Worauf Accenture bei der Bewerbung achtet

Die formalen Kriterien bei Bewerbungen mögen feststehen, doch jedes Unternehmen setzt ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Beim einen kommt es vor allem auf die Softskills und die sozialen Fähigkeiten des Bewerbers an, während das andere Unternehmen primär auf die fachlichen Kompetenzen und das Layout der Bewerbungsunterlagen achtet. Um Ihnen einen Blick in die Auswahlprozesse von Unternehmen zu bieten, haben wir verschiedene Firmen mit Hilfe eines Fragebogens zu deren Bewerbungsprozess interviewt. Die Antworten veröffentlichen wir im Rahmen unseres Arbeitgeberchecks, heute stammen sie von Simone Wamsteker, ihres Zeichens Recruiting-Chefin bei Accenture.

Worauf Accenture bei der Bewerbung achtet

Worauf Accenture bei der Bewerbung achtet

Als einer der – nach eigenen Angaben – weltweit führenden Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister erhält Accenture natürlich Bewerbungen aus allen Fachbereichen. Um diese schnell und effizient bearbeiten zu können, setzt das Unternehmen im Bewerbungsprozess ganz auf das firmeneigene Online-Bewerbungssystem. Mit Erfolg: Nach eigener Aussage erhalten Bewerber bei Accenture in der Regel nach weniger als zwei Wochen eine Rückmeldung zu ihrer Bewerbung. Wir danken für die Beantwortung unseres Fragebogens.

  • Bewerbungsmappen – lieber Hochglanz oder Pappe?
    Weder noch – 98 Prozent unserer eingehenden Bewerbungen laufen rein online ab, am besten über unsere Karriereseiten für Deutschland, Österreich oder die Schweiz. Sämtliche Jobs findet man natürlich auch auf unserer Facebook-Seite.
  • Anschreiben – lieber klassisch oder kreativ?
    Lieber klassisch.
  • Eine oder zwei Seiten für das Anschreiben?
    Das kommt auf die Erfahrung des Bewerbers an.
  • Youtube-Videos und Blogs als Ergänzung?
    Nein, sind für uns nicht wirklich interessant.
  • Wie viele Tippfehler sind das Aus?
    Im Zweifel ein einzelner.
  • Gehaltsvorstellungen angeben?
    Ja, bitte.
  • Das größte Tabu in der Bewerbung?
    Copy/Paste-Fehler und dabei am besten noch eine andere Stelle oder ein anderes Unternehmen erwähnen.
  • Lebenslauf – chronologisch, amerikanisch oder thematisch?
    Chronologisch.
  • Interessieren Hobbys?
    Ja, wenn sie den Lebenslauf sinnvoll ergänzen.
  • Mit oder ohne Bewerbungsfoto?
    Ein Bewerbungsfoto wird bei uns nicht benötigt – wir sind AGG-konform.
  • Farbe oder Schwarz/Weiß?
    Spielt keine Rolle.
  • Dritte Seite – ja oder nein?
    Kommt auf die Erfahrung des Bewerbers an.
  • Wie viele Zeugnisse dazu?
    Alle relevanten.
  • Lieber Post-, E-Mail- oder Online-Bewerbungen?
    Definitiv online über unsere Karriereseite. Hier findet man sämtliche Jobs und verschiedene Suchmöglichkeiten (Uniabsolventen, Berufserfahrene, regionale Jobs, und so weiter)
  • Ist Nachfragen nach zwei Wochen okay?
    Das ist nicht nötig, da wir schneller sind. Außerdem kann der Stand der Bewerbung jederzeit bequem im Bewerbungstool erfragt werden. Falls jemand natürlich dennoch nachfragen möchte, ist das jederzeit möglich.
  • Wie viele Initiativbewerber bekamen zuletzt einen Job?
    Alle, die ein relevantes Profil besaßen.
  • Googlen Sie Kandidaten?
    Nein.
  • Wie lange dauert der Bewerbungsprozess im Schnitt?
    Bei Uniabsolventen zwei Wochen, bei Bewerbern mit Berufserfahrung etwa drei bis vier Wochen.
  • Der gruseligste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?
    Schwierig, von den Turnschuhen über Papas Anzug bis hin zu goldenen Absätzen war alles schon dabei. Es gab auch schon Kandidaten, die ihre Unterlagen in der Plastiktüte dabei hatten, ein anderer legte uns im Gespräch seinen angebissenen Apfel auf den Tisch. Am originellsten war sicher der Kandidat, der auf die Frage, wieso zwischen seinem Abschluss und dem Beginn seiner Bewerbungsphase so viel Zeit vergangen sei meinte, dass er ja schließlich Zeit dafür bräuchte, den passenden Gürtel für sein Bewerbungsoutfit zu finden, zumal er ja Vegetarier sei und kein Leder trage.
  • Der genialste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?
    Ein genialer Moment ist natürlich, wenn man Kandidaten mit einer positiven Nachricht dermaßen begeistern kann, dass ihnen die Freudentränen in den Augen stehen. Solche Momente sind unbezahlbar.
[Bildnachweis: Accenture]
7. Dezember 2012 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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