Reden statt Hören – Verändern Kanäle wie Twitter, SMS oder Blogs unsere Gesprächskultur?
Herzlich Willkommen zum ersten virtuellen Blog-Talk! An ihren Blogschirmen sitzen Thomas Knüwer (Indiskretion Ehrensache), Klaus Eck (PR-Blogger), Florian Steglich (Imgriff) und ich, Jochen Mai (Karrierebibel), und unser Thema heute ist: Sorgen Kanäle wie Twitter, Instantmessenger, SMS oder Blogs für kontinuierliche Teilanweisenheit?
Besonders plastisch war dies auf der diesjährigen re:publica in Berlin zu beobachten: Auf dem Podium saßen teilweise bis zu fünf Diskutanten, vor sich aufgeklappte Laptops oder Handys, und während sie eigentlich miteinander reden sollten, sahen sie parallel auf ihre Bildschirme, simsten oder twitterten – ebenso wie das Auditorium, das den Disput via Liveblogging oder an der SMS-Wand kommentierte, statt sich direkt einzumischen. So mancher, der extern per Livestream zugeschaltet war, empfand das als respektloses Verhalten.
Nun muss man die Technik deswegen nicht verdammen – durch die SMS-Wand kamen ja auch viele amüsante und kritische Anregungen in die Debatte –, aber auffällig ist das schon: Die Leute hören einander immer weniger zu. Überall wird nur noch gesendet, gebloggt, getwittert, gesimst – es wird ununterbrochen geredet, aber kaum noch miteinander. Entsprechend war denn auch der Verlauf einiger Podium-Panels auf der re:publica: am Thema vorbei.
Thomas, Du hast selbst die ein oder andere Diskussion moderiert, teilweise ebenfalls mit aufgeklapptem Laptop vor Dir. War das nötig und wie hast Du das empfunden?
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Und so funktioniert der Blog-Talk: Am Ende jedes Beitrags stehen zwei Links. Der Erste führt zum Vorredner, der Zweite zum nachfolgenden Beitrag. Sie selbst, liebe Leser, können die einzelnen Beiträge jederzeit kommentieren, wobei wir auf den ein oder anderen Kommentar im Verlauf der Debatte gerne eingehen. Auch die Kommentierung durch einen eigenen Beitrag (inkl. Trackback) ist natürlich möglich. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass wir die virtuelle Talkrunde nicht erweitern können, da der Verlauf der Debatte sonst völlig uferlos und kaum noch nachverfolgbar werden könnte.







Bernd
Um gleich mal auf die Anfangsfrage einzugehen: >
Ich sage NEIN. Natürlich kann man sagen, dass durch solche digitalen Medien die ein oder andere Abkürzung in den Sprachgebrauch eingeschleußt wird (man nehme zum Beispiel die abkürzung ka für keine Ahnung – ich treffe immer mehr Leute, die diese Abkürzung nicht nur im schriftlichen nutzen, sondern auch beim normalen Gespräch), aber großartig verändern tut sich dadurch nichts. Da hat die Herkunft der Person schon eher einfluss darauf. Man nehme zum Beispiel eine Person mit türkischer Herkunft. Dieses “türken-deutsch” hat in meinen Augen nichtsmehr mit einem Dialekt zu tun, denn meist wird bei dieser Version die Grammatik komplett ignoriert, und somit wird die Gesprächskultur verändert…
Gruß Bernd
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Matthias
Die virtuelle Talkrunde ist eine interessante Idee. Auf diese Weise kommen tatsächlich mal unterschiedliche Auffassungen zu einem Thema auf den Tisch, was in der (deutschen) Blogosphäre trotz Rivva ja kaum mehr der Fall ist.
Zum Thema selbst: Das zunehmende Multi-Tasking birgt schon eine gewisse Ambivalenz in sich. Denn unterschwellig läuft immer die Botschaft mit: Wenn es mir hier zu langweilig wird, kommuniziere ich eben im virtuellen Raum (mit anderen Personen) weiter. Und allein schon diese Möglichkeit scheint die Aufmerksamkeit zu reduzieren, was im Ergebnis dann dazu führt, dass man immer mehr aneinander vorbei (statt miteinander) redet.
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Petra A. Bauer (writingwoman)
Ich muss wohl manuell trackbacken:
http://www.autorenblog.writingwoman.de/2008/04/1-virtueller-blog-talk
Tolle Idee!
uknaus
Es war teilweise schon lustig anzusehen, wie beide Seiten ihre Laptops vor sich aufbauten. Wer hat nun angefangen? Das Publikum, oder das Podium?
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Sinn des Lebens
@uknaus da stimm ich dir zu, manches war wirklich witzig anzusehen aber ich glaube das das Podium mit den Laptops angefangen hatte. mfg