Worauf BASF bei der Bewerbung achtet

Die formalen Kriterien bei Bewerbungen mögen feststehen, doch jedes Unternehmen setzt ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Beim einen kommt es vor allem auf die Softskills und die sozialen Fähigkeiten des Bewerbers an, während das andere Unternehmen primär auf die fachlichen Kompetenzen und das Layout der Bewerbungsunterlagen achtet. Um Ihnen einen Blick in die Auswahlprozesse von Unternehmen zu bieten, haben wir verschiedene Firmen mit Hilfe eines Fragebogens zu deren Bewerbungsprozess interviewt. Die Antworten veröffentlichen wir im Rahmen unserer Serie Arbeitgeberchecks, heute stammen sie von Claudia Tensierowski, Gruppenleiterin bei der europäischen Rekrutierung der BASF. Wir danken für die schnelle und kompetente Beantwortung unserer Fragen.

Worauf BASF bei der Bewerbung achtet

Worauf BASF bei der Bewerbung achtet

Als das führende Chemieunternehmen mit weltweit 111.000 Mitarbeitern erhält BASF jeden Monat zahlreiche Bewerbungen. Die Antworten bestätigen einmal mehr, dass es bei Bewerbungen auf Inhalte und präzise Formulierungen ankommt. Eine Seite sollte für das Anschreiben beispielsweise ausreichen und auch beim Lebenslauf gilt: Übersichtlichkeit und eine klare Struktur sind Trumpf.

  • Bewerbungsmappen – lieber Hochglanz oder Pappe?
    Wir bevorzugen die Bewerbung über unser Online-Bewerbungssystem, möchten aber allen Interessierten weiterhin die Möglichkeit geben, sich auch weiterhin per Post oder E-Mail zu bewerben. Dabei beeinflusst die Art der Bewerbung nicht die Chance auf eine Einstellung.
  • Anschreiben – lieber klassisch oder kreativ?
    Wenn ein Bewerber positiv auffallen möchte, sollte er seine Bewerbung so übersichtlich und informativ wie möglich gestalten. Kreative Ideen sind okay, aber wir wollen kein rosarotes Päckchen ohne Inhalt.
  • Eine oder zwei Seiten für das Anschreiben?
    Für ein aussagekräftiges und überzeugendes Anschreiben sollte eine Seite genügen.
  • Youtube-Videos und Blogs als Ergänzung?
    Bewerbungen sollten immer zielgerecht formuliert sein: Wen spreche ich in welcher Branche an? Beispielsweise kann ein zugefügtes Videoportrait bei einem Anschreiben für eine Werbeagentur einen guten Eindruck hinterlassen. Oder der eigene Tech-Blog bei einer IT-Bewerbung. Wir achten auf Informationsgehalt und Übersichtlichkeit der Bewerbung.
  • Wie viele Tippfehler sind das Aus?
    Es heißt nicht umsonst: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck. Die Bewerbungsunterlagen sind die Visitenkarte des Bewerbers. Dieser erste Eindruck ist enorm wichtig, denn auf Basis der Unterlagen fallen die ersten Entscheidungen. So trivial das klingt: Sorgfalt, Übersichtlichkeit und Vollständigkeit sind die wichtigsten Kriterien. Vor dem Abschicken der Bewerbung empfehlen wir, diese von einer Person des Vertrauens gegenlesen zu lassen. Ansonsten müssen wir davon ausgehen, dass der Bewerber auch sonst nicht sorgfältig arbeitet.
  • Gehaltsvorstellungen angeben?
    Die BASF bietet sehr viele unterschiedliche Stellen an, tariflich bis außertariflich. Bei Bewerbungen auf Stellen im außertariflichen Bereich und/oder berufserfahrenen Bewerbern kann es für beide Seiten sinnvoll sein, schon in der Bewerbung die Gehaltsvorstellungen anzugeben.
  • Das größte Tabu in der Bewerbung?
    Tabus gibt es nicht – allerdings gibt es vermeidbare Fehler. Beispielsweise passiert es, dass Bewerber in ihren Unterlagen von BASF AG sprechen – wer sich auf unserer Homepage informiert hat, weiß, dass wir keine „AG“ mehr sind, sondern mittlerweile eine „SE“. Oder, dass im Anschreiben das falsche Unternehmen genannt wird. Das zeigt, dass der Bewerber vermutlich ein Standardanschreiben verwendet. Wenn bei E-Mail-Bewerbungen der Dateiname den Namen einer anderen Firma enthält, weist dies auch auf eine standardisierte Bewerbung hin. Wir legen auch großen Wert auf die Vollständigkeit der Unterlagen – dazu zählt auch das Abiturzeugnis. Was nicht mitgeschickt wird, fordern wir nach – das verzögert den Bewerbungsprozess dann leider unnötig.
  • Lebenslauf – chronologisch, amerikanisch oder thematisch?
    Da wir viele Bewerber aus dem Ausland haben, und unser Recruiting Center in Berlin europaweit rekrutiert, nehmen wir alle gängigen Lebensläufe an. Übersichtlichkeit ist hier immer von Vorteil.
  • Interessieren Hobbys?
    Um eine Bewerbung abzurunden, können Interessen und Hobbys gerne hinzugefügt werden. Sie sollten jedoch im Rahmen bleiben.
  • Mit oder ohne Bewerbungsfoto?
    Das überlassen wir ganz dem Bewerber. Für uns und den Bewerbungsprozess macht es keinen Unterschied, ob die Bewerbung ein Foto enthält oder nicht. Falls jedoch ein Foto beigefügt ist, sollte dies von einem Fotografen gemacht worden und kein privates Foto am Strand oder im Wohnzimmer sein.
  • Farbe oder Schwarz/Weiß?
    Ganz einfach: Das Bessere. Ein Fotografentipp lautet ja, im Zweifel Schwarz/Weiß dem Bunten vorzuziehen.
  • Lieber Post-, E-Mail-oder Online-Bewerbungen?
    Alle drei stellen gängige Bewerbungsmöglichkeiten bei BASF dar. Online-Bewerbungen haben den Vorteil, dass sie bereits digitalisiert sind und direkt weiterverarbeitet werden können. Bei Papier-Bewerbungen müssen wir die Unterlagen erst digitalisieren. Daher beschleunigen Online-Bewerbungen den Bewerbungsprozess.
  • Ist Nachfragen nach zwei Wochen okay?
    Sobald die Bewerbung bei uns eingeht, erhält der Bewerber automatisch eine Eingangsbestätigung per E-Mail, damit er sicher sein kann, dass seine Bewerbung angekommen ist. Die Bearbeitungszeit einer Bewerbung variiert und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel vom Job-Level, von der Bewerbergruppe oder dem Einsatzgebiet. Fragen zur aktuellen Bewerbung können aber jederzeit an unsere (in allen EU-Netzen kostenlose) Bewerbungshotline 00800-33 0000 33 gerichtet werden.
  • Googlen Sie Kandidaten?
    Definitiv: Nein. Das verstößt nicht nur gegen geltendes Recht, sondern ist zudem auch vom moralischen Aspekt her nicht vertretbar. Auch suchen wir keine Kandidaten bei Facebook. Wir arbeiten ausschließlich mit dem uns vom Bewerber zugesandten Material.
  • Wie lange dauert der Bewerbungsprozess im Schnitt?
    In der Regel erhalten die Bewerber von uns innerhalb von fünf bis sieben Werktagen eine Rückmeldung, ob sie weiter im Prozess sind. Wie lange der Prozess bis zur finalen Entscheidung dauert, ist abhängig von vielen Faktoren: Anzahl der Bewerbungsgespräche, Verfügbarkeit von Bewerber und Interviewpartner, etc. Wir versuchen aber immer, den Prozess so schnell wie möglich zu gestalten.
  • Der gruseligste Auftritt beim Vorstellungsgespräch? Der genialste Auftritt beim Vorstellungsgespräch?
    Die Persönlichkeitsrechte der Bewerber liegen uns sehr am Herzen. Ob positiv oder negativ, Inhalte der Vorstellungsgespräche bleiben ausschließlich den anwesenden Personen vorbehalten. Als klassische No-Gos kann man aber Unpünktlichkeit, Unfreundlichkeit und inadäquate Bekleidung nennen. Wir freuen uns hingegen, wenn der Bewerber von sich aus passende Fragen stellt, bei denen man merkt, dass er sich im Vorfeld gründlich mit BASF auseinandergesetzt hat.
[Bildnachweis: BASF]
12. Oktober 2012 Autor: Jochen Mai

Jochen Mai ist Gründer und Chefredakteur der Karrierebibel. Er doziert an der TH Köln über Social Media Marketing und ist gefragter Keynote-Speaker. Zuvor war der Diplom-Volkswirt als Journalist tätig - davon 13 Jahre als Ressortleiter der WirtschaftsWoche.

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