3 Ansätze, wie Sie Ihren Traumjob finden

Fantastisch, dass Sie sich auf den Weg machen, Ihren Traumjob zu finden! Vielleicht haben Sie auch schon festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, wie man denkt. Daher finden Sie im Folgenden drei Ansätze, die Ihnen dabei helfen, zielsicher zu Ihrem Traumjob zu navigieren.

Zunächst braucht es eine klare Vorstellung davon, was genau Ihren Traumjob ausmacht. Dazu können Sie das Rad des Jobs zu Hilfe nehmen. Am besten funktioniert es, wenn Sie die Phasen Träumen, Kritisieren und Optimieren sowie Planung und Umsetzung nacheinander in dieser Reihenfolge bearbeiten. So können Sie alles bedenken, ohne sich zu früh einzuschränken. Die Methode geht übrigens auf Walt Disney zurück, der damit seine Freizeitparks geplant haben soll.

Träumen

Überlegen Sie einmal völlig frei, wie Ihr idealer Job in den sieben Perspektiven ausgeprägt sein müsste, damit Sie sagen können: „Ich habe meinen Traumjob gefunden“. Wichtig dabei ist, dass Sie wirklich träumen und sich nicht von vorneherein durch Zweifel oder Pessimismus selbst einschränken. Gehen Sie davon aus, Sie haben alle Fähigkeiten und Kontakte, die es braucht oder können die fehlenden Fähigkeiten erwerben. Wenn Sie jedem Bereich zehn von zehn Punkten geben würden, da er so ausgeprägt ist, dass Sie wirklich glücklich damit sind, wie würde der Bereich dann aussehen?

Im nächsten Schritt können Sie noch konkreter werden und eine perfekte Stellenanzeige für sich schreiben. Vielleicht recherchieren Sie dazu einfach ein paar Ihrer Traumarbeitgeber. Sie nehmen eine Stellenanzeige von dort als Vorlage und passen sie an.

  1. Wie lautet der Titel Ihres Traumjobs?
  2. Was für Werte, Unternehmenskultur und Ziele sollte ein Unternehmen haben, damit es perfekt zu Ihnen passt?
  3. In welchem Team und welcher Abteilung arbeiten Sie? Was macht Ihr ideales Team aus?
  4. Welche Aufgaben und Tätigkeiten umfasst Ihr Traumjob?
  5. Welcher Verantwortungen würden Sie in Ihrem Traumjob übernehmen?
  6. Welche Anforderungen müssen Sie erfüllen, um erfolgreich zu sein?
  7. Welche Fähigkeiten bringen Sie mit und welchen Anforderungen entsprechen Sie, um den Job richtig gut meistern zu können?
  8. Wie werden Sie entlohnt?

Diese Stellenanzeige kann Ihnen als Blaupause für Ihren Traumjob dienen. Das heißt, wenn Sie sich jetzt auf die Suche machen, können Sie andere Stellenausschreibungen mit der Ihres Traumjobs vergleichen. Wenn Sie viele Übereinstimmungen sehen, bewerben Sie sich. Aber auch, wenn Sie vielleicht nur wenig Stellenanzeigen finden, die in Richtung Ihres Traumjobs gehen, sollten Sie nicht direkt das Handtuch werfen. Überlegen Sie stattdessen, wie Sie einen Job, der vielleicht nur einen Teil der Aspekte Ihres Traumjobs erfüllt, verändern und anpassen können, damit er zu Ihrem Traumjob wird. Oftmals ist hier viel mehr möglich als gedacht.

Kritisieren und Optimieren

Wenn Sie Ihren Traumjob mit Hilfe dem Rad des Jobs und Ihrer perfekten Stellenanzeige definiert haben, können Sie Ihren Zweifeln und Ihrem inneren Kritiker Raum geben. Schreiben Sie alle Gründe, Hürden und Risiken auf, die dafürsprechen, dass Sie diesen Job nicht bekommen werden. Anschließen überlegen Sie, was Sie tun können, um die Gründe zu entkräften, die Hürden zu überwinden und die Risiken zu vermeiden. Dabei ist wichtig, dass Sie zwischen wirklich harten Fakten und Ihren inneren einschränkenden Gedanken unterscheiden.

  1. Beispiel zu einem harten Fakt
    Wenn Ihr Wunsch ist, Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau zu werden und Sie 35 Jahre alt sind, das Höchstalter für die Bewerbung in Ihrem Heimatort aber 30 Jahre beträgt, handelt es sich um einen harten Fakt. Die Chance, dass Sie Ihren Traumjob so erlangen, geht gegen null. Hier können Sie sich stattdessen fragen: Wie kann ich meinen Traumjob anpassen, um eine Chance zu haben, ihn zu erringen? Sie könnten beispielsweise der Feuerwehr an einem anderen Ort beitreten, wo das Höchstalter höher ist, oder Sie suchen sich Alternativen wie beispielsweise das Technische Hilfswerk oder ähnliches.
  2. Beispiel zu einem inneren Glaubenssatz
    Sie arbeiten als Beamter im mittleren Dienst und denken, Sie können keine 4.500 Euro monatlich verdienen, da man in der höchsten Besoldungsgruppe A9 3.272,98 Euro im Monat verdient. Hier handelt es sich um einen einschränkenden Gedanken in Ihrem Kopf. Das Gehalt in der Besoldungsgruppe ist vielleicht festgelegt, aber es gibt vielfältige Optionen für Sie: Sie könnten einen Studienabschluss machen, um sich für den höheren Dienst zu qualifizieren. Vielleicht können Sie zusätzliche Vergütungen oder Bonis neben Ihrem klassischen Gehalt aushandeln. Vielleicht können Sie sich ein Nebeneinkommen aufbauen und hiermit auf Ihre 4.500 Euro kommen. Eine sehr gute Frage zur Prüfung, ob es sich um einen einschränkenden Gedanken oder einen harten Fakt handelt, ist: Gibt es andere Menschen, die Ihr Ziel schon erreicht haben? Wenn ja, handelt es sich fast immer um einen einschränkenden Gedanken von Ihnen.

Planen und Umsetzen

Nun wird es praktisch. Sie haben Ihren Traumjob definiert und sich Risiken und Hürden diesbezüglich angeschaut. Im nächsten Schritt geht es darum, Ihren Traumjob zu erlangen. Dazu finden Sie hier zwei Ansätze, die über das klassische Recherchieren von Stellenanzeigen und Schreiben von Bewerbungen hinausgehen.

  1. Führen Sie Interviews mit den Menschen, die Ihren Traumjob (oder einen sehr ähnlichen Job) schon innehaben. Mit diesen Interviews bauen Sie ein starkes Netzwerk in dem Bereich, in dem Sie arbeiten wollen, auf. Eine Studie des Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass im vierten Quartal 2016 bundesweit jede dritte Stelle über persönliche Beziehungen vergeben wurde. Daher kann ein starkes Netzwerk hier der Schlüssel zu Ihrem Traumjob sein. Ganz wichtig dabei ist, dass Sie nicht nach Bewerbungsgesprächen suchen, sondern die Geschichten der Menschen verstehen wollen, die Ihren Traumjob seit Jahren ausüben. Da es sich um Ihren Traumjob handelt, sollte Ihr Interesse und Ihre Neugier in diesem Feld in jedem Fall ganz automatisch groß sein. Am besten wäre es natürlich, wenn Sie bereits von jemanden empfohlen werden können. Aber auch wenn das nicht der Fall ist, könnten Sie beispielsweise per Xing, LinkedIn oder E-Mail einen Stelleninhaber anschreiben und fragen, ob derjenige bereit ist, bei einem Kaffee seine Arbeitsgeschichte mit Ihnen zu teilen.
  2. Fragen, die Sie im Gespräch nutzen können sind:
    • Wie sind Sie zu Ihrem Job gekommen?
    • Was bereitet Ihnen Freude an Ihrem Beruf?
    • Welche Herausforderungen mussten Sie in Ihrer Arbeit schon überwinden?
    • Was frustriert Sie manchmal auf der Arbeit?
    • Wo sehen Sie Nachteile in Ihrem Berufsfeld?
    • Welche Vorteile sehen Sie in Ihrem Berufsfeld?
    • Welche Eigenschaften, Kenntnisse und Fähigkeiten helfen Ihnen, erfolgreich in Ihrem Beruf zu sein?
    • Wenn Sie eine Sache in Ihrer Arbeit optimieren könnten, was wäre das?

    Ganz am Ende des Interviews können Sie dann mit folgender Frage schließen: „Je mehr ich Ihre Arbeit und Ihren Bereich kennenlerne, desto faszinierender finde ich ihn. Ich frage mich, welche Schritte Sie mir empfehlen würden, wenn ich in einem ähnlichen Beruf arbeiten wollen würde?“ Es ist wichtig, dass Sie dies ganz am Ende fragen, da sich damit der Gesprächsfokus von einem offenen Gespräch über eine Arbeit zu einer Stellensuche verschiebt.

  3. Betreiben Sie Prototyping. Damit ist gemeint, dass Sie, bevor Sie sich fest für einen neuen Job entscheiden, erst einmal ausprobieren, ob es wirklich Ihr Traumjob ist. Insbesondere, wenn der Unterschied von Ihrer jetzigen Arbeit zu Ihrem Wunschjob groß ist und Sie wenig Erfahrung in dem neuen Bereich haben, sollten Sie den neuen Job ausgiebig testen. Eine erste Möglichkeit dazu sind natürlich die weiter oben angesprochenen Interviews. Durch diese Interviews lernen Sie durch die Augen von anderen. Im nächsten Schritt könnten Sie überlegen, ob es einen der Gesprächspartner gibt, dem Sie gerne einmal einen Tag über die Schultern schauen würden.

Ein noch tieferes Ausprobieren wäre dann, wenn Sie beispielsweise einmal eine Urlaubswoche investieren, um kostenlos in dem Bereich, in dem Sie arbeiten wollen, zu unterstützen. Sie könnten aber auch probieren, einen Nebenjob zu finden, der der Arbeit Ihres Traumjobs entspricht.

Eine weitere Möglichkeit und zeitlich eine wesentlich größere Investition wäre es, ein mehrmonatiges Praktikum im Bereich Ihres Traumjobs zu absolvieren, beispielsweise während eines kurzen Sabbaticals. Auch wenn dies nach einem sehr großen Investment aussieht, kann es sehr lohnenswert sein. Sollte Ihnen die Arbeit nicht zusagen, werden Sie froh sein, nur ein Praktikum gemacht zu haben und wenn Ihnen die Arbeit zusagt, haben Sie schon mehrmonatige Erfahrung in dem Bereich gesammelt.

Durch das Netzwerk, dass Sie durch Ihre Interviews aufgebaut haben, werden Sie gut in der Lage sein, Ansprechpartner zu finden, die Sie dabei unterstützen können, ein Probearbeiten in Ihrem Traumjob zu realisieren. Wenn Sie sich dann sicher sind, dass es Ihr Traumjob ist, steht einer Bewerbung nichts mehr im Wege oder vielleicht haben Sie ja auch schon ein Jobangebot durch Ihr neues Netzwerk auf dem Tisch liegen.

Mathias Minsel ist Gründer und Wegbegleiter auf Neustartimjob.de. Der studierte Wirtschaftspsychologe unterstützt Menschen, genau den Job zu finden, der ihnen morgens Energie und Motivation gibt und sie abends glücklich einschlafen lässt.

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