Weniger Gehalt nach Jobwechsel: Bitte rechnen!

Bei einem Jobwechsel wollen die meisten Arbeitnehmer beruflich einen Schritt nach vorne machen, die Karriereleiter ein Stück weiter hinauf klettern und natürlich im besten Fall auch eine bessere Bezahlung als im alten Job erhalten. Zwangsläufig ist das aber nicht der Fall. Manchmal hat man sogar gute Gründe für einen Jobwechsel und akzeptiert dafür auch gerne ein geringeres Gehalt. Wichtig ist allerdings, dass man sich darüber im Klaren ist, wie groß der Unterschied auf dem Konto am Ende tatsächlich ist, denn nicht immer ist bei einem Jobwechsel so einfach ersichtlich, wie die Bezahlung ausfallen wird…

Weniger Gehalt nach Jobwechsel: Bitte rechnen!

Warum akzeptiert man ein geringeres Gehalt nach dem Jobwechsel?

Auf den ersten Blick scheint es unverständlich: Ein freiwilliger Jobwechsel, obwohl sich dadurch die eigene finanzielle Situation verschlechtern könnte? Für die meisten sind Jobwechsel ein Karriereschritt, der dieser nützen sollte und dazu gehört eben fast immer auch eine bessere – oder zumindest gleichbleibende – Bezahlung.

Dabei wird gerne vergessen, dass es Motivationen gibt, die nichts mit Geld zu tun haben und oft weitaus persönlicher sind. Tatsächlich gibt es einige gute Gründe, sich nach einem neuen Job umzusehen, auch wenn dieser weniger Gehalt verspricht als die jetzige Position:

  • Probleme mit dem alten Arbeitgeber. Wer sich in seinem Job unwohl fühlt, dauerhaft im Streit mit dem Chef oder dem Management liegt und mit jeder Woche unzufriedener wird, ist oft so verzweifelt, dass Geld zum eher nebensächlichen Faktor wird. Man möchte nur noch aus der beruflichen Situation entkommen.
  • Stress soll reduziert werden. Manchmal ist der Rückschritt eine ganz bewusste Karriereentscheidung. Wird der Stress im Job immer größer, tägliche Überstunden werden zur Selbstverständlichkeit und Zeit für Familie oder Erholung ist fast nicht mehr vorhanden, kann es der richtige Weg sein, beruflich kürzer zu treten.
  • Keine langfristigen Perspektiven. Auch wenn man eigentlich mit der aktuellen Situation ganz zufrieden ist, kann es manchmal verständlich sein, sich für eine andere Stelle zu interessieren, die weniger Gehalt bedeutet. Hier zählt der langfristige Gedanke, da vielleicht der neue Arbeitgeber deutlich bessere Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet und so Perspektiven schafft, die bisher nicht gegeben waren.
  • Schlechte Arbeitseinstellung und mangelnde Mitbestimmung. Jede Jobentscheidung ist ein Abwägen zwischen Vor- und Nachteilen, die sehr individuell sein können. Auf der Suche nach einer Arbeitsumgebung, die den eigenen Vorstellungen eher entspricht, die eigenen Stärken fördert und mehr Spaß macht, sind viele bereit, auf einen Teil des Gehalts zu verzichten.

Weniger Gehalt nach Jobwechsel: Darauf sollten Sie achten

Syda Productions/shutterstock.comAuch wenn Sie gute Gründe für einen Jobwechsel trotz weniger Gehalt haben, sollten Sie dabei nicht vorschnell handeln. Es ist nur allzu verständlich, dass Sie einen Job möglichst zeitnah verlassen wollen, wenn dieser Sie unglücklich macht, aber noch schlimmer wird die Situation, wenn Sie in eine Position wechseln, in der Sie erneut auf die gleichen Probleme und Belastungen treffen und dazu noch deutlich weniger Geld verdienen. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, für einen neuen und hoffentlich besseren Job beim Gehalt einige Abstriche zu machen, sollten Sie dabei auf einige Dinge achten:

  1. Wie viel verdienen Sie dort wirklich?

    Auch nach dem Jobwechsel gilt: Am Ende des Monats muss das neue Gehalt ausreichen, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Zwar kann man sich den neuen Gegebenheiten anpassen und sparsamer sein, wird die Differenz aber zu groß, sind die Folgen für den privaten Bereich weitaus größer, als man vielleicht erwartet hat.

    Sie sollten sich daher informieren, wie hoch das Gehalt tatsächlich ausfällt. Dazu eignen sich Brutto-Netto-Rechner aber auch weitere Informationen, wenn zum Gehalt beispielsweise ein Firmenwagen kommt, der sich auf die finanzielle Situation auswirken kann.

  2. Klären Sie Ihre Prioritäten für den Jobwechsel

    Ein simples Ich will einfach weg… ist zwar der erste Impuls, doch sollten Sie genauer wissen, was Sie mit dem Wechsel eigentlich verändern wollen. Geld ist nicht das Hauptmotiv, aber um den richtigen Schritt zu machen und nicht nach wenigen Wochen wieder in der gleichen Lage festzustecken, müssen Sie wissen, ob Sie auf der Suche nach mehr Selbstbestimmung, anderen Kollegen oder auch neuen Aufgaben sind.

  3. Machen Sie falls möglich einen Testlauf

    Die beste Möglichkeit, um herauszufinden, ob der Wechsel die erhoffte Wirkung zeigt, ist ein Probearbeiten. Jeder Arbeitgeber macht erst einmal Eigenwerbung und präsentiert seine besten Seiten. Erst wenn Sie wirklich im Betrieb sind, können Sie die alltäglichen Abläufe kennenlernen und werden sich ein Bild davon machen können, ob dies eine langfristige Option für Sie ist.

[Bildnachweis: Piotr Marcinski, Syda Productions by Shutterstock.com]
19. September 2016 Nils Warkentin Autor Profilbild Autor: Nils Warkentin

Nils Warkentin studierte Business Administration an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und sammelte Erfahrungen im Projektmanagement. Auf der Karrierebibel widmet er sich Themen rund um Studium, Berufseinstieg und Büroalltag.

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