Stellenanzeigen-Bingo: Wer glaubt den Bullshit noch?

In der Jobsuche sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil, für für Arbeitgeber und Bewerber spielen sie gleichermaßen eine große Rolle – und doch sind sie viel zu häufig der Grund nachhaltiger Frustration. Die Rede ist von Stellenanzeigen mit denen – egal ob auf Jobbörsen oder in den sozialen Netzwerken – Unternehmen nach neuen Mitarbeitern suchen. Eigentlich sollten es sich dabei um die erste und beste Informationsquelle für Bewerber sein. Eigentlich. In der Praxis verkommen viele Stellenanzeigen zu astreinem Bullshit-Bingo, von dem Bewerber die Nase oft gestrichen voll haben…

Stellenanzeigen-Bingo: Wer glaubt den Bullshit noch?

Stellenanzeigen-Bingo: Fehlende Wertschätzung oder Inkompetenz?

Bei der großen Konkurrenz auch unter Arbeitgeber ist es erstaunlich, wie viele Unternehmen sich nach wie vor wirklich schlechte Stellenanzeigen leisten. Sie erschweren Bewerbern nicht nur die Jobsuche, sie schaden sich auch selbst – und das gleich auf mehreren Ebenen. Von der Reputation und Wirkung nach außen fangen wir erst gar nicht an, doch schlechte Stellenanzeigen…

  • … können qualifizierte und relevante Fachkräfte und Bewerber abschrecken.
  • … führen zu mehr Arbeit im Unternehmen, da zahlreiche Bewerber nachfragen.
  • … vermitteln keinen vertrauenserweckenden Eindruck.
  • … können Zweifel an der Kompetenz des Unternehmens aufkommen lassen.
  • … zeugen nicht von Wertschätzung gegenüber Bewerbern.

Unternehmen legen mit Stellenanzeigen den Grundstein für eine potenzielle Arbeitsbeziehung mit Bewerbern und künftigen Mitarbeitern. Aus dieser Perspektive betrachtet sehen viele Stellenanzeigen nicht nur unattraktiv, sondern nachhaltig verstörend aus.

Bullshit-Bingo: Warnsignale für Bewerber

Die gute Nachricht: Wirklich inkompetente Unternehmen können Sie in der Regel bereits an ihren Stellenanzeigen erkennen. Diese bestehen fast ausschließlich aus Textbausteinen und decken fast alle Felder unseres Bullshit-Bingos ab. Die schlechte Nachricht: Ausnahmen bestätigen die Regel.

Es gibt durchaus inkompetente Unternehmen und schlechte Arbeitgeber, die hervorragende Stellenausschreibungen formulieren. Andererseits gibt es auch zahlreiche gute Arbeitgeber, die ihren Stellenanzeigen nicht genug Wert beimessen, um diese ordentlich aufzubauen.

Unser Bullshit-Bingo umfasst die wichtigsten und häufigsten Buzzwords in Stellenanzeigen, sollte aber ausdrücklich nicht als einziges und 100-prozentiges Ausschlusskriterium genutzt werden. Selbst wenn eine Stellenanzeige alle Felder abdeckt, kann es sich um eine seriöse Stelle bei einem guten Unternehmen handeln. Fundieren Sie Ihre Entscheidung deshalb auch auf Ihre Erfahrung, Ihren Gesamteindruck vom Unternehmen und nicht zuletzt Ihre Intuition.

Das Bullshit-Bingo für Stellenanzeigen

Bingo-Bullshit-Stellenanzeigen

Stellenanzeigen: Der Ton macht die Musik

Die genannten Begriffe sind für sich genommen nicht automatisch ein Problem und können durchaus ihre Berechtigung in einer Stellenanzeige haben. Problematisch werden Sie in vielen Anzeigen durch den Kontext, den Tonfall und Formulierungen, die in Stellenanzeigen immer wieder zu lesen sind. Hier einige unserer Favoriten:

  • „Wir bieten Ihnen eine spannende Tätigkeit…“ – Und was macht den Job genau spannend? Gib es dazu eine ausführliche Erklärung?
  • „Wenn Sie die Arbeit in einem hoch qualifizierten und kompetitiven Team reizt…“ – Mal abgesehen von der Formulierung: Soll das bedeuten, dass der Wettstreit zu den eigenen Kollegen im Vordergrund steht?
  • „Bieten wir leistungsabhängige Bezahlung und Boni…“ – Hier klingeln oft die Alarmglocken. Wie sieht es denn mit dem festen monatliche Gehalt aus? Oder gibt es das überhaupt?
  • „Flexible Arbeitszeitmodelle sind für uns selbstverständlich…“ – Klingt erstmal gut, kann aber leider auch bedeuten, dass Flexibilität vom Arbeitnehmer erwartet wird und der Feierabend schon mal um mehrere Stunden verschoben werden kann.

Zwar sind die Stellenanzeigen nur ein Teil Ihrer Recherche und reichen nicht für einen umfassendes Bild eines Unternehmens aus. Doch als erster Anhaltspunkt dienen sie in jedem Fall. Wenn Sie dann auf eine große Sammlung an Bullshit-Bingo würdigen Formulierungen treffen, ist ein wenig Skepsis durchaus angebracht und es lohnt sich, genauer hinzuschauen.

Spätestens dann sollten Sie sich in Foren und Arbeitgeberbewertungsportalen detailliert über das Unternehmen zu informieren, versuchen mit ehemaligen Mitarbeitern zu sprechen und sich in den sozialen Netzwerken kritisch mit den Unternehmensauftritten beschäftigen. Setzt sich der seltsame Eindruck der Stellenanzeige auch auf anderen Plattformen fort, sollten genügend Warnsignale vorliegen, um eine Bewerbung kritisch zu hinterfragen.

Zeigt sich jedoch – beispielsweise im persönlichen oder telefonischen Kontakt – dass sich ein Unternehmen wirklich um Bewerber bemüht, sollten Sie der Stellenanzeige nicht zu viel Bedeutung beimessen. Auch Unternehmen haben schließlich eine zweite Chance verdient, den Eindruck einer Stellenanzeige wieder zu verbessern.

[Bildnachweis: vchal by Shutterstock.com]

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11. März 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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