Sprachaufenthalt: Sprachkenntnisse im Nu

So manch einer hat vielleicht schon während der Schule mit einem Schüleraustauschprogramm geliebäugelt, aber es hat aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. Oder vielleicht wollten Sie während des Studiums bereits im Ausland studieren, aber die Finanzierung war unsicher. Doch jetzt sehen Sie Ihre Chance: Finanziell unabhängig, steht Ihrem Sprachaufenthalt im Ausland kaum noch etwas im Wege. Und Sie haben noch genügend Urlaub, den Sie sinnvoll investieren wollen – warum also nicht die etwas eingerosteten Sprachkenntnisse aufpolieren? Wir zeigen Ihnen, was Sie wissen müssen…

Sprachaufenthalt: Sprachkenntnisse im Nu

Wozu einen Sprachaufenthalt machen?

Eine Fremdsprache zu lernen geht auch in Deutschland, wird manch einer einwenden. Das stimmt und ist in jedem Fall zu empfehlen, sofern Reisen nicht in Frage kommen, weil Sie beispielsweise Ihre Familie nicht zwei Wochen allein lassen wollen. Oder eine Abwesenheit auf der Arbeit ist momentan nicht möglich, so dass nur Zeit für ein, zwei Stunden Sprache lernen in der Woche bleibt.

Ein Sprachaufenthalt ist jedoch mehr, denn Sie sind rund um die Uhr von der fremden Sprache umgeben, Ihnen bleibt fast keine andere Wahl, als sich mit der Sprache auseinanderzusetzen. Ganz normale Alltagshandlungen wie einkaufen, ein Ticket am Automaten ziehen oder Bestellungen im Restaurant erfordern ebenso die Anwendung der Fremdsprache wie Freizeitaktivitäten oder der Sprachunterricht an sich.

Aber es ist natürlich noch mehr: Sie lernen Land und Leute kennen, tauchen in die Kultur des Landes ein, erfahren mehr über die Denkweise der Menschen vor Ort und womöglich entstehen neue Freundschaften. Diese Art des Lernens ist natürlich wesentlich spannender und vergleichsweise unanstrengend, als wenn Sie einfach nur Zuhause Vokabeln lernen.

Ein weiterer Vorteil: Ihr Sprachaufenthalt im Ausland wird von einem Muttersprachler sein – das ist bei heimischen Kursen oftmals nicht der Fall. Neben den Vorteilen für Ihre Sprachkenntnisse lernen Sie aber auch fürs Leben. Sie lernen sich in einer fremden Umgebung zu behaupten, das stärkt das Selbstwertgefühl, auch weil Sie merken werden, wie leicht Ihnen bestimmte Worte nun über die Lippen gehen.

Last not least machen sich Sprachkenntnisse – gerne auch durch Sprachtests nachgewiesene Sprachzertifikate – immer gut im Lebenslauf, vor allem, wenn Sie mit internationaler Kundschaft oder Geschäftspartnern zu tun haben.

Spartipp: Kursgebühr im Voraus oder vor Ort?

Sprachaufenthalt Englisch Sprachaufenthalt Französisch Sprachaufenthalt USA Sprachaufenthalt England Sprachaufenthalt Spanisch Sprachaufenthalt für ErwachseneZur Planung Ihres Sprachaufenthalts gehört auch die Frage, wie lange Sie bleiben wollen. Abhängig von der Dauer sollten Sie entscheiden, ob Sie den Kurs bereits komplett im Voraus zahlen oder nicht. Bei einem zweiwöchigen Aufenthalt ist das vermutlich die bequemste Lösung.

Wer allerdings über mehrere Monate einen Sprachaufenthalt plant, ist deutlich flexibler, wenn er nur für ein Minimum an Unterricht den Sprachkurs bucht. Der Grund ist, dass Sie bei Unzufriedenheit leichter an eine andere Sprachschule wechseln können.

Sie können also lieber nur zwei bis drei Wochen bezahlen und anschließend vor Ort den Kurs verlängern, sofern Sie zufrieden sind – das ist oftmals billiger als wenn Sie direkt die volle Kursgebühr über die Agentur zahlen.

Darüber hinaus sind Sie auch örtlich nicht begrenzt, das heißt, Sie könnten einen Sprachaufenthalt in England erst in London und anschließend in Bath oder Birmingham machen und so mehr vom Land sehen.

Gestaltung Ihres Sprachaufenthalts

Welcher Art Ihr Sprachaufenthalt sein wird, hängt ganz von Ihren persönlichen Voraussetzungen und Wünschen ab. Für gewöhnlich können Sie wählen je nach…

  • Aufenthaltsort
  • Aufenthaltsdauer
  • Altersgruppe
  • Unterbringung
  • Freizeitaktivitäten
  • Unterrichtsdauer
  • Zertifikate.

Das heißt, Sie gestalten, ob Sie zwei Wochen in England oder fünf Monate in den USA bleiben möchten; ob Sie mit einer Sprache bei Null anfangen oder sich spezialisieren wollen. Wir haben hier die wichtigsten Punkte zusammengetragen.

  • Welcher Ort bietet sich an?

    Das ist natürlich die Frage, die sich als Erstes stellt. Dabei geht es nicht nur darum, welche Sprache Sie lernen wollen, denn bei den Klassikern Englisch, Französisch und Spanisch stehen Ihnen gleich mehrere Länder und Kontinente zur Auswahl.

    Wenn Sie die Sprache nicht allein aus Spaß an der Freude lernen, sondern durchaus berufliche Perspektiven damit verbinden, kann es sinnvoll sein, entsprechend abzuwägen: Sind die Geschäftskontakte beispielsweise häufig aus dem amerikanischen Raum, bietet sich (Finanzen vorausgesetzt) ein Sprachaufenthalt in den USA an.

    Sie werden sowohl vom Dialekt als auch vom Vokabular einige Unterschiede zum britischen Englisch wahrnehmen. Auch wer mitten in London vielleicht feinstes Englisch vermutet, dürfte eher enttäuscht sein, weil in dieser multikulturellen Stadt sich viele Akzente und Dialekte vermischen, so dass sich für britisches Englisch kleinere Orte eher anbieten – das reinste Englisch wird ja bekanntlich sowieso in Oxford gesprochen.

    Für Französisch und Spanisch gilt vergleichbar dasselbe: Das Spanisch in Südamerika oder das Französisch in Kanada ist ein anderes als in Spanien beziehungsweise in Frankreich. Die großen Reisen nach Süd- oder Nordamerika lohnen sich – ebenso wie die USA und Australien – allerdings erst ab einem Aufenthalt von drei Wochen, da Sie durch Jetlag und Akklimatisierung Zeit zum Eingewöhnen brauchen.

    In Ihre Überlegungen sollte auch mit einfließen, zu welcher Jahreszeit Sie Ihren Aufenthalt planen und ob Sie mit besonders heißen/kalten Temperaturen klarkommen oder beispielsweise eher ängstlich sind, was exotische und gefährliche Insekten anbelangt:

    Australien ist berühmt-berüchtigt dafür, die gefährlichsten Tierarten der Welt zu haben, davon sind auch Städte nicht ausgenommen. Wer hingegen in seiner Freizeit gerne surfen, segeln oder tauchen möchte, ist womöglich mit einem Sprachaufenthalt in Kalifornien gut beraten.


  • Welche Unterbringung soll es sein?

    Auch dies ist natürlich wieder eine Frage des Budgets, aber auch der persönlichen Vorlieben. Zumeist können Sie aus einer breiten Auswahl an Unterbringungsmöglichkeiten wählen, als da wären:

    • Gastfamilie
    • Studentenunterkunft
    • Airbnb
    • eigenes Appartement
    • Bed and Breakfast
    • Hotel

    Vorab: Mit Ausnahme der ersten zwei Optionen sind alle anderen Unterbringungsarten eher für Leute mit groß angelegtem Budget. Aber die Unterbringung in einer Gastfamilie bringt einige Vorteile mit sich:

    • Sie haben direkten Familienanschluss, müssen sich also nicht anstrengen, Muttersprachler kennenzulernen. Verbunden damit sind auch Einblicke in nationale Bräuche.
    • Meist sind Mahlzeiten mit inbegriffen (wahlweise nur Frühstück oder Halbpension), das heißt, Sie lernen die Landesküche kennen.
    • Wenn Sie Hilfe bei der Aussprache oder korrekten Formulierung für die Hausaufgaben brauchen, kann Ihnen zumeist jemand helfen. Auch sind Sie gezwungen sich in der Landessprache zu unterhalten, so dass Sie schnelle Fortschritte machen werden.
    • Oftmals bleiben langjährige Kontakte aus so einem Sprachaufenthalt bei einer Gastfamilie erhalten.

    Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass es auch einmal zu Problemen kommen kann. Sicherlich ist interkulturelle Kompetenz vonnöten, das heißt, Sie sollten sich im Vorfeld darauf einstellen, dass der Lebensstandard nicht unbedingt Ihrem gewohnten Standard entspricht. Bei größeren Problemen empfiehlt es sich den Veranstalter oder die Sprachschule zu kontaktieren, damit eine Lösung gefunden werden kann.

    Die Unterbringung in einer Studentenunterkunft hingegen ist wesentlich quirliger, Sie müssen sich selbst verpflegen. Allerdings werden Sie auch mit vielen anderen Menschen zusammentreffen, die in der gleichen Situation wie Sie sind. Häufig wird dann wieder in der Muttersprache gesprochen und so entgeht der Lerneffekt ebenso wie die möglichen Erfahrungen der Landesküche oder Einblicke in die Familie.

    Dazu kommt, dass Sie in einer Studentenunterkunft sich das Zimmer oftmals mit einer anderen Person teilen, also keine Privatsphäre haben. Gleichzeitig leben Sie in einer Studentenunterkunft weitgehend selbstbestimmt, entscheiden selbst, was Sie essen, wann Sie essen und wann Sie nach Hause kommen.

    Dies ist eben auch der große (und teure) Vorteil von anderen Unterbringungsmöglichkeiten wie Airbnb, Bed and Breakfast, Appartements oder Hotels: Die bieten sich vor allem an, wenn man aus dem Studentenalter heraus ist.


  • Wie viel Arbeit wollen Sie investieren?

    Es stellt sich die Frage, ob Sie lieber viel in relativ kurzer Zeit lernen wollen oder auch ein wenig Landeskunde betreiben wollen. Je länger Ihr Aufenthalt, desto mehr Zeit sollten Sie auch für Ausflüge und Freizeitaktivitäten einplanen.

    Wählen können Sie dabei zwischen einem Standardkurs, bei dem nur halbtags unterrichtet wird, oder einem Intensivkurs, bei dem Sie ganztags Unterricht erhalten. Auch Kurse mit Sprachzertifikaten sind häufig ganztags ausgelegt.


Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und sich fragt, wo er seinen Sprachaufenthalt buchen kann, wird neben dem Internet in jeder größeren Stadt fündig werden. Das Buchen über eine Agentur lohnt sich insofern, als dass Sie sich den Formalkrempel mit Visa und Flügen sparen, je nach Wunsch auch mit der Unterkunft.

Dennoch lohnt sich immer auch ein Vergleich; achten Sie darauf, dass die gewählte Agentur sich auch mit dem von Ihnen anvisierten Ort wirklich auskennt.

[Bildnachweis: Veles Studio by Shutterstock.com]
9. Juni 2017 Autor: Anja Rassek

Anja Rassek studierte u.a. Germanistik an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Sie arbeitete danach beim Bürgerfunk und einem Münsteraner Verlag. Bei der Karrierebibel widmet sie sich Themen rund ums Büro, den Joballtag und das Studium.

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