Soft Skills Training: So erhöhen Sie Ihre Sozialkompetenz

Soft Skills werden in einer sich wandelnden (Arbeits-)Welt immer wichtiger. Unternehmen werden internationaler, Lebensläufe bunter. Wovon die Eltern- und Großelterngeneration teilweise nicht mal zu träumen wagte, beispielsweise ein Auslandssemester zu machen, wird heutzutage einer breiten Masse ermöglicht. Auch Arbeiten im Ausland kam allenfalls für Auswanderer infrage und das nicht immer freiwillig. Solche Erfahrungen bedingen allerdings eine gewisse Anpassungsfähigkeit an neue Situationen. Viele Talente schlummern im Verborgenen, ohne dass wir es wissen. Mit einem Soft Skills Training können Sie diese hervorholen. Wie das gehen kann…

Soft Skills Training: So erhöhen Sie Ihre Sozialkompetenz

Soft Skill Definition: Was sind Soft Skills überhaupt?

Soft Skills Übungen Seminare Training Material Definition Liste BeispieleBevor wir einen Blick darauf werfen, wie Sie Ihre Soft Skills trainieren können, muss erst einmal klar sein, wovon wir reden. Ganz allgemein werden unter Soft Skills soziale Kompetenzen im Umgang mit Menschen verstanden.

Dazu gehören Eigenschaften wie bestimmte kommunikative Fähigkeiten, Charakterzüge, Ansichten und emotionale Intelligenz. Allerdings gehen die Meinungen darüber, was Soft Skills (vor allem: absolut unentbehrliche) sind und was nicht, auseinander.

Das hängt schon allein vom jeweiligen Kontext ab: Beispielsweise mag großes Einfühlungsvermögen in einer Tätigkeit als Mechatroniker nicht besonders gefragt sein.

Wer hingegen einen Beruf als Krankenschwester oder Pfarrer ausübt, sollte sich sehr wohl in die Lage anderer Menschen hineinversetzen können, da das zu den Qualifikationen zählt, die täglich abgefragt werden. Das heißt, dass bestimmte Fähigkeiten in dem einen Zusammenhang als Soft Skill, in anderen Bereichen aber als Hard Skill eingestuft werden.

Berufliche Definitionen von Soft Skills heben hervor, dass Soft Skills vor allem fachunabhängige beziehungsweise fachübergreifende Kompetenzen seien. Hard Skills hingegen werden durch Ausbildung, Studium und praktische Erfahrung gelehrt und erworben. Diese Fähigkeiten werden durch standardisierte Prüfungen belegt.

Unterscheiden lassen sich grob drei Felder von Soft Skills:

  • Personale Kompetenz: Das bedeutet, Sie verfügen über Soft Skills, die sich ausschließlich auf die eigene Person beziehen wie zum Beispiel Selbstreflexion und Selbstbewusstsein. Die Ausprägung der personalen oder persönlichen Soft Skills wirkt sich auch auf die folgenden Bereiche aus.
  • Soziale Kompetenz: Diese Soft Skills berühren Ihre Fähigkeiten im Umgang mit anderen Menschen, also beispielsweise Kritikfähigkeit, Empathie, Teamfähigkeit.
  • Methodische Kompetenz: Voraussetzung sind hier persönliche Fähigkeiten wie Selbstdisziplin und Frustrationstoleranz, denn diese Soft Skills helfen Ihnen dabei, sich methodische Soft Skills wie etwa das freie Reden vor größeren Gruppen, anzueignen.

Soft Skills Training: Wofür die Soft Skills trainieren?

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, wofür die Soft Skills trainiert werden sollen. Die Bedeutung eines Soft Skills Training lässt sich in einem Satz zusammenfassen:

Fachliche Kompetenzen sind wichtig, um den Job zu kriegen, soziale Kompetenzen, um ihn zu behalten.

Ohne Hard Skills geht es nicht. Es reicht nicht, seinen guten Willen für eine Stelle zu bekunden, sonst könnte jeder Absolvent – egal, ob die Schule, die Ausbildung oder das Studium beendet wurden – sofort in eine Führungsposition einsteigen oder könnte sich die Ausbildung gleich sparen.

Aber ohne Soft Skills geht es auch nicht. Sie werden im Laufe Ihres Lebens immer wieder an Grenzen kommen, die Sie nur mit der entsprechenden Einstellung überwinden können. Solche Situationen können zum Beispiel Selbstzweifel sein, die Sie drohen hinunterzuziehen, wenn nur Absagen kommen.

Sich selbst dann motivieren zu können, um aus einem emotionalen Tief wieder herauszukommen, ist unerlässlich. Und es ist eine Stärke, über die längst nicht jeder verfügt. Ebenso im Hinblick auf soziale Kompetenzen: Sie werden es schwer haben in einem Unternehmen Fuß zu fassen, wenn Sie ständig anecken.

Wer Streitigkeiten vom Zaun bricht, schlampig arbeitet und häufig unpünktlich ist, mag zwar auf dem Papier über die notwendigen Hard Skills verfügen. Sie können oder wollen aber offenbar nicht umgesetzt werden, da Konfliktfähigkeit, Arbeitsmoral und Selbstdisziplin gering ausgeprägt sind.

Ein Soft Skills Training kann dabei behilflich sein, die eigenen Defizite zu erkennen und diejenigen Fähigkeiten auszubauen, die noch gestärkt werden müssen.

Soft Skills Training: Große Bedeutung in sozialen Zusammenhängen

Die Messbarkeit von Sozialkompetenz ist schwierig. Im Gegensatz zu Soft Skills liegen bei Hard Skills messbare Kriterien vor, die sich in Zeugnissen und Tests widerspiegeln. Anders sieht es mit Sozialkompetenzen aus. Noten für Teamfähigkeit werden im Studium nicht vergeben.

Und bei einem selbst ist meist der berühmte „blinde Fleck„. Dafür müssen Sie gar nicht besonders egozentrisch oder arrogant sein – es reicht einfach, sich nicht genügend mit den eigenen Schwächen auseinandergesetzt zu haben.

Es besteht oft kein Anlass dazu: Denn dass eine Eigenschaft vielleicht problematisch ist, zeigt sich ja erst im Zusammenspiel mit anderen Menschen. Wer also wenig Kundenkontakt und noch dazu wenig Kontakt mit Kollegen hat, kann so vor sich hin im stillen Kämmerlein – beispielsweise im Home Office – arbeiten, ohne dass andere die Spleens bemerken.

Ganz anders natürlich in Arbeitssituationen, in denen Sie sich häufig mit Ihren Kollegen abstimmen müssen. Hier fallen mangelnde Kompromissfähigkeit und geringes Durchsetzungsvermögen schnell auf. Ein Soft Skills Training kommt Ihnen längst nicht nur in Arbeitszusammenhängen zugute.

Wann immer wir mit Menschen zu tun haben – beispielsweise im Sport, im Ehrenamt, beim Einkauf oder schlicht mit Freunden und Familie – ergeben sich mal Spannungen aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse. Wer an beispielsweise an seinen kommunikativen Fähigkeiten arbeitet oder auch lernt, Kränkungen zu verarbeiten, betreibt ebenso Soft Skills Training.

Soft Skills trainieren: Vor dem Training ist nach dem Training

Prinzipiell lässt sich nahezu alles trainieren. Nicht wenige Soft Skills sind eine allerdings eine Frage der persönlichen Neigung. Und so stellt sich weniger die Frage, ob sich Soft Skills trainieren lassen, sondern vielmehr, ob Sie ein Soft Skills Training wollen und wenn ja, welche Soft Skills Sie trainieren wollen.

Gerade Menschen mit beruflichen Ambitionen haben erkannt, dass ein Soft Skills Training die Grundlage für mehr Erfolg im Beruf ist. Bewerkstelligen können Sie dies in vier Schritten:

  • Auseinandersetzung mit der eigenen Person

    Eins der wichtigsten Soft Skills bringen Sie hierfür bereits mit, die Selbstreflexion. Setzen Sie sich mit Ihren Wünschen und Zielen auseinander. Wo liegen Ihre Stärken, wo liegen Ihre Schwächen? Was brauchen Sie, um dorthin zu gelangen, wo Sie hin möchten?

    Bedenken Sie bei Ihren Überlegungen, dass es sinnvoller sein kann, die eigenen Stärken auszubauen als sich ausschließlich an Schwächen abzuarbeiten. Als Werkzeuge für diesen Schritt dienen Ihnen die Potenzialanalyse und die SWOT-Analyse.


  • Eigenstudium und Fortbildung

    Für diesen Schritt brauchen Sie eine starke innere Motivation, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz. Sie werden sich teils in Eigenregie durch entsprechende Literatur Wissen aneignen, dass Sie zu einem späteren Zeitpunkt in die Praxis umsetzen. Diese Möglichkeit besteht bereits im Lernprozess, wenn Sie Seminare und Kurse zum Thema Soft Skills Training besuchen, denn dort werden Sie direkt mit dem Dozenten und anderen Teilnehmern interagieren.


  • Unterstützung durch Coaching

    Eine deutliche intensivere Form des Soft Skills Training ist das Coaching.
    Mit einem Coach können Sie im Detail an den Punkten weiterarbeiten, bei denen noch Schwierigkeiten oder Klärungsbedarf besteht.

    In manchen Fällen, etwa bei starken Minderwertigkeitsgefühlen und sozialen Phobien kann es notwendig sein, stattdessen auf eine Therapie (beispielsweise kognitive Verhaltenstherapie) zurückzugreifen.

    Hier werden die Ursachen und Muster für Hemmnisse ermittelt und gezielt an deren Überwindung gearbeitet.


  • Alltägliches Umsetzen in die Praxis

    Mal ein Buch zum Thema Soft Skills Training lesen, ist natürlich ganz fein. Aber auch ein Soft Skills Training, das über das ganze Wochenende geht, verpufft völlig wirkungslos, wenn Sie das Gelesene und Gelernte nicht in die Praxis umsetzen.

    Sie wollen Ihren Bammel bei Präsentationen überwinden? Dann müssen Sie sich in solche Situationen begeben. Melden Sie sich freiwillig, wenn es darum geht, den Stand eines Projekts zu referieren. Daher: Üben, üben, üben. Und ganz wichtig:

    Begeben Sie sich unter Menschen. Nur im direkten Kontakt merken Sie, wie Sie ankommen. Und falls Sie unsicher sind, befragen Sie Ihnen wohlgesonnene Menschen nach solchen Soft Skills, die Sie noch trainieren sollten.

[Bildnachweis: Photographee.eu by Shutterstock.com]
15. Februar 2018 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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