Wer an Geld denkt, dem wird kalt

Über Geld sprechen wir Deutsche nicht gern. Jedenfalls nicht über das eigene Einkommen. Trotzdem denken viele daran, manche vielleicht sogar mehrmals am Tag. Keine gute Idee! Denn laut einer Gemeinschaftsstudie von Forschern um Leonie Reutner von der Universität von Basel und Kollegen Universität von Salzburg, wird uns beim Gedanken an Geld prompt kälter…

Wer an Geld denkt, dem wird kalt

Warme Gedanken machen? Nicht mit Geld!

In einem der Versuche sollten beispielsweise 40 Probanden die Anzahl von Banknoten in einem Glas schätzen; eine zweite Gruppe absolvierte dieselbe Schätzfragen – nur waren diesmal lediglich Briefkuverts im Glas. Gleichzeitig wurden die Teilnehmer gefragt, wie warm sie den Raum fanden… Und tatsächlich: Wer das Geld vor Augen hatte, empfand den Raum kälter.

In einem weiteren Experiment sollten 62 Probanden ihren Arm in einen Eimer mit Wasser halten und die Temperatur schätzen. Wieder wurden eine der Gruppen manipuliert, sodass diese an Geld dachte. Resultat: Ihr Wasser (obwohl es faktisch keinen Unterschied gab) fühlte sich für sie kälter an.

Schon vergangene Studien hätten gezeigt, dass Kälte mehr als nur eine Metapher für soziale Kälte oder egozentrisches Verhalten ist, schreibt Leonie Reutner:

Instead, feelings of social and physical coldness are to some degree interchangeable. This overlap is thought to stem from early childhood experiences of physical warmth (or lack thereof), which are later abstracted to broader concepts of (social) warmth and coldness.

Faszinierend an der Studie ist daher wie allein schon der Gedanke an Geld unsere Gefühle, bis hin zu Wahrnehmung von Temperaturen beeinflussen kann. Dass Geld ohnehin nicht nachhaltig motiviert, noch glücklich macht, wissen wir ja schon…

[Bildnachweis: Rob Stark by Shutterstock.com]
2. März 2015 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

Karrierefragen Hinweis Artikel Unten 1000px

Andere Besucher lesen gerade diese Artikel:



Stellenanzeigen finden Sie auf www.karrieresprung.de.


Fertig gelesen? Zurück zur Startseite!