Warum Sie großartiger sind, als Sie denken

Wahre Größe lässt sich nicht daran erkennen, wie einer Menschen mit hohem Sozialstatus behandelt oder gar selbst hofiert wird. Sie verrät sich vielmehr in Kleinigkeiten, in der Persönlichkeit und Charakterreife und -stärke. Leider sind diese Eigenschaften selten zu finden, weil viele Ursache mit Wirkung verwechseln: Sie wollen respektiert und bewundert werden, vergessen aber, dass dies die Folgen von monumentalen Werten und persönlicher Integrität sind. So etwas entwickelt keiner über Nacht, aber oft finden sich bereits gute Ansätze, die sich entwickeln lassen. Weswegen manche vielleicht schon viel großartiger sind, als Sie denken

Warum Sie großartiger sind, als Sie denken

Wie sich wahre Größe offenbart

Es gibt immer zwei Dimensionen, wahre Größe zu zeigen:

  • Sich selbst gegenüber.
  • Gegenüber anderen.

Wie oft gehen wir mit uns zu hart ins Gericht oder legen einen viel zu hohen Maßstab an, wenn es um die Bewertung der eigenen Aufgaben geht? Natürlich erwartet jeder von sich selbst das Beste. Diese Einstellung kann auch motivieren und das eigene Selbstbewusstsein steigern. Wahre Größe sich selbst gegenüber zeigt sich aber vor allem in den Niederlagen und Rückschlägen.

Umgekehrt offenbart sich die Größe gegenüber anderen gerade dort, wo wir mit Menschen umgehen und wie wir jene behandeln, zu denen wir nicht aufsehen oder von denen wir nicht profitieren werden.

Wer über den Status eines Menschen hinweg und hindurch blickt, der erkennt nicht nur sein wahres Gegenüber, sondern auch sich selbst.

Apropos: Womöglich sind auch Sie viel großartiger, als Sie meinen. Wenn Sie Lust haben, lesen Sie die folgende Liste auferksam durch – und entdecken die dort aufgeführten Eigenschaften großartiger Menschen auch in Ihnen…

10 Eigenschaften großartiger Menschen

  1. Sie sind dankbar.

    Dankbarkeit ist der beste und zugleich edelste Weg zu mehr Glück und Erfolg. Sie verbessert sowohl die Beziehungen zu anderen Menschen, wie auch unsere Einstellung und Motivation. Schon Goethe betonte, er habe nie gesehen, „dass tüchtige Menschen undankbar gewesen wären“.

    Und die Geschichte gibt ihm recht: Nicht diejenigen, die Geld hatten, waren wirklich reich, sondern die Dankbaren. Wirklich großartige Menschen schätzen den Augenblick, die kleinen Dinge des Lebens ebenso wie die großen – und sie können viel und oft Danke sagen.

  2. Sie vergleichen sich nicht mit anderen.

    Alles ist relativ – Erfolg aber nicht. Es ist ein Irrglaube, Erfolg sei ein Nullsummenspiel, bei dem man nur gewinnt, wenn ein anderer verliert. Riesenfehler! Erfolg hat, wer seine eigenen (!) Ziele erreicht – und die können höchst verschieden und wenig monetär sein. „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“, sinnierte einst Søren Kierkegaard.

    Von Benjamin Franklin stammt indes das Bonmot: „Der unzufriedene Mensch findet keinen bequemen Stuhl.“ Großartige Menschen dagegen sind mit den Umständen einverstanden und empfinden tiefe Genugtuung bei allem, was sie selbst erreichen und haben. So sind sie innerlich ausgeglichen und empfinden große Zufriedenheit.

  3. Sie suchen keine Perfektion.

    Es ist ein Fehler, nie Fehler machen zu wollen. Manche Menschen verschwenden ihr ganzes Leben bei diesem Versuch. Alle Dinge 100-prozentig und perfekt zu erledigen, führt nicht nur zum ProkrastinierenPerfektionismus führt zum Tunnelblick und ist häufig auch ineffektiv.

    Der klassische Teufelskreis: Egal, was man erreicht, es ist nie gut genug. Die Suche nach Perfektion ist eine ewige Jagd, die niemals endet und deshalb oft in vermindertem Selbstvertrauen mündet oder dafür sorgt, dass man sich an Erreichtem nicht mehr freuen kann. Das Glück – es ist einem immer einen Schritt voraus.

  4. Sie sind optimistisch.

    Optimismus klingt natürlich zunächst verdächtig nach positiver Psychologie und der typischen Du-kannst-alles-schaffen-was-du-willst-Tschakka-Soße. Und zugegeben, der Grat zwischen seriöser Lebenshilfe und Scharlatanerie ist schmal.

    Doch wahr ist eben auch: Kaum etwas spornt Menschen so sehr an wie die Kraft der Zuversicht – die Aussicht, dass Ihr Vorhaben gelingen kann und Probleme überwunden werden. Immer mehr Studien deuten gar darauf hin, dass Optimismus eine lange unterschätze Eigenschaft ist, die nicht nur unsere Weltsicht verändert, sondern auch unsere Gesundheit und den Lebenserfolg.

  5. Sie können warten.

    Ob Selbstkontrolle, Gratifikationsverzicht oder Frustrationstoleranz: Geduld hat viele Namen. Sie gehört zu den Kerntugenden und bezeichnet – kurz – die Fähigkeit, auf etwas oder seine Zeit warten zu können.

    Wissenschaftler sind sich heute sogar einig: Wer sich gedulden und spontanen Impulsen widerstehen kann, verdient meist mehr, lebt gesünder und ist obendrein glücklicher. Geduld schlägt sogar Intelligenz.

  6. Sie sind unabhängig von der Meinung anderer.

    Es gibt Menschen, die brauchen ständig die Bestätigung von anderen. Doch wer etwas tut, nur um dafür Applaus einzuheimsen, macht sich abhängig. Alles, was Sie tun oder anstreben, ist dann nur gut und gelungen, weil jemand anderes das sagt. Schon Platon erkannte: „Ich kenne keinen sicheren Weg zum Erfolg, aber einen sicheren Weg zum Misserfolg – es allen recht machen zu wollen.“

    Die Versuchung ist oft groß, einzuknicken, nachzugeben, um nicht zu kämpfen oder zu Schaden zu kommen. Es ist bequemer. Die meisten Menschen aber verachten Anpasser und Wendehälse – und bewundern jene, die sich selbst treu bleiben, Rückgrat beweisen und so hohe Glaubwürdigkeit und Respekt verdienen.

  7. Sie sind tolerant.

    Großartige Menschen zeichnen sich nicht zuletzt dadurch aus, dass sie andere Menschen annehmen können, wie diese sind – mit all ihren Unzulänglichkeiten und Fehlern. Das heißt nicht, dass man alles davon gut findet oder nichts dazu sagt.

    Es bedeutet aber, andere aufgrund ihrer Andersartigkeit nicht gleich abzulehnen, sondern ihnen trotzdem oder gerade deswegen ein Lächeln zu schenken. Der Kleingeist dagegen zelebriert den Fingerzeig und die noch so nebensächlichen Fehler anderer – und nimmt alles gleich persönlich.

  8. Sie besitzen Mut.

    Wer etwas bewegen, über sich hinauswachsen und aufsteigen will, muss vor allem mutig handeln. Die vielbeschworene und bewunderte Charaktereigenschaft, die uns befähigt, Widerstände und Gefahren zu überwinden oder uns für eine Sache oder unsere Mitmenschen einzusetzen, ist allerdings selten.

    Schade. Denn Mut ist ein wesentlicher Motor des Fortschritts, der Wahrheit und der Verantwortung. Genau diese Eigenschaft aber zeichnet die (insgeheim) Großartigen aus – ebenso wie die Erkenntnis, die Vergangenheit nicht ändern zu können, wohl aber die Zukunft.

  9. Sie sind hilfsbereit.

    Was wäre Großartigkeit, wenn sie nur sich selbst dienen würde? Schon im Grundgesetz heißt es: Eigentum verpflichtet. Auch Status und Macht sind kein Eigentum, sondern Leihgaben. Sie erheben nicht nur, sie verpflichten auch. Und jeder, der sich das bewusst macht und verinnerlicht, macht diese Welt nicht nur zu einem besseren Ort, er bewahrt sich auch vor irrigen Eitelkeiten – und die sind bekanntlich die Vorstufe vom Fall. Großartige Menschen fühlen sich daher verpflichtet, abzugeben, Wissen zu teilen und dort selbstlos zu einzuschreiten, wo Hilfe gebraucht wird – zuweilen auch so, dass es keiner merkt.

    Es genügt Ihnen zu wissen, dass die Hilfe geholfen hat. Ich kenne ein Paar, die stecken manchmal etwas Geld – 50 Euro bis 500 Euro – in Kuverts und werfen diese nachts in die Briefkästen von Menschen, die gerade dringend Geld brauchen. Kein Absender, kein Begleitbrief dazu – es soll allein ein Geschenk aus heiterem Himmel sein. Sie ahnen vielleicht, wie viel Freude und Kraft dieses Paar allein aus dem Gedanken schöpft, wie die Beschenkten ihre Post öffnen… Wie großartig!

  10. Sie kennen ihre Grenzen.

    Großartigkeit ist allerdings nie grenzenlos. Natürlich sind auch diese Menschen alles andere als perfekt oder vor Niederlagen gefeit. Auch sie erleben schlechte Zeiten, Rückschläge und ihre eigenen Unzulänglichkeiten. Doch genau hierin offenbart sich ebenso Größe: zu wissen, was man kann und auch nicht kann oder weiß; ehrlich und offen mit seinen Limitierungen umzugehen und diese durch Freunde und Partner auszugleichen.

    Schließlich lässt sich auch so oder gerade dadurch wachsen. Das Leben genießen sie natürlich trotzdem – und bringen so viel Licht in diese Welt.

7 Angewohnheiten, die abstoßen und unsympathisch machen

7 Angewohnheiten, die abstoßen und unsympathisch machenWir alle pflegen ein paar Verhaltensweisen, die uns nur allzu menschlich machen. Amüsante kleine Macken und Marotten, die einmal mehr beweisen, dass der Mensch nun mal nicht perfekt ist – aber gerade deshalb umso liebenswürdiger.

Es gib allerdings auch ein paar Angewohnheiten, die das genaue Gegenteil belegen und bewirken. Sie sind Gift für Beziehungen – für unsere Sympathiewerte sowieso. Manchen ist das nicht einmal bewusst und sie wundern sich, warum sie so häufig auf Ablehnung stoßen oder unglücklich sind. Dann wird es Zeit für ein bisschen Selbstreflexion: Hier sind sind sieben Eigenschaften, die andere abstoßen

  1. Nicht zuhören können.

    Immer nur reden, reden, reden… Kennen Sie das, wenn Sie jemandem etwas von sich erzählen, preisgeben oder Gefühle teilen – und der- oder diejenige erzählt sofort eine eigene Geschichte, Motto: Ja, das kenne ich. Das ging mir genauso als ich… blablabla. Dann denkt man: Schön, dass dein Leben so großartig ist, aber eigentlich suche ich gerade einen Zuhörer! Nichts gegen mitreißende Eloquenz und geschliffene Rhetorik. Doch wird dabei oft jene Eigenschaft vergessen, die weitaus weniger kräftezehrend wirkt und obendrein viel anziehender wirkt: das Zuhören können. Jedenfalls ist uns kein Beispiel bekannt, dass sich jemand um Kopf und Kragen zugehört hätte. Was das Reden anbelangt, aber sehr wohl…

  2. Nicht gönnen können.

    Schon in der Bibel gilt Neid als Todsünde. Und es ist ja auch so: Wer im Leben Erfolg hat, muss nicht lange auf Eifersucht, Neider und Missgünstlinge warten, die ihm nicht mal das Schwarze unter den Nägeln gönnen. Das ist manchmal anstrengend, manchmal ärgerlich, zuweilen kann Neid aber auch motivierend sein (als höchste Form der Anerkennung). Aber im Zwischenmenschlichen stößt die Eigenschaft jedoch massiv ab. Solche Menschen vergleichen sich ständig mit anderen, sind undankbar und in der Folge zutiefst unzufrieden – und lassen das jeden spüren, dem es irgendwie und scheinbar besser geht. Gefährlich! Denn statt in anderen Bonzen oder Besserverdiener zu sehen, könnten sie ebenso als Teil-Vorbilder dienen, von denen man immer auch etwas lernen kann.

  3. Keine Verantwortung übernehmen.

    Wie heißt es so schön: Der Erfolg kennt viele Väter, der Misserfolg nur einen. Bei diesen Menschen ist es genau umgekehrt: Schuld haben immer nur die anderen, die Umstände sowieso. Ihr Schicksal sind ihre Mitmenschen, die sie für alles und jede schwierige Situation verantwortlich machen. Anziehend wirkt das nicht, schon gar nicht glaubwürdig oder reif. Das Gegenteil ist der Fall: Wer Verantwortung übernimmt, vielleicht auch seine Schwächen eingesteht und ehrlich Hilfe sucht, wird nicht nur respektiert, sondern auch größer: Hier ist jemand, der zu sich und seinem Handeln in aller Konsequenz steht.

  4. Alles negativ sehen.

    Keine Bange, das wird kein Verkaufsgespräch für eine rosarote Brille. Gesunde Skepsis und kritische Analyse sind enorm wertvoll und können vor großem Schaden bewahren – im Privaten ebenso wie in Unternehmen. Aber es gibt Menschen, die haben einen toxischen, infektiösen Charakter. Ihr Schwarzsehen und Negativismus und ihre destabilisierende Wirkung überträgt sich auf alle in ihrer Umgebung: Sie finden in jeder Suppe ein Haar, den Haken in jeder Idee und sie treten schon auf die Bremse, bevor der Motor überhaupt gestartet wurde. Das ist nicht nur abstoßend: Wer solche Menschen nicht meidet, wird von ihnen unweigerlich in den Abgrund gerissen.

  5. Kein Gespür haben.

    Man könnte auch sagen: Solche Menschen besitzen keinerlei Empathie und Impulskontrolle. Sie agieren erratisch bis eruptiv und lassen Ihren Gefühle völlig unkontrollierten freien Lauf. Je nach Laune und Lage. Im Positiven könnte man hier auch große Leidenschaft unterstellen. Doch dieses Verhalten geht darüber hinaus: Dahinter steckt starke Egozentrik, denn letztlich sehen diese taktlosen Typen nur Ihre eigenen Emotionen, nicht aber die der anderen oder wie ihre auf diese wirken. Womöglich ist es ihnen sogar egal. Sie machen, was sie wollen – egal, ob es andere behindert oder verletzt. Nicht wenige Chefs agieren genau so.

  6. Sich für besser halten.

    Diese Unart muss man nicht lange erklären: Es ist Arroganz. Diese Menschen sind grob, unhöflich und unpünktlich – und sie sind davon überzeugt, etwas Besseres zu sein als alle anderen. Man könnte auch sagen, Sie beherrschen die Kunst zur Miniaturisierung: Sie manchen jeden klein, der sich auf Ihre Augenhöhe wagt. Daraus schöpfen sie dann sogar noch Selbstsicherheit und Balsam für ihr Ego: andere kritisieren, ungefragt beratschlagen, nieder machen – Hauptsache, sie stehen in der Relation darüber. Solche Menschen sind berechnend – und zutiefst unsympathisch.

  7. Schlecht über andere reden.

    Gerüchte werden von Neidern erfunden, von Dummen verbreitet und von Idioten geglaubt, lautet ein berühmtes Bonmot. Tatsächlich sind Klatsch und Tratsch ein wichtiger sozialer Kitt: Sie funktionieren wie ein Ventil, verbinden aber auch und gehören zum Statusspiel – wie jedes Herrschaftswissen. Doch es gibt einen Unterschied zwischen Flurfunk und Flüsterpropaganda auf der einen Seite und Läsereien auf der anderen Seite. „Haste schon gehört…?“ Dahinter kann sich ebenso ein nützlicher Wissensvorspruch verbergen wie eine gemeine Intrige und pure Bosheit. Wer schon in der Gerüchteküche mitkochen will, sollte dabei positiv und amüsant bleiben. Schandmäuliges Geläster mag niemand auf Dauer. Und am Ende bleibt der meiste Dreck doch nur am Werfer hängen.

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[Bildnachweis: alphaspirit by Shutterstock.com]
1. Juli 2018 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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