Von der Uni gleich in den Job? Pause ist besser

Spätestens seit der Einführung des Bachelor- und Master-Systems, sind die Zeiten des entspannten Studiums vorbei. Module müssen belegt, Scheine erworben und Regelstudienzeiten bestmöglich eingehalten werden. Jeder, der länger als drei Jahre studiert – beim Master dürfen es maximal fünf Jahre sein – gilt bereits als Langzeitstudent. Zusätzlich zu den hohen Erwartungen während des Studiums, steigt auch der Druck im Anschluss. Viele Studenten streben deshalb einen möglichst fließenden Übergang von der Uni ins Berufsleben an. Aber ist das wirklich der beste Weg? Wir glauben nicht, denn gerade die Zeit nach dem Studium bietet viele Möglichkeiten. Wir zeigen, warum eine angemessene Pause nach dem Abschluss Ihres Studiums angebracht ist…

Von der Uni gleich in den Job? Pause ist besser

Druck und Anforderungen an Studenten steigen

Viele Universitäten freuen sich über das Wachstum der Studentenzahlen, doch gleichzeitig hat diese Entwicklung auch negative Auswirkungen – die insbesondere die Studenten selbst zu spüren bekommen. Das Umfeld, aber vor allem auch der Arbeitsmarkt, stellen immer höhere Anforderungen an Studenten und deren Abschlüsse.

Die große Konkurrenz lässt auch Studenten den Druck spüren. Wer bereits in seinem Studiengang mehrere hundert Kommilitonen hat, benötigt nicht mehr viel Fantasie, um sich die Zustände am Arbeitsmarkt und das Verhältnis von Arbeitsplätzen und Bewerberzahlen vorzustellen. Die Folge: Die Studienzeit wird so kurz wie möglich gehalten und sobald das Abschlusszeugnis in den Händen gehalten wird, sollte am besten der erste Arbeitsvertrag schon unterschrieben sein.

Aber ist der schnelle Einstieg im Anschluss ans Studium wirklich ratsam? Selbstverständlich dient der Besuch einer Universität in erster Linie der Vorbereitung auf das darauf folgende Berufsleben, doch lässt sich die Zeit zwischen Exmatrikulation und Berufseinstieg auch anders gestalten – und das aus gutem Grund.

Gute Gründe für die Pause nach dem Studium

Wer sich einen Musterstudenten vorstellt, wird in seiner Beschreibung wahrscheinlich nicht erwähnen, dass dieser nach dem Studium erst einmal eine Pause einlegt. Das passt einfach nicht in das Bild eines disziplinierten und gut ausgebildeten Studenten. Dabei macht es durchaus Sinn und es gibt sogar einige Gründe, die für eine Pause nach dem abgeschlossenen Studium sprechen:

  • Sie werden keine bessere Zeit dafür finden. Hat das Arbeitsleben erst einmal begonnen, bleibt meist nicht genügend Zeit, um nochmal eine längere Pause einzulegen. Der Urlaub ist kurz und die anstehenden Verpflichtungen groß.
  • Sie sammeln wichtige Erfahrungen. All die Dinge, für die während des stressigen Studiums keine Zeit war, können nachgeholt werden. Die hier gesammelten Erfahrungen können prägend für das weitere berufliche Leben sein.
  • Sie bereiten sich auf Veränderungen vor. Der Wechsel zwischen Studium und Job bringt für Studenten große Veränderungen mit. Eine Pause bietet die Gelegenheit, sich darauf vorzubereiten und den neuen Lebensabschnitt einzuleiten.

Wie Sie die Pause sinnvoll gestalten können

Sie haben sich also dafür entscheiden, nach Ihrem erfolgreichen Studium erst einmal eine Pause einzulegen. Bleibt allerdings die Frage, wie Sie diese gestalten. Denn auch wenn Sie Ihren Berufseinstieg noch ein wenig nach hinten verschieben, dürfen Sie diesen natürlich nicht völlig aus den Augen verlieren. Eine begründete Pause mit passenden Inhalten kann Ihnen im Vorstellungsgespräch möglicherweise behilflich sein. Müssen Sie dort jedoch zugeben, dass Sie die letzten sechs Monate ohne erkennbaren Grund nichts getan haben, wird die positive Darstellung schon schwieriger. Deshalb haben wir drei Möglichkeiten gesammelt, wie Sie die Pause nach Ihrem Studium sinnvoll gestalten können.

  1. Bereisen Sie die Welt

    Andere Länder und Kulturen kennenzulernen, ist eine gute Möglichkeit, um den eigenen Horizont zu erweitern. Natürlich ist nach dem anstrengenden Studium auch ein entspannender Urlaub am Strand erlaubt, in dem der Stress abgebaut wird und die nötige Kraft für den Arbeitseinstieg gesammelt wird. Doch sollten Sie die Zeit auch nutzen, um neue Erfahrungen zu sammeln. Je außergewöhnlicher und prägender diese sind, desto besser eignen sie sich als Erwähnung in den folgenden Bewerbungen und Vorstellungsgesprächen.

  2. Lernen Sie etwas Neues

    Sie wollen schon immer klettern lernen oder vielleicht eine Programmiersprache lernen? Dann machen Sie jetzt genau das. Sollte die neu erlernte Fähigkeit etwas mit dem späteren Beruf zu tun haben – umso besser. Doch auch wenn es etwas völlig anderes ist, sollten Sie es anpacken. Zum einen werden Sie das gute Gefühl haben, sich einen Wunsch erfüllen zu können, und zum anderen arbeiten Sie an Ihrem Selbstbewusstsein, wenn Sie sich etwas vornehmen und auch wirklich erreichen.

  3. Planen Sie Ihr Vorgehen

    Nach dem Studium möglichst schnell in den Job einzusteigen, mag auf den ersten Blick effizient erscheinen. Wer dabei jedoch übereilt oder unbedacht vorgeht, wird diese Hektik später möglicherweise bereuen. Nehmen Sie sich die Zeit, um Ihren Berufseinstieg zu planen. Welche Branche streben Sie an, was soll Ihr Wunscharbeitgeber mitbringen und wie können Sie Ihre Chancen erhöhen?

[Bildnachweis: chaoss by Shutterstock.com]
14. Juli 2015 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px

Andere Besucher lesen gerade diese Artikel:



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!