job: Hier passiert es besonders oft

Rund jeder dritte Seitensprung (34 Prozent) bahnt sich während der Arbeitszeit an, das ist das Ergebnis einer Umfrage des deutschen Seitensprung-Portals Seitensprung-Fibel. Etwa ein Viertel der Affären haben dabei ihren Ursprung auf Weihnachtsfeiern oder Sommerfesten. Rund zehn Prozent der Befragten geben allerdings auch an, ihr erotisches Abenteuer in der Mittagspause oder an einem langen Büroabend begonnen zu haben.

Das britische Portal Illicit Encounters wiederum ist in Großbritannien berüchtigt. Mehrfach schon wurde es mit Werbeboykotten belegt, weil sich Unternehmen nicht zum Vermittler unmoralischer Botschaften und erotischer Abenteuer machen wollen. Die Seite selbst vermittelt Seitensprünge, fordert regelrecht dazu auf, dem eigenen Ehepartner Hörner aufzusetzen.

Gleichzeitig tut sich das Portal immer wieder dadurch hervor, dass es der Öffentlichkeit Studien, Umfragen und Zahlen präsentiert. So zum Beispiel auch eine Rangliste der Jobs mit dem größten Seitensprung-Potenzial. Und siehe da - herausgekommen ist das:

  1. Banken und Finanzdienstleistungen: Die meisten Portalnutzer kommen aus dem Bereich der Banken und Finanzdienstleistungen. Deshalb sind sie in der Umfrage auch etwas überrepräsentiert, was das Ergebnis wohl latent verfälscht. Die tatsächliche Zahl könnte aber auch noch höher liegen. Immerhin: 18 Prozent und damit fast jeder fünfte Nutzer aus dieser Branche gibt zu, im Job schon einmal fremdgegangen zu sein.
  2. Management/HR: Manager und Personaler sind ebenfalls willige Fremdgeher. Für diese Jobs berechneten sie einen Anteil von zwölf Prozent ihrer Nutzer.
  3. Geschäftsführer und Selbstständige: Menschen in Führungspositionen, dazu zählen auch Selbstständige, nehmen die Dienste der Plattform offenbar besonders gerne in Anspruch - es sind jeweils acht Prozent.
  4. Ingenieure und IT/Telekommunikation: Die Technikaffinen sind auch der Technik des Fremdgehens nicht abgeneigt. Ingenieure sowie Telekommunikations- und IT-Mitarbeiter kommen auf jeweils sechs Prozent.
  5. Rechnungswesen: Der Accounting-Bereich macht fünf Prozent der User aus. In diese Kategorie fallen etwa Buchhalter, Controller und andere Mitarbeiter aus dem Rechnungswesen.
  6. Vertrieb und Marketing: Verkäufer und Marketingmenschen sind für ihre Kontaktfreude bekannt. Das wirkt sich auch auf ihre Treue aus - aber weniger stark als man vielleicht vermuten würde. Ihr Anteil beträgt lediglich jeweils vier Prozent.
  7. Öffentlicher Dienst, Ärzte/Medizinpersonal und Juristen: Beschäftigte im Öffentlichen Dienst, aus der Gesundheitsbranche und Rechtsberufen sind - den Zahlen nach - vergleichsweise treu. Ihr Anteil an den Seitensprung-Suchern im Netz macht jeweils nur drei Prozent aus.
  8. Werbung/Medien/Unterhaltung, Künstler/Designer, Lehrer/Wissenschaftler, Handwerker/Dienstleister, Ruheständler: Medienmenschen, Künstler, Lehrer und Handwerker stellen je zwei Prozent der Nutzer. Und auch Ruheständler toben sich auf der Plattform aus. In absoluten Zahlen kommt man immerhin auf rund 20.000 Rentner mit unedlen Absichten.
  9. Verwaltung/Kundendienst, Gastgewerbe/Tourismus, Einzelhandel: Vergleichsweise treu scheinen Beschäftigte aus Einzelhandel und Gastgewerbe/Tourismus zu sein. Ihr User-Anteil beträgt nur je ein Prozent. Andererseits gilt auch hier: Vielleicht finden man in diesen Branchen fremde Partner direkt vor Ort...


Seitensprung im Job: Wo geht's zur Sache?

Seitensprung im Job: Wo geht's zur Sache?Wenn Händchenhalten im Hinterzimmer nicht mehr reicht und es auf der Arbeit zur Sache geht, wählen die Beteiligten doch lieber das Auswärtsspiel: Laut einer Umfrage des Seitensprungportals FirstAffair wählen rund 27 Prozent der Fremdgeher die Geschäftsreise und ein Hotel für den Seitensprung. Lediglich fünf Prozent wählten als Ort für ihre sexuelles Stelldichein die Abstellkammer im Büro oder den (leeren) Konferenzraum.

Büroaffären sind aufregend, aber heikel

Fremdgehen gehört sich nicht, doch Gelegenheit macht Liebe. Das ist im Job nicht anders. Oft sind Langweile in der Beziehung oder sexuelles Verlangen und die Lust am (verbotenen) Abenteuer Gründe für die Untreue.

Vor allem kleine Teams sorgen für ausreichend Intimität und begünstigen so Büroromanzen. Mehr noch: Gemeinsame Projekte, Ziele und der Jobstress schweißen regelrecht zusammen. Leicht entwickeln sich dabei euphorische bis erotische Gefühle für beteiligte Kollegen.

Doch der Büroflirt ist nicht nur prickelnd, sondern auch heikel. Kurzfristig kann heimlicher Bürosex die Arbeitsmotivation erhöhen. Zuviel davon aber - und die Arbeitsleistung geht gegen Null. Bekommen die Kollegen von den Liebschaften und Seitensprüngen gar Wind, kann das Betriebsklima Schaden nehmen. Gerüchte, Klatsch und Tratsch entstehen. Dumm, wenn auch noch einige Kollegen mit dem Partner daheim befreundet sind. So mancher wird dadurch erpressbar.

So mancher Kollege kann sich durch das wilde und zügellose Liebesgeplänkel sogar regelrecht belästigt fühlen. Das kann schließlich zu arbeitsrechtlichen Konsequenzen führen.

Zwar darf sich der Chef in Beziehungen am Arbeitsplatz zunächst einmal nicht einmischen. Etwaige Flirt-Verbote verstoßen gegen das Allgemeine Persönlichkeitsrecht. Doch sobald die eigene Arbeitsleistung unter dem Seitensprung leidet oder dieser den Betriebsfrieden stört, darf der Chef durchaus eine Ermahnung oder gar Abmahnung aussprechen.

Unter Umständen kann der Arbeitgeber sogar eine Versetzung beziehungsweise Veränderung des Arbeitsortes veranlassen, um den Betriebsfrieden wieder herzustellen.

Am gefährlichsten aber sind sogenannte hierarchische Seitensprünge - also zwischen einem Vorgesetzten und dessen Untergebenen. Nicht nur, weil der oder die Geliebte aufgrund des Gleichheitsgebot nicht bevorzugt werden darf. Problematisch wird es vor allem dann, wenn das erotische Abenteuer einseitig beendet wird.

Schnell mutiert das einstige Techtelmechtel am Arbeitsplatz dann zu einem veritablen Rosenkrieg - Kränkungen, Racheakte, üble Nachrede und Sabotage inklusive. Oft endet der Seitensprung dann damit, dass eine(r) von beiden gehen muss.

Arbeiten mit dem Ex: Tipps für die Zeit nach dem Seitensprung

Auch die meisten bei der Anbahnung der Affäre keinen Gedanken daran verschwenden: Der Seitensprung heißt nicht zufällig so. Nach einer kurzen, aber heftigen erotischen Eruption ist es ganz schnell wieder vorbei - und beide landen auf dem Boden der Tatsachen.

Was bleibt, ist dann oft ein schaler Nachgeschmack, eine womöglich ebenso heftige Ehekrise und noch mehr Stress im Job. Erst recht, wenn einer von beiden den Seitensprung beziehungsweise die Liebelei abrupt und einseitig beendet.

Auch wenn Sie sich in einer solchen Situation wünschen, der Ex-Lover möge sich in Luft auflösen, müssen Sie über kurz oder lang einen Weg finden, mit der neuen Lage umzugehen. Es wird schmerzhaft und unangenehm, Ihrem Seitensprung-Partner auch weiterhin zu begegnen, allerdings lässt sich dieser Umstand in den meisten Fällen nicht vermeiden. Sie arbeiten schließlich für denselben Laden.

Die folgenden Tipps können dabei helfen, diese Post-Seitensprung-Situation zu überstehen:

  • Abstand gewinnen

    Versuchen Sie so weit wie möglich Abstand zwischen Ihnen und Ihrem Ex zu erzeugen. Dies ist besonders wichtig, falls einer der beiden noch starke Gefühle hat und auch weiterhin die Nähe des anderen sucht. Gehen Sie sich besonders am Anfang aus dem Weg. Verbringen Sie die Mittagspause mit Ihren Kollegen, am besten an Orten und in Restaurants, in die Sie als Paar nicht zusammen gegangen sind.

    Überlegen Sie sich, ein paar Tage frei zu nehmen oder Urlaub zu beantragen. Vor allem, wenn die Trennung noch frisch ist, ist es ratsam eine Auszeit von einander zu nehmen, da Sie in dieser Zeit emotional aufgewühlt und unausgeglichen sind. Keinem ist geholfen, wenn Sie im Büro regelmäßig in Tränen ausbrechen.

    Sollten Sie nach einer solchen Auszeit feststellen, dass eine weitere Zusammenarbeit mit dem Flirt-Partner gar nicht mehr möglich ist, sollten Sie darüber nachdenken, sich versetzten zu lassen falls möglich, oder sich eine neue Stelle zu suchen.

  • Offenheit leben

    Früher oder später werden vielleicht Kollegen Wind davon bekommen, dass da was war. Der Versuch, die Affäre geheim zu halten, ist dann zwecklos. Damit fachen Sie lediglich die Gerüchteküche noch mehr an. Am besten Sie verkünden einen harmlosen Flirt und das anschließende Aus gemeinsam - mit einem Wording, auf das Sie sich beide auch vorher geeinigt haben.

  • Streitigkeiten privatisieren

    Falls Sie sich nicht im Guten getrennt haben, sollten Sie nach der Trennung weder die schlechten Eigenschaften des anderen noch intime Details weitererzählen. Es ist Ihr gutes Recht, wütend aufeinander zu sein. Aber das Büro ist nicht die passende Arena für einen Rosenkrieg. Sie schaden so nur Ihrem eigenen Image. Was privat ist, sollte auch privat bleiben.

  • Regeln festlegen

    Ihnen beiden wird klar sein, dass Sie, sofern keiner einen Jobwechsel in Betracht zieht, auch weiterhin zusammenarbeiten müssen. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Ex-Partner und vereinbaren Sie regeln für das weitere Miteinander im Büro.

  • Lagerbildung verhindern

    Konflikte gehören nach einem Seitensprung (leider) häufig dazu, erst recht wenn viele Emotionen im Spiel sind. Es wäre aber unprofessionell, das Team da mit hineinzuziehen. Lassen Sie Kollegen bei Ihren Streitigkeiten also außen vor und vermeiden Sie, dass sich Parteien bilden. Nur die Beziehung ist beendet, nicht die Teamarbeit.

  • Racheaktionen lassen

    Manche(r) ist nach der gescheiterten Liebe im Büro verletzt und will es dem Ex heimzahlen. Deswegen eine neue Affäre mit einem anderen Kollegen anzufangen, ist allerdings der schlechteste Weg. Aber was, wenn sich der oder die Ex nicht an diesen Grundsatz hält und nun schamlos mit anderen Kollegen flirtet?

    Ein solches Verhalten fühlt sich wie eine Ohrfeige an, doch sollten Sie nicht dem Drang nachgeben, ein Eifersuchtsdrama vom Zaun zu brechen. Jetzt cool zu bleiben, lässt sie nicht nur souveräner aussehen, es ist auch die bessere Rache.

Die erste Zeit nach dem Seitensprung wird so oder so unangenehm und schwierig – das ist sie immer. Besser Sie fragen sich also vorher, ob Sie das wirklich riskieren wollen.

[Bildnachweis: baranq by Shutterstock.com]

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