Natürlich ist es eine schöne Vorstellung, dass wir uns morgens nicht mehr langsam durch den Pendlerstau zur Arbeit quälen müssen, sondern uns allesamt von jedem x-beliebigen Ort auf der Welt online einloggen und anschließend zusammen arbeiten, diskutieren, brainstormen können - im Idealfall sogar aus der Hängematte am Strand von Bondi Beach heraus. Tele-Teamplay eben. Keine Frage, es ist einfacher geworden, derart virtuell zu kollaborieren. Aber arbeiten wir so auch wirklich besser zusammen? Eine Harvard-Studie sagt Nein...

Teamplay: Räumliche Nähe fördert Produktivität

Nach Auswertung von rund 35.000 wissenschaftlichen Aufsätzen von mehreren Autorenteams und unter Berücksichtigung der räumlichen Entfernung, kamen die Studien-Autoren zum Schluss: Teams, die physisch zusammenarbeiten, also räumlich nah beieinander sind, arbeiten auch besser zusammen. Sie produzieren die gehaltvolleren Texte und Studien und zitieren sich gegenseitig öfter. Oder einfacher ausgedrückt: Schon Wissenschaftler, die im selben Gebäude sitzen, produzieren bessere Ergebnisse als solche, die allein in derselben Stadt beheimatet sind.

Oder wie die Autoren das beobachtete Phänomen beschreiben:

There are a number of possible explanations for these associations. It may be that physical proximity truly allows for better collaboration, resulting in higher quality research that tends to be cited more often. It may also be that investigators have a strategic preference for keeping potentially high impact projects wholly within their own laboratory or close circle of research associates.

Man darf sicher zurecht einwenden, wissenschaftliche Aufsätze zu verfassen und seine Kollegen ordentlich zu zitieren, sei etwas ganz anderes als beispielsweise ein Auto zu entwickeln oder ein Kraftwerk zu betreiben. Stimmt. Und doch: Wer kennt nicht die gruppendynamischen Phänomene - im Guten wie im Schlechten - die entstehen, wenn man mit Kollegen physisch zusammenarbeitet?

Die kurzweiligen Plaudereien, die schnelle Hilfe, der amüsante Tratsch und die inspirierenden kleinen Geschichten, die man sich gegenseitig anvertraut? Dafür eigens Skype aktivieren? Das macht wohl keiner - und entsprechend fehlt es im virtuellen Teamplay.

Zugegeben, auch wenn virtuelle Teams zahlreiche Vorteile besitzen - ein bisschen Beisammensein und menschliche Wärme macht manche Arbeit besser und geselliger. Oder wie sehen Sie das?

[Bildnachweis: AstroStar by Shutterstock.com]

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