So bauen Sie eine starke Beziehung zum neuen Chef auf

Nicht nur die Kollegen und Mitarbeiter verlassen ein Unternehmen, um sich bei einem neuen Arbeitgeber weiterzuentwickeln oder neuen Herausforderungen zu stellen, auch der Chef ist möglicherweise mit seiner aktuellen Position nicht vollends glücklich und entscheidet sich deshalb, zu einem Wechsel. Möglicherweise freuen Sie sich darüber, da Sie mit Ihrem Vorgesetzten ohnehin nie wirklich warm geworden sind oder aber Sie empfinden es als großen Verlust, wenn Sie Ihren Chef gemocht haben und ihn für seine Führungsqualitäten geschätzt haben. Nun gilt es jedoch, nach vorne zu schauen und sich der neuen Situation anzupassen. Mit diesen Tipps können Sie eine starke Beziehung zum neuen Chef aufbauen

So bauen Sie eine starke Beziehung zum neuen Chef auf

Was denkt der neue Chef nur von mir?

Eins steht fest: Ob Sie nun wollen oder nicht, der neue Chef wird sich immer ein Bild von Ihnen machen. Das macht viele Mitarbeiter erst einmal nervös, denn alles, was beim alten Vorgesetzten war, hat plötzlich keine Bedeutung mehr. Die guten Leistungen, die Lorbeeren, die man sich verdient hat, das Vertrauen, das der alte Chef einem entgegen gebracht hat und nicht zuletzt natürlich die gute Beziehung, in der man Probleme oder Fragen jederzeit offen ansprechen konnte – all das ist erst mal vom Tisch und hinterlässt den nagenden Zweifel, was der Neue im Chefsessel wohl von einem hält.

Die gute Nachricht: Sie haben selbst in der Hand, wie der neue Chef Sie kennenlernt. Das Problem: Wie genau sollte man sich präsentieren? Man möchte sich um eine gute Beziehung bemühen und sich von seiner besten Seite zeigen, gleichzeitig aber auch weder bei den Kollegen noch beim Chef als Schleimer abgestempelt werden. Gar nicht so leicht, das richtige Maß zu finden.

In erster Linie gilt: Sie sollten sich nicht zu viel Zeit lassen. Der erste Eindruck wird schnell gewonnen, also sollte bereits dieser möglichst positiv sein. Als Zweites: Auch wenn auf lange Sicht Sie von der guten Beziehung zum Chef profitieren wollen – sei es, weil es Ihren Arbeitstag angenehmer macht, Sie sich einen Vorteil bei zukünftigen Beförderungen oder Gehaltserhöhungen erhoffen oder Sie sich mit Ideen und Verbesserungsvorschlägen aktiver einbringen wollen – sollte es am Anfang nicht vorrangig darum gehen, was Sie wollen, sondern wie Sie sich einbringen können, um dem neuen Chef den Start zu erleichtern.

Doch auch darüber hinaus gibt es noch einige Möglichkeiten, um eine starke Beziehung zu einem neuen Chef aufzubauen – diese sechs Tipps können Ihnen dabei helfen.

6 Tipps für eine starke Beziehung zum neuen Chef

  1. Verstecken Sie sich nicht

    Um eine starke Beziehung zum neuen Chef aufzubauen, muss dieser Sie zunächst überhaupt erst einmal wahrnehmen. In kleinen Betrieben vielleicht eine Selbstverständlichkeit, in großen Teams und Abteilungen, in denen man sich ohne Probleme in der Gruppe verstecken kann, aber ein sehr wichtiger Punkt. Neben der guten Beziehung geht es hier vor allem darum, sich als wichtiger Mitarbeiter zu präsentieren, dem man auch Verantwortung übertragen kann.

    Wenn Projekte anstehen oder im Meeting Input und Ideen gefragt sind, sollten Sie zur Stelle sein. Natürlich geht es nicht darum, aufdringlich zu sein und ständig vor dem neuen Chef um Aufmerksamkeit zu betteln, aber gerade in der ersten Zeit unter einem neuen Vorgesetzten kann es sich bezahlt machen, wenn dieser sich Ihren Namen einprägt und diesen mit Eigeninitiative in Verbindung bringt.

  2. Finden Sie Gemeinsamkeiten

    Gemeinsamkeiten sind ein gutes Fundament für eine starke Beziehung. Möglicherweise haben Sie und der neue Chef gemeinsame berufliche Stationen in der Vergangenheit oder waren zu Studienzeiten an der gleichen Universität. Solche Überschneidungen sind sehr gut geeignet, um das Eis zu brechen und gleich einen ersten Kontakt herzustellen und Vertrauen aufzubauen. Wer etwas gemeinsam hat, fühlt sich dem anderen gleich verbunden.

    Weitere Möglichkeiten sind beispielsweise Hobbys oder gemeinsame Interessen, allerdings sollte hier nicht zu forsch nachgebohrt werden, da einige Chefs solch private Informationen lieber für sich behalten. Geht der neue Chef von sich aus auf diese Themen ein, können Sie diese nutzen – aber natürlich nur, wenn Sie wirklich ein Interesse an dem Gebiet haben. Ansonsten wirken Sie nur heuchlerisch und fliegen spätestens bei der ersten Rückfrage auf.

  3. Bauen Sie keinen Druck auf

    Manchmal ist der beste Weg, eine gute Beziehung zu einem neuen Chef aufzubauen, ihm erstmal ein wenig Zeit zu geben, bevor man ihn mit Fragen und Erwartungen belagert. Schließlich muss auch der Vorgesetzte sich erst einmal einarbeiten, einen Überblick über Mitarbeiter, Vorgehensweisen und Projekte gewinnen. Ein kleiner Satz wie Ich weiß, dass Sie gerade viel zu tun haben, wenn Sie ein paar Minuten Zeit haben, würde ich gerne mit Ihnen sprechen kann da schon wunder wirken.

    Nicht nur wirkt es ganz anders als ein gebelltes Chef, sie müssen sich um dieses Problem kümmern, es zeigt vor allem auch Ihre Empathie für die Situation des neuen Chefs. Gerade wenn dieser extern eingestellt wurde, ist auch für ihn alles neu und ungewohnt. Bauen Sie keinen Druck auf, sondern zeigen Sie Verständnis.

  4. Präsentieren Sie Lösungen und keine Probleme

    Ob neuer Chef oder seit Jahren in der Position: Wer im Chefsessel sitzt, wird regelmäßig mit Problemen konfrontiert. Das gehört zum Job zwar dazu, um aber eine starke Beziehung aufzubauen, sollten Sie sich nicht in die lange Schlange der Problemschilderer einreihen, sondern mit Lösungen aufwarten. Zwar wollen Führungskräfte über mögliche Probleme informiert werden, noch besser ist es jedoch, wenn diese bereits in Eigenregie geklärt wurden.

  5. Passen Sie sich dem Führungsstil an

    Jeder Chef arbeitet anders und es ist eher unwahrscheinlich, dass Ihr neuer Chef die gleichen Methoden verfolgt wie sein Vorgänger. Mitarbeiter sollten in einem solchen Fall möglichst flexibel reagieren und sich an den neuen Führungsstil anpassen. Will der neue Vorgesetzte regelmäßig über Fortschritte informiert werden oder soll bei wichtigen Entscheidungen von nun an zunächst Rücksprache gehalten werden? Passen Sie sich dem neuen Führungsstil an und die Beziehung zum Chef wird automatisch besser werden.

    Auch in der Kommunikation sollte sich dem neuen Chef angepasst werden. Wo vorher vielleicht reger E-Mail Austausch herrschte, wird nun zunehmend auf persönliche Gespräche oder maximal einen Telefonanruf gesetzt? Halten Sie nicht an den alten Mustern fest, sondern fügen Sie sich in die neuen Abläufe ein. So sieht der Chef, dass er sich auch bei Veränderungen auf Sie verlassen kann, wo andere vielleicht nicht hinterherkommen.

  6. Übertreiben Sie nicht

    Es ist wichtig, sich um eine starke Beziehung zum neuen Chef zu bemühen, doch wie anfangs bereits erwähnt, sollten Sie dabei nicht zum Schleimer werden, sich ständig in den Vordergrund drängen oder bei der Umsetzung vollkommen übertreiben. Die erste Zeit ist zweifellos wichtig, denken Sie aber auch daran, dass es eine gewisse Zeit benötigt, um Vertrauen aufzubauen, damit die Beziehung überhaupt entstehen kann.

    Anstatt all Ihre Bemühungen in die ersten Tage und Wochen zu setzen, denken Sie langfristig und setzen stattdessen lieber auf Beständigkeit. Wahrscheinlich werden Sie mehr Erfolg haben, wenn Sie auf Dauer überzeugen und immer wieder positiv auffallen, als wenn Sie zu Beginn im Rampenlicht stehen und den ersten Eindruck dann nicht bestätigen können.

[Bildnachweis: Pressmaster by Shutterstock.com]
20. Oktober 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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